Claudia am 29. Oktober 2017 — 22 Kommentare

Sommerzeit für immer!

Jetzt hat das vielstimmige Genörgel rund um die Zeitumstellung tatsächlich die EU erreicht: Es wird geprüft, ob man sie abschaffen sollte.

Ich bin ein Fan der Sommerzeit, kann aber all jenen ihre Beschwerden nicht wegdiskutieren, die regelmäßig an der Umstellung leiden. Mir macht sie gar nichts aus, aber als Homeworkerin bin ich da in einer privilegierten Sitation: kann aufstehen und mich hinlegen, wann immer ich mag. Wogegen viele andere zig Termine haben und sich dann erst „neu eintakten“ müssen.

Zeitumstellung Symbolbild Uhr

Heute freue ich mich über die „Stunde mehr“, denn ich war ein wenig zu sehr in den Spätrythmus gerutscht und die letzten zwei Tage gegen 10 aufgewacht. Passiert immer mal, wenn ich zwischendurch um 4 oder 5 Uhr früh wach werde und dann nicht gleich wieder einschlafen kann. Auch die „Stunde weniger“ im Frühjahr berührt mich kaum, denn es kommt letztlich nie drauf an, ob ich irgend etwas eine Stunde früher oder später mache.

Ohne Umstellung keine Beschwerden

Aber nun zum Punkt: Die Beschwerden, von denen ich lese, liegen an der Umstellung, nicht an der Sommerzeit als solche. Also wäre ich begeistert, wenn dioe Sommerzeit durchs ganze Jahr gelten würde. Dann was bringt bittschön mehr Helligkeit morgens um vier? Längere helle Abende haben dagegen echte Vorteile, man kann die Freizeit draußen länger genießen – es ist einfach viel angenehmer, auch wenn es keine Energie spart.

Vielleich retten die Polen unsere Sommerzeit: die wollen ab 2018 die durchgehende Sommerzeit einführen. Ich würde mich freuen, wenn auch hierzulande diese Möglichkeit ergriffen würde: Immer Sommerzeit, keine Beschwerden, dennoch lange helle Abende.

Diskussion

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22 Kommentare zu „Sommerzeit für immer!“.

  1. Aber warum die mitteleuropäische Sommerzeit und nicht die Mitteleuropäische Zeit?

    Mir als Nachtmensch ist es ziemlich egal, wann es hell oder dunkel wird. Termine vorm Aufstehen sind so oder so beschissen. Die Umstellerei kostet mehr, als sie Energie einspart. Also weg damit.

    Andere überflüssige Sachen verursachen weniger Chaos und Schaden, aber auch bei denen könnte über eine Abschaffung nachgedacht werden …

  2. Wenn immer Sommerzeit gilt, gibt es keine Umstellungen mehr, ist doch logisch, oder?
    Keine „Normalzeit“, weil die Sommerzeit den Vorteil hat, den hellen Teil des Tages in den Abend zu verlängern. Es macht schon einen Unterschied, ob ich um 22 Uhr im Garten noch was sehe und was tun kann oder nicht. Auch ist bei Sommerzeit mehr Leben in den Straßen, Lokalen, Straßencafes, weil durchaus viele lieber flanieren gehen, wenns noch ein bisschen hell ist…

  3. Unsere Normalzeit ist die MEZ. Die Sommerzeit ist keine Zeit, auch keine Zeitzone, sondern ein unnatürliches verstellen der Uhr. Jedes Tier, ob mit oder ohne Wirbel, und jede Pflanze folgt dem normalen Rhythmus der Natur. Deshalb gehört die Sommerzeit auf den Müllhaufen der Geschichte. Eingeführt in den 70ern wegen der Ölkrise um vermeintlich Strom zu sparen. Da dieser Effekt inzwischen 1000fach wiederlegt ist, hat auch die Sommerzeit keine Daseinsberechtigung mehr. Und es ist nunmal so, dass es sich die allergrößte Mehrheit nicht aussuchen kann, wie ihr Tag/Nachtrhythmus aussieht.

  4. … und ich mag es auch sehr gerne, wenn es um 5 Uhr schon hell ist ;-)

  5. Je länger der Abend desto schöner die Gäste. Und wann es morgens hell wird, juckt mich wenig. Da schlaf ich eh.

  6. Das Erschütternde für mich an dem Thema ist, mit was für primitiven Mitteln es möglich ist, die Wahrnehmung der Massen zu manipulieren.

    Ich bin jedesmal fassungslos, wenn ich lese, dass Leute allen Ernstes glauben, es sei „abends länger hell“ – diese absurde Aussage liest man tatsächlich jedes Jahr wieder – und das, obwohl die Leute sogar SELBER ihre Uhren vorgestellt haben.

    Wir gehen eine Stunde früher ins Bett und stehen eine Stunde früher auf. Punkt. Wenn wir das wollen, können wir das auch so tun und brauchen uns nicht mit lächerlichen Tricks vorzugaukeln, es sei schon eine Stunde später.

    Andererseits, vielleicht sollten wir die Uhr gleich 3 Stunden vorstellen. Millionen von Touristen kämen, um unsere wunderschöne Mitternachtssonne zu genießen, die es doch sonst nur am Polarkreis gibt.

  7. @Arnd: Das ist doch nur umgangssprachlich – natürlich beeinflusst unsere Zeitfestsetzung nicht den Lauf der Sonne! :-)

    Im Ergebnis stimmt es dann aber doch, dass es „länger hell“ ist, im Sinne von: es dunkelt später.
    Im Juni dämmert es – bei Sommerzeit – erst so um 22.30. Würde Normalzeit gelten, wäre das SCHON um 21.30 Uhr der Fall.

    Und das ist es, was ich an der Sommerzeit schätze: länger helle Abende….

  8. @Elke: die MEZ hat mit „natürlichem Rythmus“ auch nicht viel zu tun, sondern ist eine Festsetzung, die nicht etwa jeweils den Sonnenauf- oder Untergang markiert.

  9. Eine kleine Randbemerkung:
    Keine Nachteile in der Sommerzeit sehen natürlich vor allem diejenigen, die nicht sommers- wie winters, bei Regen oder Hagel, bei Schnee oder Eis frühmorgens zur Frühschicht am Arbeitsplatz erscheinen müssen (zum Beispiel um 6:00h, was für viele um 5:00h aufzustehen bedeutet) – und daher am Tag vorher recht wenig Genuß am ‚langen Abend‘ finden werden.
    Etwa die in Pflegeberufen Arbeitenden, die im 3-Schicht-System arbeiten. Aber die haben ja eh die Arschkarte gezogen…

  10. Im Juni dämmert es – bei Sommerzeit – erst so um 22.30. Würde Normalzeit gelten, wäre das SCHON um 21.30 Uhr der Fall.

    Nein. Es ist schlicht schon um 21:30 scheinbar 22:30.

    An dem Sprachgebrauch zeigt sich, wie wir manipuliert werden, und wie simpel das ist, finde ich beklemmend.

  11. ich schrieb aber doch extra „bei Sommerzeit“. Wie sollte ich denn anders ausdrücken, was ich meine und als Vorteil der Sommerzeit empfinde?

  12. die MEZ hat mit „natürlichem Rythmus“ auch nicht viel zu tun, sondern ist eine Festsetzung, die nicht etwa jeweils den Sonnenauf- oder Untergang markiert.

    Die Zeitzonen orientieren sich an der Sonnenzeit. In der ungefähren Mitte der Zone stimmt sie mit der Sonnenzeit überein.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Mitteleurop%C3%A4ische_Zeit

  13. @Susanne: sorry, hab dich zunächst „überlesen“. Ja, das ist ein Argument. Vielleicht sollte man das Ganze EU-weit abstimmen lassen.
    Bei der Beurteilung der Vor- und Nachteile geht wohl jeder erstmal von der eigenen Erfahrung aus. Ich hatte auch schon extreme Frühaufsteher-Jobs, z.B. (Jahrzehnte her) mal als Aushilfsbriefträgerin bei der Post, wo man um 5.30 Uhr antreten musste. Um um 6.30 Uhr offiziell zu starten mit Sortieren…um dann um 7/7.30 loszu gehen.
    Da wars immer dunkel in der Früh – ich hab das allerdings nicht als Hauptproblem angesehen, da ich den Arbeitsbeginn um diese Uhrzeit an sich schon als Körperverletzung empfand.

  14. @Claudia: macht nichts.
    Eigentlich dachte ich ja beim Überfliegen der Überschrift eher an:
    summertime… and the living is easy
    als an Fragen des Arbeitsschutzes….

  15. Es ist genau zur gleichen Zeit genau so hell wie ohne die Sommerzeit. Wann wir aufstehen und zu Bett gehen ist eine Sache der Tagesplanung und Arbeitsorganisation, und die braucht nicht für ganz Europa gleichgeschaltet zu werden. Wenn Du gern eine Stunde früher ins Bett gehst und früher aufstehen willst, kannst Du das tun. Du brauchst Dir dafür nicht vorzugaukeln, es sei schon eine Stunde später.

  16. @Arndt: wir reden hier doch nur von der Benennung der Zeit. Noch genauer: von der Benennung von Zeitabschnitten. Und an dieser Benennung hängen nun mal bestimmte Funktionen. Das hat nichts mit „Manipulation“ zu tun.

  17. Benennung von Zeitabschnitten? Des Tages? Des Jahres? Funktionen, die an der Benennung hängen? Sorry, ich verstehe kein Wort…

    Und manipulativ ist es deshalb, weil die Leute tatsächlich das Gefühl haben, es sei „länger hell“.

    PS so heiße ich nicht.

  18. Sorry Arnd.
    Welchen Zeitabschnitt Du auch immer willst. Wenn zu einem beliebigen Zeitpunkt die Uhr und damit die „Zeit“ um eine Stunde vor oder zurückgestellt wird, ich jedoch immer um 10 ins Bett gehe, weil ich um 6 raus muss, weil ich um 7 bei der Arbeit sein muss (und mein Arbeitgeber keinen Sinn für semantische Spielereien hat) – dann ist es für mich abends eine Stunde länger oder kürzer hell.

  19. Sommerzeit heißt, es reicht nicht, daß ich um 4.45 aufstehen muß, sondern es muß 3.45 sein. Die Sommerzeit geht ja nun bis Ende Oktober, d.h., es wurde erst gegen 9 endlich mal hell. Wach bin ich dann vielleicht mal mittags. Abends ist es so oder so dunkel, wenn ich um 19 Uhr wieder zuhause bin. Aber so war es morgens 2°C, abends um 17 Uhr auf dem Weg zum Zug 20°C. Das nervt. Wenn man schon als abendmensch so früh aufstehen muß, dann will ich nicht, daß mir jemand sagt, also 4.45 ist zu spät und um Heizung und Licht zu sparen muß es schon 3.45 sein. Oder gar 2.45 (gibt ja welche, die gerne 2 h Sommerzeit-Verstellung hätten). Und wer es abends länger hell haben will, der kann ja freiwillig morgens eher aufstehen. Aber es nicht mir vorschreiben.

  20. Mir wäre egal, welche Zeit wir nehmen. Hauptsache, der Wechsel würde entfallen. Aber mir kann es inzwischen ja egal sein. Seit ich Rentner bin stehe ich immer erst auf, wenns draußen hell ist. Manchmal auch noch ein bisschen später.

  21. […] mit den Marginalien! Ab Montag findet in Bonn der 23.Klimagipfel statt, eine Weltkonferenz, die sich immerhin die […]

  22. „“Die Sommerzeit ist keine Zeit … sondern ein unnatürliches Verstellen der Uhr.“

    Wenn wir bei Dunkelheit das Licht einschalten und bei Kälte die Heizung, so ist auch das ein Eingreifen in die Natur. Manchmal können Eingriffe in die Natur sehr sinnvoll sein …

    Die Sommerzeit: Bitte unbedingt ganzjährlich!

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