Claudia am 09. August 2023 —

Leidensdruck schafft Veränderung: die gelbe Karte

Der Titel bezieht sich auf den vorletzten Blogpost, der von meinem optimierungsbedürftigen Lebensstil handelte. Z.B. vom Wunsch, gesünder zu leben, weniger zu sitzen, das Rauchen endlich ganz zu lassen und vom „Versacken im Alltag“, in dem die guten Vorsätze regelmäßig wieder untergehen. Warum? Nun ja, „Leidensdruck schafft Veränderungswilligkeit – und eigentlich gehts mir ja gut,“ offensichtlich ZU GUT, um per Beschluss etwas nachhaltig verändern zu können.

Kurz darauf hat mir das Leben die gelbe Karte gezeigt! Heute vor einer Woche auf dem Heimweg vom Garten, bemerkte ich beim Lenken des Fahrrads, dass sich der linke Arm nicht mehr wie gewohnt anfühlte. Ich hielt sofort an und stieg ab, denn dieses „nicht wie gewohnt“ war ziemlich schockierend, auf jeden Fall sehr verunsichernd. Ab der Schulter abwärts war der Arm zwar noch zu bewegen, aber diese Bewegung empfand ich als „schwierig“: nicht im Sinne von gelähmt oder kribbelig-eingeschlafen, es war die Steuerung der Bewegungen, die auf einmal ein Problem zu sein schien.

Ihr merkt an meiner Unfähigkeit, das Feeling konkret zu beschreiben, wie außergewöhnlich der Zustand war! So wollte ich jedenfalls nicht weiter Rad fahren, sondern bat den Liebsten, ein Stück mit mir zu gehen. Dabei bewegte ich versuchsweise den Arm in alle Richtungen, öffnete und schloss die Hände, hob und senkte die Schulter: ja, das ging – aber es kam mir vor, als müsste ich das dafür erforderliche Zusammenspiel aller beteiligten Knochen, Gelenke, Sehnen und Muskeln BEWUSST organisieren! Entsprechend „linkisch“ fielen die Bewegungen dann auch aus. Der Liebste forderte mich zu den gängigen Tests auf: Hände zusammenführen bis die Fingerspitzen sich berühren, mit dem Finger die Nasenspitze treffen – hat alles geklappt, sah aber etwas verzögert / verunsichert aus.

Wir gingen dann noch ein Stück zu Fuß bis ich merkte, dass ich wieder etwas Sicherheit im Umgang mit dem wie auch immer „lädierten“ Arm gewann. Gewöhnte ich mich nur dran oder wurde es wirklich langsam besser? Egal, jedenfalls entwickelte es sich in die richtige Richtung, also stieg ich wieder aufs Rad und fuhr weiter Richtung Heimat (auf einem recht sicheren Radweg). Ein leichter Kopfschmerz am linken Hinterkopf, den ich vor Schreck kaum bemerkt hatte, verschwand langsam wieder. Zuhause angekommen fühlte sich auch der Arm wieder „normal“ an – wow, Glück gehabt!

Seitdem hab‘ ich keine Zigarette mehr geraucht! Bin auch nicht auf Dampfen umgestiegen und nur am 1.Tag „ohne“ nutzte ich zweimal ein Viertel einer Nikotintablette. Anders als bei etlichen früheren Rauchstopps wollte ich erstmalig keinen Ersatz, sondern endlich davon frei werden. Das Leben hatte mir die gelbe Karte gezeigt und ich hatte beschlossen, mich entsprechend zu verhalten. Das ergab auf einmal eine andere mentale Haltung zum Rauchstopp: Kein Bedauern und Nachtrauern, sondern Freude darüber, dass kaum Entzugserscheinungen auftraten! Statt dessen ein Körpergefühl und innere Ruhe wie lange schon nicht.

Am nächsten Tag schaffte ich es, die Wohnung mal wieder zu staubsaugen, ohne dass mich das Überwindung gekostet hätte! Der gewisse Widerstand, mich auf die physische Welt einzulassen, ist verschwunden. Das ist nämlich der eigentliche „Job“ des Nikotins und der anderen Suchtstoffe im Tabak: mich vom Körper distanzieren, so dass nur das Mentale übrig bleibt, das dann in den virtuellen Welten verschiedener Medien oberflächliche Erregungszustände sucht und findet.

Mein „Mittwochserlebnis“ ist nun eine Woche her, ohne dass sich der seltsame Anfall wiederholt hätte. Auch das vor dem Rauchstoff öfter auftretende Phänomen eines flimmernden Zackens im Auge (= kurzzeitige Durchblutungsstörung) ist nicht mehr aufgetreten.

Bin richtig begeistert von der Veränderung und gespannt, wie das noch werden wird!

Diskussion

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21 Kommentare zu „Leidensdruck schafft Veränderung: die gelbe Karte“.

  1. Nur Mut! Ich habe vor knapp 10 Jahren nach knapp 30 Jahren mit der Qualmerei aufgehört und es fiel mir erschreckend leicht. Keine Lutschbonbons, keine Tabletten, keine Kaugummis. Nix mit „Macht so abhängig wie Heroiiiin!!!“. (Sehr geholfen hat mir übrigens dieses Video.)
    Auslöser war vielleicht, dass meine Mutter ein paar Monate zuvor einen Herzinfarkt hatte und ich langsam Durchblutungsstörungen in den Beinen merkte. Die ersten 3 Tage waren unangenehm, weil da noch Nikotin im Körper ist, danach ging es von Tag zu Tag besser. Das meiste waren einfach eingefahrene Angewohnheiten. Als ich einmal drüber weg war, war ich nie wieder versucht, wieder damit anzufangen.
    Besonders froh bin ich, dass es mir gelungen ist, ein einigermaßen entspannter Exraucher zu werden, den’s nicht stört, wenn einer in der Nähe qualmt. Liegt wohl daran, dass es allein meine Entscheidung war, aufzuhören.

  2. Moin Claudia

    Manchmal braucht es so ein „Erlebnis“, um den Schalter für etwas umzulegen, was Du vielleicht schon länger in Dir getragen hast.

    Bei solchen Symptomen ginge ich jedoch trotzdem noch zum Arzt, falls Du das nicht schon gemacht hast, denn das klingt verdammt nach Schlaganfall. Auf jeden Fall ist das nichts, was man mal so aussitzen sollte, weil es wieder weg ist.

    Ich drücke Dir jedenfalls die Daumen, dass Du dauerhaft mit dem Rauchen aufhörst und wünsche, dass es wirklich nur der Schuss vor den Bug war.

    @Stefan R.

    Nix mit „Macht so abhängig wie Heroiiiin!!!“.

    Das ist vielleicht auch von Mensch zu Mensch verschieden und abhängig von der Lebenssituation und Willen des Betreffenden und natürlich ist es „Gewohnheit“. Wohl dem, der es so locker hinbekommt. Es ist aber Tatsache, dass Nikotin und Alkohol das grösste Suchtpotential haben, was wie bei allen Drogen noch lange nicht heisst, dass jeder auch tatsächlich abhängig werden muss.

    https://www.drugcom.de/news/nikotin-hat-hoechstes-suchtpotenzial/

    https://rauchfrei-info.de/informieren/rauchen-gesundheit/tabakabhaengigkeit/koerperliche-abhaengigkeit/

    Viele Grüße und Daumen hoch!
    Thomas

  3. Hey Thomas, vllt habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Ich wollte nichts verharmlosen, aber darauf hinweisen, dass diese Szenarien a’la „Rauchen ist so gefährlich wie…“ sehr zweischneidig sein können. Weil damit auch eine Art Drohkulisse entstehen kann, die evtl. unnötig Hemmungen aufbaut. Ich habe mir damals vor Augen geführt, dass jede Menge Leute aus meinem Umfeld, darunter welche, die ich als deutlich willensschwächer einschätze als mich, (fast) alle irgendwann recht unspektakulär ohne großes Drama aufgehört haben und denen es ziemlich gut zu gehen schien damit.
    Aber du hast es eine Woche geschafft und fühlst dich besser – das ist schon mal super!

  4. @Stefan: Wie schwer oder leicht ein Rauchstopp ist, hängt von vielerlei Faktoren ab und ist von Mensch zu Mensch, aber auch von Lebensalter zu Lebensalter sehr verschieden. Ich erinnere gut, wie ich mit 30 aufhören wollte, das aber keine 48 Stunden durchhielt, so heftig waren die Folgen: extreme Nervosität, Agressivität, konnte mich nicht konzentrieren, war extrem dünnhäutig und „explodierte“ bei der leisesten Zumutung – auch im Sinne meiner damaligen Mitarbeiter/innen fing ich schnell wieder an.
    Je älter ich wurde, desto mehr schwanden diese extremen körperlichen & psychischen Reaktionen bei Rauchstopp-Versuchen (auch Umstiege auf weniger sucht-erhaltendes Dampfen waren dabei), aber umso relevanter wurden Gewohnheiten und Routinen. Momentan trinke ich wieder Kaffee am PC, die ersten Tage war das „Suchen nach der Kippe“, das jedem Schluck folgte, schon nervig. Kaffee weglassen ist aber auf Dauer auch keine Option, wie ich merkte – fast ist es, also hätte ich eine neue „Sucht“ entdeckt, die bisher unter dem Radar geblieben war: Kaffee! Aber den behalte ich jetzt erstmal, es geht schon besser ohne Rauchen!

  5. @Thomas: danke für deinen Kommentar! Extra deswegen werde ich jetzt allerdings keinen teuren und aufwändigen Diagnose-Rundlauf auslösen, sondern einfach das tun, was zur Vorbeugung gegen Schlaganfall empfohlen wird. Mit „nicht rauchen“ geht schon eine erhebliche Risikominderung einher, Alkohol trinke ich eh nicht mehr, Ernährung ist auch ganz ok, Blutdruck „eingestellt“, neben mir steht Mineralwasser, das ich jetzt vermehrt trinke – und sogar in Sachen Abnehmen hab ich seit Oktober Fortschritte gemacht. An „mehr Bewegung“ arbeite ich noch, wobei das im Sommerhalbjahr dank Garten nicht so ein Problem ist…
    Insgesamt ist es in vielen Fällen der typischen „Zivilisationskrankheiten“ sehr viel erfolgversprechender, das eigene Verhalten zu ändern, anstatt auf „noch ne Pille vom Arzt“ zu hoffen.

  6. Moin Claudia

    Hier geht es ja nicht darum, sich voll checken zu lassen und hinterher ein wandelnde Apotheke zu sein, sondern darum, eventuelle Folgen auszuschließen. So etwas kann sehr unterschätzt werden.

    Immerhin ist es wirklich so, dass man sich recht schnell viel wohler fühlt und ab einem gewissen Punkt fragt, was eigentlich das Tolle daran ist/war.

    @Stefan R.

    Das ist mir klar, vor allem weil es leider auch in den ÖR ein zunehmendes Merkmal ist, jeden Hasenfurz überzudramatisieren. Ohne die ständige Alarmbimmel geht´s einfach nicht mehr.

    Gegenüber anderen Drogen kommt halt bei Zigaretten und Alkohol das quasi Legale bis hin zu den einstigen Raucherkampagnen wie in den USA hinzu, wo wider besseres Wissen die Gesundheitsgefahren negiert und heruntergespielt werden.

    Vergleicht man z.B. die gesellschaftlichen Folgen des legalen Konsums von Alkohol und Tabak mit denen illegaler Drogen, so müsste anhand der Zahlen chronisch kranker, Abhängiger und Toter eher das Zeug verboten werden. Dafür ist es aber dank Steuern auch eine konstante Geldquelle und diese realen Zahlen werden gegen die fiktiven des Missbrauchs eher ausgeblendet.

    Vielleicht wäre aber auch ein entspannterer und dafür sinnvoller Umgang mit dem Thema Suchtmittel und deren Miss-/Gebrauch sinnvoll. Bei vielen anderen Dingen wird doch auch so auf die Eigenverantwortung und den mündigen Bürger Wert gelegt;-)

  7. Wenn die Gefäße kaputt sind, sind sie kaputt. Dann mit mehr Sport, weniger Fett, kein Rauchen oder kein Alkohol mehr anzufangen, ist sicherlich hilfreich, ändert aber nichts mehr an dem einmal angerichteten Schaden. Folgen dieser Schäden können verhältnismäßig gut mit Medikamenten eingegrenzt werden – und wenn es nur eine kleine tägliche Dosis ASS ist. Ich würde das in jedem Fall checken lassen. Das hört sich verdammt nochmal nach einem leichten Schlaganfall oder Herzinfarkt an. Wenn nix gefunden wird: um so besser.

  8. Bei Deiner Beschreibung hätte ich Dich sofort in ein Krankenhaus gebracht. Jetzt würde ich es nicht mehr „anordnen“. Aber vernünftig klingt das nicht.

  9. Mir ging dein Erlebnis im Kopf herum.
    Mir fiel dazu ein, dass mal ein paar viel älteren Frauen mir erzählt hatten, dass es auch „Schlägelchen“ gäbe, also eine Art kleiner Hirnschlag oder Schlaganfall, die man kaum oder nur kurz bemerken würde. –

  10. @alle: wirklich lieb, Eure Anteilnahme! Aber keine Sorge, ich bin ja keine Arzt-Vermeiderin und hatte sowieso vor, einen Routinetermin in nächster Zeit zu vereinbaren. Da ich nach kurzer Zeit wieder symptomfrei war und auch seitdem keinerlei Folgesymtome verspürte (auch bei Gartenarbeit und Radfahren nicht), werde ich deshalb keinen Extra-Aufwand betreiben, aber die Sache beim nächsten Arzttermin ansprechen.
    @Wolf-Dietrich: ins Krankenhaus? Wenns so geblieben wäre, wäre ich natürlich hingegangen. Aber so? Als wieder voll „Normalisierte“ würde ich dort womöglich viele Stunden warten müssen – und für was? Für ein paar Funktionstests und den Rat, mich an meinen Hausarzt/Cardiologen zu wenden?

  11. 45% aller Herzinfarkte bleiben unentdeckt und demzufolge auch ihre Schäden, an deren Folgen nicht wenige nach Monaten oder auch Jahren sterben. Symptome bei Frauen unterscheiden sich häufig von den klassischen Symptomen bei Männern und werden dementsprechend nicht einem Infarkt zugeordnet.

    Vielleicht war es aber auch nur ein eingeklemmter oder gereizter Nerv, der sich schnell wieder beruhigt hat. Möglich ist das.

  12. @Behan: mit Herzinfarkt hatte das ganz gewiss nichts zu tun, da mein Allgemeinbefinden durchweg gut war. Auch wenn Infarktsymptome bei Frauen etwas anders sind (hab ich gegoogelt), wird keine betroffene Frau bei deren Auftreten „fühle mich gut“ sagen können!

  13. Das läuft in guten Krankenhäusern bei der Symptomatik anders. Und ich kenne die Guten und arbeite seit 2004 daran, dass jeder sie erkennen kann.

  14. Gott sei Dank ist das gutgegangen. Die Empfehlung, deinen Arzt aufzusuchen, möchte ich auch geben. Meine Frau rät mir immer gleich, zum Arzt zu gehen, wenn es mir mal nicht so gut ist. Das finde ich übertrieben. Aber in deinem Fall wäre meine Angst vor Schlimmerem wohl größer als die vor dem Arzt oder dem, was gefunden werden könnte. Typisches Männerding, diese Angst vor Ärzten, fürchte ich. Aber Ausnahmen bestätigen auch hier einmal mehr die Regel.

    Ich hatte im Januar eine Krise. Schlussendlich war es aber dann gar nicht so schlimm. Die Ärzte haben jedenfalls nichts gefunden, was hätte behandelt werden müssen.

    Diese Zeit empfinde ich als schrecklich anstrengend. Meine Schwiegermutter ist am 1. Oktober 22 verstorben, meine Mutter am 27. Mai 23. Beides hat meine Frau und mich sehr mitgenommen. Ich weiß, dass diese Art von Lebenserfahrungen mich persönlich ganz besonders belasten und sich das durch allerlei Symptome zeigte.

    Ich habe vor ca. 20 Jahren mit dem Rauchen von heute auf morgen aufgehört. Ich war für eine Woche im Krankenhaus. Es bestand der Verdacht auf Herzinfarkt. War aber zum Glück nix. Jedenfalls fand man nichts. Seit Januar 23 habe ich 22 Kilo abgenommen und fühlte mich bis zum plötzlichen Tod meiner Mutter doch viel besser. Nun knabbere ich immer wieder ein bisschen daran. Da kann man sich noch so oft sagen, dass sie wirklich alt geworden ist, ein schönes Leben hatte, und – wer wünscht sich das nicht – im Schlaf gestorben ist.

    Wir müssen auf uns achten. Wenn ich das einfach so sagen darf. Wir sind ja altersmäßig nicht so weit auseinander. Ich wünsche dir, dass du dich weiter gut fühlst und deine Abstinenz vom blauen Dunst dir nachhaltig etwas bringt. Geh aber auf jeden Fall sicherheitshalber zum Doktor.

  15. Ich bin in deinem Alter, Claudia. Und auch im Alter von Horst.
    Ich würde zum Arzt gehen. Gewöhnlich sind solche Dinge zeitaufwändig, aber das kommt sowieso auf uns zu! Dass wir einige Zeit bei Ärzten verbringen werden müssen! Fange gleich damit an, dann gewöhnst du dich beizeiten daran.

  16. Die meisten von uns bekommen zumindest nach jahrzehntelangem Rauchen irgendwann die gelbe oder rote Karte. Selbst der von Rauchern immer wieder erwähnte Helmut Schmidt hatte Bypässe.

    Ich selber habe nach 40 Jahren Rauchen die gelbrote Karte bekommen und mit einigem Glück bin ich offensichtlich noch mal davongekommen. Etliche Bekannte von mir haben da weniger Zukunftsperspektiven. Krebs macht zwar auch vor Nichtrauchern nicht halt, aber die Chance für Raucher zu erkranken ist wesentlich höher. Es ist und bleibt eine typische Raucherkrankheit und das gilt für alle Organe, nicht nur die Lunge.

    Dafür sorgen schon die 50-100 krebserregenden Stoffe und das nur in einer Zigarette. Mir hat übrigens das Buch von Allan Carr „Endlich Nichtraucher“ geholfen. Viel Glück!

  17. @Horst: Glückwunsch zum „frühen“ Rauchstopp! Das war ja ebenfalls durch ein heftiges Erlebnis (gelbe/rote Karte) ermöglicht: Verdacht auf Herzinfarkt, 1 Woche Krankenhaus… Und alle Achtung für die 20 Kilo weniger – ich will momentan nur 5 abnehmen und schon das ist nach Rauchstopp schwierig!

    @Gerhard: Ich werde voraussichtlich im September einen Routine-Check beim Hausarzt einlegen. Dass ich jetzt EXTRA hingehe, sehe ich nicht ein, denn ich fühle mich gut und freue mich über die gewonnene Freiheit vom blauen Dunst! Dass ich vermehrt bei Ärzten herum sitze, will ich vermeiden, indem ich insgesamt mehr für die Gesundheit tue: Ernährung, Bewegung etc.

    @Peter: Ja, das sind bekannte Tatsachen, die mich jedoch nie genügend abgeschreckt haben. Und jetzt hab ich zum Glück ein Alter erreicht, in dem ich sagen kann: Ok, wenns jetzt wg. Rauchfolgen zu Ende ginge, wär es nicht mehr soooo schlimm – schließlich hatte ich ein abwechslungsreiches und erfülltes Leben, dabei nie irgendwas auf „später mal“ verschoben, was ich wirklich wollte.

    Bezüglich der Aufhörversuche kann ich auf eine lange Geschichte zurück blicken:

    • „mit Carr“ hab ich auch mal aufgehört (1998) und sogar ein ganzes Blog nur dazu geführt („The Power of Now“, hier im Archiv).
    • 2003 an der „Rauchfrei 2003-Aktion“ teilgenommen,
    • 2006 an Nikotintabletten geglaubt,
    • 2011 gabs einen „zufälligen“ Rauchstopp nach einem Fest mit folgendem Kater – da glaubte ich nicht mehr an den endgültigen Abschied von der Kippe, sondern nurmehr an ein „Moratorium für die Lunge“.
    • In den letzten Jahren entdeckte ich dann das Dampfen (wieder mit einem Blog dazu!), deutlich weniger Sucht-erregend.

    Im letzten Herbst dann wieder rauchend – weil ich dringend abnehmen wollte / sollte / musste, aber keinesfalls zunehmen wie sonst zum Winter hin. In Sachen Appetit-Zügelung ist Rauchen einfach effektiver, zudem ging mir der Umgang mit Batterien, Liquid-Mischen und den verschiedenen Dampfgerätschaften auf den Wecker.

    Viel Richtiges hab ich da jeweils rund ums Rauchen geschrieben, aber auch viele Illusionen gehegt, dass es das nun gewesen sei. In der Rückschau von heute erscheint es mir so, als hätte ich nie wirklich aufhören WOLLEN. Ich hatte statt dessen das Gefühl, aufhören zu müssen, aufhören zu sollen – wg. Gesundheit und Angst vor den Folgen. Immer hab ich der Zigarette nachgetrauert, z.B. dem angenehmen Gefühl, wenn der Rauch begleitend zum Morgenkaffe durch die Lunge strömt und die Wirkung schnell ganzkörperlich spürbar wird. Wenn ich JETZT daran denke, steht mir vor allem der „betäubende“ Aspekt im Gedächtnis, und sogar ein bisschen der schlechte Geschmack, den ich währenddessen gar nicht spürte.

  18. https://www.claudia-klinger.de/digidiary/2023/08/09/leidensdruck-schafft-veraenderung-die-gelbe-karte/#comment-621195

    Das ist mal eine tolle Aussage, was Gründe sowohl für´s als auch gegen des Rauchen und Aufhören sind. Als Nichtraucher kann man das meist gar nicht nachvollziehen, sondern hat eher so ein Kopfschütteln übrig, wie man bei all den negativen Begleitumständen so dran hängt.

  19. „… Kopfschütteln übrig, wie man bei all den negativen Begleitumständen so dran hängt.“

    @Siewurdengelesen: Das kann jemand, der nicht geraucht hat auch nicht nachvollziehen. Am besten beschreibt es Gregor Hens in seinem Buch „Nikotin“ – übrigens kein Buch für noch nicht gefestigte ehemalige Raucher :-)

    Für alle anderen:
    https://www.fischerverlage.de/buch/gregor-hens-nikotin-9783100325839

  20. Wenn ich deine lange Geschichte der Aufhörversuche rekapituliere, wird mir wieder bewußt, wie lange wir uns kennen (1996). Ich meine mich zu erinnern, daß du zwischen den angegebenen 1998 und 2003 auch zwischendurch noch einen Versuch hattest. Kann aber täuschen bzw. verwechsle ich das mit deinem Versuch, auf dem Land zu leben. Ich jedenfalls schaffte im September 2000 den Absprung, nachdem ich 16 Jahre lang 30 Zigaretten /die gequarzt hatte. In DDR-Zeiten sogar meist filterlos, weil billiger (Salem rot und gelb). Aufzuhören gelang mir damals ohne Problem und Hilfsmittel. Es war ein günstiger Zeitpunkt (Kairos). Immer wieder versuchte ich in den 16 Jahren aufzuhören, mal tage-, mal wochenlang. Ich probierte Pfeife, ließ mich von Freunden reglementieren („nur 5 Zigaretten / die“) usw. usf. Anlaß gab im September vor 23 Jahren ein Body, dessen übler Befund mir einen so gehörigen Schrecken einjagte, daß ich von einem Tag auf den anderen aufhörte.

  21. @Claudia, das vermehrt herumsitzen bei ärzten, so schrieb ich ja, kommt mit zunehmenden alter.
    da kannst du bessere Ernährung vorschalten oder nicht