Seit letzten Freitag läuft nun der IRAN-Krieg, seit gestern ist die Straße von Hormus gesperrt, arabische Anrainerstaaten wurden ebenfalls angegriffen, tausende Reisende sitzen in Dubai fest – aber niemand bloggt darüber.
Niemand? Nein! Ein unbeugsamer Blogger wagt es, seine Gedanken und Gefühle rauszulassen und trotzt mutig der Gefahr, falsch verstanden, vereinnahmt, böse kritisiert oder dummdreist getrollt zu werden: Henning Uhle schreibt in Welt in Flammen: Was mir Sorgen macht:
„Ich will einfach nicht, dass die Schreckensnachrichten mein Leben bestimmen. Deshalb lasse ich auch so wenig davon hier im Blog von mir hören. Aber jetzt musste ich einfach mal etwas den Druck aus dem Kessel lassen, mir platzt ja sonst der Schädel.
Ich weiß nach wie vor nicht, wie ich diese Situation bewerten soll. Ja, die Mullahs gehören weg. Ob es der richtige Weg ist, sie weg zu bomben, kann ich nicht beurteilen. Und ich will es auch nicht. Und ob der Verrückte im Weißen Haus die richtige Person ist, das zu bewerten, oder der Irre in Israel, mögen andere beurteilen. Ich bin mir halt sicher, dass wir ganz knapp vor einem echten Bündnisfall der NATO sind. Der zweite nach dem 11. September 2001. Und da habe ich ehrlich gesagt Schiss. „
Bündnisfall? Den sehe ich nicht kommen, der gilt doch nur, wenn ein NATO-Staat angegriffen wird, nicht wenn er selbst angreift, oder? Mich beunruhigt, dass der Krieg sich wegen der großflächigen Gegenschläge des Iranischen Regimes immer mehr ausbreitet und die Folgen die ganze Welt betreffen. Besonders betroffen von der Schließung der Meerenge sind China und Indien, die 60 bzw. 50 Prozent ihres Ölbedarfs über diesen Weg beziehen, auch die Energieversorgung in Japan und Südkorea braucht fortwährend Nachschub.
Ist weit weg, interessiert uns nicht? Doch, die Preissteigerungen bei Öl und Gas gehen an uns nicht vorbei, wobei ein steigener Ölpreis auch viele andere Güter betrifft. Mir tun auch die Anreinerstaaten leid, die jetzt nicht liefern können und – recht unerwartet – auch beschossen werden: zivile Infrastruktur, keineswegs nur US-Basen!
Viel schlimmer als finanzielle und materielle Verlust in Folge des Kriegs sind die zivilen Opfer, die als „Kollateralschäden“ offenbar unvermeidlich sind. Wirklich furchtbar, dass momentan kein Ende in Sicht ist! Trump stimmt die US-Amerikaner auf einen Zeitraum von „ca. vier Wochen“ ein. Der anfänglichen Erwartung, das Ganze sei in wenigen Tagen durch, haben die Militärs und Revolutionsgarden der „islamischen Republik“ einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Deren Waffenarsenal, das in tiefen Bunkern liegt und nicht einfach „weggebombt“ werden kann ist furchteinflösend!
Wie soll das nur weitergehen? Momentan wirkt es, als müssten erst alle Waffen verschossen sein, aber selbst dann: Was ist das Ziel? Die Aufforderung an die iranische Bevölkerung, sich ihren Staat jetzt wiederzuholen, ist angesichts der 500.000 bewaffneten Revolutionsgarden wohl mehr als zynisch! Vielleicht hätte das zu Zeiten der letzten Aufstände Chancen gehabt, aber da gabs von Trump nur Versprechungen und dreißig- bis fünfzigtausend Demonstranten wurden vom Regime ermordet.
Wie beende ich diesen Blogpost? So ein kleiner Lichtblick, ein positiver Schlenker zum Ende, fällt mir grade partout nicht ein, sorry!
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Und sonst?
Alles durchsucht, nichts gefunden, aber jetzt, „vor 5 Minuten“:
Horst Schulte: Frieden durch Stärke oder Faustrecht? Trumps großer Krieg kurz nach der Konstituierung des „Board of Peace“
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19 Kommentare zu „IRAN-Krieg Tag 4: kein Thema für Blogs?“.