Claudia am 24. April 2026 — 26 Kommentare

Was in Sizilien war und was noch ist

Wie Ihr gleich merken werdet, vermeidet diese Überschrift Suchbegriffe zum Thema, um das es heute gehen soll: Meinen Zusammenbruch im Sizilienurlaub, gefolgt von einem 4-tägigen Aufenthalt im italienischen Krankenhaus, der eigenwilligen „Flucht“ aus diesem, dem Resturlaub im Schongang und der unbefriedigenden Ärztetour seit meiner Rückkehr.

Erst wollte ich garnicht darüber berichten, deshalb auch das lange Schweigen mit nur einem Eintrag zum Weltgeschehen bis heute. Aber es geht nicht! Mich rührt, dass sogar jetzt noch hier kommentiert wird (danke dafür!), es gibt also den Wusch, etwas von mir zu lesen, auch nach längerer Zeit noch!

Über Krankheit schreiben“ heißt ein Blogpost aus dem Jahr 2006: Meine Mutter war totkrank, was mich motiviert hat, ausnahmsweise über die eigene Zukunft in Sachen Krankheit, Leiden, Elend und das Schreiben darüber nachzudenken. Anstatt mich hier selbst zu zitieren: das Ergebnis steht im kurzen Kapitel Schreibend Haltung gewinnen & mutwillige Ignoranz – wobei genau diese Ignoranz immer noch meine Lieblingshaltung ist! Die lässt sich jetzt aber nicht mehr durchhalten, sofern ich nicht meinen ganzen Blogstil ins „bloß noch Magazinige“ ändern will. Will ich nicht!

Das Trapani-Ereignis: voller Kontrollverlust

Es war der erste Urlaubstag in Sizilien: Wir hatten Trapani per Fernbus vom Flughafen Palermo aus erreicht und die vorab gemietete Ferienwohnung bezogen.  Nun wollten wir den Tag mit einem guten sizilianischen Essen beschließen und suchten ein Restaurant in der Nähe auf: endlich Meeresfrüchte satt! Während wir aßen, füllte sich das Lokal mit Einheimischen, auch eine Fußballmannschaft fand sich ein. Das Essen war köstlich! Wir zahlten, ich erhob mich – und merkte, dass ich nicht mehr problemlos aufrecht gehen konnte! Ich schlingerte wie ein Schiff auf hoher See, wobei dieses völlig unbekannte Körpergefühl zügig schlimmer wurde.

An den Rücklehnen besetzter Stühle entlang hangelte ich mich Richtung Ausgang und setzte mich dort auf die Treppe, kein weiterer Schritt war mehr möglich. Auch aufrecht sitzen ging bald nicht mehr, ich wurde mehr und mehr zu Gemüse, linksseitig schmerzte der Hinterkopf und von dort aus verlor der linke Arm zügig jegliches Gefühl. (Fun fact: Mein Liebster hob ihn an, während für mein (Rest-)Empfinden der Arm immer noch bewegungsunfähig auf der steinernen Treppe lag!). Es dauerte dann schreckliche 15 Minuten bis endlich eine Ambulanz kam (im Restaurant hatten sie drei verschiedene angerufen!), mich auf eine Liege verfrachtete und ins örtliche Krankenhaus fuhr.

Das sizilianische Krankenhaus: zu kalt!

Ganz sicher verdienen es die dort angestellten Ärzte und Pflegekräfte nicht, dass ich Schlechtes über sie schreibe! In der Regel (nicht immer) waren sie freundlich und hilfsbereit und taten, was sie konnten bzw. gemäß ihrer Arbeitsplatzbeschreibung tun mussten. Auch habe ich keinen Vergleich, denn in einem deutschen Krankenhaus war ich nur mal kurz als Besucherin. Ich kam also in die Notaufnahme, wo sie mir „Zugänge legten“ und mich an den Tropf hängten. Was genau alles geschah, weiß ich nicht mehr: zwar war ich zu keiner Zeit bewusstlos, aber insgesamt doch völlig durch den Wind! Zum Glück immer noch wach genug, um einen Katheder zu verweigern, den sie mir auch gleich verpassen wollten! (Ist ja am bequemsten fürs Personal!)
Ich fühlte mich furchtbar, soweit ich noch etwas fühlte – es hat mir aber gereicht! Nach und nach stellte sich  das Empfinden im linken Arm wieder her, nicht ganz, aber das bisschen „pelzig“ war (und ist) sehr erträglich!

Dann die Odysse von Station zu Station, denn eigentlich hatten sie dort, wo ich hingehörte (die Neurologische), nichts frei. Es war saukalt (15.März), das Krankenhaus heizte offensichtlich nur die Zimmer, nicht die Gänge – und ich war nur mit einer dünnen Alu-Folie bedeckt. Mein Liebster versuchte natürlich die ganze Zeit, in meiner Nähe zu bleiben und schaffte es irgendwann/irgendwo, meinen Mantel über mich zu legen, was ein wenig Wärme brachte. (Es gab dort nur eine Stunde Besuchszeit pro Tag, wie wir später erfuhren!). Immerhin kam ich recht schnell zum MRT, dann zu einem CT mit Kontrastmittel, das zu einer unangenehmen „Wärme von innen“ führte.

Die Behandlungen, die mir in den Folgetagen zuteil wurden, waren zunächst viele weitere Infusionen. Die seien nötig, erklärten sie,  um die Wirkung des Kontrastmittels auszugleichen. Bedeutete: häufige Toilettenbesuche, die ich in den ersten zwei Tagen „selbständig in Begleitung“ machen durfte. Nur dass garnicht immer Pflegepersonal da war, um mich zu begleiten, wenn es sein musste. Ich ging trotzdem, wofür sie mich dann lautstark zurechtwiesen.

Am dritten Tag kam ich endlich in die Neurologische, wo mir eine resolute Pflegerin allen Ernstes eine Windel verpasste! Dass ich die Lizenz zum selbstständigen Toilettengang hatte, interessierte sie nicht, sie habe ihre Weisungen. Zum Glück kam der Arzt eine Stunde später und hob ihre Weisungen auf, was sie lautstark grummelnd zur Kenntnis nahm.

KrankenhausessenAnsonsten bekam ich morgens und mittags Tabletten, durfte nicht aufstehen, anfangs nicht mal aufsitzen, wodurch ich von Tag zu Tag schwächer wurde. Dazu trug auch das Essen bei: Morgens gab es Zwieback, Marmelade und die Wahl zwischen Milch und Tee (armer italienischer Süden, Kaffee nur im Automat, von dem ich nichts wusste!). Mittags dann typisch italienisches 3-Gänge-Essen: Pasta, Hauptgericht (z.B. ein dünner Fleischlappen), danach ein hartes Brötchen plus Marmelade-Pack. Erst bekam ich das eingeschweißte Essen nicht mal auf, dann entschied ich mich grundsätzlich dagegen, schob Übelkeit als Erklärung vor, was nur halb gelogen war. Das Foto rechts ist das einzige Foto aus dem Krankenhaus, ich war selbst zum Fotografieren und Dokumentieren zu lustlos und schwach. (Ein bisschen Übergewicht wird in solchen Situationen zum Vorteil!)

Die Verständigung im Krankenhaus klappte nur so mittelgut bis schlecht. Zwar kann ich Italienisch für den Alltag ganz gut, aber nicht gut genug, um medizinische Themen mit Ärzten und Pflegenden zu diskutieren! (Immerhin verstand ich die Diagnose: Eine von vier Halsadern zum Kopf hatte sich geschlossen, was zum linksseitigen Kleinhirninfarkt führte, woraufhin sich auch gleich eine Armarterie schloss)

Englisch kann auf Sizilien kaum jemand, der nicht direkt im Tourismus arbeitet. Ich stellte also auf Italienisch den Sinn des Bleibens in Frage, denn Tabletten könne ich doch auch draußen nehmen. Tja, angeblich sollte ein Eingriff am linken Arm erfolgen, wo sich die Arterie geschlossen hatte – das sei in der einfachsten Form keine große Sache, vielleicht ein Stent, aber: Dafür müsse ich wieder in eine andere Abteilung, natürlich erst, wenn dort etwas frei würde. Wie lange sie dann für diesen Eingriff brauchen wollten, wussten sie noch garnicht zu sagen. Auch ein 24-stündiger Herz-Check auf der Suche nach der Ursache des kleinen Schlaganfalls stünde noch aus…. wo und wann? Keine Ahnung… .

Wie ein Urlaubsplan plötzlich nur noch Zwang ist

Mit mir nicht! Wir hatten die Fewo in Trapani nur wenige Tage, danach noch eine für drei Tage in Marsala, dann vier Tage in Palermo. Der Rückflug nach Berlin würde erst am 27. März starten. Für diese Zwänge hatten sie im Krankenhaus kein Verständnis: ich müsse sofort zurück nachhause, wenn ich das KH verlassen würde. Tja, das ging aber nicht! Selbst wenn wir willig gewesen wären , einen zeitlich näheren Flug zu bezahlen – es gab keinen! Nicht mal mit einer Auslandskrankenversicherung wäre das gegangen, die zahlt den Rücktransport (zigtausende Euro!) auch nur, wenn es medizinisch zwingend notwendig ist und man vor Ort nicht behandelt werden kann.

Unbefriedigend! Ich wollte raus… Nachdem mich an Tag 4 eine freundliche Gefäßchirurgin aus Lettland per Ultraschall ausführlich untersucht hatte und meinte, das mit dem Eingriff könne ich auch noch zuhause machen, beschloss ich, das Krankenhaus am Tag 5 zu verlassen. Die Ärzte waren nicht begeistert, ich unterschrieb den „Abgang auf eigenen Wunsch“. Immerhin gaben sie mir einen ausführlichen Bericht mit, die MRT- und CT-CDs, sowie eine Liste mit Medikamenten, die mein Liebster dann noch in Trapani besorgte. Alle fünf zusammen kosteten übrigens nur knapp 50 Euro und nur eines war verschreibungspflichtig.

 

Der Resturlaub im Schongang

Wie war ich froh, als ich draußen war! Bis auf ganz wenige kurze Spaziergänge lag ich jetzt in der Ferienwohnung ab, anders als im Krankenhaus immerhin mit WLAN! Hier mal der Ausblick nach hinten hinaus, sehr typisch die Wasserbehälter auf den Dächern:

Ausblick aus Fewo Trapani

Trapani erschien mir als recht hässlicher Ort (kein Wunder! Es gibt aber auch andere Ansichten!), wir hatten ursprünglich vor, uns ein Auto zu mieten und Ziele im Inland anzufahren, die mit Bus odert Bahn nicht erreichbar sind. Das musste nun leider ausfallen! Nach ein paar ruhigen Tagen wechselten wir ins benachbarte Marsala, das nur für die Freunde des gleichnamigen Süßweins wirklich interessant ist, dann endlich nach Palermo.

in Palermo

Endlich daheim (und im defizitären deutschen Gesundheitssystem)

Zu den Medikamenten hatte mir das Krankenhaus in den Bericht geschrieben, diese seien nur provisorisch und dringend nach fachärztlicher Neubewertung zu ersetzen. Tja, aber krieg erstmal einen Facharzttermin! Darauf wartet man hierzulande Wochen und Monate, es sei denn, man ist Privatpatient oder Selbstzahler. Zudem hat mein Hausarzt im letzten Herbst dicht gemacht, also gab es auch keine Chance auf eine „Überweisung mit Dringlichkeitsvermerk“. Ich mailte also ausführlich an eine Cardiologische Praxis, bei der ich schon einmal gewesen war: die ganze Geschichte, die Medikamentenliste, den (extra übersetzten) Krankenhausbericht – aber erstmal gab es keine Reaktion. Also nochmal gesendet, woraufhin ich immerhin  Bescheid bekam, mein Anliegen werde „den Ärzten vorgelegt“. Man bitte um Geduld und sei im übrigen ab Mitte April im Urlaub. Per Telefon bekam ich schließlich ein Terminangebot im Mai, nach Verweis auf die Dringlichkeit (Leute, ich hatte einen SCHLAGANFALL!) dann schließlich doch etwas zeitnäher in einer Akut-Sprechstunde.

Dort verschrieb mir der Arzt die deutschen Versionen der Medikamente, das sei eh alles so Standard. Auch bekam ich einen Termin für dieses 24-Stunden-EKG, einfach so,  ambulant – und dafür wollten die mich in Italien stationär behalten! Aus dem Wartezimmer nahm ich mir dann noch eine Erkältung mit, wie ich gleich am nächsten Tag spürte.

Von einer freundlichen KI ließ ich mir nun mal die verschriebenen Medikamente erläutern,  oha, da war ein Statin dabei, zu dem sogar die Apothekerin meinte, das sei aber recht hoch dosiert!  Mit der  Erkältung lag ich jetzt wieder flach, hinzu kam ein furchtbarer Husten, den ich als häufige (1 von 10!) Nebenwirkung des Statins dingfest machen konnte. Tablette abgesetzt und tags drauf war der Husten weg! (Die Cardio-Praxis, die ich über die Nebenwirkung und das Absetzen informiert hatte, glaubt mir nicht: alles nur die Erkältung – warum blieb aber die Erkältung, während der Husten verschwand?).

Ach ja, den deutschen Normalpreis (den Menschen mit Privatrezept bezahlen) der Medikamente hab‘ ich jetzt mal zum Vergleich ermitteln lassen: Schlappe 133,51 € alles zusammen, dabei sind hier vier von fünf der Medis verschreibungspflichtig. Das eine frei Verkäufliche kostet in der Apotheke dafür weniger als die Hälfte des Listenpreises! 

Da war doch noch was…

Ach ja, der kleine Eingriff, der VIELLEICHT meine Armarterie entstopfen könnte – dafür bekam ich vom Cardiologen eine Überweisung in ein riesiges Ärztezentrum. Dort sind jede Menge selbständige Arztpraxen ansässig, jedoch nur eine internistische. Dort mailte ich hin, wieder so ausführlich wie nötig, die Vorgeschichte, die Medi-Liste, die Kopie der Überweisung – keine Antwort. Mehrere Tage später nachgehakt aus einem anderen Mailaccount, meine Hauptadresse könnte ja wegen diversem Missbrauch im SPAM landen. Aber nix: Keine Antwort! Ich fragte also Gemini, wie man zu dieser Praxis Kontakt bekommen könne. Sie wusste, dass Mails meist nicht bearbeitet werden und riet mir zum Telefon (das auf der Webseite garnicht angegeben war), sowie zum FAX!

Yeah, FAX, das hat doch sicher Chancen, ist nicht so ekliges Neuland. Ich bemühte also einen Online-Fax-Dienst, holte mir einen Gutschein für drei Probefaxe und sendete gestern nochmal alles mit Verweis auf die Emails plus Anhänge.

Und siehe da, heute ruft mich tatsächlich eine medizinische Fachangestellte aus der Praxis an! Sie berichtete, der Arzt hätte mein Fax gelesen und ihr aufgetragen, einen Termin zu machen – ob mir der 22. Mai passe?

Nun ja, meinte ich, das Gefäß sei halt verstopft und brauche vielleicht einen Stent, ob das denn solange warten könne? Prompt bekam ich einen Termin nächste Woche, ich glaub es kaum!

Fazit: Zeitnahes Behandeln unmöglich

Mich würde mal interessieren, wieviele Leute pro Jahr sterben, kränker oder behindert werden weil unser Gesundheitssystem keine zeitnahen Behandlungen ermöglicht. Kein Wunder, dass die Notaufnahmen überquellen, was sollen die Menschen denn machen, die akute Probleme haben und eine „fachärztliche Bewertung“ brauchen?

Ich hab mich sowieso drauf eingestellt, dass von ärztlicher Seite nichts weiter kommt. Mit dem leicht pelzigen Gefühl im linken Arm kann ich leben, vor allem immer noch tippen. Sollte das mit dem „kleinen“ Eingriff nichts werden oder Gefahren mit sich bringen, lasse ich alles so und lebe damit.

Dass Kraft und Ausdauer nicht von alleine wiederkommen, weiß ich dank meiner Befassung mit Fitnessthemen. Da ist also Training angesagt, wofür ich im FitnessCenter eine Beratung wollte. Gerne, am 5.Mai – und bis dahin halt spazieren gehen, da regeneriert sich der Körper ja auch schon… :-)

So, jetzt hab ich alles erzählt – bis in die degoutanten Einzelheiten hinein. Und erst jetzt fühle ich mich „im Diary angekommen“. Dieses „übers Persönliche schweigen, wenns mal weniger schön ist“ ist nichts, was ich auf Dauer praktizieren kann. Und schließlich herrscht kein Lesezwang, schon gar nicht zum Lesen derart langer Artikel! (Vorab wusste ich nicht, dass der so lang wird! :-)

Und jetzt? Jetzt kümmere ich mich verstärkt darum, Dinge loszuwerden, die ich nicht mehr brauche.  Und darum, soweit aufzuräumen (auch im PC), dass es für Hinterbliebene einfacher wird, meine Hinterlassenschaften zu bereinigen. Die Gartenarbeit wird diese Saison etwas weniger werden müssen, aber die vorgezogenen Tomaten stehen schon auf der Fensterbank! :-)

Tomantenanzucht

Update 26.4.:  Der Liebste hat mich nach Lesen dieses Blogposts darauf aufmerksam gemacht, dass mein „Trapani-Event“ am Freitag, den 13.März“ stattgefunden hat – das war der Tag unseres Flugs nach Sizilien und „Tag 1“ unseres Urlaubs, der so schrecklich endete. Warum ich ein falsches Datum erinnerte und mir dadurch diese Steilvorlage ( FREITAG der DREIZEHNTE!!!) habe entgehen lassen, weiß ich auch nicht… :-)

Und sonst:

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Diskussion

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26 Kommentare zu „Was in Sizilien war und was noch ist“.

  1. Gute Besserung!

  2. Ich dachte mir, dass es schlimm war und mir Sorgen gemacht. Aber meine Fantasie hat nicht ausgereicht. Ich hoffe, du wirst dich von den Strapazen vollständig erholen und ganz gesund werden. Kopf hoch. Du bist noch nicht dran. Ich sehe, du kämpfst dich heraus aus dem Loch und das ist für sich gesehen ein gutes Zeichen. Liebe Grüße aus Bedburg Horst

  3. @Willi: ist schon sehr viel besser als in Sizilien, danke!
    @Horst: danke auch dir, ich hoffe, der extrem lange Bericht hat wenigstens nicht gelangweilt. Grade hab‘ ich nochmal durchkorrigiert, denn das Tippen geht doch nicht mehr so fehlerfrei wie vor dem „pelzigen“ Armgefühl. :-)

    Was mich wirklich ärgert: Wieviel Weltgewandtheit, Beharrlichkeit und Gelassenheit man benötigt, um sich durch all diese kleinen und größeren Widrigkeiten / Trägheiten der Systeme durchzumanövrieren! Dass da viele einfach verzweifeln, gar nichts mehr machen, zum Opfer oder aggressiv werden, wundert mich garnicht!

  4. Puh, das ist ja heftig. Ich wünsche weiterhin alles Gute, auf dass sich das „pelzige Gefühl“ in den Griff kriegen lässt.

  5. Ich habe alles gelesen, was nicht einfach (zu goutieren) war.
    Unglaublich, was sich nach dem Einstandsessen so alles im Urlaub ereignete.

    Ich war dreimal in ausländischen Krankenhäusern, stelle ich gerade fest und das verlief im Grunde akzeptabel.

    Anderswo wurde mal geäussert, daß Privates in Blogs nix verloren hat (könnte die Stelle wohl benennen), aber ich bin da gegenteiliger Ansicht. Daher meine Anerkennung.

  6. @Gerhard Mehler: „, daß Privates in Blogs nix verloren hat…“ – das muss jede/r für sich entscheiden. Persönliches Bloggen fühlt sich FÜR MICH jedenfalls nicht mehr authentisch an, wenn ich schlimme, aber durchaus wichtige Erlebnisse verschweigen würde. Das wäre dann nicht mehr wirklich ich, sondern nur eine seichte Fassade. Aber hey, es hat Zeit gebraucht bis zu diesem Blogpost!

  7. Hallo Claudia,
    vielen Dank für den ausführlichen „Zustandsbericht“ und die überaus zutreffende Analyse unseres desolaten Gesundheitssystems!
    Ich wünsche dir von ganzem Herzen weiterhin gute Besserung.
    Liebe Grüße
    Fred

  8. Oha, na jedenfalls gute Besserung!

  9. Ich wünsche dir, dass nichts zurück bleibt. Bei mir ist meine linke Hand seitdem nur noch eingeschränkt funktionierend. Hattest du übrigens für deine Termine beim kassenärztlichen Notdienst angerufen? Bei der 166 117 oder auf der Webseite 116117.de kannst du nach Fachärzten suchen. Und wenn du anrufst unter der Nummer und deine Symptome schilderst, sagen sie dir auch wie du vorgehen solltest. Die schicken dir auch zur Not eine Rettungswagen, wie ich selbst erlebt habe.

  10. Och Menno, das braucht doch niemand. Gute und schnelle Besserung.

  11. Oh, danke für die Anteilnahme und guten Wünsche!

    @Axel: dieses Mal hab ich das nicht probiert, da mir bei meiner letzten Facharzt-Suche sowohl telefonisch als auch per Websuche gesagt wurde, es gäbe keine Termine (berlinweit gesucht!),
    Da ich die Cardio-Praxis schon kannte, bin ich dahin – was ja auch erfolgreich war, wenn auch nicht SOFORT. Überwiesen wurde ich zu einer etwas unkonreten, aber immerhin herausfindbaren Adresse – und per Fax klappte das dann ja. Ein Notfall für Ambulanz / Notaufnahme bin ich (zum Glück) nicht mehr, da das Ereignis nun schon über einen Monat her ist! (Wir könnten uns ja mal f2f austauschen, sind ja im selben Stadtteil! – Mail!)

  12. Liebe Claudia, gut, von dir wieder zu lesen. Weniger gut der Grund und die Geschichte, die für mich nicht zu lang war, eher zu kurz. Es tut mir leid, daß du mit dem Gesundheitssystem zu tun haben mußtest. Das wünscht man keinem. ich selbst gehe da nur hin, weil ich muß. Arbeiten muß, um meine Brötchen zu verdienen. :-)

    Es wird alles immer ein bißchen schlimmer. Jetzt wollen sie das kostenlose Hautkrebsscreening abschaffen. Und warum eine Glaukomvorsorge keine Kassenleistung ist, verstand ich noch nie. Die Zumutungen mehren sich. Ich bin 2025 auf meiner kardiologischen Versorgung rausgeflogen, weil ein Arzt, bei dem ich im MVZ seit 10 Jahren behandelt worden war, nicht mehr dort tätig ist. Wartezeit 6 Monate. „Tja, Sie müssen sich wieder hinten anstellen.“ Was für eine Frechheit, einen Karteikranken so abzubügeln. Nachdem ich alle kardiologischen Praxen durchtelefoniert hatte, gab ich nach Tagen auf. Dann eben nicht. Mit einer Epikrise in der Hand nach erfolgter stationären EKV (Flatliners läßt grüßen) wollte ich doch nur mein gutes Recht einer ambulanten Weiterbehandlung in Anspruch nehmen. Und so geht es. Eben nicht mehr. Über die psychotherapeutische Schiene könnte ich aus dem letzten Jahr noch mehr erzählen.

    Hoffentlich gibt bei dir eine restitutio ad integrum. Ich wünsche schon im Eigeninteresse dem Digital Diary eine motivierte CK.

    Ich habe heute etwas gepostet, was paßt: https://x.com/Oblomow15/status/2047920788938924388

  13. @Markus: hab Dank für deinen ausführlichen Kommentar! Freut mich, dich mal wieder zu lesen!

    Es wird alles immer ein bißchen schlimmer. Jetzt wollen sie das kostenlose Hautkrebsscreening abschaffen.
    Die gibt es doch schon lange nicht mehr! Ich wollte das letztes Jahr machen lassen, fand aber nirgends eine Praxis, die so etwas angeboten hätte. Detail: Die Kasse zahlt nur das Ansehen mit dem bloßen Auge (= Visuelles Ganzkörper-Screening (Basisuntersuchung) – und genau das machen die Ärzte nicht mehr, ist ihnen zu vorgestrig und preiswert (und wer traut sich schon noch zu, ohne technische Stütze einen Hautkrebs zu erkennen! Ihhh, Verantwortung, Fehler können katastrophale Folgen haben!!) .
    Man hat die Wahl zwischen Auflichtmikroskopie (Dermatoskopie), Videodermatoskopie (Computergestützte Dokumentation) und 3D-Ganzkörperscanner – ich nahm das „billigste“ mit Auflicht .- hat auch zwischen 80 und 100 gekostet, genau erinnere ich das nicht.,

    Ganz grundsätzlich brauchen Hautärzte die Kassen nicht mehr, sondern haben sich im wesentlichen auf die sehr viel einträglicheren Schönheits-Ops und Behandlungen verlegt.

  14. Ah, danke für deine Richtigstellung in Sachen Hautarzt. Ich sah vor einiger Zeit einen Bericht, in dem ein Dermatologe schon noch händisch die Haut mit einer Speziallupe untersuchte, dies aber KI-gestützt und offenbar sehr effizient.

    Moment, müßte dann KA-gestützt heißen, nicht KI. Künstliches Auge. :-)

  15. @Markus: naja, „richtig-Stellung“ ist das eigentlich nicht, sondern eher ein Bericht darüber, dass sich die Ärzte in der Praxias schon lange über die Vorgaben der Krankenkassen hinweg setzen und diese Leistung (die aktuell noch kostenlos für alle wäre) einfach nicht mehr anbieten. Und wie du gehört hast, will die Politik dem einfach folgen. Wenn es so weiter geht, werden durch „Ärzte-Streik“ immer mehr der KK-finanzierten Leistungen einfach abgeschafft – und übrig bleibt ein rudmentäres Gerüst einiger weniger Basisleistungen, der Rest muss selbst bezahlt werden, zusätzlich zu den hohen KV-Zahlungen.

  16. Auch von hier gute Genesungswünsche. Es kann ja jetzt nur besser werden.
    Ein bisschen hat ja bereits geklappt, wenn ich das richtig interpretiere.

  17. Alles Gute!

  18. Hmm, es scheint, mein ganzer Text ist weg. Dann noch ein Versuch. Zuerst einmal Dir alles Gute. Komm bald wieder auf den Damm.

    Die Erfahrungen mit dem deutschen Gesundheitswesen sind leider immer öfters frustrierend. Das kann ich aus dem eigenen Umfeld nur bestätigen. Meine Mutter – gesetzlich verpflichtet, Anfang 80, ihr ganzes Leben gearbeitet und eingezahlt – muss oft monatelang auf Termine warten. Das kann eigentlich nicht sein. Warten wir mal ab, was die groß angekündigte Gesundheitsreform bringt.

    Und auch ich musste meine Erfahrungen im Laufe meiner Krebserkrankung machen: Ärzte, die nicht hinschauen und ignorieren, wenn es einem schlecht geht, denn die Blutwerte sind ja noch in der Norm. Da muss man nicht nochmals untersuchen. Das war bei mir einmal ganz knapp. Aber ich möchte auch den Pflegekräften und Ärzten danken, die noch Empathie mitbringen und helfen wollen.

    Eine meiner wohl besten Investitionen, die ich gar nicht machen wollte: Meine private KV. Die hat mir aus mancher Patsche geholfen und zu schnelleren. Terminen verholfen. Und ja, ein Zweiklassengesellschaft im Gesundheitswesen ist sehr fragwürdig und ungerecht.

    Dir nochmals alles, alles Gute, Stefan

  19. Claudia: Vergiss den Ganzkörperscanner. Die GKV übernimmt nicht die Kosten in Höhe von 300,–Euro. Es besteht außerdem die Gefahr der Überdiagnostik, weil das Gerät sämtliche Hautveränderungen erfasst: Narben, Pigmentflecken, harmlose Alterswarzen, benigne Muttermale, aktinische Keratosen, Hautgrieß usw. Meine privatversicherte Ex hat das machen lassen, weil sie immer wieder mit Keratomen zu kämpfen hat. Der Scanner hat dann bei ihr über 3.000 Hautveränderungen festgestellt, die dann erst in einem zweiten Schritt KI-technisch analysiert wurden. Da hätte ich aber ziemlich Panik. Für diverse Laser-Behandlungen bekam sie dann eine Rechnung über 6.200,–Euro.

    PS: Bei der Tour de France gibt es 30 Etappen mit einer Fahrtzeit von 5-7 Stunden. Darunter auch ein paar brutale Bergetappen. Dazu kommen weitere Mehrtagesrennen und stundenlange Trainingskilometer außerhalb der Wettbewerbe. Wie schützen die sich wohl bei einer derartigen UV-Strahlenexposition vor Hautkrebs?

  20. Oje – auch von mir allerbeste Wünsche zum Genesen und hoffentlich bleibt nichts zurück!

    Thomas

  21. Liebe Claudia, herzlichen Dank für deine Offenheit und alles Gute… Auf dass auch die letzten Probleme und Fremdgefühle wieder verschwinden und die Fitness sich bald wieder einstellt.

    Ich finde es super tapfer und reflektiert, wie du damit umgehst. Das kann manchen schon derart rütteln und in Angst versetzen, während du lapidar sagst, du würdest dann mal deine Hinterlassenschaften regeln. Puh… starker Tobac in leichter Verpackung.

    Ich freu mich, dass du schreibst.

  22. Bin nur mal kurz zum Vorbeilesen hergekommen und nun erstmal bisschen geschockt. Nachdenken ist angesagt, und natürlich, dir das Beste wünschen!
    Grüße von Sonja

  23. Gute Besserung!

  24. @alle, wow, das ist hier ja noch weiter gegangen, herzlichen Dank! Freut mich, dass meine aktuelle „Abgelenktheit“ vom Bloggen daran nichts geändert hat – sehr toll!

    @Juri; Ja, mir gehts insgesamt besser, auch das extreme Schächeln ist ein wenig besser geworden, aber bei weitem noch nicht genug. Leider bekam ich dahingehend (Training, Bewegung, Anstrengungen ?) bisher keinerlei Ansagen von einem Arzt. Auch nicht auf Nachfrage. Dazu an anderer Stelle mehr.

    @Nömix; danke – jeder auch kurze Kommentar veranlasst mich übrigens, das jeweilig Blog aufzusuchen (interessant das mit den Steuerbetrüger/innen… :-))

    @Stefan Pfeiffer: höchst ärgerlich, dass dein 1.Kommentar verschwunden ist – es gab einen, der enthielt nur 1 Wort. Wenns nochmal passiert, versuche bitte, dich zu erinnern, wie es gekommen ist – sowas finde ich extrem nervig und würde es hier gerne verhindern!

    “ Ärzte, die nicht hinschauen und ignorieren, wenn es einem schlecht geht, denn die Blutwerte sind ja noch in der Norm. „

    Immerhin erheben sie noch Blutwerte! Hab ich lange nicht erlebt, auch nicht bei den beiden Ärzten, die ich nach dem Urlaub aufsuchte – die immerhin die Medikamentierung des italienischen Krankenhauses und meinen aktuellen Zustand beurteilen sollten – nichts da! Geht ja aufs Budjet….

    Du sagst, du hättest eine private KV? Wieso machst du dann auch diese Erfahrungen?

    @gerhard keller: wie ich ja schrieb: ich habe die billigste Version der Hautkrebsvorsorge genommen: beleuchtete Lupe, 5 Minuten – hat auch um die 100 gekostet!

    @Siewurdengelesen: danke! Mit dem bisschen pelzigem Gefühl in der linken Hand könnte ich leben – werde ich auch müssen, selbst wenn es Abhilfe gäbe! Der Arzt, den ich zuletzt wegen alledem aufsuchte, hörte nicht mal zu!

    @Gilbert: du schriebst anerkennend:

    „Das kann manchen schon derart rütteln und in Angst versetzen, während du lapidar sagst, du würdest dann mal deine Hinterlassenschaften regeln. „

    Ich wunder mich manchmal selbst darüber, ehrlich! Mich nerven immer nur konkrete Erscheinungen: Schmerzen, Einschränkungen etc. – die leichte Pelzigkeit in der linken Hand ist nicht schlimm, etwas mehr nervt die Schwäche, dass ich so schnell außer Atem komme.
    Vielleich verdränge ich ja existenzielle Ängste und merke es nicht mal! Am meisten fürchte ich mich vor dem wehrlosen im Bett liegen in irgend einem KH, wie ich es gerade ansatzweise erlebt habe – aber auch diese „Furcht“ ist jetzt nur ein abstrakter Gedanke.
    Vermutlich ist meine Gelassenheit tatsächlich die Langzeitwirkung des Yoga, wie ich es in diesem Artikel einmal umfassend beschrieben habe. Angst in Form eines plötzlichen Schreckens über irgendwas (fast Unfall oder sowas beim Radfahren) ist unvermeidlich, aber anhaltende Ängste (auch Hass) erfordern auf der körperlichen Ebene auch anhaltende Verspannungen – und die halte ich halt nicht mehr, lange schon nicht.

    @Sonja: Danke! Und schön, dass du mal vorbeikommst! Für alle: Sonja führt das Blog mit den kürzesten Schreibimpulsen der Welt: Täglich ein Wort des Tages, zu dem man frei assoziierend kommentieren kann. (Heute/1.Mai: Fluch)

    @Lorenzo: danke!!!! @alle: surft doch mal rüber in „Lorenzos Welt“ und lest, was die BuReg wegsparen will, nämlich die Ermöglichung der Teilhabe am Leben, die Lorenzo zwingend benötigt. Die beiden Petitionen hab ich unterschrieben, noch ein paar mehr wären schön!

  25. Bitte und danke, Claudia! Das ist sehr nett von dir!

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