Claudia am 31. Januar 2001 — Kommentare deaktiviert für Voll daneben

Voll daneben

Gut, das neue Mailprog funktioniert jetzt. Es ist sogar ausgesprochen toll, doch nach Lobgesängen steht mir derzeit nicht der Sinn (kommt, liebe Bat-Community, versprochen!). Eher drängt es mich, die gesamte technische Welt in die Tonne zu treten, einschließlich sämtlicher Behörden, Verwaltungsapparate, Schweinemast-Fabriken, Server-Architekturen und Shopping-Malls. Weiter → (Voll daneben)

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Claudia am 29. Januar 2001 — Kommentare deaktiviert für Technisches Desaster

Technisches Desaster

Seit gestern mittag kämpfe ich mit einem neuen Mailprogramm und bin dadurch völlig lahmgelegt. Leichtsinnigerweise wollte ich im alten Prog mal aufräumen, doch mitten in einer großen Kopieraktion stürzt das Ding auf einmal ab, die Hälfte der zu kopierenden Mails sind weg! Ich versuche, den ganzen Ordner zu löschen, um wenigstens wieder eine „saubere“ Struktur zu haben: Nichts da! Was nicht gefunden wird, kann auch nicht gelöscht werden, die gnadenlose Logik des Digitals treibt mich zur Weissglut. Doch halt, für solche Fälle hat ja der Programmierer die Funktion „Objektsystem reparieren“ vorgesehen, wie weitsichtig! Ich werfe sie an, doch kaum hat sie zu rödeln begonnen, hört sie auch schon wieder auf und bringt die freundlichen Meldung „PANIK! 3 Objekte weiterhin nicht zugeordnet, Prüfverfahren wird beendet“. Na denn! Ich sichere das ganze Prog auf eine zweite Platte, versuche dann, dem ganzen Mailaccount den Garaus zu machen: „Sind Sie sicher? Dann geben Sie JA ein!“ Ich bin sicher, gebe mein Ja-Wort, beende das Programm – worauf es nicht mehr startet. Nie wieder. Ohne Fehlermeldung, Ende, aus. Weiter → (Technisches Desaster)

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Claudia am 22. Januar 2001 — Kommentare deaktiviert für Vom öffentlichen Gespräch, Politik & Moral

Vom öffentlichen Gespräch, Politik & Moral

Das öffentliche Gespräch, die Debatte, die offene Auseinandersetzung um gesellschaftliche Angelegenheiten gilt zu Recht als unverzichtbar in einer Demokratie. Die Macht der Medien rührt von daher und hat sie zur fast übermächtigen 4.Gewalt gemacht. Als Bürger soll man sich informieren und engagieren – und nicht völlig im Privaten versacken, auf daß „die da oben“ es irgendwie richten mögen. Eigentlich alles klar, aber die Praxis verhält sich zur Lehre wie verdorbener Junk-Food zu einem Gourmet-Menü. Weiter → (Vom öffentlichen Gespräch, Politik & Moral)

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Claudia am 19. Januar 2001 — 5 Kommentare

Nebel, Traum, Dr.Fine, Webdiarys

Unglaublich eintönig verstreichen die Tage, der neblig-trübe Himmel, das kühle Licht des Monitors, tagein tagaus dasselbe. Vormittags ein Besuch bei den Hühnern, Frischfutter verteilen, Scheiße von der Leiter kratzen, sie ein bißchen anstaunen: wie sind sie doch lebendig! Und wie sie mich ansehen – wie das wohl für sie ist?

Heute hat mich ein Traum in ein anderes Dasein katapultiert. Ich weiß nichts, wirklich gar nichts mehr von diesem Traum, außer dass er auf einer ganz anderen Ebene der Lebensenergie spielte: hoch spannend, erotisch, bis hin zu fast religiöser Ekstase. Eine Gefühlserinnerung, sonst nichts.

Ich lese gerade „Dr.Fine“ von Samuel Shem. Es ist die Geschichte eines Psychoanalytikers, der seit seiner Lehranalyse nicht mehr in der Welt, sondern in deren psychoanalytischer Deutung lebt. Es ist zum Schreien komisch, spannend, tragisch, herzergreifend und bildend, also alles, was man heute von einem Unterhaltungsroman wünschen kann. Und es geht – das tun nur ganz wenige – über diese Ebene hinaus, es vermittelt ein „mehr“, ohne dieses mehr zu benennen.

Ich frage mich immer, was es ist, das bei dem einen Autor sofort in die Geschichte hinein zieht, ohne Zögern und Stolpern, ohne „Längen“, aber doch mit genug Stoff, um die Personen lebendig zu machen, so lebendig, dass sie zu Freunden oder Feinden werden und das eigene Leben tendenziell aus dem Bewußtsein verschwindet. Ein geistiges Wunder, das – je älter ich werde – immer seltener geschieht. Und nur dann, wenn der Autor eine für mein Empfinden vollständig flüssige Sprache spricht, funktioniert es.

Update 2019 / Und hier der verdiente Werbelink:

Dr.Fine bei Amazon

Diarys und Öffentlichkeit

In der CT dieser Woche ist ein Artikel über Webdiarys erschienen, der mal ein bißchen MEHR bringt als das blosse Staunen über den Exhibitionismus der Schreibenden. Die Diary-Szene boomt mittlerweile, Hunderttausende schreiben ihre täglichen Eindrücke auf, manche geben tatsächlich Einblicke in intimste Gedanken und Gefühle, berichten über ihr Liebes- und Sexleben, ihre Ängste und Verrücktheiten. Es hat schon ein bißchen was von „Big Brother für Alphabeten“, keine Frage!

Obwohl ich selber die Ebene des totalen sozialen Outings vermeide, lese ich manches dieser Diarys ganz gern und frage mich gelegentlich, ob das nicht doch ein Übergangsphänomen ist: Wenn die Netzkompetenz der breiten Massen weiter wächst, werden viele das Suchen & Finden lernen und spasseshalber die Namen ihrer Freunde, Kollegen, Bekannten und Verwandten recherchieren. (Man glaubt ja gar nicht, was Google.com alles findet!) Und dann wird es immer öfter passieren, dass jemand mit einem selbstentblößenden Tagebuch morgens von seinem Arbeitskollegen wütend empfangen wird, weil er oder sie sich tags zuvor im Web allzu deutlich über den neuesten Streit ausgelassen hat. Damit nicht zu rechnen, ist nicht Mut, sondern Unwissenheit und Naivität, freundlich ausgedrückt. Selbst wer seine Seiten NICHT in den Suchmaschinen anmeldet, wird früher oder später von Robots verdatet, von anderen gelinkt oder die URL wird auch schon mal ganz unwissentlich von Lesern weiter verbreitet. (In meiner Referenzliste mit den automatisch erfaßten Adressen, WOHER die Leser kommen, fand ich schon manche Website, von deren „Öffentlichkeit“ der Verfasser sicher nichts ahnte.)

In jüngeren Jahren hätte ich vielleicht die Ansicht vertreten, dass totale Offenheit überall und zu jeder Zeit – also auch in der Öffentlichkeit – das anzustrebende Ideal sei. Davon bin ich allerdings weggekommen, denn: Was ich ausspreche, gar aufschreibe und in die weite Netzwelt schicke, gewinnt auch ganz ohne Absicht einen gewissen Ewigkeitswert. Schubladen in fremden Köpfen werden errichtet, die so ohne weiteres nicht mehr wegzukriegen sind – auch wenn das Ereignis, das mich gerade bewegt, meine Leiden und Freuden und meine Gedanken darüber morgen schon wieder ganz anderns aussehen mögen. Auf diese Weise baue ich mit an der eigenen Unfreiheit, mache mich erreichbar und definierbar – doch das bin ich nicht!

Diary-Schreiben ist für mich eher eine Form, Distanz zu mir selbst zu gewinnen. Wenn ich an ganz konkreten Dingen leide, die mit meinen Nächsten zusammen hängen, fühle ich natürlich den Impuls, zu schreiben. Doch gerade die Anforderung, Intimität und Privatheit niemals zu verraten, unterstützt mich dabei, das Konkrete auf eine allgemeinere Ebene zu heben. Es bringt mich weg vom Kreisen im eigenen psychischen Sumpf und damit ist der Hauptzweck schon erreicht.

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Claudia am 15. Januar 2001 — Kommentare deaktiviert für Von Arbeit verschluckt

Von Arbeit verschluckt

Das Esoterik-Thema vom letzten Mal lass ich noch ein bißchen abkühlen bis zur Wiederaufnahme. Es ist schon erstaunlich, wie sehr das die Gemüter erregt, positiv wie negativ! Die zustimmenden Leser schreiben ins Forum (herzlichen Dank!), die Ablehner mailen privat, bis hin zu Hassmails anonymer Idioten! Egal, klick und weg… Weiter → (Von Arbeit verschluckt)

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Claudia am 11. Januar 2001 — Kommentare deaktiviert für Esoterik?

Esoterik?

Ein Oliver schrieb mir ins Forum, wenn ich Lust auf Wünsche hätte, solle ich doch die Seite www.baerbelmohr.de/ aufsuchen. Und gleich haben zwei andere Leser mal eben den virtuellen Hammer gezückt und auf die „esoterischen Nebelwerfer“ kurz abgelästert. So weit, so üblich. In diesem Diary ist das hoch umstrittene Thema bisher aus gutem Grund nicht vorgekommen, doch heute hab‘ ich Lust, es nicht wie sonst zu ignorieren. Weiter → (Esoterik?)

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Claudia am 08. Januar 2001 — Kommentare deaktiviert für Wieder wünschen lernen

Wieder wünschen lernen

In den letzten Jahren hab‘ ich es geradezu kultiviert, von Wünschen jeder Art Abstand zu nehmen. Das ist Mitte vierzig auch nicht besonders schwer, wenn man wie ich lange Zeit ein Leben „ohne Bremse“ geführt hat. Kein berufliches Engagement länger als zwei Jahre, dereinst wilde Aktivitäten in der Protest- und Alternativ-Szene Berlins, ein abwechslungsreiches Beziehungsleben, immer wieder mit voller Verschmelzung, den üblichen Rosa-Brille-Illusionen, dann Enttäuschung, Elend, Entfremdung. Dabei in diesem Leben kaum eine Droge ausgelassen, viele Male umgezogen, Reisen im Aussen und Innen, jede Menge Experimente mit der eigenen Psyche, und zeitweise auch „ruhmvolle Funktionen“, in denen man JEMAND ist und lernen kann, was der Preis dafür ist.

Aus alledem dann irgendwann in ruhigeres Fahrwasser gekommen: Es gab kein Motiv mehr, irgend etwas von dem zu wiederholen, was ich bereits gehabt hatte. Auf materiellen Besitz, den man unendlich aufeinander stapeln kann, war ich noch nie aus gewesen: Immer schon gemerkt, dass „das Ding“, wenn es endlich mir gehörte, einfach gar nichts mehr auslöste. Ab ins Regal damit (Schublade, Keller…), bis zum nächsten Ausmisten. Reines „Geld raffen“ war mir andrerseits zu abstrakt: Warum sich anstrengen, nur damit Zahlen auf Kontoauszügen sich verändern? Wünsche für die Zukunft? Hatte ich nicht, wenn überhaupt, wollte ich etwas SOFORT, nicht irgendwann später. Und mein Problem war nicht, etwas NICHT zu bekommen, sondern: es zu bekommen und dann zu erleben, was es mit mir macht.

Gerade in der wunschlosen Zeit, seit ich nicht mehr so vom Ehrgeiz geleitet bin, bekam ich erstmal besonders viel vom Leben geschenkt: Endlich dauerhaftere Inspirationen zum Arbeiten (PC, Internet), längerfristige und stabilere Freundschafts- und Arbeitskontakte, bessere Wohnungen, schlussendlich die Gelegenheit, hier in dieses wunderschöne Gutshaus auf dem Land zu ziehen: „gehobener Standard“ – und das mir!

Und jetzt? Ich habe das Gefühl, ich muss die Wünsche wieder zu mir einladen, damit sich etwas bewegt. Es kann doch definitiv nicht sein, dass ich die nächsten 30 Jahre hier von morgens bis abends vor dem Compi sitze, Webseiten bauend, Texte schreibend; zwischendurch mal ein Spaziergang ums Dorf oder eine kurze Fahrt in den nahe gelegenen Supermarkt, alle Woche die Sauna, damit ich mal ein paar mehr Menschen sehe…

Dass dieses Leben keineswegs das ist, was ganz organisch und sinnvoll am Ende einer bewegten Entwicklung steht, merke ich schon an meinem (zum Glück erst mäßigen) Übergewicht und an der fortdauernden Auseinandersetzung mit den üblichen Giften. Da kann ich mir lange sagen, dass es – spirituell gesehen – Unsinn ist, nach Kicks zu streben: Mich lebensweltlich in die große Ruhe zu manövrieren und die Unruhe nur noch per Internet zu besichtigen ist offensichtlich keine „Endlösung“, nicht jetzt, nicht schon Mitte vierzig, vielleicht ja NIE ?

Veränderungen bringen immer auch Ärger und Leiden. Und es wäre doof, wenn es wieder diesselben Leiden wären wie gehabt. Mich aber deshalb freiwillig wie eine Rentnerin aufzuführen, packe ich nicht, ich sehe es langsam ein.

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Claudia am 05. Januar 2001 — Kommentare deaktiviert für Der heilige Gral der Arbeit

Der heilige Gral der Arbeit

Derzeit überkommt mich oft das Verlangen, einfach abzuschalten, den Kopf in irgend einen Sand oder unter die Decke zu stecken. Dabei droht ja nichts, definitiv steht keine erkennbare Gefahr vor mir, jedenfalls nichts, was über das Übliche hinausginge. Was aber ist „das Übliche“?

Es fällt mir schwer, das einzukreisen, weil es eben so normal ist. DA IST EIGENTLICH NICHTS, nur in bestimmten Stimmungen kommt es mir so vor, als gäbe es Grund zum Weglaufen – und dann geht wieder die Sonne auf, die Laune bessert sich, ich fühle mich stark und initiativ und ein Blick auf „die Lage“ ergibt: alles im grünen Bereich! Die Chancen stehen sogar super, ich brauche bloss loszulegen…

Luxusprobleme

Während ich das so hinschreibe, fällt mir eine weitere Spaltung auf, die das sporadische Fluchtverlangen noch verstärkt: Immer, wenn meine Welt mir problematisch erscheint, muss ich mich entscheiden, ob ich etwas an ihr zu verändern suche, oder ob ich mich besser selbst verändere. Ersteres könnte z.B. bedeuten, eine Liste zu machen und anstehende Arbeiten abzuhaken, letzteres kann heissen, in die Sauna gehen, eine Stunde Yoga oder einen Spaziergang machen – oder auch Diary schreiben, um klarer zu werden. Immer wieder erwische ich Momente des Zweifels, ob nun das eine oder das andere angesagt ist – kurzum: ich habe Luxusprobleme!

Bevor ich mich diesen zuwende, nochmal ein Blick auf das, was gelegentlich nervt:

  • Vielfalt,
  • Komplexität,
  • Unsicherheit,
  • schnelle Veränderungen.

Manchmal habe ich Angst, dass mir alles entgleiten könnte, wenn es auf einmal nicht mehr gelingen sollte, auch nur sporadisch den Überblick über alles zu gewinnen, was „im Auge behalten“ werden will oder muß. Dann fürchte ich, einfach zu ertrinken in den unüberschaubar vielen Themen und Ebenen, mit denen ich täglich in Kontakt komme, schlicht zu versacken in der Beschäftigung mit Randproblemen oder unwichtigem, aber Zeit fressenenden technischem Kleckerkram. Und dass mich das alles so frustriert, dass ich völlig die Lust verliere und einfach keine Energie mehr aufbringe, überhaupt noch einen Mausklick zu tun.

Meine vorindustriellen Arbeitsmethoden sind nicht das Problem, aber auch nicht sehr hilfreich, wenn es darum geht, sich mittels formaler Ordnung zu beruhigen: Rational strukturierte und konsequent geführte Notizbücher, Adresskarteien, Terminkalender, Themen-Ordner und dergleichen waren nie mein Ding. Ausschließlich gestützt vom jederzeit befragbaren Internet und den unzähligen Daten in zigtausenden Mails in den Ordnern meines Mailprogramms lebe ich (fast) im papierlosen Büro. Alle Versuche, ein ordentliches papiergestütztes „Selbstmanagement“ einzuführen, liegen lange hinter mir. Ich habe es aufgegeben, anders sein zu wollen als ich nun mal bin: Was ich nicht im Kopf habe, fällt aus meiner Welt heraus. Früher hab‘ ich das allein als Defizit und Unfähigkeit gesehen, doch während eines sehr komplexen Projektleiterjobs, in dem ich ständig Fragen beantworten, Besprechungen abhalten, Konzepte verfassen, Behörden kontaktieren und Leute motivieren mußte, sagte mal eine Kollegin zu mir: „Ich fasse es einfach nicht, wie du das alles schaffst. Auf deinem Schreibtisch herrscht der totale Verhau, aber in deinem Geist ist Klarheit und Ordnung.“

Ich bin ihr heute noch dankbar für diese freundliche Bemerkung, denn für mich war das die Wende: Das Defizit wurde in meiner Selbsteinschätzung zum Plus, zum Pfund, mit dem ich künftig wuchern konnte (frei nach dem Motto: Das Brett vor’m Kopf zur Kasse machen :-).

Allerdings: Seither hat sich die Komplexität der Arbeits- und Aktionsfelder vervielfacht, die Kapazitäten in meinem Hirn und Gemüt aber nicht. Immer wieder besteht die Arbeit darin, Vielfalt zu reduzieren, Nutzloses zu streichen, sogar Nützliches und Vielversprechendes loszulassen, weil es ZU VIEL ist. (Auch dieses Diary ist aus einem „zu viel“ entstanden, nämlich aus zu vielen interessanten Privatmails, deren Ansprüche ich irgendwann nicht mehr erfüllen konnte: Mehr als ein paar wenige intensive Gespräche kann ich nicht führen, ob nun von Angesicht zu Angesicht oder per E-Mail, ist ziemlich egal. Also spreche ich SO mit Euch…)

Selbständiges (und zunehmend auch unselbständiges) Arbeiten bedeutet heute kundiges Jonglieren mit Optionen, ständiges Abgleichen von Möglichkeiten und dauerndes Neu-Profilieren und Umkonfigurieren der „Marke“, zu der man als Dienstleisterin werden muß, um erfolgreich zu sein, bzw. um in der Menge überhaupt wahrgenommen zu werden. Die positive Möglichkeit liegt darin, das ganze als ein Spielfeld zu sehen, auf dem es durch ständigen Wandel und immer neue Versuche, Projekte, Experimente und Herangehensweisen gelingen kann, zu dem zu werden, was man immer schon ist, aber eben nicht „immer schon“ sehen, geschweige denn leben konnte. Der heilige Gral der Arbeit heisst: Für DAS nachgefragt und bezahlt werden, was ich „von selber“ bin, nicht für das, was ich angestrengt vorspiele, weil es nun mal verlangt wird.

Viele Menschen haben gar nicht die Hoffnung, letzteres sei möglich, und konzentrieren sich nur darauf, „irgendwas“ anzubieten, was der Markt verlangt. Es war nicht meine Wahl oder gar Leistung, dass ich nie so werden konnte. Ich MUSSTE in allem, was ich tue, nach dem suchen, was mich innerlich befriedigt und glücklich macht, und weitestgehend alles verweigern, was dem entgegen steht. Mich aufzuteilen zwischen dem Reich der Notwendigkeit und dem Reich der Freiheit ist mir nie gelungen, ja, ich glaube nicht mehr an die Wahrheit dieser Unterteilung. Ohne Druck von außen bricht man nicht auf zu neuen Ufern, unternimmt keine Anstrengungen, das herauszufinden, zu perfektionieren und zu nützlichen Dienstleistungen auszuarbeiten, was einem persönlich liegt und entspricht. Kurz gesagt: Stoffwechsel muß sein.

Mal sehen, wie ich heute die Kurve nehme.

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