Claudia am 22. Oktober 2021 — 4 Kommentare

Man kann sich nicht entschuldigen!

Jedes Mal, wenn sich irgendwer öffentlich entschuldigt, stößt es mir unangenehm auf: Man kann sich nicht selbst entschuldigen! Das, wofür man sich entschuldigen will, hat doch Andere verletzt. Ohne ihre Mitwirkung lässt sich diese Schuld also nicht aus der Welt schaffen. Ganz im Gegenteil ist es ein weiterer Affront, so zu tun, als stünde es in der eigenen Macht, einen Schlussstrich unter die Angelegenheit zu ziehen. Und wenn das Opfer noch wagt, etwas zu sagen, springen andere bei und geben vorwurfsvoll zu Protokoll, er/sie/* habe sich doch entschuldigt!

Wenn das so einfach wäre, spräche nichts dagegen, fortwährend Gift & Galle über Andere auszukübeln und sich bereitwillig zu „entschuldigen“, sobald das jeweilige Verhalten zum Stolperstein zu werden droht. Der Konjunktiv ist hier vielleicht nicht mal mehr angebracht, weil das kollektive Verständnis vom „sich entschuldigen“ das ja goutiert.

Falsch ist es trotzdem. Man kann nur um „Verzeihung“ bzw. „Entschuldigung“ BITTEN. Und dann darauf hoffen, dass die Betroffenen zum Verzeihen in der Lage sind.

Zur Bitte um Entschuldigung gehört auch das Bereuen des eigenen Tuns – und zwar aus Einsicht in die Sache, um die es geht. Das gelingt den Individuen nicht immer. Dann mag es genügen, begleitet von einem undefinierten „es tut mir leid“ um Entschuldigung zu bitten. Besser als nichts, jedenfalls besser als sich mit einer falschen Begründung erneut als mega-ignorant zu outen. Wie es oft geschieht, wenn jemand nachschiebt „es war nicht meine / unsere Absicht, jemandes Gefühle zu verletzen“.

Claudia am 10. Oktober 2021 — 7 Kommentare

Was Schönes

Neulich im Garten:

Gartenbild Grasnelken
– vergrößert bei Klick –

Und die Verbenen blühen immer noch:

Hummel auf Verbene

Immerhin kann man mit netten Naturfotos niemandem auf den Schlips treten!

Claudia am 09. Oktober 2021 —

Wegducken, wegsehen, wegleugnen? Zur Kritik an Blogger/innen im vorgerückten Alter

Da ich gerade wieder mal über den Sinn des Bloggens für mich persönlich nachdenke, freue ich mich, dazu andere, auch kritische Aussagen zu finden – insbesondere über das Bloggen im vorgerückten Alter. Bei Horst Schulte bin ich nun auf einen Blogpost von Wolfgang v. Sulecki gestoßen mit dem Titel „Viel Einfalt in Vielfalt: „Junge Alte“ Blogbetreiber …!!“, in dem er über die Blogger/innen des Netzwerks blogs50plus schreibt:

„…fast nie handelt es sich bei den Artikeln in den unzähligen Blogs älterer Blogger um Auseinandersetzungen mit der aktuellen politischen Weltlage, der politischen Situation im europäischen Raum, und schon gar nicht um eine Beschäftigung mit der konkreten Politik in Deutschland.“

Weiter → (Wegducken, wegsehen, wegleugnen? Zur Kritik an Blogger/innen im vorgerückten Alter)

Claudia am 29. September 2021 — 3 Kommentare

DUNE – unbedingt im Kino anschauen!

Mein erster Kinobesuch seit Jahren: DUNE – und zwar auf der großen IMAX-Leinwand im neuen UCI-Kino am Mercedesplatz. Das Epos vom Wüstenplaneten MUSS man im Kino sehen, um es so zu erleben, wie es gemeint ist: Unglaublich bildgewaltig und mit dem Soundtrack von Hans Zimmer auch so Sound-gewaltig, wie es nur das Eqipment eines gut ausgestatteten Kinos zu Gehör bringen kann.

Gedreht an Schauplätzen in den USA, in Ungarn, Jordanen, den Emiraten, Norwegen und Kanada bietet der Film neben der eher gemächlich voran schreitenden Handlung großartige Bilder fürs Auge und nur exakt soviel Action, dass es schwer beeindruckt, aber nicht nervt. Langeweile kommt keine Sekunde auf!

Wüste
Drehort Abu Dhabi / Dune

Wer das nur per Streaming schaut (in USA vor dem Kino gestartet), verpasst eine Menge! Weiter → (DUNE – unbedingt im Kino anschauen!)

Claudia am 26. September 2021 — 10 Kommentare

Bin ich mir zu langweilig geworden?

Die Frage kommt mir in den Sinn, während ich alte Blogposts aus dem Jahr 2001 in die aktuelle WordPress-Blogtechnik übertrage. Das Diary ist ja sehr viel älter als WordPress, die ältesten Texte aus den Jahren 1999 bis 2001 stehen noch immer in der alten Machart im Web. Seit Jahren will ich das fertig stellen, aber weil es eine öde, rein technische Arbeit ist, gibt es immer Wichtigeres.

Komme ich dann mal dazu und übertrage ein paar Einträge, überfliege ich natürlich auch die Texte. Tauche ab in Befindlichkeiten und Erlebnisse von damals: 1999 bin ich nach 20 Jahren Berlin nach Gottesgabe in Mecklenburg gezogen.

Nach zwei Jahren Landleben in einem kleinen Dorf nahe Schwerin hat es gereicht und ich zog zurück nach Berlin. Gebloggt hab‘ ich in der Zeit wie eine Wilde, fast jeden 2.Tag. Nicht so viel über Weltgeschehen wie heute, sondern über mich, mein Erleben, meine Befindlichkeiten und die Gedanken darüber. Seelenstriptease würden es manche nennen, ohne Verletzung der Privat- und Intimsphäre meiner Freunde und Lebensgefährten, aber schonungslos offen in Bezug auf eigene Abgründe, Miesepetrigkeiten, Stagnationen und Inspirationen. Viel Lebenskunst, spirituelle Einsichten, Lebensweisheiten waren auch immer wieder mal dabei – irgendwie ist mir das abhanden gekommen.

Zen-KreisWarum eigentlich? Was hat sich so verändert, dass ich kaum mehr solche „verinnerten“ Texte schreibe? Sind denn alle Fragen beantwortet, ist jede Suche an ihr Ende gekommen? Bin ich so „abgeklärt“, dass es da einfach nichts mehr zu berichten gibt? Oder hindert mich das so stark veränderte Netz?

Ich weiß es nicht, muss erstmal darüber nachdenken. Das Bloggen übers Weltgeschehen, das ich seit Längerem fast ausschließlich betreibe, scheint jedenfalls nicht so zu befriedigen wie das frühere, sehr viel persönlichere Bloggen. Denn die Einträge sind deutlich seltener, was micht nicht wirklich wundert. Schließlich reicht es oft schon, einen Tweet raus zu hauen. Wenn „alle“ über diesselben drei Aufreger schreiben, muss ich ja nicht auch noch was dazu verlautbaren. So originell sind meine Meinungen nicht.

Es stellt sich mal wieder die Frage nach dem Sinn des Bloggens – nur dieses mal sehr persönlich.

Claudia am 25. September 2021 — 3 Kommentare

Zum Wahlkampfende und zur Wahl 2021

Wie gut, dass es vorbei ist! Selten hat mich ein Wahlkampf so angekotzt wie dieser. Die „Trumpisierung“ war schier nicht auszuhalten, von FakeNews und FakeFotos bis zum punktgenauen in Bewegung setzen williger Staatsanwaltschaften; einfach nur gruslig.

2021 BundestagswahlDie extreme Personalisierung, die Konzentration auf irgendwelches, auch marginales Fehlverhalten der politischen Gegner, das an die Wand malen des angeblich drohenden Sozialismus, aber auch die Bereitwilligkeit, die Wahlbürger einzulullen mit dem Versprechen auf ein „weiter so“, das es faktisch nicht geben kann, egal wer regiert – all das beleidigt den Verstand, macht wütend – und mich hat es dazu gebracht, den Wahlkampf weitgehend zu ignorieren. Weiter → (Zum Wahlkampfende und zur Wahl 2021)

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