Claudia am 05. Mai 2023 —

ARD-aktuell antwortet mir nach 20 Tagen – immerhin!

In den Kommentaren zum Blogpost über die Abschaltung der AKWs schrieb Thomas (Siewurdengelesen):

„Ein einziger Artikel in der Tagesschau, welcher die Risiken, Kosten und Vergleiche beim Nutzen der Atomenergie weltweit sachlich berichtete, ist bereits nicht mehr zu finden. Darin stand u.a., dass der Anteil weltweit generell rückläufig ist und auch die geplanten oder im Bau befindlichen AKW im Grunde Investruinen sind.“

Das wollte ich doch mal genauer wissen und fragte am 15. April bei der ARD/Tagesschau nach, mit Zitat von Thomas. Gewundert hab‘ ich mich nicht wirklich, dass keine Antwort kam. Dann aber doch, denn nach sage und schreibe 20 Tagen bekam ich am 4.Mai diese Antwort von „ARD-aktuell_Zuschauerpost“:

Sehr geehrte Frau Klinger,
vielen Dank für Ihre Zuschrift, die wir gerne beantworten.
Vermutlich handelt es sich um diesen Artikel? Uns ist jedoch nicht bekannt, dass er zwischenzeitlich offline war.
https://www.tagesschau.de/wissen/forschung/atomausstieg-akw-atomkraftwerke-kosten-proteste-101.html
Mit freundlichen Grüßen
Publikumsservice ARD-aktuell

Ob es der gesuchte Artikel ist, muss Thomas beurteilen. Mir bleibt angesichts der Zeit, die hier für eine Antwort benötigt wurde, echt die Spucke weg! In einem Umfeld, in dem man zumindest sofort Eingangsbestätigungen bekommt und Antwortzeiten von 24 bis 48 Stunden üblich sind, ist es schon recht beeindruckend, dass unser ÖRR mal locker drei Wochen bis zu einer Reaktion verstreichen lässt. Aber hey, wir sind ja nur Zuschauer….

Ich bin wirklich eine Freundin des öffentlich-rechtlichen Rundfunkts und halte ihn für unverzichtbar. Dass aber wir Zuschauer, die den Löwenanteil der Finanzierung „zwangsweise“ tragen, so wenig Möglichkeiten zum Feedback und gar keine zur Mitbestimmung haben, kritisiere ich schon lange. Dass die Antwort auf eine Zuschaueranfrage drei Wochen dauert, ist da nur ein weiteres Zeichen, wie falsch die Prioritäten in diesen „Anstalten des öffentlichen Rechts“ gesetzt sind.

Diskussion

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5 Kommentare zu „ARD-aktuell antwortet mir nach 20 Tagen – immerhin!“.

  1. Das mit dem Artikel ist echt mysteriös. Die Antwort der Tagesschau bringt auch nicht weiter, denn der besagte Artikel scheint es ja nicht zu sein.
    Was die Wartezeiten auf Antwort betrifft, ich meine, mich zu erinnern, dass ich einmal auch in diesem Zeitrahmen auf eine Anfrage Antwort bekam. Das scheint also Leider üblich zu sein und wird wahrscheinlich von in Ungnade gefallenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in einem fensterlosen Kellerraum erledigt :-)

  2. Du meintest den „einzigen Artikel“, der auf der Tagesschau-Seite veröffentlicht wurde und der nicht den Zorn grüner Anhänger aufgrund angeblicher Fehlinformationen auf sich gezogen hat. Wahrheitsliebe ist doch etwas Schönes.

  3. Claudia – Danke für Deine Mühe und Geduld!

    Mit einer Antwort hätte ich da gar nicht mehr gerechnet. Der Beitrag war wie gesagt nur ganz kurz als Link auf einer Seite zu den abgeschalteten AKW.

    Im Grunde steht in diesen wenigen Zeilen mehr zum Thema Unsinn des Weiternutzens von Kernkraft als in dem ganzen Gelaber so mancher Politiker oder anderer Vertreter dieser Technik. Atomkraft ist toter als tot, egal was behauptet wird und bleibt weiter Sackgasse.

    1. Enorm teuer
    2. Auch bei diesen SMR das Problem des Atommülls mit noch weniger Kontrolle
    3. Andere Techniken sind noch Zukunftsmusik und innerhalb der Zeitspannen nicht markttauglich für einen Einsatz, in welchem sie gebraucht werden, um das Problem des sich ändernden Klimas abzufangen

    Im Nachhinein hat sich auch meine Annahme bestätigt, dass die verlängerten Laufzeiten als Kompromiss völlig unnötig waren (was angesichts der von den AKW noch produzierten Gesamtstrommenge ohnehin klar war). Die medial erzeugte Panik bis zu Blackouts stand jedenfalls in keinem Verhältnis dazu.

    @Horst Schulte

    Hier geht es doch nicht darum, dass etwas Zorn auf sich zieht oder Sonstiges oder ob das irgendeiner Partei in den Kram passt. Es geht einfach darum, dass z.B. Kernenergie alleine wegen der damit verbundenen Auflagen nicht eigenwirtschaftlich ist und niemals war. Das ist einfach Fakt und nicht irgendwelchem politisch-korrektem Kram untergeordnet und Quellen gibt es dazu genug. Genauso ist es ein Fakt, dass ausgerechnet D mehr Strom aus den Erneuerbaren in andere Länder exportiert als im Gegenzug in schwachen Zeiten Atom- und Kohlestrom importiert werden. Den Blackout hätten eher die Franzosen oder die Schweizer gehabt ohne deutsche Überschüsse im Netz.

    Schlimm genug dabei ist, dass auch die ÖR teils in die Tröte eines Söder und Co. blasen und damit diesem Bullshit für ein paar Klicks noch einen seriösen Anstrich verleihen.

    Statt weiter Kohle in diesen Unsinn zu blasen, sollte sich Wissenschaft und Politik endlich mit derselben Verve darum kümmern, dass Strom aus Erneuerbaren sinnvoll und kostengünstig gespeichert werden kann, um eben solche Strecken mit wenig Sonnenlicht, Wind und Wärme abzufangen.

    Alternativ kann man freilich weiter mit solchen Luftdiskussionen Zeit verplempern – das Klima wartet dagegen nicht.

  4. Zitat: „Dass aber wir Zuschauer, die den Löwenanteil der Finanzierung „zwangsweise“ tragen, so wenig Möglichkeiten zum Feedback und gar keine zur Mitbestimmung haben, kritisiere ich schon lange. Dass die Antwort auf eine Zuschaueranfrage drei Wochen dauert, ist da nur ein weiteres Zeichen, wie falsch die Prioritäten in diesen „Anstalten des öffentlichen Rechts“ gesetzt sind.“

    Dieser Kritik schließe ich mich an. Ich befürchte allerdings, dass ein Umdenken – hin zu einer bürgerfreundlicheren Einstellung bei den „Anstalten“ – wohl kaum zu erwarten ist. Mir ist auch nicht bekannt, dass sich überhaupt jemals eine Partei für eine Verbesserung eingesetzt hat.
    Der Artikel 20 des Grundgesetzes: „Alle Gewalt geht vom Volke aus“ wird leider immer mehr zur Farce.

  5. Das Netz ist halt flüchtig.
    Wenn selbst die Kernkraftwerkbetreiber sagen, dass sie die Hütte dicht machen wollen, kann man davon ausgehen, dass die Meiler nicht nur wirtschaftlich keinen Sinn machen. Lustig ist ja immer, dass konsequent verschwiegen wird, dass nach Fukushima parteiübergreifend der Ausstieg beschlossen wurde.
    Wenn sich da heute Politiker hinstellen und etwas anderes behaupten, dann sollte man ihnen ihre eigenen YouTubevideos um die Augen knallen.

    Vielleicht sollte man mal wieder Bilder zeigen, wie es an solchen Orten heute aussieht? Zumindest von Tschernobyl dürfte das doch noch passieren, da man das gut für die ukrainische Propaganda nutzen kann.

    Kernkraft ist obsolet. Mit dem Ford Model T fährt auch keiner mehr zur Arbeit.