Claudia am 22. Januar 2022 —

Dies und das: Gedenken, Nordstream2, Corona und das Wetter

Eine lange Pause mal wieder. Mir gehts nicht schlecht, ich bin „nur“ demotiviert. Ein schon länger anhaltender Zustand, zu dem mein Liebster kürzlich meinte, so eine Antriebslosigkeit könne Anzeichen einer Depression sein. Ich und depressiv? Never, dafür gehts mir einfach zu gut, ich leide an nichts, manage meinen eher gleichförmigen Alltag im Homebüro, erledige die Aufträge noch immer zum Termin – ok, nach langem Prokrastinieren bis es dann wirklich muss…

Die Weltlage sieht ja nicht grade gut aus. Wobei so viele Themen im Argen liegen, dass ich mich nicht entscheiden kann, zum einen oder anderen zu schreiben. Es ist auch immer alles schon beschrieben, beklagt, angeprangert, vielstimmig und lautstark. Und da soll ich noch was dazu schreiben? Ab und an reicht es zu einem kurzen Twitter-Statement, das ist schon strukturell begrenzt, fordert keine größere Einlassung.

Also auch hier mal „Dies und das“ in aller Kürze:

Gedenken: Die gesteigerte Aufmerksamkeit rund um die Wannseekonferenz hat mich dazu bewegt, mir die Doku „Ganz normale Männer – der vergessene Holocaust“ in der ZDF-Mediathek anzusehen. Zwei Millionen Menschen wurden bei systematischen Massenerschießungen getötet. Die Täter standen ihren Opfern von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Sie schossen auf Männer, Frauen, Kinder – Tag für Tag, gehorsam und beflissen, als sei es normale Arbeit. Die Doku arbeitet heraus, wie es möglich war, dass diese „ganz normalen Männer“ so willfährig zu Massenmördern wurden. Beeindruckend! Vor allem, weil die Analyse des Verhaltens und der Beweggründe sonnenklar werden lässt, dass das immer wieder so passieren kann.

Nordstream2:  Ich wünsche mir, dass diese nun mal fertige Pipeline demnächst in Betrieb geht. Wir brauchen das Gas, 55 Prozent des in Deutschland genutzten Gases kommt aus Russland. Hätte man das abbauen wollen, hätte man vor Jahrzehnten damit anfangen müssen und NS2 gar nicht erst bauen. Der anhaltende „Scheidungskrieg“ zwischen Ukraine und Russland sehe ich nicht wirklich als unser Problem. Der Westen hat da seit ’89 auch viel verbockt, was ich jetzt nicht im Detail aufzählen will. Erstaunlich: Bei Umfragen sind 60 Prozent der Bundesbürger weiterhin dagegen, NS2 einzustampfen – und das trotz der massiven Propaganda der Transatlantiker in vielen Leitmedien!

Corona: Trotz der krass steigenden Inzidenzen (ich lebe in einem Hotspot!) scheint die Angst vor der Ansteckung abzunehmen. Auch bei mir (geboostert) ist das so. Das heißt jetzt nicht, dass ich unter die Maskenverweigerer gehe. Ich bin weiterhin vorsichtig und verzichte nach wie vor auf die Sauna – das einzige, was mir seit Corona-Start wirklich fehlt! Aber irgendwie macht sich die Akzeptanz breit, die ganze Sache laufen zu lassen, schließlich zeigt sich immer deutlicher, dass Omikron viel weniger häufig zu schweren Verläufen führt. Dass die sich ständig ändernden „Maßnahmen“ gar nicht mehr durchsetzbar sind, auch von jenen nicht, die gar nichts dagegen haben, hat Boris am Beispiel „2Gplus-Dilemma“ schön heraus gearbeitet.

Wetter: Zu düster, zu wenig Sonne – das drückt auf die Stimmung. Schnee hat sich hier in Berlin noch keinen Tag gehalten, dafür regnet es häufig. Vielleicht kann das ja die zu trockenen Böden der letzten Jahre auch in der Tiefe ein wenig anfeuchten. Der Winter ist für mich auch die „gartenlose“ Zeit: Ab und zu ein Kurzbesuch, wenn es das Wetter erlaubt, aber Lust zum Arbeiten kommt nicht auf. Das wird sich im Februar wieder ändern, wenn ich damit anfange, das Vorziehen der Nutzpflanzen zu planen.

Das wars. Wünsche allen ein angenehmes Wochenende – und mir selbst eine Verbesserung der Motiviation, irgendwas Sinnvolles zu tun!

 

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Diskussion

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15 Kommentare zu „Dies und das: Gedenken, Nordstream2, Corona und das Wetter“.

  1. Manchmal glaube ich (nach einigen Jahren Rente), ich könnte etwas Abschieberitis gut gebrauchen. Nur gibts halt nix mehr, das ich aufschieben könnte. Du siehst, das auch nicht gut. Schön, dass es dir gut geht. Ich hatte mir schon Sorgen gemacht. Bei uns herrscht auch eine depressive Phase. Meiner Schwiegermutter gehts gar nicht gut. Sie baut immer stärker ab. Es ist für uns alle belastend, dieses Elend aus erster Hand mitzuerleben. Wir sehen einem Menschen beim Sterben zu und können kaum was tun. Das Wetter ist so mies, dass ich meine Spaziergänge (Fotos) stark reduziert habe. Außerdem habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich die beiden Frauen allein lasse, auch wenn es nur für eine Stunde ist.

    Alles um uns herum scheint ähnlich drauf zu sein. Ich habe das Gefühl, nirgends ist alles gut. Da kommt es mir auch sinnlos vor, groß was zu bloggen. Ich fühle mich in diesem „Winter“ so wie im letzten Jahr. Da herrschte Lockdown und das bis März. Ich mag den März fast noch mehr als den Mai. Im letzten Jahr war es anders. Hoffentlich zieht sich das nicht auch in diesem Jahr wieder so. Emotional braucht es diesmal nicht mal den Lockdown.

    Danke für den Link zu meinem Wannseebeitrag. Ich habe mir den Film in zwei Teilen angesehen, weil ich nach einem Drittel wirklich schon genug hatte. Es ist eine schreckliche Ahnung, dass so etwas wieder passieren könnte. Ich nehme an, du antizipierst alles, was in dieser beschissenen Zeit vor sich geht – nicht nur hier.

    Was die Ukraine anlangt, bin ich deiner Meinung. Das ist nicht unser Thema. Die Nato will das partout anders und ich frage mich, warum die nicht klüger agieren. Auch dazu hatte ich ja was geschrieben vor ein paar Tagen. Es deckt sich, jedenfalls in Teilen, wohl mit deinen Ansichten.

    Wir sind alle (die ganze Familie – außer den Kindern (4 und 6) – geboostert – auch Mutter. Mir machen die gesellschaftlichen Verwerfungen langsam mehr Sorgen als das Virus selbst. Insofern: ja, Corona scheint den Schrecken etwas verloren zu haben. Hoffentlich bleibt das auch so und wir erleben nicht wieder eine starke Zunahme der Belegung unserer Intensivstationen. Boris Artikel hatte ich auch gelesen. Unglaublich, dieses hessische Beispiel. Das wurde übrigens auch in Maybrit Illners Talkshow erwähnt. Es sind so ungefähr 10 Kombinationen, die geregelt werden wollen. Da hat der deutsche Bürokratengeist etwas ganz Tolles geboren…

    Dir auch ein schönes Wochenende. Vielleicht kommt heute Nachmittag etwas die Sonne raus. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

  2. @Horst: danke für deinen langen Kommentar! Freut mich natürlich, dass du mein Fehlen / Nicht-Bloggen bemerkt hast.
    Sag: welche Kinder meinst du (4 und 6)? Ich hatte dich kinderlos auf dem Schirm, es können also auch keine Enkel sein. Aber vielleicht erinnere ich das einfach falsch!
    Das mit deiner Schwiegermutter tut mir leid. Es kostet Euch viel Kraft, toll wie Ihr das durchsteht. Andrerseits: alles geht einmal zu Ende – und das ist ja nicht nur schlecht.
    Deinen Nato-Artikel werd ich lesen… bis dann!

  3. 1. Gedenken

    Da wird Einiges untergebuttert derzeit. Der Mord an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht wurde z.B. nur ansatzweise erwähnt. Zum Thema „Was geschehen ist, kann wieder geschehen“ sei noch die dreiteilige Dokumentation „Nazijäger“ empfohlen, die derzeit auch in der ARD-Mediathek zu finden ist.

    2. Nordstream II

    Da prallt viel aufeinander. Geplant und begonnen wurde das in einer Zeit, als auch die deutsche Regierung dank A. Merkel noch zu sehr „Russland-freundlich“ gestimmt war. Es ist aus meiner Sicht kein Zufall, dass dieser Konflikt ausgerechnet jetzt wieder hochkocht. Nach dem Regierungswechsel sind so wie Scholz die Transatlantiker am Drücker, so wie eine von der Leyen in der EU schon länger und das eröffnet natürlich den Typen wie der NATO nebst EU die Option, Kriegshetze und das Säbelrasseln gegen Russland zu verstärken.

    Das das russische Gas so oder so ankommt, ob nun jetzt über die neue Trasse oder durch Ukraine oder Polen, spielt dabei keine Rolle. Der angenehme Nebeneffekt dabei ist das künstliche Verknappen auch gerade jetzt im Winter bei höherem Bedarf, der die Preise treibt und so ganz nebenbei die Taschen der Konzerne füllt.

    Der ukrainische Aspekt, dass die Trasse ein Hindernis für einen russischen Angriff ist, ist sicher ein richtiges Argument. Mit dem Abnabeln von der ehemaligen Sowjetischen Gemeinschaft und auf dem Weg zur nationalen Eigenständigkeit und aus dem russischen Einfluß kommt die Ukraine vom Regen in die Traufe.

    In punkto Zelebrieren militärischer Stärke scheint mir aber das NATO-Posing mit den ständigen Manövern in den Baltenrepubliken und im Mittelmeer deutlich über dem gelegen zu haben, was jetzt an der russischen Grenze passiert, dazumal die ersten Aktionen meines Erachtens immer auf NATO-Seite stattfanden. Das wird in unseren Medien aus welchen Gründen auch immer viel zu wenig angesprochen.

    Hauptgrund ist dennoch Geostrategie. Ausweiten militärischer Macht und Präsenz nach Osten als auch den neuen Hauptgegnern einer EU und USA im wirtschaftlichen Bereich. Letztere sehen in einer Ukraine nur einen weiteren Expansionsbereich für ihre Märkte bei gleichzeitig billigen Arbeitskräften und Zugriff auf Rohstoffe.

    Die Ukraine verliert dabei in jedem Fall und wird nicht souveräner Staat.

    So btw. gehört eine NATO genauso wie Atomwaffen und Angriffsarmeen in die Klamottenkiste der Geschichte.

    3. Corona:

    Ist mir „wurscht“ und bitte nicht falsch verstehen!

    Ich konsumiere diese Nachrichten dazu kaum noch, weil die Säue nur noch sinnlos durch´s Dorf getrieben werden, aber weder etwas kontra Querdenker noch pro Pandemieende zu erkennen ist, sondern einfach nur drauflos gewurstelt wird und die Maßnahmen nur so laufen, dass sie der „Wirtschaft“ nicht allzu weh tun und wenig Kosten und Aufwand machen so wie die Abgabe von Kontrollen an die Händler u.a. bei den xG-irgendwas Kontrollen. Ob Omicron wirklich so harmlos war wie derzeit behauptet, wissen wir auch noch nicht sicher. Auch dazu gibt es (eher kleingehaltene) Nachrichten. Selber bleibe ich da auch in der Deckung und hoffe, dass mich der Sch… kein zweites Mal erwischt trotz genesen und geimpft.

    Zum derzeitigen Gesamtbild dazu gerne auch hier den von mir bereits andernorts verlinkten Artikel.

  4. @Claudia, das sind die Kinder meiner Nichte. Großnicht und Großneffe. Sie sind „unsere“ Kinder. :-)

  5. Vergessen ist dieser Teil der Geschichte sicherlich nicht, außer bei den Titelerfindern vom ZDF. Christopher Browning hat schon vor vielen Jahren zum Polizeibattalion 101 geschrieben unter dem Titel „Ganz normale Männer“. Auch heute noch lesenswert.

  6. Der 2. Teil des Titels legt nahe, dass das ZDF meint, es hätte einen Sachverhalt öffentlich gemacht, der vergessen sei. Da denke ich mir nur, die einzigen die den vielleicht vergessen hätten, seien die Redakteure des ZDF. Der 1. Teil des Titels ist ein Buch des Historikers Browning, das er vor rund 20 Jahren (?) veröffentlicht hat und das seitdem immer wieder neu aufgelegt wurde.

  7. Von einem Freund:
    Das geht schon mindestens 5 Jahre so, dass die Beiträge nicht mehr “ fliessend“ kommen.
    Es ist so, dass ich dein aufgreifen wichtiger Themen in Echtzeit immer schätzte, doch deine Motivation ist echt im Keller. Wieso und warum, das kannst nur du klären!

    Liebe Grüße

  8. Hallo Claudia,

    hier auch mal mein Senf dazu. Ich hatte ja mal angekündigt, mehr in den Blogs, die ich lese, zu kommentieren.

    Natürlich ist es mir auch aufgefallen, dass bei dir momentan nicht so sehr viel los ist. Das kenne ich auch. Das Jahr 2021 war für mich die absolute Hölle. Ich will das gar nicht weiter ausbreiten, das steht alles in meinem Blog.

    Aber ich will damit sagen: Mir ist der eine oder andere Tweet aufgefallen. Aber die feinsinnigen Kommentare von dir zu den Geschehnissen hier bei dir im Blog fehlen mir schon, auch wenn ich nicht täglich vorbei geschaut habe.

    Zum Abschnitt „Gedenken“ möchte ich einfach nur anmerken: Wir alle, die nach 1945 geboren wurden, können nichts, aber auch gar nichts für diese Taten. Wir können aber sehr wohl dafür sorgen, dass so etwas weder durch unser Zutun, noch durch unsere Unterlassung jemals wieder möglich ist. Du hast Recht, es kann jederzeit wieder passieren. Aber wir dürfen es nicht zulassen.

    Nordstream 2“ ist auch so ein Thema. Mir scheint, da läuft vieles falsch. Wir haben laut offiziellen Meldungen in Sachsen eins der modernsten, wenn nicht gar DAS modernste Gaskraftwerk der Welt. Es kann dabei helfen, den Umstieg auf klimafreundliche Technologien zu fördern, so lang man sich woanders in Deutschland ziert mit dem Ausbau der Windkraft. Tja, und für das Kraftwerk ist NS2 durchaus nützlich. Ich kann deshalb verstehen, dass man in Sachsen die Trasse nicht so sehr kritisch sieht. Gleichwohl ist es eben auch „nur“ eine Brückentechnologie.

    Corona“ hat in der Tat etwas seinen Schrecken verloren. ABER: Was, wenn nicht? Nein, ich bin kein Angsthase. Ich warte auf meinen Booster-Termin, meine Frau auch. Dauert nicht mehr lang. Vielleicht haben wir bis dahin das Schlimmste in Sachen Omikron überstanden. Man will ja auch nur seinen Sehnsüchten ein wenig nachgehen. Ich denke eben auch, dass wir es einigermaßen verdient haben. Schließlich haben wir den ganzen Bums mitgemacht. Und mit Corona wird es wohl zukünftig sein wie mit Winterreifen: „Von O bis O“.

    Richtig, das „Wetter“ drückt derbe auf die Stimmung. Das ist irgendwie immer so nasskalt mit ganz feinem Sprühregen. Man will gar nicht rausschauen. Dennoch raffe ich mich morgens auf und gehe im „Gewaltmarsch“ eine große Runde durch die Nachbarschaft, bevor ich mich wieder im Home Office verschanze. Ein bisschen Bewegung braucht der Mensch.

  9. @Thomas / Siewurdengelesen:Auch dir herzlichen Dank für den umfangreichen Kommentar. Frage: „Künstliche Verknappung“ – wieso? Soviel ich lese, hat Russland durchweg geliefert wie bestellt – nicht weniger, aber auch nicht mehr.

    @Brendan: der von Thomas erwähnte Mord an Luxemburg/Liebknecht ist aber doch etwas ganz anderes als die Massenerschießungen, die in „Ganz normale Männer“ thematisiert wird.

    @Gerhard: Tagesaktuell schreiben hat für mich den Reiz verloren, denn ich fühle mich geradezu überwältigt von tagesaktuellen Kommentierungen und Berichten aus allen erdenklichen Richtungen. Auch wäre mir „feinsinnig“ (danke!) nicht mehr oft möglich, ich müsste einfach einstimmen in den Chor des Bejammerns, Beschimpfens, Anprangerns und Beklagens – und somit teilnehmen an der Produktion der Stimmung, unter der ich selber leide. Bin dankbar, dass Horst derzeit recht tagesaktull schreibt!

    @Henning: danke, dass du deinen Kommentarvorsatz wahr machst! :-)
    Zu „Gedenken“ nochmal: Wir Nachgeborenen sind es zwar nicht gewesen, aber nur dank der „Gnade der späten Geburt“, wie der ansonsten wenig geistreiche Altkanzler Kohl mal richtig sagte. Wie wir uns in jener Gesellschaft Mitte/Ende der 30ger verhalten hätten, wissen wir nicht – ich gehe aber davon aus, dass „heldenhafter Widerstand“ nicht unbedingt meine Sache gewesen wäre. Und überhaupt: WER wäre ich damals gewesen?

    Aber egal, es sagt sich so leicht: Wir müssen verhindern, dass es nicht wieder so passiert. Was heißt das konkret? Soll ich mich etwa den radikalisierten Impfgegner/innen auf der Straße entgegen stellen, wenn sie zusammen mit Rechtsradikalen demonstrieren? Und was ist angesichts des „Rufs nach Führung“ zu tun, der immer lauter wird? Gestandene Konservative prangern an, dass ein wichtiges Vorhaben (Impfpflicht) vom Parlament entschieden werden soll..unglaublich! Und ganz allgemein wächst der Unmut an allzu „interaktiven“ Politikern, die ihre Meinung angesichts des Geschehens und der Umfragen zügig ändern. Ich kann das häufig gut nachvollziehen, weil ich Tag für Tag ungemein viel von allen Seiten mitlese, aber ich sehe auch die Vielen, die das nurmehr nervt. Bin gespannt (und besorgt!), ob und wann hierzulande ein Charismatiker/eine Charismatikerin auftritt, die die Sehnsucht nach Durchregieren und „Ende der Schwatzbude“ (siehe Weimar) aufgreift und hier zum Durchmarsch ansetzt!

    Dein Gewaltmarsch um den Block: alle Achtung!!!! Das schaff ich nicht, es ist kalt UND nieselt auch hier…

  10. Liebe Claudia, auch ich führe mein ganz normales Rentner-Alltagsleben wie gehabt, meine aber, im letzten Jahr bei mir hin und wieder leichte depressive Stimmungen zu erkennen. Das mag mit zunehmendem Alter nicht ganz ungewöhnlich sein. Ein darüber hinaus spürbarer innerlicher Stau in der zwischenmenschlichen und realen Kommunikation scheint diesen Prozess noch zu begünstigen. Noch mache ich mir keine großen Sorgen, beobachte aber meine Veränderungen dazu genau.

    Sowohl die „Wannseekonferenz“ wie auch „Ganz normale Männer – …“ habe ich mir in den letzten Tagen angesehen. Heute noch dazu in der ARD-Mediathek: “ 1933 – Folterkeller im Wohnquartier“. Alles sehr schwer verdaulicher Stoff der mich mehr und mehr darin bestärkt zu sagen: Das alles werde ich nie verstehen. U.a. liegt es auch daran, dass dies alles in einer ganz anderen Zeit statt gefunden hat, in die ich mich emotional überhaupt nicht hinein zusetzen vermag. Weshalb ich mich auch ausschließe zu behaupten, ich hätte mich den damals wirkenden Mechanismen entziehen können und wäre nicht zum Täter geworden. Auch durch mein großes Glück, der „Geburt der späten Stunde“, werde ich auf diese Frage GsD und hoffentlich, nie eine Antwort darauf erhalten.

    Das so etwas „nie wieder passieren“ darf, ja, dazu sind wir ALLE aufgefordert. Dieser Wunsch kann sich m.E. nur durch „aktives“ Tun erfüllen, der immer wieder von der Realität sehr sehr hart attackiert wird, da es halt doch immer und immer wieder passiert. Überall.

    Und wenn dann die Menschen noch in Sorgen, Ungeduld und Zukunftsängste geraten, dann reicht vielleicht schon ein einfacher Charismatiker, der das Heft des Handelns an sich zu ziehen vermag. Manchmal habe ich hierzulande das Gefühl, dass die ersten davon schon in den Startlöchern stehen und sich darin üben.

  11. Hallo

    Zum künstlichen Verknappen vielleicht das hier.

    Nimmt man dann noch an, dass ein Krieg in der Ukraine die jetzigen Gasleitungen nach Europa außer Betrieb setzt, kommt noch dieses Szenario in Betracht.

    Natürlich ist das alles schon spekulativ, die gekündigten Langzeitverträge tragen aber schon zum Preistreiben bei. Und da auch Rohstoffe spekulativ gehandelt werden, treibt bereits das die Kurse.

    Beispiel 1

    Beispiel 2

    Ganz ähnlich ist es beim Strom, wo einerseits die – ohnehin eher von privaten Haushalten denn Großverbrauchern – beglichene EEG-Umlage reduziert wird und gleichzeitig die Börsenstrompreise steigen, über die die Anbieter einkaufen. Das ist einer der Gründe, warum jetzt reihenweise kleine „Billiganbieter“ pleite gehen. Beim Beschaffen ihrer Stromkontingente sind sie nicht mehr zahlungsfähig, denn der Strom wird ja auf geschätzten Bedarf im Voraus gekauft, wenn er auch an der Börse „billig“ ist. Und das Konzept scheitert jetzt erwartungsgemäß – quasi ein „normaler“ kapitalistischer Prozeß.

    Mein deprimierendster Moment war übrigens die Nachricht über den Tod von Mechthild Mühlstein alias Katrin. Das musste ich erst einmal verdauen und kann es trotz der Unkenntnis über sie persönlich immer noch nicht glauben.

  12. @Claudia: Ich habe mich auch nur auf den Titel der Dokumentation bezogen. Was der Mord an Luxemburg/Liebknecht mit den Polizeibataillonen der Nazis während der Shoa zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht. Beides war „Rechts“? Aha.

  13. @Menachem: danke auch dir für deine lange Einlassung! Komm gerne mal wieder nach Berlin, vielleicht beim Abflauen der Omikron-Welle – dann quatschen wir mal wieder f2f! (Das gilt übrigens für alle Stamm-Kommentierenden hier! Meldet Euch, wenn Ihr nach Berlin kommt!).
    Mechthild hab ich gegoogelt, fand ihr 1-Euro-Blog, aber nirgends eine Nachricht über ihren Tod. Traurig!

    @Thomas: danke für die Links, die ich gerne sichte! Ich habe gerade einen neuen Gasvertrag zum Ende meines jetzigen Vertrags mit dem gleichen Anbieter abgeschlossen. Künftig über 70,-/Monat statt 50,-/für Gas (69 m², 2 Zimmer, Gasetagenheizung inkl. WW). Das ist schon recht teuer, aber gegenüber dem. was Neukunden gerade angeboten wird noch billig.

  14. […] diesen drei Stunden schämte ich mich, das „Gedenken“ kürzlich so beiläufig in einem Absatz abgehandelt zu […]