Thema: Weltgeschehen

Claudia am 28. Februar 2002 — Kommentare deaktiviert für Menschen technisch verbessern?

Menschen technisch verbessern?

Die Gen-Debatte ärgert mich. Nicht weil da „Grenzen überschritten“ werden, die uns Gott, die Natur oder sonstwer auferlegt hätte, sondern wegen der verwirrten und verwirrenden Diskussionsweise. Man redet ohne Geschichte, bzw. benutzt die Geschichte allenfalls als Selbstbedienungsladen zur Untermauerung eigenen Wollens & Meinens. Ein gutes Beispiel ist die gerade wieder laufende Auseinandersetzung um die PID (=Selektieren der Embrionen vor dem Einpflanzen in die Gebärmutter). England hat es jetzt in einem Fall erlaubt und alle schreien AUWEIA! Weiter → (Menschen technisch verbessern?)

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Claudia am 15. Februar 2002 — Kommentare deaktiviert für Geborgen im Detail – von den Freuden des Idioten zum einen Geschmack

Geborgen im Detail – von den Freuden des Idioten zum einen Geschmack

In den letzten Tagen, die ich wegen der technischen Erneuerung des Diarys mehr oder weniger im Code versackt zubrachte, ist mir aufgefallen, was für ein „stilles Glück“ diese Reduzierung des Bewusstseins auf einen kleinen Teilaspekt der Welt doch mit sich bringt. Weniger ist tatsächlich mehr, Beschränkung tut gut, ist das nicht seltsam?

Man bewegt sich in einem Raum aus Vorschriften und Methoden, der – zwar weitläufig und in Teilen unbekannt – erst erforscht und erlernt werden muss, aber doch insgesamt ein Gefühl der Sicherheit und Übersichtlichkeit vermittelt: Das Ziel ist klar, alles, was mir auf dem Weg begegnet, ist von Menschen geschaffen, die sich etwas dabei gedacht haben. Nicht das große Unbekannte, „ganz Andere“, nicht Natur, Gott oder gar Mitmensch lauern in den Weiten der Details, sondern die Gesetze der Logik, umgesetzt in lernbare Algorithmen, ergeben ein Gefühl der Sicherheit und Berechenbarkeit, das im „realen Leben“ immer mehr im Schwinden begriffen ist.

Auch wenn ich mich gewöhnlich als durchaus weltkompatibel einschätze, fähig, auf den Wellen der Existenz „surfend“ zumindest den Kopf oben zu behalten und das Herz nicht zu vergessen, stelle ich doch fest, wie GUT das tut. Alles ausblenden, was nicht zur „einen Aufgabe“ gehört, sich ganz auf das „Wie“ konzentrieren und keine Was-, Warum- oder Wer-Fragen zuzulassen: Wow, das ist Urlaub von den vielen Fronten des Daseins! Und so wird es möglich, sich an die Zeichenketten eines Codes wohlig anzuschmiegen wie an den warmen Sand eines Sonnenstrands im Süden.

…und noch mehr:

Diese vermeintliche Geborgenheit in einer, verglichen mit dem Weltganzen lächerlich unwichtigen Detailwelt, ist noch nicht einmal der ganze Spaß. Man wird auch von der Langeweile befreit, diesem wabernden Nichts, das sich in jeder Lücke zwischen den einzelnen Akten des Handelns, Denkens, Genießens und Leidens ausbreitet – immer dann eben, wenn die Frage „Was jetzt?“ nicht zwingend und unausweichlich zur einzigen lebensrettenden Antwort führt. Und wann ist das heute schon noch?

Das Wesen der Langeweile ist das Leiden, vom Dasein als Ganzem nicht angesprochen zu sein. Dieser Gedanke Heideggers ist die beste, mir bekannte Beschreibung des Phänomens. Langeweile durchdringt und erfüllt die Leerräume des Daseins, leer in dem Sinne, dass sie uns nichts sagen, uns nicht fordern, nicht einmal mehr beängstigen. Was soll ich hier? Was liegt an? Warum dieses tun und nicht jenes? Wenn ich im Augenblick nichts Konkretes tun muss, sondern auch anders kann, hat Langeweile ihre Chance.

Ich weigere mich, die beliebte Rede vom „Auf-sich-selbst-zurückgeworfen sein“ zu übernehmen, weil ich nicht behaupten will, zu wissen, was ein „Selbst“ ist. Auf jeden Fall ist da etwas, das die Welt beständig auf Chancen und Gefahren hin durchcheckt – der Scannerblick eines Wesens, das Überleben und Genießen will, und deshalb sämtliche Eindrücke und Informationen durch seine „Nützt-mir/schadet-mir-Filter jagt, alles andere gar nicht erst wahrnehmend.. Sobald sich dabei ein Leerlauf ergibt, weil zum Beispiel Sattheit und Sicherheit zumindest für den Augenblick und die überschaubare Zukunft erreicht sind, verliert dieses Wesen seinen Sinn. Man könnte auch dramatisieren und sagen, es drohe ihm der Tod – eine pathetische Formulierung, die ich aus der Erfahrung der Langeweile nicht wirklich herausfühlen kann. (Nicht umsonst gibt es ja verschiedene Worte für Langeweile und Angst.)

Langeweile nervt! Bis zum Schrecken, der vielleicht doch hinter ihr noch lauert, lasse ich es ja gar nicht erst kommen. Ausweichen scheint so leicht, wenn es auch mit zunehmendem Alter schwieriger wird, auf „Neues“ abzufahren. Das „Neue“ erweist sich nämlich immer öfter als das Altbekannte in neuem Outfit, und um der Langeweile weiterhin zu entgehen, müsste man die Geschwindigkeit des Reality-Zappings ständig erhöhen, damit dieser Erkenntnis und der ihr folgenden Ernüchterung keine Zeit bleibt, sich zu ereignen – wir sind ja dann schon „fort“ geschritten…

Leider ist Beschleunigung nun nicht gerade das, wonach man sich in der zweiten Lebenshälfte sehnt. Also findet sich der alternde Mensch – hängend zwischen Scylla und Charybdis -psychophysisch zu anderen Verhaltensweisen genötigt. Die Hoffnung, dass, wo „neu“ drauf steht, auch neu drin ist, nimmt immer mehr ab, und man wird bereit, immer länger in der Langeweile zu verharren. Beobachten, was ist, bzw. was fehlt; ausprobieren, wie man es trotzdem ganz gut aushält; über all das nachdenken – was will man sonst auch machen?

Dabei gewinnt die Frage, was es denn bedeuten mag, „vom Dasein als Ganzem angesprochen“ zu sein, immer größere Kraft. Gerade die Schmalspurigkeit der allzeit und überall aufgedrängten Zerstreuungen und Erregungen ist es ja, die die Leere immer besser durchscheinen lässt. Was also wäre ihr Gegenteil? Kann man es finden, besitzen, anwenden, und ist man dann auch wirklich gerettet?

Donnerworte des Daseins

Wenn ich innerlich aufliste, was mir zum numinosen „Angesprochen-Sein vom Ganzen“ so alles einfällt, sind es durchgängig intensive Breitband-Erfahrungen von einiger Wucht, die alle Ebenen des Daseins in Beschlag nehmen. Denken, Fühlen, Empfinden, Wahrnehmen – alles muss sich an der Antwort beteiligen, kein Teilaspekt kann sich irgendwie heraushalten und „business as usual“ praktizieren. Kein „Alltag“ mehr, keine Masken und Rollenspiele, kein modulhaftes Leben als „verteiltes System“. Ausnahmezustand.

Ausnahmezustand? Krieg, Todesgefahr, Stahlgewitter, Erdbeben, Ernstfall, 11.September, die Assoziationskette des großen Schreckens drängt sich bei diesem Begriff geradezu auf. Im „realen Leben“ dagegen steht eher das Wunderbare und Freudige, oft auch Abenteuerliche im Focus der Betrachtung, wenn man sich danach sehnt, vom Ganzen erfasst zu werden: Frühlingserwachen, heftige Verliebtheit („falling“ in Love), physische Extremerfahrungen, Euphorie, Orgasmus, Ekstase und Erschöpfung, mystische Verzückungen, eine neue, hochwichtige Lebensaufgabe – es kann gern auch mal eine politisch-soziale Bewegung, Revolte oder Revolution sein. (Der nationalsozialistischen Revolution hat Heidegger es immerhin eine Zeit lang ernsthaft zugetraut, das „sprechende Ganze“ in der Welt zur Wirkung zu bringen).

All diese Ausnahmezustände stehen mir nicht zur beliebigen Verfügung, sonst wären es ja keine. Von der Machbarkeit her gesehen, ist es also sinnlos, weiter über ihr Fehlen nachzudenken. Darüber hinaus fallen sie in ihrer Mehrheit noch nicht einmal ins Reich der Wünschbarkeiten, das tröstet über die mangelnde Machbarkeit doch einigermaßen hinweg. Wenn ich mir dazu noch die kleinen Paradiese genauer ansehe, in die ich mangels Alternative gelegentlich doch gelange – zum Beispiel ein paar Tage im Web-Coding versacken – dann frag ich mich, was eigentlich der wesentliche Unterschied ist zwischen den „Donnerworten des Daseins“ und dem lockeren Geplauder meines Alltags at its best. Ist da wirklich ein qualitativer Unterschied und nicht nur ein quantitativer?

Immer handelt es sich doch um eine REDUZIERUNG von Bewusstsein. Im Augenblick einer Todesgefahr werde ich zwar all meine Wesensbestandteile aufbieten, um auf die Gefahr zu reagieren (und sie dann vielleicht zum ersten Mal in dieser Gänze wahrnehmen) – aber doch unter dem einzigen Zweck, das persönliche Überleben zu gewährleisten. Also in der schärfstmöglichen Verdunkelung, in der man sich angesichts der Fülle des Seins befinden kann: Schotten dicht, Alarmstufe Rot, Überlebensalgorithmen „on“.

Die anderen genannten Erfahrungen funktionieren ähnlich: Wenn es wirklich zum „Vom Ganzen erfasst -Gefühl“ kommt, dann nur deshalb, weil ein Teilbereich des Daseins kurzzeitig den gesamten Platz im Bewusstsein einzunehmen in der Lage ist. So kulminiert zum Beispiel sexuelle Erregung im Orgasmus, indem vornehmlich physisch wahrnehmbare Empfindungen sich ausweiten und andere Prozesse still stellen. Aber auch wenn „nur“ der erste Tropfen eines süßen Likörs auf die Zunge trifft und unverhofft den „einen Geschmack“ entfaltet, geschieht dieselbe Verengung. Es ist nur weit schwieriger, sich auf den kleineren Reiz einzulassen und die Reduzierung als Tor zur Fülle zu nutzen.

Für jetzt will ich diesen ins Nirgendwo führenden Überlegungen nicht weiter folgen. Ausweichen ist angesagt, ich sitze hier schon viel zu lange still! Für jetzt muss es mir reichen, festzustellen: Ausnahmezustände führen in die Illusion, sie unterscheiden sich nur in der Intensität von „normalen“ Erfahrungen und gehen wie diese vorüber. Was bleibt, ist die Langeweile – doch sie wird zunehmend interessanter.

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Claudia am 09. Februar 2002 — 1 Kommentar

Im Code versackt

14.2.: Bin gerade dabei, das Update einzuspielen und zu testen – dieser Beitrag ist also faktisch überholt… :-)

***

Dies ist hoffentlich einer der letzten Einträge ins Diary der „alten Technik“ – seit Tagen sitz‘ ich dran, meine Lieblings-Website vollständig umzubauen, starre von früh morgens bis in die Nacht auf den Bildschirm, mache viel zu wenig Pausen und auch während dieser Pausen häng‘ ich am Code: durchwandere geistig weiter die Räume von HTML, XHTML und CSS, fühl‘ mich zwischen spitzen und geschweiften Klammern so seltsam wohl – es ist wie eine Sucht, eine Besessenheit – und ganz wunderbar! Weiter → (Im Code versackt)

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Claudia am 23. Januar 2002 — Kommentare deaktiviert für Die Niedermacher

Die Niedermacher

Eigentlich hätte das „Philosophische Quartett“ gar nicht mehr gesendet werden müssen. Man konnte nämlich darauf wetten (und gewinnen!), dass allein schon das Ereignis „Sloterdijk im TV – in einer Autofabrik!“ eine Verriss-Welle nach sich ziehen werde, deren jeweilige Textgestalt kaum noch der Auffüllung mit Fakten und Anmutungen aus der Sendung am späten Sonntagabend bedurft hätte. Weiter → (Die Niedermacher)

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Claudia am 26. Dezember 2001 — Kommentare deaktiviert für Weihnachten, ein Opferfest

Weihnachten, ein Opferfest

Es ist still in Berlin Friedrichshain, nun schon den dritten Tag. Das „In-Viertel“ rund um die Simon-Dach-Straße ist wie ausgestorben, die meisten Kneipen bleiben zu und die Fassaden der Gründerzeit-Altbauten zeigen sich nächtens in gespenstischem Dunkel: alles leer, alles ausgeflogen. Die ungewöhnlich jugendliche Bewohnerstruktur – fast jeder ist hier unter 30 – führt an traditionellen Feiertagen zum Komplett-Ausfall der ansonsten so beliebten und gelobten kulturellen Eigenständigkeit. Man fährt halt heim zu den Eltern oder gleich ganz weit weg, in den Süden. Immerhin findet sich so endlich locker ein Parkplatz!

Da ich in keinerlei festive Aktivitäten eingesponnen bin, sind diese Tage einfach eine ruhige Insel im Getriebe. Das Gefühl, etwas (mehr!) tun zu müssen fürs „Fortkommen“, tritt in den Hintergrund. Wenn alle abschalten, darf ich ja wohl auch… Beiläufig beobachte ich die Medien im Christmas-Taumel, besonders das Fernsehen, und mit einem Mal wird mir klar, dass Weihnachten ein Opferfest ist.

Was wird geopfert? Zu welchem Zweck? Der Sinn des Opferns ist immer gleich: Man will einen übermächtigen Gott bestechen bzw. gnädig stimmen, damit die Dinge einmal nicht ihren „natürlichen“, also gottgewollten Lauf nehmen, sondern sich nach den Wünschen der Opferer entwickeln. Wird das Opfer akzeptiert, hat mensch kurzzeitig Ruhe vor der göttlichen Eigendynamik, der satte Gott hält sich ganz raus oder verhält sich dem Menschenwunsch gemäß – für kurze Zeit, ein Opfer reicht ja nie für immer.

Bis zum Abend des letzten verkaufsoffenen Tages vor Weihnachten berichten die Medien intensiv von der Konsumfront: Wieviel und was gekauft wird, ob mehr oder weniger als im letzten Jahr, was die Händler dazu sagen und ob das Volumen des Weihnachtsgeschäfts insgesamt ausreicht, der Wirtschaft zum Jahresende zu deutlichen Gewinnen zu verhelfen oder aufgelaufene Verluste zumindest spürbar zu mildern. Man beobachtet also die Opferzeremonien und versucht, zu beurteilen, ob das Opfer ausreicht und ob es angenommen wird.

Offensichtlich ist das dieses Jahr wieder der Fall, denn am Nachmittag des 24.Dezembers schließen nicht nur die Läden und Büros der Welt des Kaufens & Verkaufens, auch innerpsychisch verläßt man die erweiterte Kampfzone und legt erleichtert die Rüstung ab, checkt aus, um mal wieder „richtig Mensch“ zu sein – so zumindest ist es gemeint, gedacht, gewollt. Für ein paar Tage sind wir dann frei (gelassene..), haben uns frei gekauft und können nun Seiten zeigen und Aspekte leben, die im immer mehr Lebensbereiche umfassenden täglichen Kampf ums Fortkommen hinderlich bis peinlich sind: Weichheit, spontane Freundlichkeit, Mitgefühl, Sehnsucht nach Liebe jenseits von Leistung und Nützlichkeit, und die aus alledem folgende Großzügigkeit mit der Bereitschaft zum Helfen, Schenken und Teilen.

Die Medien begleiten bereitwillig die kurzfristige Richtungsänderung, Familienfilme handeln von harten Geschäftsleuten, die zu liebevollen Vätern mutieren, Lokalsender zeigen tatsächlich Menschen beim schenken, helfen und teilen – von der Feuerwehrgruppe, die ein Kinderheim beschert bis zum Viersternehotel, das in der heiligen Nacht fünfzig Obdachlose verköstigt und beherbergt. Geld ist nicht alles, das darf jetzt mal gesagt, geschrieben, gesendet und gesehen werden. Sind ja nur ein paar Tage, dann ist wieder das große kollektive „Speicher löschen“ per Silvesterfete angesagt, mit anschließender kraftvoller Neuprogrammierung auf neue Wünsche, Ziele und Vorhaben im neuen Jahr. Die kurze Auszeit muß rituell gebrochen werden, sonst könnten ja Spuren in den Psychen zurückbleiben, die Freude am Helfen, Schenken und Teilen könnte um sich greifen – mit unabsehbaren Folgen! (Man sieht ja, was diese „Tradition“ z.B. im Internet angerichtet hat, wo sie die ersten Jahre des neuen Mediums kulturell dominierte: kein Geschäft nirgends, E-Commerce ein Milliardengrab!)

Bald ist sie vorbei, die „freie“ Zeit, das Opfer ist aufgezehrt und hungrig erwacht der Gott unserer Tage zu neuem gefräßigen Leben. Wir werden das Visir herunterklappen, die Samthandschuhe ausziehen, das Herz wieder als bloße Pumpe ansehen und tun, was wir tun müssen. (Wem der Übergang zu hart ist, der wird vielleicht im Januar krank -> Zeit des höchsten Krankenstandes in diesem Land).

Ist das der Endzustand? Wird es immer so sein, solange diese Welt steht, dass wir unsere liebevolle, weiche und freundliche Seite verbergen, besser noch verdrängen und vergessen müssen, um „fort“ zu kommen? Ja wohin denn eigentlich ? Man kann sich lange an der eigenen Kreativität berauschen, am Wachsen des Bankkontos, am Aufsteigen auf neue Siegertreppchen – irgendwann mal meldet sich gerade auch bei den Erfolgreichen die Frage nach dem „Wozu?“. Macht mich das jetzt wirklich glücklich? Bringt es mir echte Freude? Gewinne ich Freunde und Freiräume, oder verheize ich nur meine Lebenszeit für Dinge, die ich nicht fühlen und nicht spüren, sondern nur wissen, bzw. mir „ausrechnen“ kann?

Wenn ich mir angucke, wie so mancher Werbespot zur KUNST gerät, so daß schon kaum mehr erkennbar ist, für welches Produkt hier um Sympathie geworben wird, sehe ich die Verzweiflung erfolgreicher Kreativer: Es ist schon hart, sein ganzes Herzblut ohne Pause für so hehre Ziele wie die bessere Vermarktung von Gummibärchen oder Schokoriegeln einsetzen zu müssen – und sowas geht heute nicht mehr „mit links“, schon gar nicht in einer gewerkschaftlich abgesicherten 35-Stunden-Woche.

Der Gott unserer Tage will uns GANZ, nicht nur werktags zwischen 9 und 17 Uhr. Er ist unbescheiden, allgewaltig und groß wie es sich für einen Gott immer schon gehört. Und er nutzt moderne Kommunikationsmittel, lichtschnell und frei von allem menschlichem (Wohl-)Wollen kreist das Kapital, sein farbenfernes Blut durch die vielfach vernetzten Adern unserer Welt – in endloser Suche nach Vermehrungsmöglichkeiten. Dieser Gott will vor allem eines: wachsen. Ist er – mal so als Wachstums-Junkie betrachtet – denn wirklich allmächtig und in dieser Allmacht ewig?

Wer von Sucht etwas weiß, weiß auch, daß Zusammenbruch, Tiefpunkt und Entzug schon im kleinen menschlichen Rahmen katastrophal sein können – an einen göttlichen Breakdown mag man da lieber gar nicht erst denken! Zudem ist eine solche Entwicklung planerisch sowieso nicht zu beeinflussen und auch alle Versuche, freundliche selbstgebastelte Gegen-Götter zu etablieren, sind gescheitert – auch der Gott DIESER Welt ist ja nicht etwa irgendwo „außen“, sondern lebt in uns selbst.

Und trotzdem: Tote Götter pflastern unsern Weg, daran könnten wir uns gelegentlich erinnern! Schließlich ist noch nicht aller Tage Abend…

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Claudia am 03. November 2001 — Kommentare deaktiviert für Vom Krieg reden

Vom Krieg reden

Seit dem Anschlag auf das WTC hat es im Digidiary nur zwei Beiträge zum Thema gegeben: „Vom Glück mitten im Grauen„, etwa eine Woche danach, und „Der Feind: die eigene Frage“ am 12.Tag der Bombardierung Afghanistans. Das ist wenig, sehr wenig. Warum nur diese extreme Sparsamkeit angesichts von Ereignissen, die die Welt bewegen wie nichts sonst seit dem Fall der Mauer?

Auch in Mailinglisten diskutiere ich nicht, lese nicht einmal mehr mit, wenn diejenigen, die das Wort ergreifen, mit tödlicher Sicherheit aneinander geraten – egal, wie sehr sich der Einzelne bemühen mag, gerade das zu vermeiden. Zum Nachdenken über den Krieg bevorzuge ich wieder traditionelle Medien: die ZEIT, den SPIEGEL, die Berliner Zeitung, selten die TAZ, dazu ARTE und 3SAT – die panisch-hysterischen Brennpunkte in ARD und ZDF hab‘ ich mittlerweile abgewählt.

Ein Grund, mich weitgehend mit eigenen Meinungen zurückzuhalten, ist das, was ich den „inneren Mainstream“ nenne. Wenn ich ehrlich in mich hineinsehe, finde ich dort allermeist genau die Gefühle und Gedanken, die die Demoskopie gerade als „Mehrheitsmeinung“ oder als „wachsenden Trend“ ermittelt. Am Anfang das fassungslose Erschrecken, auf das schnell ein Bedürfnis nach dem wie auch immer zu leistenden „Strike back“ folgte – und dann die wachsende Unzufriedenheit mit dem Krieg, je länger er dauert und je mehr Bilder von zivilen Opfern präsentiert werden, verbunden mit einer immer kritischeren Haltung gegenüber den USA.

Dieses innere Mitschwingen mit dem, was MAN denkt, kann ich nicht mehr ganz ernst nehmen. Nicht, dass ich es im Einzelnen kritisieren könnte, das wäre Schizophrenie, aber in seiner automatenhaften Zwangsläufigkeit ist es mir ausreichend suspekt, um es zumindest nicht als „handlungsleitend“ anzusehen. Es wäre geradezu hirnrissig, für irgendeine aktuelle Position in den Ring zu treten, wenn ich doch weiß, dass diese in einer Woche schon wieder ganz anders aussehen kann, je nach Informationslage und medialem Input. Mehr noch: Es scheint mir ganz unmöglich, angesichts der Komplexität, die das ganze Thema mittlerweile angenommen hat, überhaupt irgend eine Position zu vertreten, von der ich noch glauben könnte, dass sie wahr und richtig, oder auch nur „erfolgversprechend“ sei.

Dass ich bei dieser Erkenntnis stehen bleiben kann, sehe ich als Privileg. Ich darf den Mund halten und außer ein wenig Verwunderung beim einen oder anderen Leser droht mir deshalb nichts. Die Meinungsfreiheit in einem demokratischen Staat umfasst das Recht, zu schweigen, genau wie die Möglichkeit, jeden Schrott zu verzapfen, der einem gerade in den Sinn kommt – bis hin zu Verschwörungstheorien, die davon ausgehen, der CIA hätte das WTC selber in die Luft gejagt, um endlich gegen die Taliban in den Krieg ziehen zu können (=politische Bildung per „Akte X“).

Wir dürfen denken und schreiben, was wir wollen. Das ist gut so und davon wird ja auch weidlich Gebrauch gemacht. Mittlerweile ist der Schrecken und die erste Solidarisierung von der Volksseele gewichen und die meisten Denker & Schreiber kehren zu ihren immer schon geliebten Denkfiguren und Weltsichten zurück, ordnen die Ereignisse säuberlich entsprechend ein und widmen sich dem Geschäft der Meinungsbildung: dem Volk sagen, was gut und richtig ist, und denen da oben beibringen, was sie alles falsch machen. Das intellektuelle „Business as usual“ geht seinen Gang, was wäre auch anderes zu erwarten?

Was mich dabei immer wieder wütend macht, ist die Ignoranz bezüglich der eigenen Position und Privilegierung, die vom anerkannten „Experten“ bis hin zum schlichten Mailinglisten-Autor zu beobachten ist. Die Analysen, Meinungen und Forderungen mögen überdacht und gut gemeint sein, aber wer tut das denn im klaren Bewusstsein, dass dieses „Meinungen vertreten“ etwas ganz anderes ist als das „Handeln müssen“ der politischen Akteure?

Zum einen vermisse ich die Zurückhaltung im Urteilen und Verurteilen, die aus einem solchen Gewahrsein automatisch folgen würde, zum anderen sehe ich ein Bemühen, sich selber immer hübsch auf der sicheren, sauberen Seite zu halten und moralisch möglichst unangreifbare Positionen einzunehmen – wohl wissend, dass Moral alleine im politischen Geschäft nicht ausreicht. Für mich ist damit dann auch das Ende der intellektuellen Redlichkeit erreicht.

Es wird Zeit für ein Beispiel. Eine derzeit wieder gern genommene Simplifizierung allzu komplexer Sachverhalte ist die „Öl-Brille“: Es gehe den USA doch „nur ums Öl“ – der Krieg werde „in Wahrheit“ wegen einer durch Afghanistan zu verlegenden Pipeline geführt, bzw. um eine weitere USA-hörige Öl-Provinz zu errichten. Ich halte diese platte Sicht der Dinge für falsch, angesichts der beispiellosen Geschlagenheit der amerikanischen Bevölkerung, die eine kriegerische Antwort faktisch unausweichlich machte, auch für dumm. Aber das ist nur meine Meinung, darauf will ich jetzt nicht hinaus – sondern darauf, auf welchem Hintergrund dieser Vorwurf von denjenigen, die ihn im Gestus moralischer Empörung erheben, eigentlich formuliert wird.

Als hätten wir alle mit dem Öl nichts zu tun! Da sitzt der Autor in seinem ölzentralbeheizten Altbau in seinen kunststoffbeschichteten Designermöbeln und schreibt seinen Text, erhebt sich dann, fährt mit dem Mittelklassewagen zum Flughafen, steigt dort in den kerosinfressenden Flieger zur nächsten Tagung des Verbandes XY, wo er seine Thesen vorträgt: Der böse Westen, allen voran die USA, halten ihre Hände aufs Öl, unterstützen undemokratische Regime, solange sie nur den Nachschub sichern und leisten dadurch dem Terrorismus Vorschub, weil die aufstrebende Intelligentia in diesen Ländern keine legale Perspektive in der Opposition entwickeln kann.

Tja, daran ist mit Sicherheit viel Wahres! Danach geht’s dann zum Italiener, im kleinen Kreis wird weiter diskutiert, bei Parmaschinken, Chianti und Aqua Pellegrini, die es vor dem letzten Tunnel-Unfall auf ihren transalpinen Brummis gerade noch hergeschafft haben. Salute!

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Claudia am 18. Oktober 2001 — 1 Kommentar

Der Feind: die eigene Frage

Mit jedem Tag, den die Bombardierung in Afghanistan andauert, schwindet mein inneres „Ja“ zu diesen Kriegshandlungen. Dabei war ich zuerst ziemlich einverstanden: der WTC-Anschlag hat alles übertroffen, was wir je als Terrorakt für möglich hielten und lag auch weit außerhalb üblicher Aktionsfelder innerstaatlicher Polizei und Gerichtsbarkeit. Die Art, wie man medial „auf Linie“ gebracht und gehalten wurde, hat mich zwar zunehmend angekotzt, aber in der Sache hatte ich nichts gegen eine gut vorbereitete militärische Aktion gegen die Täter und Unterstützer. Die Taliban erschienen mir im übrigen schon immer als eine widerliche Bande verrückt gewordener Schafhirten, die vor den Augen der Welt Frauen wie Vieh behandeln und wunderbare Kulturgüter in Schutt und Asche legen dürfen – und niemand mischt sich ein! Ich erinnere mich an die Ketten-Mails, die dazu aufriefen, in Unterschriftenlisten und Protestmails führende Politiker aufzufordern, endlich „etwas zu tun“ – ja WAS denn eigentlich? Gegen Bittbriefe aus aller Welt scheinen die Taliban jedenfalls immun, und nicht nur deshalb, weil viele von ihnen nicht lesen können.

Zwölf Tage sind genug

Gezielte Bombardierungen der militärischen Stellungen, Ausbildungslager, Waffenarsenale – das erschien mir vertretbar, gerade auch im Rahmen einer umfangreichen Kommunikationsoffensive („Allianz gegen den Terror“), die auch zu den islamischen Ländern Kontakt sucht und um Verständnis und Hilfe bittet. Jetzt aber haben wir schon den zwölften Tag der Angriffe, immer mehr zivile Opfer, eine verschärfte Versorgungskrise für die Massen, die von den Hilfsorganisationen nicht erreicht werden – es wird höchste Zeit, dass es ein Ende hat, Himbeermarmelade, die päckchenweise vom Himmel regnet, ist keine Lösung.

Und überhaupt: Warum braucht das solange? Offenbar hab‘ ich eine völlig falsche Vorstellung von der Überlegenheit westlicher Waffensysteme und „Kampfkünste“. Sag‘ mir halt: Laß da zwanzig, hundert, zweihundert Ziele sein, ein paar Mal drüber fliegen und draufhalten müßte doch eigentlich reichen. Was machen die da bloß zwölf Tage lang?

Der innere Mainstream

Über meine eigene, mal mehr mal weniger martialische Neigung zu Agression und Gewalt wundere ich mich kaum noch. Früher ist das immer nur im Dunklen gewesen, überformt durch allerlei Rationalisierungen, auch verleugnet und ins Gegenteil gewendet durch zumindest verbal militantes Eintreten für den Frieden um jeden Preis („Krieg dem Krieg“). Ja, mehr noch: je friedensbewegter ich auftrat, redete, auf Demos ging und im privaten Umfeld Streitgespräche suchte, desto agressiver und implizit gewaltbereiter war mein Fühlen und oft auch mein Denken, nur merkte ich das nicht.

Heute schau‘ ich mir an, was für Gefühle aufsteigen und wieder verschwinden, kommentiere das nicht weiter, lasse es aber auch nicht unbedingt zu Handlung werden, oft nicht mal zu Text (wenn ich grad martialisch drauf bin, ist es besser, wenn meine Stimme fehlt!). Seit ich das so halte, ist eine Selbsteinschätzung meiner jungen Jahre ersatzlos gestorben: Daß ich eine ganz Andere, etwas ganz Besonders wäre, weit besser, intelligenter, friedlicher und edler als die „breite Masse“, allenfalls in interessanten Minderheiten zuhause, weitab vom sogenannten Mainstream. Keine Rede! Ich brauch‘ gar nicht erst fernsehen, muß nur in mich ‚reingucken, da FÜHLE ich den Mainstream….

Manchmal sehe ich da echt seltsame „Blüten“! Als z.B. in den ersten Tagen des Bombardements nach dem Ende der jeweiligen Angriffswelle immer gleich gemeldet wurde: „Usama bin Laden lebt und ist wohlauf“, spürte ich jedes Mal eine gewisse Erleichterung. Schau an, dachte ich mir dazu, du fängst schon an, den Feind zu lieben, aber nicht etwa so, wie Jesus das gemeint hat! Nein, bin Laden ist mittlerweile wer, mit Hilfe der Medien zum „großen Gegner“ stilisiert, zum Hoffnungsträger der Erniedrigten und Beleidigten, auf jeden Fall mit Image und Charisma ummantelt, dem man sich kaum zur Gänze entziehen kann. Und mal angenommen, er wäre weg: der Schrecken hätte kein Gesicht mehr, der Feind wäre tatsächlich überall… das wäre doch weit furchtbarer als dieser Rauschebart mit sanftem Lächeln und dem glasig-verträumten Blick.

Die eigene Frage

Wenn ich mich frage, worum es im Kern dieser schrecklichen Auseinandersetzung eigentlich geht, meine ich nicht die konkrete Motivation der Terroristen oder die je spezifischen Gründe einzelner Islamistengruppen, die gegen den Westen agitieren. Auch die Frage, inwiefern die Arroganz der Macht für den Terrorismus ursächlich ist, mit der die USA weltweit auftreten und entlegenen Ländern ihr Wirtschaftssystem aufzwingen, will ich nicht betrachten. All das kann nicht mein persönliches Diary-Thema sein, denn ich weiß darüber nicht mehr als das, was in den Medien steht. Viel näher sind mir da schon die spontanen Übergriffe gegen Kopftuchträgerinnen hier bei uns, die oft nur knapp unter der Oberfläche gehaltene Feindseligkeit gegen Muslime hierzulande, die Schwierigkeiten der muslimischen Gemeinden, eine Moschee zu bauen, die Auseinanderetzungen um den Islam-Unterricht und vieles mehr. All das hat seit dem Anschlag eine größere Brisanz bekommen und alle Besonnenen bemühen sich aus guten Gründen um Deeskalation und darum, einen „Kampf der Kulturen“ zu verhindern.

Welcher Kampf? Worum gehts? Können nicht alle in einer multikulturellen Gesellschaft friedlich zusammen leben – in Kreuzberg und weltweit? Die links-grüne Sicht der Dinge, die hier Probleme außerhalb rein sozialer Fragen lieber gar nicht wahrnehmen möchte, hat seit dem WTC-Anschlag auf jeden Fall einen gewaltigen Dämpfer erfahren. So langsam tritt ins öffentliche Bewußtsein, daß es sehr wohl etwas zu verhandeln gibt zwischen „uns“ und den Moslems. Aber was?

Von Carl Schmitt stammt der berühmte Satz: „Der Feind ist die eigene Frage als Gestalt“. Welche Frage könnte es sein, die so schmerzt, daß wir uns ihr nicht stellen wollen, also lieber Feindseligkeiten gegen diejenigen hegen, die die Frage aufwerfen?

Was sehen wir, wenn wir Muslimen begegnen, was drängt sich ins Zentrum der Aufmerksamkeit? Das Kopftuch zum Beispiel, um das geradezu pathologisch gestritten wurde, dann die Großfamilien beim Grillen im Park, Männer und Frauen oft in je eigene Gruppen getrennt, schließlich das Beten, wenn es auch erst noch wenige wagen, an öffentlichen Plätzen zu beten, so sehen wir es doch gelegentlich im Fernsehen, wie Gläubige mitten auf der Straße den Teppisch ausrollen und sich gen Mekka verneigen – kopfschüttel.

Was uns auffällt (und vielen mißfällt) sind die Zeichen gelebter Religiosität und Tradition, das gemeinschaftliche Zusammenstehen in Familien und Verwandschaftsclans, die ganze Ausrichtung an verbindlichen Werten, von denen wir uns im Lauf der Geschichte in vielen Kämpfen und Revolutionen weitestgehend befreit haben. Nun haben wir den Markt, mehr oder weniger frei, mehr oder weniger sozial, und die liberale Demokratie – und damit allein sind wir keinesfalls glücklich, wenn auch niemand das Rad gerne zurück drehen würde. Individuelle Freiheit ist uns sakrosankt – auch wenn man das Grausen bekommen kann angesichts dessen, was alles damit angefangen wird (und was nicht). Das reine Funktionieren, Wachstum und Fortschritt (wohin? wozu?), das Diktat der Ökonomie zu Lasten von Mensch und Umwelt, Konsum als einziger Lebensinhalt (Spaßgesellschaft) und ein in den letzten Jahren härter werdender Kampf um einen erträglichen Platz in der Arbeitswelt – soll das alles gewesen sein? Das Sinndefizit in westlichen Demokratien ist gewaltig, Hoffnungen haben wir keine, Utopien sind untergegangen. Gott ist lange tot und der letzte Mensch blinzelt, pflegt sein Lüstchen für den Tag, sein Lüstchen für die Nacht und denkt ansonsten an die Gesundheit.

Und läßt sich ungern von Muslimen daran erinnern, daß es daneben vielleicht noch etwas geben könnte….

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Claudia am 27. September 2001 — Kommentare deaktiviert für Einander verstehen

Einander verstehen

In den Wochen seit DEM Ereignis hat es mir doch weitgehend die Sprache verschlagen. Das „große Gespräch“, das aus allen Kanälen sämtlicher Medien dröhnte, hat mich regelrecht umgehauen und verstummen lassen. Und zwar nicht wegen etwas Bestimmtem, das da gesagt worden wäre und mich vielleicht verstört oder wütend gemacht hätte, nein, es war das Kommunikationsgeschehen insgesamt, bis hin zu den Mailinglisten, Webforen, Tagebüchern. Es erschien mir, als werde der Krieg zumindest mit Worten vorweg genommen, nicht nur in den traditionellen Medien mit ihren martialischen Akteuren, sondern auch in so „netzigen“ Communities wie den I-Workern (die Liste wurde sogar eine Woche geschlossen!) oder dem Forum der 13, wo es Austritte hagelte. Je emotionaler, desto feindseliger, könnte man zusammenfassen. Und von einem Ereignis wie diesem Terroranschlag bleibt wohl niemand unberührt, auch diejenigen nicht, die sich jetzt wieder ganz cool geben. Weiter → (Einander verstehen)

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