Thema: Zeitgeist

Claudia am 06. Oktober 2018 — 3 Kommentare

Postfaktische Debattenkultur: Blocken statt Argumentieren

Wer meine Blogs und Tweets liest, weiß, dass ich nicht zu jenen gehöre, die gerne Streit vom Zaun brechen oder gar mit beleidigenden Sprüchen herum trollen. Ich pflege eine – heute evtl. altertümlich wirkende – Gesprächskultur: den Austausch von Argumenten, untermauert von Fakten und Belegen. Dabei stelle ich immer öfter fest, dass es Leute gibt, die offenbar gar nicht mehr mit dieser Form klassischer Debatten zurecht kommen. Anstatt ein kontroverses Gespräch fotzusetzen, werden meine Kommentare nicht mehr frei geschaltet und auf Nachfrage per Tweet werde ich „blockiert“. Weiter → (Postfaktische Debattenkultur: Blocken statt Argumentieren)

Claudia am 08. September 2018 — 6 Kommentare

Vom Können und Müssen

„Zum ersten Mal in meinem Leben muss ich nichts, ich kann. Im Grunde genommen bin ich zum ersten Mal frei.“

Die das sagt, ist Kristina Vogel, die Radsportlerin, die seit einem Trainingsunfall im Juni querschnittsgelähmt ist. (Quelle: WAZ) Sie hat insoweit Glück im Unglück, als sie ihre Arme noch bewegen kann – aber trotzdem: Dieser krasse Satz sagt viel über ihr bisheriges Leben! Weiter → (Vom Können und Müssen)

Claudia am 01. September 2018 — 6 Kommentare

Mit 5% die Welt verändern

Mal was Positives: Zitat aus einem lesenswerten Interview mit dem Sozialpsychologen und Bestseller-Autor Harald Welzer auf „Perspektive Daily“.

Wie groß muss diese kritische Masse »offener Menschen« sein, um die Gesellschaft neu zu gestalten?

Harald Welzer: 5%.
Maren: Woher nehmen Sie diese Zahl?

Harald Welzer: Soziale Bewegungen gehen immer von Minderheiten aus. Die Gesellschaft ist bewusstseinsmäßig so aufgeteilt, dass 5–10% ein Avantgarde-Denken haben, weitere 5–10% sind extrem konservativ und die restlichen 80% interessieren sich einen Scheiß für irgendwas und machen alles mit. Also ist ein Lebensstilwandel, der von 5% auf die Wege gebracht wird, effektiv.

Insgesamt schlägt er ganz andere Töne an, als man sie von den Klimawissenschaftlern gewohnt ist, die ernsthaft glauben, die Bekanntgabe von Fakten führe bereits zu Handlungen. Dabei ist er in den Forderungen durchaus ruppig: Weiter → (Mit 5% die Welt verändern)

Claudia am 25. August 2018 — 11 Kommentare

Aus der Blogpause rein in die Empörung

Es gäbe ja so viel zu bloggen, doch irgendwie bin ich in den letzten Wochen nicht dazu gekommen. Nicht, dass es an Zeit gemangelt hätte, viel zu oft versacke ich in der Freizeit vor der Mediathek, wenn ich nicht grade im Garten die anhaltende Dürre bekämpfe. Im Gartenblog ist immerhin ein „Gartengeplauder über Tomaten, Beete und die kleingärtnerische Nutzung“ erschienen und heute hab‘ ich mal wieder gegen die Verunsicherung rund ums Verlinken angeschrieben. Ist schon gruslig, wie das zunehmend enger werdende gesetzliche Regelwerk Bloggern die Lust am Bloggen nimmt! Weiter → (Aus der Blogpause rein in die Empörung)

Claudia am 26. Juli 2018 — 7 Kommentare

Das verrohte Land – ein Kommentar

Diesen Titel trägt eine Doku, die vor drei Tagen im ARD lief und in der Mediathek noch zu sehen ist. Eine recht erschütternde Doku, die berichtet, wie Feuerwehrleute, Ärzte und Pflegende in der Notaufnahme, Polizisten, Zugbegleiter, Bürgermeister und viele andere gewaltätig angegriffen werden. Sowohl von Einzelnen als auch angefeuert durch eine Menge „ganz normaler Menschen“. Übelste Beschimpfungen der Sachbearbeiter in Behörden (Zulassungsstelle, Jugendamt..) sind mittlerweile normal, man wappnet sich mit Sicherheitsglas, Taschenkontrollen, Workshops zur Selbstverteidigung. Selbst in der Fußball-Kreisklasse gibt es Ausschreitungen, auch beim Kinderfußball müssen getrennte Zonen für die Eltern der jeweiligen Mannschaften eingerichtet werden. Und bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit 1000fache Mails an Kommunalpolitiker mit wüsten Drohungen und übelsten Tötungsfantasien. Weiter → (Das verrohte Land – ein Kommentar)

Claudia am 30. Juni 2018 — 3 Kommentare

Das Jahr, in dem wir den Datenschutz hassen lernten: eine Krankenhaussprechstunde

Neulich in der Charité, Campus Benjamin Franklin in Berlin Steglitz-Zehlendorf. Mein Hausarzt hatte mich überwiesen, als ich ihm mit einer Hinterfragung seines Tuns auf die Nerven ging. Nach einer gefühlten halben Weltreise quer durch die Stadt (1 Stunde) und weiteren 30 Minuten Verirrung im Gebäudekomplex war ich endlich am Ziel.

„Warten Sie hier im Gang, ich bringe Ihnen gleich was zum Ausfüllen“, sagte die sehr kompetent wirkende Fachkraft, die mich empfangen und mein Kärtchen verdatet hatte. (Diese „Gesundheitskarte“, die angeblich mal die Digitalisierung der Medizin bringen sollte, aber auch nach 23 Jahren nicht mehr ist als ein Milliardengrab – auch so ein deprimierendes Thema!). Weiter → (Das Jahr, in dem wir den Datenschutz hassen lernten: eine Krankenhaussprechstunde)

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