Claudia am 24. April 2024 —

Krafttraining: 10 Kilo sind nicht immer gleich schwer

Mal was aus dem Alltag: Ich besitze eine Langhantel mit verschiedenen schweren, kombinierbaren Gewichten. Eigentlich trainiere ich seit letzten Herbst im Fitness-Center auf E-Gym-Maschinen, aber letzten Samstag hab‘ ich mal wieder die Langhantel genutzt: 10 Kilo schwer, Kniebeugen, Kreuzheben, Über-Kopf-Schulterdrücken und eine Kombi aus diesen drei Übungen.

Danach hatte ich zwei Tage Muskelkater in Armen und Beinen, eigentlich seltsam, denn an den Maschinen bewege ich größere Gewichte!

Kraftverlust?

Ich dachte schon, ich hätte Kraft verloren, weil ich z.B. auf der Schulterpresse (E-Gym) 13 Kilo hoch stemme. Auch nicht viel, jedoch musste ich dieses Gewicht langsam aufbauen, weil die Bewegung meinen Mausarm triggert. Mittlerweile fühlt es sich nicht mehr mega-schwer an, warum also bekomme ich von 10 Kilo Muskelkater?

Also hab‘ ich den Trainer gefragt, der mich grinsend zu einer klassischen Maschine führte, wo ich 14 Kilo locker nach oben bewegte. Danach kam die Langhantel dran: Nur 12,5 Kilo, es fühlte sich jedoch viel viel schwerer an! Woran liegt das? Er meinte, die Langhantel belaste den gesamten Körper viel mehr, da er mehr tun bzw. halten müsste als beim geführten Nach-oben-drücken im Sitzen. Dennoch spüre ich die vermehrte Anstrengung ja hauptsächlich in den Armen und bekam auch da Muskelkater von der Langhantel – schon seltsam!

Krafttraining auf E-Gym-Maschinen

Insgesamt bin ich froh, dran geblieben zu sein! Hab‘ sogar einen Jahresvertrag abgeschlossen, obwohl jetzt bald wieder Gartenarbeit ansteht (falls das Wetter endlich wieder von winterlich auf frühlingswarm schwenkt!). Das verdanke ich eindeutig den E-Gym-Maschinen, mit „freien Gewichten“ hätte ich das nicht geschafft. Das liegt am Feedback, das einem einfachen Computerspiel ähnelt:

EGYM-Kurve

Auf so eine Kurve starrt man während der Übung und muss die kleinen Kugeln mit der großen „vernichten“. Da auch das auf Dauer langweilig wird, übe ich verschiedene Arten der Konzentration. Versuche zum Beispiel, nach und nach die Infos „auszublenden“ und nurmehr die Kurve zu sehen und dabei die verstrichene Zeit und die Zählung der Bewegungen auszublenden. Oder auch nur noch den Atem zu beachten, wie ich es bei Meditationsversuchen übte.

Nach der Erfahrung mit den Unterschieden zwischen den Maschinen und freien Gewichten werde ich jetzt aber öfter auch „frei“ üben. Schon allein wegen der Abwechslung: Neue Herausforderungen müssen schon immer mal wieder sein!

Krafttrainig schafft Zuversicht

Jürgen Lieser schrieb in seinem aktuellen Blogpost „Globale Krisen, regionale Kriege, nationale Katastrophen: Alles wird gut?“ über die Zumutungen unserer Zeit und über die Schwierigkeit, bei alledem zuversichtlich zu bleiben. In dieser Hinsicht tut mir mein Fitness-Center richtig gut, das ich hier aus reiner Begeisterung mal verlinke! Immer wenn ich dort mit dem gechipten Armband durch die Schranke trete, bin ich in einer anderen Welt, in der alles sehr angenehm, aufgeräumt und schön ist. Freundliche, gut gelaunte Menschen managen den Betrieb und auch die Trainierenden sind in aller Regel gut drauf. Die Sauna nach dem Training tut ein übriges, mein Wohlbefinden zu steigern  – und bei alledem sehe ich auch Fortschritte!

Jedes Mal verlasse ich das Center und fühle mich nicht nur körperlich gut, sondern auch zuversichtlich. Das mag eine Ilusion sein angesichts der Lage, ist aber besser als sich ständig über irgendwas zu sorgen!

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Diskussion

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6 Kommentare zu „Krafttraining: 10 Kilo sind nicht immer gleich schwer“.

  1. Immer wenn ich dort mit dem gechipten Armband durch die Schranke trete, bin ich in einer anderen Welt, in der alles sehr angenehm, aufgeräumt und schön ist.

    Das Gleiche gilt auch bei meiner Insektenfotografie und auch dem Zeichnen bzw. dem plastischen Arbeiten. Der Flow eben machts!
    Gerade die Insekten, die mit dem Leben nie stoppen, erquickten mich mit ihrem Dasein während der Pandemie, in der meine Partnerin und ich uns ansonsten recht restriktiv verhielten.

  2. So heil ist die Welt leider nicht in allen Fitnessstudios. Daher haben wir uns jetzt einen ungenutzten Kellerraum hergerichtet und da liegt auch schon die Langhantel bereit.
    Mir tut es gut, die Muskeln zu spüren (also nicht in dem Maß, in dem das beim Muskelkater der Fall ist) und damit meinen Körper auch bewusst wahrzunehmen. Ist ja auch eine wichtige Altersvorsorge, von daher versuche ich auch dran zu bleiben, wenn der Spaßfaktor mal nicht so hoch ist. Dann hilft Abwechslung – die du ja mit der Langhantel hast – die Motivation am Leben zu erhalten.
    Starke Grüße 💪

  3. Als passionierter Ballsportler muss ich immer einen Ball – bevorzugt seit einiger Zeit Tennis – verdreschen. Da kommt der Oberörper etwas kurz. Jetzt in der Reha mache ich fast täglich Krafttraining im Milon-Zirkel mit 8 Geräten. Gefällt mir überraschenderweise recht gut und ich überlege, auch daheim im Studio meiner Frau ein ähnliches Krafttraining zu machen.
    Daheim Geräte? Dazu haben wir zu wenig Platz. Ein Rudergerät steht schon rum (da ich doch meistens lieber an die frische Luft gehe).

  4. @Gerhard: vermutlich musst du dich beim Insekten fotografieren viel bücken – bekommst du da nicht Rückenschmerzen?

    @QueenAll: Blog doch mal über die weniger heile Welt im Fitnesscenter! Ich war auch zuvor in anderen, wo mich vor allem die normalen Maschinen auf Dauer langweilten. Und auch der Konfort ließ zu wünschen übrig.

    @Stefan: Da bin ich aber froh, dass ich meine Idee, ein Rudergerät für zuhause anzuschaffen, nicht umgesetzt habe! Die scheinen meist nach einiger Zeit nur rumzustehen, nicht nur bei dir.

  5. vermutlich musst du dich beim Insekten fotografieren viel bücken – bekommst du da nicht Rückenschmerzen?

    @Claudia: Keinesfalls. ich kenne Rückenschmerzen nicht.

  6. […] Auf Knien, je nach Bedarf vorn übergebeugt, zog ich die Knäuel aus Wurzeln, Wildkräutern und Erde heraus und sammmelte sie in einem großen 20-Liter-Bauschutt-Eimer. Während ich um die Seiten des Bohnenturms herum rutschte und hackte und hackte, musste ich mich immer wieder stark drehen, um das Grünzeug in den Eimer zu werfen. Zwischenzeitlich hatte ich noch einen zweiten Eimer geholt, aber nie stand einer wirklich nah genug und ich war zu faul, extra aufzustehen, um den Eimer wieder näher zu stellen. Als ich schließlich recht erschöpft war, trug ich den ersten, recht vollen Eimer zum Kompost. Der war ziemlich schwer, da viel Erde dabei war, aber hey: schließlich mach ich seit einem halben Jahr Krafttraining! […]