Claudia am 11. März 2013 — 0 Kommentare

Zum TATORT mit Till Schweiger: doch ganz ok!

Als passionierte TATORT-Guckerin bin ich gestern positiv überrascht worden: entgegen den Erwartungen war der Erstling mit dem neuen Hamburger Team Schweiger/Yardim aus meiner Sicht ein Erfolg. Die vorab viel beschriebene „Äktschn“ passte zur Story im Menschenhandel-Umfeld, Schweiger zeigte mehr als nur zwei Gesichtsausdrücke und machte eigentlich nichts falsch – und wow, sein Partner Fahri Yardim ist eine Entdeckung, die von Schweiger nicht etwa „überstrahlt“ wurde! Den fröhlichen Typ, der aus dem Krankenbett heraus per Notebook die virtuelle Seite der Ermittlungen mit Bravour bewältigte und am Ende den „Bösen“ mit Pfefferspray aus dem Rollstuhl heraus zur Strecke brachte, fand ich sehr sympathisch. Gleichzeitig bekam man einen Eindruck, wie allgegenwärtig Überwachung sein kann!

Grundsätzlich mag ich Krimis im Schwerkriminellen-Milieu nicht besonders. Menschen-, Drogen- und Waffenhändler finde ich als Täter ziemlich uninteressant, ganz ebenso wie Geheimdienste und Terroristen. Psychologisch geben solche Rollen nichts her, weil bei ihnen meist alles klar und einfach ist. Keine inneren Konflikte, keine Gebrochenheiten und Ambivalenzen – zum Gähnen!

Dafür entschädigt dann im besten Fall die rasante Handlung mit viel Action und „Rumgeblute“. Zum Glück blieb der TATORT sich immerhin soweit treu, dass es an Letzterem massive Kritik vom Vorgesetzten und der Staatsanwältin gab. Das Publikum konnte sich – davon unberührt – der Genugtuung hingeben, dass es die Gangster hier mal richtig erwischt hat. Ein Empfinden, dessen Evokation ich nicht so toll finde, das aber immer wieder gern genutzt wird.

Aber schön, dass Nick Tschiller es am Ende noch geschafft hat, seiner Tochter ein weiches Ei hinzustellen. „Harte Typen“ können nun mal nicht kochen, nicht mal ein Ei! Ein Klischee, um dessen Aufrechterhaltung sich dieser Tatort mit Erfolg verdient gemacht hat.

Trotz alledem: langweilig war diese Folge nicht! Und dass Schweiger die „ernste Rolle“ gut und glaubwürdig gespielt hat, kann ich ihm gönnen. Schließlich hat er es nicht geschafft, den aus seiner Sicht erneuerungsbedürftigen Vorspann zu verändern – ein Ansinnen, das einen riesigen Shitstorm zur Folge hatte. IRGENDWAS wollen wir schließlich behalten, ETWAS soll bleiben, wie es war – und wenn’s nur ein öffentlich-rechtlicher Krimi-Vorspann ist!

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