Thema: Liebe, Beziehung, Geschlecht

Claudia am 17. September 2018 — 9 Kommentare

Gegen den Feminismus der Schwäche – Flaßpöhler bei PRECHT

Ein großartiges Gespräch über „Die Zukunft von Mann und Frau“ lief gestern im ZDF in der Reihe „PRECHT“. Die Philosophin Svenja Flaßpöhler hat sich zur Geschlechterdebatte in einer Weise positioniert, die mir aus der Seele spricht. Schaut es euch doch mal an:

In einer unaufgeregten, aber dennoch engagierten Weise kommen wichtige Streitthemen und kulturelle Entwicklungen der letzten Jahrzehnte zur Sprache: Geschlechtsunterschiede, die Rolle der „Leiblichkeit“, Dekonstruktion / Judith Butler, #Metoo, Abkopplung der Sexualität von der Partnerschaft (Reproduktionstechnik, Cybersex, externe Gebärmütter?), Kapitalismus, Zukunft der Zweierbeziehung, neue Lebensformen und viele mehr. Weiter → (Gegen den Feminismus der Schwäche – Flaßpöhler bei PRECHT)

Claudia am 14. Juli 2018 — 2 Kommentare

Murmeltiere: tolle Väter!

Aus der sehenswerten Doku „Deutschland von unten„:

Murmeltiere

„Murmeltierweibchen paaren sich immer mit mehreren Männchen. Durch diesen Trick fühlen sich alle als potenzielle Väter und helfen, den Nachwuchs während des langen Winterschlafs zu wärmen… Wenn die letzten Almkühe ins Tal hinab getrieben werden, kuscheln jetzt alle dort, wohin selbst der strengste Frost nicht vordringt: in 5 bis 7 Metern Tiefe, die Jungtiere stets in der Mitte.“

Ohne diese „Kuschelhilfe“ würden die Kleinen den langen Winterschlaf nicht überleben. Bin beeindruckt, denn sonst kennt man im Reich der Säugetiere eher das Konkurrenzverhalten: andere Männchen werden bekämpft, ihr Nachwuchs sogar oft getötet.

Claudia am 22. Dezember 2017 — 1 Kommentar

Zum schwedischen Einverständnisgesetz (#Vergewaltigung)

Falls irgendwer das noch nicht mitbekommen hat: Schweden hat ein Gesetz erlassen, das über das „Nein heißt Nein“-Gebot hinaus geht: demnach wird jede sexuelle Handlung, für die kein explizites Einverständnis vorliegt, als (zumindest fahrlässige) Vergewaltigung be- und verurteilt.

Wie klingt das für dich? Übertrieben? Absurd? Oder eigentlich selbstverständlich? So skandalisierend, wie es zunächst berichtet wurde (z.B. WELT: Wer in Schweden künftig Sex mit jemandem möchte, muss die ausdrückliche Erlaubnis einholen – gern auch schriftlich.), war die Empörung groß. Häme und Spott ergoß sich über die „auf die Spitze getriebene sexuelle Korrektheit“, Einverständnisformulare und Apps wurden diskutiert, ja sogar das Aussterben der Schweden prophezeit, weil sich dort niemand mehr trauen werde, unter so „gefährlichen“ Rahmenbedingungen überhaupt mit dem Sex anzufangen.

Auch ich hab‘ mich erstmal drüber aufgeregt:

  • Wie bitte, vor jeder sexuellen Handlung NACHFRAGEN, ob die auch gewollt ist? Einen schlimmeren Stimmungskiller kann man sich doch kaum vorstellen!
  • Und überhaupt: Kann man von den Beteiligten nicht zumindest erwarten, dass sie Nein sagen, den Kopf schütteln, oder sonstwie ihre Ablehnung zum Ausdruck bringen, wenn Sex unerwünscht ist?

Zum Glück hab ich das nicht gleich rumgetwittert, sondern nur bei meinem Liebsten ein bisschen abgelästert! Weiter → (Zum schwedischen Einverständnisgesetz (#Vergewaltigung))

Claudia am 08. Dezember 2017 — 7 Kommentare

„Wie soll guter Sex im Patriarchat eigentlich möglich sein?“

Diese Frage stellt Maria Baum in ihrem Gastbeitrag „Untervögelt oder unterbelichtet?“ bei den Störenfriedas – ein feministisches Blog, das ich immer wieder inspirierend finde. Maria prangert die sexistischen Reaktionen auf Kritik „an den Auswüchsen des Patriarchats“ an, speziell jene, die den jeweiligen Kritikerinnen bescheinigt, sie müssten „nur mal richtig durchgefickt werden“.

Maria pflegt eine begnadet gute Schreibe, die ihre Leidenschaft optimal transportiert. Das schicke ich gerne voraus, denn so ein richtig toller Schreibstil findet sich in den Geschlechterblogs gar nicht so oft. Auch kann ich ihren Ärger über diese Art Resonanz gut nachvollziehen: Aus meiner Sicht sind es auseinandersetzungsunfähige Idioten, die mit derlei sexistischen Plattheiten daher kommen. Eigentlich nicht wert, dass man sich mit ihnen überhaupt beschäftigt.

Macht Maria auch nicht, sondern nutzt dieses nervige Phänomen lediglich als Aufhänger für das Ausbuchstabieren ihres eigentlichen Themas:

„Wie soll guter Sex im Patriarchat eigentlich möglich sein, frage ich Euch“.

Weiter → („Wie soll guter Sex im Patriarchat eigentlich möglich sein?“)

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