Claudia am 27. April 2023 — 16 Kommentare

Lebensfreude teilen: Musik, die mir zur Zeit gefällt

Eigentlich lebe ich in Stille, mag es nicht, wenn meine Gefühle und Emotionen fortwährend durch Songs und Sounds aller Art beeinflusst werden. Ich erlebe das eher als Vergewaltigung, denn als Genuss!

Ganz gelegentlich höre ich aber schon mal was. Kein Standardprogramm aus dem Radio, kein bewusst aufgelegtes Zeugs aus einer Platten- oder CD-Sammlung. Es laufen auch keine Spotify-Streams. Ein paar Kostproben aus dem, was ich in letzter Zeit (selten) doch mal gerne höre (danke Youtube!), teile ich jetzt mal mit Euch:

  • Danny Dziuk – seit seinem tollen Auftritt in Berlin bin ich wieder ganz begeistert von der einzigartigen Stimme und der besonderen Machart seiner Songs. Hab vor Urzeiten mal mit ihm in einer WG gewohnt, schon damals war sein Zimmer ein einziges „Produktionszentrum“ für seine Musik (und auch mal die vom „Tatort“ u.a.). Tolle Songs:

    Mastiff - KampfhundDas war nicht der Hund“ (lustig, und richtig!),
    Der falsche Feind“ (ein sensibler, nachdenklicher Song über und an (!) die Leute, die uns zunehmend nerven!). An diese richtet sich auch „Ja, man darf (Demokratie)!„,
    „Zu alt II“ (‚verschärfte“ Geburtstagsständchen-Version, zusammen mit Axel Prahl, höhrenswert für alle, die zugeben, jetzt wirklich „alt“ zu sein ;-)).

  • Ummet Ozcan – niederländischer DJ und Musikproduzent, Sohn türkischer Eltern. Mit dem Stück Xanadu (Mongolian Techno) schafft er es ganz wunderbar, mongolisches „Throut-Singing“ mit modernem Techno so zu verheiraten, dass es mich mitnimmt, immer wieder. In dem Stil sind auch weitere Songs wie „Kayra“ oder „Baiame“ (mit Didgeridoo) – so ist es halt beim Techno, immer ähnlich… Ich erwähne die nur der Vollständiglkeit halber.
  • Otyken – eine „ethno-musikalische“ Mädels-Gruppe aus Sibirien. Trotz seiner Plattheit hat mich das Stück „LEGEND“ beeindruckt: die Kraft, der Ausdruck, das Auftreten….. im Kontrast dazu eine tiefe männliche Baritonstimme, toll! Auch „My Wing Remake“ (mit Maultrommel) gefällt mir.

Auf die Schiene, nach Osten zu schauen, hat mich „Go_A – SHUM„, der ukrainische Beitrag zum Eurovision 2021 gebracht. Das war noch bevor die Ukraine aus politischen Gründen gewinnen musste.

Für jetzt reicht das. Umfangreicher waren meine Musik-Genüsse in letzter Zeit halt nicht. Vielleicht gefällt Euch ja was davon – wenn nicht, auch nicht schlimm. ;-)

Diskussion

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16 Kommentare zu „Lebensfreude teilen: Musik, die mir zur Zeit gefällt“.

  1. Schön @Claudia mal zu hören, was du so hörst, wenn du was hörst :)) In all den umwälzenden Zeit themen kommt das persönliche doch sehr kurz. Mein Favorit deiner Liste ist Mongolian Techno, ein super workout und ein treibender Rhythmus,- ganz nach meinem Geschmack.

  2. Auch ich finde den Dschingiskahntechno nicht übel. So neu ist die Kombination nicht. Schon 90 bis 93 widmeten sich diverse Künstler der Vereinigung dieser Welten.

  3. Danny Dziuk war mir bis heute völlig unbekannt. Gefällt mir richtig gut.
    Danke für den Tipp!

    Im Gegensatz zu dir höre ich ziemlich gerne und oft und viel Musik, ohne mich auf bestimmte Genres festzulegen. Es gibt so unendlich viel gute Musik. Wie schön, das die Musik nie aufhört. Und es immer wieder noch so viel Neues zu entdecken gibt.

  4. Ich mag ja https://everynoise.com/
    in der alle nur denkbaren Musikstile gezeigt werden.

    Ummet Ozcan kommt dort in einigen Genres vor.
    Every noise at once zeigt ähnliche gelagerte Stile zu einem gesuchten Stil auf, man kann da herrlich stöbern.

  5. CarlosK,
    ich habe auch schon diverse Genres verfolgt, von Liedermachern über nordische Musik, Jazz, Funk, Chillout, Techno, Hiphop, Noise ect.
    Jetzt höre ich meist Jazz oder Ambient – wobei letzteres natürlich seeeehr weit gespannt ist. Jazz natürlich auch, wenn man vom klassischen Jazz absieht. Ich war auch schon auf Jazzfestivals, auf denen auch R&B und andere an sich artfremde Genres zu hören waren.

  6. Engelbert und ich hören seit 2015 fast jeden Abend mit unseren Hörgeräten spät Musik auf unserer hochwertigen Anlage. Eher zum Entspannen und seit Covid 19 ein Quantum Trost:. Luca Bloom, Leonhard Cohen (u-a. Thank you for the Dance) The Nits, Huschke und Kunz, Fabricio de André, Hubert von Goisern. Dire Straits, The Stones, Sally Oldfield und, und, und. Die hier genannten Interpreten kenne ich nicht. Habe mir „Treppe rauf, Treppe runter“ angehört. Berührt mich nicht. Für mich eher ein Gassenhauer. Dann lieber Jürgen von der Lippe, Klaus Lage, aber nicht 1000 mal und Schweißperlen. Er hat unendlich viele bessere Lieder geschrieben. Ich kenne ihn seit 1976, als er hinter der TU-Mensa Tee verkaufte. Seine Frau kenne ich länger als er. Leider hat mein Lieblingssänger Lars Grünwoldt (In fünfzig Jahren ist alles vorbei) die Winterreise von Schubert nicht auf CD herausgebracht.

  7. @Gerhard
    https://everynoise.com/ kannte ich noch nicht, danke für den Link! Ein Universum für sich.

    Meine Güte, bis Mitte der 70er gab es Schlager, Pop, Rock, Hardrock. Funk, Soul, Country & Folk, Blues, Jazz, Psychedlic und vielleicht noch ein paar wenige Spielarten .

    Seitdem kamen nicht nur viele ganz neue Musikrichtungen hinzu, sondern diese haben sich auch immer weiter verästelt. Allein Metal und Techno haben so viele „Unterbegriffe“ und Spielarten, das wohl kaum noch jemand durchblickt. Aber interessant allemal.

  8. @Gerhard
    Seltsamerweise funktionieren Jazz (-Rock) und Techno bei mir nur in Clubs oder auf Festivals, also mit entsprechend dimensionierten Musikanlagen und Atmosphäre (Jazz oder Jazzrock gerne auch in Kneipen oder kleinen Clubs). Dann aber bin ich meistens sehr begeistert. Doch zuhause via Konserve oder PC packt es mich nicht so sehr.

    Zu Noise finde ich keinen rechten Zugang, ebenso wenig wie zu Speed-/Death- und sonstigem Metal.
    Chillout und Ambiente sind mir zwar nicht ganz fremd, aber wenn du ein paar Tipps hättest- gerne!

    Bei mir kommen neben Liedermachern aller Länder, Folk, Westcoast, Blues-Rock usw. noch viel Weltmusik, Reggae & Ska, Latin & Balkan-Grooves hinzu. Weil meist so viel Rhythmus und Lebensfreude ausgedrückt wird, selbst bei Texten über soziale Mißstände.
    Und auch arabische Grooves und in letzter Zeit „Desert-Blues“ (oder „Tuareg-Blues“) und insbesondere Afrobeat. Afrobeats mit „s“ am Ende wiederum ist ganz moderne afrikanische Pop-Musik – auch sehr interessant. Und dann habe ich auch noch Mischungen aus Bossa Nova und Samba usw. entdeckt, meist wunderbar relaxt, bspw. von den Kap Verden oder eben Brasilien.

    Und dann gibt es noch so viele Künstler, die man nicht so eindeutig einordnen kann, z.B. Noga Erez.

    Erst in den letzten Jahren habe ich durch Zufall entdeckt, was für eine irre Musikszene einige Länder Afrikas in den 70ern hatten. Bis auf Fela Kuti bei uns leider ziemlich unbekannt. Da wird Rock und Afrobeat sehr viel mit Funk, Soul, Jazz und sogar psychedelischen Sounds (70er!) vermischt.

    Es gibt eine relativ neue Berliner Band mit Musikern aus Ghana, DE, Israel und Portugal namens Jemba Groove, die ich seit Monaten ziemlich oft höre. Das gesamte Album Susuma ist empfehelnswert. Wird als „Afro-Soul“ gelabelt, mit Jazz-Elementen.

    Zwanie Johnson aus Hamburg macht „nur“ sehr relaxte Pop-Musik mit etwas Westcoast-Feeling. Ich habe folgende Zitate zu einer neuen Veröffentlichung von ihm gelesen, darauf musste ich mir ihn natürlich mal anhören:
    „Die Süße und Freundlichkeit, die sich durch alle Songs ziehen, lässt einen glauben, Zwanie stehe kurz vor seiner Erleuchtung.“ (DJ Koze)

    „Und selbst „Hate Is Coming Back“, der Song, der natürlich eine Absage an all die Hater da draußen ist, fließt dahin wie ein milder Sommertag.“

    „Und der Sänger singt von sanften Nächten, davon, dass jeder einzelne Moment einzigartig ist, und von anderen Sachen, die man nur prima finden kann.“

    „Ja, wo soll man anfangen, bei welchem dieser Songs, die allesamt einfach nur, ja man muss es so sagen: schön sind.“ (Alle: Musikexpress)

    Was soll ich sagen? Ich kann alles voll und ganz unterschreiben!. So schade, das er meist nur auf wenige tausend Klicks / Streams kommt.

  9. Hallo alle, herzlichen Dank für Eure persönlichen Musik-Erfahrungen und Vorlieben! Freut mich sehr, dass auch so ein Beitrag kommentiert wird!

    @Menachem: ich hab mich durch eine Menge „Mongolisches“ gehört. Das „Throut Singing“ ist schon beeindruckend – ebenso die Landschaft, die da oft den visuellen Hintergrund abgibt. Aber erst die Techno-Version find ich wirklich mitreissend!

    @Gerhard: danke für den interessanten Link! Da werde ich auch mal forschen, was mir noch so gefallen könnte!

    @CarlosK: zählt eigentlich Guem et Zaka (African Drums) zu „Weltmusik“? Deine verlinkten Stücke werd‘ ich auch noch anhören!

    @Nila: Da empfehle ich bestimmte Songs von Danny, die ich toll finde – und du hörst dir irgend ein anderes an, das ich nicht erwähne, nicht kannte, und auch nicht erwähnt hätte. Warum nur? Ja, das ist ein nicht weiter mitreissendes Schunkellied/Gassenhauer!

  10. Grade spiele ich mit einer Bilder-Ki und hab mal den Hund (ein Mastiff) aus dem Danny-Song kreieren lassen und in den Artikel eingebunden. Nett!

  11. @Claudia
    Ja, warum, warum nur? Nun, Hunde dieser Rasse mag ich nicht, auch keine Möpse. Andere gehen auf mich zu, wenn ich ihnen liebe Gedanken schicke.
    Die Titel haben mich nicht angemacht, hatte sie auch nicht mehr im Kopf, als ich bei YouTube gesucht habe, und dann einfach auf einen Titel aus einem Livekonzert getippt.
    Seit ich Hörgeräte trage, schalte ich das Radio nicht mehr ein. Denn oft gilt,
    Musik wird störend oft empfunden, weil sie mit Geräusch verbunden. Vergewaltigt von Musik fühle ich mich nicht, nur eben von vielen Arten genervt, z. B. Janis Joplin u.ä.

  12. @Nila: Das ist ein Mastiff und der Song ist ein richtig schönes Hundehasserlied! :-)

  13. @Claudia

    zählt eigentlich Guem et Zaka (African Drums) zu „Weltmusik“?

    Hat jedenfalls einen schönen Groove ;-).
    Ach, irgendwie gehört heute doch alles und nichts zur Weltmusik. Eigentlich sind ja Ska, Reggaes, Latin, Balkan usw. auch Weltmusik, gelten aber schon lange als eigenes Genre. Da die Welt immer mehr zusammenwächst kommt mir „WeltmusiK“ fast schon anachronistisch vor, obwohl ich den Begriff selber hier und da noch nutze. Meistens, wenn die Musik bei uns noch in keinem klaren Genre verortet ist.

    Habe daher mal nachgeschaut und u.a. auf folgenden scharfzüngigen Artikel aus dem Jahre 2008 gestoßen (MySpace kommt noch darin vor;-) Balkanpop riecht nach Verfall

    Weniger sarkastisch und informativer bei laut.de

    Fazit: Es ist kompliziert. Aber eigentlich gar nicht: In fast allen Genres gibt es Musik die mich packt und ebenso Musik, die mich weniger bis gar nicht packt. Sei es das Herz oder den Hüftschwung. Manchmal beides.

  14. @Claudia: Musik geht immer. Jeder hat eine Meinung dazu und jeder ist sein eigener Experte. „Weltmusik“ ist übrigens alles – im englischen Sinne von World Music. Damit ist nichts anders als die Gesamtheit aller Musikpraktiken und -stile gemeint. Lediglich im Deutschen wird damit die Verschmelzung europäisch-abendländischer Musik mit außereuropäischen Einflüssen bezeichnet.

    Den Kehlengesang gibt es nicht nur in der Mongolei auch auf Sardinien dort genannt Canto a tenore
    Bei YouTube gibt es eine Sammlung traditioneller Musik aus aller Welt (Weltmusik eben), die sich dann aber doch sehr anders anhört als das, was bei uns so als „Weltmusik“ vermarktet wird. Besonders anrührend fand ich den Gesang der Ainus in Japan.

    Aber das ist alles nichts, was ich mir wirklich auf Dauer anhören könnte. Ebenso wenig Techno – das mochte ich schon früher nicht.

    Abgesehen davon, habe ich habe in letzter Zeit festgestellt, dass ich zunehmend Instrumentalmusik höre. Sei es, weil ich die üblichen Songtexte banal oder unglaubwürdig finde oder die Stimmen für mich nicht funktionieren. Und singende Schauspieler finde ich ganz schlimm.

    Hängen geblieben bin ich letztens bei Ibrahim Maalouf, der wunderbar Jazz, Funk, Hardrock (nicht in dem verlinkten Stück) und orientalische Klänge und Harmonien mixt. Sein Best of Album ist wirklich zu empfehlen.

    In Dauerschleife läuft bei mir auch Brad Mehldau egal ob seine kürzlich erschienen Beatles Interpretationen oder seine Arbeit mit Bach.

  15. @Claudia
    Nachdem ich noch einiges von Danny angehört habe. muss ich sagen: Es ist nicht meine Musik.
    Mit manchen Hunden nehme ich telepathisch Kontakt auf, wie vor einigen Wochen mit zwei Barsois (russischen Windhunden). Ich mag nur einige Arten von Hunden nicht, empfinde aber keinen Hass.

  16. @Gerhard: Danke für den Tip zu everynoise. Ich kannte bisher nur music-map.de
    Da läuft die Suche nicht über Genres, sondern es werden einem direkt ähnliche Interpreten angezeigt.

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