Heute morgen schaute ich mir die Kritiken des gestrigen Polizeirufs an und wunderte mich: Zwar wird er gelobt, aber thematisiert wird eigentlich nur, dass ein Kommissar sich in die JVA-Anstaltsleiterin verliebt, aber dann doch an ihr zweifelt. Die „Unmöglichkeit des Vertrauens“ sei das Thema der Folge, meint z.B. Katharina Riehl in der SZ. Auch für Lena Bopp in der FAZ ist der „Tanz zweier Taubstummer“ offenbar das einzig Erwähnenswerte.
Sind diese Leute eigentlich so abgebrüht, dass sie gar nichts mehr wirklich berührt?
Während der erstes Szenen, die erst wieder eine Gewöhnung an eine gewisse Langsamkeit zumuteten, schoss mir noch der böse Gedanke „Altersheim-TV!“ durch den Kopf. Verglichen mit den fetzigen amerikanischen Krimiserien (Navy CIS, etc.) wirkt der Polizeiruf im Anlaufen regelmäßig wie eine Schlaftablette. Danach war ich allerdings emotional so geschafft wie selten nach einem Film, ich spürte es körperlich, empfand sogar das eigene Gewaltpotenzial und dass es nicht sehr ferne liegt, auf jemanden einzuschlagen, um sich zu erleichtern.
Weiter → (Morgengrauen – ein unerwartet guter Polizeiruf)
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