Claudia am 06. Oktober 2012 — 5 Kommentare

Männer ab ins Handwerk? Berufsbildende Schule nimmt nur weibliche Schüler an

Ein junger Mann will gerne in der Pflege arbeiten. Claudia (Sammelmappe) suchte für ihn einen Bildungsgang, wobei sich zunächst ein berufsvorbereitendes Jahr anbot. Das gibt es in unterschiedlicher Form, z.B. im Bereich Hauswirtschaft/Sozialpädagogik, was für dien Berufswunsch „Pflege“ die richtige Wahl wäre – oder eben auch im Bereich Handwerk und Technik für entsprechende Berufsziele.

Doch dann der Hammer: die „Berufsbildende Schule BBS Hauswirtschaft / Sozialpädagogik Ludwigshafen/Rhein“ schreibt auf ihrer Webseite:

In eigener Sache: An unserer Schule werden für das BVJ in der Regel nur weibliche Schülerinnen aufgenommen. Männliche Schüler, die ein Berufsvorbereitungsjahr absolvieren wollen, wenden sich bitte an die Berufsbildende Schule Technik II in Ludwigshafen. Hier besteht die Möglichkeit, handwerkliche Grundfertigkeiten (Metall, Holz) zu erwerben.

Ist das denn zu fassen? Wer als Mann in der Pflege arbeiten will, soll erstmal mit Metall und Holz umgehen lernen? Antje Schrupp findet das auch KRASS und hat eine Anfrage hingeschickt. Ich bin gespannt, was da als Antwort kommt!

Diskussion

Kommentare abonnieren (RSS)
5 Kommentare zu „Männer ab ins Handwerk? Berufsbildende Schule nimmt nur weibliche Schüler an“.

  1. Behördensprahche: „In der Regel“ bedeutet: Ausnahmen sind möglich.

    Vermutung: Es haben sich junge Männer beworben, die eigentlich was anderes wollten. Die will man auf den ‚rechten Weg‘ wuchten. Nützt ja nix, wenn einer Mechatronoikerwerden will und dann 1 Jahr aufderfalschen Schule rumsitzt.

  2. Seit wann kommunizieren Schulen mit Schülerinnen und Schülern in Behördensprache? Vorallem auf der Website auf der sich die angehenden Schülerinnen und Schüler informieren wollen.
    Ginge es um das Problem der Berufsfindung, dann kann ich mir nicht vorstellen, warum das nicht gleichermaßen für Schülerinnen und Schüler gilt.

    Mich macht dieses lapidar abweisende Verhalten wütend.

  3. Wenn sie sich unklar ausdrücken, hilft es ja auch nicht. sie sind es halt gewöhnt so, lerbste als Lehrer in Schulrecht fast als erstes was ‚In der regel‘ oder ‚muss‘, „soll “ oder ‚kann‘ in Verordnungen heisst. Sonst weiste nich, was du darfst, kannst, sollst, muss.

    Und:

    Klar, du kannst wütend werden (was kaum zu etwas führt,m oder?) oder einfach anrufen und sagen: Da steht „in der Regel“, mit wem spreche ich bitte wg. der Ausnahme?

    Ich rate die Antwort lautet: „Es gibt da ein Formular …“ *grins*.

    Es ist halt ein bisschen wie ein Kulturschock ;) (Ich war 8 Jahre Lehrer…)

  4. Na, wir werden ja vermutlich dank Antjes Anfrage erleben, ob es „Ausnahmen“ gibt – und WARUM die „Regel“ in einer Art kommuniziert wird, die Ausnahmen abschreckt.

  5. Es ist traurig aber wahr. Die Diskriminierung von Männern geht heute leicht über die Lippen und über den Schreibtisch und wird überhaupt nicht reflektiert. Das gleiche gegen Frauen wäre undenkbar.
    Es ist langsam an der Zeit, dass sich wir Männer uns formieren und Flagge zeigen. Und dabei dürfen wir uns auch nicht von Formulierungen wie: „grundsätzlich“, „in der Regel“ als Sprachwattierung beruhigen lassen: Diskriminierung bleibt Diskriminierung.

Was sagst Du dazu?

*) Pflichtfelder. E-Mail wird nicht veröffentlicht