Claudia am 13. November 2021 — 19 Kommentare

Die Pandemie IST das neue Normal

Vom sorglosen 11-Tage-Urlaub in Italien (bei Inzidenz 25, jetzt 34) bin ich seit einer Woche zurück in der 4.Welle: Twitter im Panikmodus, Krankenhäuser am Limit, Streit um Maßnahmen, Impfen und Boostern, immer mehr Impfdurchbrüche und neue, noch Impf-resistentere Virusmutationen sind auch schon in Sicht.

Ich glaube nicht mehr daran, dass das jetzt die „letzte Welle“ ist. Egal welche Maßnahmen ergriffen werden und wie erfolgreich sie stellenweise sein könnten: Die internationalen Verflechtungen sind so gewaltig und unverzichtbar, dass hochwahrscheinlich immer neue Mutationen eingeschleppt werden. Impfen wird also immer wieder nötig sein, sofern BigPharma es schafft, die Impfstoffe zügig upzudaten, dann hält das für die Geimpften wieder ein paar Monate.

Für die Infizierten werden gerade neue Medikamente zugelassen, die einen schweren Verlauf verhindern sollen . Ein Hoffnungsschimmer? Da es sich um Antikörper-Therapien handelt, werden vermutlich auch sie immer wieder auf neue Varianten angepasst werden müssen. Covid19 wird zu Covid21/22/23…

Virus Illustration

Nochmal Lockdown? Eher nicht…

Dass es keine neuen Lockdowns geben soll, verstehe ich. Zu viele kleine und mittlere Unternehmen würden das nicht noch einmal überleben, denn sie haben ihre Rücklagen in den vorherigen Schließungszeiten aufgebraucht. Leider wird Corona auch ohne offiziellen Lockdown vielen Offline-Geschäften den Garaus machen, denn die Menschen werden ihr Verhalten anpassen. Zwar lässt der Kölner Karneval erst einmal anderes vermuten, doch sind es auch erst ca. 3 Wochen, seitdem die Inzidenz krass exponentiell steigt. Dem entsprechend hat auch das mediale Panik-Orchester Anlaufzeit gebraucht, ganz ebenso wie die politische „Bearbeitung“. Wir hinken dem Verlauf immer hinterher, was einfach nur menschlich ist.

Was bleibt also zu tun? Das ist eine Frage, die zum einen individuell, zum anderen politisch und gesellschaftlich zu beantworten ist. Zum letzterem liest man genug in den Medien, da hab ich auch kein Patentrezept. Der Ausbau des Gesundheitssystems wäre aus meiner Sicht aber schwer angesagt! Meine persönliche Antwort ist einfach: Eigenschutz und vorsichtiges Verhalten, wo immer es geht. Kürzlich hatte ich noch geplant, den Winter über wieder ins Fitness-Center zu gehen und endlich mal wieder in die Sauna. Fitness ist gestrichen, muss mich sowieso immer überwinden, aber doch nicht bei erhöhter Ansteckungsgefahr! Bei Sauna weiß ich noch nicht, einmal wäre schon schön, vielleicht bei 2Gplus oder besser noch 1G (=alle Getesteten kommen rein).

Ansonsten: Keine Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, Lieferdienst statt Essen gehen, keine Aufenthalte in Menschenmassen und natürlich Maske tragen. Und ab und zu Medien-Diät, nicht ständig in den alarmierenden News versacken, sondern andere Themen präferieren. Z.B. verfolge ich den Vulkanausbruch auf La Palma, schaue Wissenschaftskanäle auf Youtube und spektakuläre Berichte über Nahtoderfahrungen, die unser Weltbild in Frage stellen. Auch Quantenphysik finde ich spannend, Weltall-Forschung, dunkle Materie und Energie – je weiter weg vom Alltag desto besser!

Die Urlaubsfotos werde ich auf Google-Fotos in Alben zusammen fassen, auch eine schöne Beschäftigung!

Am Dino

Dass diese Grünanlage in Rom ein botanischer Garten mit einer (vorüber gehenden) Dino-Ausstelllung ist, haben wir erst gemerkt, als wir drin waren! :-)

Diskussion

Kommentare abonnieren (RSS)
19 Kommentare zu „Die Pandemie IST das neue Normal“.

  1. Ich war gestern zum ersten Mal seit Ewigkeiten auf einem Kunstgewerbemarkt (Hallenveranstaltung) – und das wird für lange Zeit auch das letzte Mal gewesen sein. Denn ich kenne die Veranstaltung noch aus normalen Zeiten und die jetzige Version fand ich eher deprimierend. Kontrolle des Impfpasses war ok, das ständige Angeben von Kontaktdaten empfinde ich allerdings mehr und mehr als übergriffig. Der Markt war bestenfalls halb so groß wie sonst, was schade war und es waren auffallend wenig Besucher da (Samstagnachmittag!), was seltsam, aber ok war. Gespräche gestalteten sich dank der dreimal verdammten Masken als schwierig, zwangloses Bummeln ging nicht, da die Strecke durch die Halle als Einbahnstraße ausgelegt war. Die Kaffee-Ecke fehlte ganz. Entsprechend wenig habe ich gekauft und war hinterher eher deprimiert als froh. Aber deprimiert bin ich zur Zeit sowieso permanent – ich bin derzeit alles nur noch leid.
    Ich mag nicht mehr…

  2. Der Grippe impft man bereits seit 1976 hinterher.

    Für den „normalen Deutschen reichen hier Regeln zu. Wie unsinnig sie auch sein mögen. Hauptsache: Befehl von oben!

    Ansonsten nutzt man halt den Impfpass als Passierschein und macht so weiter, wie immer.
    https://twitter.com/KSTA/status/1458744340235366401

    Testen wäre eine gute Option, nur ist das nicht gewollt. Auf jeden Fall nicht für Arme. Das stellt indes kein Problem für die meisten Deutschen dar. Im Vernichten von lebensunwertem Leben kennen sie sich ja prima aus.

    Daher beschloss der Deutsche auch, dass es eine gute Idee ist, gleichzeitig die Impfzentren zu schließen, eine Kampagne für das Boostern zu fahren und zusätzlich die Testzentren dicht zu machen und „getestet“ als Kriterium auszuschließen.
    Die Schlangen vor den mobilen Impfteams sind natürlich ein seltenes Phänomen und befeuern eine Pandemie ja auch nicht weiter (https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/dresden/corona-impfung-dresden-kritik-mobile-impfteams-100.html). Waren nicht mal 1,50 m die Regel? :D

    Wer solche Führer hat, braucht keine Feinde mehr.
    _____

    Übrigens sehr interessante Beiträge bezüglich Nahtod & Co.

  3. Das du noch mal kurz vor dem Wiederbeginn eines schwierigen Winters ein paar Tage in Italien urlauben konntest, das freut ich sehr für dich und ein klein wenig Wehmut kommt da schon bei mir hoch. Wünsche dir ganz viel Freude bei der Erstellung deines Fotobuches.

  4. Die (Erlebens)welten der Menschen trennen sich weiter.
    Zwischen der Mehrheit, die der immer schrilleren Propaganda aus Angst, Lügen und Trennung gehorcht und den anderen, die wirkliche Menschlichkeit, Wahrheit und Verbindung suchen und finden. Die selber denken und handeln. Jeder muss sich entscheiden. Die Titanic geht unter mit allen, die darauf sind.
    Für die meisten wird das völlig unvorbereitet geschehen, andere sehen seit Monaten klar und handeln, gemeinsam. Eine Zeitenwende.

    https://odysee.com/@orangetower:1/Nun-ist-es-fuer-uns-Zeit-weiterzuziehen:8?lc=0db3d23e77d575121040b40bc34d555039ca1c2acec254208e19dc2b0e573a41

  5. kleine Ergänzung. Kommentar Arztes zum Nachdenken.
    https://odysee.com/@orangetower:1/IMG_4736:0

  6. @luka: Was für ein unglaublicher Stuss (Video!), gespickt mit Beleidigungen und absurden Behauptungen und einer Selbstgefälligkeit, die ihresgleichen sucht. Ich wünsche DIR, dass du keinen großen Schaden nimmst, wenn dich die Realität aus deinem Wahn erweckt!

    Ich empfehle dir auch einen Link: Der Maschinist (ein nicht ideologisch verblendeter, nur „gewöhnlich renitenter“ Impfverweigerer) dokumentiert seine Corona-Erkrankung, jetzt Tag 4:

    „Der virale Handstreich hat begonnen. Husten habe ich bekommen. Recht krassen Husten. Keuchend bis ganz unten, ohne dabei etwas aus der sich inzwischen verklebt anfühlenden Lunge hervorholen zu können. Sehr widerwärtig. Ich klinge dazu wie einer der Krebskandidaten unten vom Späti mit ihren Lungentorpedos, die’s auch nicht mehr lange machen. Katarrh! Katarrh! Röööööhr! Das Atmen fällt schwerer als sonst. Hinzu kommt ein starker Durst, den ich nicht bekämpfen kann, weil er sich nicht bekämpfen lässt, egal wie viel ich trinke bleibt der Mund staubtrocken. Nachts ist das besonders eklig, weil das hilflose literweise Trinken dazu führt, ständig auf die Pissbox zu rennen, um festzustellen, dass der Mund trocken und der Durst trotzdem stur dableibt. Unschön, diese Kombination. Doch. Definitiv unschön.“

    Er denkt jetzt über sein Testament nach….

  7. Der Maschinist soll auch zu Selbstironie fähig sein.

  8. Hi Juri,
    klar, aber hast du ALLE Beiträge gelesen? Ich denke nicht, dass er das alles nur „selbstironisch“ schreibt. Er wirkt schon sehr betroffen – und ich finde es toll, wie er die „Flucht nach vorne“ antritt und nichts beschönigt. Teil 1 ist da am deutlichsten.

    Mir tut es richtig weh, wenn ich wirklich abseitiges Geschwurbel serviert bekomme. Dann bin ich regelmäßig echt erschrocken, bestürzt, irritiert – mir als Schreibende fehlen tatsächlich die Worte, um das angemessen auszudrücken.
    Leute, die unsicher sind und Angst vor den Impreaktionen und seltenen Nebenwirkungen haben, kann ich noch verstehen – aber wenn dann so wilde Verschwörungstheorien gebracht werden (gestern: „Pandemie war seit 2019 genau geplant, jetzt zünden sie die Stufe 5“ mit Verweis auf „alternatives Medium“). Das zeugt von einer derart krassen Unfähigkeit/Unwilligkeit, die realen und leicht verifizierbaren Tatsachen zur Kenntnis zu nehmen, es zeigt, dass Menschen bereit sind, jeden abseitigen Wahnsinn zu glauben (QAnon und mittlerweile viel mehr noch), und einfach nicht schnallen, auf welchen Abwegen sie wandeln. Es spricht von einer derart massiven Inkompetenz im Umgang mit Medien und Verlautbarungen von XYZ. Es erzählt von der Bereitschaft, zu Gunsten persönlicher Benefits (Teil einer irren „Gemeinschaft“ sein, was Besonderes sein, Rebell und Opfer sein usw. usf.) jede Vernunft in die Tonne zu treten, das mich das alles richtig fassungslos macht.
    Vielleicht trfft mich das als Internet-Urgestein besonders heftig, weil ich seit Mitte 90ger Netzmedien gestalte und wirklich genau weiß, dass das JEDER könnte. Ein Medium schaffen, das professionell aussieht, ist eine leichte Übung und „wildes Zeug“ bringt am meisten Klicks, Aufmerksamkeit und auch Geld. Aber die denken keinen Moment daran, dass da andere Interessen dahinter stehen, von bloßer Geldmacherei bis hin zum bewussten Destabilisieren politischer Verhältnisse.
    Ach, ich könnte noch lange weiter schreiben, belasse es aber dabei. Diese Ohnmachtsgefühle sind jedenfalls ätzend: genau zu wissen, dass die, die derlei glauben, durch keinerlei Fakten und Argumente mehr erreichbar sind – echt schrecklich!

  9. Nochmal zum Maschinist, dessen Befinden mir auf einmal wirklich nahe geht, obwohl ich seine alles-scheiße-Sicht der Dinge und sein offensives Sozialphobikertum nicht teile. In Teil 5 könnte man die Überlegungen zur Urne ja durchaus als „Selbstironie“ o.ä. labeln, aber das sicher nicht:

    „Derweil hat das Fieber eingesetzt. Pendelt zwischen 39 und 39,5. Selten darunter. Eher drüber. Bei 21 Grad in der Wohnung beginne ich unkontrolliert zu zittern. Was klar ist. Die reinste Physik. Körper heißer + Wohnung gleich warm = Gefühlte Kälte. Hilft Heizung aufdrehen. Hoodie anziehen. Wolldecke auspacken. Und wegen der Zitterattacken Horror vorm Pissengehen haben. Nervt.
    Mein Husten klingt dazu jetzt wie der eines altersschwachen notgeilen Esels. Oder der eines brünftigen Elchs mit Kehlkopfkrebs. Die Lunge fühlt sich an wie mit Blei beschwert, Last trifft Brust. Ich kann nur selten etwas hervorwürgen, um es auszukotzen und damit das eklige Rasseln mal kurz abzustellen. Herzrasen. Im Wechsel mit langsamerem, aber forderndem Herzbollern. Klar. Der Körper ackert. Ist sein Job. Trotzdem unangenehm. Ich lege mich nicht auf die linke Seite, weil ich mir einbilde, die linke Seite würde dem Herz die Aufgabe schwerer machen. Schwerkraft. Runterpumpen ist einfacher als Hochpumpen. Physik. Wieder reine Physik. Mehr bleibt ja am Ende nicht. „

    Ich hoffe, er steht es durch bzw. lässt sich rechtzeitig, bevor das Atmen wirklich schwierig wird, ins Krankenhaus fahren! Nach einem „leichten Verlauf“ sieht das jedenfalls nicht aus.

  10. Hallo Claudia

    Ohne das jetzt altklug oder von oben herab sagen zu wollen, da im Geschriebenen leider keine Mimik und Gestik zu transportieren ist: Bist Du immer noch der Meinung, dass es richtig war, die „paar Querdenker“ bei ihren Demos gewähren zu lassen?

    Das sind nicht nur ein paar Verstrahlte, die sich hier echauffieren und m.E. dafür medial zu viel Bühne bekommen, weil es Klicks bringt. Da steht ein harter Kern dahinter und dieser nutzt die Pandemie für seine Interessen aus und diese dienen definitiv nicht irgendetwas Demokratischen. Über die Korrelation zwischen speziell AfD-Hochburgen, Impfverweigerern und den jetzigen Zahlen sprechen m.E. genug Bände.

    Und genau wie jetzt aus „Rücksicht“ auf diese Minderheit wieder viel zu lange gewartet wurde mit Durchgreifen, gehört diesen Typen von Anfang an auf die Finger geklopft und Einhalt geboten. Stattdessen laviert man sich mit Blick auf Wählerstimmen und was weiß ich so durch und wundert sich jetzt vermeintlich über die Konsequenzen. Dabei war das alles mit Ansage und keiner wollte es wahrhaben.

    Sicher bin ich ein sehr toleranter Mensch, aber Toleranz muss Grenzen haben und die sind hier wie auch bei vielem Anderen längst überschritten und werden dennoch immer weiter gedehnt, während dieser Pöbel den Mehrheiten auf der Nase herumtanzt. Manchmal hilft eben nur das sprichwörtliche „Auf die Fresse“.

    Das sich jetzt viele Vernünftige unterordnen müssen und daher ihre – ich will es nicht Freiheiten nennen, weil ich den Begriff anders sehe – normale Art zu leben mit den pandemiebedingten Vorkehrungen von solchen Idioten vor die Füße geworfen bekommen, ist das Ergebnis dieses Wischiwaschi.

    Von daher gebe ich Juri Nello mit seinem unter normalen Umständen durchaus sinnvollen Ansichten zum Testen usw. nicht recht. Die Umstände sind eben nicht normal. Solange ein nicht Geimpftsein weiter Treiber der Pandemie ist, ist reines Testen Ungeimpfter keine Lösung.

    Das reduziert keine Infektionszahlen und damit auch nicht den ganzen Rattenschwanz der Folgen in den Krankenhäusern usw. Noch dazu ist das Mist, weil sich eben viele auch gehypt durch die Medien schon auf der Siegerstraße wähnten und nicht bedacht haben, dass in unseren klimatischen Bedingungen Viruserkrankungen mit dem Ende des Sommers wieder anziehen. Wenn schon testen, dann alle, damit auch Geimpfte/Genesene nicht zum Überträger werden, aber nicht als Freibrief für Verweigerer.

    Nur weil hier wieder Politik versagt, werde ich dennoch das für mich Sinnvolle tun und auch Armen steht das Impfen als Selbstschutz zu.

    Das Arme nun einmal der Teil dieser Gesellschaft sind, die man am liebsten nicht wahrnehmen und aus der Teilhabe heraus haben will und zu geringsten „Kosten“ am Leben erhält, ist jetzt so ein völlig neues Corona-Ding? Oder war Armut nicht schon immer ein Faktor für kürzeres, ungesünderes Leben, weil auch Vorbeugen und ab einem gewissen Punkt Behandeln eine Geldfrage ist?

    Das Vernichten „lebensunwerten“ Lebens findet derzeit eher durch die statt, welche sich dem Thema konsequent verschließen. Imho sind das aber nicht einmal die Ärmsten der Armen.

    Was den Maschinist betrifft, kann ich nachvollziehen, was er gerade durchmacht, weil wir kurz vor dem möglichen Impftermin im Frühjahr noch infiziert wurden. Der Verlauf war zwar bei meiner Frau und mir nicht so brutal, dass es auf die Station gegangen wäre, aber selber habe ich ebenfalls deutlich länger als bei einer anderen Virusinfektion benötigt, um wieder fit zu werden. Meine Frau laboriert bis heute mit Atemnot und es geht nur in ganz langsamen Schritten zur alten Form.

    Dann kommt noch die Psyche dazu, weil man im Wissen um die potentiellen Folgen stets in sich hinein hört, ob und wann da etwas kommt oder wann Atmen keines mehr ist. Zu dem subjektiven Ersticken kommt das ganze Brimborium an Schmerzen, matt Sein usw. noch dazu.

    Thomas

  11. @claudia Ich habe nicht bestritten, dass es ihm schlecht geht. Wenn es jedoch richtig schlecht bestellt ist, dann kümmerst Du Dich nicht mehr um Deine Künste, vgl. die Unvollendete. Er zeigt aber auch auf, was man als Geimpfter über 2G Parties den anderen trotzdem hinterlassen kann.
    Also besser nie testen, denn sonst geht das ja nie vorbei /sarc off.

  12. Mozart hat während seiner Arbeit am Requiem das Zeitliche gesegnet. Zum Leben ging’s ihm zu schlecht, zum Arbeiten nicht.

    Im Übrigen gilt für mich zunehmend: Leute, die glauben, der Impfstoff werde ihre DNA verändern, sollten das als Chance begreifen. Ich habe zunehmend weniger Verständnis für Bedenkenträger jeder Art, egal ob es um Masken, Abstand oder Impfungen geht.

  13. @Thomas: hast recht, man kann das alles nicht mehr so lassen – der Druck auf Ungeimpfte steigt immerhin mit den jetzigen Maßnahmen. Der „harte Kern“ wird allerdings nur noch trotziger werden und sich immer tiefer ins Schwurblermillieu verstricken.
    Deinen Schlenker zu dem Armen kann ich grade nicht nachvollziehen. Tests sind doch wieder kostenlos und fürs Impfen muss niemand bezahlen. ?

  14. Moin Claudia

    Der Schwenk zu den Armen bezog sich auf den Beitrag von Juri Nello.

  15. @Claudia

    PCR-Test (Ergebnis innerhalb 24 Stunden): 129,90 Euro
    Antigen-Schnelltest (Ergebnis innerhalb von 30 Minuten): 12,90 Euro, im Rahmen der Bürgertestung kostenlos.

    Entweder das läuft von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ab oder in Eurer Region ist ein Sponsor aktiv. Voraussetzung für den Test ist übrigens eine Versichertenkarte, die zumindest Obdachlose wohl selten inne haben dürften. Nach etlichen Kämpfen der Sozialverbände gibt es hier eine stichprobenartige Versorgung durch Johanniter / Malteser u. ä..

    Dabei sind die die vulnerable Gruppe Nummer 1. Die halten sich nicht in Ballungsgebieten auf, weil die so geil darauf sind angestarrt und bepöbelt zu werden, sondern weil die Chancen größer sind, etwas zu Essen oder zu Trinken abzufassen. Nebenbei ist es da auch oft wärmer, als unter der Autobahnbrücke. Um mal nicht auf die Latrinenbedürfnisse einzugehen.
    Apropos. Das 1. was Deutschland gegen Corona je unternahm, war es, alle öffentlichen Toiletten dicht zu machen. Volk: „Juhu! Die tun was!“

    Dann gibt es noch die große Zahl derer, die in die Notfallversorgung abgerutscht sind. Das sind die, die das Amt abgelehnt hat, weil sie noch etwas Erspartes hatten oder Soloselbständige, die keine Aufträge mehr bekamen oder krank wurden. Die können zwar zu den Impfstellen gehen, jedoch nicht zu den Ärzten ohne vom Auto angefahren worden zu sein. Sofern in der „Gesetzlichen“ gelten die als selbständig. Das macht 400 € pro Monat, sofern ein Sozialgericht nicht entscheidet, dass aufgrund der besonderen Lage nur maximal 200 zulässig sind (was so im Schnitt 5 Jahre dauern kann). Einmal nicht gezahlt und Du befindest Dich im Luxustarif. Dann sind 900 € pro Monat fällig. Einmal nicht gezahlt und der Staat schickt sein russisch Inkasso vor, genannt: Hauptzollamt. Die müssen keine Körperteile abschneiden, sondern nehmen die gleichen Sanktionen, wie bei Putin vor: Sie frieren Deine Konten ein. Da geht dann nix mehr rein oder raus. Voilà! Volk: „Juhu! Die tun was!“

    2. The Working Poor

    Siehe: https://www.bbc.com/news/health-56334982

    Siehe auch Maschinist:

    Bleiben Sie besser auf Abstand, sage ich zu dem Albaner. Ich bin bald tot. Ich hab‘ Coronner. Egal, sagt der. Machsu kein Sorrrge. Hattisch schon zwei Mal. Was? Und Sie leben noch? Siehstudoch. Lebischnoch.

    Vgl.: https://www.dw.com/en/covid-poverty-a-higher-risk-factor-than-ethnicity/a-56852214

    Man kann auch die in Deutschland getroffenen Maßnahmen zusammenfassen, um zu sehen, wieso hier eine beispiellose Hatz auf Arme stattfindet.

    „Wenn schon testen, dann alle, damit auch Geimpfte/Genesene nicht zum Überträger werden, aber nicht als Freibrief für Verweigerer.“

    Sicher. Testen mit Einschränkung. Am Besten noch von Hartz IV abbuchen.
    Man, man, man! Des kleinen Mannes Eugenik.

    Was noch fehlt ist die Pandemie der falsch geimpften.
    JJ und Du bist raus. Eh Moment, doch nicht. Das Impfzertifikat hat noch volle Gültigkeit, obwohl man nur 1 x hin musste. Na dann: Ab auf die Zülpicher Str..

    AZ. „Eh, Moment, doch nicht so gut!“ Impfzertifikat bleibt gültig.

    Biontech: „Oh, Moment. Das geht so nicht! Wir müssen das Moderna machen.“

    Du hast Sputnik, Soberana, CoronaVac (o. ä.) im Pass stehen?
    Pech gehabt: „Du bis nicht geimpft!“

    Solange es keine sterile Immunität gegen die Seuche gibt, bleibt eben nur das Testen und eine weitgehende Selbstisolation übrig.

    Das Arme nun einmal der Teil dieser Gesellschaft sind, die man am liebsten nicht wahrnehmen und aus der Teilhabe heraus haben will und zu geringsten „Kosten“ am Leben erhält, ist jetzt so ein völlig neues Corona-Ding?

    Da bin ich bald sprachlos. „Wir hätten auch alles so lassen können, wie 1933.“

    Sie auch: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/129317/COVID-19-Welche-Public-Health-Massnahmen-wirken-am-besten

  16. Ach Herr Nello

    Im Verdachtsfall waren die Test selbst in der Zeit kostenlos, als man für´s freiwillige Testen bezahlen mußte genauso wie der darauf folgende PCR beim Arzt. Das ist inzwischen wieder vom Tisch. Dazwischen gabes in verschiedenen EInrichtungen weiter kostenlose Tests für Obdachlose. Das die so oder so nicht ausreichen, diese sich dann oft nicht hinbegeben und mit solchen Maßnahmen wie dem Schließen öffentlicher WC der Sache letztendlich nicht gedient ist, ist klar.

    Impfen war ebenfalls die ganze Zeit kostenlos und hätte daher auch von den Obdachlosen gemacht werden können. Inwieweit diese das aus Scham usw. nicht gemacht haben, lässt sich schwer beurteilen.

    Was das jetzt mit HartzIV-Empfängern/Obdachlosen und einer Hatz auf Arme zu tun hat, erschliesst sich mir nicht, wenn Impfverweigerer nachweislich den kostenlosen Test genutzt haben, um sich damit am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen und das teils sogar noch mit falschen Zertifikaten = komplett ohne Nachweis. Da auch Geimpfte und Genesene übertragen können, müssen diese halt auch getestet werden. Aber statt wenigstens zu versuchen, den Sinn einer Aussage zu verstehen, macht man´s lieber nicht unter Eugenik.

    Ich kann mir z.B. vorstellen, dass die von Ihnen Genannten weder in die Verlegenheit kommen, auf diese Art ein Konzert/Fußballspiel etcpp. zu besuchen noch das Geld haben, sich mit derlei gefälschtem Kram einzudecken. Mir erschließt sich auch nicht, was daran nicht zu verstehen ist, wenn es um die Frage Impfen oder nicht geht.

    Genauso war das Auflisten der ganzen Impfsorten und die Probleme privat Versicherter unnötig. Auch das sind Dinge, die nicht erst seit Covid so laufen, nur eben dadurch verschlimmert wurden und dabei zugegeben der Staat/Gesetzgeber/GKV sicher nicht ungern verschleppt und verschmiert. Ist ja auch für die Geld, welches nicht oder später gezahlt wird oder wurde. Über die Rennerei zu den Ämtern wegen der Nothilfen usw. hat z.B. Pantoufle m.E. genug geschrieben. Das hätte freilich anders laufen müssen, passt aber in das Versagen der u.a. Gesundheitsministerien wie Arsch auf Eimer, die genau wie jetzt lange genug Vorlauf hatten, um sinnvolle und vor allem bei Bedarf schnelle Lösungen zu finden.

    Am Faktum ändert es genausowenig, dass Arme in dieser Ordnung schon immer die Gearschten waren und Covid dabei nur weiter verschärft, weil die keine Lobby haben im Gegensatz zu den notleidenden Banken und Großunternehmen. Das sind aber nun einmal Tatsachen und nur weil ich die hier so unverblümt wiedergebe, sagt das nichts über meinen Standpunkt dazu aus.

  17. @Juri Nello:
    In Berlin wird dank des R2G-Senats (an dem medial fast nur rumgemeckert wird) in Zusammenarbeit mit sozialen Institutionen für Obdachlose recht viel getan.

    -> Impfstart für Berliner Obdachlose
    -> Charité COVID-19 Projekt für und mit obdachlosen Menschen: Digitale Wissensvermittlung (Du kannst dich impfen lassn -> mehrsprachig)
    -> Nach guten Erfahrungen in der Corona-Pandemie will die Berliner Senatssozialverwaltung bei der Obdachlosenhilfe das Angebot jenseits der klassischen Notübernachtungen ausbauen.
    -> Erstes Hotel für Obdachlose geöffnet
    -> Obdachlose mit Coronavirus: Berlin eröffnet Quarantänestation

    Während der kostenpflichtigen Testphase waren die Tests für Hartz4er weiterhin kostenlos.

    Bundesweit ist eine Versicherungskarte für die Impfung nicht erforderlich:

    „Tatsächlich steht in der Bundesimpfverordnung in Paragraf 1: Anspruch auf eine Impfung gegen das Coronavirus haben alle, die in der Bundesrepublik ihren Wohnsitz oder Aufenthaltsort haben. Laut Paragraf 3 gilt dieser Anspruch auch für Asylbewerber. Und das ist kostenlos. Den Impfstoff zahlt der Bund. Die Krankenkassen haben mit der Impfung also nichts zu tun.

    Das heißt: Auch Unversicherte könnten sich jederzeit kostenlos impfen lassen – in Impfzentren, bei mobilen Impfteams, bei der Allgemeinärztin. Das bestätigt der Hausärzteverband MDR AKTUELL. Demnach genügt es, irgendein Ausweisdokument vorzuzeigen, um die Daten der Geimpften erfassen zu können. Das kann die Krankenversicherungskarte sein, muss aber nicht.“

    Es gbit zudem ärztliche Versorgung für Menschen ohne Krankenversicherung bei der malteser Stadtmission, sowie bei „Ärzte der Welt“ (inkl. Flüchtlinge ohne Aufenthaltsstatus,

    Natürlich ist das alles immer nicht genug, aber doch so viel, dass dein Vorwurf, „Hatz auf Arme“ zumindest in Berlin nicht stimmt.

    Dass die Obdachlosenunterkünfte jetzt jeden kostenlos (!) testen, ist übrigens auch keine tolle Lösung, wie dieser Bericht zeigt.

  18. Toller Beitrag, Claudia!

    Das mit der Normalität hat auch noch eine andere Komponente, finde ich: Wir müssen uns alle mal langsam wieder abregen und eher etwas stoisch lernen, die Realität zu akzeptieren, als immer zu versuchen, einen Sündenbock für die Realität zu finden.

    „Die Regierung versagt“, „die Kommunikation der Infektiologen ist verwirrend“, „die Maßnahmen sind hart“? Ja, was denn sonst? Wer will sich denn hier hinstellen und sagen, „wenn ich Gesundheitsminister wäre, hätte ich alles korrekt gemacht“? Wer versteht denn nicht, dass wir alle dazu lernen, wenn eine nie zuvor gesehene Krise über alle hereinbricht?

    Und zuletzt, als jemand, der versucht, sich selbst und andere zu schützen und trotzdem ansehen muss, wie Bekannte sterben, muss ich sagen: Die Wut und Aufregung der „Impfgegner“ geht mir gehörig auf den Senkel. Diese Wut wird sich umkehren müssen, denn letztlich sind es die, die sich selbst aus ganz ureigenen und auch kruden Überzeugungen heraus nicht vor Infektionen schützen, diejenigen, die allen anderen diese immer wieder kommenden Wellen einbrocken (mal abgesehen von den vielen armen Ländern, denen Impfstoff vorenthalten wird).

    So, jetzt habe ich selbst einen „Sündenbock“ identifiziert. Sorry!

  19. Toller Beitrag, Claudia!

    Das mit der Normalität hat auch noch eine andere Komponente, finde ich: Wir müssen uns alle mal langsam wieder abregen und eher etwas stoisch lernen, die Realität zu akzeptieren, als immer zu versuchen, einen Sündenbock für die Realität zu finden.

    „Die Regierung versagt“, „die Kommunikation der Infektiologen ist verwirrend“, „die Maßnahmen sind hart“? Ja, was denn sonst? Wer will sich denn hier hinstellen und sagen, „wenn ich Gesundheitsminister wäre, hätte ich alles korrekt gemacht“? Wer versteht denn nicht, dass wir alle dazu lernen, wenn eine nie zuvor gesehene Krise über alle hereinbricht?

    Und zuletzt, als jemand, der versucht, sich selbst und andere zu schützen und trotzdem ansehen muss, wie Bekannte sterben, muss ich sagen: Die Wut und Aufregung der „Impfgegner“ geht mir gehörig auf den Senkel. Diese Wut wird sich umkehren müssen, denn letztlich sind es die, die sich selbst aus ganz ureigenen und auch kruden Überzeugungen heraus nicht vor Infektionen schützen, diejenigen, die allen anderen diese immer wieder kommenden Wellen einbrocken (mal abgesehen von den vielen armen Ländern, denen Impfstoff vorenthalten wird).

    So, jetzt habe ich selbst einen „Sündenbock“ identifiziert. Sorry ;)

Was sagst Du dazu?

*) Ein Name muss angegeben werden. Wenn du keine Mailadresse angeben willst, lass das Feld frei. Wenn du aber weitere Kommentare abonnieren willst, musst du natürlich auch eine Adresse angeben! Auch wäre es NETT, eine anzugeben, weil ich gelegentlich mal nicht öffentlich antworte. IP-Adressen werden nicht gespeichert. Was mit Daten auf diesem Blog passiert, erfährst du in der Datenschutzerklärung.