Claudia am 17. September 2018 — 5 Kommentare

Gegen den Feminismus der Schwäche – Flaßpöhler bei PRECHT

Ein großartiges Gespräch über „Die Zukunft von Mann und Frau“ lief gestern im ZDF in der Reihe „PRECHT“. Die Philosophin Svenja Flaßpöhler hat sich zur Geschlechterdebatte in einer Weise positioniert, die mir aus der Seele spricht. Schaut es euch doch mal an:

In einer unaufgeregten, aber dennoch engagierten Weise kommen wichtige Streitthemen und kulturelle Entwicklungen der letzten Jahrzehnte zur Sprache: Geschlechtsunterschiede, die Rolle der „Leiblichkeit“, Dekonstruktion / Judith Butler, #Metoo, Abkopplung der Sexualität von der Partnerschaft (Reproduktionstechnik, Cybersex, externe Gebärmütter?), Kapitalismus, Zukunft der Zweierbeziehung, neue Lebensformen und viele mehr. Weiter → (Gegen den Feminismus der Schwäche – Flaßpöhler bei PRECHT)

Claudia am 15. September 2018 — 4 Kommentare

Eine Woche krank – und eine Geschichte vom Abnehmen

Eine so lange Auszeit hatte ich lange nicht! Nicht mal im Urlaub, denn wer hängt schon den ganzen Urlaub auf dem Bett ab?

Nun ja, seit zwei Tagen bin ich auch wieder ein bisschen am PC, aber nie lange und ohne zu arbeiten. Es war ein Pilzgericht, dass mich flach legte: einfache kleine Champignons, die ich blöderweise nicht im Kühlschrank gelagert hatte, in der Meinung: es gibt ja auch Trockenpilze, was soll schon sein?

Weit gefehlt! Champignons bestehen im wesentlichen aus Eiweiß und Wasser. Sie denaturieren also eher wie Fleisch, nicht wie Pflanzen – und bilden somit auch die entsprechenden Gifte, wenn man sie nicht schnell trocknet. Man bekommt also keine „Pilzvergigtung“, sondern eine klassische Lebensmittelvergiftung mit allem drum und dran.

Die erste drei Tage waren übel, Magengrimmen, Fieber, verrückt spielende Verdauung – und natürlich vollständige Appetitlosigkeit. Dann ging es ganz langsam wieder besser und heute fühl‘ ich mich soweit ok, nur eben ziemlich schwach wegen des Fitnessverlustes durch das viele Liegen.

„Nachteil ist Vorteil“ – Cioran

Der Vorteil, bzw. Krankheitsgewinn: ich habe fast drei Kilo abgenommen! Und noch immer keinen Appetit. Der Magen ist geschrumpft, es wird also ein Leichtes sein, nicht mehr solche Mengen zu verzehren, wie sie für mich normal geworden waren. Das ist die Wende, die ich mir seit langem gewünscht hatte, ohne sie wirklich zu schaffen. Stammleser erinnern sich: 2017 hatte ich – inspiriert durch das tolle Buch „Fettlogik überwinden“ (verdienter Werbelink) – mittels Kalorien zählen über 12 Kilo abgenommen und wog am Ende „nur“ noch 71 Kilo. Zwar hatte ich dafür fast ein Jahr gebraucht, also keineswegs schnell und ungesund abgenommen, aber dennoch war nun auf einmal Schluss. Das Zählen und die Beschränkung meines Speiseplans auf „gemäßigtes Low Carb“ ging mir derart auf die Nerven, dass ich es nicht schaffte, weiter zu machen. Gelüste nach alledem, was ich mir kaum noch gegönnt hatte, unterminierten jeden Ansatz eines „weiter so“ – also gab ich auf und begann, wieder zu essen worauf ich Lust hatte. Und Lust hatte ich jetzt vor allem auf traditionelle Gerichte, die lange nicht auf meinem Speiseplan standen. Es wundert nicht, dass ich nicht mal ein Jahr brauchte, um  alles wieder zuzunehmen.

Nun werden mir die Kundigen sagen: Ist doch klar, du sollst dir doch nichts verbieten, sondern „ausgewogen und abwechslungsreich“ essen! Ja sicher, das hatte ich 2017 auch noch selbst verkündet:

„Ich konnte erst abnehmen, nachdem ich mir erlaubt hatte, alle anderen Erkenntnisse und Meinungen übers gesunde, angesagte, einzig richtige Essen zu ignorieren. Natürlich lebe ich nicht von klassischen Dickmachern, aber wenn es mich extrem nach etwas Derartigem verlangt, plane ich das halt ein und gleiche es an anderer Stelle wieder aus. Anything goes, Heureka!“

Allerdings: mit einer Miniportion Tortellini muss ich gar nicht erst anfangen, eine Pizza hat mindestens 800 Kalorien und schon ein einfaches Käsebrötchen bringt es auf über 300. Mit einem „klassischen Abendessen“ wie früher hätte ich mein Abnehm-Tagesbudget fast verbraucht. Wenn man das weiß, lässt man es am Ende lieber ganz, um nicht ständig „halb zufrieden“ zu sein und ans Ausgleichen denken zu müssen. Zudem bin ich gut belehrt, was „gesund“ bedeutet: Gemüse, Salat, Obst, Nüsse, hochwertige Öle – wenn ich zu alledem, worauf ich Gelüste habe, noch ständig „das Gesunde“ dazu esse, ist Zunehmen wirklich kein Wunder!

Eitelkeit

Wäre es allein ums Essen gegangen, hätte ich es trotzdem geschafft, mein Gewicht wenigstens zu halten. Wenn nicht sogar weiter abzunehmen bis zum Normalgewicht, von dem mich nur noch wenige Kilo trennten. Denn dem Nachteil des kontrollierten Essens standen ja massive Vorteile gegenüber: 12 Kilo weniger sind eine deutlich geringere Last! Das spürt man beim Bewegen, Laufen, Treppen steigen und an den Klamotten. Yoga ging leichter, ich neigte weniger dazu, „sitzen zu bleiben“ – insgesamt eine tolle Entwicklung, die ich durchaus schätzte.

ABER: So ab 73 Kilo abwärts wurde ich deutlich knittriger! Besonders im Gesicht wurde das Alter verstärkt sichtbar. Dass mich das so schockte, hat mich selbst überrascht, denn eigentlich war ich der Meinung, ein gelassenes Verhältnis zum natürlichen Altern zu haben. Nun musste ich erkennen: ich bin doch noch verdammt eitel und am Ende lieber prall als faltig!

Gibt es also überhaupt eine Chance, dass ich diese „Wende“ nun auch als solche nutze? Ich hoffe, ja. Denn immerhin hatte ich ein Jahr Zeit, mich mit dieser Erkenntnis über mich selbst zu befassen. Die Ängste zu hinterfragen, mit dem – deutlich jüngeren – Liebsten darüber zu reden, der meint, es sei nicht wichtig, wie knittrig ich gerade sei. Wegen der Optik war sowieso noch nie ein Mann lange mit mir zusammen, das weiß ich sicher. Und kenne es selbst so, dass man bei langjährigen Nächsten gar nicht so genau hin sieht, kleine Veränderungen im Lauf der Zeit praktisch nicht wahrnimmt – und wenn doch, die Liebe darunter jedenfalls nicht leidet.

Es ist also nicht wirklich die Angst, für die liebsten Freunde nicht mehr „schön genug“ zu sein. Im vorgerückten Alter „60plus“ wäre das auch ziemlich absurd! Es ist die massive Abwertung jeglicher Abweichungen von der „Normschönheit“, die in unserer Gesellschaft kolportiert wird, einschließlich sämtlicher Zeichen natürlicher Alterung. Und jener Teil in mir, der diese Abwehr teilt: Wer sieht schon gerne den eigenen Verfall täglich im Spiegel?

Öfter versuchen!

Man schafft nicht immer alles Schwierige gleich beim ersten Mal. Doch bin ich guter Dinge, nicht mehr so geschockt zu sein, sollte es mir gelingen, noch ein paar Kilo mehr abzuwerfen. Gesundheitlich werden auch immer mehr Vorteile bekannt, wenn man es schafft, im Alter weniger zu essen. Denn zu viele Nährstoffe überlasten das Immunsystem, das im Alter nicht mehr so gut damit zurecht kommt und deshalb zu Autoimmunreaktionen neigt. Ein geschrumpfter Magen ist jedenfalls die beste Voraussetzung dafür, das Vernünftige auch umzusetzen und weitgehend leidfrei weniger zu essen.

Das werde ich jetzt einfach mal machen!

Claudia am 08. September 2018 — 5 Kommentare

Vom Können und Müssen

„Zum ersten Mal in meinem Leben muss ich nichts, ich kann. Im Grunde genommen bin ich zum ersten Mal frei.“

Die das sagt, ist Kristina Vogel, die Radsportlerin, die seit einem Trainingsunfall im Juni querschnittsgelähmt ist. (Quelle: WAZ) Sie hat insoweit Glück im Unglück, als sie ihre Arme noch bewegen kann – aber trotzdem: Dieser krasse Satz sagt viel über ihr bisheriges Leben! Weiter → (Vom Können und Müssen)

Claudia am 05. September 2018 — 0 Kommentare

Kommt am 13.Oktober nach Berlin zur Großdemo #unteilbar !

Das ist die Demo, die ich mir fest vorgenommen habe, auch wenn ich sonst nicht mehr zu Demos gehe. Genauso wenig wie in Clubs, zu Festivals und sonstigen lauten Massenveranstaltungen. Zu alt, zu bequem, zu wenig fit, zu anderweitig beschäftigt…. Ich fühl mich nicht mehr wirklich in der Pflicht, überall dabei zu sein. Auch nicht da, wo ich es politisch für richtig halte.

DEMNÄCHST ABER – und nicht erst wegen #Chemnitz – werde ich das Sofa (Maas!) bzw. in meinem Fall den Platz vor dem PC und auf dem Gartenstuhl verlassen und mitgehen. Nämlich zur – hoffentlich wirklich großen – Demo am 13.Oktober in Berlin:

#unteilbar
Für eine offene und freie Gesellschaft – Solidarität statt Ausgrenzung!

Grafik Unteilbar

Aus dem Aufruf:

Es findet eine dramatische politische Verschiebung statt: Rassismus und Menschenverachtung werden gesellschaftsfähig. Was gestern noch undenkbar war und als unsagbar galt, ist kurz darauf Realität. Humanität und Menschenrechte, Religionsfreiheit und Rechtsstaat werden offen angegriffen. Es ist ein Angriff, der uns allen gilt.

Wir lassen nicht zu, dass Sozialstaat, Flucht und Migration gegeneinander ausgespielt werden. Wir halten dagegen, wenn Grund- und Freiheitsrechte weiter eingeschränkt werden sollen.

Das Sterben von Menschen auf der Flucht nach Europa darf nicht Teil unserer Normalität werden. Europa ist von einer nationalistischen Stimmung der Entsolidarisierung und Ausgrenzung erfasst. Kritik an diesen unmenschlichen Verhältnissen wird gezielt als realitätsfremd diffamiert.

Während der Staat sogenannte Sicherheitsgesetze verschärft, die Überwachung ausbaut und so Stärke markiert, ist das Sozialsystem von Schwäche gekennzeichnet: Millionen leiden darunter, dass viel zu wenig investiert wird, etwa in Pflege, Gesundheit, Kinderbetreuung und Bildung. Unzählige Menschen werden jährlich aus ihren Wohnungen vertrieben. Die Umverteilung von unten nach oben wurde seit der Agenda 2010 massiv vorangetrieben. Steuerlich begünstigte Milliardengewinne der Wirtschaft stehen einem der größten Niedriglohnsektoren Europas und der Verarmung benachteiligter Menschen gegenüber.

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Hier eine Liste der Erstunterzeichner – Organisationen und Promis.

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Zum Glück ist der Aufruf so allgemein gehalten, dass sich hoffentlich viele zum Mitdemonstrieren veranlasst sehen können. Ich werde jedenfalls hingehen – es ist übrigens ein Samstag, also könnt Ihr das doch gut mit einem Wochenende in Berlin verbinden!

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