Thema: Weltgeschehen

Claudia am 30. Oktober 2008 — 5 Kommentare

Schamlose Gier

In seinem appellatorisch überschriebenen Artikel Gemeinsam agieren statt allein reagieren reflektiert „Thinkabout“ über die Gier nach MEHR als Phänomen in jedem Einzelnen, die sich in den letzten 15 Jahren zum beherrschenden gesellschaftlichen Trend etabliert hat: weniger Solidarität, weniger Gemeinschaft, dafür mehr individuelle Freiheit und Selbstverwirklichung – und alle (bzw. die allermeisten) waren damit einverstanden. Denn der Maßlosigkeit der Mächtigen, sagt Thinkabout, entspräche im Gefühl der Individuen „dass es auch für einen selbst ein bisschen mehr sein darf”, und führt dann eine Reihe von Beispielen an, denen kaum zu widersprechen ist. Weiter → (Schamlose Gier)

Diesem Blog per E-Mail folgen… (-> Sidebar)

Claudia am 27. Oktober 2008 — 16 Kommentare

Sieben Gründe, die Finanzkrise zu mögen

  1. Anders als sonst hat die Welt auf einmal ein gemeinsames Thema: die Finanzkrise lässt niemanden unberührt, auch wenn noch keine Folgen im persönlichen Leben spürbar sind. Man spricht mehr miteinander – das gilt für Staaten genauso wie für Personen, am Arbeitsplatz und auch ganz privat. Es ist wie an der Bushaltestelle: wenn der Bus ausfällt, beginnen die Wartenden miteinander zu reden.
  2. Die Finanzkrise ist lehrreich und lässt viele aus ihrer interesselosen Lethargie erwachen: auf einmal ist es spannend, zu lesen, wie die Finanzwelt verfasst ist und was da alles statt findet – und man kommt aus dem Staunen nicht heraus!
  3. Die neoliberale Ideologie und ihre Meinungsführerschaft in den letzten 15 Jahren ist am Ende. Wer jetzt noch „mehr Kapitalismus wagen“ will, macht sich lächerlich. Mit dem reuevollen Auftritt von Alex Greenspan ist vergangene Woche der letzte wichtige Apostel „vom Glauben abgefallen“.
  4. Das „Heuschrecken-Geschäft“ ist zum Erliegen gekommen, da es nicht mehr möglich ist, mit billigem Geld auf Pump Firmen zu kaufen, um sie dann auszuschlachten bzw. im Sinne des „Shareholder Value“ (und sonst nichts!) neu zu formieren.
  5. Auf einmal wird sichtbar, wie schnell und effektiv Politik agieren kann, wenns brennt! Die Bereitschaft der Regierten, ein „geht nicht“ oder „viel zu teuer / nicht finanzierbar“ einfach so hinzunehmen, schwindet.
  6. Es gibt keine „heiligen Kühe“ mehr, über alles kann wieder ganz grundsätzlich diskutiert werden – sogar über die „Systemfrage“.
  7. Die Verwundbarkeit unseres Wohlstands und unserer arbeitsteiligen, weitgehend von außen und dem „Rest der Welt“ abhängigen Lebensweise wird deutlich: wir können uns nicht mehr so einfach abwenden und sagen, das Elend anderer gehe uns nichts an.

Wer mag, kann die Aufzählung in den Kommentaren fortsetzen!

Diesem Blog per E-Mail folgen… (-> Sidebar)

Claudia am 22. Oktober 2008 — 14 Kommentare

Annäherungen an persönliche Verantwortung

Was bedeutet für dich Verantwortung? Die Frage stellt Frank vom Feel-better-Blog in Form einer „Blogparade“, zu der ich gerne ein paar Gedanken beitrage.

Sinnt man auch nur ein wenig über „Verantwortung“ nach, nimmt das Thema gleich Dimensionen an, die Stoff für ein halbes Jahr bloggen abgäben, mindestens. Da hilft nur, ganz eng am Persönlichen entlang zu schreiben: was heißt FÜR MICH Verantwortung? Wo bin ich verantwortlich und wo nicht? Weiter → (Annäherungen an persönliche Verantwortung)

Diesem Blog per E-Mail folgen… (-> Sidebar)

Claudia am 16. Oktober 2008 — 20 Kommentare

Angst

Erst hatten alle Angst, dass das Finanzsystem zusammen brechen werde. Kaum scheint diese Gefahr aufgrund vielfältiger Rettungsaktivitäten für den Moment gebannt, ist es die Angst vor der Rezession, die „die Märkte nach unten zieht“. Die Menschen halten ihr Geld zusammen und stellen luxuriöse Anschaffungen zurück, selbst bei den konsumfreudigen Amerikanern sitzen die Kreditkarten nicht mehr so locker. Ein Verhalten, das offensichtlich als weltuntergangsverdächtig bewertet wird, dabei ist es doch nur vernünftig, oder etwa nicht? Weiter → (Angst)

Diesem Blog per E-Mail folgen… (-> Sidebar)

Claudia am 12. Oktober 2008 — 2 Kommentare

Medienlese zur Finanzkrise: Wer ist schuld?

Hier ein paar bemerkenswerte Artikel zur Lage:

  • Was wird morgen sein?
    …fragt Franz Schirrmacher im FAZ.net und führt aus, wie die Finanzkrise, die sich gerade zur allgemeinen Wirtschaftskrise auswächst, das Denken verändert. Seine Startfrage lautet: „Wie konnten die Manager der Bank noch so tun, als sei nichts, obwohl ihnen seit Monaten bekannt war, dass ihr Geschäftsmodell in die Luft fliegen würde? Die Antwort lautet: Lehman dachte, dass ein Zusammenbruch alle anderen auch treffen und sich auf sehr viele Leute verteilen werde; folglich werde der Staat einschreiten müssen.“
    Schirrmachers weitere Ausführungen zur Ursache der Katastrophe münden in die Erkenntnis, dass es „isolierte Eliten“ sind, die nicht vor den zerstörerischen Auswirkungen ihrer unverantwortlichen Handlungen zurück schrecken, da sie von den Folgen nicht betroffen sind (sprich: ihre Schäfchen im Trockenen haben und in ihren „geschützten Wohnvierteln“ hübsch eingebunkert bestens leben können, auch wenn „da draußen“ das Elend herrscht). Sehr lesenswert sind auch die Kommentare zu diesem Artike!
  • Weiter → (Medienlese zur Finanzkrise: Wer ist schuld?)

Diesem Blog per E-Mail folgen… (-> Sidebar)

Claudia am 10. Oktober 2008 — 6 Kommentare

Finanzkrise, Klimakatastrophe, Vogelgrippe…

…fehlt noch was?? Ja, mich beutelt eine heftige Erkältung, die mir den krassen Unterschied zwischen wirklich fiesem Befinden und diffusen mentalen Ängsten deutlich macht. Zum Glück spüre ich schon am dritten Tag den Weg der Besserung, wogegen die Welt der Wirtschaft & Finanzen sich in Erwartungen des Niedergangs suhlt: da werden 30% weniger Autos gekauft und schon herrscht Untergangsstimmung. Weiter → (Finanzkrise, Klimakatastrophe, Vogelgrippe…)

Diesem Blog per E-Mail folgen… (-> Sidebar)

Claudia am 30. September 2008 — 11 Kommentare

Drei Stimmen zur Finanzkrise

Aus aktuellem Anlass hier ein paar bemerkenswerte Artikel zur Lage:

  • FAZNet: Wege aus dem Desaster: „Doch werden sich die Anleger auch daran gewöhnen müssen, dass in freien Märkten die Krise kein Unfall, sondern selbst ein wichtiges Regulierungsmittel ist. Wer Krisen in Zukunft ganz verhindern will, tut dies um den Preis der wirtschaftlichen Freiheit. Dies stünde in völligem Widerspruch zu einem Zusammenwachsen der Weltwirtschaft und der vielen neuen Freiheiten, die damit für die Bürger verbunden sind.“ Meine Frage: Welche „vielen neuen Freiheiten“ sind denn das, bzw. WELCHE BÜRGER sind hier gemeint?
  • Joachim Jahnke: Von der neoliberalen Globalisierung zur Weltwirtschaftskrise II – Eine komplette Analyse von Entstehungsgründen und Ausmaß der globalen Krise mit 45 Schaubildern.
  • WOZ (Schweiz): Noch zuckt er – „Der Kapitalismus steht nackt. Schauen wir hin!“ Im Unterschied zu den derzeit florierenden „untergangsgeilen“ Katastrophenbeschwörern ist das immerhin ein recht nachdenklich gehaltener Artikel.

Was würde eigentlich geschehen, wenn „Verbraucher“ (ja, auch die Amerikaner!) und Unternehmen wieder dahin kämen, sich erst dann etwas Neues zuzulegen, wenn das Geld dazu vorhanden ist? Warum nicht Investitionen AUS GEWINNEN finanzieren anstatt ständig Kredite aufzunehmen? Krisen wie diese könnte es dann gar nicht geben.

Diesem Blog per E-Mail folgen… (-> Sidebar)

Neuere Einträge — Ältere Einträge