Thema: Lebenskunst

Reflexionen über Wesentliches

Claudia am 27. April 2016 — 34 Kommentare

Mein erster Besuch in einem Pflegeheim

Um halb drei nachmittags betrete ich das Pflegeheim, das erste, das ich von innen sehe. Ich besuche Frau M., die Verwandte eines lieben Freundes, die hier seit einigen Wochen lebt, nachdem sie im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt nicht mehr zurück in ihre Wohnung konnte. Das Pflegeheim macht einen sauberen Eindruck, im Eingangsbereich tönt leise Musik aus einem Radio – und so sieht es da aus:

Pflegeheim

Das Haus wirkt von der Einrichtung und den Räumlichkeiten her wie ein Krankenhaus mit etwas mehr Deko. Und mehr Ruhe, trotz der Musik. Vor dem weiteren Vordringen in das ziemlich unbelebt wirkende Gebäude dsinfiziere ich mir die Hände am dafür vorgesehenen Spender. An der Wand ein Schild: „Wir freuen uns auf Ihre Meinung!“ und Formulare zum Ausfüllen. Weiter → (Mein erster Besuch in einem Pflegeheim)

Claudia am 25. März 2016 — 4 Kommentare

Karfreitag – von Twitter inspiriert

KarfreitagEs ist ruhig heute, unglaublich ruhig. Der „stille“ Feiertag und das miese Wetter schenken mir ruhige Stunden wie ich sie hier selten erlebe. Was tun? Ich MUSS nichts tun, wie schön! Also treibe ich mich ein wenig im Netz herum, auf den Spuren von #Karfreitag.

Ewige Wiederholung des Gleichen

Wie jedes Jahr an Karfreitag ist das #Tanzverbot der wiederkehrende Aufreger auf Twitter. Menschen, die vermutlich sonst eher selten das Tanzbein schwingen, demonstrieren ihren „zivilen Ungehorsam“ bzw. zumindest den Wunsch danach. Andere posten Bilder von Salamis, ihren heute extra Fleisch-lastigen Speiseplan, ihre Lust auf ein Steak – insgesamt ein etwas pubertär wirkendes „Aufbäumen“ gegen die per Tradition, Gesetz und Verordnung kolportierten Aspekte dieses christlichen Feiertags. Weiter → (Karfreitag – von Twitter inspiriert)

Claudia am 23. Februar 2016 — 12 Kommentare

Im Wunschraum die Leere – Endwinterdepression?

„Das ist ein leicht depressiver Zustand!“, sagte ein lieber Freund, als ich ihm von meinen Irritationen berichtete. Nichts Schlimmes, keine Sorge – es ist nur so, dass ich mich zur Zeit in einem seltsam wunschlosen Zustand befinde. deprikatzeMan könnte meinen, ich sei halt ein glücklicher Mensch, dem es an nichts mangelt. Das ist auch meine bevorzugte Interpretation, aber so fühlt es sich leider nicht an.

Was machen die Gedanken normalerweise, wenn man sich ein wenig angeödet fühlt? Wenn ein Tag wie der andere verläuft, das Wetter grau und regnerisch ist, wenn die Arbeit nurmehr als Routine erscheint, das Abarbeiten gefühlt immer mühsamer wird? Ich kenne das sonst nur so, dass ich dann gedanklich in den Raum der Wünsche abtauche. Nach etwas suche, was ich jetzt gerne täte, welches Projekt ich zum Beispiel starten könnte, um wieder mehr Spannung zu erleben und neue Erfahrungen zu machen. Weiter → (Im Wunschraum die Leere – Endwinterdepression?)

Claudia am 12. Oktober 2015 — 9 Kommentare

Brief an HP: Warum noch Worte aneinander reihen?

Dass ich seit 17 Jahren blogge, bzw. seit 19 Jahren ins Netz schreibe, verdanke ich den „Briefen an meinen Yogalehrer“, die ich zwischen 1993 und 1997 schrieb. Er hat in den samstäglichen Yoga-Stunden (mit nur 4, max 5 Schülern!) nicht nur Übungen vermittelt, sondern immer auch Reden gehalten, während wir auf den Matten lagen und erstmal entspannten, den Alltag gehen ließen. Es waren wunderbare, spontane Reden über verschiedene Aspekte des Yoga und seine Sicht auf alles – auf Mensch und Welt und das Woher/Wohin/Wozu. Meine Briefe waren die Resonanz auf diese Reden, aber auch Berichte über mein Leben, mein aktuelles Befinden und Denken in den angesprochenen Kontexten.
Irgendwann merkte ich: Es braucht IHN nicht mehr als Adressaten – meine Briefe sind lange schon Texte, die gut für sich stehen können. Warum also nicht „für alle“ schreiben? Bzw. für alle und niemanden, für mich und Mitmensch. Die Texte liegen nun immer noch auf meiner Festplatte herum, als Beispiel veröffentliche ich mal einen, der bereits stark von meinem Internet-Erleben beeinflusst ist.
Weiter → (Brief an HP: Warum noch Worte aneinander reihen?)

Claudia am 22. Juni 2015 — 21 Kommentare

Was ist wichtiger: Wir oder ich? Zum Kampf der Kulturen

Der folgende Text entstand als Kommentar zum Blogpost „Sackgassen“ von Sherry (Herz im Kopf-Blog), die in zwei Welten lebt – als Exil-Iranerin inmitten von Deutschland. Bzw. nicht eigentlich zum Blogpost selbst, sondern zum Kommentargespräch, in dem die asiatischen und orientalichen „kollektivistischen Kulturen“, die das WIR über das ICH stellen, unserem westlichen Indiviudualismus mit all seiner Selbstbezogenheit und Ignoranz gegenüber gestellt wird. Weiter → (Was ist wichtiger: Wir oder ich? Zum Kampf der Kulturen)

Claudia am 02. Juni 2015 — 11 Kommentare

Vom Sinn des Lebens: nur „fressen, ficken, saufen“ ?

Immerhin spielt der „Sinn des Lebens“ eine Rolle im Untertitel dieses Blogs. „Vom Sinn des Lebens zum Buchstabenglück“ verweist auf das kleine Glück, sich schriftlich ausdrücken zu können – und nicht nur für die Schublade, sondern als Kommunikation mit der Welt da draußen.

Heute schrieb „dasNuf“ in Wie Kühe auf der Weide:

Dieser Alltag. Alles ist bestens, aber wenn ich näher darüber nachdenke ist es so sinnlos. A – B – C. Jeden Tag.
Ich frage mich, ob ich unzufrieden sein darf. Darüber, dass ich plötzlich alt aussehe auf Fotos. Überall Falten.
Darüber, dass ich Pflichten zu erfüllen habe.
In mir sammelt sich Wut. Mir war das gar nicht klar. Eine Freundin, die auch jemanden verloren hat, sagte das: “Ich bin so wütend” und plötzlich denke ich: “Ja! Ja, genau! Was ich fühle ist Wut. So viel Wut.”
Über jede verschwendete Minute meines Lebens. Rückwirkend. Jeden Satz, den ich nicht gesagt habe. Jedes Gefühl, das ich unterdrückt habe und ich habe so viel unterdrückt. Wollte funktionieren. Nicht unfreundlich erscheinen. Reif und gelassen. Jetzt ist mir nach fressen, ficken, saufen und zwar genau so ekelhaft unfein wie es klingt. Mehr hat das Leben doch nicht zu bieten. Jedes mittelgute Essen ist eine Beleidigung. Warum muss eigentlich ICH immer diejenige sein, die sich zusammenreißt? Die ruhig bleibt? Die nachdenkt, was wie auf wen wirken könnte? Warum kann ich eigentlich nicht auch mal rumschreien? Ungerecht sein? Utopische Sachen einfordern? Mich irrational verhalten?

Hat man einen lieben Menschen verloren, der in jungen Jahren aus dem Leben gerissen wurde, stellt sich fast zwangsläufig die Frage, was mit dem eigenen Leben ist: Würde es mich jetzt treffen, hätte ich genug gelebt? Oder habe ich „nur funktioniert“, mich abgestrampelt, um fremden Anforderungen und Erwartungen zu genügen? Weiter → (Vom Sinn des Lebens: nur „fressen, ficken, saufen“ ?)

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