Claudia am 15. Mai 2011 — 0 Kommentare

14 Tage rauchfrei: nur mal eben „Kupplung treten“?

Mir scheint, gerade bricht eine neue Phase in meinem neuen rauchfreien Leben an:

Bisher saß ich ziemlich paralysiert herum, arbeitete nur das allernötigste und hatte alle Zukunfts-orientierten Aktivitäten auf Null gefahren: „Erstmal der Rauchstopp!“ dachte ich, dann würde ich sehen, wie es weiter geht. Ich tat so, als sei der Rauchstopp eine aufwändige, komplizierte und beschäftigungsintensive Unternehmung, der ich mich voll widmen muss, damit es klappt.

Die Kupplung treten

Gut, das kann man so sehen und wenn es dann klappt, ist die Befreiung vom Rauchen den Einsatz allemal wert. Mittlerweile aber wird deutlich, dass ich das nur so gehalten habe, weil ich es so wollte und brauchte. Der ganze Rauchstopp erscheint mir auf einmal dadurch motiviert, dass ich endlich mal einen STOPP brauchte, irgendwie die „Kupplung treten“, um aus allen Aktivitäten und Vorhaben heraus zu treten, die insgesamt lange schon ZU VIELE sind, als dass ich sie durch ein „weiter so“ befriedigend abarbeiten könnte.

Mir fällt soviel MEHR ein, als ich umsetzen kann. Und das, was ich bereits umgesetzt habe, ist auch schon zu viel als dass ich es alleine zur Zufriedenheit „bedienen“ könnte. Ganz zu schweigen von Vorhaben außerhalb der Arbeit – wie etwa Wohnung renovieren und dergleichen.

Mittels „erstmal eine rauchen“ drückte ich mich vor der Notwendigkeit, Prioritäten zu setzen, Zeit sinnvoll zu strukturieren, Hilfe zu holen, neue Dinge anzugehen und nicht leistbare Vorhaben auch definitiv zu verwerfen. Das Rauchen machte eine gewisse Trägheit bzw. viele PAUSEN möglich, bewahrte mich „gefühlt“ vor der Überarbeitung, an der ich mir schon mal im Leben die Finger verbrannt habe (=Burnout mit 39).

Ich brauche lange schon eine „Generalsanierung“ quer durch alle Aktivitäten, bzw. den Elan dazu!

Deshalb wohl der spontane Entschluss, mit dem Rauchen aufzuhören. Wenn ich den Kitt entfernte, der das „weiter so“ leicht macht, würde irgend etwas passieren, das alles verändert – so in etwa das unbewusste (!) Kalkül.

Nun, das klappt auch ganz gut. Langsam aber sicher weicht der anfängliche Stupor von mir und ich sehe:

ich muss nicht gleich ALLES anders machen und für ALLES sofort einen kompletten Erneuerungsplan haben, sondern kann einfach mal anfangen mit dem Ändern und Ordnung machen. Und zwar da beginnend, wo ich lange schon recht gut weiß, WAS anders werden muss bzw. als nächstes ansteht.

Neu: Ein Fitzelchen Nichtraucher-Identität

Gestern fand ich zum ersten Mal den Anblick zweier Raucher seltsam: liebe Freunde, die es nötig hatten, die üblichern Stinker zu entzünden und sich ins Gesicht zu stecken – wie eigenartig… Ich spürte Verwunderung, sogar ein bisschen Mitgefühl – mir total neu!

Das hatte ich in bisherigen Aufhör-Phasen noch nie. Da bewegte mich eher der Gedanke: wird es für mich „Schmacht“ bedeuten, dass der/die mir da jetzt was vorraucht? (oder gar Neid: ach, wenn ich doch auch noch rauchen dürfte…)

Alsdenn: ich bin gespannt auf die nächsten 14 Tage!

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