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Claudia am 3. Juli 2015

Der Elephant im Zimmer, den niemand sehen will

In Griechenland bekommt derzeit jeder nur 60 Euro pro Tag an den Geldautomaten, Rentner müssen mit Raten von 125,- auskommen. Die Griechenland-Krise ist auf einem Höhepunkt, alle starren gebannt auf das Referendum, in Talkshows und Medien werden die komplexen Sachverhalte, die zu diesem Desaster geführt haben, mehr als ausgiebig diskutiert. Nur ein Thema wird gar nicht erwähnt: Inwiefern ist es eigentlich “normal”, bzw. DARF es normal sein, dass eine Staats- oder Bankenpleite EIGENES GELD der Menschen in Gefahr bringt?

Klar, wenn ein Staat pleite ist, kann er keine Zahlungen mehr leisten. Dass aber gleichzeitig die Geldversorgung über die Banken zu entfallen droht, ist nicht Schuld des Staates, sondern hängt mit der verrückten Konstruktion unseres Geld- und Bankensystems zusammen. Die Griechen sollen noch ca. 100 Milliarden eigenes Vermögen haben: Bankguthaben, Sparbücher etc. – Geld, das noch nicht ins Ausland gerettet wurde. Das droht nun den “Kapitalverkehrskontrollen” zum Opfer zu fallen, ganz einfach weil die Banken pleite sind, die keine weiteren “Ela-Kredite” mehr bekommen. Auch bei einem “Ja” im Referendum ist es hochwahrscheinlich, dass den Griechen weiterhin der Zugriff auf ihr persönliches Vermögen verwehrt bleibt, denn es droht ja nun erst recht der “Abfluss” dieses Geldes, wenn die Banken unbeschränkt wieder öffnen.

Wir alle haften mit

Warum regt sich darüber außer den Betroffenen niemand auf? Was hat ein Mensch mit normal erarbeitetem Sparguthaben mit dem Finanzkasino zu tun? Doch egentlich nichts! Dennoch haften wir mittlerweile alle für Bankenpleiten, denn nach einer 2013 verabschiedeten EU-Richtlinie, die schon weitgehend in nationale Gesetze umgesetzt wurde, haften Sparer noch vor Rettungsaktivitäten des “Rettungsschirms”. Lediglich der Einlagensicherungsfont schützt Vermögen bis 100.000 – aber davon spüren die Griechen grade gar nichts, das Geld wird einfach einbehalten mit ungewissem Ausgang (ob die einen Einlagensicherungsfont haben bzw. ob der ausreichend gefüllt ist, weiß ich nicht, bezweifle es aber).

Noch einmal: Was können einfache Bürger für das Finanzverhalten ihrer Regierungen, gar der Banken? Nichts! Zu sagen, man habe die Politiker, die all das zu verantworten haben, doch gewählt, ist kein Gegenargument. Denn wo hätten denn jemals Wähler über die Details des Finanzsystem entschieden? Dass die Banken nur minimales “Eigenkapital” halten müssen und mit dem großen Rest der Einlagen machen dürfen, was sie wollen – hat das jemails irgend eine Bevölkerung der Welt gutgeheißen?

Demokratie schön und gut. Aber WER bestimmt, was man der demokratischen Beschlussfassung überlässt und was nicht?

Claudia am 25. Juni 2015

Vom Kalorien zählen – meine Erfahrung

Als ich das Buch Fettlogik überwinden der bekannten Bloggerin Erzaehlmirnix gelesen hatte, beschloss ich, abzunehmen. Anders als viele andere “Gewichtsbetroffene” blicke ich nicht auf eine bewegte Diät-Karriere mit ihren Aufs und Abs zurück, sondern hab’ mir um mein Gewicht keinen Kopf gemacht. Das war auch kein Problem, denn meist bewegte ich mich im Bereich normalgewichtig bis “leicht mollig”. Vom Magerwahn hab ich mich nie erfassen lassen, auch nicht, als ich begann, kontinuierlich zuzunehmen – ein typischer Effekt, wenn man die Ernährung in der Menopause nicht umstellt und damit fortfährt, wie gewohnt zu futtern. Das Zunehmen wurde auch nicht dadurch entschärft, dass ich zeitweise engagiert vegan kochte, also sogar Milch, Butter, Quark und Joghurt aus dem Speisplan strich. (Eine “richtige” Veganerin/Vegetarierin bin ich nicht geworden, denn Fisch konnte ich letztlich nicht dauerhaft lassen).

Übergewicht belastet, zunehmend

Kurzum: Mein Gewicht erreichte dieses Jahr über 86 Kilo bei 1,65 Körpergröße – und langsam spürte ich die Belastung, die das mit sich bringt. Dennoch dachte ich noch immer nicht ernsthaft ans Abnehmen, denn die Aussicht, mich mit dem “Zirkus” der verschiedenen Ernährungslehren und all den vielen Methoden auseinander zu setzen, die in Sachen Abnehmen durch die Info-Welten geistern, schreckte mich massiv ab. Niemals Bananen, fünf Mahlzeiten am Tag, nicht nach 18 Uhr, nur kleine Mahlzeiten, 4 Stunden Pause nach dem Essen, weniger Fett, keine Kohlehydrate aber viel Fett – nö, auf all das und noch viel mehr hatte ich nicht die geringste Lust! weiter…

Claudia am 23. Juni 2015

Gewalt und Geschlecht

Vorausgeschickt: Ja, unter Feministinnen gibt es Männer Hassende – genauso wie es unter Männerrechtlern Frauen Hassende gibt. Verletzte Seelen, auf beiden Seiten.

Was aber die Gewalt angeht, so ist es halt doch so, dass eher junge Frauen sich fürchten, wenn ihnen junge, angetrunkene Männer entgegen kommen, einzeln oder zu mehreren… wogegen Männer sich nicht mal vorstellen können, wie es ist, mit so einer Belastung im Blick aufs andere Geschlecht zu leben. weiter…

Claudia am 22. Juni 2015

Was ist wichtiger: Wir oder ich? Zum Kampf der Kulturen

Der folgende Text entstand als Kommentar zum Blogpost “weiter…

Claudia am 11. Juni 2015

Top Dog USA und unsere folgenlose Empörung in Sachen Überwachung

Johnny Haeusler, Veranstalter der jährlichen re:publica spricht online über manche Dinge gar nicht mehr. Claudia Kilian, Bloggerin auf “Sammelmappe”, hat sich umfangreich mit den Möglichkeiten auseinander gesetzt, sich persönlich gegen Überwachung zu schützen, kommt aber zum resignierenden Schluss, unser demokratisches Boot sei leck geschlagen und auf direktem Kurs ins Verderben.

Was nicht wundert, denn mittlerweile ist nicht mehr zu leugnen, dass unsere Regierung lügt, wenn es opportun ist und sich gar anschickt, wegen der öffentlich gewordenen BND-Zuarbeit für die NSA die Gewaltenteilung auszuhebeln. Nicht zuletzt soll die gehasste Vorratsdatenspeicherung, die alle Bundesbürger anlasslos unter Verdacht stellt, entgegen aller Kritik per Gesetz installiert werden, ein Gesetz, das schon im Entwurf von der Datenschutzbeauftragten als verfassungswidrig begutachtet wird.

Sascha Lobo – seit Snowdens Enthüllungen ein unermüdlicher Ritter des Worts im Kampf gegen die totale Überwachung – läuft zu neuer Hochform auf, er schäumt geradezu vor Empörung, dass wir, die Bürger dieses Landes, nichts gegen all das unternehmen. Auszug aus der aktuellen Publikumsbeschimpfung: weiter…

Claudia am 2. Juni 2015

Vom Sinn des Lebens: nur “fressen, ficken, saufen” ?

Immerhin spielt der “Sinn des Lebens” eine Rolle im Untertitel dieses Blogs. “Vom Sinn des Lebens zum Buchstabenglück” verweist auf das kleine Glück, sich schriftlich ausdrücken zu können – und nicht nur für die Schublade, sondern als Kommunikation mit der Welt da draußen.

Heute schrieb “dasNuf” in Wie Kühe auf der Weide:

Dieser Alltag. Alles ist bestens, aber wenn ich näher darüber nachdenke ist es so sinnlos. A – B – C. Jeden Tag.
Ich frage mich, ob ich unzufrieden sein darf. Darüber, dass ich plötzlich alt aussehe auf Fotos. Überall Falten.
Darüber, dass ich Pflichten zu erfüllen habe.
In mir sammelt sich Wut. Mir war das gar nicht klar. Eine Freundin, die auch jemanden verloren hat, sagte das: “Ich bin so wütend” und plötzlich denke ich: “Ja! Ja, genau! Was ich fühle ist Wut. So viel Wut.”
Über jede verschwendete Minute meines Lebens. Rückwirkend. Jeden Satz, den ich nicht gesagt habe. Jedes Gefühl, das ich unterdrückt habe und ich habe so viel unterdrückt. Wollte funktionieren. Nicht unfreundlich erscheinen. Reif und gelassen. Jetzt ist mir nach fressen, ficken, saufen und zwar genau so ekelhaft unfein wie es klingt. Mehr hat das Leben doch nicht zu bieten. Jedes mittelgute Essen ist eine Beleidigung. Warum muss eigentlich ICH immer diejenige sein, die sich zusammenreißt? Die ruhig bleibt? Die nachdenkt, was wie auf wen wirken könnte? Warum kann ich eigentlich nicht auch mal rumschreien? Ungerecht sein? Utopische Sachen einfordern? Mich irrational verhalten?

Hat man einen lieben Menschen verloren, der in jungen Jahren aus dem Leben gerissen wurde, stellt sich fast zwangsläufig die Frage, was mit dem eigenen Leben ist: Würde es mich jetzt treffen, hätte ich genug gelebt? Oder habe ich “nur funktioniert”, mich abgestrampelt, um fremden Anforderungen und Erwartungen zu genügen? weiter…