Claudia am 27. April 2016 — 16 Kommentare

Mein erster Besuch in einem Pflegeheim

Um halb drei nachmittags betrete ich das Pflegeheim, das erste, das ich von innen sehe. Ich besuche Frau M., die Verwandte eines lieben Freundes, die hier seit einigen Wochen lebt, nachdem sie im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt nicht mehr zurück in ihre Wohnung konnte. Das Pflegeheim macht einen sauberen Eindruck, im Eingangsbereich tönt leise Musik aus einem Radio – und so sieht es da aus:

Pflegeheim

Das Haus wirkt von der Einrichtung und den Räumlichkeiten her wie ein Krankenhaus mit etwas mehr Deko. Und mehr Ruhe, trotz der Musik. Vor dem weiteren Vordringen in das ziemlich unbelebt wirkende Gebäude dsinfiziere ich mir die Hände am dafür vorgesehenen Spender. An der Wand ein Schild: „Wir freuen uns auf Ihre Meinung!“ und Formulare zum Ausfüllen. Weiter → (Mein erster Besuch in einem Pflegeheim)

Claudia am 09. April 2016 — 5 Kommentare

Neue Blogroll: Weltgeschehen

Grade hab‘ ich eine neue Blogroll zum „Weltgeschehen“ erstellt und veröffentlicht. Dort sind Blogs und Magazine über Politik, Wirtschaft, Soziales und Medien versammelt, die ich gerne überblicke – was aber nicht heißt, dass sie immer und alle mein Meinungsspektrum repräsentieren. Es können noch weitere hinzu kommen und auch mal wieder welche wegfallen. Schon jetzt finde ich die Übersicht über deren „letzte Artikel“ sehr interessant und anregend.

Claudia am 08. April 2016 — 32 Kommentare

SPD: ein Tanker geht unter

Grade noch auf 21% kommt die SPD im aktuellen ARD-Deutschlandtrend (Sonntagsfrage), das ist der schlechteste Wert aller Zeiten. Da es sehr lange her ist, dass ich die SPD mal gewählt habe, könnte man denken: Was solls! Was geht mich das an? Soll sie doch untergehen, sie hat es offenbar verdient.

Niedergang SPD IlluDem ist aber nicht so: Ich bedauere den Niedergang der SPD und befürchte weitere Verschlimmerungen auf vielen Ebenen, wenn das so weiter geht. Die SPD besteht ja nicht nur aus ihrem jeweilig sichtbaren politischen Personal, sondern durchzieht in vielerlei Formen die Institutionen und sozial engagierten Initiativen hierzulande. Oft genug erlebte ich im Kontext meines über die Jahre wechselnden gesellschaftlichen Engagements die unterstützende und organisatorisch oft unverzichtbare Hilfe diverser SPD-Zusammenhänge, Abteilungen, Arbeitskreise, Initiativen und „SPD-naher“ Organisationen. Die Basis der SPD war oft ganz anders und viel fortschrittlicher unterwegs als man mit Blick auf den sichtbaren Teil in der „großen Politik“ hätte denken können – und hier und da ist das auch heute noch so. Weiter → (SPD: ein Tanker geht unter)

Claudia am 02. April 2016 — 0 Kommentare

Meine Surftipps zum Wochenende

Lesestoff zum Wochenende:

Im Wartebereich – eine krasse Beschreibung von Roberto De Lapuente, wie es hierzulande in einer Notaufnahme zugeht:

„Der Wartebereich war keine Zone, in der kranke Menschen sich darauf verständigten krank zu sein und den Wettbewerb bis auf weiteres einzustellen, man einigte sich dort nicht darauf, jetzt in einer Notsituation zu stecken, aus der man das Beste machen musste. Es war die Zone von Konkurrenten und Rivalen. Arbeitsunfall gegen Bruch, Bauchschmerzen wider die bösen Blicke von Leuten, die ihr Areal zu verteidigen schienen. Jeder war sich dort selbst der Nächste. Soll doch ein anderer leiden, daran kaputtgehen, solange ich nur schnell und effizient behandelt werde. Dass ich früh genug zurück bin, um noch gerade rechtzeitig zur Soap zurück zu sein, ist allemal wichtiger, als der Vorzug einer Person, die richtige gesundheitliche Probleme an der Grenze zum dauerhaften Schaden hat.“

Juli Zeh: Wir sind als Gesellschaft momentan leicht angeknackst.

„Mit „Unterleuten“ hat Juli Zeh ihren bislang umfangreichsten Roman geschrieben, die Geschichte eines Dorfes, das mit dem Wandel der Zeit, dem Kapitalismus, aber vor allem mit seinen Bewohnern zu kämpfen hat. Ein Gespräch über Stadtflucht, Rechtsradikalismus und die eigenen Dorf-Erfahrungen der 41-jährigen Autorin, die seit 2007 in einer 300-Seelen-Gemeinde in Brandenburg lebt.“

Sozialnationalismus, Querfront, AfD light: Zur Verlotterung des politischen Diskurses – Martin Höpner auf flassbeck-economics bricht eine Lanze für einen vernünftigeren Umgang miteinander.

„Die jüngsten Anschuldigungen gegen Sahra Wagenknecht, ihre Beiträge zur Flüchtlingsdebatte seien „AfD light“, markierten hierbei einen neuen Höhepunkt. Man sollte, so meine ich, diese Verrohung des Umgangs nicht kommentarlos hinnehmen und sich nicht an sie gewöhnen, sondern, wo immer möglich, einschreiten – im Namen einer produktiven, respektvollen und solidarischen Diskurskultur, die schwer zu errichten und leicht zu zerstören ist. Sie gilt es zu schützen, unabhängig davon, ob man den mit Nationalismusvorwürfen und Schlimmerem Traktierten in der konkreten Auseinandersetzung nun zustimmt oder nicht.“

„Bist du auch irgendwann weg?“ – Jochen König über Elternschaft, Väter und Mütter:

„71 % der im Rahmen einer jüngst vom WDR in Auftrag gegebenen Studie befragten Väter gaben an, durch die Übernahme der Vaterrolle auf nichts verzichten zu müssen. Sie haben trotz Kind genauso viel Zeit für Freunde, Hobbys, Sport und Engagement im Job wie vorher. Auf der anderen Seite wurde im Rahmen der Diskussion um regretting motherhood deutlich, dass Mütter nicht nur die ganzen Belastungen zu tragen haben. Darüber hinaus wird die Übernahme der gesamten mit dem Kind zusammenhängenden Sorgearbeit so selbstverständlich von Müttern erwartet, dass es für einige noch immer kaum vorstellbar ist, dass es Mütter gibt, die mit der Aufteilung eventuell nicht ganz glücklich sein könnten.“

Und noch was: diese Woche hat „das Internet“ endlich mal wieder ein freundliches Gesicht gezeigt, denn es gab in kurzer Zeit massenhaft Unterstützung und Spenden für den derzeit mittellosen, nicht krankenversicherten Claudius Holler, der sich nach seiner Krebsdiagnose mit einem Hilferuf an die Netzöffentlichkeit gewandt hatte (hier im Interview mit der TAZ). Sein Schicksal ist jedoch nicht einzigartig, sondern trifft viele Selbstständige, deren Einkommen plötzlich schwindet oder gar in den Nullbereich sackt.

Wie die Kassen Selbstständige betrügen

„Die gesetzlichen Krankenkassen setzen die Beiträge freiwillig versicherter Selbstständiger offenbar willkürlich fest. Diese gesetzlich sanktionierte Praxis treibt viele Betroffene in den wirtschaftlichen Ruin, manche finden nicht einmal mehr einen Arzt.“

Zum Mitmachen:

Die EU fragt nach deiner Meinung: Soll das Urheberrecht den öffentlichen Raum und deinen Nachrichtenkonsum im Netz einschränken dürfen?
Julia Reeda erklärt, worum es geht und wie die Panoramafreiheit und das Leistungsschutzrecht uns konkret betreffen.

Claudia am 31. März 2016 — 2 Kommentare

BE DEUTSCH! Böhmermann sagt, was Sache ist

Schon einmal hat Böhmermann tolle Sequenzen zum Thema „Deutsch“ gedreht, nämlich im Varoufakis-Video von Anfang 2015. Jetzt hat er nachgelegt, doch ist die Botschaft diesmal drastisch anders.

Mir gefällt’s! Ich bin lange schon der Meinung, dass man „deutsch“ nicht den Rechtsradikalen und Nationalisten überlassen soll. Zudem werden hier ALLE auf die Schippe genommen, seltsam, dass man das offenbar übersehen kann.

Update 1.4.:

Schon erstaunlich, was für Reaktionen das Video hervor ruft! Auf Youtube geht die Hetze ab, formuliert als Abgesang auf Europa & Deutschland, das sich an Horden von Flüchtlingen / Muslimen restlos verliere – und auf VICE nehmen sie das Video richtig ERNST und meinen, BE DEUTSCH sei „keine Lösung“. Weil es schließlich nicht ALLE Deutschen repräsentiere und der Song auf einen „Sündenstolz“ und „Kuschelnationalismus“ hinaus laufe… hach je, wie TYPISCH DEUTSCH!

Claudia am 26. März 2016 — 2 Kommentare

Blogs50plus – ein interessanter Knotenpunkt im Netz

Uschi Ronnenberg (www.ichtuwasichkann.de) und Maria Al-Mana (www.unruhewerk.de ) sind selbst über 50, sie bloggen und haben im Februar 2016 die Plattform www.blogs50plus.de gegründet. Ohne kommerzielle Hintergedanken. Einfach, weil sie finden, dass ältere Menschen noch viel zu selten mit ihrer eignen Stimme gehört werden, dass sie im Netz sichtbarer und besser auffindbar sein sollten.

Blogs50plus

Aktuell umfasst das Verzeichnis bereits 66 Blogs, geordnet in 28 Kategorien. Jedes angemeldete Blog kann in 5 der 28 Kategorien eingeordnet werden, die fast alle denkbaren Bereiche umfassen (mir fehlt allerdings die „Lebenskunst“: kondensierte Erfahrungen OHNE Coaching- oder Ratgeber-Anspruch). Die Blogs sind einerseits alphabetisch geordnet, andrerseits gibt es die Seite Blos50plus live mit den jeweils letzten neuen Artikeln – sehr praktisch!

Ein schöner neuer Knotenpunkt im Netz, den ich gewiss öfter aufsuchen werde!

Claudia am 25. März 2016 — 4 Kommentare

Karfreitag – von Twitter inspiriert

KarfreitagEs ist ruhig heute, unglaublich ruhig. Der „stille“ Feiertag und das miese Wetter schenken mir ruhige Stunden wie ich sie hier selten erlebe. Was tun? Ich MUSS nichts tun, wie schön! Also treibe ich mich ein wenig im Netz herum, auf den Spuren von #Karfreitag.

Ewige Wiederholung des Gleichen

Wie jedes Jahr an Karfreitag ist das #Tanzverbot der wiederkehrende Aufreger auf Twitter. Menschen, die vermutlich sonst eher selten das Tanzbein schwingen, demonstrieren ihren „zivilen Ungehorsam“ bzw. zumindest den Wunsch danach. Andere posten Bilder von Salamis, ihren heute extra Fleisch-lastigen Speiseplan, ihre Lust auf ein Steak – insgesamt ein etwas pubertär wirkendes „Aufbäumen“ gegen die per Tradition, Gesetz und Verordnung kolportierten Aspekte dieses christlichen Feiertags. Weiter → (Karfreitag – von Twitter inspiriert)

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