Claudia am 03. August 1999 — Kommentare deaktiviert für Gottesgabe, Tag 20: Maus und Hackebeil

Gottesgabe, Tag 20: Maus und Hackebeil

Eigentlich hatte ich gehofft, ich würde hier morgens ums Dorf joggen, um endlich zu einer regelmäßigen körperlichen Betätigung zu kommen – ein typischer Städter-Gedanke, der hier nur noch absurd wirkt! Statt dessen reiße ich Gras von überwucherten Beeten, ziehe verdorrte Äste aus dem Wald, hacke Erde klein und häufe eine Menge altes Holz zu einem Berg, in der Hoffnung auf herbstliches Feuer-Machen. Doch was immer ich anfange, nach einer dreiviertel Stunde bin ich völlig erschöpft! Weiter → (Gottesgabe, Tag 20: Maus und Hackebeil)

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Claudia am 02. August 1999 — Kommentare deaktiviert für Gottesgabe, Tag 19: Virtual world, reales Leben?

Gottesgabe, Tag 19: Virtual world, reales Leben?

Michael Charlier schrieb mir folgenden Leserbrief:

Liebe Claudia, im Digidiary vom 31.7. hast Du geschrieben:

Mittlerweile ist es mehr als das: eine Lustlosigkeit, mich auch noch abends der Online-Welt zuzuwenden, Zeichen und Bilder zu generieren, anstatt physisch und psychisch etwas „Richtiges“ zu erleben. Es scheint, als erzeuge die Abwesenheit der städtischen Menschenmassen eine Sehnsucht nach Sozialem, wogegen der tägliche Anblick 1000er Unbekannter das Gefühl hinterläßt: Wie schön, daß ich wenigstens in meinen vier Wänden allein und ungestört bin! Ich bin gespannt, ob in der dunklen Jahreszeit die Lust auf „Medien“ wiederkommt.

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Claudia am 31. Juli 1999 — Kommentare deaktiviert für Gottesgabe, Tag 17: Abnehmende Arbeitslust (online)

Gottesgabe, Tag 17: Abnehmende Arbeitslust (online)

Die Tage sind hier ausgesprochen lang. Nicht nur die sommerliche Helligkeit bis 22 Uhr macht diesen Eindruck, sondern auch, daß ich seit dem Umzug abends nicht mehr am PC arbeite. Zuerst war es die reine Erschöpfung, die Luftveränderung: soviel Sauerstoff ist der Stadtmensch nicht gewohnt! Weiter → (Gottesgabe, Tag 17: Abnehmende Arbeitslust (online))

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Claudia am 30. Juli 1999 — Kommentare deaktiviert für Gottesgabe, Tag 16: Zu wenig Zeit, zu viele Aufträge

Gottesgabe, Tag 16: Zu wenig Zeit, zu viele Aufträge

Ich muß mir darüber klar werden, wie und wohin es beruflich weitergeht. Auf den ersten Blick bin ich erfolgreich – Webdesign- und Konzeptioning-Aufträge kommen „von selbst“, und zwar mehr, als ich leisten kann. Fast blicke ich mit Sehnsucht zurück in die Zeit, als dies nur eine Möglichkeit unter mehreren war und ich in meinen privaten Seiten völlig aufging. Das Cyberzine Missing Link, die Experimente mit Glück, dazwischen mal eine Art CD-Rom-Kunst wie Orkus oder Seiten zum Thema Mensch&Technik wie IMD-RE und [Internet][Computer][Man], die Versuche, das Zusammenwirken mehrerer in Webgesprächen interessant zu moderieren – ach, was waren das unbeschwerte Zeiten! Weiter → (Gottesgabe, Tag 16: Zu wenig Zeit, zu viele Aufträge)

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Claudia am 28. Juli 1999 — Kommentare deaktiviert für Gottesgabe, Tag 14: Land, Stadt, Erwartungen

Gottesgabe, Tag 14: Land, Stadt, Erwartungen

So ist das Leben: Gestern noch hatte ich in dieses Diary den Satz geschrieben: „Nie würde ich einen Rasen anlegen und pflegen..“ und kaum zwei Stunden später hat mich mein Lebensgefährte überzeugt, daß der meterbreite Beetstreifen direkt ums Haus am besten mit Rasen zu bepflanzen sei, aufgelockert durch einige wenige markante Pflanzen, die so viel besser in ihrer Gestalt zur Geltung kämen, als inmitten eines wildes Gestrüpps aus Ackerschachtelhalmen und anderem Spontangrün. Weiter → (Gottesgabe, Tag 14: Land, Stadt, Erwartungen)

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Claudia am 27. Juli 1999 — Kommentare deaktiviert für Gottesgabe, Tag 13: Stadt, Land, Toleranz?

Gottesgabe, Tag 13: Stadt, Land, Toleranz?

„Du verwirrst mich“, schreibt Jan aus Essen, und weiter:

„Wie, so frage ich mich, kann es Sinn machen, sich aus der Privatsphäre einer großen Menge in eine kleine zu begeben, in der jeder jedem über den Gartenzaun schaut? Hast du Erfahrungen mit der Toleranz auf dem Land gemacht? Alles, was ich bisher vom Land mitbekam, ging gegen mein ungewöhnliches Erscheinungsbild, gegen mein Verhalten (soweit es nicht in Erwartungen passte) und gegen mein Wesen.“

Vor 20 Jahren hätte ich genauso geschrieben und meine wenigen damaligen Erfahrungen waren dem entsprechend: intolerante Dörfler, die den Zugezogenen über den Gartenzaun in die Suppe spucken! Auch Erfahrungen vor ein paar Jahren, mit ausgewanderten Deutschen in der Toskana waren eher noch schlimmer, da ging es mit ganz anderen Kalibern zur Sache, mancher mußte gar um Leib und Leben fürchten, von Idylle keine Spur!

Daß ich heute in ein 150-Seelen-Dorf ziehe, ohne solche Einflüsse wirklich zu fürchten, hat innere und äußere Gründe.

Einmal ist das Ding mit dem „Erscheinungsbild“ heute ein anderes. Ich erinnere mich gut daran, daß ich meine Optik früher als bewußtes Absetzen gegenüber dem Mainstream verstand, Klamotten und Outfit als Botschaft: „Auf Euch hab ich keine Lust. Ich bin ANDERS!“ Mit dem WESEN hat das wenig zu tun, im Gegenteil, es ist allermeist Ausdruck des traditionellen Generationenkonflikts, in dem den Alten und Etablierten gezeigt werden muß, was Sache ist!

Mit den Jahren schleift sich dieser Impuls ab. Je mehr mensch dazu kommt, wirklich ein eigenes Leben zu leben, durch Versuch & Irrtum immer neu herauszufinden, was das „eigene“ denn sein mag (und dabei festzustellen, daß es verdammt wenig wirklich „eigenes“ gibt – wie auch?) – umso unwichtiger wird das bewußt generierte Unterscheiden von anderen. Was wirklich ANDERS ist, braucht keine äußere Stütze, und was NICHT anders ist, erst recht nicht, oder? (Tatsächlich lebe ich klamottenmäßig schon immer, von 1970 bis heute, im Mainstream meiner Generation: Varianten von Jeans und T-Shirt. Und damit fällt man heute nirgendwo auf, nicht in der Stadt und nicht im hinterletzten Dorf).

Die Kleider sind nur Beispiel für vieles, was äußere Unterschiede angeht: Was hängt schon daran, daß ich ein altes Auto fahre, daß ich noch immer keine Schränke mag (jetzt, wo richtig Platz ist, kauf ich mir einen..), daß ich keinen RASEN anlegen und pflegen würde oder daß ich heute lieber früh morgens als nachts arbeite? Das ist alles völlig unbedeutend für andere und für mich ist es nur Ausdruck aktueller Befindlichkeit, jederzeit änderbar, wenn sich die Bedingungen ändern, nichts von „Wesen“.

Und wo nichts ist, kann auch ein Dörfler mit „Erwartungen“ nichts in Schwierigkeiten bringen. „Sie machen das anders? Interessant! Vielleicht probier‘ ich es bei Gelegenheit einmal aus….“.

(Zu den äußeren Umständen vielleicht morgen….)

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Claudia am 26. Juli 1999 — Kommentare deaktiviert für Gottesgabe, Tag 12: Zuviel Arbeit, Leserbriefe

Gottesgabe, Tag 12: Zuviel Arbeit, Leserbriefe

Gestern der erste freie Nachmittag, seit ich hier wohne! Es war dringlich nötig, denn die Arbeit ist dabei, mir wahrhaftig über den Kopf zu wachsen. Ich kann mich bemühen, wie ich will, es passiert trotzdem, daß ein Auftrag das vorab kalkulierte Zeit-Volumen weit überschreitet. U.a. liegt es daran, daß ich es zu selten fertig bringe, zu sagen: DAS bedeutet aber zusätzliche Stunden, also mehr Zeit , mehr Kosten…. Nein, ich arbeite, bis ich 4-eckige Augen habe, damit der Kunde ja zufrieden ist! Vordergründig eine schöne Eigenschaft in der „Dienstleistungsgesellschaft“, sieht man genauer hin, ist es eine Psychomacke, an der ich sporadisch regelrecht krank werde – wobei „krank sein“ etwas ist, das ich mir sowieso nicht gestatten würde, solange ich noch den Klickfinger bewegen kann und bei Bewußtsein bin. Weiter → (Gottesgabe, Tag 12: Zuviel Arbeit, Leserbriefe)

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Claudia am 24. Juli 1999 — Kommentare deaktiviert für Gottesgabe, Tag 10: Berlinbesuch, Geburtstagsgedanken

Gottesgabe, Tag 10: Berlinbesuch, Geburtstagsgedanken

Gestern war ich das erste Mal wieder in Berlin seit dem Umzug und wahrscheinlich wird es für einige Zeit das letzte Mal gewesen sein. Von 8 Uhr morgens bis 10 Uhr abends unterwegs, Termine, Gespräche, Autoverkehr, Sachen einräumen, einkaufen… Natürlich hat uns die Hausverwaltung versetzt, wegen der wir zur ‚Wohnungsabnahme‘ hingefahren sind! Jetzt werde ich das schriftlich abwickeln, der Nachmieter ist bereits drin und ich sehe nicht ein, dewegen nochmal 450 km zu fahren! Weiter → (Gottesgabe, Tag 10: Berlinbesuch, Geburtstagsgedanken)

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