Thema: Zeitgeist

Claudia am 30. März 2020 — 22 Kommentare

Corona: zu den laufenden Entwicklungen

Das ist kein „richtiger“ Blogpost, sondern nur eine Plattform, um die aktuellen Entwicklungen zu besprechen. Unter „Was von alledem wird bleiben? 10 Fragen“ sind es jetzt schon 87 Kommentare, deshalb lade ich ein, das Gespräch hier fortzusetzen. Ein sehr langer Kommentarthread macht es für manche Mitlesenden schwierig, noch etwas dazu zu sagen, weil der Eindruck sich aufdrängt, man müsse erst alles nachlesen.

Die aktuelle Lage am 30.März 2020

  • Deutschland: 62435 Infizierte, 541 Todesfälle
  • Italien: 97689 Infizierte, 10779 Todesfälle
  • Spanien: 80.110 Infizierte, 6803 Todesfälle
  • weltweit: 734.833 Infizierte, 34.819 Todesfälle

Diskutiert werden derzeit vielerorts (und auch hier)

  • die Fragen rund um den Ausstieg aus den Einschränkungen und das Wieder-Anlaufen der Wirtschaft
  • die Folgen des „Lockdown“: wirtschaftlich, psychisch, gesellschaftlich und individuell
  • ethische Fragen rund um die Versorgung der Erkrankten und den Schutz von Risikogruppen
  • grundsätzliche Überlegungen, wie die „Welt danach“ aussehen wird.

Lasst uns also den Austausch über all das (und was Euch sonst noch zu Corona einfällt) hier fortsetzen. Unterschiedliche Meinungen sind explizit erwünscht, solange Reden und Gegenreden in gewohnt argumentativer und respektvoller Form erfolgen. Man kann und soll alles besprechen, ich denke nicht, dass es etwas bringt, Gedanken zu tabuisieren, die den Leuten nun mal kommen.

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Update: Lesestoff zur Anregung:

Wolf Schneider hat auf Connection.de einen recht umfangreichen Artikel über „Die Krise“ verfasst, der sowohl dem Mainstream als auch der vielfältigen Kritik und völlig anderen Analysen Raum gibt und viele Links dazu enthält. Zitat:

„Die Pandemie hat unübersehbar auch einen hysterischen Anteil. Den sollten wir vermeiden. Es freut mich, dass »die Wissenschaft« gegenüber Verschwörungstheorien und esoterischen Hokuspokus durch die Corona-Krise gerade im Aufwind ist – wer weiß, wie lange noch. Was mich daran besorgt, ist allerdings der Glaube vieler dieser Wissenschaftler, dass es zu ihrer Sicht gar keine Alternative gäbe. Jeder Mainstream ist immer auch eine massenhypnotische Veranstaltung, gesteuert von den jeweils gerade geltenden Narrativen. Das gilt auch für den wissenschaftlichen Mainstream, der ebenfalls Narrative gestaltet und Narrativen folgt – und auch Statistiken sind Narrative, die man so oder so gestalten kann, da gibt es große Freiheitsräume für kreative Geister, ohne dass man lügen müsste. Wir sollten nie zu einer Schafherde von brav folgenden Gläubigen werden, die Abweichler verachten und ausgrenzen. Obrikeitsdenken tut der Demokratie nicht gut, und unserer Gesundheit und der Wissenschaft auch nicht.“

Trotzdessen folgt Wolf, genau wie ich, im persönlichen Alltag den erlassenen Regeln – in der Überzeugung, dass das derzeit vernünftig ist.

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Und weiter:

Wenn mir mein lieber alter Freund extra eine SMS schickt, um mir einen Artikel anzuempfehlen, dann ist das in jedem dieser seltenen Fälle ein sehr sehr lesenswerter. In diesem Fall eine großformatige Betrachtung verschiedener „Narrative“, die gerade virulent sind bzw. werden: religiöse, mythologische, politische – auf dem Hintergrund der Weltgefahrengemeinschaft, die wir durch die Globalisierung geworden sind. Ein Essay von Thomas Assheuer in auf ZEIT ONLINE:

Pandemien: Die Heimsuchung

„Schon immer haben Seuchen die kulturelle Fantasie angesteckt. Der Verdacht lautet: Die Zivilisation habe es nicht anders verdient. Wie zynisch.“

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Vegleichsweise schnell zu lesen sind die spannenden Überlegungen zum „Danach“, die der Soziolige Phillip Staab anstellt:

Corona-Krise: „Wir haben uns als Kantianer geoutet: Jedes Leben zählt“

„Was wird aus dem Staat? Wir schlagen ja gegenwärtig Pfade ein, die man als Staat nicht einfach wieder verlassen kann. Lange Zeit waren wir auf dem kollektiven Pfad des Wirtschaftswachstums als höchstem Ziel staatlichen Handelns unterwegs. Damit haben wir gebrochen. Plötzlich wird die Gesundheit großer Minderheiten, die zum Wachstum nicht mal viel beitragen, höher bewertet als dieses Ziel. Wir haben uns als Kantianer geoutet: Jedes Leben zählt.“

Claudia am 02. Februar 2020 — 29 Kommentare

Vom Unbehagen am Gedenken

Letzte Woche hat sich die Befreiung von Ausschwitz zum 75. mal gejährt. Einer von vielen Zeitpunkten für das Gedenken an die dunkelste Vergangenheit. Ein Anlass, um auf Veranstaltungen und in vielen Medien auf die Verbrechen der Deutschen in jenen Jahren hinzuweisen, die die Welt ins Unglück stürzten. Weiter → (Vom Unbehagen am Gedenken)

Claudia am 11. Dezember 2019 — 50 Kommentare

Fehler der Menschheit: Vernunft können wir nicht

„Vernunft ist die geistige Fähigkeit des Menschen, Einsichten zu gewinnen, sich ein Urteil zu bilden, die Zusammenhänge und die Ordnung des Wahrgenommenen zu erkennen und sich in seinem Handeln danach zu richten“.

Diese Definition der Vernunft spuckt Google aus, Quelle ist ein ungenanntes Wörterbuch. Den Schwerpunkt dieser recht stimmigen Definition sehe ich im Vermögen, die gewonnenen Erkenntnisse im eigenen Handeln zu berücksichtigen – und genau da tut sich das weite Feld menschlichen Versagens auf, das mittlerweile dabei ist, die Lebensgrundlagen, die uns die Erde bietet, zu zerstören. Weiter → (Fehler der Menschheit: Vernunft können wir nicht)

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