Claudia am 12. September 2006 — 7 Kommentare

Vom Geldwert und Selbstwert

Wieder mal bin ich dabei, meine Art, zu arbeiten, genauer zu betrachten. Jeden Sonntag erfasse ich gemeinsam mit einem lieben Freund die „Aktionsfelder“, mache mir klar, was da anliegt und erstelle dann einen Wochenplan. Das ist neu, denn bisher war die niemals endende To-Do-Liste mein einziges „Planungsinstrument“: ein Gefühl, fertig zu sein, vermittelte sie mir nie, nur ein großes Durcheinander unverbundener Aufgaben, ohne Prioritäten, ohne Zielvorstellung und Übersicht.

Jetzt erlebe ich Woche für Woche 60 bis 80 Prozent „Planerfüllung“. Die erste Erkenntnis, die mir der Plan verschafft, heißt also: ich unterschätze die jeweilige Arbeit, unterschätze die Zeit, die ich dafür benötige – und das wirkt sich direkt auf meine Kostenvoranschläge aus.

Was ist wichtig? Was ist ARBEIT?

Durch die Beschäftigung mit dem „Plan“ wird mir endlich klarer, warum ich trotz einer 50 bis 60-Stundenwoche nicht auf einen grünen Zweig komme. Es gibt da Grundhaltungen und tief sitzende Überzeugungen, nach denen ich immer schon unbewusst handelte. Überzeugungen, die mit großer Sicherheit dazu beitragen, materiell arm zu bleiben, mir aber das Gefühl geben, „bei den Guten“ zu sein. Zum Beispiel: Das Eigene kommt immer zuletzt, nämlich dann, wenn alles Wichtigere erledigt ist. „Wichtiger“ ist die konkrete Auftragsarbeit für Kunden, klar – aber diese hört ja niemals auf! Wenn ich sämtliche Vorhaben, die mir später einmal neue Kunden bringen können, als unwichtig nach hinten schiebe, ändert sich nichts am Status Quo. Es ist ja so simpel, eine Plattheit eigentlich – und doch fällt es mir recht schwer, hier umzusteuern.

Ein anderer, weniger offensichtlicher Punkt ist die Frage: Was ist eigentlich ARBEIT? Ich stelle fest, dass ich oft nur die Arbeit am konkreten Werk als solche empfinde und berechne – alles organisatorische Drumrum, nämlich Vorbereitung, Planung, Recherche, Konzept und Beratung sehe ich gar nicht als „echte Arbeit“ an. Verrückt! In einer Agentur wären das alles ordentliche Gewerke, die unter Umständen von verschiedenen Mitarbeitern erledigt werden und die selbstverständlich in die Rechnungen und Kostenvoranschläge einfließen.

Dass ich mit dem Entwurf einer Website erst mal eine Zeit lang „schwanger gehe“ und der kreative Prozess eher einem „Gebären“ ähnelt als einem Erschaffen in Anwendung rationalisierbarer Methoden, sehe ich verrückter Weise eher als Defizit denn als Qualität. Meine Vorstellungen von Qualität und Stimmigkeit erlebe ich als etwas, das ich dem Kunden kaum vermitteln kann und eher mühevoll aufdränge, da er ja vom Metier keine Ahnung hat. Fast fühle ich mich „schuldig“, dass ich nicht einfach den Homepage-Baukasten bemühe, nicht links, nicht rechts und schon gar nicht in den Code sehe, und ein schnelles, billiges Ergebnis vorzeige, wie es ja tatsächlich viele machen, die sich Webdesigner nennen. Anstatt stolz auf meine Methoden und die nun schon zehnjährige Erfahrung zu sein, hab ich glatt ein schlechtes Gewissen, dass ich keine „Homepagebaukasten-Preise“ nehmen kann – und rechne meine Honorare nach unten, wo immer es geht.

Glück nur im Kostenlosen?

Dann gibt’s da noch den nonkommerziellen Sektor. Wer seine Arbeit plant, merkt ja dann doch, wie viel Zeit da rein fließt! Ich hab das jetzt „Arbeit für Freunde“ genannt und will sie nicht etwa abschaffen. Erstens macht es Freude, zweitens arbeiten auch für mich immer mal wieder liebe Menschen kostenlos, wenn ich für ein Eigenprojekt Hilfe brauche, sie aber nicht bezahlen kann. Und ich hab‘ die schöne Erfahrung gemacht, dass es da immer einen „Return on Invest“ gibt, auch wenn man nichts erwartet. Manchmal erst sehr viel später, doch wer schenkt, wird auch wieder beschenkt, das scheint ein „Gesetz des Universums“ zu sein.Trotzdem ist es gut, zu wissen, welchen Umfang diese Tätigkeiten annehmen, dann weiß ich nämlich auch Bescheid, wenn mal nichts mehr geht, weil sonst mein kommerzieller Sektor zu sehr leidet.

Je mehr ich mich mit den Gründen und Rahmenbedingungen meiner Arbeit befasse, desto tiefer steige ich hinunter in die Abgründe des Unbewussten und finde Überzeugungen, deren Herkunft und Sinn mir auf den ersten Blick schleierhaft ist. Zum Beispiel: Arbeit ist Mühe und ungeliebte Pflicht, was Spass macht, kann nicht Arbeit sein! Das ist mein „urtümliches“ Empfinden und es setzt sich nahezu unbemerkt in die finanzielle Minderbewertung sämtlicher Tätigkeiten um, die mir Freude machen. Je mehr Selbstverwirklichung, desto weniger „Recht auf Bezahlung“. Klar, es macht ja Spass! Und Spass und Selbstverwirklichung sind unbezahlbar, jedenfalls nicht „käuflich“. Also hauen wir’s raus, beglücken wir die Welt mit freudig erschaffenen Ergebnissen -Geld verlangen und Rechnungen schreiben ist dann allerdings immer mit einem Gefühl von „Sünde“ verbunden.

Ziemlich verrückt, das Ganze! Wer es dann auch noch lebenslänglich vermeidet, mit langweiligen und nervigen Tätigkeiten sein Geld zu verdienen, sondern nach Freude bei der Arbeit strebt, muss sich nicht wundern, ständig in Sorge um die Finanzen zu leben.

Selbst ohne Wert = minder-wertige Arbeit?

Wie ich sehe, leide ich unter einem lebensphilosophischen Defizit: Weil ich „mir selbst“ keinen Wert zuordnen will, bewerte ich auch den Teil der Arbeit ungenügend, der aus diesem Selbst erwächst. Lobt mich jemand, denke ich: „Ach, das ist doch nichts Besonderes! Das kann doch jeder, der sich mal intensiv damit befasst!“. Fakt ist aber: ICH habe mich schon „befasst“, und zwar intensiv und mit Liebe. Wer meine Leistungen einkauft, bekommt mehr Qualität als von jemandem, der gerade mal einen Kurs hinter sich gebracht hat und nun Webdesign anbietet. Warum zum Teufel soll das in die finanzielle Bewertung nicht einfließen?

Es geschah alles wie „von selbst“ – das ist mir Grund genug, dass es „nichts wert“ ist. Immer dem eigenen Dämon folgen, tun, was Freude macht, tief einsteigen in die Dinge, nicht nur für Kunden, sondern immer auch am Eigenen arbeiten, dessen Ergebnisse wiederum den Kunden zu Gute kommen – warum sollte das keinen WERT darstellen, der sich auch in Euro ausdrücken lässt? Wenn das Selbst auch nicht bewertbar ist (und dabei bleibe ich!), so ist doch ein solcher Weg auch mit Mühen und Kosten, mit Luxus- und Freizeitverzicht, mit Akzeptanz von Unsicherheit und Investitionen aller Art verbunden, die für sich nicht „Selbstverwirklichung“ sind, sondern durchaus „Mühe und Arbeit im Schweiße meines Angesichts“, mal biblisch gesprochen. Dass ich in dieser Mühe lächle und mich schwitzend freue, dass das Ergebnis nun da ist und zwar genau SO, wie ich es gut finde, kann doch kein Grund sein, einen finanziellen Abschlag einzurechnen!

Es mal so klar aufzuschreiben, ist schon ein Zeichen der Besserung – toi, toi, toi! Ich glaube an die „Kraft zur Veränderung“: nichts muss bleiben, wie es ist, bloß weil wir in falschen Haltungen tendenziell festkleben, die ihre eigene Geschichte haben, jedoch heute schädlich und nicht mehr nützlich sind.

Diskussion

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7 Kommentare zu „Vom Geldwert und Selbstwert“.

  1. Hallo Claudia,
    mal wieder bemerkenswerte Gedanken und Erkenntnisse, über die noch mehr Menschen nachdenken sollten.

    Mir hat immer Spaß gemacht, womit ich Erfolg hatte. Wobei, wie ja schon geschrieben, Erfolg ein Ziel erreichen ist (es mußte nicht immer mein eigenes Ziel sein ).

    Wer sich „reich zu werden“ zum Ziel setzt, dem macht alles Spaß womit man Geld verdient – und er wird „reich“, bei mir war es so.

    Wie Du richtig schreibst, kommt eben alles auf die Einstellung an. Wer stellt uns Menschen „ein“ – die Erziehung, die Eltern, vielleicht ( ein wenig ) das äußere Umfeld ?

    Das wäre doch, mit Verlaub, auch ein mal ein Thema für Dein Nachdenken.

    Gruß Hanskarl

  2. ich kenne dieses Problem nur zu gut, habe ja die gleiche Sozialisation ;)
    Was mir geholfen hat, meine Honorarforderung „leistungsgerechter“ zu gestalten (auch wenn ich hier noch Anführungszeichen machen muss), sind die anderen: die, die das gleiche bieten wie ich und die, die die Leistung in Anspruch nehmen wollen. Wie sie handeln, bewerten und werben, was sie fordern und was sie bieten. Was einem dadurch klar wird:
    1. meine Leistung ist einzigartig, gut und hat einen hohen Wert. Im Vergleich zu vielen anderen, die deutlich mehr Honorar fordern, habe ich die bessere Ausbildung, mehr Erfahrung, besondere Kompetenzen usw…
    2. die Ansprüche die ich an mich stelle, liegen um ein vielfaches höher, als die Ansprüche des Kunden an mich
    3. wer bereit ist, eine Leistung im WERT von 1000 Euro zu kaufen wird NICHT die gleiche Leistung für 200 Euro kaufen. Wenn sie schon in der Einschätzung des Anbieters so wenig wert ist, kann sie auch nur entsprechend wertlos sein.
    Sogar ich selbst als Sparbrötchen mit schwäbischen Genen handle so bei Dingen, deren Wert ich aus Mangel an Wissen nicht einschätzen kann. Gerade brauche ich eine neue Musikanlage. Völlig ahnungslos würde ich keine für weniger Geld kaufen, als ich bereit bin zu bezahlen, weil ich glaube, dass sie einfach schlechter sein muss, als mein Anspruch an sie!

    Also: lass dein Können bezahlen! Deine Kreativität, deine Erfahrung, dein Wissen, die viele Zeit, sowohl die Schwangerschaft als auch die Geburt der Ideen, die außergewöhnliche Qualität deiner Arbeit und deren Einzigartigkeit!!!!

    Was hilft:
    man muss es einmal schaffen, ein realistisches (!!!) Honorar zu bekommen, dann kann man dem nächsten schon viel cooler sagen: „ich bekomme xyz..“, denn dann ist es nämlich irgendwie wahr :-)

    Und für das Gefühl bei den „Guten“ zu sein: weiterhin auch den „Armen“ ab und zu etwas umsonst oder fast umsonst machen – das kann man sich dann auch locker leisten

    Eine Lektion meines ehemaligen Kunstlehrers hierzu, die ich jetzt erst kapiert habe:
    er fragte: was für eine Note ist dein Werk wert?
    ich: (rumgedruckse) weiß nicht, irgendwie, ist nicht so ganz, wie ich wollte, na ja,….
    er: sag, ist es gut? Dann bekommst du eine zwei. Findest du es schlecht? Dann bekommst du eine fünf….

  3. Ja nu, wenn frau sich ins Geschäftsleben begibt, tut sie gut daran, sich die Weisheit der Reichen zuzulegen, wer hätte es gedacht. Man muss ja nicht gleich BWL studieren, die Haare kurz schneiden und im schwarzen Anzug einherstolzieren, das Englisch a la Americana (nicht so wie die Engländer, deren seltsamen Wortschatz keiner versteht), die task list 100% on track, – so wie ich die Damen tagtäglich erlebe – gähn. Natürlich, Hingabe, Aufopferung, Romantik, Bescheidenheit, Direktheit, Unverstelltheit – das hat da nichts zu suchen, es sei denn in zweckdienlichen Proportionen. Wer nicht jährlich seine Gehaltserhöhung verlangt, macht sich nur verdächtig, wg. fehlendem Commitment, und wird bald nicht mehr ernstgenommen und in die Low-Performer eingereiht. Die einzige Hingabe, die da zählt, ist die unbedingte an den Erfolg, der immer der eigene ist. Das ist es, was verlangt wird, was von frau verlangt wird, nichts anderes. Man ist Yankee, oder man wird über den Löffel balbiert, ja, so ist das.

    Nur, ihr lieben Frauen, was ist denn da so toll daran? Ist es das wirklich wert, dafür Familie, die Liebe, die Damenhaftigkeit, die Gefühligkeit dranzugeben? Was so toll an den Aktionärsversammlungen, von denen meine Schwägerin wöchtlich mindestens eine besucht, weil sie jetzt „sich selbst“ entdeckt hat? Ist dieses Machen-Können und Machen-Wollen und Sich-Durchsetzen wirklich soviel mehr als die drei K’s? Habt ihr sie noch alle? Ach so, ihr gebt gar nichts auf, ihr wollt und schafft einfach ALLES, man muss das nur ordentlich managen, mit Optimismus, Spaß and der Freud und dem Glauben an die Kraft zur Veränderung, denn nur das bringt schließlich den Erfolg? So wie vor zwei Wochen die Unternehmensberaterin aus dem nahen Ausland, amerikanische Mgmt.weisheiten auf den Lippen und über self fulfilling prophecy (weshalb der Optimismus zwar nicht wahrer, aber nützlicher ist) und Emotional Intelligence (wie man seine Gefühle erfolgsdienlich einsetzt) dozierend, jetzt, mit so um die 40, gerade frisch liiert, darüber räsonierend, dass es vielleicht an der Zeit wäre, noch ein Kind in die Welt zu setzen? Wofür man natürlich niemals ein adäquates Honorar bekommt, vielleicht noch nicht einmal ein Dankeschön, nur eine lebenslange Bindung an etwas, das man nicht unter Kontrolle hat, das man nicht MACHEN, VERÄNDERN kann, das man nicht weglegen kann (wie z.B. den Lebensabschnittsbegleiter), wenns keinen Spaß mehr macht oder der Markt attraktivere Angebote bietet. Klar, wer tough genug ist, kriegt auch das noch gebacken, aber letztlich gehört das alles in einen anderen Film, eben in den, den man heute nicht mehr sehen will.

    Eines Tages werden die Frauen vielleicht dahinter kommen, dass sie nur ihr Bestes, ihre Weiblichkeit, an die Männerwelt verkauft haben, für eine Handvoll Dollars, oder auch ein paar mehr, und dass wahre Stärke, wahrhaft männliche Stärke, die wäre, der durch und durch männliche Logik des Kommerzes den Eigenwert des weiblichen Prinzips entgegenzusetzen, wie auch immer – anstatt festzustellen, dass frau auch männlich kann und das Männliche auch seine innere Logik hat (wer hät’s gedacht) – um dann am Ende doch nur weibisch im schlechtesten Sinn und im kollektiven Wahn dem hinterherzulaufen, was am angesagtesten ist und am lautesten schreit und gar noch mit einem Geldsack winkt…

    Wenn die Frauen der lebensfeindlichen Hypertrophie des Männlichen nichts entgegensetzen haben (und man muss sich ohnehin hüten, den Geschlechtergegensatz zu sehr ins Zentrum zu rücken, die Sache hat schließlich auch noch andere Namen), dann werden es andere tun, und wo es keine Damen mehr gibt, da wird es dann auch entsprechend wenig damenhaft zugehen… Die Nemesis wird die Hybris bestrafen, so wie zu allen Zeiten, auch wenn man und frau heute an keine Menetekel mehr glauben und es überhaupt nicht begreifen, dass nicht alle vor diesen schönen neuen Einsichten auf dem Bauch liegen. Also sprach Kassandra.

  4. @Kassandra

    das hätt ich nun nicht gedacht, dass Kassandra in die Tröte von Eva Hermann bläst! Die da u.a. meint, Frauen hätten mehr Freude an einfachen, reproduktiven Tätigkeiten wie Fenster putzen, wenn sie nur ein nur ein paar Freundinnen dazu einladen könnten! Richtig ist: jeder Mensch kann auch einfache Tätigkeiten, wie etwa putzen genießen, wenn er sich drauf einlässt. Doch haben es die Männer immerhin geschafft, ihren Anteil am „Putzen der Welt“ als kommerziellen Sektor (Reinigungsgewerbe!) zu organisieren, während Frauen es anscheinend nicht lassen können, den Lappen „aus Liebe“ zu schwingen.
    Ich empfinde meine Arbeit nicht als „männlich“, im Gegenteil, ich erschaffe Webseiten, die einerseits schön, andrerseits menschenfreundlich sind (Ergonomie, Navigierbarkeit, gute Kommunikation, Zugänglichkeit). Wenn schon Sortierung nach Geschlecht, ist das eher eine weibliche Tätigkeit. Arbeit auch angemessen honoriert zu bekommen, sollte selbstverständlich sein, ebenso wie das Streben danach – für BEIDE Geschlechter. Wer ins 19. Jahrhundert zurück will, soll das privat organisieren – es darf ja zum Glück jede, wie sie will.

  5. @Hanskarl

    „reich sein“ kann für mich kein Ziel sein, weil viel zu abstrakt. Du schreibst „bei mir war es so“ und ich kann’s mir einfach nicht vorstellen! An konkreten Erlebnissen und Dingen kann ich mich erfreuen, eine Rücklage auf dem Konto erscheint mir als Garant einer gewissen Bewegungsfreiheit (=auch mal nein sagen können…) und Sicherheit (=wenn ich krank bin). Das beruhigt, mehr aber nicht. Schreibst du mal mehr drüber, wie das bei dir ist? Ich kann mir nicht einreden, dass eine ungeliebte Tätigkeit Freude macht, bloß weil sie den Kontostand verbessert – jedenfalls nicht lange, nicht, wenn ich mit dem Zahlen meiner Rechnungen kein PROBLEM habe, sondern es so ist, dass ich da gar nicht dran denken muss.

    @Doris

    herzlichen Dank, liebe Doris! Das übernehme ich in meine Meditationen und Forschungen über die psychischen Rahmenbedingungen angemessener Honorare!!! Tatsächlich hab‘ ich es ja auch schon öfter als einmal geschafft, es erschien mir dann aber mehr als glücklicher Zufall. Z.B. weil der Kunde von sich aus signalisiert hat, dass das ruhig ordentlich kosten darf….

  6. Hi Claudia,

    deine Aussage
    („…es erschien mir dann aber mehr als glücklicher Zufall. Z.B. weil der Kunde von sich aus signalisiert hat, dass das ruhig ordentlich kosten darf…“)
    signalisiert mir das selbe Dilemma, das wir Kinder aus kaputten Familien ständig mit uns rumtragen und irgendwie nie so richtig loswerden können: „Entschuldigung, stört es sie sehr, wenn ich ein wenig glücklicher (bzw. reicher, im weitesten Sinne) wäre???“

    Ich kenne diese Windmühlenkämpfe mit Schuldgfühlen, die den „Erfolg“ sofort wieder emotional verwässern, weil ich mir mit Absicht und Initiative irgendwas Gutes, ein wenig Glück, Lust, Spass etc. „geholt“ (wie verwegen!) hab, statt (meist vergeblich) darauf zu harren, dass es mir, auf welchem Wege auch immer, geschenkt oder wohlwollend gegönnt wird.

    Andererseits ist’s doch auch so:
    Beschenkt zu werden hat eben doch eine eigene Qualität, einen Nimbus von bedingungslosem Geliebtwerden, zumindest von gewürdigt werden… und das kann durch kein forderndes Nehmen erfahren werden.

    Gruss micayon

  7. […] Miete herkommt und Rücklagen fand ich spießig: meistens klappte es ja grade so mit dem Geld. Warum sollte ich mir Sorgen […]

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