Claudia am 17. Februar 2014 — 38 Kommentare

Erneuerungsdruck und Vergangenheitsbewältigung in einem 15 Jahre alten Blog

Ein paar Mitlesende wissen, dass ich seit längerem vorhabe, das Digital Diary endlich zu modernisieren. Unter der Haube ist alles up to date, doch was die Optik und die Strukturen angeht scheitere ich bisher an zu unklaren Wünschen bzw. daran, zuviel gleichzeitig zu wollen.

Dieses Blog ist immerhin nicht irgend eines meiner Webprojekte, die über die Jahre kommen und gehen, sondern das Zentrum meines persönlichen Schreibens, der bleibende „ruhige Ort“ im Auge des Orkans, den ich um mich herum in den Weiten des Netzes und der Welt wahrnehme. Deshalb hab‘ ich mich hier nie um die wechselnden Moden im Webdesign gekümmert, sondern im Gegenteil wert darauf gelegt, dass es „immer gleich“ aussah, wenn auch die Technik sich änderte: von den einstigen „Rahmen“ (Frames) über SSI (Server Side Includes) hin zum führenden Blogscript WordPress, das ich erst ab 2006 benutze.

Seitdem aber wegen der vielen Tablets und Smartphones wieder Veränderungsbedarf besteht, wuchs meine Bereitschaft, das mittlerweile doch recht altertümliche Erscheinungsbild zu verändern. Ich schaute mir hunderte „Themes“ an, um mich inspirieren zu lassen, doch merke ich, dass ich mich nicht mit einem „Sprung ins ganz Andere“ anfreunden mag. Es wird also im Prinzip gleich bleiben, nur größer, im Detail moderner, zugänglicher – naja, so ungefähr halt. :-)

Solange ich da nicht wirklich zu Taten schreite, sondern mich in Vorüberlegungen verzettele, mache ich mich wenigstens an eine langweilige „Ordnungsarbeit“: ans Umsetzen vieler uralter Blogpostings, die noch in alten Technik-Formaten rumdümpeln. Keine kreative Arbeit, sondern stumpfes kopieren, neuen Artikel erstellen, altes Datum eintragen, eine Kategorie wählen, auch mal ein Stichwort vergeben – seufz….

Mittlerweile bin ich bis Mitte 2003 rückwärts voran gekommen. Wer mal auf die Gesamtübersicht schaut, sieht, dass noch recht viel zu tun ist bis alles inkl. 1999 in der aktuellen Blogstruktur angekommen ist.

Der Blick zurück – demnächst als Plugin?

Zwangsläufig ist mit dieser Arbeit immer auch ein Blick in die Vergangenheit verbunden. 2003 – das heute bearbeitete Jahr – war das Jahr meines letzten Umzugs, das erste Jahr in meiner jetzigen Wohnung am Rudolfplatz. Etliche Artikel handeln von meiner Freude, endlich alleine zu wohnen, womit ich auch heute noch sehr zufrieden bin. Aber dass das nun schon ELF JAHRE her ist!!! Unglaublich, es kommt mir viel kürzer vor…

Alte Artikel lese ich nur bei solchen Gelegenheiten, wenns mal wirklich sein muss. Irgendwie empfinde ich eine Scheu, mein jüngeres Ich zu lesen – obwohl ich noch nichts angetroffen habe, was mir aus heutiger Sicht „voll daneben“ vorkommt. Dem Gefühl muss ich noch mal ein bisschen nachspüren, um es in Worte fassen zu können.

Als neues Feature wünsch‘ ich mir jedenfalls ein Plugin, das die Links „vor einem Jahr“, „vor fünf Jahren“, „vor 10 Jahren“, „vor 15 Jahren“ zur Verfügung stellt und beim Klick immer die drei Artikel-Titel rund ums aktuelle Datum anzeigt (also nicht ganz so trivial, dass man es mit WordPress-Bordmitteln hinbekäme!). Ich muss sie ja dann nicht lesen… :-)

Diskussion

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38 Kommentare zu „Erneuerungsdruck und Vergangenheitsbewältigung in einem 15 Jahre alten Blog“.

  1. Liebe Claudia,
    ich lese hier ab und an seit 2002 mit und freu ich immer, dass hier alles so vertraut bleibt. Als Berufskollegin kann ich Deine Umbaupläne gut verstehen – die Website soll/muss nun auch auf Handys gut lesbar sein – und ich kenne gut die Verbundenheit mit dem Aussehen der so lange gepflegten und gehegten Website.

    Ich finde, gerade im Netz ist so ein bisschen „Bewahrendes“ und „Traditionelles“ ein schöner Gegensatz zu den vielen täglichen Neuerungen.

    Wie man so sagt, Du sprichst mir (wieder mal) aus der Seele :-).

    Liebe Grüße,
    Christine

  2. Hi Claudia,
    vielleicht hilft Dir das SRG-Clean-Archives plugin, ich setze es auf meinere Seite ein und nutze es genau für solche zwecke, um schnell alle Posts eines gewissen Zeitraums zu finden, wenn ich z.B. einen Jahresrückblick schreibe.
    http://www.geekwithlaptop.com/about/projects/clean-archives

    In Aktion kannst Du es bei mir auf der Seite unten im Bereich Archiv und dann bei „Alle Beiträge Chronologisch“ sehen.

    Viele Grüße
    Gunther

  3. @Claudia, das Entscheidente sind immer die Texte. Aber wenn überall die Seiten neu aufgezogen werden, dann verstehe ich Deinen Impuls.

  4. @Gerhard: es geht um geänderte Funktionalität aufgrund der vielen neuen Geräte – auch wenn ICH keine Blogs auf dem Smartphone lese, so sehe ich doch, dass es andere tun…

    Leider ist es regelmäßig so, dass die dann folgenden webdesignerischen Neuerungen erstmal auch eine Beschränkung bedeuten: konnte man vorher noch „alles machen“, ist das auf einmal nicht mehr möglich.

    Das hab ich jetzt schon mehrfach erlebt! Es dauert dann Jahre, bis der alte Standard der Möglichkeiten mittels neuerer Code-Entwicklungen (die ja immer Jahre brauchen, bis alle Browser und sonstigen Geräte das können!) wieder machbar ist. Klar, dafür gibts auch nette neue Gimmicks – aber es ist dennoch jedes Mal frustrierend!

  5. Das kann ich nachvollziehen!

  6. das mit der scheu vor alten texten kommt mir (irgendwie) vertraut vor, aber das bezieht sich eher auf sehr viel ältere sachen, mit den neueren kann ich immer noch ganz gut leben.

    bei den älteren ist es ja so, daß man sich in den jahrzehnten eben verändert und das, was man eben mal so locker flockig weggeschrieben hat, nicht immer den „test of time“ besteht: man hat sich in ein paar depressiven gedanken gesuhlt, sie notiert und gar nicht bemerkt, daß sie nur für einen selbst „gut“ waren und nur die sie gut fanden, die selbst so depressiv drauf waren, wie man das im übergang von der jugend ins erwachsenenalter war ;-)

    bei den neueren ist das anders, ich habe meinen rahmen und meine form gefunden und denke mir manchmal, daß ich den einen oder anderen – obwohl schon drei jahre alt – auch eben wieder so geschrieben hätte.

    ich denke mal, der punkt ist der, ob das, was man da schreibt, einfach nur ein „wellenreiten“ ist. viele blogs leben ja davon, daß sie das, worüber gerade alle schreiben, mit einer vielleicht gar nicht mal eigenen idee befüttert.

    da kann ich dich allerdings trösten: die gefahr besteht bei dir nicht.

  7. Ich halte es für völlig ausreichend, eine website jeweils den Geräten ( i.e. hardware/software) angepaßt zu generieren, welche ich als kommunikatives Ziel für meine website betrachte – und das sind in meinen Augen bei einem Blog mit komplexen Texten und langen Diskussionsfäden nun mal [i|smart|dumb]phones eher nicht, da ich von Menschen, die auf diesen Dingern längere Texte zu lesen vorgeben, keine genügend hohe Meinung hege, um mich für sie besonders anstrengen zu wollen.

    Im Moment habe ich mich noch nicht viel damit beschäftigt, aber es sollte doch (irgendwann) die Möglichkeit geben, dem Seitenaufruf (also den header Informationen) auch ohne cookies, javascript oder zusätzliche Benutzeraktionen solche Informationen wie den Gerätetyp und die Eigenschaften des displays des aufrufenden Klienten zu entnehmen, auf die dann das jeweilige layout abgestimmt werden kann, bevor der request beantwortet wird., so daß eine website auf allen unterstützten Gerätetypen ein deutliches, prägnantes Erscheinungsbild (sozusagen das Pendant zur corporate identity) aufweist.

    Die grundsätzliche Struktur eines Blogs wie deiner, Claudia, besteht neben den Inhalten der Texte für mich allerdings ebenfalls und nicht unerheblich in der Form ihrer Präsentation, dem ich einen ziemlichen, für mein Gefühl sehr angenehmen Wiedererkennungswert beimesse. Wenn das Bild dann auf einmal so wie tausend andere bubbles, newbies und gimmicks aussähe, wäre ich ein wenig enttäuscht (obwohl auch ich mich durchaus an etwas Neues zu gewöhnen bereit bin, falls es mir einleuchtet, daß tatsächlich Neues dabei herum kommt und nicht nur der berühmte alte Wein in neuen Schläuchen schwappt).

  8. Na, das freut mich aber, dass so ein gefühlt mega-langweiliger Eintrag (Technisches!), den ich im übrigen vor fast zwei Jahren schon fast genauso geschrieben (und dann „vertagt“) habe, Euch doch zum Kommentieren verlockt! Danke dafür! Ich komm mir ja langsam schon richtig bescheuert vor mit meinen Hemmungen bei der Umgestaltung der EIGENEN Seiten!

    @susanne: was du beschreibst, IST JA genau die anstehende Neuerung bzw. ein Teil davon. Damit nun aber nicht für jeden „erkannten Gerätetyp“ ein extra Design gemacht werden muss – das sind mittlerweile viel zu viele! – haben sich die kreativen Webwerker der Welt das „responsive Webdesign“ einfallen lassen: Seiten, die so gestaltet sind, dass man sie „zusammen schieben“ kann und sie sehen immer noch gut und passend aus. (Hier mal ein paar Beispiele – einfach den Browser zusammen schieben, dann sieht man die Veränderung)

    Bei neuen Projekten ist das nicht das große Problem, aber bei alten, „gewohnten“ Gestaltungen dann schon. Zudem ist das Ganze extrem komplex geworden, so dass man heute mit „Baukästen“ arbeitet oder sehr komplexe, stark veränderbare „Themes“ nutzt und daraus dann die individuelle Optik erarbeitet.

    Das „responsive“ Design ist nun mit zusammenschieben können nicht erledigt: auch die Links müssen so sein, dass man sie mit den Fingern gut antippen kann, die Schrift muss gut lesbar bleiben, Bilder müssen sich automatisch verkleinern und mancher „Wisch-Effekt“ soll auch sein – ein weites Feld!

    Immerhin bin ich offenbar nicht alleine mit meinem „Hängen“ an einer gewohnten Optik – ich werde das also weitgehend so halten, dass es auf Desktop nicht VIEL anders aussieht. Und auf das Aussehen bei Mini-Geräten nicht ganz so großen Wert legen – Hauptsache, man kann lesen.

    Was wirklich immer mehr Menschen tun – nicht nur auf Smartphones, es gibt ja auch immer mehr Tablets, die man mit auf gie Couch und ins Bett nimmt. Selber hab ich mir das zwar nicht angewöhnt, aber der PC ist offenbar wirklich ein Auslaufmodell – mal abgesehen von der Arbeitswelt.

    Schade! Auf die Selbstermächtigung der Massen mittels eines persönlichen Computers, mit dem man „alles machen“ kann folgt eine Entmündigung durch Geräte, die nurmehr zum Konsumieren (und kommunizieren in den bequemen „soialen Netzwerken“) aber nicht mehr zum Gestalten einladen. Vom Verstehen gar nicht erst zu reden… so ein Tablet hat ja meist nicht mal einen austauschbaren Akku, man möge sich doch einfach alle Jahre ein Neues kaufen!

  9. Die Beispiele auf webtalk-blog, die du oben anführst, benutzen javascript, was das Zeug hält. Ich sehe das höchst ungern. Lieber wäre mir, der Klient zeigte dem Server mittels seiner requests bereits an, in welcher Umgebung (nach Anzeige und Bedienung differenziert, das meine ich mit Gerätetyp) er die angeforderte website anzeigten will.

    Wenn du dir den Quellcode der Beispiele einmal anschaust, dann wirst du über die endlose javascript-Wüste im unteren Drittel stolpern, die komplett auf dem (langsameren und oft ungenügend geschützten) Klienten statt auf dem (schnelleren und in der Regel professioneller geschützten) webserver ausgeführt werden muß. Eine klaffende Lücke, die ein wohlfeiles Einbruchstor für Schadcode darstellt (aka jede fremd-lancierte Instruktion, die meine cpu ausführen muß, ist ein Risiko, das allein ich statt desjenigen, der sie lanciert hat, zu trage habe, ohne es beherrschen zu können).

    Außerdem bedeutet eine solche Klient-seitige Lösung einen großen Haufen verschwendeten traffic, etwa alles, was die emsigen scripte am Ende als lokal unbrauchbar verwerfen, das aber dennoch erst einmal übertragen werden muß. Elegant würde ich diese Lösung nicht nennen, und hoffe, daß die Übergabe solcher Infos (irgendwann) in die Kommunikations-Protokolle aufgenommen wird.

    Daß der Ersatz des personal computer durch den social client (i.e. tablets und x-phones) eine schleichende (oft sogar galoppierende) Entmündigung der Benutzer mit sich bringt, sehe und bewerte ich nicht anders als du. Die Multimedia-Industrie hat sich meiner Ansicht nach damit den passiven Konsumenten von Radio, TV und Print Medien wieder zurück erobert, der statt sich auszuprobieren nur noch aus vorgefertigten Angeboten auswählt, die mit der Zeit zwar immer bunter und hochauflösender, dabei zugleich aber inhaltlich immer uniformer und belangloser werden. Sie hat das u.a. dadruch geschafft, daß sie die Vereinfachung der Benutzer-Aktivität als genialen Fortschritt verkaufen konnte, was unterschlug, daß nur das ganz einfach zu bedienen ist, was vermutlich nichts Weltbewegendes bewirken kann.

  10. btw: Editieren lassen sich die Kommentare hier leider immer noch nicht. Ist das gewollt oder gar schon eine der auf uns Leser lauernden ‚Erneuerungen‘? ;-)

  11. @Susanne, nein, das ist ein Teil des „Erneuerungsdrucks“, denn offenbar geht das alte Plugin mit dem neuen Blogscript nicht mehr – ein neueres aber nicht mit diesem alten Theme. Genau weiß ich es nicht, woran es liegt, denke aber mal mit „Runderneuern“ ist das dannn bereinigt!

    Bitte noch ein wenig Geduld! :-) Ich bin derzeit echt dran…(nicht hier, ich hab natürlich Testseiten anderswo)

  12. @Susanne: war vorhin in Eile… .hey, ich wusste gar nicht, dass du so „nerdig“ bist! :-) Die Beispiele hab ich einfach mal so gegriffen, um das Prinzip zu zeigen – ohne die jetzt weiter zu bewerten. Und ja: der zunehmende Javascript-Verhau ist ein Ärgernis, aber auch Voraussetzung für vielerlei interaktive Funktionen. Selbst Stefan Münz (der „Vater des HTML in DE) sagte kürzlich, mittlerweile seien HTML und JS schier untrennbar verbunden…

    Die meisten Navigationen für Smarthandy-Format lassen sich denn ohne JS gar nicht benutzen – weil auf diesen Geräten eh nahezu niemand drüber nachdenkt, das auszuschalten.

  13. Mal noch eine Frage zum Thema Update:

    es gibt die Möglichkeit, diese Kommentargespräche verschachtelt zu organisieren, so dass man direkt auf einzelne Beiträge antworten kann… wie findet Ihr das?

  14. Überflüssig!
    Wenn ein Kommentar nicht klar sagt, worauf er sich bezieht, nützt in meinen Augen kein Layout-Trick, diesen Mangel zu beheben. Und wenn er sich auf nichts bezieht, sieht es nur bescheuert aus.

  15. @Susanne: es ist nicht nur ein „Layout-Trick“, sondern die Ermöglichung bzw. Forcierung von Zwiegesprächen bzw. „Abzweigungen“ im Gesprächsverlauf.

    Ich neige momentan auch dazu, das eher nicht zu mögen – wenn die Möglichkeiten der Verschachtelung nach z.B. 4 Ebenen wg. Platzmangel erschöpft sind, ist es für viele nicht immer leicht, den eigenen Beitrag auf der richtigen Ebene einzuordnen. Auch werden die Texte immer enger und länger…

  16. Genau das (einrücken und enger werden) meinte ich mit ‚bescheuert’… ;-)

  17. Hierein hätte ich es bringen sollen:

    @Claudia, ja, das mit dem Verschachteln ist nicht schön. War einst bei Wolf Schneiders Blog ein Problem und auch bei manch anderen jetzt. Irgendwann kann man sich nicht mehr einordnen, weil der Button “Antworten” ab einer gewissen Ebene weg ist/scheinbar weg ist. Auch ist es so, daß NIEMAND einen Kommentar wahrnimmt, der etwas verspätet, zu einer 1. oder 2. Ebene erfolgt, wenn der Run viel tiefer schon im Gange ist..

  18. mal saublöd gefragt (ich hab‘ ja keine ahnung von diesem neumodischen zeuchs): wie sieht das denn auf einem handy oder wie diese dinger heissen aus?

    einrücken ist keine gute idee, nehme ich mal an ;-)
    vielleicht gibt’s ja ne lösung, die die gesprächsstränge (also das antworten) irgendwie „zusammenhält“ (rahmen, farbe …)

  19. @hardy: auf Smartphone ist das dann wieder in einer Reihe… der Trick beim „responsive Webdesign“ ist ja, dass man bei verschiedenen Bildschirmbreiten sogenannte „Breakpoints“ setzt und dann die Formate entsprechend der kleineren bzw. größeren Breite setzt. „Einrücken“ von Listen entfällt dann eben wieder, wenns zu eng wird.

    Fazit: hier wird nicht eingerückt! Das mag Sinn machen bei viel mehr Kommentaren, aber in so einer kleinen Runde wie hier ist es viel schöner, man erwähnt den Bezug explizit bzw. spricht sich gegenseitig zitierend an.

  20. ah, wie gesagt: ich könnte es nur bei mmaw sehen ;-)

    diese breakpoints gab’s aber (gibt’s wahrscheinlich immer noch) auch für die unterschiedlichen browser und ich würde es „weichen“ nennen.

    lustige diskussion hast du da gerade in sachen schweiz und so textreich ich daher komme: andere können das ja wohl auch, ich geniesse also in vollen zügen.

  21. ne, es sind keine „Weichen“ wie früher, wo man den Browser vorab abfragte und dann evtl. unterschiedliche Seiten auslieferte. Heute findet das alles in einer einzigen Style-Datei statt – wobei die Herangehensweise so ist, dass die Formate für „mobile first“ (also das Design für den Mini-Bildschirm“) zuerst kommen und jene für größere Screenbreiten danach definiert/umgeändert werden – damit der Browser das erst gar nicht laden muss am Smarthandy. Was natürlich im HTML nicht da ist, kann auch nicht definiert werden, also ist das „mobile first“ auch ein bisschen Illusion, bzw. nicht ganz so klar und einfach wie es klingt.

  22. ah, css?

    ich bin einfach zu faul und die einzige mühe, die ich mir in letzter zeit in dieser hinsicht so gemacht habe, war auszuknobeln, wie man eine mime-codierte grafik direkt als innerer bestandteil in einen html-script einbinden kann (hat geklappt btw.)

    das ist mehr für den hausgebrauch … eine liste aller platten incl. eines 255*255 großen covers je plattezb, die nur ein einziger html text ist, der keine grafiken mehr nachladen muss. die datei wird dann natürlich etwas größer, aber auf der eigenen platte funktioniert das ganz gut, auch wenn nicht alle browser damit direkt umgehen können. dazu ein kleiner css script, eine mini stück software, das über die platte rast, die grafiken und sonst. infos in einer archiv-xml ablegt und gleichzeitig eben diese liste erzeugt.

    oder eben die entsprechende archivdatei ausliest und so den script anlegt. lege ich mittlerweile auf alle externen festplatten und kann so immer frisch den inhalt übersichtlich anbieten. so was brauchen aber nur bürokratiefetischisten wie ich ;-)

  23. @Hardy, du schreibst noch um 6:00 (lange) Texte , die zudem kaum einer je lesen wird ;-) Nicht, daß ich sie uninteressant finde, keinesfalls. Unterhälst Du dich selbst gerne mit Deinen Gedanken und Ausführungen, zu nachtschlafender Zeit?
    Ist auch eine Art Dialog, diesmal halt mit sich selbst.
    Guten Morgen jedenfalls!

  24. @Gerhard: DER TEXT ist nun aber echt nicht zu lang! Ich glaub, Du meinst einen anderen anderswo! :-)

  25. gerhard,

    ich kann sie halt nur schreiben, wenn ich gerade mal nix zu tun habe (nachtaktives karnickel, das gerade an einem großen softwareteil herumfrickelt) und daß sie dann so lange werden, ergibt sich aus dem thema, über das ich nachdenke zwischen dem, was jemand anders schreibt und dem, was ich dann am ende sage.

    mein letzter langer text ist eher grundsätzlicher natur und das ergebnis meiner meditation darüber, warum wir manchmal unsicher sind, wo der andere (eigentlich) hin will.

    wenn ich sowas dann nachher noch mal lese, denke ich, ich hätte noch zweimal so viel schreiben müssen ;-)

    es ist das eine, wenn ich den anderen unverblümt mit einem dreizeiler versuche „festzunageln“ (nicht meine art) oder eben genug anhaltspunkte liefere, an denen der andere sozusagen „andocken“ kann, also gemeinsamkeiten oder krasse unterschiede findet.

    dreizeiler haben den nachteil, daß der andere sich das alles zurechtdichten kann/muss, was nicht da steht, also projeziert, was ich meinen könnte.

    das mache ich übrigens seit 20 jahren so, früher war dieses format „normal“, weil es eben immer lange dauerte, bis der andere antworten konnte. aber „früher“ haben die leute ja auch mehr gelesen und weniger bilder geguckt ;-)

    @claudia

    ganz lang werden sie, wenn ich mich irgendwie nicht recht verstanden fühle oder mich auf „glitschigem“ terrain bewege, sprich jemand auf die füsse treten muss ohne ihm wehzutun ;-)

  26. @Claudia, hab nur gestaunt, wegen 6:00. War selbst noch um 2:51 unterwegs. Denke immer, was macht mmaw währendessen, @Hardy? Aber das ist ja dein Ding.
    Jetzt mal ernst ;-)
    Die langen Texte animieren mich kaum zum Lesen. Sicher könntest Du sogar noch mehr bringen, aber wozu eigentlich? Sei doch mit einem kleinen Füllhorn zufrieden! Damit wäre der Leser schon gut umworben und man könnte auch auf einige Aspekte eingehen.
    Aber: Zeit ist knapp…und wird immer knapper, je mehr man sich immer mehr Dingen widmet. Wer kann das noch leisten? Ja klar, zwei Leutchen: Claudia und Hardy!

  27. mmaw schläft, ich arbeite. dann arbeitet sie und ich schlafe. bleibt die gemeinsame zeit, in der wir nicht arbeiten ;-)

    [..] zeit ist knapp

    sehe ich auch so. deshalb sind meine texte in der regel in einer viertelstunde heruntergehackt, werden noch mal kurz überflogen und weg damit. ob das jemand liest, ob das attraktiv ist oder jemandem schmeichelt, ist für mich kein kriterium, ich bin es selbst schuld, wenn mich niemand liest, und jemand der mich nicht liest, auch ;-)

    ich spekuliere halt immer auf den/die eine(n), die vielleicht spaß dran haben könnte oder plötzlich einen bislang nicht gedachten gedanken denkt.

    wenn du mal einen post wie was? du hast geträumt? bei mir zuhause gelesen hast, bemerkst du, wie wenig ich hier abschweife *gggggg*

  28. @Hardy, Du Schöngeist! „ich spekuliere halt immer auf den/die eine“-ja, wieso tust Du das?
    Könntest doch genauso Deine 2 1/2 Seiten pro Comment an irgendeine Gartenmauer heften, mit der Hoffnung, daß jemand das a) abgreift und b) liest und c) versteht…oder der Wind streift es ab und trägt es vondannen. Ich sehe schon die Strassenreiniger, die sich die Haare raufen, ob der notorisch und überall anzutreffenden Pamphlete. Eine Suche nach dem Kreator dieser Seiten schlägt fehl, da jede Seite ein immer anderes Bild und andere Auffassungen zeigt.;-)

    Ja, wir sind alle höchst rational und machen grundsätzlich nur das, was Sinn macht!

  29. [..] wieso tust Du das?

    erfahrungswert. hat mir über die letzten 20 jahren ein minimum von 4 festen freundschaftsbeziehungen eingebracht. okay, keine tausend likes und keine fangemeinde, aber halt menschen, die sich nach meinen ergüssen trauten, selbst den mund aufzumachen.

    [..] was Sinn macht!

    gerhard, mache nur dinge, die mir _spaß_ machen ;-)

    [..] da jede Seite ein immer anderes Bild
    [..] und andere Auffassungen zeigt.

    damit hast du mich jetzt verwirrt. sind meine sachen widersprüchlich? facettenreich, okay, aber bitte hilf mir: wo siehst du ein „immer anderes bild“?

    ob das für jemand anderen „sinn macht“, keine ahnung

  30. @Hardy, war etwas flapsig, aber ich meinte es gut: Widersprüchlich sind Deine Sachen nicht, aber sehr facettenreich, sodaß ich mir schwer ein Bild machen kann. Also die vielen Facetten machen’s, daß man so leicht kein kohärentes Bild (sagt man das so?) zustande bringen kann..
    D’accord? ;-)
    Im übrigen freue ich mich, Dich kennengelernt zu haben.

  31. gerhard,

    don’t panic – ich bin programmierer und ergo reichlich „unemotionell“, ich nehm‘ das nicht „krumm“ – ich versuche es zu klären und dachte einen kurzen moment, dir wäre was aufgefallen, was ich übersehen habe.

    facettenreich ist okay, bewegtes leben und so was alles, drei fantastilliarden interessen und eine nicht enden wollende neugier.

    und hey, danken wir doch einfach claudia, daß sie einen ort bietet, an dem wir interessante leute kennen lernen. wir müssen halt lernen, damit umzugehen, daß der eine spröde und der andere gesprächig ist – daß aber jeder auf seine art für den anderen ein gewinn ist ;-)

  32. … und, gerhard, ich hab dir den wohl wortreichsten post auf meinem blog gewidmet, eine einzige delirierende aus- und abschweifung.

    sorry, so mache ich das halt, born this way ;-)

    [..] die kunst der verdichtung [..]

  33. @Hardy, verspreche das morgen zu lesen, bis dahin vielen Dank!

  34. gerhard,

    du hattest den vorschlag gemacht, ich solle mich doch kürzer fassen und könnte so mehr leser gewinnen, ich hatte entgegnet, daß ich ja gar nicht scharf bin auf mehr leser und mir die eine erleuchtete seele schon reichen würde …

    ich habe darüber nachgedacht und mich mal wieder selbst gefunden ;-)

    es gibt menschen, die mögen john bon jovi. es gibt menschen, die mögen helene fischer. beide verkaufen platten wie geschnitten brot und sind erfolgreich.

    ich mag die grateful dead.

    die haben, als jerry garcia noch lebte, im jahr ca 200 konzerte gespielt, jedes um die 3 stunden lang, alle stücke lange ausufernde improvisationen, nie klingt ein stück wie es am abend zuvor klang. mittendrin gibt es eine ca 20 minütige space & drum session, zwei schlagzeuger in einer trommelorgie.

    meine texte sind mehr wie grateful dead konzerte.

    freie improvisationen, ein fluss, in den man steigt und sich treiben läßt. das ist nicht jedermann’s gusto. menschen mögen oft mehr den „wiedererkennungswert“, das „vertraute“, suchen antworten. das ist das geheimnis von so etwas wie mcDoof, von helene fischer und john bon jovi.

    ich hab‘ nicht wirklich antworten. ich will nicht mal überzeugen, nur ein bißchen spazieren gehen. wenn dir beim ritt durch die pampa aber ein (neuer) gedanke kommt, hat sich das für mich – und dich schon gelohnt.

    das nur als „howto“, falls du noch nie eine meiner abschweiforgien gelesen hast. mach dir keinen kopp, der hardy erzählt halt so geschichten, ein bißchen ein großes buffet, bedien dich ;-)

  35. @Hardy, eine „Gebrauchsanweisung“ ist eigentlich nicht nötig, soviel hatte ich ja verstanden! Bin also gespannt!
    Den Satz „menschen mögen oft mehr den “wiedererkennungswert”, das “vertraute”, suchen antworten“ könnte man ja einfach salopp hinterfragen. Wenn Du z.B. grateful dead hörst, dann ist der Wiedererkennungswert sicher auch gegeben. Bestimmte Stücke erkennst Du wieder, auch wenn sie geringfügig anders daherkommen. Und der besondere Wiedererkennungswert der Gruppe wird auch die Improvisation sein.

    So wie Musik nicht Musik ist, ist Schreiben auch nicht Schreiben. Deine Art des Schreibens hat eine andere Intention wie meistens die meine. Mein Schreiben hört auf, wenn für mich eine Sache dargestellt ist. Für Dich ist der Anlass des Schreibens nur Einstieg in Deinen persönlichen Garten, dein Himmelreich, in der Du den Assoziationen frönen kannst.

  36. nur kurz zu den „dead“: ja, die stücke kenne ich alle in und auswendig. der clou ist ja, daß sie die jeden abend sozusagen neu erfunden haben. es geht also weniger um das „vertraute“ sondern um die „irritation“ ;-)

  37. @Hardy, Deinen „persönlichen Garten“ habe ich gestern betreten und Deine Erzählungen als leicht und fliessend empfunden. Man erfärt allerlei.
    So gerüstet kann man auch längere Texte von Dir einfach mal angehen. Bloß erwarte keine detaillierte Stellungsnahme ;-), erwartest Du ja auch nicht oder?

  38. [..] keine detaillierte Stellungsnahme

    nein,

    wenn ich ein grateful dead konzert höre, kann ich ja auch nicht kommentieren *gggggg*.

    aber es freut mich, daß du es als leicht und fliessend empfunden hast – und nicht als verschwurbelt und nichtssagend ;-)

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