Claudia am 03. April 2013 —

Kommentiert – man muss ja nicht immer selber bloggen…

„Zwischenzeitlich kann ich ja auch kommentieren… „ schrieb Olaf kürzlich zum gelegentlich auftretenden Inspirations-Mangel. Da hat er recht, auch ich kommentiere in so deprimierend „blockierten“ Zeiten noch immer anderswo. Und warum nicht die Artikel, die mich zur Teilhabe verleiten konnten, sowie meine Kommentare hier einfach mal zur Ansicht bringen?

Als denn:

1)

Zu Alexander Marguier am 3.3.13 auf CICERO:
In Europa stirbt die Demokratie – und alle schauen zu

„Ein Spitzen-Artikel, wäre da nicht …der komplett überflüssige Seitenhieb auf die tage-, ja wochenlange kommunikative Beteiligung vieler Menschen am Mem „#aufschrei“!
Das gesellschaftliche Leben spielt sich zum Glück auf vielerlei Ebenen ab. Durch #Aufschrei begann eine spontane Neudiskussion sozialen Miteinanders mit Blick aufs Geschlecht. Diese war und ist nötig und nützlich, also die Aufmerksamkeit WERT, die sie bekam. Wir sollten FROH sein, dass es noch nicht so weit gekommen ist, dass Krisenpolitik und Bewältigung unseren gesamten Alltag unabweisbar bestimmen!

Ansonsten ein sehr guter Artikel, der den Status Quo und die Perspektiven des „weiter so“ klar auf den Punkt bringt. Das beschriebene (und wohl auch beklagte) „Sterben der Demokratie“ findet ja – noch – nicht durch Gewalt statt, sondern es läuft, wie es läuft, weil viele Mitdenkende tatsächlich in „Alternativlosigkeit“ landen. Auch dieser Text formuliert keine Idee, auf welche Weise eine direktere Demokratie wohl machbar wäre. Dass sie NOT-wendig ist, darüber könnten sich viele einigen, aber im HowTo der Umsetzung liegt eben die Krux.

Klar, wir kennen die „Netz-Utopie“, der auch Grillo anhängt, doch ist deren „Programmwerdung“ kein ganz kleines Projekt (in DE arbeiten sich im kleinen Rahmen die Piraten daran ab und kommen nicht mal richtig in die Gänge…). Sehr bezeichnend und desillusionierend dann die Info am Ende dieses Artikels: dass dort, wo eine solche BEWEGUNG durchschlagenden Erfolg hat, in Wahrheit ein Charismatiker und „Chefideologe“ das Sagen hat, der dem großen Rest sogar Maulkörbe verhängt.“

2)

Am 3.4. zu Claudia Kilians Knutschdebatte auf „Sammelmappe“:

„In meiner wilden Jugendzeit war öffentliches Knutschen und “Fummeln” eine REVOLUTIONÄRE Geste. Damit konnte man alle Alten, Etablierten, “Herrschenden” so herrlich aufbringen – und ihnen so mal zeigen, was Fortschritt, freie Liebe und Freiheit etc. ist! :-) Nie hätt ich es für möglich gehalten, dass mal aus einer jungen Anti-StatusQuo-Szene gerade das Gegenteil kommt!

(Im übrigen sollten auch alle FINANZIELL Privilegierten ihre teuren Apple-Produkte in Strickhüllen stecken. Damit sich auch niemand unwohl fühlt ;-))“

3)

Zu Joachim Goldberg am 28.3. auf blognition.de Es gibt keine Gerechtigkeit

„Endlich mal jemand, der diesen “Kritik-Wettlauf” kritisiert, der oft wirkt, als wünschten sich die Kommentatoren den Bankrun und jegliches Chaos herbei, das sie so plastisch an die Wand malen – während die normalen Menschen in DE zum Glück recht gelassen bleiben.

Unter einer kleinen Presse-Schau mit Reaktionen auf die Zypern-”Rettung”, die ich in meinem Blog zusammen gestellt hatte, argumentiert nun eine Leserin mal in die andere Richtung: Haben sich nicht viele gewünscht, dass das PRIMAT DER POLITIK in dem ganzen Finanz-Casino mal wieder deutlicher würde? Und ist es nicht genau das, was hier mittels des Haircut an den Zypern-Konten der gesamten Finanzwelt ins Bewusstsein gehoben wurde? (der ganze Text hier).

Auch Staaten können nur Geld ausgeben und mit Geld bürgen, für das letztlich ihre Steuerzahler gerade stehen. Und es war ja mittlerweile überdeutlich, dass weitere “Rettungen” allein mit Steuermitteln von der Mehrheit der Bürger nicht mehr gutgeheißen wurden.

Dennoch ist es sicherlich für manche eine ungerechte Härte, wenn eine gesetzeskonform angelegte Geldsumme, die man für “sicher” hielt, auf einmal zur Bankenrettung heran gezogen wird. Risiko-Abwägungen waren ja bisher Sache von Investoren in Aktien und Anleihen, nicht von jenen, die einfach Geld auf einem Konto ablegten. Andrerseits kann man wiederum sagen: Wer in einem Niedrigzins-Umfeld bei Banken Zinsen >4% kassierte, musste eigentlich wissen, dass dieser Zinsgewinn nur mittels riskaner Spekulationen zustande kommen konnte – wozu auch die seit Jahren leider üblich gewordene Spekulation auf Rettung durch den Steuerzahler gehört.

Letztere ist jetzt wohl etwas eingedämmt.“

Drei Themen, drei Kommentare – immerhin besser als nichts! Zudem ist es gelebte Linkliebe und meine geschätzten gerne-hier-Mitlesenden haben die Wahl, sich „dort oder hier“ zu äußern. Oder gar nicht, klar.

Und ich werde daran sehen, ob ich dieses „Format“ fortführe.

***

Und weil ich grad dabei bin und weiter kommentiere:

4)

Zu Jörg Kantel auf Google+ „Soldaten sind Mörder….“

„Ich finde den Spruch falsch. Mord ist klar definiert, darunter fallen soldatische Tötungen nicht. Was nicht bedeutet, dass man diverse militärische Einsätze und ihre „Kollateralschäden“ toll finden muss, ganz im Gegenteil. Aber am „Soldat“ lässt sich das alles nicht festmachen, denn er ist nur der „entsendete Kämpfer“ einer Gesellschaft, die in ihrer jeweils mehr oder weniger demokratischen Struktur ihre Befehlsgewalt ausübt.

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Diskussion

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2 Kommentare zu „Kommentiert – man muss ja nicht immer selber bloggen…“.

  1. Schöne Idee, eigene Kommentare anderswo gesammelt nochmal zu verblogcyceln. ;-)

    Ich finde es ja auch schade, daß meine Freunde gar nicht mitbekommen, was ich im weiten Interweb so alles kommentiere.

    Da hätte sicher der einen oder andere auch noch was dazu zu sagen…

    Also danke für die Anregung, vielleicht mache ich das in Zukunft ja auch mal ab und zu, eigene Kommentare so quasi heim zu holen, in’s eigene Blogzuhause. :-)

  2. @Musenrössle: danke, dass DU etwas dazu sagst! :-)

    Obwohl ich auch denke, dass meine Stammleser/innen zum einen oder anderen Thema durchaus was zu sagen hätten, hat es sie bisher offenbar nicht angeregt.
    Macht nichts, es ist ein Angebot, das man auch gut nur lesend annehmen kann: Teilhabe an meinen gedanklichen Surf-Touren der letzten Tage, mal anlesen, was mich zum Kommentieren angeregt hat….

    Mir gefällt so eine Zusammenstellung unabhängig von Leserresonanzen auch deshalb, wie ich so FÜR MICH diese Kommentare und auch die Blogs „festhalte“, bzw. im eigenen WebUniversum verdate.

    Oft genug surfe ich so herum, kommentiere hier und da spontan, finde das aber nie wieder, bzw. suche gar nicht erst. Wenn es Themen sind, die mich berührt haben, bedauere ich es manchmal – und ja, gelegentlich nutze ich die Benachrichtigungsbestellung, aber eben nicht konsequent. (Es sind auch wahrlich nicht alle Kommentare notiz-würdig!)

    Ein weiterer Nebeneffekt des Kommentar-Sammel-Formats ist, dass so auch aktuelle Groß-Themen im Blog (in dessen 14tem Jahr) landen, zu denen ich mich vielleicht nicht per Artikel äußere, die mich aber dennoch beschäftigen.

    „Ich finde es ja auch schade, daß meine Freunde gar nicht mitbekommen, was ich im weiten Interweb so alles kommentiere.“

    Dazu fällt mir ein:
    Dieser Satz bringt den „Gründungsbedarf“ aller sozialen Netzwerke auf den Punkt, denn genau diese Funktion steht dort im Mittelpunkt: Man bekommt mit, was „Freude“, Follower, Eingekreiste sagen.. und nicht das, was gerade ALS THEMA interessiert.

    Blogs sind noch mehr Publikation als pure Kommunikation – ich finde das gut so, denn aus meiner Erfahrung kommen Menschen besser miteinander aus, wenn sie sich „um einen Inhalt herum“ zusammen finden, als „nur so“.

    In den Postings der sozialen Netze kommen mir zuviel, zu beliebig, zu leicht-fertige Inhalts-Bits von zu vielen Personen zusammen – man lässt sich nicht so ein wie in einem guten Blog-Kommentargespräch (in dem die Kommentierende aufeinander eingehen, nicht nur untereinander schreiben).

    Dafür ist dort immer „Geschwurbel“ und in Blogs auch mal Ruhe… :-)