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Claudia am 24. Juli 2015

Wir stecken nicht im Körper, wir SIND der Körper!

Nadja, die in der Blogosphäre als „Erzaehlmirnix“ bekannt ist, hat im Frühjahr ihr E-Book Fettlogik überwindenFettlogik überwinden heraus gebracht, das sich zu einem Erfolg entwickelt, der vielen nicht wirklich passt. Sie beschreibt darin nämlich nicht nur ihren Weg von der 150-Kilo-Figur zum nie zuvor erlebten Normalgewicht von 63 Kilo, sondern entlarvt auch alle gängigen „Fettlogiken“ (z.B. den „Hungermodus“) als Illusionen: verzichtbarer Hirnballast, der nur vom Wesentlichen ablenkt: Jedes Pfund geht durch den Mund! (Auch ich nehme seitdem ab!)

In ihrem Blog rund um die Buchthemen zeigte Nadja bisher beeindruckende Vorher-Nachher-Bilder, die die Verwandlung zur schlanken, sportlichen Figur demonstrieren. Jedoch: „Es ist nicht alles Sonnenschein“ – ein neues Foto zeigt auch, dass sich Haut nicht überall gleich gut zurück bildet. „Unters Messer“ will sie dennoch nicht, sondern schreibt:

„Auf der anderen Seite kann ich trotzdem sagen, dass ich mich mittlerweile zum ersten Mal im Leben in meinem Körper wohl fühle. Unabhängig vom Äußeren. Das Körpergefühl gründet sich ja nicht (nur) darauf, wie andere Menschen einen sehen, sondern hauptsächlich darauf, wie es sich anfühlt, in dem Körper drin zu stecken.“

Gut, dass sie das so empfindet, denn heute scheinen ja viele ihr Befinden einzig von der Optik für Andere abhängig zu machen. Ein direkter Weg ins Unglück, denn jedes dem Ideal möglichst nahe Erscheinungsbild baut ja doch irgendwann ab – und wo bleibt dann das Selbstbewusstsein? weiter…

Claudia am 20. Juli 2015

Alte Freunde – Gold wert?

Vergesst Gold! Gold kann niemand essen, ist es doch auch nur eine Substanz, der Menschen in manchen Phasen ihrer ökonomischen Entwicklung einen Tauschwert unterstellen. Für das Funktionieren unserer technisierten und zunehmend digitalisieren Welt ist es vermutlich entbehrlicher als die sog. „seltenen Erden“!

Das voraus geschickt stelle ich mich in die Tradition der Bedeutung dieses Satzes. Alte Freunde SIND „Gold wert“!

Aber warum?

Weil es im Dialög mit ihnen keine automatenhaft „bösartige Lesart“ des jeweils Gesagten gibt. Man kennt sich ewig lange und hat keinen Grund, in irgend eine Form von Wettbewerb auszuarten – wofür auch? Man weiß um das viele Grau zwischen Schwarz und Weiss und ist lange darüber hinaus, in sich selbst oder im Gegenüber den „besseren Menschen“ zu sehen, sehen zu wollen oder gar zu müssen. Man tauscht sich jedoch offen aus über die Erfolge und Rückschläge auf dem Weg: dem zu sich selbst, zur Welt.

Claudia am 12. Juli 2015

#NichtMeinEuropa

Heute einfach mal ein Zitat, das mir aus der Seele spricht – vom Kiezneurotiker, der so gut „ranten“ kann wie keiner sonst:

„Ihr habt es geschafft, dass Europa mich anekelt. Ich finde den Umgang mit Anderen, mit Schwächeren, mit Minderheiten, anderslautenden Meinungen widerwärtig, es macht die Idee kaputt und führt sogar dazu, dass ich es schade finde, dass Helmut Kohl nicht mehr regiert. Sogar der hätte es besser gemacht. Jetzt noch würde er es besser machen.

Das Bild ist erbärmlich. In den Schaltzentralen sitzen die Technokraten. Das Sagen haben Technokraten. Die Mehrheit stellen Technokraten. Ihren Willen setzen durch: Technokraten. Die Presse jubelt hoch: Die Technokraten. Es geht um Exceltabellen, Nachkommastellen, Prozentsätze, mit denen sie die Armen be- und die Reichen entlasten wollen. Doch. Ja. Bitte. Nehmen Sie zur Kenntnis, was seit 2008 faktisch und nachweislich passiert. Und gehen Sie mir weg mit Ihrem anachronistischen Reflex. Denn mit Kommunismus hat das nichts zu tun. Europa rettet seit 2008 kontinuierlich die Spekulanten (und ich weigere mich, dieses Kroppzeug verbrämend Finanzindustrie zu nennen, es sind Spekulanten, denen sie finanzielle Massenvernichtungswaffen in die Hand gegeben haben). Und wenn die sich verspekulieren, dann retten sie die. Eine Heuschrecke nach der anderen. Und sie hören nicht mal damit auf, wenn das, was sie da tun, in den letzten kritischen Nischen des Öffentlich-Rechtlichen Fernsehens für jeden einsehbar dokumentiert wird. Sie machen einfach weiter.“

kiezneurotiker

Und noch eins:

„Das Europa 2015 ringt mir keinen Pathos mehr ab. Es steht nur noch für die Herrschaft der Buchhalter, für die Ablehnung demokratischer Instrumente wie Abstimmungen, für das Mobben legitimer Regierungen, das Europa 2015 steht für tausende ersoffene Flüchtlinge im Mittelmeer, Überwachung, Militarisierung, Freihandel zugunsten der globalisierten Konzerne, und ganz sicher steht es für furchtbar unsympathisches Personal, dem hoffentlich keiner von uns auch nur fünf Minuten seine Kinder anvertrauen würde.

Und es steht für Plünderung. Sie plündern Ihre Rentenkassen. Ihre Infrastruktur. Ihre Sozialkassen. Ihre Lebensversicherungen. Ihre Zukunft. Das, was sie damals in der Schule unser Gemeinwesen genannt haben. Das bauen sie ab. Das privatisieren sie. Das sourcen sie aus. Das wollen sie haben und verscheuern. Und davon sehen die Griechen, gegen die die Nebelkerzen geworfen werden, im Übrigen gar nichts. Das geht zu den Spekulanten, die inzwischen überall euphemistisch Geldgeber genannt werden als würde das etwas an dem ändern, was sie tun.

So ein Europäer will ich gar nicht sein. Sie haben mich angelogen. Es geht gar nicht um Menschenrechte. Europäische Familie. Nie wieder Krieg. Es geht um Profite. Und Disziplinierung. Dominanz. Und schon wieder sind es die Deutschen. Kann den Scheißjob nicht mal jemand anderes machen? Müssen immer wieder die Deutschen so bereitwillig die Rolle dessen einnehmen, den alle hassen weil er sich wie ein Arschloch aufführt? Muss das sein?“

***

Auch sehr lesenswert:

Sascha Lobos letzte Kolumne „Deutschlands Neonationalismus“:

„Die Stimmung im Netz ist vergiftet. Nun geht es mit Pickelhauben gegen die Griechen, mit Nazi-Slogans gegen Flüchtlinge. Die Politik biedert sich diesem Hass aufs Fremde an. Höchste Zeit für den Zorn der Zivilisierten!“

Claudia am 3. Juli 2015

Der Elephant im Zimmer, den niemand sehen will

In Griechenland bekommt derzeit jeder nur 60 Euro pro Tag an den Geldautomaten, Rentner müssen mit Raten von 125,- auskommen. Die Griechenland-Krise ist auf einem Höhepunkt, alle starren gebannt auf das Referendum, in Talkshows und Medien werden die komplexen Sachverhalte, die zu diesem Desaster geführt haben, mehr als ausgiebig diskutiert. Nur ein Thema wird gar nicht erwähnt: Inwiefern ist es eigentlich „normal“, bzw. DARF es normal sein, dass eine Staats- oder Bankenpleite EIGENES GELD der Menschen in Gefahr bringt?

Klar, wenn ein Staat pleite ist, kann er keine Zahlungen mehr leisten. Dass aber gleichzeitig die Geldversorgung über die Banken zu entfallen droht, ist nicht Schuld des Staates, sondern hängt mit der verrückten Konstruktion unseres Geld- und Bankensystems zusammen. Die Griechen sollen noch ca. 100 Milliarden eigenes Vermögen haben: Bankguthaben, Sparbücher etc. – Geld, das noch nicht ins Ausland gerettet wurde. Das droht nun den „Kapitalverkehrskontrollen“ zum Opfer zu fallen, ganz einfach weil die Banken pleite sind, die keine weiteren „Ela-Kredite“ mehr bekommen. Auch bei einem „Ja“ im Referendum ist es hochwahrscheinlich, dass den Griechen weiterhin der Zugriff auf ihr persönliches Vermögen verwehrt bleibt, denn es droht ja nun erst recht der „Abfluss“ dieses Geldes, wenn die Banken unbeschränkt wieder öffnen.

Wir alle haften mit

Warum regt sich darüber außer den Betroffenen niemand auf? Was hat ein Mensch mit normal erarbeitetem Sparguthaben mit dem Finanzkasino zu tun? Doch egentlich nichts! Dennoch haften wir mittlerweile alle für Bankenpleiten, denn nach einer 2013 verabschiedeten EU-Richtlinie, die schon weitgehend in nationale Gesetze umgesetzt wurde, haften Sparer noch vor Rettungsaktivitäten des „Rettungsschirms“. Lediglich der Einlagensicherungsfont schützt Vermögen bis 100.000 – aber davon spüren die Griechen grade gar nichts, das Geld wird einfach einbehalten mit ungewissem Ausgang (ob die einen Einlagensicherungsfont haben bzw. ob der ausreichend gefüllt ist, weiß ich nicht, bezweifle es aber).

Noch einmal: Was können einfache Bürger für das Finanzverhalten ihrer Regierungen, gar der Banken? Nichts! Zu sagen, man habe die Politiker, die all das zu verantworten haben, doch gewählt, ist kein Gegenargument. Denn wo hätten denn jemals Wähler über die Details des Finanzsystem entschieden? Dass die Banken nur minimales „Eigenkapital“ halten müssen und mit dem großen Rest der Einlagen machen dürfen, was sie wollen – hat das jemails irgend eine Bevölkerung der Welt gutgeheißen?

Demokratie schön und gut. Aber WER bestimmt, was man der demokratischen Beschlussfassung überlässt und was nicht?

Claudia am 25. Juni 2015

Vom Kalorien zählen – meine Erfahrung

Als ich das Buch Fettlogik überwinden der bekannten Bloggerin Erzaehlmirnix gelesen hatte, beschloss ich, abzunehmen. Anders als viele andere „Gewichtsbetroffene“ blicke ich nicht auf eine bewegte Diät-Karriere mit ihren Aufs und Abs zurück, sondern hab‘ mir um mein Gewicht keinen Kopf gemacht. Das war auch kein Problem, denn meist bewegte ich mich im Bereich normalgewichtig bis „leicht mollig“. Vom Magerwahn hab ich mich nie erfassen lassen, auch nicht, als ich begann, kontinuierlich zuzunehmen – ein typischer Effekt, wenn man die Ernährung in der Menopause nicht umstellt und damit fortfährt, wie gewohnt zu futtern. Das Zunehmen wurde auch nicht dadurch entschärft, dass ich zeitweise engagiert vegan kochte, also sogar Milch, Butter, Quark und Joghurt aus dem Speisplan strich. (Eine „richtige“ Veganerin/Vegetarierin bin ich nicht geworden, denn Fisch konnte ich letztlich nicht dauerhaft lassen).

Übergewicht belastet, zunehmend

Kurzum: Mein Gewicht erreichte dieses Jahr über 86 Kilo bei 1,65 Körpergröße – und langsam spürte ich die Belastung, die das mit sich bringt. Dennoch dachte ich noch immer nicht ernsthaft ans Abnehmen, denn die Aussicht, mich mit dem „Zirkus“ der verschiedenen Ernährungslehren und all den vielen Methoden auseinander zu setzen, die in Sachen Abnehmen durch die Info-Welten geistern, schreckte mich massiv ab. Niemals Bananen, fünf Mahlzeiten am Tag, nicht nach 18 Uhr, nur kleine Mahlzeiten, 4 Stunden Pause nach dem Essen, weniger Fett, keine Kohlehydrate aber viel Fett – nö, auf all das und noch viel mehr hatte ich nicht die geringste Lust! weiter…

Claudia am 23. Juni 2015

Gewalt und Geschlecht

Vorausgeschickt: Ja, unter Feministinnen gibt es Männer Hassende – genauso wie es unter Männerrechtlern Frauen Hassende gibt. Verletzte Seelen, auf beiden Seiten.

Was aber die Gewalt angeht, so ist es halt doch so, dass eher junge Frauen sich fürchten, wenn ihnen junge, angetrunkene Männer entgegen kommen, einzeln oder zu mehreren… wogegen Männer sich nicht mal vorstellen können, wie es ist, mit so einer Belastung im Blick aufs andere Geschlecht zu leben. weiter…