Claudia am 25. November 2019 — 21 Kommentare

Winterschlafneigung

Zur Zeit würde ich am liebsten im Bett bleiben, bzw. es bald wieder aufsuchen. Mich vom TV berieseln lassen, zwischendurch mal deftige oder auch süße Sachen essen. Und ansonsten engagiert NICHTS tun – keine Wünsche und erst recht keine Lust mich über irgend etwas aufzuregen. Vielleicht bin ich ja mit den Bären verwandt, die den Winter komplett verschlafen?

Eigentlich wollte ich heute in den Garten. Aber das Wetter war und ist so abschreckend, dass es diese Idee schnell ausgebremst hat. Novembertrüb, nass, ohne dass es regnen würde, wolkenverhangen, keine Aufhellung nirgends. Zum Glück zwingt ja nichts, das Vorhaben in die Tat umzusetzen. Ein paar Büsche beschneiden, das hat noch den ganzen Winter lang Zeit. Ich beschränke mich aufs Planen und Garten-Bloggen, danach fühl ich mich auch schon wieder müde.

Zum Glück bin ich nicht krank. Um diese Zeit erwischt es viele, ich bin da privilegiert, weil ich kaum unter Leute gehe. Die Viren finden mich gar nicht erst, toi toi toi.
Auch die „Winterdepression“ packt mich nicht, vielleicht weil ich nicht versuche, gegen die Novemberstimmung in Körper und Geist anzustrampeln.

Schreibend widerstehe ich mit einiger Mühe der aufkommenden Versuchung, irgend etwas Kritikwürdiges anzuprangern. Da bieten sich ja haufenweise Themen an! Statt dessen denke ich daran: Wie die Erde wohl in 100 Millionen Jahre aussehen mag? Keine Spur mehr von Menschen… irgendwie hat das was Tröstliches.

Diskussion

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21 Kommentare zu „Winterschlafneigung“.

  1. Müde machen kann einen das Wetter schon.
    Gestern raffte ich mich dennoch auf, lief in die Stadt, um dort über meine neue Kompaktkamera zu reden, ein kleines Profibuch dazu in der Buchhandlung meines Vertrauens zu bestellen, gutes Brot zu kaufen und zum Auto zurückzutrotten.
    Es sind viele Leute unterwegs, Wetter hin und her. So muß und sollte es ja auch sein!
    Wenn es heute ein wenig Sonne geben sollte, man weiß ja nie, trotte ich zu „meinem Efeu“, um dort Insektenfotos zu machen. 6 Grad würden reichen, jetzt sind es schon 8.

  2. Das liest sich wie der Anfang eines Kapitels aus May Sartons „Journal of a Solitude“. Außer, dass sie glaube ich keinen Fernseher hatte.

  3. @joha, nein, Claudia hat keine Depression, ist auch keine Solitude.
    Aber die letzten Worte mit den 100 Millionen Jahren könnten darauf hindeuten ;-)

  4. @Joha: fühle mich geehrt, mit so einer produktiven Literatin verglichen zu werden!

    @Gerhard: behauptet Joha ja nicht, sondern meint nur den Schreibstil. Und wann, wenn nicht im November, wäre die richtige Zeit dafür?

  5. Es ist aber auch ein trüber November. Ich hab ja das Privileg, den ganzen Tag tun und lassen zu können, was ich möchte. Jedenfalls, solange ich mich nicht allzu lange von zu Hause entferne. Abnehmen kann ich so nicht, obwohl ich doch fast täglich eine Weile an der frischen Luft bin. Vielleicht liegt das auch am obligatorischen Stück Kuchen, dass wir uns nachmittags zum Kaffee gönnen? Denk dran, bald fängst die Weihnachtszeit an und es geht (spätestens Anfang Januar) wieder aufwärts. Die Tage werden wieder länger. https://photos.app.goo.gl/9FtwTpNRqobLVPqC9

  6. Da fallen mir sofort wieder diese wunderbar produktiven Jahreswechselveranstaltungen ein, die mit den Schreibskulpturen oder wie nochmal genannt?
    Immer um diese Zeit denke ich dran, versuche, für mich so Einiges davon am Leben zu erhalten…
    Gruß von Sonja
    P.S.: alles DARF….weißt ja. Und manchmal sieht man bei den Berieselungssachen richtig interessantes, verwertbares Zeug.

  7. @Sonja: ja, die „Kurse für Jahresendzeitmuffel“ (Schreibimpulse) waren wirklich wunderbar! Schön, dass sich auch Andere mit Freude daran erinnern.

  8. @Claudia:

    „Wie die Erde wohl in 100 Millionen Jahre aussehen mag? Keine Spur mehr von Menschen… irgendwie hat das was Tröstliches.“

    Vor ein paar Tagen habe ich ein sehr beeindruckendes und sehenswertes Youtube-Video gefunden:
    „ZEITRAFFER DER ZUKUNFT: Eine Reise ans Ende der Zeit“

    Da geht es nich nur um die Erde, sondern gleich um die (mögliche) Zukunft des gesamten Universums, wie es die Wissenschaft derzeit sieht.
    Die Existenz eines einzelnen Planeten und einer intelligenten, sich selbst bewussten Spezies darauf wirkt in diesem 30-minütigen Video wie ein kosmisches Aufblitzen einer extremen Unwahrscheinlichkeit.
    Einerseits etwas Tröstliches, wie du sagst, weil es unsere unfassbare Bedeutungslosigkeit im kosmischen Maßstab zeigt – andererseits macht so ein Zeitraffervideo meiner Ansicht nach bewusst, wie ungemein wertvoll und kostbar jeder Augenblick unseres Lebens sein kann, wenn man versucht, einen Bezug dieses kosmischen Schauspiels mit unserer ganz individuellen Lebenswirklichkeit zu finden. So ein geschaffener Bezug relativiert auf eigenartige Weise jedes Engagement bei unzähligen Themen, jede Empörung über viele Probleme und stellt das scheinbar so wichtige Anprangern von Kritikwürdigem in Frage. Aber irgendwie müssen wir uns ja intellektuell beschäftigen – engagiert NICHTS zu tun oder die höhere Kunst des Müßiggangs zu betreiben halten (leider) die wenigsten aus.

    Im Übrigen muss ich gestehen, dass ich wahrscheinlich auch mit den Bären verwandt bin, weil ich den Winter am liebsten komplett verschlafen würde, wenn ich könnte ;-)

  9. @Günter, recht spannendes Video.
    Natürlich: Diese trilliontrilliontrillion…years sind zu heftig im Ausmaß, das macht es unglaubwürdig.
    Du schreibst:

    So ein geschaffener Bezug relativiert auf eigenartige Weise jedes Engagement bei unzähligen Themen, jede Empörung über viele Probleme und stellt das scheinbar so wichtige Anprangern von Kritikwürdigem in Frage.

    Das empfinde ich nicht. Leben ist einzigartig und es ist die Frage, ob es überhaupt je noch entstehen könnte , obwohl es da natürlich zurecht die gegenteilige Annahme gibt.
    Aber ich meine, wir müssen uns um unsere Erde kümmern, da führt kein Weg vorbei.

  10. Was das Video andeutet, ist natürlich der enorme Stretch an Zeit, der noch vergehen wird, bis Zeit seine Bedeutung verliert.
    Ich kann mir gut vorstellen, daß die Zeit vom Bigbang bis jetzt nur ein Wimpernschlag ist.
    Das Video spricht auch von einem äusserst, äusserst kleinen Fenster, in dem Leben im Universum möglich ist. Wenn das Fenster geschlossen ist, dann regiert nur noch eine Physik, die sich endlos entlang vorhersehbarer Abläufe entlang entwickelt, aber ohne Sonnen.
    Aber all das bedeutet nicht, daß wir jetzt Verantwortung haben – oder?

  11. @Gerhard:

    Natürlich: Diese trilliontrilliontrillion…years sind zu heftig im Ausmaß, das macht es unglaubwürdig.

    Es ist, das wird auch mehrmals im Video betont, Spekulation auf Grund unseres derzeitigen physikalischen Wissensstandes. Solche kosmische Theorien über Entstehung, Verlauf und Ende des ganzen Universums sind zugegeben auch mir manchmal zu abenteuerlich, aber eines zeigen diese unvorstellbaren zeitlichen und räumlichen Dimensionen sehr deutlich: wir als Spezies dieses Planeten sind aus kosmischer Perspektive verschwindend klein und zerbrechlich – so ähnlich wie ein Individuum im Vergleich zu fast acht Milliarden Menschen.

    Aber ich meine, wir müssen uns um unsere Erde kümmern, da führt kein Weg vorbei.

    Fast alle Menschen kümmern sich vor allem einmal um sich selbst und das eigene (kleine) Leben, dann kommt lange nichts und ganz selten wird der Gedanke auf „unsere“ Erde gelenkt (wer sagt eigentlich, dass dieser Planet uns gehört? – ich finde diesen Besitzanspruch eher anmaßend). Solche Gedanken auf das Große und Ganze werden aber in der Regel schnell wieder verdrängt, weil sie zu beklemmend, zu anstrengend und zu aussichtslos erscheinen. Außerdem müsste man dann ja auch Antworten auf meist philosophische Fragen geben – und das erscheint definitiv für die meisten zu schwierig zu sein. Dazu braucht es Zeit, Konzentration und Tiefe – alles Dinge, die in unserem schnelllebigen Alltag leider keinen Platz haben.

    […] Aber all das bedeutet nicht, daß wir jetzt Verantwortung haben – oder?

    Du meinst sicher, dass wir Verantwortung haben müssen (?).
    Ja, wahrscheinlich hast du recht.
    Obwohl ich denke, dass wir den Begriff ‚Verantwortung‘ genauso wie den Begriff ‚Freiheit‘ zwar ganz selbstverständlich verwenden, aber die auch sehr problematisch sind bzw. werden, wenn man die unüberschaubar vielen Faktoren und Zwänge berücksichtigt, die unser Leben in jedem Augenblick beeinflussen.

    Aber ich fürchte, das alles führt ganz weit weg vom eigentlichen Thema: die Neigung zum Winterschlaf ;-)

  12. @Günter: Eine Winterschlafneigung verspüre ich nicht. Zwar kann ich jetzt kaum mehr Insekten fotografieren, was über weite Strecken des Jahres sehr befriedigend war. Aber jetzt kommen halt andere Dinge.

    Zur Verantwortung: War gerade in einem Discounter, sah eine Schokolade und kaufte sie dann doch nicht. Sie war mehrfach eingepackt. DAS schreckte mich ab.
    Diese Verpackungsgeschichten, die sind ja seit Jahren Stein des Anstosses, aber es tut sich nix.
    Im Sommer gesehen, wie ein Klavier für einen Transport verpackt wurde. Viele Decken, dann noch 60 cm breite Plastikbahnen aussen rum und noch anderes.
    Das Klavier wurde dann wohl nicht sehr weit weggefahren und wieder neu aufgebaut. SO LÄUFTS.
    Da sich so wenig tut auf diversen umweltrelevanten Feldern, das kann und muß entmutigen.

  13. @Gerhard:

    Zur Verantwortung:[…]Da sich so wenig tut auf diversen umweltrelevanten Feldern, das kann und muß entmutigen.

    Ich denke, wir können nur versuchen, für unser eigenes (Über)Leben Verantwortung zu übernehmen. Alles andere überfordert uns, wir lenken uns ab und verdrängen meist die umweltrelevanten Felder.
    Mir geht es da genauso. Jetzt habe ich zB wochenlang versucht, das Klimaproblem in meinem Bewusstsein zu halten – mit dem Ergebnis, dass ich einsehen musste, dass ich das auf Dauer nicht gut durchhalte. Es überfordert mich. Ich fange wieder an, mich abzulenken, ganz persönliche Ziele egoistisch zu verfolgen, mein kleines Leben einfach zu leben, das ich überblicken und beeinflussen kann. Den großen Rest blende ich meist aus.
    Verantwortung? … für den ganzen Planeten? …
    Hmm, nein – Fehlanzeige.
    … für mich Größenwahn zum Quadrat.

    Unsere Vorstellungskraft und die Möglichkeit, uns etwas bewusst zu machen – auch fatale Entwicklungen gehören da dazu – machen uns zum Menschen, heben uns quasi vom Rest der Tierwelt ab. Das hilft uns aber wenig bis gar nichts. Wir bleiben Tiere auf der Erdoberfläche, die aussterben können, wenn sie schlecht an ihre Umwelt angepasst sind bzw. sich die Umwelt dramatisch schnell verändert.

    Wie es aussieht, sind unsere Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte als „erfolgreiche“ Spezies gezählt. Das kann, muss aber nicht entmutigen, finde ich. Man kann Haltung bewahren. Auch im Untergang. Es hängt alles nur von der eigenen Einstellung ab. Wenn ich nichts mehr erwarte, bin ich immun gegenüber fatalen Entwicklungen, die ich soundso nicht beeinflussen kann. Sich abfinden mit der eigenen Position und Stellung in einer übergroßen Welt hat nichts mit entmutigender Resignation zu tun, sondern mit einer realistischen abgeklärten Einstellung, denke ich. Mehr geht nicht – zumindest zur Zeit bei mir persönlich.

  14. @Günther: Ich neige ja auch zur realistischen Sicht. Die Umweltprobleme werden uns überrollen wie ein zu unruhiges Meer.
    Es war abzusehen, es wurde nichts gemacht – das gehört untrennbar zur menschlichen Spezies, nichts anderes ist zu erwarten.
    Man muß dann später all das, was kommen wird, abzufedern versuchen.
    Dann wird es vorbei sein mit dem bequemen Leben, von dem wir ja alle mittlerweile nicht lassen wollen.
    Noch mal schnell für 4 Tage ins Himalyagebiet, den Loft hübsch herrichten lassen und derweil heftigst glotzen, damit die Kohle reinkommt. Der nächste Trip mit exklusiven Freunden auf einer exotischen Insel ist ja schon gebucht. Das wird megafein, mit vielen superben Überraschungen.

  15. @Gerhard, ich fürchte, du beschreibst die Zukunft ganz richtig. Wir (die Deutschen) verfügen nicht den nötigen Wirkungsgrad, um den Rest der Welt zu beeinflussen. Im Gegenteil, die Erfahrungen in unserem Land haben eher das Potenzial abschreckend zu wirken. Nicht dass ich finde, dass der Kampf gegen den Klimawandel unnötig ist, er wird so nicht zu gewinnen sein. Die Menschen sind egoistisch und super im Verdrängen. Erst, wenn die Katastrophe unübersehbar ist und es für wirksame Maßnahmen zu spät ist, ändert sich etwas. Hendryk M. Broder glaubt, wir seien auf dem Weg in einen neuen Totalitarismus. Er findet, dieser geht von der Klimabewegung aus. Vielleicht ist der Vorwurf nicht ganz unbegründet; gerade mit Blick auf das Ausarten so mancher Diskussion und der Rufe nach gewissen Konsequenzen.

    Sobald die Leute begreifen, dass die Auswirkungen sie direkt und persönlich in ihren Freiheiten einschränken oder ihr Geld kostet, ergeben sich ganz neue Lager. Soweit sind wir noch nicht.

  16. @Günther:

    finde es gut, dass du zu deiner „abgeklärten“ Haltung gefunden hast! Was haben wir denn mehr als „unser kleines Leben“? Sollen wir das etwa in voraus eilendem Sterben-Üben aufgeben? Halte ich für übertrieben, nicht machbar und auch nicht hilfreich.

    @Gerhard:

    „Man muß dann später all das, was kommen wird, abzufedern versuchen. Dann wird es vorbei sein mit dem bequemen Leben, von dem wir ja alle mittlerweile nicht lassen wollen.“

    nur dass es „wir alle“ nicht geben wird. Die Reichen werden noch lange gut leben können.

  17. hallo ihrs, Hallo Claudia

    heute wurde die Mutter eines Arbeitskollegen beigesetzt.
    obwohl ich mir vorgenommen hatte, NIE wieder zu einer beerdigung zu gehen (ausser der eigenen) fühlte ich mich meinem Kollegen verpflichtet
    und ging (verkleidet mit schwarzem Ledermantel, schwarzer Hose und geputzten schwarzen Arbeitsschuhen) hin.

    Sie war 84, hatte einen Unfall (oberschenkelhals und Hüfte) und dieser Unfall hat in der Folge Ihr hierseitiges Leben zum Abschluss gebracht.

    Meine Mutter ist ebenfalls 84, Pflegebedürftig (Altersdiabetis + aufkeimende Demenz) und wird von mir so gut es geht gepflegt. Unterstützt werden wir von der AWO die 3x täglich zur Diabetisversorgung kommt + Haushaltshilfe 1x die Woche.

    Angesichts der Todesfälle in meiner direkten Umgebung bin ich hinsichtlich Beurteilung des Weltgeschehens wesentlich ruhiger und eher demütiger geworden. Das Grosse RAD lässt mcih mehr und mehr kalt,
    mein täglicher Arbeitsweg mit dem Rad ist mir nahezu wichtiger als das impeachment gegen Trump, CO2 schwindel, Greta, Rezo oder ganz im allgemeinen die mir schon seit vielen Wintern bekannte menschgemachte Umweltzerstörung.

    angesichts des Todes, der allfälligen Möglichkeit, selbst der nächste zu sein verschiebt den Tellerrand der Wahrnehmung
    ins universelle Endliche.

    leben im hier und jetzt, jede minute könnte die letzte sein ist eine Art zu leben, die Genuss und lebens“freude“ vollkommen anders definiert als alle überkommenen „Arm/Reich“ uebereinkünfte. unsere „werte“ siond auch nur worte, solange sie nicht gelebt werden.

    es gibt im letzten hemd keine Taschen, hamstern für die Zukunft ist vollkommen sinnlos. Angst ist ein anderes wort für den Willen zum „leben“
    wenns dann mal gut läuft, später, wenn der Kredit, das haus, das auto die playstation oder der ganze sonstige teure Tand mit dem wir uns umgeben und unseren Status definieren lassen- bezahlt und vergessen ist.

    vor allem ist es interessant dahinter zu kommen, dass dieser Zustand einem materiell orientierten bewusstsein niemals zuteil werden kann,
    da unsere gesamte Kommunikative Fähigkeit in dieser Welt auf eben jenen Grundlagen der Existenz beruht.
    wie der Esel, dem die Möhre 10 cm vor dem Maul m ittels einem an seinem Hals befestigten starren Gegenstand befestigt und vorgehängt ist.

    @Gerhard:

    „Man muß dann später all das, was kommen wird, abzufedern versuchen. Dann wird es vorbei sein mit dem bequemen Leben, von dem wir ja alle mittlerweile nicht lassen wollen.“

    aus meiner sicht ist dieses „später“ eher als niemals zu verorten.

    das ist nicht wertend gemeint sondern eher philosophisch:)

    auf einem Friedhof ticken die Uhren ihren unendlichen kreislauf erfundener wunschvorstellungen und sinnloser zerstückelung
    unzusammenhängender Ereignisse kosmischer Wirkungen, ich stehe neben meinem arbeitskollegen und freue mich darüber dass er mit dieser situation offensichtlich hundertmal besser fertig wird als ich an seiner Stelle jemals werden würde und weiterhin ein super arbeitskollege bleiben wird.

    nur kurz ein paar abtrünnige Gedanken zum Thema Umwelt und Ihre Zerstörung

    gruss vonner Rems
    inheuteinschwarzgo

  18. Hi Ingo,
    danke für diesen wunderbaren Beitrag, der die Essenz aller Lebensphilosophie in Worte fasst.
    Zum Glück haben wir nicht alle ein „rein materiall orientiertes Bewusstsein“ bzw. sind wenigstens ab und an bereit und fähig, das Leben hierjetzt wahrzunehmen, es zu schätzen und zu genießen, soweit es eben geht.

    Mir ist irgendwann mal auf eine gefühlt ganz neue Art klar geworden, dass auch Superreiche nicht mehr als SATT werden können. Banal, aber doch nicht bedeutungslos.

  19. @Ingo:

    unsere „werte“ sind auch nur worte, solange sie nicht gelebt werden.

    Ein alter Satz, aber wahr.

    Ich sehe unsere Welt wie einen kleinen schweren Metallspiegel mit Struktut, der mit Hämmerchen in alter Methode bearbeitet wurde. Auf der Rückseite sieht man nur dann etwas von dieser Arbeit an der Oberflächenstruktur, wenn man das Foto digital bearbeitet. Dann steht man den infinitesimalen Durchdruck.
    So in etwa sehe ich unsere Anstrengungen. So kann man es sehen.

  20. @Claudia:

    Was haben wir denn mehr als „unser kleines Leben“?

    Du schreibst seit zwanzig Jahren regelmäßig, persönlich und sehr authentisch über Teile deines „kleinen Lebens“. Respekt – das finde ich bemerkenswert! Und trotzdem gilt, finde ich, was Christoph Ransmayr (von dem ich im Sommer einen Roman gelesen habe) in einem Gespräch gesagt hat:

    „Der allergrößte Teil der Welt, auch unserer persönlichen, vertrauten Welt, treibt, unerzählt und ohne jemals zur Sprache gebracht worden zu sein, an uns vorüber.“

    Quelle: https://www.fischerverlage.de/interview/gespraech_mit_christoph_ransmayr_zu_seinem_atlas_eines_aengstlichen_mannes/1504214

    Du hast natürlich völlig recht, wenn du schreibst, dass wir nicht mehr haben als „unser kleines Leben“. Das ist keine Untertreibung oder falsche Bescheidenheit, sondern eine tiefe philosophische Einsicht, denke ich.
    Nebenbei gesagt, haben Superreiche meiner Ansicht nach auch nur ein „kleines Leben“ – existenziell betrachtet. Deswegen kann ich sie auch nicht wegen ihres „äußeren“ Reichtums beneiden, wie bequem, luxuriös und exotisch ihr Leben auch immer sein mag.
    Ich beneide, wenn überhaupt, eher Menschen mit einem „inneren“ Reichtum, denen es gelingt, ihr Leben – oft allen Widrigkeiten zum Trotz – so zu bewältigen, dass sie mit sich, ihren Mitmenschen und ihrer Umwelt im Reinen sind. Dazu braucht es „nur“ eine Art Lebensklugheit – und die kann man nicht kaufen. Ich denke, dass du, @Claudia und auch @ingo, diese Lebensklugheit besitzen – das kann jeder hier in deinem Blog nachlesen.

  21. guter mond , du gehst so stihile
    durch die abend wohoholken hin

    worin steckt denn nun dein wihile
    und ergibt dein wandern einen sinn

    duhu bist so lang schon hier am wahandern
    jeden tag, abends und bei nacht

    duhu tust wie a_ha_alle a_handern
    was im grunde jedes leben macht

    drehst im kreise lahahange ruhunden
    auf deinem weg durch die lange nacht.

    (inspiriert aus einer aufkeimenden philosophischen
    diskussion /W.hammel)

    gruss vonner rems
    inmankönnteheulenwennsnichsoschönwärego

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