Thema: Weltgeschehen

Claudia am 10. Februar 2006 — Kommentare deaktiviert für Angst vorm Fliegen: die Reise nach Kambodscha

Angst vorm Fliegen: die Reise nach Kambodscha

Noch zwei Tage bis zum Abflug nach Kambodscha: die erste mehr als drei, vier Tage währende Reise seit Jahrzehnten und dann gleich soooo weit weg!!! Raus aus Europa, raus aus dem Winter, rein in die Tropen – ich hab‘ einfach JA gesagt: ein Diary-Leser, der mir in langen Mail-Dialogen und während seiner Besuche ans Herz gewachsen ist, lädt mich und einen lieben Freund nach Phnom Penh ein, wo er lebt und arbeitet. Was für ein Ereignis in meinem ansonsten so stationären Leben, in dem der Gedanke an „Urlaub“ normalerweise einfach nicht aufkommt! Warum sollte ich denn „irgendwohin“ reisen, um dort herum zu lungern, wenn ich doch da bin, wo ich sein will? Wenn ich doch täglich tue, was ich gerne tue, warum das unterbrechen? Weiter → (Angst vorm Fliegen: die Reise nach Kambodscha)

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Claudia am 04. Oktober 2005 — Kommentare deaktiviert für Wege aus der Erstarrung: Von der Regelungswut

Wege aus der Erstarrung: Von der Regelungswut

Im letzten Herbst besuchte mich der Eigentümer des Hauses, in dem ich seit 2003 zur Miete wohne. Die Fassade wurde gerade erneuert, zwei Monate lebte ich schon im Dämmerlicht, das die grüne Plane gerade noch durchließ – und jetzt sollten noch neue Fenster die alten Kastendoppelfenster ersetzen, mietwirksam natürlich, deshalb der „hohe Besuch“.

Er habe sich das Haus zur Altersvorsorge gekauft, erzählte er, aber er wolle keinen Stress mit den Mietern und keinen aufwändigen Papier- und Paragrafenkrieg. Wer die neuen Fenster nicht haben wolle, solle sie ablehnen, wenn ich sie einbauen ließe, koste mich das 35,- Euro mehr Miete – so einfach, so klar. Ich war einverstanden und wunderte mich, dass er mich nichts unterschreiben ließ, als er den Einbautermin ankündigte. „Was machen Sie, wenn jemand die Fenster zwar einbauen lässt, dann aber die höhere Miete nicht zahlt?“ fragte ich neugierig.
„Dann soll der das so machen, muss mir dann aber auch ins Gesicht sehen!“, sagte er, ein wenig aufgebracht. „Das ist doch das ganze Elend, in dem wir stecken! Es muss doch mal wieder jemand Verantwortung übernehmen für das, was er tut! So, wie es ist, kann es jedenfalls nicht immer weiter gehen.“

Charmante Masche?

Wow! Der Mann hatte meine Sympathie gewonnen. Ein Verächter des Kleingedruckten, einer, der lieber handelt und etwas riskiert, als sich um die Modalitäten des möglichen Scheiterns einen Kopf zu machen – und das auf dem Gebiet des komplizierten Mietrechts!
Ja, es sei ein riesiger Aufwand, erzählte er noch, von der Hausverwaltung eine all den vielen Gesetzen und Gerichtsentscheidungen gerecht werdende, hieb- und stichfeste Mieterhöhungserklärung wegen Modernisierung abzuwickeln zu lassen. Diese Idee habe er nicht weiter verfolgt, das wäre zuviel Energieeinsatz an der falschen Stelle.
Was dann ein paar Wochen später kam, war ein kurzes, formloses Schreiben, das ich unterschrieben zurück schickte, als die Fenster lange schon drin waren. Ich hätte es auch ignorieren können, meine Miete wäre dann nicht gestiegen, meine Selbstachtung dafür gesunken. Ich hätte nicht nur ihm nicht ins Gesicht sehen können, sondern auch nicht in den Spiegel.

Als ich später Freunden von diesem ungewöhnlichen Eigentümerkontakt erzählte, musste ich mir gelinden Spott anhören: Du hast dich von ihm einwickeln lassen, die Paragrafenverächterei war gewiss nur seine charmante Masche, um die Modernisierung problemlos durchzudrücken!

Habe ich? Ich hatte ja nichts gegen die neuen Fenster, warum zum Teufel sollte ich den Hauseigentümer dann als Gegner ansehen, der mir „was Böses“ will? Etwa aus „altlinker“ Tradition: weil Eigentum Diebstahl ist? Weil Besserverdienende böse Menschen sind? Weil man sich stets als Opfer finsterer Mächte begreifen sollte, immer im Kampf gegen „das Kapital“???

Verträge sind dazu da, sich zu vertragen. Je komplizierter sie sind, desto deutlicher wird, dass die Vertragspartner eher mit Streit und Misslingen rechnen als mit gedeihlichem Zusammenwirken. WILL sich eigentlich noch jemand vertragen? Mir scheint, fast jeder im Land hält sich selbst für einen Ausbund von Friedlichkeit und ist voll des guten Willens – aber wenn die Äste am Baum des Nachbarn anfangen, aufs eigene Grundstück zu ragen, dann guckt man in die Paragrafen, um das Waffenarsenal zu sichten, nicht zuvorderst ins Gesicht des Nachbarn.

Alles geregelt, alles im Lot?

Der Dschungel aus Gesetzen, Vorschriften und Verordnungen, der jegliches aktive Tun in Deutschland umgibt, hat lange schon Ausmaße angenommen, die eben dieses Tun oft genug im Keim ersticken. Über diesen Befund scheinen sich alle einig zu sein, doch es scheint ein Ding der Unmöglichkeit, von der Regelungswut abzulassen. Kaum erscheint mal eine Liste zu streichender Vorschriften – wie es etwa in Berlin versucht wurde – verhaken sich die Politiker bei der Sichtung in Bedenken und schaffen es nicht, wirklich Nägel mit Köpfen zu machen: Wenn das nicht mehr geregelt ist, dann kann ja wieder jeder, wie er will – oh Himmel, Chaos droht!

Meine Steuerberaterin schreibt in ihrem Rundbrief, Belege müssten auch nach Jahren lesbar sein, das habe ein Gericht entschieden. Hört sich sinnvoll an, klar! Aber dass ich nun die Belege aus allen Jahren durchsehen und eventuell verblasste Thermo-Ausdrucke einzeln kopieren soll, ist eine so typisch deutsche Zumutung, dass mir die Haare zu Berge stehen! Geben wir halt alle mal unsere selbständige Tätigkeit für ein paar Tage auf, versenken uns in die Akten vergangener Jahre, dann ab in die Copy-Shops – zumindest deren Geschäft wird dadurch gewiss belebt!

Im Ernst: ich habe schon genug Existenzgründer und Gründerinnen mitbekommen, die vor lauter Zuarbeit fürs Vorschriftenuniversum kaum Zeit fanden, sich mit dem Inhalt ihrer angestrebten Geschäftstätigkeit zu befassen. Ihnen wurde im Gegenteil immer deutlicher, was sie alles riskieren, wie gefährlich und kompliziert Selbständigkeit ist – und manch einer hat es dann doch lieber gelassen.

Ich bin bisher ganz gut durchgekommen, weil ich mich bei jeglicher Zumutung der Behördenwelt immer frage: WAS DROHT? Was passiert im schlimmsten Fall, wenn ich meine Belege NICHT kopiere? Nun, dann wird eines Tages ein Betriebsprüfer diese Belege nicht anerkennen und Steuer nachfordern – zu Unrecht, wie ich finde, denn ich habe ursprünglich alles richtig gemacht und für ein „Verblassen“ kann ich nichts. Aber egal, soll er doch fordern, es wird vermutlich nicht das Einzige sein, was nicht der Vorschriftenfront entspricht, die sich von Jahr zu Jahr verändert und verschärft. Ich habe einfach nicht genug Zeit für jedweden Pipifax Stunden und Tage zu opfern, um in Uralt-Akten zu forschen und sie den neuesten staatlichen Bedürfnissen anzupassen. Nicht, solange mir meine Arbeit lieb ist, mit der ich das Geld ja erst verdienen muss, das dann als Steuern abgezogen werden kann.

Gerecht bis in die Erstarrung

Woher kommt es eigentlich, dass immer mehr Gesetze und Vorschriften erlassen werden? Es ist nicht nur der stete Wandel der Welt, der Anpassungen erfordert, sondern vor allem das Erleben Einzelner, die sich im Rahmen der bestehenden Vorschriften ungerecht behandelt fühlen: ja, das Gesetz mag im Allgemeinen richtig sein, aber in MEINEM Fall gibt es diese oder jene Besonderheit, die keine Berücksichtigung findet – her mit der neuen Regelung, die diesem Misstand abhilft!

Das zunehmende stählerne Gehäuse ist also die Folge unserer Unfähigkeit, Ungleichheit zu ertragen: jeder Einzelfall ist anders und Gesetze sollen dafür sorgen, dass die Gleichheit hergestellt wird – wir regeln die Dinge zu Tode, aber immerhin geht dann alles sehr GERECHT zu! Bilden wir uns zumindest ein, denn es ist ja nicht wirklich so, jede Regel schafft auch wieder neue Ungerechtigkeit in einem anderen Einzelfall – und so weiter und so fort.

„Wege aus der Erstarrung“ hieß der Arbeitstitel dieses Artikels. Fakt ist, dass es keinen Königsweg gibt: zwar kann man immer mal wieder versuchen, das schlimmste Regelungsgestrüpp zu beschneiden, doch solange das „Volk“ so drauf ist, wie es nun mal ist, wird sich an dieser Lage nichts grundsätzlich ändern. Einzig das Individuum kann einen Bewusstwerdungsprozess erleben und lernen, dass es oft förderlicher ist, sich der Zukunft und neuen Themen zuzuwenden, als um Gerechtigkeit in jedem Einzelfall erlebter Vergangenheit zu kämpfen. Dafür muss es sich nicht einmal am Gemeinwohl orientieren (eine Forderung, die heute hoffnungslos idealistisch klingt), sondern am wohl verstandenen Eigeninteresse, sich Handlungsspielräume zu erhalten und neue zu erobern. Wer einen Großteil seiner Zeit damit zubringt, seine Prozesse zu beaufsichtigen und Rechtsanwälte reich zu machen, wird ansonsten nicht mehr viel zustande bringen.

Das Wunder von Deutschland

„Du bist das Wunder von Deutschland! Zeig, wer du bist und sag, was du denkst!“, heißt es verlockend auf der Kampagnenseite du-bist-deutschland.de, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die miese und bedrückend negative Stimmung hierzulande heben zu wollen. Ich soll mitmachen und der Deutschland-Galerie beitreten, blättere also weiter und schaue, wie das geht. „Sagen, was ich denke“ muss mit einem von fünf anklickbaren Satzanfängen ausgedrückt werden: „Ich bin…, ich kann… ich fordere…ich will…. ich habe..“., mehr selber denken ist nicht zugelassen. Um dieses Statement abzugeben und mein Bild hochzuladen, soll ich mir zunächst die rechtlichen Hinweise, die dieses grandiose Unterfangen erfordert, zu Gemüte führen: Es sind 11 Paragrafen mit 32 Unterabsätzen, insgesamt 1816 Wörter, eine Textmenge von etwa vier A-4 Seiten.

„Diese Site soll auch ein Spiegel sein, ein Spiegel Deutschlands, dein Spiegel!“. Ein Tiger startet zum großen Sprung und landet als Bettvorleger. 25 Medienunternehmen treten „die größte gemeinnützige Kampagne in der Geschichte der Bundesrepublik“ los, um endlich Aufbruchstimmung zu verbreiten. Doch während sie die Bürger auffordern, Gesicht zu zeigen, vermeiden sie im Impressum der Website jede Nennung der Akteure. Es finden sich nur die Adressen der Umsetzer, Hoster und Webmaster. Und während im weiten Web unzählige Blogger und Homepager es immer noch wagen, den Besuchern ihrer Seiten freie Ausdrucks-, Kommunikations- und Vernetzungsmöglichkeiten (z.B. den Link zur eigenen Website) einzuräumen, erzwingt die Du-bist-Deutschland-Kampagne ein standardisiertes und garantiert folgenloses Sich-Einreihen in die bunte „Ruck-Galerie“ – mehr Aufbruch ist nicht erwünscht, da könnte ja was Unkontrollierbares passieren!

Wege aus der Erstarrung werden sich nicht finden, solange diejenigen, die den aktuellen Zustand beklagen, keine anderen Ideen verfolgen, als dem missgelaunten und politikverdrossenen Volk aufs Genaueste vorzuschreiben, wie es sich nun gefälligst zu bewegen habe. Sie sollten mal selber einen Blick in den Spiegel wagen, den sie aufgestellt haben!

Dieser Artikel wäre vielleicht nur eine Idee geblieben, hätte ihn nicht ein Diary-Leser unterstützt! 1000 Dank! Ich habe die mir so geschenkte „Schreibzeit“ sehr genossen!

Claudia am 08. März 2005 — Kommentare deaktiviert für Ein paar Vorschläge in Sachen „Reformen“

Ein paar Vorschläge in Sachen „Reformen“

Immer Sonntagabends wird bei Sabine Christiansen die Lage der Nation verhandelt. Nach Lindenstraße, Weltspiegel und Tatort (Sonntag ist mein Fernseh-Tag) bin ich dabei, wenn es zur Sache geht: 5,2 Millionen Arbeitslose, Hartz 4, Globalisierung, Verschuldung, Bürokratie – eine Never-Ending-Story, bei deren medialer Verhackstückung durch Christiansen & Co. mir oft die Haare zu Berge stehen. Je mehr Parteipolitiker in der jeweiligen Talk-Runde sitzen, desto kindergartenhafter wird der Stil der Gespräche, umso peinlicher die Art, wie sie alle gleichzeitig reden, einander ins Wort fallen, um selber Endlosreden zu halten, die von Christiansen erst dann punktgenau unterbrochen werden, wenn ausnahmsweise mal etwas Interessantes gesagt wird. Es ist purer Masochismus, das freiwillig mitanzusehen, aber offenbar brauche ich die sonntagabendliche Fortsetzung des deutschen Dramas, mehr jedenfalls als die je nächste Folge der Lindenstraße.

Weg mit den Kopfpauschalen!

Daneben hab‘ ich genug Gelegenheit, die Realität zu sehen: das absurde Behördentheater, das rund um die „Reformen“ entsteht, bekomme ich von betroffenen Freunden hautnah mit. Gerade hörte ich von einer Bekannten, dass sie eine Ich-AG gründen muss, „um übers nächste Jahr zu kommen“. Als Sprachlehrerin (derzeitiges Haupteinsatzgebiet: Deutsch für Ausländer) hat sie viel zu tun, aber niemand will sie fest anstellen und die Sozialbeiträge aufbringen. Als Selbstständige verdient sie jedoch nicht genug, um die Einstiegspauschalen für die Kranken- und Rentenversicherung zu bezahlen (zusammen knapp 600 Euro). Behördlich vorgeschlagene Lösung: eine Ich-AG – da gibt’s die 600 Euro mal zumindest für ein Jahr als Förderung. Und dann wird man weiter sehen… Natürlich nicken alle Beteiligten den Plan ab, auch diejenigen, die neuerdings die Geschäftspläne der Ich-AG-Gründer zertifizieren, deren „Aussicht auf Erfolg“ bestätigen oder verneinen sollen.

Ich erinnere mich, dass es nach dem Platzen der Börsenblase hieß, die Versicherungskonzerne hätten sich gewaltig verspekuliert und seien ernsthaft „am Wackeln“. Vielleicht dient ja die ICH-AG im Wesentlichen der Stabilisierung privater Versicherungen: unzählige neue Selbstständige zahlen die hohen Kopfpauschalen, die hierzulande auch Kleinstverdienern abgefordert werden, wenn sie denn freiberuflich oder unternehmerisch tätig werden. Wogegen jeder Angestellte die entsprechenden Beiträge nach seinem tatsächlichen Verdienst berechnet bekommt (und zur Not ergänzende Sozialhilfe/ALG2) – eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, über die sich, soviel ich weiß, noch nicht mal die FDP beschwert.

Früher einmal, in Zeiten wirtschaftlichen Wachstums, konnte man davon ausgehen, dass jemand, der in die Selbstständigkeit geht, in der Regel auch ordentliche Gewinne machen wird, die es ihm erlauben, sich problemlos zu versichern. Das aber ist lange vorbei, jeder Hinz und Kunz, der noch einen Antrag schreiben kann, wird gedrängt, „Unternehmer zu werden“ – nun denn, dann ist es aber höchste Zeit, auch die Rahmenbedingungen anzupassen. Und zwar auf dem direkten Weg, nicht über lachhafte Umwege wie die „Ich-AG“! Wer nicht genug verdient, um die Versicherungen zu bezahlen (also z.B. nur soviel Einkommen hat, wie es etwa ALG2 plus Miete entspricht) sollte auch nicht zahlen müssen – egal, ob angestellt oder selbständig. Das entstehende Defizit müsste direkt aus Steuern ausgeglichen werden, wie es in der Rente ja durchaus üblich ist. Dafür wäre die Mehrwertsteuer zu erhöhen, die von ALLEN gezahlt wird, nicht nur von den Arbeitenden. Und auf Seiten des Selbstständigen wäre eine „gläserne Selbständigkeit“ hinzunehmen, solange die staatliche Förderung benötigt wird.

Weg mit den 1-Euro-Jobs!

Und wo ich schon mal dabei bin, alles besser zu wissen, mach ich gleich damit weiter: Weg mit den 1-Euro-Jobs! Normale Stundenlöhne für alle!
Schön, aber nicht finanzierbar? Doch, denn ich würde das als Arbeitspflicht für alle Arbeitsfähigen anlegen: Wer z.B. alles in allem 700 Euro ALG2 bekommt, hätte die Pflicht (und auch das Recht), diese 700 Euro zu einem marktüblichen Stundensatz in gemeinnützigen öffentlichen Diensten abzuarbeiten – wenn möglich im Rahmen der eigenen Qualifikation, wenn nicht, auch in anderen Berufsfeldern. Selbst mein Freund M., seit Jahr und Tag „glücklicher Sozialhilfeempfänger“, fände das gerecht und weit menschenwürdiger als die absurden 1-Euro-Jobs. Mit all den zusätzlichen Arbeitskräften, die so auf einmal zur Verfügung stünden, könnte vieles geleistet werden, was sich der verarmte Staat anders nicht mehr leisten kann, vor allem im sozialen Sektor. Es wäre ein ehrliches Geben und Nehmen – warum also nicht?

Kindergartenpflicht!

Es wird derzeit viel darüber geredet, dass der Kindergarten keine bloße Betreuungseinrichtung mehr sein darf, dass BILDUNG schon bei den Kleinsten anfangen muss, dass man den Defiziten sozial problematischer Elternhäuser so früh wie möglich etwas entgegen setzen muss. Warum also nicht der Schulpflicht eine (auch durchzusetzende!) Kindergartenpflicht voran stellen? Fehlentwicklungen könnten rechtzeitig entdeckt, manche Katastrophe könnte verhindert werden. Weniger Kinder würden unbemerkt verhungern (man denke an den Fall in Hamburg!), geprügelt und vergewaltigt werden, oder – weniger furchtbar aber gleichwohl schädlich – zum übergewichtigen Coach-Potato heran wachsen, noch bevor es eine Schule von innen gesehen hat. Natürlich dürfte der Kindergarten nichts kosten und das wäre insgesamt richtig teuer, dafür aber mal eine lohnende „Investition in die Zukunft künftiger Generationen“, wie sie in der immer älter werdenden Gesellschaft ganz gewiss gebraucht wird. Wer soll uns denn mal unterhalten und pflegen, wenn die Kinder „wegen Herkunft“ bereits in frühen Jahren alle Chancen verlieren?

Weg mit der Kehrwoche im Schwabenland!

Ist es nicht eine Schande? Inmitten der dramatischsten Situation auf dem Arbeitsmarkt seit Gründung der Bundesrepublik bestehen die Schwaben darauf, ihre Treppenaufgänge noch immer selbst zu putzen!! Wo bleibt da die soziale Verantwortung? Könnten hier nicht unzählige Jobs im Niedriglohnsektor geschaffen werden, die in anderen Bundesländern viele Menschen vor dem Abstieg ins ALG2 bewahren? „Wir können alles, außer deutsch“ – so stellen sich die Schwaben gerne selber dar und sind dann auch noch stolz auf sich! Zumindest das Selber-Putzen könnten sie zugunsten des Großen & Ganzen verlernen und in Zukunft an fleißige Objekt-Pfleger delegieren. Ihre „Häusle“ bauen sie ja auch nicht mehr selber, sondern lassen Firmen und Handwerker machen! Etwas mehr Gemeinsinn stände Euch wohl an, liebe Landsleute! Als gebürtige Schwäbin, die es erst nach Hessen und dann in die Hauptstadt verschlagen hat, darf ich das wohl mal sagen – und kann darüber hinaus bezeugen, dass es sich auch ohne Kehrwoche angenehm leben lässt!

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Claudia am 01. Februar 2005 — Kommentare deaktiviert für Blicke nach draußen

Blicke nach draußen

Heimatstadt

Ich war 26, als ich Wiesbaden verließ und nach Berlin zog. Seither ein Besuch pro Jahr, manchmal weniger. Nichts zieht mich hin außer Mutter, Schwestern, Schwesterkinder. Ich besuche sie im Januar oder Dezember, jedoch niemals punktgenau zu Weihnachten.

Wiesbaden – Landeshauptstadt, Kurstadt, Spielbank, heiße Quellen, schon bei den Römern als Badeort beliebt. Es war eine reiche Stadt, ruhig, gemütlich, schick heraus geputzt, im Krieg nicht zerstört, denn dort wollten die Amerikaner wohnen. Nun sind sie schon ein paar Jahre weg und mit Wiesbaden geht es bergab.

Als ich aus dem Bahnhof trete und durch die Unterführung muss, staune ich über die Verwahrlosung. Sämtliche Rolltreppen außer Betrieb, abgesperrt, beschmiert – und zwar so, dass man sieht, dass daran seit Jahren nichts geändert wurde. Auch die Straßen wirken schmuddliger, Läden stehen leer, wo sich früher ein edles Antiquitätengeschäft ans nächste reihte. Fast hätte meine Schwester einen tollen Job bekommen, weil sie sich als Elternvertreterin so kundig für die Umgestaltung eines Spielplatzes engagiert hatte. „Machen Sie das doch bei allen Plätzen, die ich umgestalte!“, bot ihr die Architektin an. Doch da wurde nichts draus: Roland Koch, der Kanzler-Aspirant mit dem Ohrfeigengesicht hat sämtliche Bauvorhaben gestrichen. Statt dessen ringen die Stadtväter um das Abholzen der großen Platanen vor dem Kurhaus: Sie seien krank, heißt es, und deshalb müssten sie weg – und im übrigen passten sie nicht in die Sichtachsen des historischen Bau-Ensembles aus Theaterkollonaden und Spielbank, der Bereich werde aufwändig umgestaltet. Ich denke an Berlin, an den Streit um die Linden „unter den Linden“. Vorzeigestraßen neu gestalten, letztes Hobby der Stadtgestalter in Zeiten leerer Kassen. „Touristen zuerst!“ – das gilt nicht nur für Tsunami-verwüstete Länder, sondern ganz allgemein.

Zeitgeist

Mehr Religion, mehr Sicherheit durch Überwachung, Kampf den Rauchern, sexuelle „Treue“ als oberster Beziehungswert: das Klima in der Gesellschaft verändert sich drastisch. Bald werde ich die verschrobene Alte mit den komischen Ansichten aus den 70gern sein, doch seltsamerweise ficht mich das nicht an. Nicht mehr so, dass ich mich aufgerufen fühlte, daran etwas zu ändern, indem ich meinen Senf zu allem und jedem dazugebe, um mich zumindest am „Meinung machen“ zu beteiligen. Es ist nicht wichtig, was jemand meint, sondern was einer tut – und darüber wird eher wenig gesprochen. Ich merke es immer wieder, wenn ich z.B. mal in einer Mailingliste ganz unzensiert aus dem eigenen Erleben berichte, ohne das Gesagte in ein Meinungskorsett einzubinden, über das sich trefflich streiten ließe. Die einzig passende Antwort wäre innere Resonanz: Das, was durch einen Text „in den Sinn kommt“ ebenso frei und unkommentiert zeigen – aber wer will sich schon zeigen? Alle fühlen sich offenbar von Feinden umgeben und bemühen sich allenfalls, eine glitzernde, unangreifbare, weltkompatible Oberfläche zu zeigen, die auf dem „Markt“ bestehen kann.

Diesem Markt scheint es dennoch unrettbar schlecht zu gehen, die „Binnennachfrage“ springt nicht so richtig an, die Wirtschaft, an der unser immer noch vergleichsweise immenser Wohlstand hängt, lebt hauptsächlich vom Export. Doch inmitten der Kaufzurückhaltung leisten sich die Deutschen demonstrativ eine beispiellose Spendenwelle: endlich Geld ausgeben mit Sinn! Endlich etwas bewirken – und nicht immer nur verbrauchen!
Das stimmt mich milde: Zeitgeist hin oder her, so ganz lässt sich der Mensch doch nicht zum bloßen Rädchen im Getriebe degradieren, das nur noch Medien konsumiert und sich mit der kundig vergleichenden Auswahl von Produkten, Dienstleistungen und Tarifen befasst. Immer bleibt da ein Rest Unberechenbarkeit, eine wühlende Unzufriedenheit mit der eigenen gesellschaftlichen Stellung: im Produktionsprozess die letzte Instanz vor dem Mülleimer zu sein, reicht einfach nicht. Wir sind DOCH nicht ganz blöd!

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Claudia am 18. September 2004 — 4 Kommentare

Im Griff des Virus – droht „sozusagen“ das Ende der Kommunikation?

Ich habe schon gar keine Lust mehr, mit meinen Mitmenschen in Sprechkontakt zu treten: spätestens im zweiten Satz werde ich erwischt, sozusagen aufgestört durch den ekelhaften Sprachvirus, von dem die deutschsprachige Bevölkerung befallen, sozusagen restlos infiziert ist. Sagt tatsächlich mal jemand einen ganzen Satz ohne das UNWORT, kann ich sozusagen sicher sein, dass es im nächsten dann gleich zwei oder sogar dreimal vorkommt. Niemand scheint es zu stören, dass die Rede mit sozusagen affenartiger Geschwindigkeit zum Radebrechen und Stottern verkommt. Ja, ich wage, es tatsächlich zu sagen, es ist eine Krankheit, sozusagen eine Epidemie!

Nachdem die neue Rechtschreibung das intuitive richtig Schreiben sozusagen „wegrasiert“ hat und niemand mehr sicher weiß, was groß und klein, auseinander und zusammen geschrieben wird, greift der neue Virus nun die Lautsprache an, die bisher noch problemlos funktioniert hat.

Woher er kommt? Ich weiß es nicht, aber wenn ich den Fernseher anschalte, was ich aus sozusagen guten Gründen selten tue, springt mich der Virus sofort aus allen Kanälen an. Sobald jemand nicht direkt vom Blatt oder Lauftext abliest, ist alles zu spät. Moderatoren und Gäste, Politiker und empörte Montagsdemonstranten, Interviewer und Befragte – sie alle wollen etwas sagen, wollen es SO sagen, aber nicht wirklich (auch so eine Krampf-Wendung!) darauf festgenagelt werden. Selbst Menschen, die ein gutes Sprachgefühl haben und komplett überflüssige Füllwörter nicht über die Lippen bringen, entgehen der Krankheit nicht. Sie verwenden das Unwort KORREKT, aber inflationär, spicken ihre Rede mit Vergleichen und Metaphern, als gelte es, einen Lyrik-Preis zu gewinnen, doch in Wahrheit hält nur der Virus sie fest im Griff. Es gibt keine Rettung vor Ansteckung, auch nicht für den, der sich „der Gesellschaft“ weitgehend entzieht oder sie in Grund und Boden kritisiert. Vielleicht haben Gehörlose eine echte Chance, ich beneide sie!

*

Ein Virus kann nur einen Wirtskörper befallen, dessen Immunsystem es nicht mehr schafft, den Eindringling abzuwehren. Erschreckend, dass sich praktisch niemand mehr als immun erweist! Vom Harz-Opfer bis zum Top-Manager, vom C4-Professor bis zum Parkbank-Penner: alle sind infiziert, wagen es nicht mehr, frischfröhlich etwas zu meinen und auch zu sagen, müssen trotzdem etwas sagen und tun es sozusagen „als ob“. Der kommunikative Stress der Informationsgesellschaft hat uns geschwächt und ausgelaugt: stets informiert sein (=mal googeln…), stets im Stande sein, zu allem und jedem „Stellung zu nehmen“, immer am Ball, immer auf Draht. Der real existierende Mitmensch wird zum Angstgegner: steht er doch einfach so da und fordert Antwort, will meine „Sicht der Dinge“, aber die Dinge sind derart viele geworden, dass ich mit dem Meinen gar nicht mehr nach komme.

Was folgt, ist ein innerer Zusammenbruch. Das Individuum muss erkennen, dass das traditionelle Denken nicht mehr funktioniert: Eine Sache von allen Seiten betrachten, sie analysieren, bewerten und Schlüsse ziehen, die orientierend wirken in Rede und Handlung – wer hätte denn dafür noch Zeit! Besonders betroffen sind Politiker, die man bereits früh um sechs aus den Federn reißt, damit sie Äußerungen anderer kommentieren, die es noch zeitiger erwischt hat. Das ist halt die Kehrseite der Macht, mögen wir meinen und uns auf der sicheren Seite wähnen: Irrtum, wir werden fortwährend kommunikativ angegriffen! Der Mann an der Wohnungstür, der niemals gleich zugibt, für die Firma ARCOR unterwegs zu sein, will meine Telefonrechnungen sehen und prüfen, ob ich nicht zuviel bezahle. Meine Zahnärztin schaut mit gerunzelter Stirn auf den Abdruck, den sie gerade genommen hat und meint: „Da werden Sie sich aber von einigen Zähnen trennen müssen. Wir wollen doch eine langfristige Lösung!“. Die Süddeutsche Klassenlotterie ruft an und fragt, ob ich Günther Jauch kenne, und die Süddeutsche Zeitung will nach zwei Wochen Geschenk-Abo wissen, wie ich das Blatt finde. „Zu dick“, sage ich, „nicht zu schaffen. Aber gut, dass es sie gibt!“

Um in der Welt zu bestehen, muss ich Bescheid wissen, die Kasse im Auge des Anderen klingeln sehen, muss wissen, was droht, und darf mich nicht bequatschen lassen, jetzt „noch mehr zu sparen“. Wenn ich nebenbei noch Wert darauf lege, zu den Guten zu gehören, bin ich zehntausendfach in der Pflicht, das Richtige zu meinen und auch zu sagen: Rechtzeitig zu sagen, nicht erst dann, wenn alles zu spät ist, wie die neuen Kämpfer für die alte Schreibung.

Aber was ist richtig? Was ist GUT? In Thailand ist es der Regierung endlich gelungen, das großflächige Abholzen der Wälder zu stoppen: Natur wird geschützt und die Arbeitselefanten müssen nicht mehr schuften. Gut so? Was die Umweltschützerin und den Tierfreund freut, belastet das soziale Gewissen: Hunderttausende sind arbeitslos, auch die Elefanten. Die ziehen jetzt mit ihren Besitzern bettelnd durchs nächtliche Bangkok, von niemandem gefordert, geschweige denn gefördert – gut so?

Ich weiß, dass ich nichts weiß – griechische Philosophen konnten mit solchen Weisheiten noch punkten, wir dagegen wissen, dass wir wissen könnten und sollten (…mal googeln), aber nie genug Zeit haben werden, einer Sache auf den Grund zu gehen. Schlimmer noch: es gibt gar keinen Grund, belehren uns Denker und Weise unserer Zeit. Der Beobachter verändert das Beobachtete, nach meinem Glauben wird mir geschehen, das Ding an sich ist sowieso unerkennbar, Überzeugungen schaffen Erfahrungen – und wie bitte soll ich mich noch trauen, etwas zu sagen, wenn jemand fragt?

„Sie kennen doch Günther Jauch?“ So eine Frage will mich mit dem guten Gefühl ködern, das entsteht, wenn ich einfach mal „ja“ sagen kann, ein schlichtes JA ohne wenn und aber. Aber es funktioniert nicht, die Absicht ist zu offenkundig und überhaupt: KENNE ich denn Günther Jauch? Ich kenne ihn sozusagen nur aus dem Fernsehen und zappe dann immer gleich weiter. Gilt das?

*

Gibt es Rettung? Eine Heilung des Immunsystems, auf dass es dem Virus sozusagen den Garaus mache? Ich zucke jedes Mal zusammen, wenn ich mich dabei erwische, wie mir das schreckliche Füllsel über die Lippen kommt, sich sozusagen den Raum erzwingt, den ich ihm freiwillig nicht geben will. Wiederstand scheint zwecklos: ich werde assimiliert. Heute morgen fand ich im Artikel eines Autors, den ich wegen seiner ansonsten glasklaren genauen Sprache schätze, viermal „sozusagen“! Es greift also schon auf Geschriebenes über – was können wir tun?

Vielleicht hat ja Thomas Gottschalk mit seinem „Ich will es gar nicht wissen, sondern nur weitersagen!“ hellsichtig den Weg aus der Krankheit gewiesen. Denken, verstehen wollen, einen Sinn sehen und diesen verwirklichen – weg damit auf den Müllhaufen der Geschichte! Wer diesen Ballast des Humanen, diese Ausschwitzung einer hypertrophierten Großhirnrinde restlos entsorgt hat, kann aufatmen und locker auf Knopfdruck sprechen. Der kann ALLES sagen, kann Mitmensch und Medien bis zum Abwinken mit klaren Antworten beliefern, gerade so, wie sie in den Kopf einfallen. Wer wird denn Ordnung schaffen wollen, wo das Chaos regiert? Ich gebe zu, diese Lösung gefällt mir nicht. Zu sehr bin ich dem alten Denken verhaftet, das unverdrossen an der Suche nach dem Guten, Wahren und Schönen klebt. Doch die andere Möglichkeit, dem Virus den Boden zu entziehen, ist fast noch verstörender: wir könnten schweigen, einfach nichts mehr sagen, sämtliche Meinungs- und Kommunikationsfronten dauerhaft bestreiken. Still sein, in die Sonne blinzeln, ein paar Schritte gehen…

Eine furchtbare Vision, nicht? Egal – ich probier das jetzt einfach mal aus, halte den Mund, verlasse die Tastatur und geh‘ in die Sauna: gemeinsam schweigen ist besser als alleine, da bin ich mir sozusagen fast sicher.

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Claudia am 04. April 2004 — Kommentare deaktiviert für Berlin – so wunderbar?

Berlin – so wunderbar?

Jedes Mal, wenn ich die paar Minuten zur U-Bahn gehe, laufe ich durch die Oberbaum-City. Historische Backstein-Fabriken, vollendet restauriert und modernisiert. Ein großes Schild „In Visionen leben“ gibt den Anspruch vor, mit dem hier mittels viel Geld nach der Wende ein „aufstrebendes Geschäftsviertel“ erbaut werden sollte. Die ganze Gegend hat man auch gleich glasfaserverkabelt – schlecht, denn wenig später kam das Internet, kam DSL, das nun mal die alten Kupferkabel benötigt.

Hof Oberbaum-CityGegen Abend wird die Oberbaumcity mit ihren vielen leeren Läden und Büro-Etagen gänzlich zur Geisterstadt. Der Wachschutz patroulliert, um Vandalismus zu verhindern – aber hierher verschlägt es kaum einen Vandalen. Allenfalls, wenn das MATRIX unter der U-Bahn Freitags und Samstags Jugendliche in Massen anzieht, könnte manch einer die Brunnen-geschmückten Innenhöfe als stilles Örtchen missbrauchen.

Alle reden vom Aufschwung – doch in der Oberbaum-City macht der einzige Italiener dicht, die letzten Büros im Erdgeschoss sind nicht mehr besetzt, Schilder weisen darauf hin, dass man die Möbel preiswert erwerben kann. Pixelpark, das ehemalige Vorzeige-Start-Up, ist zu Fast-Nichts zusammen geschrumpft – was für ein Niedergang eines großen Wurfs!

Laufe ich in die andere Richtung und überquere die Spree auf der Elsener Brücke, bin ich in einer Viertelstunde im Treptower Park. Am Ufer entlang kann man – noch! – eineinhalb Stunden wandern, ein idyllischer Waldweg säumt den Plänterwald, das wichtigste Naherholungsgebiet weit und breit. Mitten hinein plant der Senat, einen Mega-Vergnügungspark errichten zu lassen, der „die Attraktivität Berlins“ steigert. Ein TIVOLI, eine 150-Millionen-Investition, die viele Arbeitsplätze schaffen soll. Zum „Spreepark“, der seit drei Jahren still liegt, weil der Betreiber sich völlig überschuldet nach Peru abgesetzt hat, wird sich das Tivoli, sollte es denn kommen, verhalten wie ein Fußballstadion zum Bolzplatz um die Ecke. Aus mit Ruhe, Naturschutz, Wanderweg, Waldspaziergang. 2000 Parkplätze müssen irgendwohin, der Lärm wird den Wohnwert der ebenfalls als Zukunftsprojekt errichteten „Wasserstadt“ an der nahe gelegenen Rummelsburger Bucht drastisch senken – und natürlich auch der Wohnviertel rundum, aber das interessiert ja sowieso kaum jemanden, der dort nicht lebt.

Etwas dagegen tun?

Soll ich mich da engagieren? Es gibt eine Bürgerinitiative, die sich seit zwei Jahren in Sachen „Vergnügungspark“ für eine umwelt- und umfeldverträgliche Variante einsetzt. Sie scheinen noch nicht mal eine Website zu haben, unglaublich! Ich sehe nur manchmal kleine Zettel an den Bäumen, die zu Spaziergängen einladen, auf denen die Aktiven dem Volk zeigen, was, wenn das Tivoli mal steht, hier alles nicht mehr möglich sein wird.

Der Tivoli-Plan ist eine reine Verzweiflungstat. Wo immer sich die Chance aufs „Klotzen“ zeigt, denkt Peter Strieder, Bausenator und (noch) SPD-Chef in Berlin, nicht groß nach, sondern ist dafür. Andere Investoren, die es ein paar Nummern kleiner vorhaben, werden gar nicht ernsthaft in Betracht gezogen. Die Touristenströme, die so ein Disneyland an der Spree anziehen könnte, erscheinen als „das Rettende“. Sie bringen Geld in die Stadt, und darauf kommt es alleine an. „Rein Lokale Interessen können hier nicht den Ausschlag geben“, heißt es im Senat.

Grad hab‘ ich eine E-Mail an die PDS Treptow geschickt, und um eine Ansprechadresse der Initiative gebeten. Soviel ich sehe, sind die Initiatoren eng mit der PDS verflochten, die ja in Berlin auch mitregiert. Ich will mich informieren, wie der aktuelle Stand der Dinge ist – aber so richtig kann ich mir mich in einer „BI“ nicht mehr vorstellen.

Denn vor Zeiten, in den bewegten 80gern, war ich – damals zwischen 25 und 35 Jahre alt – in zig Stadtteilinitiativen aktiv: für eine mieterfreundliche Sanierung, für Verkehrsberuhigung, für ein Jugend- und Kulturzentrum, gegen Bauspekulanten und Luxusmodernisierung, gegen Dachgeschoss-Ausbau und die Aufteilung der Häuser in Eigentumswohnungen. Es waren wilde Jahre und ich lernte, meine Ellenbogen „für die Sache“ einzusetzen, was zunächst immer bedeutete, in den eigenen Reihen die Machtfrage zu eigenen Gunsten zu entscheiden. Dabei war ich erstaunlich erfolgreich, aber es hat mich über die Jahre auch fertig gemacht. Als Multifunktionärin rund um die Uhr landete ich letztlich in einer großformatigen Midlife-Crisis, rotierte noch ein Jahr als Wirtin einer Kiezkneipe um den Tresen (heute davor, morgen dahinter), und erreichte mit 36 endlich mein ganz persönliches Tief. Ich hatte mich selbst verloren, wusste gar nicht mehr, was das eigentlich ist.

All das steht mir wieder vor Augen, wenn ich an „Bürgerinitiative“ denke. Mal angenommen, ich gehe dahin, dann ja gewiss nicht, um nur einfach mit herumzusitzen und mich zu entrüsten. Ich würde versuchen, meine Ideen, Erfahrungen und Fähigkeiten einzusetzen, würde Vorschläge machen, was man noch tun könnte – und allein damit eckt man natürlicherweise immer gleich an. Denn alles Neue, bisher so noch nicht Gemachte, kann von denen, die schon länger dabei sind, als Kritik verstanden werden. Sie müssen sich ja fragen, und womöglich vor sich selber und vor der Gruppe rechtfertigen, warum sie dies oder jenes bisher nicht SO gemacht haben – und das führt in der Regel dazu, dass man erst mal „dagegen“ ist: gegen neue Ideen, gegen neue LEUTE, die mehr tun wollen, als nur das Vorhandene mit Applaus zu belobigen und brav die vorhandenen Zettel an noch mehr Bäume zu kleben.

Früher hat mich das nicht gestört, im Gegenteil, der „Kampf“ beflügelte mein wachsendes und sich selbst entdeckendes Ego. Entweder ich setzte mich argumentativ durch, oder ich brachte mehr Leute gleichen Geistes in die Initiative, die bei Gelegenheit die etablierten Betonköpfe einfach überstimmten – schließlich haben wir Demokratie!

Auf all diese „Menscheleien“ hab‘ ich heute nicht mehr die geringste Lust. Noch dazu unter den verschärften Bedingungen einer „Ost-Initiative“: da wäre ich ja auch noch die zugezogene Wessi-Frau!

Vielleicht geh‘ ich ja mal hin und schau mir die Leute an. Genau wie beim Kind, das sich die Finger am Feuer verbrannte, ist da so ein Verlangen, das, woran ich trotz aller äußeren Erfolge persönlich gescheitert bin, noch einmal aufzusuchen. Ich glaube allerdings nicht an ein „anderes Engagement“, sehe keinerlei Alternative: entweder ich bleibe draußen, leiste allenfalls mal eine Unterschrift oder spende ein paar Euro, ODER ich geh‘ da rein, engagiere mich und bin binnen kurzem wieder mitten drin in dem, wovon die, die es immer nur von außen sehen, sagen: Politik ist ein schmutziges Geschäft.

Da ich mein eigenes Fühlen und Erleben gerne verallgemeinere (wenn alle so wären, wie ich…), denke ich das zu Ende und lande dann logischerweise im Akzeptieren dessen, was ist, bzw. was mittels der Kräfte des Marktes kommen will. Hier also das Tivoli im Plänterwald. Kein idyllischer Uferwanderweg mehr, sondern 2000 Parkplätze und Lärm von früh bis spät.

Schon komisch, dass diese Aussicht mich tatsächlich weniger graust, als die Vorstellung, wieder in einer „Aktivistengruppe“ um die „richtige Linie“ zu kämpfen. Das eine sind anonyme Strukturen, ökonomische Bedingungen, die nun mal ihre leidhaften Ergebnisse zeitigen – das andere bedeutet konkrete Schläge in die Magengegend, gegen die man sich hart machen muss, will man sich „für die Sache“ durchsetzen.

Ich war schon einmal so verhärtet, dass ich fast daran zerbrach. „Do ist again, Sam“ kommt nicht wirklich in Frage. Vielleicht gibt es in Sachen Plänterwald ja auch genug Jüngere, die GERNE kämpfen – so wie ich vor zwanzig Jahren.

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Claudia am 25. November 2003 — 1 Kommentar

Das Männerspielzeug

„Nun komm, du Tier!“, genießerisch, aber vorsichtig tritt der Mann aufs Gaspedal und der flache, rote Ferrari – mehr Geschoss als Auto – setzt sich in Bewegung. Der Sound, der unter der Motorhaube hervor dringt, erinnert an Dschungel: schwarzer Panther kurz vor dem Sprung. Verzückung malt sich ins Gesicht des gut erhaltenen Endfünfzigers, noch bleibt er achtsam, testet das Verhalten des ungewohnten Fahrzeugs, das er für einen Freund in die Werkstatt fahren soll. „380 PS – die wollen beherrscht sein!“, hat der ihm als Rat und Mahnung mit auf den Weg gegeben. Und ja, er findet Gefallen daran, dieses „Wildpferd“ zu beherrschen, spürt dessen Kraft bereits als die eigene, wird zunehmend mutiger, beschleunigt ein wenig – und dann, als ein Porsche routiniert an ihm vorbei zischt, ist es um ihn geschehen!

Erregt tritt er das Gas durch, fasst das Lenkrad fester. Die Landschaft beginnt, vorbei zu fliegen, alle Nerven vom Scheitel bis zum Zeh genießen die Vibrationen. Energie, Kraft und Geschwindigkeit, Mann und Maschine sind eins und fühlen sich wunderbar! Ab und zu muss er abrupt bremsen, klebt dann wie eine wütende Hornisse hinter einem Heuwagen oder einem Traktor, man spürt die Ungeduld, das physische Leiden des Ausgebremst-Werdens – und ahhh, wie gut es tut, endlich am Hindernis vorbei und wieder frei zu sein, frei und allein mit der silbrig glänzenden Straße, die so hingegeben und bereitwillig vor ihm liegt wie eine Geliebte, sein machtvolles Eindringen sehnlichst erwartend.

Die Dramaturgie des „heiteren Fernsehfilms am Montagabend“ erfordert es, dass er nun noch „Born to be wild“ auflegt – es hätte nicht wirklich sein müssen! Und natürlich landet er mit seinem „Geschoss“ letztlich in einem Dorfteich, versinkt blubbernd im schlammigen Wasser und kann sich nur mit Mühe aus dem engen Gefährt erretten. Der Film handelt vom Altern und vom Tod, nachdenklich-amüsant in Szene gesetzt.

Ich schaue einfach zu und empfinde mit. Kein Denken und Bewerten trennen mich mehr von dem Mann, der seine Spritztour mit dem Ferrari genießt. Ich verstehe, fühle, was er fühlt, ohne mich danach zu sehnen, es ihm gleich zu tun. Solche Autos sind Männerspielzeuge, eindeutig. Aber auf einmal kann ich den Mann als Spielenden sehen und einfach lieben, seine Lust, seine Freude genießen – kann mitempfinden, was er da tut: am Lack der Zivilisation ein bisschen kratzen, auf der Suche nach dem Wilden und Grenzenlosen. Auf seine Art.

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Claudia am 20. November 2003 — Kommentare deaktiviert für Aus dem Gleichgewicht

Aus dem Gleichgewicht

Von wegen Zahnarzt! Da hab‘ ich mich endlich überwunden, die Praxis drei Häuser weiter aufzusuchen, um das „Schließen der Lücke“ ernsthaft anzugehen, muss aber erfahren, dass ich erst nächstes Jahr einen Termin bekommen kann. „Alles dicht“, sagt die Zahnarzthelferin in diesem beflissen-abweisenden Ton, und schon ist sie wieder davon geeilt!

Oh ja, auf einmal erinnere ich mich: das sind jetzt all die panischen Last-Minute-Patienten, die, voller Angst vor 10 Euro Zuzahlung im Vierteljahr, noch eben mal die Praxen stürmen und sich die Kauleiste runderneuern lassen. Zwar wird in den Medien immer wieder beruhigend gemeldet., dass die „Reformen“ in Sachen Zahnersatz erst 2005 zuschlagen werden, aber wer hört da schon noch hin und glaubt noch irgend etwas. Was ich im Mund habe, kann nicht mehr teurer werden, denkt das Volk, und ich mit meinem „ernsthaften Bedarf“ hab‘ eben Pech gehabt.

Nicht aufregen. Darin bin ich doch geübt! Wenn ich nicht grad breit grinse, sieht man die Lücke nicht. Und WER sollte sie auch sehen? Alle, die mir physisch nahe kommen, mögen mich auch mit Lücke – ich kann also getrost den Jahreswechsel abwarten. So richtig Lust auf Zahnarzt hab‘ ich sowieso nicht. Alles ist gut, wie es ist!

Seit ich einen Fernseher habe, zappe ich des öfteren quer durch die Programme und bekomme die Welt mit, wie sie das TV zeigt. Dabei fällt mir auf, was für einen Stellenwert der medizinisch-industrielle Komplex mittlerweile hat! Unzählige Arzt- und Krankenhaus-Serien werden gezeigt, grünbekittelte, ernst blickende Männer mit Mundschutz operieren und transplantieren, das Reanimieren wird so oft vorgeführt, dass es schon bald jeder Do-it-Yourselfer auch könnte, hätte er die geeigneten Gerätschaften. Der Blick auf die Monitore mit der Herzkurve, die plötzlich in eine gerade Linie übergeht: Exitus! Bzw. doch nicht, denn dann geht diese Wiederbelebungshektik los: Komm schon, komm schon… ich zappe weg und lande in einer Sendung über Schönheitschirurgie: Falten glätten, Fett absaugen, Brust vergrößern – eine der wenigen Wachstumsbranchen in Deutschland, deren Umsatz sich in den letzten Jahren verdreifacht hat.

Ein voluminöser Mittfünfziger liegt auf dem Tisch, ganz entspannt im Dämmerschlaf, während drei Operateure gleichzeitig große Kanülen in Bauch Schenkel und Waden stechen, unter der Haut herum stochern und das eiterfarbene Fett teils abschaben, teils wegsaugen. Widerlich! Dann dasselbe Spiel mit einer wunderschönen schlanken Frau um die zwanzig, sie strebt nach letzter Perfektion und lässt sich die Oberschenkel bearbeiten – was glaubt sie, zu gewinnen? Eine fröhliche Frau in meinem Alter mit ein paar wenigen Mimikfalten verliert eben diese unter der Einspritzung von Eigenfett, dass zuvor am Hintern entnommen wird – ich finde, sie sieht jetzt NICHT besser aus, im Gegenteil, ihr Gesicht wirkt auf einmal langweilig, nichtssagend. Eine Expertin kommt zu Wort, Stirn und Wangen so glatt wie ein Kinderpo. Doch Hals und Hände lassen keinen Zweifel, dass dieser Körper weit älter ist, als es das Gesicht vermuten lässt. Es wirkt wie „hineingestellt“ in ein Ganzes, das durch den glattgestrafften „Fremdkörper“ regelrecht konterkariert wird. Nicht einmal wenn sie lächelt, bilden sich die üblichen Lachfalten zwischen Nasenflügel und Mundwinkel. Statt dessen so ein komisches Zucken – irritierend!

Der Mensch ist ein Ort, wo Krankheit entsteht

Ich zappe weiter, ein Gesundheitsmagazin belehrt über Gallensteine und ihre Entstehung. Jemand spült Geschirr ab und eine Stimme aus dem Off erläutert, dass es dazu ein Spülmittel mit fettlösenden Substanzen braucht. Diesen Job hat im Körper das Gallensekret – aha! Dann werden allerlei Gallensteine gezeigt, eingegossen in Epoxydharz. Hübsch anzusehen. Wer sich allzu fett ernährt, bringt da etwas aus dem Gleichgewicht. Das Spülmittel reicht nicht mehr aus, doch es wird vom Körper immer mehr „angefordert“ – die Galle gerät aus dem Lot, Stoffe kristallisieren, Steine entstehen. Die Moderatorin fragt die anwesende Frau Professor-Doktor: „Warum muss eigentlich immer gleich die ganze Gallenblase entfernt werden? Kann man nicht die Steine heraus operieren und sie belassen?“ Da wir Fernsehzuschauer gerade gelernt haben, dass die Galle kein nutzloser Kropf ist, bin ich gespannt auf die Antwort: „Nun ja,“ sagt Frau Prof. Dr., „zunächst einmal ist die Gallenblase ja der Ort, wo solche Steine entstehen. Wenn wir sie belassen, können sie wieder kommen“. Ah ja! Mir rieselt es kalt den Rücken herunter: Ist mein Körper nicht insgesamt ein „Ort, an dem Krankheiten entstehen“? Sollte man da nicht gleich vorbeugend zu radikalen Maßnahmen schreiten? Warum beim Rausoperieren von Galle, Gebärmutter, Mandeln und anderer Einzelteile stehen bleiben? Vielleicht ist der Mensch etwas, das man besser insgesamt verhüten sollte?

Nächstes Jahr werde ich fünfzig und schon länger spüre ich den sich verstärkenden „Sog“ des medizinisch-industriellen Komplexes. Vielfach wird mir kommuniziert: du bist in einem „kritischen Alter“, du musst jetzt endlich mal zum Arzt gehen und dich durchchecken lassen. „Du gehst doch hoffentlich zur Vorsorge?“, werde ich öfter gefragt, und wenn ich verneine, ernte ich irritierte Blicke, Nachfragen, Vorwürfe, Mahnungen. Bisher war es meine Strategie, diesen Konformitätsdruck einfach zu ignorieren: Fühle ich mich doch, abgesehen von der Erkältung und meinen diversen „Sitz-Schäden“, völlig gesund und denke erst dann daran, einen Arzt aufzusuchen, wenn dem nicht mehr so ist. Wobei, ich erinnere mich gut, mir die letzten Arztbesuche vor etwa zehn Jahren absolut nichts gebracht haben: Sie wollten mich nur auf gut Glück medikamentieren oder „Schmerzen wegspritzen“, ohne mir sagen zu können, was ich eigentlich für eine Störung habe und woher sie kommt. „Da lebe ich doch lieber mit meinen Symptomen“, hab ich gesagt. „Die kann ich beobachten und dann komm ich ja vielleicht noch drauf“. Erstaunte Blicke – und tschüss!

Im Diary hab‘ ich Themen rund um Krankheit und Gesundheit bisher eher vermieden. Jetzt denke ich um: Ignorieren ist auf Dauer keine Lösung. Mich ärgert die Art und Weise, wie sich viele entmündigen lassen, wie sie vom eigenen Körper, dem eigenen Gespür für Befindlichkeiten, für gesunde und kranke Zustände, total entfremdet werden. Und es auch noch für ganz normal halten, sich mit Medikamenten vollzuknallen, nur weil „Laborwerte“ einen „Mangel“ oder „Überschuss“ von diesem oder jenem Stöffchen im Blut festgestellt haben. Erhöhte Cholesterinwerte, zu hoher oder niedriger Blutdruck, Eisenmangel, zuwenig B-Vitamine – da haben wir doch was! (Damit machen wir unsere Milliardenumsätze…)

Dass im Jahre 2003 der Mensch noch immer als ein Chemiebaukasten angesehen wird, wo es nur darum geht, im Reagenzglas die richtige Mischung herzustellen, empfinde ich als ziemlich krass! Man wechselt doch auch nicht die Birne aus, die am Armaturenbrett rot blinkt, sondern schaut unter die Motorhaube, was im System eventuell aus dem Gleichgewicht ist.

Das Gesundheitssystem jedenfalls ist mehr als „aus dem Gleichgewicht“! Und noch kein Politiker hat es geschafft, sich gegen die Lobbys auch nur ansatzweise durchzusetzen. Diese, bzw. der gesamte medizinisch-industrielle Komplex, sind aber nur die Hälfte der Macht: die andere Hälfte sind wir alle, die wir es in der Hand haben, ob wir uns diesem geistlos-mechanistischem Denken anschließen, das unzählige Opfer fordert und riesige Profite bringt. Gut, dass es zur Zeit knirscht! Wenn die Verantwortung des Einzelnen in Gestalt von drastisch steigenden Zuzahlungen von außen erzwungen wird, ist das vielleicht mal Anreiz genug, ein bisschen wacher zu werden – und mit dem Selber-Denken anzufangen.

(Ich fange mit den Büchern an, die ich für einen Kunden auf Rauslink dieser Seite zusammengestellt habe. Wow, ist das spannend..!)

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