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Claudia Klinger am 17. April 2014

“Plan B” oder Hypertext als Utopie

Während einer von Stefan Münz angezettelten Diskussion auf Google+, die sich thematisch schnell von ihrem Startimpuls (“Springer-Chef Döpfner: “Wir haben Angst vor Google”) weg und über “Google”, “Monopole”, “Kapitalismus” hin zur Lage der Menschheit insgesamt bewegte, kam mal wieder der “Plan B” zur Sprache. Kann ja nicht ausbleiben, wenn man sich weitgehend einig ist, dass es kracht, wenn wir so weiter machen wie bisher – fast egal, welches Bündel an Hauptursachen und vermutlicher Zeit, die uns bleibt, den einander weitgehend fremden Gesprächsteilnehmern so vorschwebt.

Nun war das Mem “Plan B” einigen Mitdiskutanten bereits insofern bekannt, als sie sich vor etlichen Jahren – in der euphorischeren Anfangszeit von Google+ – tatsächlich selbst daran gemacht hatten, einen “Plan B” zu entwickeln. Einfach mal so aus einem Kommentar-Thread heraus, jedoch mit Umsteigen auf ein Google-Doc. Ja warum denn nicht? Wir haben ja länger schon Internet… :-)

Ich war zwar Feuer und Flamme für die Intention des Vorhabens (wer sucht heute nicht gerne nach Weltrettung?), hatte aber nicht den Schimmer einer Hoffnung, dass diese Herangehensweise etwas bringen würde. Was ja nicht wundert angesichts der Erläuterung, die Stefan Münz als “Moderator” auf Rolf Todescos Erwähnung des “Plan B” der unwissenden Mehrheit der Mitlesenden nachreichte:

“Vielleicht sollten wir die anderen Mitdiskutanten hier mal über die Backgrounds aufklären. Wir hatten vor etwa zweieinhalb Jahren – ausgehend von einer Google+-Diskussion mit ein paar Leuten eine Google Group eingerichtet, in der wir ganz in Ruhe eine neue Menschheitsverfassung entwickeln wollten, die als ein GoogleDoc gemeinsam bearbeitet werden konnte. Warum immer am hier und heute kleben, warum nicht mal versuchen, alles irgendwie anders und besser zu denken? Das war die Devise.
Die Gruppe gibts auch noch:

https://groups.google.com/forum/#!forum/verfassungen-verfassen

Bei uns war es damals so, dass wir uns nach einer Weile doch irgendwie verzettelt haben, einander nicht mehr so richtig folgen konnten in den Gedankengängen, und dann war da ja auch noch dieses “echte Leben”, mit Geldverdienenmüssen, Familie und so. Jedenfalls ist die Sache dort wieder eingeschlafen. Aber vielleicht gelingts ja trotzdem noch – es darf dort gerne weiter gerungen werden – und dann bekomme ich vielleicht auch mal wieder Lust öfters dort mitzumischen. Aber die Zündkerze spielen möchte ich eigentlich nicht :-)”

Wow, jetzt beim Verlinken der “Gruppe” sehe ich, wie weit die Leute noch gegangen sind – so mit Herzblut und Textarbeit, Diskussion und Web/Netz-Konfiguration… Ich bin schon abgesprungen, als es noch nicht mehr gab aus 1,5 gefühlte DIN A4-Seiten eines Dokuments, das dann – wie ich jetzt sehe – noch deutlich gewachsen ist. (Es heißt “Entwurf einer Verfassung” – hab es auch jetzt nicht weiter gelesen).

Warum das so nicht geht? Weil auch “Plan A” kein PLAN ist, sondern ein Geschehen. Allerdings eines, das sich in seinen sämtlichen üblen Auswüchsen auf menschliches Handeln, Wollen, Sehnen und Entscheiden zurückführen lässt. Da ist kein Gott (der sich speziell um unser Schicksal kümmert) und auch keine Natur, der wir nur trauen bräuchten (die kommt gut ohne uns aus) – wir sind als ganze Menschheit wie auch als Individuum tatsächlich voll verantwortlich, zumindest unbezweifelbar ursächlich für dieses “dem Untergang beschleunigt entgegen rennen“, das wir als ab und an wache Individuum kaum übersehen können.

Gegen Plan A, der keiner ist, kann man nicht mit einem “Plan B” antreten, der ernsthaft versucht, PLAN zu sein. Wir können uns in einer Debatte ja meist nicht mal mehr über die Bedeutung der Begriffe einigen, und bei jeder erdenklichen vorgeschlagenen Regel finden sich kreative Geister, die deren Kollateralschäden glaubhaft aufzeigen. Zudem kommen beim Begriff “Plan B”, wenn er im Kontext “Kapitalismus” auftaucht, auch immer gleich Befürchtungen auf, dass möglicherweise die FREIHEIT beschränkt werden solle – und das geht ja gar nicht…

“Plan B” muss genauso ein Geschehen sein wie “Plan A”. Er kann nicht ausgedacht, verabredet und durchgesetzt, sondern muss GELEBT werden. Damit meine ich jetzt NICHT die grüne Agenda ökologischeren und gesünderen Lebens, sondern die Art, wie wir Politik machen, machen wollen, sollten und könnten – in Zeiten des Internets. Wie wir es schaffen könnten, dieses krasse Lemminge-Verhalten zu beenden.

Dabei ist das wichtigste Wort das “wir”, nicht das “wie”. Im letzteren Bereich sind Menschen begnadet erfinderisch, wenn sie entsprechend motiviert sind. Da müssen wir uns keine Sorgen machen.
Das Problem ist das planetare “wir”, das so schwer mitfühlbar ist, weil unsere Psyche noch immer auf der Stufe eines Stammesbewusstseins verharrt: Die Anderen, die Fremden, die Leute da irgendwo im Rest der Welt sind uns nicht so nah und wichtig. Nicht mal der Wohnungsnachbar ist es ja noch, egal wie sozial und menschenfreundlich unsere Gesinnung “im Prinzip” sein mag.

Da nun aber mehr und mehr Menschen in aller Welt Anschluss ans Netz bekommen, wird es immerhin möglich, bwz. POTENZIELL möglich, miteinander zu reden. Sogar im “richtigen Leben” ist das länger schon leicht machbar, sei es im Kontext Migration, “Flüchtlingsstrom” oder Tourismus. Dass wir trotz Abdankung der Gatekeaper nicht mal in Europa wirklich zu einem “großen Gespräch” über Grenzen hinweg finden, ist bezeichnend für das Versagen in Sachen “wir”.

Wer aber soll die Welt retten wenn nicht wir?

“Hypertext als Utopie” ist mir in den Sinn gekommen, weil ich – angeregt durch das Gespräch – ein altes Interview mit Stefan Münz nochmal las: Hypertext als vergessene Kunst. Da sagte Stefan:

“Hypertexting erfordert ein eigenes, andersartiges redaktionelles Arbeiten. In den meisten Redaktionen wird nur herkömmlich gearbeitet, eben so, wie du es beschreibst. Bei der Texterstellung wird nicht berücksichtigt, was es zu dem Thema bereits gibt im Web, der Text stellt sich selber nicht bewußt in den Kontext der anderen Texte. Die meisten neuen Texte sagen zwischen den Zeilen immer nur das eine: “jetzt komm ich, und ich bin das einzig Wahre, was zu dem Thema gesagt wird”. Gerade Magazine, die aus diesem Selbstbewußtsein ihr ganzes Daseinsrecht ableiten, tun sich schwer mit echtem Hypertext. Denn Hypertexting ist “kongeniales” Arbeiten, ein Akzentesetzen im Bewußtsein, für ein großes Ganzes zu arbeiten, das nicht nur auf der eigenen Domain stattfindet.”

Ich übersetze mal, um zu zeigen, was mich dabei inspiriert hat:

“Plan B” erfordert ein eigenes, andersartiges Leben und Arbeiten. Meist wird ja nur herkömmlich gearbeitet, eben so, wie du es beschreibst. Dabei wird nicht berücksichtigt, was es für das jeweilige Bedürfnis schon für – von anderen erarbeitete – Lösungen gibt. Man stellt das eigene Tun nicht bewußt in den Kontext des Handelns Anderer. Die meisten Aktivitäten wollen immer nur das eine beweisen: “jetzt komm ich, und ich bin das einzig Wahre, für das sich zu leben lohnt”. Gerade Organisationen und Gruppen, die aus diesem Selbstbewußtsein ihr ganzes Daseinsrecht ableiten, tun sich schwer mit “Plan B”. Denn “Plan B” ist “kongeniales” Arbeiten, ein Akzentesetzen im Bewußtsein, für ein großes Ganzes zu arbeiten, das weit mehr umfasst als die persönlichen Wohlfühlinteressen auf kurze Frist.

Tja, ob wir wohl noch rechtzeitig Hypertext-fähig werden?

Claudia Klinger am 14. April 2014

Vom Verschwinden der Friedlichkeit

Nein, ich will nichts über die brisante Zuspitzung in der Ukraine schreiben, nicht über die einseitige Berichterstattung lästern und auch nicht darüber, dass trotz der eskalierenden Lage auf Twitter #Tatort, #jauch und #dsds trenden. Offenbar gelingt es vielen, von allem, was droht und ängstigt, einfach abzusehen. Z.B. auch davon, dass unsere Daten nirgendwo mehr sicher sind: 75% geben an, nichts am eigenen Verhalten geändert zu haben. Andere “Aufreger” muss man künftig nicht mal mehr selber ignorieren: Dass wir bald keine Fleischskandale mehr haben werden, weil die EU eine Geheimhaltungspflicht für die Kontrollbehören einführen will, wird uns vor einer Menge unschöner Nachrichten schützen. Und “bloßstellende Bilder” werden jetzt auch endlich verboten. Niemand soll behaupten, die Politik unternehme nichts für unseren inneren Frieden, wenn der äußere schon den Bach runter geht! Selber schuld, wenn man noch Artikel zum Klima-Bericht liest, oder gar die Kommentare darunter! Oder sich von der Aufforderung des Schweizer Armee-Chefs beunruhigen lässt, der das Anlegen von Notvorräten empfiehlt: auf Cyber-Angriffe sei ja niemand wirklich vorbereitet.

Eigentlich will ich mich grade innerlich sammeln und beruhigen, indem ich blogge. Mich auf etwas Bestimmtes konzentrieren, das aus der Masse der Nachrichten und Verlautbarungen des Tages heraus ragt oder über etwas schreiben, das mich davon ablenkt – wie etwa die Tomaten-Anzucht auf meiner Fensterbank. Aber heute will mir das partout nicht gelingen, überall nehme ich exorbitante Steigerungen der Feindseligkeiten war. Bei den Piraten, einstmals Hoffnungsträger im politischen System, ergießen sich Hasswellen über den noch nicht zurück getretenen “Restvorstand”, der beschimpft, angegriffen, beleidigt, verklagt und angezeigt wird. Fundamentalistische Trolle sorgen mit öffentlichen Aufrufen dafür, dass auch in der normalerweise friedenspolitisch engagierten evangelischen Kirche wieder interne Glaubenskriege ausbrechen. Der Hass im Internet wird immer öfter Thema, einschließlich der absurden “Liebe zum Hass”. Es ist aber nicht “das Netz”, auch draußen im richtigen Leben geht die Post ab. In ganz Europa werden die Roma verfolgt und schikaniert, man sucht wieder Sündenböcke und ist dabei nicht zimperlich. Je mehr “soziale Schieflage” der Finanzkapitalimus den Bevölkerungen zumutet, desto größer wird der Bedarf, Schwächere auszugrenzen, um sich so noch “als was Besseres” fühlen zu können. Rechte Parteien sind überall auf dem Vormarsch, Israel konfisziert und bebaut weitere Flächen im Westjordanland, in Syrien geht der Giftgas-Krieg weiter, tausende afrikanische Kriegs-Flüchtlinge aus Eritrea und Somalia stranden nun in Agrigent statt Lampedusa. Wo man hinschaut, breitet sich MEHR Chaos aus – was ist nur los mit der Welt?

Auf Hor.de steht heute:


Optimierung komplexer Systeme
Veränderung von Gleichungen
Ökonomie der Knoten in den Sätzen
aber du, wie du die Massakermaschine
ausschaltest, mein Text.

Schade, dass mein Text das heute nicht kann. Leider auch an keinem andern Tag.

***

Update, 18.54: Doch noch was Positives, ausgerechnet bei den Piraten: sie haben sich offenbar mal nicht gestritten, sogar zusammengearbeitet…

Claudia Klinger am 9. April 2014

Die Natur und ich – Teil 2

Kleine autobiografische Geschichten – lies zuerst Teil 1.

Raus aufs Land, der nächste Anlauf (45)

Kann man “im Internet leben?” Lange reichte mir das. Die Stadt da draußen, das “Kiez”, in dem ich einst so aktiv gewesen war, nahm ich kaum mehr wahr. Fast wunderte es mich, dass mich erneut die Sehnsucht packte: nach Grün, nach Erde, nach dem GANZ ANDEREN. Und plötzlich schien es auch möglich: Als Webworkerin konnte ich doch eigentlich von überall aus arbeiten! Ich schaute in die Inserate und siehe da: bei Belzig suchte eine Frau Mieter für ihr in Renovierung befindliches Haus in einem 100-Seelen-Dorf. Ein riesiger Garten, nach hinten hinaus nichts als Landschaft, eine bezahlbare Wohnung – ein Traum! Zwar wollte mein Liebster nicht mitziehen, aber was sind schon 100 Kilometer? Ich unterschrieb den Mietvertrag, feierte meine Zukunft auf dem Land, und dann begann das Warten. Im Haus musste erst noch eine Heizung eingebaut werden. Die Monate verstrichen, immer wieder wurde ich vertröstet. Der Winter verabschiedete sich, im Frühling zeigte sich die Stadt wieder freundlicher. Der Umzug kam mir mehr und mehr vor wie eine verrückte Idee, ein Märchen, etwas seltsam Irreales, trotz Mietvertrag. Irgendwann wurde mir das Leben zwischen Baum und Borke zu blöd. Ich sagte ab und begrub meinen Traum vom Landleben – für immer, wie ich glaubte.

Mecklenburg, die Gottesgabe (45 – 46)

Der Glaube hielt genau einen Nachmittag. Abends besuchte ich mit dem Liebsten eine Familie, die gerade “auf dem Sprung” nach draußen war. Sie hatten mit Krediten ein “Schloss” in Mecklenburg gekauft und dort Mietwohnungen geschaffen. “Es sind noch zwei Wohnungen frei, wollt Ihr nicht mit?” Das kleine Dorf in der Nähe von Schwerin hieß auch noch “Gottesgabe”! War das nicht Fügung, ein punktgenaues Geschenk? Wir mieteten eine riesige Maisonette-Wohnung und verließen Berlin. Er wohnte im Erdgeschoss, ich im ersten Stock, jeder mit eigenem Bad, Parkettböden – noch nie hatte ich so “edel” gewohnt! Draußen die große Schlosswiese, umgeben von einem Wäldchen. Ein Hühnerstall, ein großer, unbearbeiteter Garten. “Ihr könnt hier alles machen!”, sagten unsere Freunde. Und wieder einmal wähnte ich mich im Paradies, pflanzte Salat und Tomaten, kümmerte mich mit dem Liebsten um die Hühner und genoss den Blick in die unendlichen Weiten Mecklenburgs: Felder bis zum Horizont, die Straße zum nächsten Dorf eine blühende Alle- wie wunderbar.

Land kann auch stinken (46 – 47)

Es ist dem Menschen nicht gegeben, dauerhaft im Paradies zu weilen. Unsere Freunde durften natürlich auch “alles machen” und probierten vieles aus: z.B. Ponys auf der Schlosswiese. Die Maulwürfe fanden das beängstigend und kamen massenweise im Garten hoch. Die Schnecken vom angrenzenden Sumpf, den wir zuvor nicht wahrgenommen hatten, fraßen alles, was trotzdem noch wuchs. Der frei laufende “Schlosshund” erlegte immer mal wieder ein Huhn, weil man das mit den Zäunen und “Tor zu” nicht so ganz ernst nahm. Eines Nachts fiel ich während eines Fests in ein tiefes, nicht abgesichertes Loch, das mal irgendwann als “Erdhaus” für die Kinder gedacht war. Wackelungsgrad 1 für meine Vorderzähne! Riesige Landmaschinen verstreuten Gülle auf den Feldern, tagelang konnte man dem Gestank nicht entkommen. Und was die Nachbarschaft anging, bemerkten wir bald, dass wir nicht erwünscht waren: das alte Herrenhaus war früher das Dorfzentrum gewesen, das Mehrzweckhaus der LPG, die Kantine. Jetzt war all das vom “Investor aus dem Westen” übernommen, dem man gerne Steine in den Weg legte, egal was er vorhatte.

Auch die Eintönigkeit dieses “Landlebens” wurde immer spürbarer. Die Fahrten zum nächsten Supermarkt gerieten zum Highlight des Tages, die langen ereignislosen Abende versüßten wir uns zunehmend mit Wein. Die Leute vom “Getränkestützpunkt” waren nicht im Stande, einen “trockenen Roten” heran zu schaffen, bzw. ließen uns spüren, was für ein abseitiges Verlangen das war. Ich besuchte eine Schweriner Sauna und wunderte mich, wie gut es mir tat, einfach so unter fremden Nackten zu sein, die zusammen schwitzten und keine Animositäten pflegten.

Beim ersten Berlin-Besuch während der euphorischen Phase hatte ich noch Kopfweh vom Gestank der Stadt bekommen. Ein Jahr später ging ich dort wie auf Wolken, inspiriert von all den Eindrücken, die schon ein einfacher Gang durch eine belebte Straße vermittelte. Ich merkte: schon allein die Möglichkeiten der Stadt wirken aufs Befinden, auch wenn man sie gar nicht wahrnimmt. In Gottesgabe gab es keine Möglichkeiten mehr, nur die Schwere des Faktischen: stinkende Felder, abweisende Nachbarn, unendliche Langeweile. Ich nahm Abschied von Mecklenburg. 2001 zogen wir zurück, rein in den wilden Osten nach Friedrichshain.

- wird (gelegentlich) fortgesetzt -

Claudia Klinger am 6. April 2014

Die Natur und ich – kleine autobiografische Geschichten

Das Gebüsch (unter 5)

Auf dem Weg in den Kindergarten gab es ein Gebüsch, auf das ich mich jedes Mal freute, wenn ich an Mutters oder Großvaters Hand dorthin geführt wurde. Es war groß genug, mich darin zu “verstecken” – ein wilder Verhau aus Hollunder, Brombeeren und anderen Gewächsen, die ich noch nicht mit Namen kannte. Gerne lief ich ein wenig voraus, um die kurzen Momente im Gebüsch zu genießen bis meine Begleitung aufgeholt hatte und mich wieder an die Hand nahm. Das Gebüsch war die erste “Natur”, die ich als Stadtkind zu Gesicht bekam. Eines Tages war es weg – und ich unendlich traurig.

Das Gärtchen (6-11)

Umgezogen vom ordentlichen Schwabenländle nach Hessen gab es ab 1959/60 plötzlich einen großen Hinterhof mit Wiese und Weidenbaum mitten drauf. Auf schmalen Beeten am Innenrand des 50ger-Jahre-Häuserblocks wuchsen Stauden und kleine Büsche. Auch der Sandkasten war von Gebüsch umgeben, in dem man sich den Blicken der Mütter entziehen konnte, die gelegentlich aus den Fenstern schauten. Aus Steinen und einem Brett bastelte ich mir ein Bänkchen in diesem “großen Versteck”. Dort saß ich dann, lauschte den Vögeln und war für Momente glücklich in diesem kleinen, gefühlt “eigenem” Refugium. In einer verborgenen Ecke hinter den Büschen bearbeitete ich den Boden und begann zu gärtnern. Ich verpflanzte Gänseblümchen von der Wiese in mein Gärtchen und steckte Erbsen in den Boden, die sich zügig entwickelten. Drei Erbsenschoten, die erste eigene Ernte – welch ein Wunder, welch ein Glück! Irgendwann zerstörte jemand aus der Kinderbande das Gärtchen. Trauer und Hass verbrannten mich fast.

Der “richtige Ort” (7 – 14)

Sonntags dann Familienausflüge. Stundenlange Fahrten durch den Taunus oder das Rheintal auf der Suche nach dem “richtigen Ort”: Eine leicht zugängliche Wiese, am besten mit Bach, dazu ein Weg am Wald entlang, ein guter Parkplatz – und bitte keine anderen Ausflügler! Oft dauerte es gut zwei Stunden, bevor wir endlich eine Stelle fanden, die alle Kriterien erfüllte. Bis dahin war mir meist schon richtig übel, denn beide Eltern rauchten im Auto, eine ganz besondere Qual. Am Ort der familiären Sehnsüchte endlich angekommen, wurde groß ausgepackt: Decken, Picknick, ein aufblasbares rundes Planschbecken für meine kleinen Schwestern – gerne hätte ich mich in die Büsche geschlagen und den Wald erkundet, aber das war nicht erlaubt. Irgendwann spazierte man gemeinsam gemessenen Schrittes eine halbe Stunde den Waldweg entlang und zurück. Mit 14 hielt ich mit meiner Meinung über diese Zwangsveranstaltungen nicht mehr hinterm Berg und sagte Sachen wie “Ihhhh! Es stinkt nach Wald….”. Obwohl es wirklich nicht der Wald war, der mich so nervte.

Bella Italia (9 – 17)

Sommers ging es dann für mehrere Wochen nach Italien: mit dem VW-Bus und zwei Zelten, später mit Wohnwagen auf einem Campingplatz unter Pinien am tyrrhenischen Meer. Wow, was für ein Leben! Mit der Taschenlampe beobachtete ich nachts die Zikaden beim Ausschlüpfen, sah die erste Schlange meines Lebens, fing Eidechsen und schnorchelte im Meer. Ich grub nach Muscheln, sammelte glatt geschliffene Holzstücke im schwarzen Sand und wanderte eine Flussmündung hinauf – gerne allein inmitten dieser noch nicht vom Tourismus umgeformten, weitgehend unberührten Natur. Mit den Jahren ließ meine Freude daran jedoch nach, das andere Geschlecht war ja so viel spannender! Mein “richtiger Ort” wurde die Strandbar, natürlich eine andere als die, in der mein Vater seine Tage verbrachte.

Kiezleben und Friedhöfe (26 – 35)

Mit 26 der große Umbruch: Ich zog nach Berlin, entdeckte dort “das Kiez” und fühlte kaum je das Bedürfnis, mein Kreuzberger Viertel zu verlassen. Eine nie zuvor gekannte übersichtliche Dörflichkeit begeisterte mich. Endlich fühlte ich mich wirklich zuhause, kannte bald jede Ecke, jedes Haus, jeden Laden, jede Kneipe. Ich besetzte Häuser, verbrachte die Tage im Mieterladen, machte Sanierungspolitik und sah als Tag- und Nacht-Aktive “Natur” nurmehr auf den drei Friedhöfen an der Bergmannstraße, durch die ich mit einem Liebsten wandelte, der ein Spaziergänger war. Umso wichtiger wurde jegliches GRÜN im politischen Raum: wir rissen den Gehsteig auf und pflanzten Bäume, erkämpften ein “Hofbegrünungsprogramm” und stritten um jedes “Spontangrün”, das irgendwo einer Baumaßnahme zum Opfer fallen sollte. Die alternative Szene propagierte die Vollwertküche, Müsli wurde DAS WG-Frühstück und “Plastikklamotten” waren ein NoGo. Währenddessen vertrockneten unsere Zimmerpflanzen, doch NATUR galt uns als das Summum Bonum, Hort des Guten, Wahren und Schönen, Ziel einer Sehnsucht, die weit mehr Attitüde denn reales Verlangen war. Nach “draußen” schafften wir es nämlich fast nie…

Brüchige Idylle (33 – 40)

Heute würde man den Zustand, in den ich mich am Ende dieser überaktiven Jahre befand, als veritablen BurnOut bezeichnen. Zum Glück hatte mein “Spaziergänger” sich mit seinem frühen Erbe ein altes Gehöft in der Toskana gekauft. Ich kam gerade rechtzeitig, um den Verkauf zu verhindern, den er aus persönlicher Enttäuschung in Sachen “naturnah leben” bereits plante. Mir erschien dieses Refugium in der Ferne, inmitten sanfter Hügel und mediterraner Natur als wahres Paradies! Warum nicht ganz dorthin ziehen, alles hinter mir lassen, es mal mit ein bisschen Selbstversorgung versuchen? Endlich konnte ich gärtnern, wilde Katzen leisteten uns Gesellschaft, ein sardischer Schafhirte machte im Erdgeschoss Käse, die Luft duftete nach würzigen Kräutern – ich war hin und weg!

Ca. drei Jahre lang verbrachte ich in kurzen Abständen jeweils mehrere Monate dort, auch im milden Winter. Es dauerte nicht lange, bis die Idylle bröckelte. Niemand dort “versorgte sich selbst”, allenfalls mit Gemüse. Die ansässigen Auslandsdeutschen hielten nicht nur Hühner, Schafe und Ziegen, sondern vor allem Touristen. Ihnen zuliebe wurden die Bäder und Duschen ausgebaut, der Nachbar bohrte einen neuen Brunnen, wodurch unsere romantische, von einem Mini-Wäldchen umwachsene Quelle austrocknete. Nachts wachte ich auf und sah einen Skorpion an der Wand, zehn Zentimeter neben meinem Kopf. Abends kamen verirrte Hornissen aus dem offenen Kamin, die im Schornstein ein Nest gebaut hatten und erlegten sich früher oder später an der offenen Gaslampe, die von der Decke hing. Für mich ein Horror-Erlebnis, das ich oft genug von draußen mit ansah, während mein Liebster versuchte, mit einem Besen das riesige Insekt zu vertreiben.

Der Schafhirte hatte auch so seine Probleme, blieb manchmal Tage lang weg und ließ seine vielen Käse komplett verschimmeln. Auch die Schafe wurden zu meinem Erstaunen immer wieder krank, obwohl sie doch “in der freien Natur” lebten, für mich ahnungslose Städterin der Ort der Gesundheit schlechthin. Die Ziegen des Nachbarn wilderten in unserem Garten, der dachte jedoch nicht im Traum daran, Zäune aufzustellen, wozu er als Tierhalter verpflichtet gewesen wäre. Die Freundlichkeit all der ansässigen Immigranten entpuppte sich als oberflächliche Fassade für die Besucher. Hinten herum waren sich viele spinnefeind, obgleich man sich bei Festen traf und nett übers Wände kalken und ähnlich spannende Themen plauderte. Echte Probleme, die sie alle hatten, waren tabu. Und so traf es mich wie ein Schock: ein deutsches Paar mit großem Anwesen hatte uns am Nachmittag noch alle Schönheiten ihres Landlebens vorgeführt, als wir tags drauf erfuhren, dass sich die Frau des Hauses in der Nacht mit einem Bolzenschussgerät umgebracht hatte.

Nicht nur die Menschen, auch die Natur abseits menschlicher Bezüge ent-täuschte mich. Im realen Kontakt beobachtete ich Phänomene, die meine naive Bewunderung drastisch konterkarierten. Zum Beispiel wurde mir erst jetzt klar, was “instinktgesteuert” bedeutet. Nur etwa einen Meter verschob ich mal einen Zaunpfahl nach rechts, an dessen oberen Ende ein Wespennest hing. Prompt schwirrten die Wespen “am alten Ort” in der Luft durcheinander. Es war ihnen unmöglich, das nur wenig entfernte Nest wieder zu finden. Für mich wurde das zur Metapher für automatenhaftes Verhalten, fürs Kreisen in eingefleischten Gewohnheiten, die längst überlebt und ohne jeden Sinn sind.

Richtig “gebrochen” wurde meine naive Liebe zur Natur jedoch erst, als ich einer Schlupfwespe zuschaute. Diese “parasitoiden” Hautflügler fangen kleine Grashüpfer, injizieren betäubendes Gift und legen ihre Eier in den Opfern ab. Irgendwann schlüpfen die Larven und fressen die Heuschrecken bei lebendigem Leib von innen auf. Ích hätte kotzen können vor Abscheu!

Heftige Wut auf diese “natürliche” Grausamkeit des Fressens & Gefressen-Werdens erfasste mich. Ich zeigte der Göttin Natur den Stinkefinger, genau wie einst dem alten Christengott meiner Kindheit, der mir niemals, auch nicht im größten Elend, auf meine Hilfe-Ersuchen geantwortet hatte.

Heimelige Festplatten und unendliche Weiten (40 – 44)

Am Ende war ich einverstanden mit dem Hausverkauf, kehrte nach Berlin zurück und entdeckte den Computer. Ich lernte Programmieren und erschloss mir eine neue, durchweg künstliche Welt aus gehorsamen Algorithmen und Programmen, die nicht mit bösen Überraschungen aufwarten. Im kühlen Licht des Monitors vermisste ich die Sonne lange nicht mehr – und mit dem Internet der frühen Jahre taten sich mir Türen in eine neue Welt auf, die soviel friedlicher und freundlicher schien als alles, was ich als “naturnahes Leben” hinter mir gelassen hatte. Als ich 1996 meine erste Webseite baute, war ich grade 42 (!) – und wieder einmal fühlte ich mich “angekommen”.

- wird (gelegentlich) fortgesetzt –

Done! Hier gehts zu Teil 2.

Claudia Klinger am 31. März 2014

#selbstgeboren – Kommentar einer Kinderlosen

Das Buchprojekt “Selbstgeboren” der Hebamme Anna Virnich, in dem sie mit vielen Erlebnisberichten für die “natürliche Geburt” ohne irgendwelche Hilfsmittel oder gar Kaiserschnitt werben will, hat viele Mütter verärgert und verletzt. Kein Wunder, denn mittlerweile wird jedes dritte Kind per Kaiserschnitt geboren, beim zweiten Kind sind es sogar bundesweit 70 Prozent. Zur Frage, wie viele Geburten ohne jede Hilfe wie künstlich eingeleitete Wehen, PDA, Kristellern, Dammschnitt oder Saugglocke stattfinden, fand ich erst gar keine Zahlen.

Der Anstieg der Kaiserschnitt-Geburten wird nun länger schon von vielen Seiten massiv kritisiert (Politiker, Frauenärzte, Hebammenverband, EU, WHO, Krankenkassen…). Es wird auf gesundheitliche Gefahren für die so geborenen Kinder hingewiesen, die von vermehrten Allergien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Atmungsstörungen, Asthma, Diabetes bis hin zu schlechterer Gehirnentwicklung reichen sollen. Fast erinnern mich die vielfachen Warnungen an jene, die einst die Folgen der Masturbation als äußerst schädlich für die Gesundheit darstellten.

Nun bin ich keine Expertin, die den Wahrheitsgehalt dieser Warnungen beurteilen könnte, ja ich bin nicht einmal Mutter. Aber gerade deshalb sag ich den Kritikerinnen: Wir können froh sein, dass es überhaupt noch so viele Frauen gibt, die sich eine Geburt antun! Für mich kam das nie in Betracht, egal wieviel hilfreiche Medizin zur Verfügung gestanden hätte.

Der Biologie ausgeliefert: kein wünschenswerter Zustand

Vermutlich lag es an einer nicht gerade harmonischen Herkunftsfamilie, dass ich so etwas wie einen Kinderwunsch nie entwickelte. Wobei das eine rationale Begründung im nachhinein ist, konkret kann ich gar nicht sagen, warum das so war. Familien-gründungs-willige Männer hätte es gegeben. Allerdings erinnere ich mich recht gut an die Panik, die mich überkam, als sich nach dem ersten Sex meine Periode verzögerte. Klar, ich war erst vierzehn, es wäre eine soziale Katastrophe gewesen. Daneben irritierte mich aber allein schon der Gedanke, dass irgendwas “Fremdes” in mir wachsen sollte – ich kam mir “besetzt und besessen” vor, potenziell “fremdbestimmt” von bloßer Biologie. Und wow, war das eine Erleichterung, als sich heraus stellte, dass ich doch nicht schwanger war!

“Die Kraft sich der Urgewalt des Gebärens hinzugeben ist Bestandteil jedes Frau-Seins” - den Leitsatz ihrer Hebammenschule zitiert Anna Virnich in ihrer Reaktion auf die vielstimmige Kritik am Titel ihres Buchprojekts. Ok, ich bin also keine richtige Frau, aber weißt du was, Anna? Ich kann damit leben, gut sogar. Und meine Solidarität gehört den vielen Müttern, die sich trotz der ungemein fordernden, belastenden, mit vierlelei Risiken behafteten Vorgänge, die SCHWANGERSCHAFT und GEBURT nun einmal darstellen, diesem ganzen Geschehen immer noch aussetzen. Und ich kann es 100%ig nachvollziehen, dass frau ANGST hat, den Kontrollverlust fürchtet und alles tut und annimmt, um den “natürlichen” Verlauf in seiner schmerzlichen Drastik zu mildern – auch wenn das dann am Ende Kaiserschnitt bedeutet.

Meine Mutter hatte diese Möglichkeiten bei meiner Geburt offenbar nicht. Trotz Krankenhausgeburt erlebte sie einen Dammriss. Wie gut, dass das heute wohl nicht mehr vorkommt, man würde schneiden, bevor der Kinderkopf die Mutter “zerreisst”. Ein böser medizinischer Eingriff?

Auf EPHEMERA schreibt Anatol Stefanowitsch, der seine Kinder naturgemäß NICHT selbst geboren hat:

“Wer eine Geburt, wo und welcher Art auch immer, beobachtend miterlebt hat, weiß, wie absolut ausgeliefert die Person mit dem Kind in der Gebärmutter dem Geburtsvorgang ist. Ich durfte es miterleben, und obwohl es dank aller Segnungen der modernen Medizin keine Probleme gab und obwohl es unbeschreiblich bewegend war, dabei zu sein, wenn ein neuer Mensch auf die Welt kommt, habe ich gesehen, wie der Geburtsvorgang selbst, in seiner biologischen Gnadenlosigkeit einen Autonomieverlust bedeutet, von dem ich nicht weiß, ob und wie ich ihn ertragen könnte.”

Genau DAS ist auch mein Punkt: Wer bitte will so etwas noch ertragen? Unser Leitbild ist schon lange nicht mehr unsere “Natur”, sonst gäbe es diese arbeitsteilige Hard-Working-Welt erst gar nicht! Eine Just-in-Time-Gesellschaft, die allüberall auf Kontrolle setzt, wo Spontanität, Gefühle, Emotionen, persönliche Befindlichkeiten oder gar “Lust und Laune” keine Rolle spielen dürfen, wo alles nach Plan laufen und jedes Risiko versichert sein muss, wo jeglicher Schmerz mit einer Pille weggedrückt wird und Überblick, Distanziertheit, Contenance und “Coolness” in jeder Lage dem stets funktonierenden Individuum abverlangt werden – eine solche Gesellschaft (=wir alle) hat nicht das Recht, ausgerechnet von jenen, die ihren Fortbestand sichern, nun das GANZ ANDERE, das NATÜRLICHE einzufordern!

Just my 2%!

(Update: ich hatte in einer ersten Fassung den Artikel auf EPHEMERA irrtümlich einer Frau zugeschrieben. Jetzt korrigiert.)

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Mehr zum Thema:

Claudia Klinger am 26. März 2014

Hunger und süßes Gift: tiefe Einblicke ins Elend der Welt

Gestern war auf ARTE ein Themenabend mit beeindruckenden Dokumentationen, die ich Euch zum Ansehen heftigst empfehlen will. Insbesondere allen, die sich Gedanken machen, wie das Flüchtlingselend an den Grenzen der EU verhindert werden könnte. Und erst recht allen, die bei dieser Frage einfach von “Wirtschaftsflüchtlingen” sprechen, die man nur konsequent draußen halten sollte.

Die Dokus sind besonders sehenswert, da sie keine einfache “Propaganda für das Gute” mit klaren Feindbildern und einfachen Lösungen darstellen, sondern ihr jeweiliges Thema vielschichtig und von mehreren Seiten zeigen – anhand konkreter Fallbeispiele, die das ganze Ausmaß der Problematik sehr sichtbar machen.

Süßes Gift

“Macht Hilfe abhängig? Peter Heller packt mit seinem Dokumentarfilm Tabus der Beziehungen zwischen den Staaten des Nordens und des Südens, den Ländern Europas und Afrikas an. Anhand dreier Fallstudien aus Mali, Kenia und Tansania überprüft er die Wirkungen der Entwicklungshilfe aus Sicht der Afrikaner und fragt: Warum hat Afrika nach 50 Jahren und 1.000 Milliarden US-Dollar Hilfsgeldern nicht den erwarteten Entwicklungsschub gemacht?” (zur ARTE-Seite der Doku)

Update 18.4.: Der Film ist “verschwunden”, man soll ihn kaufen. Deshalb ersatzweise ein kurzer Bericht mit wichtigen Auszügen.

Hunger

“Derzeit leiden nach UNO-Angaben fast 900 Millionen Menschen auf der Erde unter Hunger. Das bedeutet, dass jeder achte Mensch nicht genügend zu Essen hat, um ein gesundes und aktives Leben zu führen. An den Folgen von Hunger und Unterernährung sterben jedes Jahr mehr Menschen als an den Folgen von Aids, Malaria und Tuberkulose zusammen. Naturkatastrophen, Konflikte, Armut, eine schlechte landwirtschaftliche Infrastruktur und eine ausgebeutete Umwelt sind die Hauptursachen für Hunger. Dabei wäre es theoretisch möglich, alle Menschen von Hunger zu befreien. Marcus Vetter und Karin Steinberger gehen in ihrem Dokumentarfilm “Hunger” in Mauretanien, Kenia, Indien, Brasilien und Haiti den Ursachen für das Dilemma nach. Sie erzählen, wie die Menschen mit dem Hunger leben, und warum so viele Konzepte der Entwicklungspolitik versagt haben. ” (zur ARTE-Seite der Doku)

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Bevor ich’s vergesse: wer sich mit jenen solidarisch zeigen will, die es letztlich zu uns geschafft haben, sich jedoch inmitten neuer, fremder, schwieriger Probleme vorfinden, möge doch bitte mein “Formularprojekt” mit einer kleinen Spende unterstützen!