Claudia am 01. Februar 2008 — 2 Kommentare

Vorfrühling, Vorfreude, Vergänglichkeit

Einen richtigen Winter gab es auch dieses Jahr nicht, bisher jedenfalls nicht. Im Garten blühen schon seit Mitte Januar die Winterlinge, zur Zeit öffnen sich die Krokusse und Schneeglöckchen – noch ein wenig früher als letztes Jahr, wie mir scheint.

Persönlich vermisse ich den Winter nicht, ich mag milde Witterungen lieber und kann auf frieren gerne verzichten. Und doch ist es komisch, wie so langsam der Winter zur „Regenzeit“ mutiert!

Bald werde ich im tropischen Klima Kambodschas landen (wenn ich denn den Flug überlebe, flüstert meine „Angst vorm Fliegen“). Da ich an sich keine Weltbürgerin bin, die viel reist und zwischen den Jahreszeiten „zappt“, ist das für mich eine schwer beeindruckende Sache: starten im milden Berliner Winter, 10 Stunden später in einem „Hochsommer“ landen, der gelegentlich wie ein Dampfbad wirkt. Die Erfahrung irritiert die Idee einer „festen Realität“ mit kontinuierlich verlaufender Zeit und die Flugangst konfrontiert mich mit der Endlichkeit des Daseins, die ich im Alltag gerne vergesse. So ist meine Freude auf die Reise recht ambivalent: einerseits echte Freude, andrerseits der Gedanke: Wär ich nur schon wieder daheim in „sicheren“ Gefilden! (Dabei kann mich ja auch hier jeden Moment der Dachziegel oder der Hirnschlag teffen…)

Diskussion

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2 Kommentare zu „Vorfrühling, Vorfreude, Vergänglichkeit“.

  1. Frieren mag ich auch nicht und glatte Straßen/Gehwege bereiten mir Unbehagen. Dennoch hätte ich gerne für ein paar Tage eine dichte Schneedecke, dann ist die Landschaft sehr schön und lädt zum Spazierengehen und Fotografieren ein.

    Ich denke, Sorgen um Leben und Gesundheit beim Fliegen und im Ausland sind normal. Beim Fliegen habe ich keine Kontrolle über das Flugzeug und im Ausland keine Routine, weiß nicht was ich tun soll und was das beste für mich ist, wenn ich dort einen Unfall habe oder krank werde.

  2. … da hast dich ins Flugzeug gequetscht (mir geht es so, da ich konsequenterweise nur Touristenklasse fliege, es sei, dass mir gratis ein Upgrade geboten wird), und fragst dich, warum du von zuhause weggehst. „Ist doch so schoen .. die Krokusse, etc. Haettest Frieden und Ruhe, wolltes jenes Buch sowieso schon mal lesen“ … Und doch zieht es dich auch immer wieder in die Ferne. Fliegen, nun, ich selber lasse es ueber mich gehen. Irgendwann kommt mal, nach vielen muehsamem Strecken, jenem Schlaf, der doch keiner ist, das Ende. Versuchst deine angeschwollenen Fuesse wieder in die Schuhe zu zwaengen, den Schlaf zu verdraengen, was angesichts der vor dir liegenden Ereignisse schnell moeglich ist. Na, dann bist du dort. Hast die Korkusse vergessen, waehrend wir Zuhausegebliebenen mit ihnen troesten und alle Ausreden finden, warum wir nicht so eine Reise machen moechten (Dabei wurmt es uns gewaltig!) … und schauen sehnsuechtig in den Briefkasten nach einer Postkarte.

    Wer weiss, vielleicht finden wir hier ab und zu einen Blog aus dem fernen Land. Wuerde mich auf jeden Fall freuen, an deinen Erlebnissen teilzuhaben. Schon alleine, weil die Krokusse ihr Bluehen an weitere Pflanzen weiter gegeben haben werden.

    Eine gute Reise dir!

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