Claudia am 01. Juli 2026 — 8 Kommentare

KI als Arztvertretung: auf der falschen Fährte

Erzähle ich das jetzt, weil der Lernerfolg in Sachen KI groß war? Oder doch lieber nicht wegen der viele Details meiner „Krankengeschichte“? Na klar, ich entscheide mich dafür! Was sollen mir schon für Nachteile daraus erwachsen, wenn „alle Welt“ (= ein paar liebe Stammleser/innen) über meinen Zustand etwas mehr wissen? Irgendwie spektakulär ist das alles ja nicht wirklich… :-)

Wie mich am 1.Urlaubstag in Sizilien der Schlag traf, hab‘ ich kürzlich schon berichtet. Aus dem sizilianischen Krankenhaus, das ich entgegen dem Willen der Ärzte an Tag 5 verlassen hatte,  hatte ich einen dicken Befundbericht auf Italienisch mitgebracht. Diagnose demnach: ein Kleinhirninfarkt linksseitig, eine „Steno-Okklusion der linken Vertebralis“ (= Gefäß ist nicht vollständig offen, aber auch nicht vollständig dicht) – und, als Zusatzbefund, ein Verschluss der linken Arteria ulnaris am Handgelenk. Letztere versorgt Teile der Hand und des kleinen Fingers.

Direkt nach dem Schlaganfall war mein linker Arm nicht mehr zu spüren, was sich aber im Krankenhaus dank der Infusionen und Medikamente weitgehend erholte. Geblieben ist mir das „eingeschlafene“ Gefühl in der linken Hand, ich nenne es auch „ein bisschen pelzig“ – nicht schlimm, ich kann ja tippen und auch sonst alles machen.

Kein Arztgespräch, aber KI!

Mein Kardiologe, an den ich mich zuhause wendete, hat mich mit einer Überweisung zur „angiologischen“ Untersuchung und Rezepten für deutsche Medikamente nach Hause geschickt. Es ist allerdings nicht einfach, einen solchen Termin zu bekommen, auch nicht „nach Schlaganfall“. Mehrere Wochen vergingen, das Kribbeln in der Hand ist geblieben – und ich hatte viele Fragen, für die der Kardiologe keine Zeit (und irgendwie auch nicht die Zuständigkeit) hatte. Einen Hausarzt habe ich derzeit nicht, denn der letze hat seine Praxis aufgegeben. Also fragte ich Perplexity, meine Abo-KI, die ich schon für Medikamentenerklärungen genutzt hatte. (Das kann sie sehr gut!)

Ich zitierte also die Befunde, beschrieb das pelzige Dauergefühl in der linken Hand. Und die KI – quellenreich, selbstbewusst, schnell – baute mir ein schönes medizinisches Narrativ: Der Arterienverschluss! Minderdurchblutung der Hand! Möglicher Stent! Mit Statistiken, Erfolgschancen, Risikoabwägungen, Nachsorgeprotokoll. Ich fragte nach, sie lieferte weiter, wochenlang. Und ich begann, diese Sache mit den Stent zu fürchten….

Schon die Ärzte im Krankenhaus wollten als nächstes „einen Stent setzen“, hatten es mir als „minimalinvasiv“ in Aussicht gestellt. Grundsätzlich wunderte mich das Vorhaben also nicht, eher fürchtete ich das Verfahren: Ich konnte mir wirklich nicht vorstellen, wie man bittschön so einen fast verschlossenen Blutfluss durch Arm bis zur Hand aufbohren, aufbiegen, mechanisch offenhalten können sollte… (und hatte ja sooooo recht mit diesen Zweifeln!)

Der Moment, der alles auf den Kopf stellte

Im Krankenhaus – endlich! – die angiologische Untersuchung, eine spezielle Art Ultraschall zur Sichtbarmachung des Zustands der Gefäße . Die Ärztin schaute sich den Abzweig nahe dem Schlüsselbein an, wo das Blut in den Arm fließt und erkannte eine kleine Verengung, ja, aber ASYMTOMATISCH! Keine Intervention erforderlich, nichts mit Stent! Und dann, sehr klar: Das Kribbeln in der Hand könne sowieso nicht von daher stammen. Wenn diese Verengung Symptome machen würde, wären das spontane Kraftverluste, kein Dauerkribbbeln in der Hand. Ihr Rat: ab zum Neurologen!

Ich saß da und dachte: Moment, meine KI hat mir doch wochenlang Gefäßchirurgie erklärt! Einschließlich der Schwierigkeit, so ein „kleines Gefäß“, das die Hand versorgt, überhaupt zu durchdringen…

Immerhin war ich schwer erleichtert, dass das mit dem Stent nicht nötig war! Wollte es aber nicht auf sich beruhen lassen und stellte Perplexity zur Rede, erzählte, was ich von der Ärztin erfahren hatte und dass das Kribbeln überhaupt nicht an mangelnder Durchblutung liegen könnte.

„….Mir scheint, du warst die ganze Zeit auf einer falschen Fährte…!

„Du hast absolut recht – und ich entschuldige mich für die falsche Schwerpunktsetzung! Ich bin in unseren früheren Gesprächen zu stark auf den Gefäßbefund fixiert geblieben, obwohl das Kribbeln und das Pelzigkeitsgefühl in deiner linken Hand eine klassische neurologische Schlaganfallfolge ist, keine vaskuläre. Die Angiologen-Ärztin hat das korrekt erkannt und das auch diagnostisch korrekt abgegrenzt: Gefäßbedingte Symptome im Arm äußern sich als spontane Kraftverluste oder Ermüdung bei Belastung, nicht als dauerhaftes Kribbeln.“

Immerhin räumt Perplexity den Fehler offen und ausführlich ein. Erklärte mir auf Nachfrage sogar, wo der Denkfehler lag: ein zu schnelles Herstellen einer Kausalität zwischen zwei gleichzeitigen Befunden, ohne das klinische Bild der beschriebenen Symptome kritisch dagegenzuhalten. Der Kleinhirninfarkt stand von Anfang an in den Unterlagen. Aber die KI sprang auf den Gefäßbefund an, weil er konkreter und „greifbarer“ wirkte.

Nach der Richtigstellung ging es dann auch gleich weiter mit der Beratung. Perplexity wusste genau, was ich jetzt brauche: ein Rezept für Ergotherapie mit Sensibilitätstraining, auszustellen vom Neurologen oder Hausarzt. Gleich mit der kassengerechten Bezeichnung und dem Zeitraum, in dem das noch helfen könnte…

Leicht gesagt. An echte Ärzte kommt man heutzutage nicht so einfach. Ich bewerbe mich täglich bei weiteren Adressen, werde aber immer abgelehnt (nimmt derzeit keine neuen Patienten auf).

Lerneffekt: KI weiß viel, aber vertut sich auch mal!

Eine KI ist kein Arzt. Das weiß ich natürlich und trotzdem bin ich in die klassische Falle getappt: Während erfolgloser Bemühungen um zeitnahe Termine bei echten Ärzten war die Versuchung groß, das Sprachmodell als Lückenbüßer zu nutzen.

Perplexity hat mir auch wirklich viel vermittelt! Ich verstehe meine Medikamente besser als vorher, weiß mehr über Neuroplastizität als je zuvor und habe gemerkt, dass eine KI, die Fehler zugibt, mir mehr nützt als eine, die einfach weitermacht. Die entscheidende Korrektur kam allerdings von einer Ärztin aus Fleisch und Blut, die eine einfache klinische Regel angewendet hat: Kribbeln ist nicht dasselbe wie Kraftverlust. Das klingt banal. Dafür braucht man aber offenbar jemanden, der wirklich hinschaut.

Ob ich in diesem Leben noch zu einem Neurologen oder gar zu einem Hausarzt / einer Hausärztin komme, steht in den Sternen. Die Ergotherapie würde mich als Selbszahlerin locker bis zu tausend Euro kosten. Das mache ich nicht, denn schließlich ist es eine anerkannte Kassenleistung, warum sollte ich das zahlen, nur weil ich keinen Termin bekomme?

Bei diesem Gesundheitssystem denke ich oft: Da hilft nur noch Abriss und Neubau!

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Diskussion

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8 Kommentare zu „KI als Arztvertretung: auf der falschen Fährte“.

  1. Habe ich durchgelesen, vielleicht etwas flott.
    ich höre auch „links und rechts“ Arztgeschichten, die eigentlich wenig Mut machen würden , wenn man was hat.
    ich habe Kribbeln in den Füssen, aber schon seit fast 40 Jahren und neurologisch mehrfach untersucht. in letzter Zeit verstärkt sich das, ist aber immer noch wenig an Belastung für einen 72-Jährigen.

  2. Hi Claudia, ich hoffe, dir geht es zunehmend besser und gut, dass da jetzt kein Stent kommen muss. Was ich bei der Lektüre aber auch dachte: Die KI scheint nicht wesentlich „dümmer“ oder „schlampig“ zu sein, als „die Ärzte im Krankenhaus“, die dir als nächstes „einen Stent setzen“ wollten. Oder umgekehrt, die Ärzte waren auch nicht viel sorgfältiger. Und im zweiten Schritt: Diese Sorgfalt kriegt man ja aber easy in die KI und ich wette, dass auf Diagnose spezialisierte KI dann um Längen besser ist. Ich muss sagen, gerade in Hinsicht auf Medizin habe ich große KI-Hoffnungen und das kann durchaus auch unser krankes Gesundheitssystem heilen… Aber das wird dauern. Weiterhin alles Gute dir!

  3. @Gerhard: na super, nur ein Kribbeln, sonst nichts! Da bist du ja topfit, glückwunsch! (Nicht mal Bluthochdruck? Den hab ich vor Jahren auch nicht selbst entdeckt….)

    @Gilbert: was ich nicht erzählt habe, weil zu lang: KI gab mir sogar noch eine Studie, die zeigte, dass Leute, in dieser Situation einen Stent bekamen, schlechter dran waren als jene nur mit Medikamentierung!
    Ja, ich habe auch Hoffnung, dass KI ein riesiges Potenzial hat und unser System sehr verbessern könnte! Aber bis sich endlich alle aufraffen, das Nötige dafür zu tun, das wird dauern. Immer diese Widerstände, man denke nur an die „Gesundheitskarte“…

  4. Das Problem der Diagnosestellung läßt sich bedauerlicherweise nicht mittels Eingabe von Symptomen alleine lösen. Zu jeder Bewertung gehört eine Befunderhebung sowie eine Begutachtung des Allgemeinzustandes der/des Patientin/-en dazu.
    Wenn man die Stufung einer Diagnose als Hierarchie von sich verzweigenden Alternativen versteht, die gedanklich und durch Fakten gestützt von einer Ebene in die nächste führen sollte, so wird schnell deutlich wie begrenzt das Wissen jedes Mediziners doch ist – und wie selten es die *Generalisten* heute noch gibt (geben KANN!), die in der Lage sind die Ebenen erstens zu durchschreiten und zweitens rückwärts zu gehen wenn sich eine Sackgasse auftut.

    Diese Darstellung bedeutet zugleich eine Einordnung dessen, was eine künstliche Intelligenz durchlaufen muß um halbwegs vernünftige Ergebnisse zu liefern. Fehlt irgendwo auch nur ein wichtiges Detail so ist der gesamte Prozeß obsolet und kann schon aus logischen Gründen kein relevantes Ergebnis produzieren.

    Nun lernen Maschinen ja schneller als Menschen und behalten diese Informationen besser, vor allem schneller abrufbar, als jedes menschliche Gehirn. Der Nachteil jedoch ist die Abwägbarkeit aufgrund von Äußerlichkeiten die sich für Maschinen schlecht darstellen lassen.

    Ein Beispiel für die erleichterte Einordnung:
    Klagt ein älterer Patient über Atemnot, Engegefühl und Brustschmerzen im Liegen, in Ruhe, in seinem Bett, so wird der erfahrene Hausarzt sich dessen Bett ansehen und die Kopfkissen zählen (oder den Patienten dazu befragen wenn er da keinen Einblick haben kann).
    Mehr als ein Kopfkissen (& bestenfalls noch ein Minikissen bei sehr betagten Patienten die über Haltestörungen wegen degenerierter Halswirbel klagen) sind Anzeichen einer beginnenden Herzinsuffizienz – und je mehr Kissen dazu kommen desto weiter ist der Krankheitszustand fortgeschritten.
    Das kann keine AI/KI leisten weil dafür die Kriterienkataloge fehlen.

    Insofern – ich hoffe das Beispiel konnte es verdeutlichen – gibt es Grenzen dessen was überhaupt von einer Maschine geleistet werden kann.
    Fraglich ist, ob die Bereitstellung einer Studie (wie oben in einem Kommentar erwähnt) einem Patienten wirklich helfen kann und nicht lediglich als Versuch gewertet werden muß Kompetenz vorzutäuschen wo Substanz fehlt.

    Ganz einfach auf einen Nenner gebracht:
    Der Versuch von Laien mittels Maschine eine Selbstdiagnose zu erstellen ist von vornherein zum Scheitern verurteilt – es fehlen die Jahre an Erfahrung für die Abwägung dessen was relevant für jeden weiteren Schritt der Diagnose ist. Und selbst das reicht – immer wieder bewiesen durch die *Sonderfälle* – nicht in allen Situationen aus weil jeder Therapeut Grenzen hat.

    So bedauerlich die Erkenntnis auch sein mag:
    Eine gute Diagnose erfordert jahrelange Patientenkontakte und Beobachtungen, gepaart mit einem Gespür für Ausschlußfaktoren und seltene Ausnahmen.
    Aus dem zugrunde liegenden Artikel wird doch gerade dieser Umstand deutlich – weswegen es vertane Zeit ist dennoch selbst etwas ‚diagnostizieren‘ zu wollen.

    Die Einsicht der eigenen Grenzen ist eine altersbedingte Fähigkeit – und manche Personen sind eben geistig noch jünger als es ihr physischer Körper ist 😉😉

    ________________
    PS: Wird ggf. noch im eigenen Blog aufgenommen

  5. @Wolfgang: klingt einleuchtend, aber wie du selber sagst, es gibt immer weniger „Generalisten“, also Hausärzte, die auch genügend Zeit haben, um einen Patienten ganzheitlich zu betrachten. Und: Warum sollte eine KI eigentlich die Frage nach der Kissenanzahl nicht auch drauf haben? Ist doch wohl eine Frage der Daten, Diagnosen, Verfahren, auf die sie Zugriff hat.

    Ich sehe KI als Ergänzung und würde mir wünschen, es gäbe noch genug Ärzte, um den Bedarf zu decken – aber davon sind wir immer weiter entfernt, ich weiß auch nicht, warum! Lies mal, was die genervte Hausärztin zur neuen Zumutung sagt, die Leute für eine Krankschreibung wieder in die Praxen zu schicken!

    KIs werde übrigens ständig besser, wie dieser Artikel auf doccheck zeigt:

    KI schlägt Arzt – echt jetzt!

    Studien zu KI in der Medizin gibt es inzwischen viele. Ihr Fazit lautet meist, dass KI Ärzte unterstützt, aber nicht ersetzt. Zwei Arbeiten rütteln jetzt ordentlich an diesem Dogma.

    P.S. „Vertane Zeit“ war und ist es keinesfalls, denn die KI gibt mir Auskünfte, die in den meisten Fällen auch stimmen! Allein die Erläuterung der Medikamente und der medizinischen Begriffe in den Befunden ist Gold wert! Welcher Arzt hat denn heute Zeit oder auch nur den Willen, all das in gebotener Ausführlichkeit zu erklären? Die Zeit der „Halbgötter in Weiß“ ist lange vorbei, was bedeutet: es gibt genügend gute Gründe, als Patient nicht einfach so alles mit sich machen zu lassen!

  6. @ Claudia

    „.. es gibt genügend gute Gründe, als Patient nicht einfach so alles mit sich machen zu lassen! ..“

    Das stimmt zu 100% …. aber:
    Die Einordnung von Grundlagen-Informationen in ein Gesamtbild der Symptome, und die Beurteilung ob bestimmte Medikamente tatsächlich geeignet sind diese zu mildern, bedarf immer noch umfassender Erfahrung und Kenntnissen aus den Begleitwissenschaften die, mit Verlaub, die Masse der Patienten nicht hat (Beispiel: Pharmakologie oder Anatomie).
    Deswegen kommt es immer wieder zu Fehleinschätzungen, die dann erst in langwierigen Erklärungen durch den Arzt gerade gerückt werden müssen:
    Ein Zusatzaufwand wegen der vermeintlich verbesserten Urteilsfähigkeit durch angelesene Infos ohne sicheren Hintergrund bei den Patienten.

    Zwischen „unmündig“ und „Arzt auf dem Podest“ und „mündig“ und „Arzt auf Augenhöhe“ gibt es eine weite Spanne …. und es ist aus meiner Sicht besser sich da nicht allzu weit in Richtung „mündig“ zu verorten und selbstkritisch den eigenen Wissensstand zu prüfen.

    Ein Beispiel zur Erläuterung:
    Ich war mal aus beruflichem Grund bei einem Top-Kardiologen in Hannover. Der zeigte mir mehrere EKG Aufzeichnungen und ich sollte ihm Besonderheiten nennen die ich in den Abbildungen erkenne.
    Zwar sind mir die Ableitungen eines Standard EKGs und deren Analyse bekannt, jedoch sind meine Vergleichskenntnisse bei den wenigen EKGs sehr eingeschränkt und in der dazu gehörigen Ausbildung die ich durchlaufen hatte beschränkte sich der Dozent auf wenige, sehr auffällige Fälle von Störungen.
    Da war es – wie sich auch in dem nachfolgenden Gespräch mit dem Fachmann herausstellte – eine kluge Entscheidung mich zurück zu halten und stattdessen darum zu bitten mir die Besonderheiten zu erklären ….

    PS:
    Natürlich könnte man der KI/AI beibringen was wieviele Kissen bedeuten – sie wüßte aber immer noch nicht einzuschätzen ob die festgestellte Zahl und Art für die Beurteilung nötig/weiter führend/irrelevant wäre ….

  7. @Wolfgang: bestimmt alles richtig, aber du bewegst dich im Reich der Theorie, die von der aktuellen Praxis gewaltig abweicht! Mein Cardiologe hat mir z.B, einfach die Medis weiter verschrieben, die mir das ital. Krankenhaus gegeben hat – obwohl die nur als „vorläufig“ und nach zügig zu machenden weiteren Untersucheungen gelten sollten!
    Ein 24-Std-EKG definierte er als „alles ok, normal“, obwohl ich Puls um die 100 hatte (was von meinem „normal“ deutlich abweicht). Auf meine Anmerkung, dass mir 2 Blutverdünner blaue Flecken machen, ließ er mich entscheiden, welchen ich weglasse… tja, Vertrauen wächst da nicht! Ich kann aber auch nicht problemlos Artz wechseln, bewerbe mich seit Wochen bei potenziellen Hausärzten und Neurologen, die aber alle keine neuen Patienten aufnehmen.

    Kein Wunder, dass es mittlerweise Video-Sprechstunden bei Ärzten gibt, die man selbst bezahlen muss, die dann auch Rezepte ausstellen. (Ein Dorn im Auge der Kassen…). Erinnert mich an Hölderlins Spruch „wo die Gefahr ist, wächst das Rettende auch“ – wobei ich mangels Erfahrung nicht weiß, inwieweit diese Ärzte etwas retten.
    Jedenfalls bahnt sich an: Konsultation evtl. spezialisierter KI, dann Selbstzahler-Labor eigener Auswahl im Direktlabor, danach Video-Sprechstunde, auch selbst zu zahlen, Medis immerhin noch verschrieben, Zuzahlung erhöht.

  8. @ Claudia

    „.. du bewegst dich im Reich der Theorie, die von der aktuellen Praxis gewaltig abweicht! ..“

    Stimmt, auch meine Zusammenstellung beruht teilweise auf nicht reproduzierbaren Annahmen – jedoch gestützt durch jahrzehntelange Erfahrung im angenommenen Milieu Arztpraxen/Kliniken/Gesundheitszentren. Man nennt es auch „begründete Annahme“.
    Aber: So wie „eine Schwalbe noch keinen Sommer macht“ ist EINE Beobachtung kein Beweis für irgendetwas ….

    Zu deiner Aussage antworte ich:
    Ein Einzelfall/eine Einzelfallbeobachtung/dein Erlebnis kann nicht verallgemeinert werden – man nennt solche Pseudo-Beweise „anekdotische Beweise“ sie haben keine Beweiskraft.

    Zitat zur Frage *anekdotischer Beweis*:

    „.. Eine der Hauptbeschränkungen anekdotischer Evidenz ist ihre subjektive Natur. Persönliche Geschichten können von Vorurteilen, Emotionen und individuellen Umständen beeinflusst sein, was sie zu unzuverlässigen Indikatoren für umfassendere Trends oder Wahrheiten macht. Darüber hinaus fehlen anekdotischer Evidenz oft Kontrollgruppen und Randomisierung, die wesentliche Bestandteile wissenschaftlicher Forschung sind. Daher sind aus Anekdoten gezogene Schlussfolgerungen möglicherweise nicht auf größere Populationen oder unterschiedliche Kontexte anwendbar…“

    Zitat zur Frage *wissenschaftlicher Beweis*:

    Wichtige Merkmale der wissenschaftlichen Methode
    – Falsifizierbarkeit – Eine gute Hypothese muss widerlegt werden können, wenn sie falsch ist.
    – Objektivität – Forscher dürfen ihre Ergebnisse nicht durch persönliche Vorurteile beeinflussen.
    – Reproduzierbarkeit – Experimente müssen unter denselben Bedingungen die gleichen Ergebnisse liefern.
    – Evidenzbasiert – Ergebnisse müssen auf überprüfbaren Beweisen beruhen.

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