Thema: Weltgeschehen

Claudia am 11. Februar 2008 — 8 Kommentare

Neue Heimat Internet

Während der letzten Vorbereitungen für den Abflug nach Phnom Penh wird mir immer bewusster, wie sehr mir das Internet zur „neuen Heimat“ geworden ist. Zwar fliege ich unglaublich weit weg, doch die Entfernung zu diesem Diary und meinen anderen Web-Projekten bleibt immer gleich. Mein Mail-Programm nehme ich natürlich mit, auch das FTP mit den Zugängen zu all meinen Servern und den Kundenservern (falls etwas unglaublich Wichtiges geändert werden muss). Ich werde in Phnom Pen schreiben, webben, Bilder bearbeiten können – ganz wie daheim, denn bei Peer, meinem Gastgeber, steht mir ein Laptop zur Verfügung mit allem, was man so braucht.

Natürlich bin ich dabei, mir durch Vorarbeit größtmöglichen Freiraum zu schaffen, doch bemerke ich auch, dass die „Lust auf Abwesenheit“ bezüglich meiner frei gewählten Netz-Aktivitäten gar nicht sehr groß ist. Im Gegenteil, ich finde es reizvoll, zu erleben, wie ich „fort“ und doch noch „da“ sein werde, nämlich im Netz, wo ich ja den Großteil meiner Tage verbringe.

Alles ist vergänglich – auch die Angst vorm Fliegen.

Ja, sie ist weg! Nachdem ich mich ohne Widerstand in sie vertieft hatte, darüber geredet, geschrieben, mich mit dem Gedanken des möglichen Ablebens konfrontiert hatte, war sie auf einmal verschwunden. Und statt dessen sind jetzt die Erinnerungen an die letzte Reise wieder sehr plastisch, mein Gehirn aktualisiert sie offensichtlich als Vorausschau auf das, was kommt: die Terasse hoch über dem Sisowath Quay mit Blick auf den Tongle Sap, der abendliche Ruf des Muezzins von der Moschee auf der anderen Seite des Flusses, die zu Recht berühmte Nudelsuppe, die es an jeder Ecke in zig. Varianten gibt, die kleinen Geisterhäuser in jeder Wohnung und jedem Laden, die Tabletts mit altem Reis, der als „Geisterspeise“ ausgelegt wird – alles Teil des kambodschanischen Alltags, wie ich ihn vor zwei Jahren erlebte.

Solange die Angst vorm Fliegen um meine Beachtung kämpfte, war all das gar nicht zugänglich, den bei jedem Versuch einer Vorausschau auf fünf Wochen Kambodscha stand da wie eine Blockade der Gedanke im Hirn: erstmal den Flug überleben, dann sehe ich weiter… :-)

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Claudia am 05. Februar 2008 — 5 Kommentare

Langsam werd‘ ich nervös…

Na, darf ja auch sein, man fliegt ja nicht alle Tage für fünf Wochen nach Kambodscha!

Nächste Woche geht es los und gestern hab‘ ich endlich meine ToDo-bis-dahin-Liste zustande gebracht. Heute morgen dann glatt zwei Stunden darauf verwendet, nach einem guten 8 GB-USB-Stick zu suchen: ich nehme das ganze Mailprogramm mit, damit ich in Phnom Pen nur wieder einstöpseln muss und mir nichts entgeht. Wolfgang, der Initiator des Brunnenprojekts, ist schon dort und ich kann ihn, wenn ich mag, gleich anrufen. Werde mich aber wohl erst ein paar Tage akklimatisieren, bevor ich auf Abenteuer ausgehe. Der Sprung von fünf auf 29 Grad (und über 60% Luftfeuchtigkeit) ist ja kein kleiner. Vermutlich werde ich im Nebeneffekt ein wenig abnehmen, auch die Haut „verjüngt“ sich im tropischen Klima – nett! Weiter → (Langsam werd‘ ich nervös…)

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Claudia am 01. Februar 2008 — 2 Kommentare

Vorfrühling, Vorfreude, Vergänglichkeit

Einen richtigen Winter gab es auch dieses Jahr nicht, bisher jedenfalls nicht. Im Garten blühen schon seit Mitte Januar die Winterlinge, zur Zeit öffnen sich die Krokusse und Schneeglöckchen – noch ein wenig früher als letztes Jahr, wie mir scheint.

Persönlich vermisse ich den Winter nicht, ich mag milde Witterungen lieber und kann auf frieren gerne verzichten. Und doch ist es komisch, wie so langsam der Winter zur „Regenzeit“ mutiert!

Bald werde ich im tropischen Klima Kambodschas landen (wenn ich denn den Flug überlebe, flüstert meine „Angst vorm Fliegen“). Da ich an sich keine Weltbürgerin bin, die viel reist und zwischen den Jahreszeiten „zappt“, ist das für mich eine schwer beeindruckende Sache: starten im milden Berliner Winter, 10 Stunden später in einem „Hochsommer“ landen, der gelegentlich wie ein Dampfbad wirkt. Die Erfahrung irritiert die Idee einer „festen Realität“ mit kontinuierlich verlaufender Zeit und die Flugangst konfrontiert mich mit der Endlichkeit des Daseins, die ich im Alltag gerne vergesse. So ist meine Freude auf die Reise recht ambivalent: einerseits echte Freude, andrerseits der Gedanke: Wär ich nur schon wieder daheim in „sicheren“ Gefilden! (Dabei kann mich ja auch hier jeden Moment der Dachziegel oder der Hirnschlag teffen…)

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Claudia am 24. Januar 2008 — 24 Kommentare

Vom menschlichen Klon – was ist so schlimm an ihm?

Seit letzter Woche ist er also technisch möglich: der menschliche Klon aus einer entkernten Ei-Hülle und den implantierten Erbinformationen eines Erwachsenen. Amerikanischen Wissenschaftlern gelang der Durchbruch mit dem seit dem Klon-Schaf Dolly bekannten Verfahren: Die in der Ei-Hülle enthaltenen Substanzen programmieren den erwachsenen Zellkern wieder in ein frühes Stadium zurück. Damit erhält der „alte“ Kern die Möglichkeit, sich zu teilen und zu einem „neuen“ Embryo heranzuwachsen. Weiter → (Vom menschlichen Klon – was ist so schlimm an ihm?)

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Claudia am 02. Januar 2008 — Kommentare deaktiviert für Start 2008: Energie!

Start 2008: Energie!

Es ist, als hebe sich eine Wolke der Trägheit von mir! Die „festlichen Tage“ hab‘ ich in aller Ruhe mit lieben Freunden verbracht (immer einzeln, Gruppen meide ich eher). Es gab nichts zu meckern, das allgemeine Weihnachts- und Silvester-Geschwurbel ließ ich nur in homöopathischen Dosen an mich heran, was echt gut geklappt hat. Weiter → (Start 2008: Energie!)

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Claudia am 30. Dezember 2007 — Kommentare deaktiviert für Auch ein Jahresrückblick?

Auch ein Jahresrückblick?

Das Energie-Tief scheint überwunden – ach, was sag ich, es ist einfach durch. Immer diese Arbeitssprache, als bestünde alles aus Mühe und Leistung! In den letzten Tagen hab‘ ich NICHTS getan und es war gut so: kein bloggen, kein Blick auf die ToDo-Liste, nicht mal die „verteilten Aufräumarbeiten“, die ich ins Auge gefasst hatte – nur rumlungern, lesen, surfen, durch die TV-Märchen-Welt zappen, ein Saunabesuch und ein paar kurze Kontrollgänge in den Garten. Das weihnachtliche Still-Stehen der Geschäftswelt vermittelt deutlich größere Ruhe als wenn ich mir ganz individuell eine Auszeit nehme. Der Herdentier-Aspekt im menschlichen Leben verschwindet offenbar niemals ganz: Was alle machen bzw. nicht machen, fällt leichter als jede eigene Bewegung. Weiter → (Auch ein Jahresrückblick?)

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Claudia am 24. Dezember 2007 — 5 Kommentare

Ruhe, Freude – und 1000 Dank den Unterstützern!

Endlich ist alles geschafft: Lebensmittel eingekauft, letzte wartende Mails beantwortet, Familientelefonate erledigt, Mülleimer und Papierkörbe geleert, Zeitungsstapel entsorgt – ab jetzt ist „freie Zeit“! Das große Aufräumen werde ich locker über die stillen Tage verteilen und ansonsten einfach tun, was mir Freude macht.

Zum Beispiel hat es mich gefreut, in den letzten Tagen das Digital Diary zu überarbeiten. Man sieht (fast) nichts davon, doch endlich stimmt auch der Code wieder und nutzlos gewordene Features sind endlich weg: vor allem das Forum, das ich lange schon nicht mehr „pflegen“, aber auch nicht auf die Schnelle abschalten wollte. Dafür sind die Kommentare jetzt nach Themen geordnet, was gleichzeitig auch einen Blick auf andere Artikel-Überschriften eröffnet, die Leser/innen vielleicht interessieren.

Brunnen für Kamboscha

Als vollen Erfolg sehe ich die Spendenaktion „Brunnen für Kambodscha“: Deutlich über 2000 Euro kamen binnen drei Wochen zusammen (es darf noch weiter gespendet werden!). Neben den Spendern, denen ich noch einmal herzlich danke, haben verschiedene Blogger und Webmedien das Projekt publizistisch unterstützt: Robert Basic, Kolumnen.de, Kamphausen Verlag, Oliver Gassner, Sandra Wöhe, Hor.de, Peter Bieling, Problogger World, Charming Quark, Claudia Kilian, Side Effects, Kreative Strukturen, Tage wie diese und noch einige mehr, die ich jetzt gerade nicht finde. Euch allen ebenfalls ein herzliches Dankeschön und ein wunderschönes Weihnachtsfest!! Ich denke daran, auch nächstes Jahr eine ähnliche Aktion zu veranstalten und hoffe weiter auf Eure wohlwollende Mitwirkung!

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Claudia am 20. Dezember 2007 — Kommentare deaktiviert für Wieder gelesen: Vom Weihnachts-Irresein

Wieder gelesen: Vom Weihnachts-Irresein

Gestern hab‘ ich mal in alten, rund um Weihnachten geschriebenen Diary-Artikeln gestöbert. Seit 1999 sind das immerhin acht Jahre Weihnachten. Meine Scheu, eigene Texte wieder zu lesen, kann ich noch nicht wirklich erklären, doch empfand ich gelindes Erschrecken über die Gleichförmigkeit der Gedanken und Empfindungen, die da zum Ausdruck kommen. Als würde die Schreibende sich niemals ändern. Mit immer gleichen Blick beschreibt sie die wieder kehrenden Phänomene: die gewisse Genervtheit vom kollektiven Weihnachtszirkus, dann die Freude an der Stille und Leere, am Freiraum, der sich da auf einmal auftut – und in dem dann doch nichts Bemerkenswertes passiert. Same procedure as every year. Weiter → (Wieder gelesen: Vom Weihnachts-Irresein)

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