Claudia am 11. Mai 2006 — 2 Kommentare

Zwischen Abmahnung und Abbuchung

Harte Zeiten im Netz

Da hat mich doch ein Rechtsanwalt im Auftrag eines Unternehmers in Süddeutschland abgemahnt, weil dessen Name zufällig mit dem Namen einer literarischen Figur aus einer der erotischen Geschichten auf www.lustgespinst.de übereinstimmte. Ich war einigermaßen perplex, denn wenn das alle so machen würden, käme ja kaum mehr Belletristik zustande! Wie könnte irgend ein Autor es noch wagen, seine Figuren mit Vor- und Nachnamen auszustatten, wenn er befürchten müsste, dafür von allen in Betracht kommenden realen Namensvettern belangt zu werden??

Weil ich üblicherweise friedlich und nett bin und die Abmahnung (noch?) nicht als „kostenpflichtige“ daher kam, hab ich in Absprache mit dem Autor die Story erst mal entfernt. Obwohl der Abmahnende mit nahe 100%iger Wahrscheinlichkeit in der Sache nicht Recht bekäme, hab‘ ich keine Lust auf rechtliche Auseinandersetzungen um einen solchen Pipifax! Ich werde dem Autor vorschlagen, den Namen der Figur zu ändern, dann kann die Geschichte wieder erscheinen.

Abgebucht: Betrug oder Irrtum?

Gestern dann die vierteljährliche Umsatzsteuervoranmeldung – nein, die mach ich nicht so gern und schiebe sie oft bis auf den letzten Drücker vor mir her. So auch dieses Mal, und bei der Gelegenheit guck‘ ich mir dann meine Kontoauszüge nolens volens Posten für Posten genauer an. Und was finde ich da?? Eine Abbuchung von 10 Euro für ein Inserat bei mobile.de! Nie gehört, nie gesehen – ich surfe also hin: aha, ein Gebrauchtwagenmarkt, ein Unternehmen von Ebay – und sogar mit ordentlicher Postadresse nahe bei Berlin. Sieht alles recht seriös aus – ich hab‘ sie also (per Mail und Post) angeschrieben und die Rücküberweisung verlangt. Erst wenn die nicht kommt und auch sonst keine Reaktion, werde ich die Sache als Betrug betrachten und zur Anzeige bringen.

Die gute Nachricht

Am Nachmittag dann noch eine gute Nachricht – sogar von der Telekom! Endlich endlich bekomme ich DSL!! Bisher lebte ich auf einer „Insel“ mitten in Berlin, die gleich nach der Wende „verglasfasert“ wurde. Da das später erfundene DSL auf Kupferkabeln läuft, war das eine technische Sackgasse, die es bis heute unmöglich machte, hier etwas anderes als ein steinzeitliches Modem zu benutzen. Nun haben sie es also geschafft, neue Kabel zu legen – Jahr um Jahr wurde es versprochen, ich hab‘ schon nicht mehr dran geglaubt!

Bald werde ich also in zeitgemäßer Geschwindigkeit surfen und meine Telefonrechnung wird drastisch sinken, wie schön! Ganz gewiss werde ich aber beim Webseiten bauen auch in Zukunft nicht die vielen vergessen, die immer noch ohne DSL auskommen müssen. Viele Webschaffende sind mittlerweile zu faul (oder unwissend? Ignorant?), um die Datenlast ihrer Bilder mediengerecht zu reduzieren und sie so auf ein Format zu bringen, dass dem DSL-losen Betrachter nicht elend lange Wartezeiten abverlangt. Manche stellen Fotos gerade so ins Web, wie sie aus der Cam kommen – ein Horror! Sie merken es ja nicht, haben ja DSL. Dass sie dieses Glück erst mit einem Drittel aller Onliner (siehe dmms-magazin v. 11.5.) teilen, ist ihnen nicht bewusst. Tja, es gibt viele Gründe, einen „ordentlichen Webdesigner“ zu beauftragen, und nicht den Sohn vom Nachbarn mal eben basteln zu lassen..

Diskussion

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2 Kommentare zu „Zwischen Abmahnung und Abbuchung“.

  1. Liebe Claudia,
    du kannst einen Abbuchungsauftrag innerhalb von 6 Wochen stornieren lassen. Mir ist es einmal passiert, dass aufgrund einer Einzusermächtigung für den Burdaverlag
    60 Euro von einer Lottoeinnahmestelle bzw. LKS-Lotterie abgebucht wurden.
    Eine bescheidene Anfrage: Gibt es noch ein Treffen der Berliner Teilnehmer der Gruppe Altern?
    Schöne Wochenende und viele Grüße
    Nila Sebastian

  2. Ich weiß, liebe Nila! Die aber sind längst verstrichen. (In Zukunft guck ich öfter drauf – aus Schaden wird man klug!)
    Ein Treffen?? Wolltest das nicht DU einberufen??? Ich dachte, mich blass an so eine Absicht zu erinnern… mehr dazu besser per Mail! Ganz liebe Grüße

    Claudia

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