Claudia am 17. November 2008 — 8 Kommentare

November

Eigentlich ist der November der Monat, in dem ein Urlaub am nötigsten wäre. Die immer kürzeren Tage mit immer weniger Licht machen die zunehmende Geschäftigkeit der Menschenwelt zur Last: wie schön wäre es, jetzt gar nichts tun zu müssen, das Absterben der Natur zu betrachten und sich den melancholischen Stimmungen hinzugeben. Unsere Altvorderen konnten das noch, damals in der bäuerlichen Welt. War die Ernte eingebracht, verarbeitet und verstaut, konnte man aufatmen: geschafft!

Wir Heutigen kennen diese Muße nicht mehr, sondern bleiben in Bewegung. Die weihnachtliche Konsumorgie verlangt in vielen Branchen deutlich erhöhten Einsatz und das Jahresende ist allüberall ein Horizont, bis zu dem noch einiges geschafft sein will. Volkstrauertag, Totensonntag – diese verinnerlichenden Feiertage sagen uns nichts mehr. Wer jetzt kränkelt, nimmt Tabletten und schiebt das Ausspannen in den Januar, den Monat mit den meisten Krankmeldungen.

Ich bin da kein bisschen anders, deshalb hat mich jetzt auch der allergische Schnupfen wieder im Griff, dieser seltsame Schnupfen ohne Erkältungsgefühl, nur mit Niesanfällen und laufender Nase. Und so humple ich also den Berg hinauf, den Berg aus Arbeiten, die unbedingt noch geschafft werden müssen – dieses Jahr.

Diskussion

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8 Kommentare zu „November“.

  1. ich versuch mich aus diesem vorweihnachts-stress-thema so gut wie es geht auszuklinken – beruflich geht es leider nicht immer, aber privat kann man es steuern. und ich kenne immer mehr menschen, die das so machen. mit kindern ist es sicher nicht so leicht, aber auch da muss es mit guter planung (weihnachten ist ein so schön vorhersehbarer termin) nicht in konsumstress ausarten. allein schon das thema weihnachtsbäckerei: wenn man es wirklich selbst machen will und spaß daran hat, fein, aber setzen sich nicht viele selbst unter druck, nach dem motto: „ich muss doch zeigen, dass ich das kann“?
    man kann da durchaus einen gegentrend ausrufen und leben: weniger aufwand, weniger glitzer und tand, mehr muße und das licht einer kerzenflamme, das die gedanken bündelt und aufs wesentliche lenkt.
     
     
     

  2. p.s.: gute besserung!

  3. diesen eigenartigen schnupfen kenne ich nicht, zum glück. nur diese plötzlich so trockene luft, innen, fast überall.
    aber der november hat es auch so in sich. ich bin für einen winterschlafmonat.

  4. Da ich inzwischen fast die kompletter Allergiker-Karriere hinter mir habe kann ich Dir gerne ein paar Kortison-Tabletten leihen ;-) Aber im Ernst, wenn es nicht eine Art von nervösem Schnupfen ist, probier mal das Heuschnupfenspray von Weleda. Das ist wirklich sehr gut (hilft bei mir unterstützend…)
    Take care.
    Joachim 

  5. Erst einmal gute Besserung. Und versuche dem Vorweihnachtsstress doch aus dem Wege zu gehen. Die Weihnachtsgeschenke kaufe ich meistens so Anfang November, mal zwei Stunden Zeit nehmen, durchs Web surfen und Bestellungen aufgeben, dann hast du alles früh da und kannst es dir verpacken lassen. Auch wenn es beruflich nicht geht, dem Stress zu entkommen, privat kommst du so noch am weitesten.

  6. Wenn man dann aber oben auf dem Berg ist, egal wie schwer der Anstieg war, die wunderbare Aussicht dort oben lohnt meist der Mühe. Ich wünsche dir, den Gipfel schon sehen zu können.

  7. Sehr schön geschrieben….aber fast schon so melancholisch, dass auch ich es fühlen kann…
     
    Gute Besserung auch von mir… :)

  8. Hallo Claudia,
    als Erstes: Gute Besserung!
    Zum Zweiten fällt mir ein: „Bauer sucht Frau“.
    Gruß Hanskarl
     
     
     
     
     
     
     
     

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