Claudia am 05. April 2019 — 9 Kommentare

Von der Motivation zum Abnehmen: Patrick Heizmann

Ja, ein Megathema! Und ich kann ein Lied davon singen, wie die Motivation irgendwann doch immer wieder schwindet, sang und klanglos im Alltag untergeht. Grade bin ich zum Glück gut motiviert, obwohl ich das totale Fasten nicht schaffe. Wie schon im letzten Post angedeutet, haben meine „Übergangstage“ dazu geführt, dass ich wieder start kalorienreduziert esse. Mit aufschreiben, wie schon einmal ein dreiviertel Jahr.

Da ich allerdings alles, was ich damals abgenommen habe, später wieder drauf gefuttert habe, ist das jetzt nur ein Einstieg. Es wieder genauso zu machen, bringt zwar anfangs Erfolge, aber wenn man dann zum lebendigen Jojo-Effekt wird, verbietet sich eine einfache Wiederholung.

Ein wesentlicher Faktor ist die Motivation, bei der es schwierig ist, sie über einen langen Zeitraum zu halten. Damals hat mich das Buch „Fettlogik überwinden“ (verdienter Werbelink) von Nadja Herrmann unglaublich motiviert. Doch ein Vorteil des Buches ist gleichzeitig auch sein Nachteil: es ist ziemlich frei von konkreten Ernährungstipps, beschränkt sich auf das mentale Abbauen der behindernden „Fettlogiken“ und vermittelt zudem das immense wissenschaftliche Wissen rund um Übergewicht und seine Folgen, alles gut belegt. Liest man es, versteht man das eigentlich Selbstverständliche auf ganz neue, berührende Art: Dass es darum geht, weniger Kalorien aufzunehmen als man verbraucht, wenn man abnehmen will.

Nadja war mit dem Buch so erfolgreich, dass sie am Ende ihr Blog geschlossen hat – es war ihr alles zuviel und sie wollte wohl nicht zur Ernährungs-Ikone werden, die in Talkshows herum gereicht wird. Allerdings gibt es noch das Forum „Ohne Unsinn abnehmen„, das auch noch ziemlich aktiv ist. Da werde ich mal wieder rein schauen!

Auf das Thema „Motivation“ bin ich grade gekommen, weil ich über das Video „Essen erlaubt“ mit Patrick Heinzmann gestolpert bin – ein Ausschnitt aus einem Lanz-Talk. Hab mir dann weitere Videos von ihm angeschaut und finde ihn gleichzeitig motivierend und unterhaltsam. Ein bisschen ist er wohl auch ein Comedian und mit seinen Abnehm- und Fitnesstipps groß im Geschäft: Videos, Newsletter, eine Webseite, Bücher (Bestsellerautor). Er sagt von sich selbst, er würde in Sachen Ernährung das Rad nicht neu erfinden, aber Rad fahren lehren – und das macht er ziemlich gut!

Gewiss ist seine Art nicht jedermans Sache, aber auf mich wirkt er gerade sehr motiviertend. Ich habe auch noch keine einzige „Fettlogik“ in seinen Vorträgen bemerkt, seine Empfehlungen sind durchweg nachvollziehbar, wobei mir besonders die Unverbissenheit gefällt, mit der er sämtlichen Ernährungslehren durchaus gelten lässt, aber die Dinge auf simple Erkenntnisse herunter bricht – nach dem Motto: Es ist dem Körper EGAL, wie er an die 47 unverzichtbaren Nähr- und Vitalstoffe kommt, Hauptsache, sie kommen – und daneben nicht so viel nutzloser Müll.

Eines seiner Rezepte zum Abnehmen: Mindestens 80% jedes Einkaufs soll aus Lebensmitteln bestehen, die keine Zutatenliste haben!

Na, das ist mal ein Wort! Die Kritik an der Nahrungsmittelindustrie ist ein wesentlicher Faktor seiner Vorträge: wie sie unseren natürlichen Appetit umlenken auf Produkte, die nurmehr so tun, als wäre da Nützliches drin. Wie sie unsere Nasen mit Düften täuschen, unsere Augen mit tollen Bildern verführen und mittels Aromen und Zusatzstoffen aus Scheiße Geld machen – ja, so drastisch darf das ruhig mal benannt werden!

Ich werde ihn mal weiter im Auge behalten. In Sachen „Einkaufen“ bin ich schon ganz gut dabei, habe aber auch den Vorteil, zuhause zu arbeiten. Da geht kochen statt Fertiges essen ganz gut.

Diskussion

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9 Kommentare zu „Von der Motivation zum Abnehmen: Patrick Heizmann“.

  1. Hau diese ganzen Ernährungsbücher- und Tipps dazu in die Tonne!
    Und schau – wenn überhaupt was gescheites – die Ernährungsdocs.
    Und niemals nicht auf Fertigprodukte greifen – wenn machbar…

    Kochen ohne chi-chi mit wenigen frischen Zutaten und FDH, sowie Bewegung – zack nimmste ab… ;-)
    Und wer sagt überhaupt, dass täglich zu kochen ist? Ein Stulle und Salatgurke + Salat => Mittagessen.

    Knabbereien sind durch Obst ersetzbar, Süßgetränke und Fertigjoghurt => bäh ;-P

    Viel Erfolg! :-D

  2. Lieber Peter.
    danke für deine Anteilnahme! Es fehlt mir allerdings nicht an Wissen um gesunde Ernährung, sondern um die Motivation – und da ist so ein humoriger Redenschwinger manchmal ganz gut!
    FDH mit wenigen frischen Zutaten ist an sich ok, aber wenn du dabei gar nicht darauf achtest, WAS GENAU du isst und ob damit auch all die 47 essentiellen Nährstoffe reinkommen, die der Körper braucht, bekommst du Mangelerscheinungen! Insbesondere genügend Eiweis ist wichtig, sonst bauen sich zuviele Muskeln ab. Bewegung ist natürlich auch angesagt, klar!

  3. Käse, 400 gramm packungen
    Wurst (die billigen Varianten)
    Fertiggerichte, in der Regel Tütensuppen
    4 Liter fettarme Milch

    Spiegeleier auf Toast
    Bratkartoffeln mit Speck, manchmal mit Spiegelei

    Linsensuppe, Linsen schwäbischer art

    Tomaten, Bananen, Äpfel
    Gurken als Salat mit Zwiebeln, öl, Essig

    manchmal etwas Fleisch in Form von Schnitzel,
    vorgewürzten Halbfertigpackungen

    von der Gesellschaft ausgekotzt.
    850 Euro miete und kein job mehr in Sicht.
    von einem „Freund“ um Auto und Anhänger betrogen

    abnehmen ist nicht wirklich mein Ding:)
    auswandern nach japan?`
    eventuell.

    neue schoene bunte welt,
    welch ein traum der solche
    Bürger trägt.

  4. mein Mitgefühl, Ingo!
    Dein Problem war Abnehmen aber auch nicht zu besseren Zeiten, nicht wahr?
    Man kann allerdings auch mit ganz wenig Geld gesund kochen – dafür finden sich im Netz viele Rezepte und auch TV-Sendungen. Man muss halt Bock auf selber Kochen haben bzw. es als sportliche Herausforderung ansehen, den Industriefraß mit seinen Zusatzstoffen und geschmacksgebenden Aromen zu vermeiden.

  5. Hallo Claudia,

    seit ich regelmäßig auf dem Wochenmarkt einkaufe und anschließend das, was mir noch fehlt, im an den Platz angrenzenden Discounter hole, merke ich erst so richtig, daß das meiste von dem, was da in den Regalen steht, in meinen Augen gar keine echten Lebensmittel sind. Ich latsche inzwischen gar nicht mehr alle Gänge ab, sondern suche nur noch gezielt die Sachen, die mir fehlen, weil mich der Anblick dieser bunten Schachteln und Dosen, in denen überwiegend nichts enthalten ist, was mich irgendwie verlocken würde, irgendwie abtörnt.

    Aber grundsätzlich kann man sich auch mit Discounterware gesund genug ernähren, und die Formel von Heinzmann trifft die Sache haargenau. Ich glaube, das Problem von vielen ist, daß „gesund genug“ ihnen nicht reicht; es muß alles immer optimal sein. Solange der Einkauf nicht aus dem Biomarkt stammt, gilt er nicht als „richtig“ gesund. (Dabei gibt es auch im Biosupermarkt Fertiggerichte, und im Zweifelsfall halte ich einen Naturjoghurt vom Lidl, kombiniert mit Honig und Walnüssen, für gesünder als einen Fertigjoghurt, der bei Naturgut gekauft wurde.)

    Was das Abnehmen betrifft, habe ich beste Erfahrungen mit Intervallfasten gemacht. Das mache ich seit zwei Jahren, und ich finde es megaeinfach. Ich denke an meinen Fastentagen gar nicht ans Essen, geschweige denn, daß ich in Versuchung geraten würde, zu essen. Wozu auch? Morgen gibt es dann ja wieder alles, was ich will. Wenn ich viel zu tun habe, kann es auch mal passieren, daß ich eine Mahlzeit verschiebe, und Fasten sehe ich ähnlich: Ich verschiebe meine nächste Mahlzeit eben auf den nächsten Tag. Diese Herangehensweise löst das Kopfproblem, das einem bei normalen Diäten anfängt, Wahnvorstellungen von all den leckeren Sachen vorzugaukeln, die man NIE WIEDER essen darf … bis morgen auf das Objekt seiner momentanen Begierde zu warten, hat mein Kopf aber kein Problem.

    Wenn der Magen knurrt, trinke ich entweder ein Glas Wasser auf ex (gutes Mittel, um zu verhindern, daß man zu wenig trinkt) oder ich warte, bis er von alleine wieder aufhört, denn das tut er immer nach ein paar Minuten. Das Magenknurren wird ja durch ein Hormon ausgelöst, Ghrelin, aber das wird immer nur schubweise ausgeschüttet und scheint sich dann auch irgendwie aufzulösen. Es sammelt sich also nicht immer mehr davon an und hält mit zunehmende Fastendauer immer empörtere Demos in meinem Verdauungstrakt ab, sondern der Hungerschub kurz vor dem Schlafengehen ist genauso kurz und harmlos wie der um zehn Uhr morgens und kann problemlos ausgesessen werden.

    Zum Wochenmarkt gehe ich allerdings nicht, wenn sein Termin mit einem Fastentag zusammentrifft. Man kann es ja auch übertreiben mit den Anfechtungen, denen man sich aussetzt. ;-)

  6. @Perdidax: danke für deinen ausführlichen Bericht! Bei mir muss keineswegs alles bio sein, das wär mir auch zu teuer. Was ich gerade ausprobiere und seit 2 Wochen auch schaffe, ist die Sache mit „nur Lebensmittel ohne Zusatzstoffe kaufen“ – und sogar fast 100%! „Fast“ wegen einer Packung Roggenvollkornbrot, dessen Zutatenliste aber ganz ok ist.
    Bin gespannt, ob sich das auf Dauer irgendwie im Befinden bemerkbar macht, wenn all die Zusatzstoffe nicht mehr rein kommen.

    Dass das mit dem Intervallfasten jetzt so boomt, hab ich mittlerweile mitbekommen. Muss mich allerdings erst dran gewöhnen, dass man die Esspausen „Fasten“ nennt. :-) Moderates Intervallfasten hab ich schon oft eher unabsichtlich praktiziert, weil ich eine Nicht-Frühstückerin bin. Und es kann schon mal 14 Uhr werden, bevor ich etwas esse.

    Magen knurren kenne ich nicht. Nicht mal aus der Zeit echter Fastenphasen (ewig her) von 1 Woche. Vermutlich fehlt mir das Hormon.. :-)

  7. Claudia,

    huch je, dich hatte ich des Bio-Perfektionismus eigentlich gar nicht verdächtigt, und falls das so rübergekommen ist, tut’s mir leid. Mir fiel das nur schon in vielen Gesprächen, aber auch in Medienberichten auf, daß die Gleichsetzung Discounter=ungesund und Biomarkt=gesund oft ganz unbewußt vorgenommen wird. Das finde ich genauso skurril wie die ebenso häufig gelesene Annahme, wer wenig Geld hat, könne sich nur von Tiefkühlpizza und Dosenravioli ernähren. Dabei ist selbst kochen praktisch immer billiger als das entsprechende Fertiggericht, wie jede Hausfrau weiß, nachdem sie mal mit wenig Geld haushalten mußte, und dazu schmeckt es besser und ist außerdem gesünder.

    Mein Intervallfasten ist übrigens eher was für Fortgeschrittene; ich faste in 36-Stunden-Intervallen. Ich werde das wohl noch zwei bis drei weitere Jahre so beibehalten, bis ich mein Zielgewicht habe, weil es mir wirklich leicht fällt.

    Dir knurrt der Magen tatsächlich nie? Das ist ja interessant. Ob deine genetische Ausstattung irgendeinen ungewöhnlicheren evolutionären Umweg hinter sich hat? Oder gibt es das öfters? Gehört habe ich das jedenfalls noch nie.

    Dann geht es bei dir beim Abnehmen also ausschließlich um diese Kopfsache. Manche Leute fürchten sich unheimlich davor, zu hungern, dabei ist das, was der Magen einem da antun kann, gar nichts im Vergleich zu dem, was das kulinarische Kopfkino anrichten kann. ;-)

  8. Hallo liebe Claudia,
    entschuldige eine Frage. :-) Wenn du nicht genug Motivation hast, warum gehst du das Thema dann an? :-)
    Egal, was wir tun, wenn wir nicht genug Motivation haben, klappt das nicht. Dann wird es nur anstrengend.
    Abnehmen ist an sich bei den allermeisten nicht schwer. Nur fehlt den allermeisten das Wissen um gesunde Ernährung – leider – und es werden Fehler gemacht, wie Diäten, zu wenig essen bei gleichzeitig das Falsche essen, zu wenig (falsches) essen und gleichzeitg viel Sport machen, usw.
    Wenn ich einkaufe, besteht mein Einkauf aus frischem Gemüse, Salaten, bisschen Obst, vollwertigen Getreidesorten wie Hirse und Hülsenfrüchte, Samen, Nüssen, guten Ölen. Das ist die Hauptsache die ich esse. Daraus kann man sich viele tolle Sachen machen. Zuhause steht der Mixer, und die Getreidemühle. Zeit braucht es nicht viel, ist nur Gewohnheit. Wenn dann die Portionen noch stimmen, kann man nur schlank sein. Das geht automatisch. Ich bin der Meinung, die Lösung bei diesem Thema ist, nicht abnehmen wollen, sondern lernen wollen, dauerhaft gesund zu essen. Dann erledigt sich vieles anderes automatisch…

  9. @Caroline: danke für deinen Kommentar.

    Natürlich bin ich motiviert, immer mal wieder – aber damals eben nicht über einen Zeitraum, der länger als ca. 10 Monate gehalten hätte. Und das lag nicht zuletzt an meiner Beschränkung / Veränderung der Ernährung in Richtung „nur noch Gesundes“.

    „Wenn ich einkaufe, besteht mein Einkauf aus frischem Gemüse, Salaten, bisschen Obst, vollwertigen Getreidesorten wie Hirse und Hülsenfrüchte, Samen, Nüssen, guten Ölen. „

    Außer Hirse und Samen kaufe ich das auch. Aber eben nicht nur. Wir sind alle individuell verschieden und es ist z,B. auch ein (alters-)Unterschied, ob man mehrere Jahrzehnte lang an diversen Lieblingsgerichten hängt oder nur ein paar Jahre. Mein „Jojo-Effekt“ setzte ein, weil ich nach fast einem Jahr große Sehnsucht nach allem hatte, was ich von meiner Speisekarte gestrichen hatte: weil zu ungesund, zu kalorisch, zu „böse“ in verschiedenster Hinsicht.

    Das mache ich also nicht noch einmal!!! Die größte Relevanz hat die eigene Erfahrung über einen längeren Zeitraum – also ziehe ich die Konsequenzen und esse heute wieder ALLES! Es gibt für mich kein „falsches“ Essen mehr, denn die Dosis macht das Gift – eine alte Weisheit, die auch für die Ernährung gilt.
    Auch so habe ich mittlerweile wieder 7 Kilo abgenommen. Wobei ich Stagnationsphasen willkommen heiße, denn auch zu schnelles, kontinuierliches Abnehmen hat mir nicht gut getan, sondern mich am Ende „in Schrecken versetzt“.

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