Claudia am 10. März 2020 — 83 Kommentare

Bald leben alle wie ich

Es muss schon einen wichtigen, zwingenden Grund geben, damit ich das Haus verlasse, zumindest im Winter. Nicht einmal der sonst um diese Zeit fällige Kurzurlaub im sonnigen Sizilien findet dieses Jahr statt. Die Flugscham hat mich abgehalten, danke Greta! Italien ist seit gestern insgesamt „rote Zone“ und auch in Sizilien macht alles dicht.

Also verbringe ich die Tage zuhause, wie immer. Als Selbstständige im Homebüro kontakte ich meine Auftraggeber ausschließlich per Email. Menschen sehe ich nur im Supermarkt, den ich außerhalb der Boomzeiten besuche. Wenn ich etwas über den Alltagsbedarf hinaus benötige, lasse ich es mir liefern, denn ich hasse „Shopping“, immer schon. Samstags und Sonntags bin ich mit je einem lieben Mitmenschen zusammen, auch sie leben alleine und ganz ähnlich wie ich. Wir sind sozusagen immer schon eine winzige „Quarantäne-Einheit“. Die Folge: ich werde kaum mal von Erkältungen erwischt – und wenn doch, kann ich das recht genau auf ein Ausnahme-Meeting irgendwo wegen irgendwas zurück führen.

Manchmal sehne ich mich nach Abwechslung und scanne die Veranstaltungen in Berlin. Die Hauptstadt bietet ja so viel, wirklich viel. Und doch finde ich meistens nichts, was mich motiviert, das Haus zu verlassen. Schlange stehen mit Touristen mag ich nicht so. Vieles ist mir auch zu teuer, doch ist das mehr eine Frage der Gewohnheit: Würde mich eine Veranstaltung richtig begeistern, würde ich sie mir auch gönnen. Ist aber nicht so und – meistens – vermisse ich nichts.

In den Supermärkten, die ich in letzter Zeit aufsuchte, hat mir nichts gefehlt. Naja, außer meinem Lieblingsknäckebrot WASA Roggen dünn. Andere Sorten waren noch zu haben, offenbar bin ich mit dieser Vorliebe nicht allein.

Für mich hat sich also „wegen Corona“ nichts geändert, noch nicht. Bei meinen Auftraggebern hab‘ ich nachgefragt: keine Einschränkungen bisher. Die vermarkten (online!) zum Glück Güter im Bereich „Haus und Garten“, also eher Dinge, die nicht gleich wegfallen, wenn die Leute die Öffentlichkeit meiden.

Aber die Medien…

Was sich doch geändert hat: Gefühlt handeln 80% der Medienberichte von „Corona“, das geht an mir als Medien-affiner Bildschirmarbeiterin nicht vorbei. Deshalb empfehle ich Euch zum Schluss dieses wenig spektakulären Blogbeitrags den besten Artikel, den ich dazu in den letzten Tagen gelesen habe, nämlich auf ZEIT-ONLINE:

  • Die Viren und wir
    Wir leben nicht nur mit der Krankheit, auch in der Angst vor ihr: Covid-19 passt als Erzählung perfekt in die Geschichte von unserer überforderten Gesellschaft.

    „Die subjektive Antwort auf die unmoralische, unvernünftige und unästhetische Tatsache der Krankheit ist eine biografische und soziale Wahrheit. Die Wirklichkeit der Krankheit führt zu einer Wahrheit ihrer Subjekte. Es kommt, bei einer Person wie bei einer Gesellschaft, nicht allein auf die Krankheit an, sondern auch darauf, wie man mit ihr umgeht, wie man sie erträgt, wie man ihr begegnet, was sich durch sie verändert und was nicht. So ist die Krankheit ein Zweites: Ein Spiegel, ein Bild, ein Kommentar. Sie zwingt eine Wahrheit hervor, aus einer Person oder aus einer Gesellschaft.“

Der beste INFORMATIVE Artikel kommt von Lars Fischer (Fischblog) auf Spectrum:

Ganz aktuell:

Und wer von alledem die Nase gestrichen voll hat, möge sich in die Welt der „Goldenen Blogger“ vertiefen, die gestern in Berlin gekürt wurden:

Glückwunsch dem Volksverpetzer, der „Blogger des Jahres“ wurde. Mal eine Entscheidung, der ich nur applaudieren kann!

Diskussion

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83 Kommentare zu „Bald leben alle wie ich“.

  1. Die Bewegungsmeisterin Verena möchte unterhalten werden. Deshalb Zoo, Aquarium, Tierpark, über 80 Museen. Und für mich immer mal wieder diese und jene Oper. Ich kann nicht anders. Und will das auch nicht. Die große Stadt erlaubt viele Lebensweisen neben- und teilweise eben auch miteinander. Lieben Gruß, Wolf

  2. @Wolf-Dietrich: das kann sie alles wahrnehmen? Bin beeindruckt! (für die Anderen zur Info: die Bewegungsmeisterin, ein Blogpost aus 2002)

  3. Danke, auch für die interessanten Links. Ich habe mal nachgesehen, was über Prato noch so zu finden war und stieß auf diesen Artikel. Dafür habe ich einen Tagespass erworben. Es lohnt sich, das zu lesen. Ich hatte ehrlich gesagt keine Ahnung, dass es solche Arbeitsbedingungen in Italien gibt. Mich überzeugen die Aussagen der Sprecherin des Bürgermeisters von Prato nicht wirklich. https://www.diepresse.com/5781107/chinesische-textilindustrie-in-italien-eine-suche-nach-dem-virensundenbock#kommentare

    Ob wir später einmal darauf zurückkommen werden, was in Verantwortung neoliberaler Systeme auch in Europa mit Menschen gemacht wird und welche gefährlichen Wirkungen diese Behandlung haben kann? Ich glaube nicht. Wir werden diesen Mist ebenso wieder vergessen, wie wir die Behandlung der Menschen in Bangladesch und anderswo vergessen haben. Wir (ich jetzt nicht aber die anderen alle) kaufen weiter die Billigklamotten und fühlen sich gut damit. Es ist einfach eine Schande.

  4. @Claudia: Was weiß ich schon. Es macht ihr erkennbar Spaß. Du erinnerst Dich ja an ihre Lust auf Bewegung. Den Namen, den Du ihr damals gegeben hast, habe ich nie vergessen. Dass es nun schon so lange her ist … Wir sollten uns mal wieder treffen. Vielleicht wieder auf der Terrasse, im Sonnenschein wenn es im April wieder warm wird?
    17/18 Jahre … V. wird 33, ich fühl‘ mich gerade sehr alt.

  5. Gerne, das machen wir! Aber diesmal komm‘ ich dann per ÖPNV.

  6. Ich finde die Reaktion der deutschen Öffentlichkeit und der Politik insgesamt angemessen und wenig panisch. Gut, hier und da ein leergekauftes Supermarkt-Regal – aber das hätte noch viel schlimmer kommen können.

    Normalerweise wirkt die deutsche Öffentlichkeit oft hysterisch, in er Corona-Krise muss ich ihr ein Kompliment machen.

  7. Schließe mich deiner Meinung an, @Tim.

  8. @Menachem, man muß schauen und giucken.
    Heute schloß unser Stadtheater, wir hatten Karten für heute und wären auch ohne die Schliessung nicht hingegangen.
    Jeder muß selbst Verantwortung übernehmen, das war einer der Kernbotschaften der letzten Tage. Schauen, was nötig ist, was unterbleiben kann usw.
    Informiert bin ich bis an den Rand, auch wenn SO manche Tage fast nur unter diesem Gesichtspunkt ablaufen.

  9. @Claudia – „Bald leben alle wie ich“ was zur ‚Entschleunigung‘ in diesen
    unseren rasanten Zeiten beitragen kann, wenn mensch durch dieses Virus zu Auszeiten veranlasst wird. Hoffe sehr, dass die jetzt gemachten Erfahrungen mit dazu beitragen werden den Blick für’s Wesentliche zu weiten.

    Ganz so in ‚Klausur’wie du, lebe ich zwar nicht, da ich u.a. als ‚Großmutter auf Rädern‘ immer wieder die Enkelkinder aufsuche bzw. die jungen Familien sich auch gerne hier bei mir einfinden. Derzeit werden allerdings die direkten Kontakte täglich auf den aktuellen „Gesundheitszustand“ hin
    abgeglichen.
    Zwar gehöre ich zur Generation 60plus, was jedoch nicht heißt, dass ich mich zur Risikogruppe, die jetzt besonders angesprochen wird, zähle.

    Nichtsdestotrotz, wichtig die Infos darüber:

    https://www.deutschlandfunk.de/fuer-covid-19-risikogruppe-aeltere-es-muss-eine-zentrale.694.de.html?dram:article_id=472257

  10. Was ist es für ein besonderes Merkmal, @Ute, dass du nicht zu der Risikogruppe gehörst?

  11. @Mendel Welcland – zur Risikogruppe zählen ältere Menschen (dehnbarer Begriff), mit Vorerkrankungen, wie z.B. Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Immunschwäche… https://www.fr.de/wissen/coronavirus-sars-cov-2-krankheit-covid-19-fragen-antworten-13571446.html

    Betrachte mich (jedenfalls bis jetzt) als ‚gesunder älterer Mensch‘.

  12. Wuhan wurde ja ausgewertet, allerdings stammen die Zahlen von Mitte Februar. Die Altersgruppe 60 – 69 hat demnach ein Sterberisiko von 3,6%, die über 80-Jährigen von 14,8%. Basierens auf damals erst 208 Todesfällen.
    Italien hat eine höhere Sterberate, was auf die schnelle Verbreitung und das überlastete Gesundheitssystem, sowie den hohen Altersdurchschnitt zurück geführt wird.
    Und „Virologen schätzen einen tatsächlichen Wert von 0,7 Prozent“ (weltweit), weil es viele unerkannte Fälle gebe.
    Ich FÜHLE mich auch nicht zur Risikogruppe gehörend, vermutlich, weil ich den gebrechlichen Greis am Rollator vor Augen habe, wenn ich ans Risiko denke. Es trifft allerdings auch Jüngere und Risikofaktoren habe ich auch – also kein Grund, mich „sicher“ zu fühlen.

  13. @Claudia – da ja davon ausgegangen wird, dass 60 – 80 % der Bevölkerung
    vom Virus betroffen sein werden, kann ich davon ausgehen, dass mich Corona-19 auch besucht. Hoffe halt auf ’sanfte Begegnung‘ .

    Nachdenkenswert ist dein Hinweis auf das ’sich sicher fühlen‘.
    Ein weites Feld, welches uns ganzes Leben betrifft.
    Wir machen in der Family öfters den Scherz: „Das Leben gefährdet die Gesundheit“. ;-)

  14. Ich möchte zwei Links beibringen. 1. die ZDF-Dokumentation „Mangelware Medizin?“ – „Corona, China und der Arzneimittelmarkt“. 2. den regelmäßigen Podcast mit Christian Drosden.

  15. @Markus Kolbeck: In der ‚ZDF-Doku‘ heißt es:
    „Und in Folge die Abhängigkeit von Billiglohnländern wie China und Indien. „Die Chinesen brauchen gar keine Atombombe. Sie liefern einfach keine Antibiotika mehr“, so Pharmazeutin Prof. Ulrike Holzgrabe.“

    Auf diese Weise wird ein Feindbild China genährt, was ganz sicherlich nicht dazu beiträgt die Welt friedlicher zu gestalten. Wer und was hat denn die hier beklagten ‚chinesischen Abhängigkeiten‘ mit zu verantworten?

    Empfehle dazu den lesenswerten Beitrag hier:
    https://neue-debatte.com/2020/03/12/viraler-kapitalismus/

  16. @Ute:
    Im Artikel lese ich gleich zu Anfang:

    …umso eher lässt er sich aufgrund veränderter klimatischer Bedingungen (etwa der Sommerhitze in vielen Teilen der Erde) eindämmen.

    Meines Wissens ist das doch (längst) widerlegt.

  17. @Ute: Gerhard hat Recht. Ich habe (auch von Prof. Drosten) gehört, dass der Sommer den Virus nicht stoppen wird. Es läuft also scheinbar anders als bei Grippeviren.

    Die Neue Debatte habe ich seit Längerem in meiner Blogliste. Mich interessieren die Texte, obwohl sie mitunter so linkslastig sind, dass ich mich schütteln muss. Für den Artikel, den du verlinkt hast, trifft diese Feststellung insbesondere zu. Ich überlege, die Seite von meiner Blogliste zu löschen.

    Ich habe mich heute mit meiner Nicht über das Thema am Telefon unterhalten. Am Telefon, weil eines ihrer Kinder an Influenza erkrankt ist und wir auch wegen meiner Schwiegermutter (95), die ja bei uns lebt, vorsichtig sein müssen. Meine Mutter ist auch von 87. Das macht schon alles Sorgen. Wer kümmert sich um die Kinder, wenn die Kitas aufgrund festgestellter Corona – Fälle ganz geschlossen werden – oder, wie es im Raum steht, alle Schulen? Die Opas und Omas (also meine Frau und ich ersatzweise) fallen aus. Weil Politiker diesen sinnvollen Ratschlag gegeben haben. Schließlich spielt unser Alter eine Rolle bei einer Risikobewertung. Meine Frau hat heute Nachmittag die Kleine (2) vom Kindergarten abgeholt, um meine Nichte zu entlasten. Hoffentlich hat sie sich den Grippevirus nicht eingefangen. Warum ich darüber so ausführlich schreibe?

    Ich habe das Gefühl, dass – anders als im Artikel von Neue Debatte beschrieben, die Solidarität der Menschen schlagartig zunehmen könnte. Dass wir alles auf das kapitalistische System schieben, finde ich falsch. Und ich will wahrhaftig kein Fan. Jetzt ist nicht die Zeit, gesellschaftliche Missstände anzuprangern und Revolutionen anzuzetteln. Der Ex-Chef der schweizerischen SVP Blocher hat im Blatt seines Spezies Roger Köppel gerade auch einen Beitrag geschrieben, der aber in die ganz andere Richtung ging. Sein Statement geht etwa in die Richtung: Grenzen dicht und alles wird gut.
    Die Nationalisten, diese Idioten, glauben echt, dass sie mit egoistischen Handlungen irgendwas daran ändern könnten, dass unsere Welt so vernetzt (eben globalisiert) ist, wie noch nie. Das lässt sich nicht zurückdrehen. Davon bin ich überzeugt.

    Vor allem deshalb, weil wir von diesem Rückfall in nationale Alleingänge nicht profitieren würden, es würde alle Länder sehr negativ verändern. Den heutigen wachsenden Wohlstand (der übrigens weltweit festzustellen ist), hätten wir nie erreicht, wenn es die Globalisierung nicht gegeben hätte. Dagegen wehren sich Sozialisten und Kommunisten zwar, die Zahlen neutraler Organisationen belegen aber genau das. Und damit ist ja keineswegs gesagt, dass ich alles gut finde, was im Schatten der Globalisierung abläuft.

    Ich sehe diese Corona-Krise als eine Möglichkeit, wieder enger zusammenzurücken und auch zu erkennen, wie wichtig nicht nur die Menschen in unserem engsten Umfeld sind, sondern auch diejenigen, von denen wir so selbstverständlich erwarten, dass sie zu unserem Wohl handeln und die richtigen Entscheidungen treffen. Bürgermeister z.B., ehrenamtlich tätige Menschen überhaupt, haben unseren Respekt und unsere Anerkennung verdienst, nicht dass wir diese Menschen aus sehr merkwürdigen Gründen verachten und nicht mal daran interessiert sind, ihre körperliche Unversehrtheit mit aller Entschiedenheit zu fordern und für sie auch mal auf die Straßen zu gehen. Wer weiß, vielleicht passiert sowas in Zukunft ja.

  18. Hallo @Horst, vielen Dank für deinen ausführlichen Beitrag. Ja, über die gesamte Entwicklung bin ich auch mal sehr gespannt. Ich kann mich an durchlebte Notsituationen erinnern, in denen die Menschen dann zueinander so nahe standen, dass sie mich heute noch zutiefst positiv berühren.

    @Gerhard, das ist auch mein aktueller Wissensstand.

    Nun, mittlerweile gibt es ja so viele Statistiken, das sich jeder die raussuchen kann, die zu seiner gewünschten Argumentationskette passen.
    Ich nehme mal nicht die 0,7 % von Claudia, sondern die 8 % Sterblichkeit der 70 – 79 jährigen, da ich relativ nahe dieser Gruppe stehe. Das heißt, jeder 12., der sich ansteckt, TRIFFST. Männer häufiger als Frauen (6 : 4). Und mit Vorerkrankungen, wie meine, ist das Verhältnis nochmals ungünstiger.

    Da sag ich mal für meine Person, die Chancen, mit einer Kugel im 6-er Colt bei russich Roulett durchzukommen, stehen weitaus besser, als die bei Corona.

    Mental fühle ich mich stark genug, im Falle einer Infektion den Kampf aufzunehmen. Aber ob meine körperlichen Ressourcen dazu ausreichend sind, dazu weiß ich zu wenig. Deshalb ziehe ich es vor, solange es geht, diesen Härtetest zu vermeiden.

  19. @Gerhard – es kursieren unterschiedliche Einschätzungen dazu, ob das Virus sich durch klimatische Veränderungen (wie z.B. Sommerhitze) abschwächen wird oder nicht. Sich bewusst zu bleiben, dass Prognosen, Mutmaßungen… sich auch auf dem neuesten Stand des Irrtums bewegen, finde ich wichtig. Gesichertes Wissen zeigt sich ja oft erst hinterher.

    @Horst Schulte – sehr nachvollziehbar die Sorgen hinsichtlich der hochbetagten Menschen in eurem persönlichen Umfeld.
    Auf deine Frage: „Wer kümmert sich um die Kinder, wenn die Kitas aufgrund festgestellter Corona – Fälle ganz geschlossen werden – oder, wie es im Raum steht, alle Schulen? “ gibt es bis bis dato ‚keine einheitlichen Regelungen‘, wie es lapidar im dlf-Beitrag hier heißt:
    https://www.deutschlandfunk.de/covid-19-wie-sich-das-coronavirus-auf-schule-universitaet.1939.de.html?drn:news_id=1110012

    @Menachem – trotz der ernsten Lage, musste ich lachen über deine Äußerung: „…die Chancen, mit einer Kugel im 6-er Colt bei russisch Roulett durchzukommen, stehen weitaus besser, als die bei Corona. “

    Wünsche uns allen ein gutes Durch- u. Rauskommen……

  20. Habe mir den neuen Debatte-Artikel durchgelesen und kann Horst verstehen: da steht zwar einiges Richtige, aber auch ich war in der Hälfte vom pauschalen Empörungsmodus gegen den Kapitalismus schwer ermüdet! (Obwohl ich z.B. die Durchökonomisierung des Gesundheitswesens auch beschissen finde!)
    Was für ein Unsinn, bei der Gelegenheit auf die Massentierhaltung einzuhauen!
    Und das auch noch im Kontext „exotische Tiere auf Chinas Märkten“ – die ja nun wirklich das ganze GEGENTEIL der durchgeplanten Massentierhaltung sind. Und immer schon dort zur Esskultur gehörten, aber nun verboten sind.

    Dann stört mich auch dieser extreme Versorgungsanspruch an den Staat: um alle erdenklichen Geschädigten soll er sich gefälligst sofort kümmern, aber dass sich die Regierenden „um die Wirtschaft“ kümmern, wird angeprangert. Dabei geht es doch gerade darum, Massenentlassungen zu verhindern, damit die Pleitewelle nicht zu groß wird. Im übrigen muss alles Geld, das der Staat zuwendet, irgendwann von Steuerzahler/innen erwirtschaftet werden – und wir zahlen derzeit immer noch die Finanzkrise! (Bei der es tatsächlich um Auswüchse des Finanzkapitalismus ging und derartige Anklagen viel berechtigter waren).

    Real existierende, sich sozialistisch nennende Gesellschaften haben zudem noch in jedem einzelnen Fall nur eine Mangelwirtschaft zustande gebracht – ich sehe nicht, dass die Versorgung im Krisenfall dort eine bessere gewesen wäre oder sein könnte!

    Dann heißt es noch:

    „Medikamente und Impfstoffe zu entwickeln ist teuer und eine profitträchtige Nachfrage nach diesen Maßnahmen gibt es in kapitalistischen Verhältnissen nur, wenn eine Epidemie ausbricht, wenn es also schon zu spät ist. Und auch dann zählt das Geld.“

    Einen Impfstoff und Medikamente gegen ein Virus zu entwickeln, das man noch nicht kennt, ist schlicht unmöglich!
    Das ist ´so ein Beispiel, was mich so ÄRGERT an allzu „linkslastigen“ Texten: Dass sie im Furor dazu neigen, echten Nonsens zu schreiben, der dann auch berechtigte Kritik (die z.B. in Sachen Antibiotika greift) ins Unglaubwürdige ziehtl

    Genauso das Lamentieren über die empfohlene „soziale Distanz“ oder das Schließen von Schulen – aber keinerlei andere Problemlösung. Die Übertragungswege sind nun mal Fakt, wollen sie denn, dass wir uns alle solidarisch anstecken?

    Das Leben ist nun mal ein Risiko und im Fall von Katastrophen können Staaten maximal das Übel abfedern, aber niemals alle Bürger von jeglichen Folgen frei halten. WOMIT DENN? Klar, ich bin auch dafür, dass möglichst viel Solidarität geübt wird, aber der Staat alleine kann nicht alle Verluste ersetzen. (Eine Initiative, die ich heute auf Twitter supportet habe, ist z.B. der Verzicht auf Rückgabe/Erstattung von Tickes für wg. Corona ausfallende Kulturveranstaltungen)

    Ich denke auch, dass Corona dazu führt, dass sich Menschen wieder mehr umeinander kümmern. Täglich lese ich von vielen Ideen, Aktionen, Hilfeleistungen, kostenlosen Ersatzveranstaltung – gerade wurde in Berlin CARMEN mit Barenboim ohne Zuschauer aufgeführt und ins Netz gestreamt, alle haben honorarfrei (!) mitgewirkt.

    Ich habe mich ein wenig „in Rage geschrieben“, so für meine Verhältnisse. :-) Das liegt eben daran, dass ich mich immer noch „im Herzen links“ fühle – und deshalb regt mich sowas so auf!

  21. Wünsche uns allen ein gutes Durch- u. Rauskommen……

    Danke, @Ute

  22. @Claudia:

    Ich denke auch, dass Corona dazu führt, dass sich Menschen wieder mehr umeinander kümmern.

    Woraus schliesst Du das, ausser den von Dir genannten Aktivitäten?
    Anfang der 70er noch gab es Solidarität und Unterstützung im Verwandtenkreis.
    Obwohl sie bei uns in einem Umkreis von 100 km verteilt war, gab es Treffen und sogar Urlaub bei den Verwandten.
    Schön wäre es, wenn diese Zeiten wiederkämen.
    @Menachem:
    Deine Rechnung ist bitter. Wollen wir hoffen, daß die nächsten Wochen uns mehr Klarheit bringen.
    @Ute:
    Das mit der Sommerflaute störte mich eben gleich beim Lesen des Artikels, weswegen ich ihn garnicht weiterlas.
    Mittlerweile hält man eine leichte Abschwächung im Sommer für möglich.
    Die Quellen, die wir haben, sind z. Teil kolportiert, aus dem Zusammenhang gegriffen ect. Das einzige, was man da tun kann, ist immer am Ball zu bleiben.
    Das ist es, was ich tue, obwohl das einen gehörigen Schatten über den Tag wirft.
    @Horst:
    Ich schätze deine Expertise. Ich hoffe, daß Du mit deinen alten Menschen gut über die Runden kommst.
    @alle: Ich hoffe, dass unser Gesundheitssystem gut mit dieser Belastung zurechtkommt. Da mache ich mir Sorgen, in welchem Maße zurecht, kann ich nicht sagen. Inwieweit diese Krise uns als Gesellschaft stärken kann (immerhin gäbe es diese Option) ist ebenfalls unklar.

    Eine gute Nacht Euch.

  23. Mit Musik gegen die Kellerrallay:


    Virus kreativ: 10 Corona-Songs, die Laune machen

  24. @Claudia „Ich habe mich ein wenig „in Rage geschrieben“, so für meine Verhältnisse. :-) Das liegt eben daran, dass ich mich immer noch „im Herzen links“ fühle – und deshalb regt mich sowas so auf!“

    Finde ich prima, dass du dich auch ‚in Rage‘ schreiben kannst, eben weil dir
    schlecht bestehende Verhältnisse ans Herz gehen.
    Mir geht es ähnlich, und mich mich stört auch der überheblich wirkende Abgesangston in dem besagten Text. Finde ihn trotzdem wichtig, da er
    Gefährdungs-u. Zerstörungsgrad einer globalisierten Wirtschaft
    zum Thema hat.
    Damit befasst sich auch der neue Beitrag v. G.Mersmann:
    https://neue-debatte.com/2020/03/13/lehrstunden-ueber-das-destruktive-der-globalisierung/
    Vor allem wegen dessen unaufgeregt, gelassen wirkenden Reflexionen schau ich immer wieder in die ‚Neue Debatte‘.

  25. „Pandemien belehren uns darüber, dass alle Menschen gleich geboren und deshalb auch in gleicher Weise sterblich sind. Dem entspricht, dass die Gefahr einer globalen Pandemie nur abgewendet werden kann, wenn das Konzept einer „Gesundheit für alle“ endlich verwirklicht und überall auf der Welt die einfache Wahrheit anerkannt wird, dass jedes
    öffentliche Gesundheitssystem nur so stark ist wie sein ärmster Patient.“
    Aus: Der Wirt ist immer der Fremde von Satya Sivaraman.“

    https://www.rassismuskritik-bw.de/sondernewsletter-hanau-aegaeis-corona/

  26. Aufschlussreiches Gespräch mit Ralph Hertwig, Psychologe und Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin,
    über die veränderte Risikowahrnehmung durch das Corona-Virus:

    https://www.deutschlandfunk.de/reaktion-auf-corona-epidemie-unsere-risikowahrnehmung.1148.de.html?dram:article_id=472435

  27. @Ute Plass : Das Interview mit Hertwig wirft ein gutes Licht auf die menschliche Psyche.
    Ich denke, die Zahlen pendeln sich ein. Und ab Herbst wird die Regierung schnell mit Verboten reagieren müssen, wenn ein plötzlicher Anstieg zu verzeichnen sein wird.
    So könnte es zumindest kommen.

  28. Hi, ich würde mal gerne noch einen sachdienlichen Hinweis hier einbringen, der mir heute nachmittag aufgefallen war.

    Die Hauptsymptome bei Corona sind Fieber und trockener Husten und manchmal Kurzatmigkeit.

    Die anderen Symptome, wie bei Erkältung und Grippe, also Müdigkeit, Schnupfen, Niesen, Gliederschmerzen, Halsschmerzen oder Kopfweh, treten dort nur manchmal bis selten auf oder gar nicht auf.

    Das könnte zu einer eigenen Fehlbeurteilung führen, das bei leichten Unwohlsein auch nur von einer leichten Erkältung ausgegangen wird.

  29. Aufgrund der medial und politisch geschürten Massenhysterie zum Thema widmet Rubikon dem neuartigen Coronavirus ein Themen-Special:
    https://www.rubikon.news/artikel/die-corona-pandemie

  30. Mir erscheinen die zum Schutz der BürgerInnen verordnete Maßnahmen
    mittlerweile eher wie ein Test für’s vorhandene ‚Gehorsams-Kapital‘, sozusagen ein ‚Untertanen-Check‘.

  31. Anstatt über die destruktive globalisierte Wirtschaft zu sprechen, stabilisiert die Politik die-se Wirtschaft. Alles zur Rettung der Schwachen?

  32. Ein Gespräch mit dem Evolutionsbiologen Rob Wallace über die Gefahren von Covid-19, die Verantwortung der Agrarindustrie und nachhaltige Lösungen zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten.

    https://amerika21.de/analyse/238220/coronavirus-und-agrarindustrie

  33. Auch die Versorgung v. PatientInnen in ambulanten Praxen kann nicht mehr
    gewährleistet werden. Gestern (Sonntag) bekam ich eine Info von meiner
    Zahnarztpraxis, dass mein heutiger Termin abgesagt werden muss, u.a.
    wegen Materialnotstand (fehlende Desinfektionmittel…)

    Das verdeutlicht die Notwendigkeit, dass die Produktion von Lebenswichtigem wieder ‚vor Ort‘ geschehen muss.

  34. @Claudia – Du äußerst kurz und knapp: „(Obwohl ich z.B. die Durchökonomisierung des Gesundheitswesens auch beschissen finde!)“
    was Monja Schünemann (Krankenschwester u. Historikerin) in folgendem
    Beitrag voller Zorn belegt:
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=59319#more-59319

  35. @Ute:
    „Das verdeutlicht die Notwendigkeit, dass die Produktion von Lebenswichtigem wieder ‚vor Ort‘ geschehen muss.“
    Ja, vielleicht erinnert man sich hinterher an solche Maxime.

  36. hallo ihrs,
    anbei was länger geratenes in 4 teilen, sorry, ein kommi dar f nur 3ooound
    paarzerquetztscgte lang sein

    „Die subjektive Antwort auf die unmoralische, unvernünftige und unästhetische Tatsache der Krankheit ist eine biografische und soziale Wahrheit.

    ich liebe spieltheorien, habe sie von jugend an mit kino im kopf aus büchern gesaugt, in kiefernbaumrinde als ordnendes Chaos
    im Mandelbrotbäumchen der Wiederholung in deren Maserung
    entdeckt.

    Mein Lieblingsbaum war eine sehr hohe kiefer,
    auf dem Korber Kopf nahe dem Schuetzenhaus. dorthin
    zog es mich gelegentlich, ganz früh, sonntag morgens, vor Beginn
    der Wettkämpfe (war „jugendsportschütze“ luftgewehr und
    manchmal Kleinkaliber) im Schützenhaus hinauf, aus dem Wipfel
    heraus-, in eine äusserst bequeme Astgabel gefläzt-, hatte man einen
    grandiosen Blick ins Remstal bis hin zu den Stuttgarter „höhenzuegen„.

    die damaligen Bilder haben zu einem geringen Teil meine sichtweise auf die „welt“ geprägt. alles war mit allem verbunden, die sich so fantastisch ineinander verschlungenen adern der Kiefernbaumrindenstücke waren ein Wegweiser zum echten, natürlichen Wesen der welt für mich.

    klingt sehr naiv, ist mir heute wohl bewusst:;). ich erwähne dies nur
    um die folgenden prägungen der verschlungenen Umwege meiner persoenlichen adoleszens etwas anschaulicher in den Begriff meines Textens zu bringen.

    vom ich zum wir, gemeinschaftskunde.

    war ein titel eines schulbuches in der damaligen „Volksschule„.
    alles klar geordnet, logisch aufgebaut, im konsens mit dem
    allumfassenden kulturkanon der mitteleuropäischen kultur.

    whow.
    -ende teil 1-

  37. teil 2

    die folgenden jahre überspringe ich, sonst wird das hier etwas zu lang.

    also kurz:

    meine subjektive antwort auf die unmoralische („aber was, herr professor, was zur hölle bedeutet moral?“) unvernünftige und geradezu hässliche Tatsache der Krankheit coronavirus ist schlichter
    zweifel an der gesamten zusammengeschusterten wahrheitsgehaltsgebäudementalität dieses globalen Irrsinns.

    ich liebe kartenhäuser, vor allem gedankliche Gebäudeeskapaden, die jederzeit durch den Flügelschlag eines Schmetterlings in der Sahara in sich zusammenbrechen könnten, wenn man es nur mit seinen Sinnen wahrnehmen könnte.

    was auf dauer zählt, ist die theorie dahinter.

    meine Sichtweise der Dinge und Verhältnisse unterscheidet sich von der „marktüblichen“ vermutlich um ein vielfaches einer vereinfachten Kritik an einem realen gegenüber, vor allem hier, im netz der unendlichen mögichkeiten und plausiblen Wahrscheinlichkeiten, ähnlich der Antriebs-
    weise des vom doppelköpfigen geklauten Raumschiffs von douglas adams mit dem unwahrscheinlichkeitsdrive und dem bistromaten.

    dessenungeachtet einfach weiter in die tasten geklapert, meine cherryrattert nur so vor sich hin und ich bin selbst überrascht, welche buchstabenkonstellationen sich hier einfach so ‚aus dem nichts‘ entwickeln.

    wo wollt ich hin.. ah..
    also die USA sind definitiv pleite.
    Die börsen sind lediglich abziehbildchen vermarktende, hochfrequente desinformationsschleudern, die globalen Märkte sind reaktionsträge nachtragende just in time verluste generierende urweltmonster; die billiarden , den globus im sekundentakt umkreisenden fantastilliarden der scheinchenhändler sind nicht weiter als grober unfug, Lego für erwachsene.

    jetzt ist es aber so, dass noch einige wenige „halbwegs vernuenftige“ selbstbewegliche zewibeiner täglich mit hammer und schraubendreher für haltende nägel in der Wand sorgen und sicherstellen, dass die Kartenhäuser der Finanzgiganten immer noch einen schritt weiter den in sich den instabilen
    zusammenhalt gewährleisten den anschein haben können um den naechsten Börsengong erklingen zu lassen.

    blöderweise werden nun im rahmen der virusbekämpfung die schulen und kindergärten geschlossen und die zumeist kinderhabenden normalarbeiter sollten tunlichst aufs homeoffice umsatteln.

    dies meine gelieben politischen entscheidungsträger ist meiner bescheidenen ansicht nach
    ein grandioser hirnfurz.

    wie verlege ich beispielsweise einen Buchen oder Eichenparkettfussboden in einer ‚Berliner Schule oder einem frankfurter Schulkindergaten aus meinem Homeoffice heraus? mit der Maus und USB-Funk???

    ihr seid doch alle irre!

    ende teil 2

  38. doch nur teil 3..:)

    „Es kommt, bei einer Person wie bei einer Gesellschaft, nicht allein auf die Krankheit an, sondern auch darauf, wie man mit ihr umgeht, wie man sie erträgt, wie man ihr begegnet, was sich durch sie verändert und was nicht. „

    es kommt bei einem Schauspiel vor allem auf die Glaubwürdigkeit des Sets und der Story sowie deren Umsetzung an, egal was die Fakten hergeben: der Zuschauer muss von der Geschichte derartig überzeugt sein, dass kritische ‚Fragen automatisch im Filter „verschwörungstheorie“ verschwinden.

    Es ist immens wichtig, einem schauspieler zu glauben, dass er tatsächlich in der lage ist all diese unglaublichen Stunts in den aktionfilmen real vollbringen zu können, ganz ohne netz und doppelten boden.

    fehlt dieser glaube, fällt der Film.
    (

    scheitert der Euro, scheitert europa)

    alles angstschuerende Floskeln einer gehirnwaschmaschine, von einer höherstehnden kiefer aus einer astgabel betrachtet.

    „So ist die Krankheit ein Zweites: Ein Spiegel, ein Bild, ein Kommentar. „

    ja so ist es, mein kommentar zu den derzeitigen verhältnissen ist ZWEIFEL!
    china bedroht die wirtschaftliche vormachtsstellung der imperialen US-Amerikanischen Finanzstreitkräfte, chinas wirtschaft kommt über nacht durch einen virus nahezu zum Stillstand.

    bei Marktkauf gibts kein klopapier mehr, so nebenher gesagt..

    SEID IHR ALLE KOMPLETT BESCHEUERT????

    „Sie zwingt eine Wahrheit hervor, aus einer Person oder aus einer Gesellschaft.““

    dem ist nichts hinzuzufügen.

    gruss aus dem remstal
    inohmanndaswaretwaslango

  39. verflixt doch 4 teile..
    hier der fehlende part, the missing link..

    „Die Wirklichkeit der Krankheit führt zu einer Wahrheit ihrer Subjekte.“

    in echt könnte man meinen, der ernst der lage erfordert die dieser tage durchgesetzten massnamen der kastration des gesamten öffentlichen lebens.
    wer soll das alles bezahlen? die horrenden verdienstausfälle durch nichtanwesenheit der herstellenden mitarbeiter, busfahrer die abgeschottet vom beförderungsgut lediglich busfahren, kontrollieren und kassieren is nich mehr.

    nur als beispiel
    die reine unvernunft der gesamten massnahmenpakete ist an sich schon unfassbar.

    was soll das werden?
    eine neue republik?

    oder soll den leuten aufs neue nochmal ein neues alphabet ins gehirn gemeisselt werden?

    irgenwie sieht das alles nach hollywood aus. damit die leute die zwingend notwendigen sanierungsmassnahmen des globalen hochfrequenzfinanzbeschisses
    irgendwie als plausibel ansehen und den ausführenden Organen dies als notwendige Massnahmen und kluge weitsichtige politische Weichenstellungen abkaufen werden, wird zunächst mal die komplette vordergründig durchsichtige weltwirtschaft gegen die Wand gefahren.

    dann, im heroischen kampf gegen den PANDÄMON GRIPPEVIRUS werden sämtliche bürgerrechte auf den müllhaufen der geschichte verfrachtet und mittels einer neuauflage der gloriosen bankenrettung (ihr erinnert euch an „Griechenland“ ?)
    mittels notstandsgesetzgebung die letzten blutstropfen aus den Lämmern
    herausgesogen.
    Tuchholsky:

    nur die dümmsten kälber..

  40. @Gerhard: „Ja, vielleicht erinnert man sich hinterher an solche Maxime.“

    Die Frage ist, wann ist ‚hinterher‘?

  41. @Ingo – Danke Ingo, dass du dem ‚Angst-Virus‘ nicht auf den Leim gehst.

    Verweise nochmal auf den Beitrag: „Die Gesundheitsdiktatur“
    https://www.rubikon.news/artikel/die-gesundheitsdiktatur

  42. „Covid-19-Patienten kommen allein, weil keine Verwandten sie begleiten dürfen. Wenn sie sterben, dann spüren sie es, sie sind dabei ganz klar. Es ist, als würden sie ertrinken. Nur langsamer. So, dass sie alles mitbekommen.“
    Francesca Cortellaro – Chefin der Notaufnahme des Krankenhauses San Carlo Borromeo in der Nähe von Mailand

    Für einen längeren Kommentar bin ich im Augenblick noch zu sprachlos – zu groß, zu intensiv und irgendwie surreal sind die momentanen Eindrücke und Informationen, um klare Gedanken haben zu können. In kurzen Momenten blitzt die ganze Tragweite dieser vorbei rauschenden Lawine auf, in der wir uns alle zur Zeit befinden – aber im nächsten Moment verdränge ich das gesehene Bild wieder und hoffe, dass dieser Albtraum bald zu Ende ist…

  43. @Ingo: na klar, du siehst – wie immer – wieder alles als inszeniert von bösen Mächten an! Dabei trifft die Corona-Krise ja auch und nicht zu knapp die „Geldmächte“ dieser Welt, denen nichts Schlimmeres passieren kann, als dass die Weltwirtschaft schwächelt, gar „an die Wand gefahren“ wird.

    Die Börsen stürzen ins Bodenlose, überall drohen jede Menge Pleiten – auch dabei gibts klar ein paar Profiteure, aber auch die meisten Mitglieder des „einen Prozents“ mögen es nicht, wenn ihre Vermögen zügig abwerten!

    China lässt seine Wirtschaft grade wieder anlaufen, es wird natürlich eine gewaltige Lücke geben, aber dann läuft das wieder, wird schließlich gebraucht. Und wie die USA mit ihrem desolaten „Gesundheitssystem“ am Ende da stehen, wird sich noch zeigen.

    Dass die physisch zu verrichtenden Arbeiten nicht vom Homebüro gemacht werden können, ist jedem klar. Deshalb enthalten die „Maßnahmen“ ja auch entsprechende Ausnahmen: nur wer KANN soll ins Homebüro.

    Ich zweifle im übrigen kein bisschen daran, dass die Beschränkungen der Bewegungsfreiheit eher früher als später wieder aufgehoben werden. Schließlich bringt jeder Tag immense Verluste – und das findet niemand gut, schon gar nicht unsere Politiker (mit Ausnahme der Pappnasen von der AFD, die gerne RICHTIG geschlossene Grenzen auf Dauer hätten – und offenbar glauben, die LKW-Kolonnen auf den Autobahnen fahren zum Spass da rum!)

    Dass es den Euro gibt und einen normalerweise offenen Schengenraum finde ich klasse. Und erhaltenswert! Aber das weißt du ja lange…

  44. Weil von der so schlimmen Kommerzialisierung des Gesundheitswesens (mal direkt, mal indirekt) die Rede ist: wären die Krankenhäuser „voll-durchökonomisiert“ gäbe es davon in D nicht fast 2.000. Es wäre dann höchstens die von der Bertelsmann-Stiftung vorgeschlagene Zahl. Früher hat man dieser Stiftung nach meiner Erinnerung immer ihre „Kapitalnähe“ vorgeworfen. Ich auch. Weshalb mögen die dann wohl Konzentration vorschlagen?

    Übrigens schlagen die nicht vor, die Krankenhäuser da zu schließen, wo es zuwenig gibt. Sie schlagen aber vor in Ballungsgebieten, wo es schon mal im Umkreis von 30 Kilometern 50 und mehr solcher Häuser gibt, zu Gunsten von Konzentration von Eingriffen und Sammeln von mehr Erfahrung zu beschränken. Nur wer eine Sache oft macht hat die Chance sie gut zu machen. Das gilt übrigens immer für das ganze befasste Team und nicht nur für den genialen Operateur. Wer verweigert immer wieder die Aufnahme solcher Erkenntnisse in die Regeln des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA)?

    Wo Gesundheitssysteme staatlich sind, wo Krankenhäuser (KH) staatlich sind, ist die Versorgungsdichte und -qualität übrigens nicht besser als in gemischten Systemen. Jede Vergütungsart (Einzelfallvergütung, Vergütungspauschalen, Sockelfinanzierungen mit „Häubchen drauf“) bietet Missbrauchsmöglichkeiten und Fehlanreize. In Deutschland haben wir zum Beispiel keine systematische Besserversorgung oder Schlechterversorgung abhängig von der Eigentümerschaft von Krankenhäusern. Rosinenpickerei werfen natürlich die kommunalen KH den privaten KH gerne vor, der Verdacht ist nicht unbegründet, belastbare Belege fehlen natürlich. Aber den Datenschutz wollen wir dafür nicht abschaffen wegen der begleitenden Schäden.

  45. @Wolf-Dietrich: danke für diesen differenzierenden Einwurf! Unter „Durchökonomisierung“ fällt ja nicht nur die Zahl der Krankenhäuser (für deren Konzentration du gute Argumente bringst). Sondern auch,

    -> dass mein Augenarzt 80% meines Besuchs damit zubringt, mir Diagnoseverfahren für mehrere hundert Euro aufreden zu wollen, die die Kasse nicht zahlt. Aber mein Problem mit schwankenden Brillenwerten ignoriert und an die Optiker verweist.
    -> Das ein deutsches 2.Klassensystem immer noch existiert, ein Sonderweg, den es sonst nirgends gibt und den alle spüren, wenn sie als Kassenpatient zum Arzt müssen.
    -> Dass die Polykliniken aus der DDR nicht übernommen wurden, sondern nun „Ärztehäuser“ existieren, bei denen jeder für sich Unternehmen sein muss.
    -> Dass unnötige Ops massenhaft stattfinden, weil das viel Geld bringt, aber Physio-Verordnungen mittlerweile nurmehr 20-Minuten-Termine sind (lächerlich, werden dann zusammen gelegt, was nicht Sinn der Sache ist)
    -> dass man Armut wieder an den Zähnen sieht,
    und vieles mehr, das hier den Rahmen sprengen würde.

  46. Eine meiner Töchter arbeitet in Baden-W. an einer Förderschule.
    Viele dieser Kinder kommen aus prekären Verhältnissen, die sich aufgrund der ‚Zwangs-Ferien‘ potenzieren dürfte : Angefangen von fehlender warmer Mittagmahlzeit, fehlender sorgender ‚Aufsicht‘, was bedeutet, dass ein gut Teil dieser Kinder übersteigertem Medienkonsum ausgesetzt sein wird, überforderten Eltern, denen ’schneller mal die Hand ausrutscht’…….
    Die blödsinnige Anordnung von Kinderspielplatz-Sperrung macht es für diese Kinder u. Familien zusätzlich schwer, die ‚Corona-Zeit‘ einigermaßen unbeschadet zu überstehen.

    @Claudia –
    Woran machst du fest, „dass die Beschränkungen der Bewegungsfreiheit
    eher früher als später wieder aufgehoben werden“?

  47. Ute Plass Gestern, 08:19 (Zitatlink)

    @Ingo – Danke Ingo, dass du dem ‚Angst-Virus‘ nicht auf den Leim gehst.

    Zu den „Einfallstoren“ für die Feinde der Freiheit gehört neben der Furcht vor Terrorismus vor allem der durch Pandemien ausgelöste Notstand. Wie wir am Beispiel der Vogel- und Schweinegrippe gesehen haben, muss es sich dabei keineswegs um einen realen Notstand handelt. Die WHO hat im Mai 2009 eigens die Definition von „Pandemie“ geändert, um die Schweinegrippe zu einer solchen erklären zu können. Sie strich kurzerhand das Kriterium „hohe Sterblichkeit“.

    Gerade die Sterblichkeitsrate war aber bisher eine relativ objektiv messbare Größe, um die Gefährlichkeit von Seuchen einzuschätzen. Fällt das Kriterium „Sterblichkeit“ weg, so sind Manipulationen Tür und Tor geöffnet. Ähnlich wie in der Terrorismusbekämpfung bestimmten nicht mehr nur Fakten, sondern eine diffus gefühlte „Bedrohungslage“ die Gesetze des Handelns.

    während der Geisterstunde relatiViren sich die Bedeutungen.
    meine kleine Anmerkungen zu den Corona hysterischen
    destabilisierungsmassnahmen sind alles nicht durchdachte Metaphern
    für das was sie in mir -gefühlt- ausloesen.

    ich habe einfach maL den „sau-rauslassen“ kanal geöffnet
    und drauflosschwadroniert, etwas das mir liegt wenn ich an einer tastatur sitze und mich verpflichtet fühle das maximale mit minimalstem aufwand
    herauszuholen.

    da ist zum beispiel der eingangs erwähnte kiefernbaumwipfel
    (klar existiert diese Kiefer auch heute noch, ich war tatsächlich
    manchmal frühmorgens dort und hab mir korb und umgebung
    von oben gegönnt)

    es hat keinerlei gesellschaftliche Auswirkungen was mir so durch den schädel
    tamifluiert wenn ich beginne selbst die techniken anzuwenden die mir
    die staatlichen terroristenverbände so unglaubwürdig vorzuspielen.

    es ist der Hinweis mit der Spieltheorie der mich vor mir selber schützen sollte was erwartungsgemäss schieflief :)

    @Ingo: na klar, du siehst – wie immer – wieder alles als inszeniert von bösen Mächten an! Dabei trifft die Corona-Krise ja auch und nicht zu knapp die „Geldmächte“ dieser Welt, denen nichts Schlimmeres passieren kann, als dass die Weltwirtschaft schwächelt, gar „an die Wand gefahren“ wird.

    wenn du einmal erst mit einem label versehen bist, kann sich an den
    verständnissgrundlagen eben nichts mehr ändern. wir alle haben unsere labels verteilt und leben in diesen Scheinwelten, die sich „in echt“
    zunehmend leichter von den herrschenden nach beliebigkeit manipulieren lassen.

    im grunde ist es mir auch gleichgültig, einzelstimmen sind nichts im Chor der
    katastrophengangster globaler Reichweite, was solls also.

    bleibt das Gefühl, nur einmal „nein“ gesagt zu haben in einer zeit
    in der die Ja sager die prügel einstecken und sich auch noch dafür bedanken
    den kakao trinken zu dürfen durch dan sie zuvor gezogen wurden.

    mit 64 erlebten wintern sieht man die dinge nicht mehr so eng,
    und nichts kann mir die freude über die teilnahme an diesem forum hier
    vergällen:)

    wieviele eremiten werden sich in die -noch- staatlich unkontrollierten Baumwipfel zurückziehen?

    wer weiss das schon.

    friedliche grusse vonner rems
    inistsowisoallesschonzugemachtgo

  48. https://ethz.ch/content/dam/ethz/special-interest/gess/chair-of-sociology-dam/documents/education/spieltheorie/literatur/Leininger%20Amann%20Einf%C3%BChrung%200708-ST1-Vorlesung-Skript.pdf

    fasse dich kurz:)
    ja aber..
    wenn 3600 zeichen die OBERGRENZE sind, dann
    sind verweise (links) angebrachter, ein ideeengebäude
    zu einem erklärbärbaren etwas zu minimimern,
    wer mag und zeit hat kanns ja mal lesen.

    gruss vonnerrems
    inwerlesenkannunddiezeitdazuhatistklarimvorteilgo

  49. @Ingo – werde mir nach u. nach deine Verlinkung über die ‚Spieltheorie‘ zu Gemüte führen.

    Hier noch ein ‚Augenöffner‘:
    https://hinter-den-schlagzeilen.de/der-neue-totalitarismus

  50. Zitiere aus: https://www.rubikon.news/artikel/die-welt-in-angst

    „Mit dem Coronavirus verbreitet sich die Angst davor. Das ist eine natürliche Reaktion, die manchmal Leben retten kann, manchmal auch Leben gefährden. Um Panik-Schäden zu verhindern, hat uns der Schöpfer oder die Evolution mit einem relativ großen Hirn ausgestattet. Philosophen sehen in diesem Organ — vor allem dem Vorderhirn, das den größten Platz im Schädel einnimmt — den Sitz der Vernunft, Psychologen den Sitz der Fähigkeit, Probleme durch Denken und Diskutieren zu lösen, oder einfach die Moralkompetenz. Panik kann selbst zur pathologischen Seuche werden und größere Schäden anrichten als das, vor dem man Angst hat. Sie ist dann pathologisch, wenn sie beim Menschen jegliche Fähigkeit zum Denken und Diskutieren ausschaltet. Davon befallen können alle werden, auch Politiker und andere Meinungsführer. In solchen Fällen wächst die Gefahr, die von Paniken

  51. @ute

    Panik kann selbst zur pathologischen Seuche werden und größere Schäden anrichten als das, vor dem man Angst hat. Sie ist dann pathologisch, wenn sie beim Menschen jegliche Fähigkeit zum Denken und Diskutieren ausschaltet. Davon befallen können alle werden, auch Politiker und andere Meinungsführer. In solchen Fällen wächst die Gefahr, die von Paniken

    gestern abend gelang es mir noch bei „Marktkauf“ ein ganzes , in scheiben geschnittenes „hausbrot“ zu kaufen. Klopapier war immer noch alle aber imerhin, etwas wurst und 2x 400 gramm butterkäse, der wegen seiner „geshcmacklosikeit meistens liegenbleibt, ein einkauf für „UZe“ (unter zehn euro) :); eine der Verkäuferinen war etwas redseliger und wir palaverten
    ein wenig über die leeren Regale; sie sagte: hier gehts ja noch, anderswo sind die Sitten etwas rauher (ein Penny? Netto? Edeka? -Laden hier in SF)

    ein Hamsterer hatte sich 50 (!) pakete Windeln aufgeladen und war auf dem Weg zur Kasse; ein weiterer Kunde, der dringend 1 Paket windeln brauchte fragte diesen grossgrundbeschwitzer ob er ein paket für sein kind abgeben könne, da er alles was da war mitgenommen hat.

    dieser verneinte.

    daraufhin nahm sich der 2. ein paket vom Stapel aus dem Einkaufswagen des ersten idioten.
    dieser wurde tätlich und das personal verstandigte die schnell eintreffende Kripo. inzwischen kam es wohl zu weiteren handgreiflichkeiten, die allerdings keinen Blutzoll forderten und die kripo schlichtete das chaos schliesslich.
    letztendlich hat der mistkerl doch alle 50 Pakete kaufen dürfen

    ,
    wer zu erst kommt , mahlt hier eben auch zuerst, ganz wie früher. Faustrecht vor Gemeinschaftskunde.
    ein vollgeschisener babyhintern mehr oder weniger ist lange nicht so wichtig und moralisch anständiger als das recht auf kaufbares eigentum.

    ob es strafrechtliche folgen haben wird, keine ahnung, die Verkäuferin die mir das erzählte hat sich dann dem nächsten kunden widmen muessen: ;)

    ich vermute hier ist ein krasses beispiel von „panik und eigennutz“ sichtbar geworden. wie kommt einer, der selber kinderhintern säubert dazu jemand
    anderen in einer „notsituation“ derartig abblitzen zu lassen?

    inkoppschuettelgo

  52. @Claudia
    Zu den Details kann ich ja kaum sachlich was schreiben, vielleicht interessiert Dich aber mein Kommentar (nach 16 Jahren als Patientenvertreter):
    1) Für Dein Augenproblem ist der Optiker wahrscheinlich die bessere/richtigere Adresse. Bei den Riffreportern findest Du einen Artikel was Patienten gegen ausufernde Igelitis ihrer Ärzte machen können. Letztlich: einen anderen Arzt suchen. Frag wenn Du suchst.
    2) Die Kritik am „2-Klassen-System“ ist wohlfeil. Es ist wie es ist. Wenn die Privaten alle in die GKV kommen haben wir ein Finanzproblem. Die sind oft häufiger beim Arzt, werden uns viel kosten und wenig bringen. Die FAZ quillt über vor Tipps wie die armen Privatversicherten im hohen Alter wieder unter die warme Decke der GKV kommen. Denn die GKV leistet mehr für weniger Geld. Und man wird nicht so häufig gefährdet durch Übertherapie. Insgesamt: ich halte die Kritik daran für verfehlt.
    3) Inzwischen haben wir auch MVZs und kaufmännische Dienstleistungen. Und die Ärzteschaft findet das nicht toll. Die wollen Unternehmer sein wenn es ihnen nützt und Angestellte wenn das bequem ist. So ist der Mensch, Deine Kritik geht gegen die Art wie Menschen sind.
    4) Das hat zwar wenig miteinander zu tun, liest sich aber plakativ. Was meinst Du, wer alles noch gerne Geld von der GKV bekäme? Und mit den Privaten zusammen geben wir fast 400 Milliarden für Gesundheit und rundrum p. a. aus. Wenn das alles sinnvoll ist mag es gut sein. Aber die Verteilung stimmt halt nicht so richtig aus Patientensicht. Aber die Physiotherapeuten streiten um die Leistungshonorare und deren Verteilung, auf Seiten der Patienten sind nur Patienten. Und deren Geld alleine reicht nicht, da müssen auch die Versicherten noch mit ran. Und die Patienten sind schließlich auch Egoisten.
    „dass man Armut wieder an den Zähnen sieht,“
    Das stimmt oft, aber nicht in Deutschland. Da sieht man nur wer aus lauter Angst vorm Zahnarzt sich drückt. Und wer seine Zähne nicht genügend pflegt (hängt von der jeweiligen Generation ab). Ich war lange speziell bei der Zahnmedizin.

  53. @Ute:
    „Woran machst du fest, „dass die Beschränkungen der Bewegungsfreiheit
    eher früher als später wieder aufgehoben werden“?“
    Am wirtschaftlichen Desaster. Und an den zunehmenden „Kollateralschäden“, die du ansprichst.

    @Ingo:

    „wenn du einmal erst mit einem label versehen bist, kann sich an den verständnissgrundlagen eben nichts mehr ändern.“

    Dunkel deiner Rede Sinn! Ich hatte das Argument gebracht, dass das Virus ja alle gefährdet und insbesondere die wirtschaftlichen Folgen auch die „üblichen Verdächtigen“ empfindlich treffen.
    Aber hey, nichts liegt mir ferner, als dir den Spass an diesem Forum zu verderben! Auf deine mäandernen Einlassungen will ich keineswegs verzichten, auch wenn ich immer mal wieder ganz anderer Meinung bin!

    Zur Versorgungslage: wohl aufgrund der Supermarktdichte ist es hier in Berlin recht entspannt. Klar, Klopapier ist immer mal wieder alle, vor allem die billigen Sorten, auch Nudeln und Dosen sind sehr begehrt, doch es wird hier immer alles sehr schnell aufgefüllt.

    Wolf-Dietrich: deine Anmerkungen sind ein Beispiel dafür, dass man beginnt, die Dinge anders zu sehen, wenn man sich einarbeitet und Funktionär/in wird. Das ist mir in meinem politisch aktiven Leben in den 80gern durchaus auch – stellenweise! – so gegangen (Thema Mieten, Sanierung, Stadtplanung).

    Zu 1: die Individualisierung (geh doch zu einem anderen Arzt) ist keine Lösung des Problems, das ich kritisiere. Es zerstört das Vertrauen in die Ärzteschaft, wenn man nicht mehr weiß, ob eine Maßnahme sinnvoll ist, weil sie das Einkommen des Arztes mehrt oder weil sie wirklich nützlich ist (der „andere Arzt“ würde mir die ja dann vorenthalten, ohne dass ich es weiß!). Im nützlichen Fall stellt sich die Frage, warum es dann nicht die Kasse zahlt. Statt einer teuren Augenuntersuchung mit bildgebendem Verfahren zahlt die Kasse z.B. nur eine antike Version, um zum selben Ergebnis zu kommen, doch muss sich der Patient dafür Kontrastmittel spritzen lassen. Macht heute niemand mehr freiwillig, wenns auch ohne derlei geht.

    2) Du krisisierst die PKV ja selbst: Übertherapie (im Einzelfall gefährdend, insgesamt Ressourcenverschwendung), und sagst, GKV leiste mehr für weniger Geld. Auch heißt es doch immer, bei der PKV wären vornehmlich junge/gesunde Leute, demnach kann es eigentlich nicht sein, dass die nur mehr Kosten verursachen würden. Sie würden vermutlich auch ihr häufiges zum Arzt gehen reduzieren, wenn sie nicht mehr privilegiert wären.

    3) Was sind MVZs?

    4) Kenne das Problem, ein weiterer Nachteil der PKV, dass sie im Alter für viele unbezahlbar wird. Das ist doch nicht in Ordnung!

  54. Die Perspektive bestimmt den Blick auf die Dinge. Es ist auch weniger der subtil eingebrachte Aspekt des „Funktionärsdaseins“ als die zunehmende Kenntnis des Systems und seiner Bedingungen. Ich habe in den letzten 16 Jahren eine vorher nur in der Grundschule erlebte Steilheit der Lernkurve beobachten dürfen (und bin dankbar).

    MVZs sind „Medizinische Versorgungszentren“, schlicht unter einem anderen Namen das, was Du vermisst. Es gibt sie, sie lösen manche Probleme und schaffen dafür andere Probleme neu. Meine Bilanz ist bis jetzt neutral. Bei Abschaffung der doppelten Facharztschiene würde ich sie begrüßen. Meine Lieblingsfrage: Wofür brauchen wir niedergelassene Radiologen? Der millionenteure Maschinenpark ist an einem zentralen Krankenhaus, verbunden mit guter Erreichbarkeit, wesentlich besser und wirtschaftlicher zu unterhalten.

    Du kritisierst die persönliche Gewinnsucht des Menschen, hier speziell bei Ärztinnen und Ärzten. Die Fachrichtung Auge ist besonders bekannt für die vielen „IGEL-Leistungen“. Sie sind meist unnötig bzw. nur teurer oder nur komfortabler und weniger ertragreich. Auf sie zu verzichten bringt keine Nachteile, mir ist nicht ein Nachteil bekannt. Aber ich kenne die „Argumente“ für sie ganz gut. Sie sind teilweise einfach dämlich. Aber Patientinnen und Patienten können die Asymmetrie der Beziehung zum Arzt nicht aufheben (und wenn werden sie damit nicht besser fertig). Übrigens kennt man auch HNO-Ärzte als sehr speziell. Ich hingegen habe hier einen außergewöhnlich netten Vertreter dieser Disziplin angetroffen. Und unter den ebenfalls sehr kritisierten Zahnärzten habe ich wieder (ohne besondere Beziehungen zu nutzen) ein außergewöhnlich kompetentes und freundliches Exemplar erwischt. Und Du kannst Dir vorstellen wie kritisch ich alle Ärzte auf ihre „Verenatauglichkeit“ prüfe.

    Wer in jungen Jahren unsolidarisch in die PKV geht hat aus meiner Sicht nicht den geringsten Anspruch im Alter auf Kosten der solidarischen (meist gezwungen solidarischen wie Corona hinsichtlich Freiwilligkeit nochmal deutlich zeigt) Versichertengemeinschaft günstiger und besser versorgt zu werden. Ich begrüße, dass die Gesetzgeber gegen die Funktionäre des Beamtenbundes die Pflicht für Beamte abschaffen sich privat neben der Beihilfe zu versichern. Auch wenn das uns Steuerzahler mehr Geld kostet.

    Den Kapitalismus (und seine Basis des Gewinnstrebens) abschaffen? Interessant. Belegte Beispiele für den Vorteil für die Bevölkerung gibt es allerdings nicht, nur Ideen, Träume und Gegenbeispiele.

  55. @Wolf-Dietrich: „früher“ war doch hierzulande auch kein Sozialismus, und doch erinnern sich viele an vergleichsweise stressfreie Arztbesuche ohne die Irritationen und Zumutungen, die heute normal sind. Wie erklärst du das? Die Ärzte konzentrierten sich darauf, das zu tun, was medizinisch erforderlich schien. Eine Software, die dazu da ist, die ertragreichste Reihenfolge von Diagnosen plus Behandlungen auszuwerfen, war undenkbar. Man wurde auch nicht aufs nächste Quartal vertröstet oder musste ewig auf einen Termin warten. Und, und, und… (Dass jetzt nicht mal mehr die Grundversorgung beim Zahnersatz von der GKV voll bezahlt wird, ist auch ein neuer Tiefpunkt!)
    Deine Anmerkung zu alternden PKVlern zeigt nur einmal mehr, dass das System falsch ist, dass es sie gar nicht geben dürfte! „Unsolidarisch in die PKV gehen“ ist doch nichts anderes als das Gewinnstreben, dass du als normal akzeptierst.
    Grade einen Artikel zum Thema gelesen, in dem jemand die PKV verteidigt. Daraus geht hervor, dass es da einen billigeren „Standardtarif“ gibt, auf den man zurück kann, wenn das Einkommen nicht mehr reicht. Der soll die gleichen Leistungen wie die GKV bringen – und wenn der auch unbezahlbar ist, dann beteiligt sich das Sozialamt. Ganz aufgeschmissen sind die also auch nicht.

  56. Manche erinnern so: früher war alles besser. Ich erinnere anders: es gab weniger Krankenhäuser, man musste ewig darin liegen, die Gefährdung sich anzustecken war wesentlich größer, die Zahl der Krankheiten, an denen man auf Dauer litt oder Schäden erlitt war höher, der Weg zum Arzt war weiter, man saß ewig in übervollen Wartezimmern wo sich alte Leute ewig die gleichen Krankengeschichten erzählten (ganz laut weil schwerhörig, Hörgeräte gab es wenig und schlecht) … und ja: es war eine andere Generation von Ärzten mit anderen Zielen, mit einem anderen Berufsverständnis. Dann hat unsere Gesellschaft entschieden, dass nur Arzt werden darf, wer in der Schule viele Einsen hat. Und dann hat die Gesellschaft die Ärzte bekommen, die sie haben wollte. Und dann hat die Wissenschaft ein paar 1000 eher ein paar 10.000 neue Krankheiten entdeckt.

    Beim Zahnersatz vertrete ich aus fachlichen Gründen eine harte Meinung: Zahnlücken sind bei guter Zahnpflege nicht nötig. Zahnersatz auf Kosten der Allgemeinheit ist und zumutbar. Wenn man das durchzieht kann man durch aus den wenigen medizinisch begründeten Ausnahmen eine Vollversorgung bezahlen. Aber das ist juristisch nicht durchsetzbar.

    Der von dir gelesen Artikel hat fachlich unzutreffende Angaben über den Leistungsumfang des Basistarif der PKV gemacht. Die PKV leistet in jedem Tarif weniger als die gesetzliche Krankenversicherung. Das muss auch so sein, damit sie mehr Dividende an ihre Aktionäre ausschalten kann

  57. @Wolf-Dietrich: wie? In JEDEM Tarif? Dass KANN doch gar nicht sein – der Artikel bringt auch da Beispielsvergleiche und du selbst hast gesagt, da würde eher übertherapiert!

  58. Reha fehlt völlig, hat nur die GKV drin. Übertherapie ist Anordnung von Ärzten und nicht von Krankenkassen. Sie gibt es bei GKV auch, nur nicht so viel. Ich halte sie übrigens nicht für eine Leistung auf der Haben-Seite, eher für eine Gefährdung der Patienten aus Profit-Interesse der Verordner.

  59. Nebenbei: Vom Balkon dem medizinischen Personal Applaudieren um 19 Uhr – das promoten Leute auf Twitter für Berlin. Ich finde es rührend, was für Solidaritätsbekundungen derzeit so kommen – z.B. auch diese.

  60. Nun, es wird sich zeigen, ob und wie die „Krise als Chance“
    begriffen wird:

    „Heuchler, Profiteure und andere Menschenfreunde – „Corona“ als Anlass für kollektive demokratische Selbstorganisation“

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=59428

  61. „Jedes menschliche Phänomen, jedes soziale und kulturelle Ereignis offenbart etwas über den Charakter und die innere Verfassung des individuellen und sozialen Kontextes, in dem Sprechen und Handeln dazu stehen. Im Fall der Coronakrise ist dies der tiefe Einblick in die Anfälligkeit und Fragilität komplexer Systeme, ihre Zusammenhänge und Funktionsweisen wie z. B. Globalisierung, Welthandel und Weltverkehr bis hin zum widersinnigen Kreuzfahrt-Tourismus.

    Dezentrale und regional verwobene assoziative Wirtschaftsstrukturen ohne Koppelung an Spekulationsbörsen und an wirklichen Bedarfen ausgerichtet, wären von den Auswüchsen und Zwängen der „überentwickelten Nationen“ (Leopold Kohr) weit weniger betroffen und heimgesucht.“

    https://hinter-den-schlagzeilen.de/der-corona-krieg

  62. Wie ‚das Virus‘ auch die positiven Seiten der Menschen hervorkehrt:
    https://www.deutschlandfunk.de/medienkonsum-in-corona-zeiten-hoffnung-dank-social-media.2907.de.html?dram:article_id=472841

    Viel Einsicht, Hilfsbereitschaft, Kreativität zeigt sich in der Bevölkerung. Daher braucht es nicht die ständige Drohkeule, dass es zu drastischeren Einschränkungen der Bewegungsfreiheit kommen müsse, wenn sich die Menschen nicht an die Vorschriften hielten. Mir gehen diese Drohgebärden aus dem Munde von Frau Merkel und anderen AngstmacherInnen gehörig
    auf die Nerven.

  63. @Ute Nun ich habe diesen Beitrag bei Neue-Debatte (urspr. Rubikon) gelesen. Meine Meinung ist in dieser Hinsicht radikal anders. Aber das ist nicht wichtig.

    Danke für den Link zum Artikel von Marina Weisband. Auch wenn ich das hohe Lieder der sozialen Netzwerke in dieser Krise schon deshalb nicht singen kann, weil ich nicht mehr dabei bin, melde ich anhand meiner Erfahrungen größte Zweifel an. Wie sagte Harald Welzer: Die Gesellschaft ist die Gesellschaft, die Leute sind die Leute. Aus Saulus wird kein Paulus werden. Auch nicht nach den schlimmen Erfahrungen, die vielleicht noch vor uns liegen könnten.

    Dass es gute und ziemlich anrührende Erlebnisse gibt, habe ich dennoch mitbekommen. Ich finde das auch schön und sitze selbst vor dem PC und verdrückte ein paar Tränchen.

    Die andere Seite ist die hässliche, die es eben auch gibt. Kürzlich habe ich mich durch die Kommentare bei Welt-Online gewühlt und war regelrecht schockiert. Was gibt es unter den Lesern für negative und abfällige Meinungen über diejenigen, die jetzt versuchen, die Kastanien für uns aus dem Feuer zu holen? Es tun sich Abgründe auf.

  64. ich proudly present:

    Meine wenigkeit ist SYSTEMRELEVANT!!!!

    und das hab ich schriftlich

    sollte ich also in eine systemrelevante Polizeikontrollierdreiheit geraten,
    sollten mir also wieder mal Maschinengewehrläufe mit dem (für mich) falschen
    Ende direkt ins Auge blicken auf oder neben

    meinem nichtherrenlosen Damenfahrrad,

    dannn….

    bleibe ich ruhig, KEINE PANIK!!, mit 42-facher entschleunigung weise ich die betampten darauf hin, dass ich unbewaffnet und grösstenteils vollkommen harmlos bin und lediglich meinen Ausweis mit der Systemrelevanzbestätigung zücken..

    ah,.. mooooment….

    langsam und vorsichtig mit spitzen Fingern aus meinem verschossenen Jacket herausanstageslichtbefördernundvorzeigen werde.

    hach was für ein tach!
    ich bin systemrelevant, ausgerechnet ich..
    ich fass ess nich, nein. womit habe ich das verdient?

    omannommannpomann
    innurkoppschüttelnmachtschwummerigergo

  65. @Wolf-Dietrich:

    2) Du krisisierst die PKV ja selbst

    der hätte von mir sein können, nein von mir #sein muessen.

    war das absicht? :)

  66. @Ingo: gratuliere! Dass du nochmal systemrelevant wirst, ist schon was Besonderes! ;-)

  67. betrifft: Ingos Sprachwerke

    Für die anderen Stammleser/innen, die das noch nie gesehen haben: Ingo war in den Frühzeiten des deutschen Webs recht aktiv, hatte damals zeitweise eigene Seiten und schrieb in Mailinglisten.
    Ich hab‘ Ende der 90ger/Anfang der 00er-Jahre dann mal eine Seite (Archiv, nicht wirklich Smartphone-fähig!) mit seinen Texten gebaut:
    ————————————-
    „Der mit der Trennwand tanzt“
    1. Ingo-Mack-Fanpage
    genial, entschlossen, Widerstand ist zwecklos
    ————————————-
    Dort sind nicht nur Ingos Texte, sondern auch zwei Rezensionen seiner originellen Sprachwerke.
    Der Titel „Der mit der Trennwand tanzt“ spielt auf das berufliche Wirken des Tischlers und Allround-Handwerkers an, der viele Jahre den Einbau von Trennwänden in öffentlichen und privaten Sanitärbereichen vorgenommen hat – eine tatsächlich sehr systemrelevante Arbeit!

    Die Texte eignen sich prima, um sich von der allgemeinen Corona-Stimmung mal erfolgreich abzulenken – ich lese da grade mal wieder rein und bin sehr angetan.
    Leseprobe aus „ganz kurz

    „die ironie ist eine hochentwickelte wissenschaft.
    ich liebe ihr.
    anders als beim zynbissmus umgeht man mit
    dieser waffe die gefahr der selbstverstuemmelung. „

  68. Ein Vergnügen, @Ingo, deine künstlerische Sprach-Werkstatt.
    Erinnert an die Dadaisten-Ära :-)

  69. https://www.youtube.com/watch?v=Qac5Kk1dKqU

    ja ja ja
    da da

    da

    in ganz ruhiger umgebung lässt sichs trefflich
    palavrieren, analysirenieren ein bisserl polemisieren
    und schlussendlich frustrenzentrieren.

    irgendwie liegt mir der Herr Sinn, der ist mir schon mehrfach
    sehr sehr positiv aufgefallen mit seiner heiteren Art die
    silben rüberzubringen.

    zahlen dadadaten fafafahkten
    sind der focus seiner komponentenreichen
    erzählungen aus grauer vor und neuzeit.

    empfehlenswert.

    wir werden alle draufgehen, irgendwann.

    :)
    indashabichschonlangvermutetgo

  70. @Ingo – habe in ‚den Sinn‘ reingehört. Leider finde ich meine
    „Lieblingsverschwörung“ bestätigt, dass unter dem Corona-Schirm
    eine Weltwirtschafts-Finanz-Krise segelt (die bereits vor der Corona-Krise an die Türe klopfte) und somit die „Käfighaltung“ jetzt für alle
    erfordert. Wo kämen wir denn hin, wenn jetzt die Leute auf die Strasse gingen?

    Immerhin, allen soll ja geholfen werden!

  71. Ute Plass Gestern, 12:41 (Zitatlink)

    @Ingo – habe in ‚den Sinn‘ reingehört. Leider finde ich meine
    „Lieblingsverschwörung“ bestätigt,

    ‚;)
    Ja; warum „leider“?
    Herr Sinn steht nun mit an sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit
    nicht in dem Verdacht mit den „verschwörungsaluhüten“ gemeinsame
    sache zu machen, ganz im gegenteil.

    Er ist meiner ansicht nach einer von der „alten Schule“, was journalismus,
    wissensvermittlung; lehrverantwortung; wissenschafts-redlichkeit und all diese elementaren dinge angeht

    wenn du auf diesen Trichter kommst durch ihn bzw. seine Darlegungen
    dann ist das doch nicht zu bedauern? ich finds gut.

    nur wenn wir genau wirklich wissen was mit wem und wann zusammenhängt
    können wir uns ueberhaupt einbilden uns selbst eine eigene meinung
    ueber ein ansonsten vermutlich nur sehr wenigen durchschaubares Expertenwissen zu bilden.

    nächste frage wäre dann:
    wozu sollte ich mir darüber gedanken machen, wenn ich sowiso immer davon auszugehen habe, einem fehlerhaften Gedankengebäude aufgesessen zu sein?

    wozu tue ich mir das an?
    um freunde zu verlieren, den job loszuwerden?
    anerkennung und respekt in der „realen“ welt aufs spiel zu setzen?

    alles duennes eis, zu duenn für einen ritt mit einem brauereigaul
    darüberhinweg. ich geh erstmal 2 wochen in deckung und verhalte mich
    staatstragend; dh: die haben erstmal gewonnen.

    gruss
    ingo

  72. @ingo. – „leider“ heisst, dass ich meine Annahme ueber das jetzt hereinbbrechende Desaster lieber nicht. bestätigt sehen möchte. Gruss aus der Suedpfalz, in die ich ein wenig ‚abgetaucht‘ bin mit d. Familie meines jüngsten Sohnes.

  73. das imperium schlägt zurück, blind um sich und trifft in die

    absolute leere.

    ich war mal in der lage mich innen auf absolut null zu setzen.
    ein zustand der es mir ermöglichte das plaudern der welt
    aussen vor zu lassen und meine neugier innen durch meine
    gedachten welten schweifen zu lassen.

    haette nicht gedacht dass dies ein schutzmechanismus ist
    der einen jegliche art von verletzung unbeschadet überstehen lässt.

    soviel zur theorie, in der praxis ist loslassen, bewusstes loslassen „stecker ziehen“ vermutlich nur noch dann möglich wenn keinerlei materiellen
    dinge mehr zu beaufsichtigen sind.

    (randbemerkung)

    heute morgen hatte ich einen kurzen luft-blackout nach einer
    kurzen anstrengung an der maschine blieb mir kurz die luft
    weg. bin eben etwas zu alt und achte schon lange nicht mehr auf
    damals vollbrachte dauerleistungen.

    mein kollege bekam meine kurze auszeit (ich hatte mich zur erholung
    auf ein maschinenteil aufgestützt und versucht tief und ruhig einzuatmen)

    er fragte mich was los ist und dass mir bekannt ist was das für ein anzeichen
    ist. ich antwortete, dass mir kurz die luft wegblieb, dachte „scheisse,
    jetzt hats dich erwischt“ (*)
    sagte: kein problem muss nur kurz pausieren, lass uns weitermachen.

    er lehnte die weitere zusammenarbeit mit mir ab und riet mir
    woanders hinzugehen.

    ich ging zum chef zur beratung.

    heute morgen erst in der wochenplanungsbesprechung hatten wir
    über diesen ‚(in meinen augen unglaublichen ‚Wahnsinn der Pandämonischen weltweiten Grippewelle) coronavirus und die
    auswirkungen auf unseren Betriebsablauf gesprochen.

    meinen chefs blieb keine andere wahl als mich nach hause zu schicken.
    ich bin zum arzt, der konnte mich nicht auf corona testen da keine
    konkrete Fremdberührung mit infiziertem menschmaterial oder
    konkrete Anzeichen einer ansteckung (Fieber, schnupfen, husten
    abgesehen von der kurzzeitigen kurzathmigkeit) offensichtlich vorhanden
    sind. Er sagte ich soll zum Gesundheitsamt die können als ausnahmeregelung einen Test auf corona veranlassen.

    das funktionierte heute nachmittag nicht mehr da die aussenstelle des GA hier heute geschlossen hatte. morgen früh also versuche ich einen test machen zu lassen.

    dünn ist das eis der sicherheit einer fantastischen arbeitsstelle
    wenn die umgebungsvariablen von einer vollkommen durchgedrehten, geradezu panisch überdrehten Legislaturumgebung diktiert werden.

    einmal gelabelt: immer gelabelt.
    kann ich nicht beweisen, (mit dem test oder testergebnis) dass ich nicht
    infiziert bin und damit die gesamte belegschaft hochgradig gefährde
    bin ich meinen job los.

    (*)
    Spieltheorie hin oder her
    schon das schlichteste exempel (das Gefangenendilemma)
    beweist schlüssig, dass ich praktisch draussen bin da die spielparameter
    eindeutig für den staatsanwalt und dessen kronzeugenregelung
    sprechen.

    ich fühl mich leer obwohl ich angefüllt mit unverständnis und
    verachtung über dieses verlogene System menschenverachtender Regulierungswut bin.

    inmalsehnwiesmorgenwirdgo

  74. @Ingo: „inmalsehnwiesmorgenwirdgo“ – ja, je nachdem, was der Test ergibt, wirst du das Verhalten deiner Kollegen jeweils anders beurteilen, oder?
    Ich drück dir die Daumen, dass nix ist!

  75. menschen sind theoret(h)isch berechenbar.
    die psychologie lebt davon, systemtheoretiker
    machen gigantische gedankenhochhäuser damit
    spielende spieltheoretiker vertrauen auf obrigkeitshörigkeit
    weil sie eingeimpft bekommen haben, sie kennten
    ihre pappenheimer. ernsthafte spieltheoretiker
    entwerfen marktstrategien die von eher weniger
    harmlosblickenden zeitgenossen wie mir zumeist
    als

    verschwörungstheorie

    eingestuft werden.

    allein, manche menschen lassen sich eben nicht

    vorausberechnen

    der fehlende part der Formeln ist der

    missing link der Humanoiden
    auf diesem globus

    der den ganzen zirkus hier so interessant und gleichzeitig
    sympathisch macht.

    kurz:
    als nicht konkret symptome vorzeigen könnender
    kann man auch das gesundheitsamt, also korrekt: den
    vorgeschalteten, verordnenden Arzt, in keinster weise dazu
    bewegen einen corona test (Abstrichtest) sinnlos zu verschleudern.

    das hab ich nu rausgefunden, mühsam eruiert, fachsprachlich gesagt.

    meine annahme, der job ist weg stimmt trotzdem nicht,
    meine chefs spielen auf zeit und wenns ernst wird behalten sie
    den notwendigen kühlen kopf.

    langer schreibe kurzer sinn:
    ich bleib im team, allerdings erstmal noch 2 tage zu hause;
    zeigen sich dann keine Symptome wird neu verhandelt und ich werde nächste woche wieder an der maschine stehen.

  76. Moin, Ingo, mir erschließt sich nicht, warum du gleich um deinen Arbeitsplatz fürchtest, wenn du krank bist?

    Gemäß neuester Regelung kann man sich bei bloßen Symptomen selbst einer leichten Erkältung ohne Krankenschein nach Rücksprache mit seinem Hausarzt bis zu 14 Tage krank melden. Gehört im Deutschlandfunk.

  77. Vermutlich wäre es sinnvoll, die am Sonntag beschlossenen Maßnahmen in 14 Tagen auslaufen zu lassen

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=59558

  78. Schön, zu lesen, dass es auch bei den Machern der Nachdenkseiten verschiedene Meinungen gibt!

    Was ich so schon länger nicht mehr teilen kann, ist der unreflektierte Reichenhass, der dort immer wieder (auch in diesem kurzen Posting) zum Ausdruck kommt. Ich finde, dass es eínen gewaltigen Unterschied macht, WIE man zu seinem Reichtum gekommen ist (und später: was man sonst noch mit dem Geld macht).

    Wer mal z.B. Jeff Bezos‘ Vita liest, erfährt, dass der kein Erbe mit goldener Geburtszange war, sondern lebenslang richtig gearbeitet hat, dabei wirklich kreative Ideen hatte und Amazon erfunden hat – was ihm dann den großen Geldsegen brachte. Nur zum Vergleich: in Deutschland gab es in den 90gern auch eine Art „Amazon“, einen Internet-Buchhandel namens „Telebuch“. Es gab sonst nichts Vergleichbares, das Projekt florierte – aber hey, anstatt es weiter zu entwickeln und selbst stinkreich zu werden, haben es die Unternehmerinnen vorgezogen, Bezos Übernahmeangebot anzunehmen. SO entstand Amazon.de!

    Aus dem verlinkten Posting:

    „Wir sind alle zu Hause, angewiesen auf den Computer. Fast alle nutzen Gates (Windows). Und bekommen den Oligarchenmüll jetzt heruntergewürgt, ob wir wollen oder nicht.“

    Da möchte man sagen: heul doch! Auch Bill Gates hat seinen Erfolg selbst von klein zu groß entwickelt, die Windows-Systeme sind nicht grundlos zum mit Abstand führenden Betriebsystem geworden. Der Drang, auf Linux umzusteigen (was dieser Kritiker ja gerne tun könnte! Niemand „würgt ihn“) hält sich konstant bei um die 2%! Erst Google (auch ein Mega-Erfolg kreativer Selfmade-Unternehmer) kann mit Android ein wenig dagegen anstinken, wenn auch noch nicht wirklich durchdringend auf PC (der aber in der Bedeutung abnimmt).

    Kunden nehmen in der Regel das bessere Produkt. Das gilt für Windows ebenso wie für Amazons Logistik, die eben deshalb „marktführend“ ist (und Hunderttausenden Kleinhändlern Vertriebschancen eröffnet hat, die sie nie und nimmer selber auf die Reihe hätten bringen können).

    Das nur mal so anbei…

  79. Hallo ALLE:

    Ich habe für die weitere Diskussion rund um Corona einen neuen Artikel gepostet.
    Bitte schreibt da weiter!

    Gerne könnt Ihr Zitate aus diesem Thread übernehmen/zitieren, der jedoch so angewachsen ist, dass es bequemer (und schneller in der Ladezeit) ist, unter einem neuen Post weiter zu diskutieren.

    Danke!!!

  80. […] 10.März hatte ich im Blogbeitrag „Bald leben alle wie ich“ darüber gebloggt, dass sich für mich eigentlich nichts ändert. Die vielen Veranstaltungen […]

  81. […] massiven Einschränkungen auf Dauer das eigene Verhalten beeinflust. Zwar hat sich nach wie von an meinem Alltag nichts geändert, doch verhalte ich mich jetzt durchaus ein wenig anders, ganz ohne darüber […]

  82. […] erreicht. Da ist es doch normal, dass man schwächelt, oder? Vor allem, wenn man ansonsten ein Schreibtischleben vor dem Computer lebt, die Mineralwasserkästen liefern lässt und beim Aufstieg in den 3.Stock schon mal kurz Pause […]

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