Thema: Weltgeschehen

Claudia am 09. April 2020 — 7 Kommentare

Für Augen und Ohren: Mehr als Corona-Songs

Mit dem „mehr als“ fang‘ ich an. Beim Aktualisieren meiner Playlist mit Corona-Songs bin ich über weitere von Youtube angebotene Videos beim Bauchtanz gelandet. Ich sehe gerne gute Bauchtanz-Videos und bin immer wieder fasziniert: von der Körperbeherrschung, den vielfältigen Bewegungen, den fetzigen Ryhtmen und der ungebrochenen Lebensfreude, die durchaus ansteckend ist.

Wenn zudem klassische Formen mit anderen Tanztraditionen und moderner Musik fusioniert werden, so dass ein echtes Gesamtkunstwerk dabei heraus kommt, dann bin ich hin und weg!
Zum Beispiel von Yana Kremneva, wie sie auf dem „Shemakhinskaya Bayaderka Festival“ 2016 in Moskau tanzt:

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Claudia am 07. April 2020 —

Lock-Down: Wie kommen wir da wieder raus?

Es ist nie zu früh, um über etwas nachzudenken, was mit Sicherheit kommen wird bzw. kommen muss: Die Rücknahme der Maßnahmen gegen die Verbreitung des Corona-Virus. Natürlich nicht sofort, sondern unter bestimmten Umständen. Und auch nicht alle auf einmal, sondern punktuell, nach und nach, mit besonderen, evtl. auch neuen Schutzvorkehrungen.

Der Artikel „Deutschland sucht die beste Exit-Strategie“ auf Web.de fasst die derzeitigen Vorstellungen verschiedener Akteure zusammen:

  • BMI: Nach Lockdown deutlich mehr testen, 200.000 Tests pro Tag, sowie Kontaktermittlung auch mittels „“Location Tracking“.
  • Kanzleramtschef Braun: freiwillige Handy-App ist Teil der Exit-Strategie der Bundesregierung. Zudem mehr Intensivbetten und mehr Personal für die Gesundheitsämter als Vorraussetzung der Lockerungen.
  • Drosten: evtl.App (müssen aber 60% nutzen), Schnelltests, spezifischere Maßnahmen,
  • Kekulé: flächendeckende Tests, Verbot von Massenveranstaltungen, Mundschutz-Pflicht, besonderer Schutz der Risikogruppen.

Auch die Vorschläge von Wirtschaftsecperten und Empfehlungen des Ethikrats sind enthalten. Letzterer ist neulich schon häufig zitiert worden mit dem Statement:

„Dem Schutz menschlichen Lebens dürften nicht „alle anderen Freiheits- und Partizipationsrechte sowie Wirtschafts-, Sozial- und Kulturrechte bedingungslos untergeordnet werden“. Auch müsse der Öffentlichkeit erläutert werden, „wie und unter welchen Voraussetzungen Wege zurück in einen Zustand der ‚Normalität‘ beschritten werden können“.

Gelockert werden soll laut Ethikrat. wenn

  • dauerhaft statistisch betrachtet eine infektiöse Person weniger als eine andere Person ansteckt.
  • diese innerhalb eines gesetzten Zeitraums mit Blick auf epidemiologische Prognosen eine Überlastung des Gesundheitssystems nicht verhindern können oder „andere gesundheitliche, wirtschaftliche und psychosoziale Schäden (überwiegen)“.

Das erste Kritierium ist schon bald erfüllt. Das zweite wird schwer einzuschätzen sein.

Die Idee, Risikogruppen „besonders zu schützen“ wird maximal in Heimen und Krankenhäusern möglich sein – und auch dort nicht allzu lange. Es sind einfach zu viele, ca. ein Drittel der Bevölkerung ist auf die eine oder andere Art „Risikogruppe“.

Wenn die Kapazitäten in den Krankenhäusern gut ausreichen, um mehr Risiko-Patienten zu behandeln, sinkt aus meiner Sicht die Legitimität jeder weiteren Sonderbehandlung.

Der individuelle Ansatz

Unter der provozierenden Überschrift
Lockdown ja – aber nur für Gefährder! findet man die Vorstellungen des Gastautors Martin Schallbruch, stellv. Direktor einer privaten Mangaementhochschule in Berlin und Ex-Abteilungsleiter für Digitalisierung im Bundesministerium des Innern:

„Wer keine Gefahr darstellt, darf nicht weiter beschränkt werden, um die Risiken für die Wirtschaft so klein wie möglich zu halten. Eine solche Differenzierung braucht eine Abkehr von den Kollektivmaßnahmen und ein Hinwenden zu individuellen Maßnahmen.“

Das bedeutet dann, dass nur Menschen

  • mit Mundschutzmaske
  • und/oder mit App
  • oder mit Nachweise einer überstandenen Corona-Infektion

sich frei bewegen dürfen, alle anderen bleiben im „Lock Down“. Es handele sich um „Auflagen“, meint Schallbruch, deren Einhaltung auch kontrolliert werden müsste.

Welches Vorgehen wäre Euch am liebsten? Welches besonders ablehnenswert? Auch andere „Wege aus dem Lock Down“ gerne in den Kommentaren ergänzen!

Claudia am 04. April 2020 — 5 Kommentare

Wunderschön!

Ein Blick nach draußen, ein sehr naher Blick:

Und noch näher, viel näher:

Claudia am 30. März 2020 —

Corona: zu den laufenden Entwicklungen

Das ist kein „richtiger“ Blogpost, sondern nur eine Plattform, um die aktuellen Entwicklungen zu besprechen. Unter „Was von alledem wird bleiben? 10 Fragen“ sind es jetzt schon 87 Kommentare, deshalb lade ich ein, das Gespräch hier fortzusetzen. Ein sehr langer Kommentarthread macht es für manche Mitlesenden schwierig, noch etwas dazu zu sagen, weil der Eindruck sich aufdrängt, man müsse erst alles nachlesen.

Die aktuelle Lage am 30.März 2020

  • Deutschland: 62435 Infizierte, 541 Todesfälle
  • Italien: 97689 Infizierte, 10779 Todesfälle
  • Spanien: 80.110 Infizierte, 6803 Todesfälle
  • weltweit: 734.833 Infizierte, 34.819 Todesfälle

Diskutiert werden derzeit vielerorts (und auch hier)

  • die Fragen rund um den Ausstieg aus den Einschränkungen und das Wieder-Anlaufen der Wirtschaft
  • die Folgen des „Lockdown“: wirtschaftlich, psychisch, gesellschaftlich und individuell
  • ethische Fragen rund um die Versorgung der Erkrankten und den Schutz von Risikogruppen
  • grundsätzliche Überlegungen, wie die „Welt danach“ aussehen wird.

Lasst uns also den Austausch über all das (und was Euch sonst noch zu Corona einfällt) hier fortsetzen. Unterschiedliche Meinungen sind explizit erwünscht, solange Reden und Gegenreden in gewohnt argumentativer und respektvoller Form erfolgen. Man kann und soll alles besprechen, ich denke nicht, dass es etwas bringt, Gedanken zu tabuisieren, die den Leuten nun mal kommen.

***

Update: Lesestoff zur Anregung:

Wolf Schneider hat auf Connection.de einen recht umfangreichen Artikel über „Die Krise“ verfasst, der sowohl dem Mainstream als auch der vielfältigen Kritik und völlig anderen Analysen Raum gibt und viele Links dazu enthält. Zitat:

„Die Pandemie hat unübersehbar auch einen hysterischen Anteil. Den sollten wir vermeiden. Es freut mich, dass »die Wissenschaft« gegenüber Verschwörungstheorien und esoterischen Hokuspokus durch die Corona-Krise gerade im Aufwind ist – wer weiß, wie lange noch. Was mich daran besorgt, ist allerdings der Glaube vieler dieser Wissenschaftler, dass es zu ihrer Sicht gar keine Alternative gäbe. Jeder Mainstream ist immer auch eine massenhypnotische Veranstaltung, gesteuert von den jeweils gerade geltenden Narrativen. Das gilt auch für den wissenschaftlichen Mainstream, der ebenfalls Narrative gestaltet und Narrativen folgt – und auch Statistiken sind Narrative, die man so oder so gestalten kann, da gibt es große Freiheitsräume für kreative Geister, ohne dass man lügen müsste. Wir sollten nie zu einer Schafherde von brav folgenden Gläubigen werden, die Abweichler verachten und ausgrenzen. Obrikeitsdenken tut der Demokratie nicht gut, und unserer Gesundheit und der Wissenschaft auch nicht.“

Trotzdessen folgt Wolf, genau wie ich, im persönlichen Alltag den erlassenen Regeln – in der Überzeugung, dass das derzeit vernünftig ist.

***

Und weiter:

Wenn mir mein lieber alter Freund extra eine SMS schickt, um mir einen Artikel anzuempfehlen, dann ist das in jedem dieser seltenen Fälle ein sehr sehr lesenswerter. In diesem Fall eine großformatige Betrachtung verschiedener „Narrative“, die gerade virulent sind bzw. werden: religiöse, mythologische, politische – auf dem Hintergrund der Weltgefahrengemeinschaft, die wir durch die Globalisierung geworden sind. Ein Essay von Thomas Assheuer in auf ZEIT ONLINE:

Pandemien: Die Heimsuchung

„Schon immer haben Seuchen die kulturelle Fantasie angesteckt. Der Verdacht lautet: Die Zivilisation habe es nicht anders verdient. Wie zynisch.“

***

Vegleichsweise schnell zu lesen sind die spannenden Überlegungen zum „Danach“, die der Soziolige Phillip Staab anstellt:

Corona-Krise: „Wir haben uns als Kantianer geoutet: Jedes Leben zählt“

„Was wird aus dem Staat? Wir schlagen ja gegenwärtig Pfade ein, die man als Staat nicht einfach wieder verlassen kann. Lange Zeit waren wir auf dem kollektiven Pfad des Wirtschaftswachstums als höchstem Ziel staatlichen Handelns unterwegs. Damit haben wir gebrochen. Plötzlich wird die Gesundheit großer Minderheiten, die zum Wachstum nicht mal viel beitragen, höher bewertet als dieses Ziel. Wir haben uns als Kantianer geoutet: Jedes Leben zählt.“

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