Claudia am 27. Januar 2014 — 50 Kommentare

Keine Zeit – oder mein Problem mit Links zu Podcasts und Videos

Immer mehr Videos und Podcasts werden im Netz verbreitet. Zwar hab‘ ich nicht das Gefühl, dass deshalb die Textmenge abnimmt, doch begegnen mir immer öfter Diskussionsbeiträge in Form solch „zeit-dominierender“ Formate. Damit hab‘ ich als diskussionsfreudige Netzteilnehmerin grundsätzliche Probleme – was bitte nicht als Kritik an Podcasts und Videos verstanden werden soll. Weit eher wäre es Selbstkritik: mangelnde Hingabefähigkeit und -Willigkeit, Konzentrationsmängel, Beschleunigungs- und Klicksucht und was mir da noch alles mit einigem Recht vorzuwerfen wäre.

Egal, es ist wie es ist; Schon ein einziger aktiver Gesprächsteilnehmer, der Hörformate zur Illustrierung und Weiterführung eigener Meinungen postet, reicht, um die eigenen Grenzen in Sachen Zuhör-Willigkeit drastisch ins Bewusstsein zu heben. Ein guter Grund, das Thema mal breiter anzugehen.

Wo ist das Problem? Lebenszeitvergewaltigung!

Einen Podcast muss ich durchhören und kann mich währenddessen mit nichts Anderem beschäftigen. Was ja nicht schlimm wäre, wenn die in einem Hörstück verbreiteten Gedanken und Fakten konzentriert, komprimiert, kurz genug daher kämen. Dem ist aber fast nie so, was ja auch die Qualität des Mediums ausmacht – für jene, die es gewohnt sind, sich die Zeit zu nehmen, Zeit für all das andere, was so ein Hörstück neben den dürren mentalen Aussagen üblicherweise füllt.

Für mich ist es jedoch – ähnlich dem unangekündigten Telefonieren – eine Art Lebenszeitvergewaltigung: weil ich nicht selbst bestimmen kann, in welcher Geschwindigkeit ich die Inhalte aufnehme und in welcher Tiefe, wie ich es vom Umgang mit unzähligen Texten gewohnt bin. Gibt mir jemand einen Textlink, erkenne ich an den Überschriften, am Gesamtbild des Textes (Gliederung, Länge, evtl. Bebilderung, Aufteilung auf mehrere Seiten, Optik des Umfelds) und am ersten Absatz, ob ich den Text ganz lesen werde. Ein Link zu einem Video oder Podcast mutet mir zu, einfach mal so die Hör- oder Sehzeit zu investieren, oft gar ohne jede Angabe, wie lange es dauern wird.

Dazu bin ich nur seltenst geneigt, das ist die traurige Wahrheit. So hab‘ ich z.B. nur zu Beginn der Serie mal in einen einzigen Podcast mit Antje Schrupp im Gespräch mit Benni Bärmann reingehört und kurz nach Start auch wieder beendet. Denn: bis die überhaupt mal zu einem Thema kommen – und das plätschert dann so dahin…. so zumindest mein Eindruck, der in Sachen selber hören aber nun mal ausschlaggebend ist. Wobei ich Antje Schrupp sehr gerne LESE – in ihren Artikeln kommt sie zügig zur Sache und benötigt auch nie viel überflüssige Füllsel, um eine spannende Diskussion auszulösen (allein das Theme-Hopping bzgl. des Blogdesigns finde ich immer wieder irritierend, aber es hält mich nicht ab).

Prägnante Podcasts – schnelle Überforderung

Nun sind Podcasts bekannter Netz-Publizistinnen eher Amateur-Produkte, wogegen es ja auch eine Menge „Profi-Hörstücke“ gibt, die für Radiosender erstellt wurden. Solche verlinkt Hardy hier gerne, was dennoch die üblichen Vorbehalte und Irritationen im jeweiligen Gespräch auslöst.

Diese lässt sich mildern, indem dem jeweiligen Hörstück eine kleine Inhaltsangabe beigegeben wird, wie es Hardy in der Folge auch tut. Womit auch gleich ein gutes Beispiel für „Profi-Hörstück“ zur Verfügung steht:

“zukunftsprojekt europa” – ich habe diesen podcast jetzt zb. verlinkt, weil robert menasse als ausgesprochener europa-kritiker einen besuch in brüssel machte, um zu beweisen, was für ein fauler haufen da sich den hintern breit sitzt … aber “erleuchtet” zurück kam und nun so argumentiert wie in dem pod.

Um diesen Resonanzartikel zu schreiben, hab‘ ich mir das nun angehört und stelle fest: Klickt man auf den Link, erfährt man immerhin die Gesamtdauer von nur 4.14 Minuten. Die erste Hälfte entspricht der kurzen Inhaltsangabe, die zweite handelt von europäischer Theaterkultur und den vielen europäischen Sprachen als herrlicher Vielfalt. All das wird in einer Geschwindigkeit und „Dichtigkeit“ gesprochen, versehen mit ausführlichen Namens und Quellenangaben, dass ich nur mit äußerster Konzentrationsanstrengung zu folgen vermag. Vom „merken“ all der Namen und Fakten kann schon gar keine Rede sein! Kurzum: die erste Hälfte hätte ich nicht gebraucht, die zweite hat mich nicht interessiert – und in Sachen europäische Sprachen leide ich eher unter der größeren Schwierigkeit der internationalen Kommunikation (z.B. über „unser Europa“), die im anglo-amerikanischen Raum deutlich leichter fällt.

Fazit?

Keineswegs will ich mit diesem Posting erreichen, dass hier keine Podcasts mehr zitiert werden! Ganz im Gegenteil schätze ich die Zumutung, mich mit eher unbequemen Formaten auch mal auseinander setzen zu sollen. Schließlich bin ich Uveitis-Betroffene, eine chronisch wiederkehrende Augenerkrankung, die hierzulande häufige Ursache des Erblindens ist. Sollte mich das eines Tages treffen, werden Hörstücke, sowie diktieren und vorlesen lassen meine Rettung sein (ich hab nur eine „milde Form“ und fürchte das noch nicht wirklich).

Wird ein Hörstück oder ein Video ausreichend beschrieben, kann man mich auch durchaus verlocken, mir die Zeit zu nehmen. Wobei gilt: je kürzer, desto eher. Das mag auch am Alter liegen, denn viele lange Videos und Podcasts enthalten mehrheitlich Gedanken, die ich lange schon kenne. Da kommt dann so eine schier unerträgliche Ungeduld auf….

Tja, ich kanns nicht vom Kopf her ändern, bin aber immer wieder mal bereit, zumindest „reizuhören“…

Diskussion

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50 Kommentare zu „Keine Zeit – oder mein Problem mit Links zu Podcasts und Videos“.

  1. @gerhard

    gehört zum „alten thread“ aber weil thematisch hier besser verortet.

    als ich 1985 herum mit einem ti 99/4a (mit kassettenrecorder als laufwerk) anfing, brauchte ich meinen fernseher als monitor. wenn man ein programm startete, kostete das ein paar minuten … also habe ich zuerst krimis etc als hörspiele im radio aufgenommen und die in den pausen gehört.

    1989 war 200 jahre französische revolution, der swr – mein heimatsender, ich meine swr2 – brachte eine unzahl kleiner features zum thema … und ich war rettungslos verliebt und verloren. dann kamen 12 stunden der „herr der ringe“, „per anhalter ins all“ als gigantische hörspielprojekte, ich musste jeden mittag um 14:00 den finger auf den aufnahmeknopf drücken …

    heute sitze ich auf einer 2TB pltte voller features, nachrichten, hörspiele und hörbucher … nenn mir ein thema, ich bin hervorragend sortiert ;-)

    den dlf habe ich erst um 1987 kennengelernt und als uwe barschel in die badewanne ging habe ich angefangen, auch ausgewählte nachrichten (wie zb. die geschichte des ersten hackers, der fall der mauer etc …) aufzuheben.

    @claudia et al.

    für mich ist radio das medium der ersten wahl.

    ich gucke nie (sic!) tv-nachrichten, da fühle ich mich in kenntnis von radiosendungen, immer komplett auf den arm genommen. das ist so, als ob man versuchen würde, den namen der rose in einem dreibildercomic am wochenende zu veröffentlichen: hohl und oberflächlich.

    du, claudia, hast das wort genannt: „hingabe“.

    man denkt ja immer, man hört zu.

    das ist – aus meiner sicht – ein großer irrtum: man wird von der eigenen inneen stimme überlagert. der kerl im kopf interpretiert wirklich alles und im grunde hören wir uns nur selbst. sorry, aber so funktionieren wir halt, das ego …

    zuhören muss man lernen. man braucht hingabe und die bereitschaft, wirklich _dem anderen_ zuzuhören. wenn man das kann, hört man am ende in den kleinsten schwankungen in der sprache des anderen die lüge, die er gerade unters volk bringen will.

    ich erinnere mich daran, bei meiner ausbildung zum dv-kaufmann im vwl unterricht mal gesagt zu haben: in den nächsten wochen gibt’s einen börsencrash. warum? weil plötzlich alle im radio waren und mir erzählten, daß alles gut ist. ein paar tage später, das war 1989, gab’s genau diesen crash. ich hatte einffach nicht _hingeguckt_ und mich von den gesichtern vom inhalt ablenken lassen. ganz einfache sache.

    na gut, ich habe schon als kind gerne die hörspiele im radio gehört und das war nur „verschütt'“ gegangen, aber das ist das, was ich jetzt fast dreissig jahre mache: zuhören, mir features zu themen anhören, von denen ich nie dachte, daß sie mich interessieren könnte und es dann doch tun. ich lebe, seid versichert, in dem reichsten universum, das ich mir nur denken kann.

    joachim ernst behrendt „Nada Brahma − die Welt ist Klang“.

    ich war auf dem weg vom kino, damals, als der swr noch samstags die soiree brachte, der laden war ausverkauft, aber ich hatte die „tüte“ schon geraucht, kam also nach hause, setzte den kopfhörer auf und da lief gerade diese wunderbare soiree, in der behrendt einen parforce ritt durch die geräusche, die bäume machten, wie das universum klingt … und und und … machte

    ich kann nur sagen, daß mich diese zwei abende (eine woche später kam teil zwei) „erleuchtet“ haben. (kann man übrigens kaufen, es lohnt sich …)

    nun ja, ich war vorher schon ein seltsamer kauz und fan der grateful dead. dazu muss man sagen, daß „deadheads“ vor allem konzerte höre, jedes drei stunden lang, keines wie das konzert vorher, jedes mal alle stücke komplett neu erfunden und improvisiert. ich bin also ein fan interaktiver musik, ich höre den instrumenten zu, wie sie miteinander „reden“, folge einem improvisierten fluss, der immer neue formen bildet.

    mir geht es also, wenn ich hier so etwas poste, nie im „affirmation“. ich weiss, ihr da draussen seid anders als ich, ich werde nie „recht“ haben.

    wenn ich einen pod poste, dann, weil ich die erfahrung, etwas dazugelernt zu haben, weil man jemandem zugehört hat, teilen möchte. ich selbst kann mittlerweile ohne inneren widerspruch auch die hören, die ganz und gar nicht meine meinung vertreten … und lerne dazu, was sie denken, kann meine gedanken „abgleichen“, habe am ende vier meinungen gehört und weiss, wie komplex die dinge sind und daß man nie „recht“ hat.

    man hat eben nur eine meinung. wenn man fünf _kennt_, bekommt man eine „idee“ davon, wie die dinge sind: komplex.

    videos, liebe claudia, gucke ich nur mit schmerzen. ich habe den vortrag von julia also eher gehört, mich interessiert nicht ihr gesicht, ich höre den klang ihrer stimme und weiss: unsicher aber entschlossen. eine stimme. eine von vielen, die ich zulasen kann.

    ich verstehe deine schwierigkeiten. die liegen, das hast du schön erkannt, in deiner fähigkeit, dich diesem moment, dieser stimme, diesem „anderen“ _hinzugeben_.

    wenn du das kannst, eröffnet sich dir ein universum.

    für mich ist – nur damit ich hier nicht zu wisseneurotisch rüberkommme – auch das hörspiel zb. eine eigene kunstform. ich kann ad hoc 10 personen nennen, die es da zu einer grandiosen meisterschaft gebracht haben … der film entsteht in meinem kopf.

    das auge ist auch ein schöner lügner.

    die stimme täuscht nie.

    ich will nicht, daß alle tun, was ich tue. ich höre am tag 2 bis drei studnen news und features, weitere 3 bis vier stunden hörbuch (gerade habe ich „die tage der toten“ von don winslow gehört und bin glücklich, glücklich, glücklich), gucke ein bißchen fernsehen, lese sehr wenig.

    ach ja: mmaw hat zwei jahre gebraucht, bis sie das erste hörbuch anpackte. heute kann sie gar nicht mehr leben ohne ein hörbuch auf der fahrt zur arbeit, auf dem weg in den schlaf. so wie ich ohne hörbuch nie ins bett gehe. ich könnte schon gar nicht mehr einschlafen ohne.

    damals war das noch etwas, was niemand tat. ich denke ein klitzekleines bißchen, daß die vielen sachen, die ich damals in tauschbörsen teilte, die ganze hörbuchindustrie in deutschland überhaupt erst auf den weg brachte, kein scherz.

    und, gerhard, btw. ein beispiel für das 10 jahre „voraus“ sein. früher musste ich mir lesungen („die schatzinsel“ zb. höre ich in der lesung von walter andreas schwarz einmal im jahr) noch im radio aufnehmen. heute habe ich ein audible abo, bezahle 14 euro und bekomme zwei hörbücher im monat (es gibt heute nur noch das 9 euro für ein hörbuch-abo), jeder cent hervorragend investiert ;-)

    hörbucher hören, das tat damals niemand. heute leben tausende davon und hunderttausende damit, weil jedem, der auf einer langen fahrt etwa mal den herrn der ringe (12 stunden), den kleinen hobbit (6 stunden), per anhalter ins all (17 stunden) als hörspiel gehört hat, versteht, wovon ich rede: man ist da und fragt sich, warum man sich nicht gelangweilt hat.

    lebensszeitverkürzung?

    ach, claudia, du stehst vor eine tür und wenn du da durch gehst, könnte sich dahinter eine neue welt befinden. solltet du wirklich mal nicht mehr sehen können, was ich dir nicht wünsche, wirst du in diese welt eintauchen und dich ärgern, daß du das nicht schon früher gemacht hast.

    so, das als mein (hihi) kleiner einstieg in die diskussion.

  2. das war sehr lang, ich weiss, aber das liegt mir wirklich am herzen ;-)

  3. noch ein klitzekleiner nachtrag

    [..] dass ich nur mit äußerster
    [..] Konzentrationsanstrengung zu folgen vermag

    wenn ich früher einem kunden ein programm installierte, habe ich immer gesagt: spiel mal damit rum und das, was ich dir dazu grade sage, musst du nicht „lernen“.

    nimm das alles nicht so „ernst“.

    hör’s beim geschirrspülen oder beim kochen, „nebenbei“. du überforderst dich selbst, wenn du verkrampft fokussierst, keiner der namen, der genannt wird, ist „wichtig“.

    sieh das „gesamte“: menschen berichten aus ihrer welt und du bemerkst an der stelle vielleicht, daß die dir nie auch nur ein begriff war oder du dir vorgestellt hast, daß das alles für andere so wichtig sein könnte.

    _das_ ist der kern: andere welten. andere menschen in anderen ländern, die sonst nie die chance hätten, zu uns durchzudringen. nicht komprimiert, damit wir daran vorbeihasten können und uns nur vorstellen, wir hätten etwas mitbekommen. meine „gedankenautobahn“ …

    das verbunden mit dem recht, sie sich nur „vorstellen“ zu „dürfen“ statt sie sehen zu „müssen“: das königreich der phantasie, befördert von stimmen …

  4. Liebe Claudia, habe soeben den nicht enden wollenden aber sehr interessanten vorhergehenden Kommentar gelesen und dies hat mich mindestens eine gefühlte halbe Stunde gekostet…wobei ich gar nix anderes tun konnte.
    Wenn hingegen ich mir etwas anhöre, kann ich zumindest irgend eine Bildbearbeitung oder gar eine Handarbeit nebenher erledigen. Schaue ich mir Videos an und finde die Bilder wenig attraktiv oder anderweitig nicht sehenswert, höre ich einfach nur zu und mache nicht selten auch noch was anderes nebenher…Demzufolge kann ich Dein Zeitargument kaum nachvollziehen, zumal ich mir Hörgenüsse in der durch Hardy geschilderten Art nur ungern würde entgehen lassen wollen :-)

  5. Ok, Hardy, super.
    Das erinnert mich an meine VHS-Zeit: Keine Kunstdoku, die mir entging oder Schmankerl wie „Qualtinger im Boot“ oder als Kommissar, dazu meine lieblingsschauspieler wie Günter Lamprecht, Wolfgang Kieling… Die Dämonen von Dostojewski, mit Ch. Banzer, H.H. Dickov, Volker Lechtenbrink…und und und. Dann Robert Altman, Eric Rohmer…
    Ich muß sagen: Ich habe diese Schätze von 15 Jahren, unter denen NIE irgend etwas Seichtes war, bei einer Renovierung komplett weggeworfen, da die Qualität immer schlechter zu werden drohte und dann auch der Fokus von den Medien wegging.

    Nun, aus Deinem Fundus kannst Du mir besorgen: Georg Northoff. Dessen Bücher sind ja vergriffen.

    Besten Gruß
    Gerhard

  6. @mylo

    claudia hat da wirklich bei mir „in die vollen“ getroffen und ich musste das mal so ausufernd erzählen. ich verstehe aber, daß ich offensichtlich etwas beschrieben habe, was so – sicher in einer anderen ausprägung – auch deine zustimmung findet: mein leben wäre nur ein schatten dessen, was es ist, wenn ich nicht das (wort)radio entdeckt hätte und deine argumentation in sachen „da muss ich mich mehr konzentrieren“ stimmt ausnehmend: filme, artikel, kommentare sind viel aufmerksamkeitsfressender.

    @gerhard

    das mit dem wegwerfen hast du ja mal erzählt und ich habe gesagt, daß ich das nie könnte – ich habe wirklich meine gesammelten tapes aus 20 jahren digitalisiert, wenn ich die hörspiele zb. nicht andernorts in besserer qualität gefunden habe. ich bin nicht so der wegwerfer und so befinden sich im archiv zb. die bis heute nicht professionell verwertete lesung von „ich, claudius, kaiser und gott“ oder die beste aller lesungen des „parfums“ von westphal. so schön kann man das buch _niemals_ selbst lesen.

    das, was du weggeworfen hast, hat aber sicher eine menge platz eingenommen, das ist okay so. bei mir sind es jetzt halt festplatten, jede doppelt gesichert, teilweise ausgelagert weil auf zeit verliehen.

    meine videobänder hingegen (alles nur radio-ton, kaum filme) habe ich auch weggeworfen, nachdem sie gerettet waren. was mich an filmen so interessierte ist längst in besserer qualität auf platte.

    nordthoff habe ich allerdings nicht gefunden auch nicht bei meinen ebooks, leider, ich liebe es, jemandem mit sowas eine freude zu bereiten, dafür ist „der kram“ ja da.

  7. @Hardy,das, was ich weggeworfen hatte, hat in der Tat ein volles Regal eingenommnen, knapp 400 Kasetten, „bis auf die letzte Minute beschrieben“.
    Einige wenige Sachen habe ich auf Platte rettenlassen, so etwa Fassbinders „Bolwieser“ oder Robert Altmans „Komm zurück, Jimmy Dean“. Hannes Messemer, W. Kieling und andere…wo findest Du noch Filme mit ihnen? Oder die Literaturverfilmungen der 70/80er?? Das Retten war einfach den Künstlern geschuldet, eine kleine Auswahl. Der große Berg an Dokus und all das andere „Hochinteressante“ ging aber den Bach hinunter. Es war eh eine Sammel-Leidenschaft und was ich daraus gelernt habe, ist sicherlich als Substrat irgendwo in mir gespeichert.
    Wenn mir ausser Nordhoff noch etwas einfällt, lasse ich es Dich wissen.

  8. @gerhard

    nicht um dir um den bart zu gehen: respekt.

    was du mir über das erzählst, was du so gesammelt hast, läßt mich auf einen „geschmack“ schließen, den man ja auch erst mal haben, äh, erarbeiten muss. ich mag manchmal kulturbeflissen klingen, aber ich bin natürlich auch ein ziemlicher kindskopp, der großes vergnügen an dem, was früher mal „schund“ genannt wurde, hat. bei mir standen batman und montaigne schon immer gleichberechtigt nebeinander – und so sehr mmaw und ich von fassbinder schwärmen, wir haben es nicht geschafft, uns gemeinsam einen seiner alten filme anzugucken und meinen lieblingsregisseur, akira kurosawa, muss ggfl. alleine gucken.

    sollte dir also was einfallen, kannst du mir gerne eine email schicken (auf meiner tv3-radioseite existiert ein „feedback“ link) und ich schicke dir bei bedarf eine in ihrem umfang leicht obszön große liste. so ein usbstick oder eine meiner letzten leeren cds verschickt sich dann schnell.

    ich weiss ja nicht, ob du studierende kinder hast. ich habe immer darauf spekuliert, daß meine den kram vielleicht mal brauchen können, also habe ich es nicht weggeworfen.

    ach ja: so viel zum thema „nichts wichtiges zu erzählen“. für dich mag das „banal“ oder „normal“ sein, mir hilft es, mein gegenüber zu sehen.

  9. @Hardy, den Faible für Stimmen, den teile ich auch mit Dir. Volker Lechtenbrinks Stimme z.B. mag ich sehr. Nenne mir doch die „10 personen, die es da zu einer grandiosen meisterschaft gebracht haben“.
    @Claudia, in der Tat fällt es mir auch schwer, an einem Audioformat dranzubleiben. Richtig tief zuhören, das will offenbar auch gelernt sein.
    Manchmal, wenn ich ermüdet bin, natürlicherweise auch vom Tag, dann drücke ich auf Pause und höre später weiter. Letzthin hatte ich mir auch den Absprungpunkt eines Vortrags(22 min) gemerkt und das Anhören am nächsten Tag weitergeführt.
    Aber wichtig ist natürlich, im Vorfeld zu wissen, auf was man sich einlässt, was zu erwarten ist und wie lange es dauert.
    Ein „Hörspiel“ hat im Gegensatz zu einem Video den Vorteil, nicht zuviele Informationen auf einmal verarbeiten zu müssen: Bild, Stimme, Inhalt, gerade wenn es sich um Wissen handelt, bei dem jede Info zählt. Von diesem Gesichtspunkt aus ist mir „theoretisch“ ein Buch lieber, dennoch lese ich nur höchst selten. In meinen letzten Urlauben setzte ich das aber ganz bewusst auf den Prüfstand und las einige beachtenswerte Bücher, die ich schon länger im Fundus hatte. Und siehe, es klappte…und bereicherte mich.

  10. kleine Zwschenfrage: Der Link zu tv3 zeigt jeweils nur den Kopf, darunter nur weisse SEiten… ?

  11. @Claudia, mir ist nichts aufgefallen…

  12. Tja, bei mir (neuester Firefox) geht da gar nichts, weder die Unterseiten noch die Startseite von tv3 ! Nur Kopfbild und Menü wird angezeigt.

    Schau ich in den Quelltext, bricht der Code noch innerhalb des Menüs bei „<a href="/medienverlag/pfahlbaumuseum" unvermittelt ab. Rot hervorgehoben. Vielleicht weiß ja Hardy was, Firefox ist immerhin hierzulande ein Massenbrowser und Seiten sollten damit funktionieren…

  13. mit dem Internet-Explorer ist auch nix zu sehen…

  14. tja, mit google chrome komm ich drauf

  15. @claudia

    du musst in noscript „tvdrei“ freigeben …

    wobei, ahem, du mir letztens mal „vorgeworfen“ (i’m only joking) hast, ich hätte deinen buddha nicht wirklich gesehen. jetzt bemerke ich wiederum, du kennst meine eigentliche „arbeit“ nicht [veraltetes akronym für ein hysterisch bekifftes giggeln]. _das_ mache ich seit 7 jahren, also seit es podcasts gibt. bedienung ist schlecht, alte beiträge findest du (ganz ohne probleme) hier

    bei tv3.de gibt’s nicht viel zu sehen eher zu hören, aber neben dem datum rechts eine sog. playlist, die dir einen haufen arbeit erspart. skippen kann man ja immer noch.

    @gerhard

    ich gucke mir jetzt zuerst mal den inspector jury von gestern an (martha grimes hat die verfilmung ja gestern im dlf ausführlichst gelobt), dann komme ich auf deine bitte zurück und nenne dir auch gleich die namen von 10 hervorragenden sprechern mit …

  16. Warum soll ich was „frei geben“? Ich hab doch Javascript nicht deaktiviert – da sähe man ja nurmehr das halbe Web…

    Mich macht sowas irre! Zumal ich irgendwann die Seite schon gesehen habe. Wenn es allerdings bei mehr als einem Browser so ist, denke ich, der Fehler liegt nicht bei mir.

    Es bricht ja mitten in einem Link-Code ab… auf den anderen Seiten geht der Quellcode für den Navigations-Div zu Ende, dann folgt kein Inhalt mehr, nur noch schließende DIVs und schließender /body /html.

    SEHR SELTSAM! Ärgerlich…

    Update: auch mit CHROME sieht man auf der Seite “ tv3-radioseite“ keinerlei Inhalt.

    Danke für den tollen Alternativlink!!!!

  17. Da du grad dran bist oder warst, @hardy: Für mich persönlich ist Hören ein Problem, weil mein wesentlicher Input Musik ist. Seit einigen Jahren „forsche“ ich ganz intensiv nach Musik, vor allem im elektronischen Bereich, aber auch Jazz ect. Dieses Anhören von kreativem Output kann auch während des Lesen auf dem Screen geschehen, was zwar nicht optimal, aber möglich ist.
    Von daher sind Hörbeiträge für mich eine wahrhaft echte Konkurrenz und mein Musik-Ich müsste einen veritablen Platz freiräumen für Information via Audio-Files. Es krümmt sich vor Schmerzen. Es klammert sich an seine gewohnten Inhalte und will so einfach nicht weichen…

  18. @claudia

    ich weiss wirklich nicht, was das problem ist. da ich noscript verwende, weiss ich, daß man „tvdrei“ freigeben mus, ansonsten gehe ich täglich auf die seite und weiss: sie funktioniert. „patti“, die herausgeberin von tv3 würde jaulen, wenn es nicht so wäre. ich weiss wirklich nicht weiter.

    @gerhard

    hörspielregisseure:

    die „klassiker“ sind natürlich walther adler, peter michel ladiges, norbert schaeffer, otto düben. toll finde ich auch heiner goebbels, paul plamper, frieder butzmann, gabriele bigott, ulrich lampen, friedhelm ortmann und und und.

    problem: man sieht ja immer zuerst den namen des autors und dann erst, wenn es einen interessiert, den namen des regisseurs.

    mein absoluter held: peter michel ladiges. er hat 1989 ua. „8 kapitel geschichte“ gemacht (die französische revolution in vier stunden erzählt, kenne ich auswending und es gibt leute, die mit mir im urlaub waren und sich die ganze sache sozusagen von mir nacherzählt anhören mussten … und noch heute davon raunen, wie spannend das war. er hat aber auch die ganzen jan willem van de wetering, sjöwall & walhöö oder manuel vasquez montalban krimis vertont, alle in dem selben stil: drei vier stimmen, die sich die bälle zuspielen. für mich DER mann.

    walther adler wiederum war raymond chandler und dashiell hammet experte, es gibt auch so tolle sachen wie „centropolis“ von ihm, ein scifi hörspiel.

    sprecher ist einfacher:

    absolute klassiker: walther andreas schwarz und gerd westphal, wobei westphal natürlich g*tt ist. es gibt nichts von den brüdern mann, das er nicht eingelesen hätte und seine „das parfüm“ lesung ist zum niederknieen, ich sag nur „dutzi dutzi du“ (wenn du das parfum kennst, kennst du die stelle – er hat es drauf allen charakteren eine eigene stimme und tiefe zu geben. g*tt!

    lustig ist auch hans paetsch, der den kindern jedenfalls vertraut ist, er hat zb. die schönsten märchen der welt eingelesen und ist bei den europa-hörspielen mehr als aktiv. wunderbares timbre, der mann. ich mag seine cervantes lesung

    moderne:

    david nathan, den liebe ich schon seit er den „spike“ in „buffy the vampire slayer“ (meine absolute lieblings tv serie) sprach, der ist immer gut. egal ob er stephen king liest oder was auch immer.

    manfred räuker. ist gerade mein lieblingssprecher und ich gehe mmaw wahrscheinlich auf den wecker, wenn ich mitten in einem film mein „ah! hör! der räuker!“ ausstoße.

    ganz toll seine lesung der „SPQR“ reihe von john roberts maddox. wobei die reihe selbst einfach klasse ist.

    gerd andresen: toll seine lesung der bernard corwell reihe „sachsensaga“, die die geschichte der sachsen im frühen britannien erzählt, eine mitreissende wikinger saga, bei der ich regelmäßig in ein „skjaldwoll“ (schildwall!) ausbreche und mich mit einer axt auf einen solchen losrasen sehe …

    die andere tolle reihe von bernard corwell, die sharpe-saga, wird von torsten michaelis gelesen, den du als stimme wahrscheinlich aus ganz vielen filmen her kennst, da spricht er zb. sean bean, der ja auch ind er tv-serie den sharpe spielt.

    du merkst, ich bin begeisterter cornwell fan … historiker, der mann, weiss wovon er erzählt.

    detlef bierstaedt. auch ein toller sprecher, vor allem die preston & child reihe mit agent pendergast – hier unsere haus & heim fan serie – liest er, nachdem sie am anfang von timmi pieper gesprochen wurde, der aber wohl ein leichtes alkoholproblem zu haben scheint und dessen stimem manchmal zu sehr „schleift“, weshalb sie ihn da wohl ersetzt haben.

    auch bierstaedt kennst du als sprecher von bekannten amerikanischen schauspielern.

    nicht zu vergessen und auch g*tt: christian brückner, aber den muss man eigentlich nicht erwähnen, den sollte jeder kennen.

    auch klasse: dietmar wunder. vom dem habe ich gerade „tage der toten“ von don winslow gehört, was so ziemlich das tollste buch seit … naja, „savages – tages des zorns“ … auch von don winslow.

    das ist so ziemlich der spannendste amerikanische autor zur zeit, „savages“ ist purer rock’n’roll (der film ist schwach), das ist eine sprache, die wirklich grenzen überschreitet und nur noch ROCKT!.

    „tage der toten“ ist die klügste analyse des „war of drugs“, die man sich nur denken kann, es erklärt jeden einzelnen kleinen mist, den die amerikaner da gemacht haben – und welcher neue mist sich daraus ergibt, von der contra affäre bis zum jetzt, dem töten in mexiko. furios! klug! spannend!

    ich bin unfasbar glücklich mit diesen beiden büchern, die dich in jeder sekunde fesseln und bestes unterhalten werden – wenn du spaß an krimis an der grenze des machbaren hast. solltest du mehr spaß an historischem haben: cornwell!

    puhhhhh. lange rede.

    jetzt muss ich erst mal luft holen und wieder auf den teppich kommen ;-)

  19. Wieso habe ich das nicht um 0:00 bekommen? Ich war noch länger wach als 0:00, aber nix war zu sehen.

  20. Herzlichen Dank, Hardy! Ich werde mir einiges davon anhören. Aber wie oben angemerkt: Ein wahnsinnig starker Konkurrent sind meine „Findings“ im Bereich der Musik. Richtig schade, daß man nur 2 Ohren hat ;-).

  21. Heut hab ich mir also mal als Background zur morgendlichen, nicht besonders tief schürfenden Info-Lesestunde das folgende Feature von Deutlandradio Kultur zur persönlichen Vernetzung und ihren Folgen angehört:

    http://breitband.deutschlandradiokultur.de/inhalt/uploads/2014/01/brb140118.mp3

    Es hat tatsächlich geklappt, ich konnte sowohl mithören als auch dazwischen „dies und das“ überfliegen. Bin mir sicher, dass mir nichts Wichtiges entgangen ist – vermutlich auch deshalb, weil die Diskussion mir inhaltlich nichts Neues sagte. So gehts mir allermeist mit Audio-Stücken: die meisten Gedanken und Erlebnisse, die da besprochen werden, kenne ich bereits aus zig Artikeln zum Thema.

    Womit ein Aspekt meiner Audio-Abstinenz wohl erklärt ist: wer soviel liest wie ich, empfindet viele „Features“ als redundant.

    Ich merke mir also: Wenn schon Audio, dann sollte ich mir weniger vertraute Themen wählen!

  22. Das hier ging auch grad über Twitter – wer mal eben über 3 Stunden Hörzeit hat:

    *Angriff auf die Freiheit* von Ilija Trojanow / Juli Zeh
    Sicherheitswahn, Überwachungsstaat und der Abbau bürgerlicher Rechte – http://www.youtube.com/watch?v=PpUrMk3g_og

    Gelesen von Stephan Schad, 3,45 Std.

    Schon die ersten Minuten geben einen beeindruckenden Einblick in den Alltag totaler Überwachung!

  23. gerhard,

    [..] findings

    was soll ich sagen? ich war so unverschämt, mir einen blog zuzulegen und die banalen sachen wie etwa meine 1001 platten, von denen ich denke, daß ich sie mit auf eine insel nehmn würde dort zu posten.

    rangiert interesanterweise unter den 8 beliebtesten post ;-)

    solche sachen mögen für einen selbst irgendwo „banal“ erscheinen, aber ben zb. hat für sich eine form gefunden, die mich an einem bestimmten punkt inspiriert und „befreit“ hat von dem gedanken, daß das uninteressant sein könnte.

    das gegenteil ist der fall: man stellt fest, daß man die selben oder doch viele dinge spannend findet und kann sich auf der basis „verständigen“.

    das problem ist ja, daß menschen heute in sehr unterschiedlichen welten leben, die von (ich bemühe mal eco und die semiotik) „zeichen in zeichen“ erfüllt sind, die jeder unterschiedlich liest oder versteht. da ist natürlich ein moment, in dem man bemerkt, daß der andere die selben zeichen lesen oder verstehen kann, in einer doch immer komplexer, vielfältiger und verwirrender werdenden realität äußerst beruhigend – er liebt auch buffy, gute comics, filme und erzählt halt davon ;-)

    ganz einfache sache.

    @claudia

    nur, damit einer deiner einwände nicht unberücksichtigt bleibt: okay, ich versuche, mir ein bißchen mehr mühe mit dem beschreiben zu geben, wenn ich was verlinke.

    und, generell: fühl dich bitte nicht „missioniert“, das ist nicht der zweck der übung. der ist eher der, daß man bestimmte dinge bewusst tun und andere bewusst lassen kann.

    bei mir ist das mit dem lassen zb. das wahllose gucken von fernsehen. ich mache seit 16 jahren roundabout alle 4 (früher drei) wochen ein 16 sender tv-programm, weiss genau, was kommt. und was mich interessiert.

    das nehme ich auf, schneide ggfl. die reklame raus und gucke es, wann’s mir passt. kleine tägliche rituale auf dem mac, festplatte anklemmen, kopieren, schneiden, umrechnen … sehr entspannend, weil perfekt gelöst und einfach zu machen.

    nachrichten gucke ich nur mit schmerzen im tv. da fühle ich mich immer komplett hopp genommen, weil ich mir vostellen kann, wie komplex die dinge sind und dann nur so einen teebeutel-aufguss bekomme und es immer der selbe beutel ist.

    beim hören muss ich die leute auch nicht sehen. ich denke, das gehirn funktioniert besser, wenn man die nicht sieht, man ist nicht so abgelenkt.

    es gibt sachen, die kann ich eh nicht sehen. wenn leute in einem raum sitzen und alle durcheinander reden. furchtbar. oder eben so ne nummer, die sich lanz mit seinem kumpel jörges geleistet hat. das ist nicht gut für meinen blutdruck ;-)

    im radio sind die leute in der regel höflicher. alles hat seine ordnung, die gehen gesittet miteinander um, auch und gerade, wenn sie so ein thema wie „‚Scheiß drauf oder ‚Benehmt Euch!'“ diskutieren – vorsicht 45 minuten, leute die sich unterhalten, musst du nicht hören, demonstriert aber ganz gut die lanz-alternative: intelligente menschen unterhalten sich über relevante themen.

    vor allem leute, die man sonst nie hört oder sieht in dieser inzestuösen fernsehbande, die so tut, als ob wir zuschauer eben ein dummes pack wären und nichts besseres erwarten können und wenn ja, uns gefälligst zu arte, zdfinfo etc verziehen sollen.

    ah, mein blutdruck ;-)

    ich finde hören halt entspannender und wie das mit allen sachen ist, die man macht: sie machen auch etwas mit einem selbst.

  24. Ist das jetzt ein Dreiergespräch?
    @Hardy, 1001 Platten könnte ich nicht benennen, weil sich mein Geschmack im Wandeln begriffen ist und ich Dinge, die ich vor 5 Jahren schick fand, oft nicht mehr so geschickt finde.
    Ja, aber das Problem bleibt: Was schenke ich meinem Ohr? Musik oder Beiträge? Da es ein Universum an Musik gibt (discogs zählte vor etwa 2 Jahren 7,5 Millionen Künstler mit käuflichen Musikprodukten bei ihnen), ist das eine womöglich never ending story.

    …daß der andere die selben zeichen lesen oder verstehen kann…
    Da mag ich schalkhaft anführen:
    Das Teilen an bestimmten „Produkten“ kann von ganz unterschiedliche Motiven herrühren. Es gibt Leute z.B., die mögen EIGENTLICH keine Actionfilme, aber ganz bestimmte, mit einer gewissen handwerklichen Note, die finden sie plötzlich gut. Oder sie lieben den gleichen Film wie Du, aber aus vollkommen unterschiedlichen Motiven heraus. Dann läuft man stolz nebeneinander her und klopft sich auf die Schultern. Treffer!
    Also doch keine „ganz einfache sache“…oder?
    Vollständigen und dicken Konsens gibt es doch eh nicht. Ich kann mir 2 Experten eines Fachs unmöglich vorstellen mit einem Mehr als 50/60 % Übereinstimmung? Ist es nicht so?

    Naja, da bin ich etwas abgeschweift.

  25. @Mylo:

    entschuldige bitte, dass ich dir nicht früher geantwortet hab‘ – jetzt fällt es mir grad auf, dass ich das weiter oben eigentlich gleich tun wollte!!! Aber dann hab‘ ich mich ablenken lassen und kam erst viel später wieder, reagierte auf andere Kommentare… ja, das ist so ein „zerstreutes“ Wuseln zwischen Arbeit und Kommunikation und diesem und jenem.. sorry!

    Du schriebst:

    „Wenn hingegen ich mir etwas anhöre, kann ich zumindest irgend eine Bildbearbeitung oder gar eine Handarbeit nebenher erledigen. Schaue ich mir Videos an und finde die Bilder wenig attraktiv oder anderweitig nicht sehenswert, höre ich einfach nur zu und mache nicht selten auch noch was anderes nebenher…Demzufolge kann ich Dein Zeitargument kaum nachvollziehen“

    Bei Handarbeiten kann ich mir das „etwas dabei hören“ noch vorstellen – aber die mache ich ja kaum. Und wenn, dann bin ich drauf konzentriert, es so schnell wie möglich hinter mich zu bringen. Staub saugen zum Beispiel. Aber soooo oft kommt das sowieso nicht vor, als dass ich dafür eine „Kultur gemütlichen Staubsaugens“ entwickeln könnte oder wollte. Und allein der Lärm… :-)

    Bildbearbeitung kommt bei mir nur punktuell und immer recht kurz vor, da lohnt es sich nicht, extra für die paar Minuten „was zum hören“ auszusuchen.

    Beim Kochen (was ich relativ oft mache) wär allerdings eine Möglichkeit! Das hab ich bisher nicht getestet, weil mein PC ja nicht in der Küche steht. ABER ich hab ein Tablet, fällt mir da ein… das könnte auch mal mehr tun als rumliegen!

  26. hallo Ihrs:)
    hier entwickelt sich ja eine echte Expertenrunde:)
    lese gerne und ausführlich mit. danke für die Beiträge.
    „nebenher hören“/Radio speziell DLF + Deutschlandradio:
    das ist mir in Fleisch und Blut übergegangen, ohne dass mein
    lieblingssender nebenher läuft, mach ich -fast- garnix.

    ein Beispiel dazu:
    (wenn Claudia in ihrem Archiv kramt wird ein kleines schrftsätzerl „welcome to the hotel California“
    eventuell gefunden.
    das Ding hab ich „live“ nebenher eben in der zeit in der das ding im DLF lief in den Editor getippt, nebenher in der Mailingliste ML/NL gelesen und ganz nebenher noch etwas Bürokram erledigt und hatte meinen Spass dabei.

    ich war ganz kurz im „online“-Zustand, eine Erfahrung die nur durch ständige Gewohnheit /einfach tun ohne nachzudenken erreicht wird. kann mich heute noch sehr gut
    an dieses Gefühl „im jetzt zu sein“ erinnern und jedem nur empfehlen dieses auch mal auszuprobieren:)
    .
    nur kurz und gruss in die Runde
    i.m.sz

  27. @Gerhard schrieb:

    „Für mich persönlich ist Hören ein Problem, weil mein wesentlicher Input Musik ist. „

    Ich dagegen höre – normalerweise – gar nichts! Ich lebe definitiv in Stille, weil ich es nicht ertragen kann, mir von Musik meine Gefühle und Empfindungen dominieren zu lassen. Dafür hab ich im Alltag keinen Bedarf, da brauche und will ich mich konzentrieren auf das, was ich gerade tue – ohne jede gefühlige „Untermalung“, die mir vorkommt wie eine freiwillige Einkerkerung in eine bestimmten Stimmung. (So merke ich ja gar nichts mehr von meiner „originalen Resonanz“ in Gestalt von Gedanken und Gefühlen).

    Dank Youtube hat sich meine totale Abstinenz immerhin soweit gewandelt, dass ich in mancher späten Stunde zum Surfen, Lesen, Kommentieren eine meiner Playlists laufen lasse (von einem Kommentierenden inspiriert hab ich kürzlich eine namens „Substanzen“ erstellt). Na, aber die alle mag ich auch nicht öfter als dreimal hören…

    Das zum Thema Musik.

    Womit ich mal die Frage in den Raum werfe: Hört Ihr eigentlich immer irgendwas? Für mich ist das alles (Musik, Sounds, Podcasts, Radio-Features..) ebenso „Input“ wie das Textliche – nur auf einer anderen Ebene.
    Wenn ich nur zwischen unterschiedlichen Inputs zappe, komme ich doch NIE NIE NIE zu einer unverfälschten „Verarbeitung“ all der Eindrücke.

    Deshalb brauch‘ ich Ruhe und lebe in Stille.

  28. @Ingo schrieb:

    „das Ding hab ich “live” nebenher eben in der zeit in der das ding im DLF lief in den Editor getippt, nebenher in der Mailingliste ML/NL gelesen und ganz nebenher noch etwas Bürokram erledigt und hatte meinen Spass dabei.“

    Ohne das jetzt suchen zu gehen: Deine Art Texte einzutippen, während man in jeder Hinsicht „online“ ist und jeglichen Impulsen folgt, kann ich mir grade noch vorstellen.

    So sind die dann aber auch: meist eher Literatur, Satire, Spass, wirklich geile Wortwolken und Assoziationen, hopping durch alle Ebenen, für die Mitlesenden ein toller Pausenfüller – oft besser als jene bei ARTE (im Visuellen).

    Offenbar bin ich nicht der Typ, mir selber soviel inhaltlich-sprachliche Spielerei zu gönnen – genauso wenig, wie ich willens und im Stande bin, so geistreiche Lang-Kommentare mit viel Freude für den informierten Intellekt zu verfassen, wie Susanne es zu unser aller Freude gelegentlich tut.

    Ihr helft mir gerade durch diesen „Geist des Austauschs“, der hier dankenswerterweise herrscht (und von Euch mitverteidigt wird, wenn ich mal nicht rechtzeitig da bin..) dabei, mir Gedanken darüber zu machen, ob denn diese meine Seinsweise nicht mal wieder hinterfragt werden sollte.

    Wohin hab ichs denn so eilig? Ist all das, „worauf ich mich meist konzentriere“ es wirklich wert, diverse andere Ebenen des Erlebens als verzichtbar zu erachten?

  29. @Hardy schrieb

    „ich finde hören halt entspannender und wie das mit allen sachen ist, die man macht: sie machen auch etwas mit einem selbst.“

    Toller Satz, der viel Potenzial hat, Verschiedenheit bewusst und verständlich/diskutierbar zu machen – aufgrund von Gemeinsamkeiten.

    Ich strebe im eigenen Leben kaum je nach Entspannung – obwohl ich Texte drüber schrieb, die mit eigenem Erleben unterlegt sind. Bin mir entspannt genug – mir fehlt eher „mehr Energie“, um alles umzusetzen, was ich gerne tun würde.

  30. @gerhard

    [..] Also doch keine “ganz einfache sache”…oder?

    kurze entgegnung: in sachen ben? ganz einfach. manchmal vermute ich ein jüngeres ich und erzähle mal ganz beiläufig, daß ich zu den ersten gehörte, die das bild und den namen seiner tochter zu sehen bekamen ;-)

    sehr sehr sehr einfach. zu viele identische zeichen. aber halt auch eine menge unterschiede, deren auffinden uns bereichert. sehr schöner ort, sein „anmut und demut“.

    [..] discogs

    also, discogs besuche ich nur, wenn ich meinen eigenen namen bei „lusthansa“ lesen und mich dem gefühl hingeben will, mir mit „gib mir deine hitze“ einen platz in der unsterblichkeit verschafft zu haben *gggg*. den von frank farian daneben zu sehen trübt allerdings das vergnügen erheblich.

    ansonsten ist allmusic.com seit es sie gibt meine startseite. ich lese rocklexika, die andere eher als telefonbücher verstehen, wie krimis.

    rockmusik ist für mich „geschichtsschreibung“, das nehme ich sehr sehr sehr ernst, weil ich denke, daß das, was den planeten in den letzten 45 jahren verändert hat, die tatsache ist, daß rockmusik zur „lingua franca“ wurde und jeder japaner, ceylonese, argentinier, lette oder malinese „rock“ spricht. oder doch versteht.

    hail hail rock’n’roll deliver us from the days of old (chuck berry).

    ich denke, meine liste ist ein ernsthafter versuch. da steht nix drin, was ich da reingeschrieben habe, weil ich mal gelesen habe, andere fänden es gut. sie ist eigentlich eine gute „selbstbeschreibung“.

    wer „ahnung“ hat, versteht.

    mein „hearer’s digest“, also meine singles-jukebox (noch nicht in einem deutschen forum gepostet), ist ebenso streng nach jahren geordnet und hat – wie vor allem die franzosen finden, die die meisten klicks auf die seite machen – „young person’s guide“ qualitäten, jedenfalls, was die 70er betrifft.

    was willst du auch schon von jemandem erwarten, der sich in den 70ern einen vordruck machte und für jede kassette ein fein säuberlich getipptes blatt mit dem inhalt und den (achtung!) startzeiten in einen ordner heftete …

    und dabei von etwas träumte, wo man nur (backspace) gehen muss statt tippex zu verwenden. und sich einen „index“ bastelte (david bowie = DB und dann nur durchnummerieren) bevor er wusste, wie wichtig das mal werden wird, sich sowas auszudenken. 10 jahre halt.

    ich bin voll die bürokratenseele, gerhard. born this way.

  31. @claudia

    [..] Ich strebe im eigenen Leben kaum je nach Entspannung

    hey, du _weisst_ ja wie ich bin: schnell. wortreich. von hier nach da in einer assoziation und gleich wieder woanders. und am ende bei einem vortrag über die eu ;-)

    ich habe keinen blassen schimmer, wie hyperaktiv ich wäre, wenn ich das nicht mit allem _drosseln_ würde, was der entspannung dient …

    wir könnten „entspannung“ ja auch aus einem blickwinkel betrachten, in dem es mehr darum geht, wie die informationen in einen hineinfliessen und wir sie verarbeiten, zb. welche haltung wir ihnen gegenüber einnehmen und von welchem standpunkt aus wir das tun.

    diese radio hören sache ist ja zunächst einmal eine „entfremdung“. die umwelt bezieht ihre infos aus so einem oberflächlichen medium wie 15 minuten tv-nachrichten, während man sich selbst nach sagen wir mal einer stunde dlf zwischen 18:00 und 19:00 wirklich „gut informiert“ fühlt.

    wobei ein wesentlicher und nicht zu unterschlagender aspekt an der sache, das „sich versammeln um ein lagerfeuer“ wäre.

    ich liebe die erfahrung, daß „früher“ alle über den neuen durbrige redeten, ich finde es okay, daß es in einer gesellschaft so etwas wie dieses lagerfeuer gibt. heute gibt’s ja eher eine trilliarde flackernder lichter in der dunkelheit.

    wie auch immer: radio hören ist also zunächst eine bewusste abgrenzung. man gehört einfach nicht mehr zu denen, die slomka gucken – nur wenn sie was angestellt hat. aber … dlf .. man sitzt immer noch an einem großen lagerfeuer, weiss, daß die, die entscheidungen treffen, den auch hören und freut sich halt drüber, daß man die dinge in ihrer angemessenen komplexität serviert bekommt.

    irgendwann „fremdelt“ man.

    ich fremdele mit zeitungen zb früher habe ich zeitungen geliebt und mein ganzes geld in sowas investiert. heute kriege ich das kalte grausen, wenn ich den gleichgeschalteten und aus tickern abkopierten müll lesen muss.

    kommt mir halt so vor, weil ich permanent denke, ich habe mehr und früher von und über das thema erfahren und gelernt, als mir dieser mit talkshows aufgewachsene jungspund beim spiegel noch erklären kann. ich krieg mich nicht mehr ein vor lachen, wenn etwa „breaking the silence“ vom spiegel ein jahr nachdem mir etwa der swr oder der dlf mehrfach stimmen geschenkt hat, die erzählen, was und warum sie das machen, plötzlich entdeckt, daß es die gibt und darüber schreibt (ich hab‘ darüber mal gebloggt bin aber gerade zu sehr beschäftigt).

    so wird der ort, von dem man aus die dinge betrachtet, ein – so empfinde ich das – „stabiler grund“ (slid ground, hier gehört eigentlich van morrison rein). ich fühl mich „gut informiert“, ich kann den sachen, die daneben so auf mich einströmen mit gelassenheit begegnen. entspannt. mich kratzt das nicht wirklich, wenn die übrigen medien über hirschsperma in entzücken geraten, das ist einfach nicht mehr meine welt.

    so verstehe ich „entspannung“ auch. in dem gefühl zu leben, aß man „etwas anderes“ tut und sich selbst dabei „gut“ und „schon okay so“ zu fühlen, obwohl man nicht am großen lagerfeuer sitzt eher an dem kleinen, an dem die leute einfach sympathischer sind.

    da diese leute in der regel ja auch nicht so aufgeregt losquasseln wie im tv, sich permanent unterbrechen, richtig dummes zeuchs quatschen … bleibt mir also einiges erspart, worüber ich mich _furchtbar_ würde _aufregen_ müssen ;-)

    wobei ich meine aktuelle lanzallergie heute ganz gut beim erblogger erklärt habe: das ist nichts, worüber ich mich „aufrege“, da bin ich gerade eher im zustand von „heiligem zorn“ …

  32. @Claudia, bist Du auch so jemand, der klagt „mir fehlt eher “mehr Energie”, um alles umzusetzen, was ich gerne tun würde“ und dabei gefühlt bzw. messbar weit mehr als der Durchschnitt zu Wege bringt? Müsste man für dich den 48-Stunden-Tag erfinden?! :-)

  33. @Claudia, du Fragtest: „Hört Ihr eigentlich immer irgendwas?“
    Nein, das ist nicht so. Aber beim Lesen von Onlineartikel erlaube ich mir das Mitlaufen von CDs. Ich merke recht bald, ob sie gehaltvoll sind oder nicht. Zum spezifischen „Aushören“ einer Cd reicht es aber leider nicht (zumal das ja auch vom Equipment abhängt. Manche Soundscapes, so wie vom Künstler gedacht und bereitgestellt, bekommst Du eh in der ganzen Fülle nur mit einem guten Soundsystem zu hören).
    Ich muß gestehen, daß ich selten eine CD minutiös auslote. Manche Cds werden vom Künstler in einer Woche eingespielt, andere verteilt über 2 Jahre. Diese Soundtüftler verdienten eine stärkere Befassung meinerseits, aber ich habe zu wenig Zeit und das nächste interessante Ding liegt ja auch schon bereit.
    @Claudia, Für die meisten Artikel brauche ich keine volle Konzentration. Wenn dann doch, drücke ich auf Pause- und setze danach fort.

  34. @Hardy, ein Bürokrat war ich mit meinen Tapes damals auch. Musste ich auch sein, wollte ich schnell etwas finden oder flugs herausfinden, wo noch 15 Minuten für eine Kurzdoku (etwa „1000 Meisterwerke“) frei waren und ob das Band genau an dieser Stelle stand. Frei hieß dabei frei oder überspielbar.
    Meine Cds der Neuzeit habe ich allerdings nicht erfasst, sondern nur thematisch, personenbezogen zusammengestellt.

  35. Hallo,

    erstmal möchte ich sagen, dass ich deinen Blog sehr informativ finde. Bezüglich der Videos und Podcasts gebe ich dir vollkommen recht!

    1) Ein riesen Zeitaufwand

    2) Muss man wissen wie man es macht

    3) Jeder Idiot kann ein Video machen, siehe Youtube :) aber Schreiben können ja neuerdings wenige Menschen

    4) Um erhrlich zu sein, bin ich ein wenig übergewichtig und habe keine Lust mich vor der Kamera zu zeigen! :)

    Also Fazit: Endlich mal jemand der dazu Stellung nimmt! Vielen Dank!!

  36. „Franziska“: normalerweise lösche ich derartige Kommentare ganz – den lass ich mal zur Demonstration stehen und lösche nur den Werbelink zu den Kreditkartenetuis.

    Obwohl du vermutlich nie wieder hier herein schaust: Du solltest eigentlich wissen, dass solche Werbe-Links unter Blogposts SEO-technisch seit Jahren sowas von OUT sind. Manche meinen, sogar SCHÄDLICH.

  37. @Ingo, Du schriebst: kann mich heute noch sehr gut an dieses Gefühl “im jetzt zu sein” erinnern..,
    Dieser geschilderte Flow geschieht doch oft bei kreativen Tätigkeiten: Vollkommen absorbiert, geborgen, eins sein.
    Ob nun durch Medien wie Du es da geschildert hast oder beim Erschaffen von etwas Künstlerischem.

  38. @ Claudia zur “Kultur gemütlichen Staubsaugens”
    staubsaugen würde ich mir nun auch nicht gerade aussuchen, um mir davon einen Hörgenuss begleiten zu lassen – lach!
    Dabei achte ich lieber auf das Geräte-Geräusch, welches übrigens interessante Obertöne erzeugt…
    Schon eher beim ordnen und bügeln von Wäsche (ja, sowas tu ich noch, nach alter Manier ;-) aber auch in meiner Werkstatt beim bearbeiten meiner Erzeugnisse, wenn mir der PC dafür überhaupt noch Zeit übrig lässt.
    Dennoch schätze ich wie Du, auch die Arbeit in der Stille und deswegen mache ich auch regelmässig Gebrauch von der Austaste.

  39. @Mylo, Du bist Keramikerin? So ein Zufall. Habe meine Wohnung auch voller Selbsterzeugnisse stehen. Komischerweisae zieht es mich dabei mehr zu geometrischen Objekten. Di entstehen aus dem bauch.
    Zu unseren Arbeiten hören wir gerne mal Cds oder solch famosen Radioshows wie von Harry Lachner. Es kann auch ganz still sein. Da Musik inspirirend sein kann und auch eine eigene Kunstform darstellt, passt sie gut zu konzentrierter Arbeit mit dem Ton.

  40. @Mylo: tja, mit dem lebenslangen Verzicht aufs Bügeln hab ich offenbar eine Gelegenheit nicht genutzt… :-)

    @Gerhard: So, so! Und du hast also nix zu erzählen und nix zu zeigen??? Ganze Wohnung voll keramischer Kunstobjekte und nirgends kann man sie angucken?

  41. @Claudia, ich zeige meine Sachen nicht vor. Nicht daß sie nicht ansehbar wären, keinesfalls, aber soll ich damit prahlen oder damit von mir ein „tolles“ Bild zeichnen wollen (ah, ein Künstler!).
    Ich spiele mit Formen, meist geometrischen. Habe aber auch einen Gorilla geformt, das ging ganz schnell und jemandem zum 50ten geschenkt. Als Künstler mag ich mich partout nicht bezeichnen, da sträuben sich alle Haare bei mir.

    Ich kann Dir aber mal demnächst per Mail was schicken.

  42. tja, da ist sie wieder, diese für mich schwer verständliche Hemmung, etwas von sich bzw. die eigenen Werke zu zeigen!

    WER sagt denn, dass nur „Künstler“ ihre Sachen publizieren dürften?

    WER behauptet heute noch, nur „Autoren“ und „Journalisten“ dürften Texte verbreiten?

    Und überhaupt: Schon in den 70gern/80bern wurde der Kunstbegriff im Sinne von „Kunst ist nur Werk eines anerkannten Genies“ dekonstruiert, z.B. von Joseph Beuys („jeder ist Künstler“). Oder von Andy Warhol, der Suppendosen ins Museum stellte, damit aber auch nur die ReadyMades von Marcel Duchamp (Kloschüssel, 1917!) aktualisierte.

    Nun, heute zeigen Millionen Menschen, was sie schreiben, malen, werken, singen, musizieren, basteln, häkeln, stricken, nähen, formen – und alles zwischen Genie und komplettem Dilettanten ohne jedes Talent ist vertreten!

    “ Nicht daß sie nicht ansehbar wären, keinesfalls, aber soll ich damit prahlen oder damit von mir ein “tolles” Bild zeichnen wollen (ah, ein Künstler!).“

    Völlig irre im Jahr 2014, diese Denke! :-)))

    Ich hab mal eine Hand (Peace-Zeichen) und einen Kopf aus Ton geformt – die haben sogar lange gehalten, bevor sie zerbröckelten. Das war vor Netzzeiten, sonst würd ich die jetzt zeigen. Auch wenn sie nicht besonders „ansehnlich“ waren…

  43. ups – da habe ich jetzt wohl ganz ohne Arg(!) einen ‚Werbelink‘ plaziert, in der irrigen Annahme, dass es jeweils interessieren könnte, wer so alles hinter den Kommentaren steckt? Wobei meine Motivation eigentlich darin besteht, Farbe zu bekennen:das bin und das tu ich (unter anderem und nebst bügeln ;-)) Auf meinen eigenen Blogs mag ich auch keine tatsächlichen Werbelinks, habe mich auch schon dezidiert dazu geäussert…bin jetzt aber ein wenig verunsichert, ob es inzwischen wohl auch out ist, überhaupt irgendwelche eigenen links bei Kommentaren anzugeben? – Mag mich vielleicht jemand darüber kurz aufklären?

  44. @Mylo: nie im Leben würde es mir einfallen, deine Links zu kritisieren oder gar zu löschen! Es ist ein großer Unterschied, ob jemand mit einer faktisch anonymen Mailadresse einfach mal irgendwo irgendwas hinschreibt, nur um eine kommerzielle Seite ohne jeden persönlichen Touch zu verlinken – ODER ob jemand wie du sein persönliches Kreativ-Blog mit Eigenproduktionen verlinkt!

  45. oh,

    i h habe gerade aus ärger darüber, daß die „lanz aus aus meiner rundfunkgebühr“ so voreilig beendet wurde, meine erste eigene petition gestartet

    https://www.openpetition.de/petition/online/das-uebel-an-der-wurzel-packen-zdf-ganz-abschalten

    keine treibjagd, keine „judenverfolgung“ (joffe in zer zeit), kein ad hominem, kein gejammer über die böse GEZ …

    plain & simple: schafft das ZDF ganz ab ;-)

    unterzeichner sind herzlich willkommen …

  46. @Claudia, da hast Du mich wohl mißverstanden.
    Ich hatte nur gesagt, daß ich diese Dinge für mich produziere und nicht an eine irgendwie geartete Ausstellung denke.
    Heutzutage wird der Begriff Künstler fast wie ein Doktortitel gehandelt und das ist es genau, was mich verdriesst. Daher will ich nicht Künstler genannt werden. Ich habe einige kreative Hobbys, die mich erfreuen und mir gut tun, so what.

  47. Oder andersrum gesagt: Statusdenke ist mir verhasst.

  48. @Claudia – da bin ich ja beruhigt und habe gleich den link gegen meinen blog-link ausgetauscht, weil meine uralt-hp ziemlich statisch in der Landschaft steht ;-)
    @Gerhard: Deine Denkweise, was Künstler und Status betrifft, ist auch meine…und genau deswegen habe ich auch die hp so belassen wie sie vor vielen Jahren entstanden ist. In den Kunstbetrieb einzusteigen hat mich noch nie gereizt, was mich aber nicht daran hindert, mein kreatives Tun auf anderen Wegen herzuzeigen :-)
    Es würde mich dennoch freuen auch von Dir etwas zu sehen zu bekommen! – Off topic, ich weiss. Claudia möge mir bitte verzeihen.

  49. Irgendwie schön, Mylo, daß ich von Dir so schön Unterstützung bekomme. Danke.

  50. @Gerhard: na hey, soll das heißen, du fühlst dich von mir nicht unterstützt? Extra für dich hab ich ausgeführt, dass nicht nur ich diesen alten Künstler-Begriff mit dem Genie-Summs drumrum schon lang nicht mehr akzeptiere. Und grade in den Zeiten des Netzes zeigt sich doch: viele haben schöne Dinge zu zeigen, ohne sich deshalb groß aufzuplustern!

    Mir würde gefallen, wenn du deine Objekte auch irgendwo zeigst!

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