Thema: Weltgeschehen

Claudia am 24. Februar 2009 — 8 Kommentare

Vom politischen Handeln und der Selbsterkenntnis

Heute morgen war ich einigermaßen von den Socken, als ich über Twitter mitbekam, dass Gerd-Lothar Reschke meine ausführlichen Kommentare zu seinem Artikel „Die einzig echte Politik“ einfach gelöscht hat. Noch dazu mit Bemerkungen, die diesen Beiträgen in keiner Weise gerecht werden: Ich hätte mich wie ein Rammbock verhalten und nicht zugehört, schreibt er.

Dabei bin ich ausführlich auf seinen Beitrag eingegangen, hab‘ sachlich argumentiert, mein Gefühl der Verletztheit über die rüde Art in seiner ersten Entgegnung gezeigt (die nun auch weg ist) und sehr engagiert und für jeden nachvollziehbar ausgeführt, was ich anders sehe.

Nun stehen dort nur noch Kommentare, die ihn bestätigen und nicht viel mehr zu seinem Text sagen als „geht mir auch so“. Die Möglichkeit für Leser, sich selber eine Meinung über die Kontroverse zu bilden, ist weg. Ja, auch so kann man bloggen, ich frag‘ mich nur, warum nutzt man dann überhaupt die Kommentarmöglichkeit? Weiter → (Vom politischen Handeln und der Selbsterkenntnis)

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Claudia am 24. Februar 2009 — 4 Kommentare

Start Blog-Retreat: Krise, Alltag und fröhliches Getwitter

Grade hab‘ ich die Ankündigung meines „Blog-Retreats zum Zehnjährigen“ gelesen, die Susanne im Hauptstadtblog geschrieben hat. Bin ganz gerührt – und kann mir angesichts dieses schönen Vorworts gleich weitere Vorreden sparen. :-)

Blog-Retreat zum Zehnjährigen des Digital Diary – Text 1

Text 2 »Übersicht »

Im Moment kommt es mir fast etwas verstiegen vor, mich jetzt schreibend in meine Blogs zu versenken, während sich da draußen die Krise zuspitzt. Grade hab‘ ich mir nämlich eine große Dosis Katastrophen-Artikel gegönnt, die man auf Net News Global im Hunderterpack geboten bekommt. Nach solcher Lektüre erscheint es dringend geboten, den Gemüseanbau im Garten zu planen, Vorräte im Keller einzulagern und Kaffee und Zigaretten als Tauschware anzuschaffen. Weiter → (Start Blog-Retreat: Krise, Alltag und fröhliches Getwitter)

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Claudia am 20. Februar 2009 — 3 Kommentare

In Vorbereitung der Blog-Woche

Für das nächsten Dienstag beginnende „Blog-Retreat zum Zehnjährigen“ hab‘ ich jetzt mal eine Übersichtsseite vorbereitet, auf der man die Postings leicht im Überblick behalten kann.

Außerdem überlege ich, in jedes Posting einen Aktionsbutton einzubinden: mit Links zum vorherigen und zum nächsten Artikel. So locke ich eventuelle Spontanbesucher auch mal auf meine anderen Blogs – und für mich selbst verstärke ich das Gefühl des Zusammenhangs all dieser „Jubiläumstexte“, selbst wenn er sich inhaltlich nicht manifestiert. Man kann dann auch sehen, wo ich grade bin – nämlich da, wo es noch keinen Link zum nächsten Blogposting gibt.

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Claudia am 19. Februar 2009 — 1 Kommentar

Noch kommen die Päckchen

Bisher reißt der Strom der Päckchen, die ich fast täglich für konsumfreudige Nachbarn annehme, nicht ab. Auch sonst ist alles „wie normal“, während ich doch jeden Morgen immer katastrophalere Berichte und Analysen zum Krisengeschehen lese, darunter auch die eine oder andere Nachricht, über die ich trotz allem schmunzeln muss: etwa die News von der Botox-Krise.

Draußen schneit es schon den ganzen Morgen und der Mann im Lädchen, in dem ich Milch und Tabak kaufe, wünscht mir besseres Wetter, als sei der Schnee auch schon Katastrophe. Dabei liegt er grade mal ein paar Zentimeter hoch. Kaum zuhause, kommen auch für mich Päckchen: die neue externe Festplatte, ein Packen DVD-Rohlinge – jetzt ist verschärfte Datensicherung angesagt, denn nochmal will ich sowas wie letzte Woche nicht erleben.

Twitter ist nun Teil meines Alltags geworden, auch immer mehr Bekannte tauchen dort auf. So langsam begreifen viele, deren Netzleben bisher nur aus Mail, Blogs und Webseiten bestand, dass dieser äußerst einfach gehaltene 140-Zeichen-Kanal eine neue Qualität der Netzkommunikation bedeutet. Twitter ist ein Transmissions-Tool zur nochmaligen Beschleunigung gesellschaftlicher Prozesse, dessen Wirkungsmächtigkeit erst deutlich wird, wenn man es eine Zeit lang teilnehmend beobachtet. Vielleicht wird die schnelle Schwarmkommunikation bei Zuspitzung der Krise noch eine ganz neue Nützlichkeit entfalten – natürlich nur, solange das Netz steht und der Strom fließt.

Vorgestrig: die FDP

Gestern verfolgte ich in den Medien den Eiertanz um das Enteignungsgesetz für die HypoRealEstate-Bank mit einigem Kopfschütteln. Es ärgert mich, wenn Politiker inhaltlich verstaubte Glaubenssätze verkünden, als seien es ewig gültige Wahrheiten. „Die Bundesregierung versündigt sich am Wirtschaftsstandort Deutschland“, sagte FDP-Generalsekretär Dirk Niebel dem „Hamburger Abendblatt“. Die Botschaft laute: „Investitionen in Deutschland sind unsicher. Internationale Investoren machen dann einen großen Bogen um uns.“ (SPON)

Was für ein grandioser Unsinn im jetzigen Ereignisumfeld! Wohin sollen die „internationalen Investoren“ den bittschön abwandern? USA und England, die einstigen Hochburgen neoliberaler Lehre, haben länger schon kein Problem mehr mit der Verstaatlichung von Banken und wichtigen Versicherungen. Und Asien oder gar Russland und die anderen ehemaligen Ostblockstaaten sind doch alles andere als ein sicherer Hafen! Was soll also dieses Geschwätz?

Dass die FDP zur Zeit auch noch Zulauf hat, lässt mich am Geisteszustand der sogenannten „Leistungsträger“ (für die die FDP ja sprechen will) zweifeln – selbst Alan Greenspan segnete gestern das Verstaatlichen gefährdeter Banken als in der Krise nötigen Schritt ab. Haben sie einen Sprung in der Schüssel? Wer es nicht schon weiß, lese mal nach, wessen Interessen die FDPler hier vertreten!

Na, genug geplaudert, die Arbeit ruft! Wer mitbekommen will, was mich medial beeindruckt, kann das auf meiner Friendfeed-Seite verfolgen: bisschen entschleunigter und frei von Kurzgezwitscher.

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Claudia am 18. Februar 2009 — 2 Kommentare

Ab nächsten Dienstag: Bloggen intensiv

Fast ist es, als würde ich auf einen Urlaub hin arbeiten: alles, was mich von meinem Blog-Retreat zum Zehnjährigen (24. Februar bis 3. März) abhalten könnte, muss noch schnell abgearbeitet werden. Denn dann will ich ganz nach Lust und Laune meine fünf Blogs mit Beiträgen und kleinen Verbesserungen beleben, wofür mir auch fortwährend Ideen kommen. Sie zu notieren und in echte Vorhaben umzuwandeln, wäre allerdings kontraproduktiv und ergäbe schon wieder eine neue „To-Do-List“ – und gerade das will ich ja NICHT!

Seit einiger Zeit beobachte ich, wie die Ära der Blogs, die so um 2003/2004 ihren Boom hatte, sich dem Ende zuneigt. Damit meine ich nicht, dass es bald keine Blogs mehr geben wird, doch der „Hype“ ist vorbei und damit geht ein Schrumpfungsprozess einher, der eigentlich zu begrüßen ist. Denn wie bei jedem Hype sprangen viele Begeisterte auf den Zug auf, um mal eben „dabei zu sein“: Das sind diese Blogs, die so zwei, drei Monate oder auch ein halbes Jahr mehr oder weniger begeistert betrieben werden, dann aber nur noch vor sich hin dümpeln oder gleich ganz zur Webleiche mutieren.

Seitdem nun auch noch Twitter jede Menge Leute in den Bann zieht (mich auch!), gibt es für viele keinen Grund mehr, überhaupt noch mit einem Blog anzufangen. Die Texte, Bilder und Filme heben mehr und mehr ab von der ehemals unverzichtbaren „Heimseite“. Vielen reicht das Twitter-Profil oder die jeweilige Seite bei sozialen Netzwerken wie Facebook u.a.. Man kann den Niedergang auch in den deutschen Blogcharts sehen, wenn man die Spalte „Blogs“ mit der Spalte „Peak“ (=maximal erreichte Verlinkung) vergleicht: es wird deutlich weniger verlinkt, denn Postings wie „Schaut mal, was XY grade geschrieben hat“ sind durch Twitter u.a. weitgehend überflüssig geworden – gut so!

Doch weiter gilt, was immer schon stimmt: Wer schreibt, bleibt! :-) Im März beginnt das zweite Jahrzehnt des Digital Diarys: Der Weg „vom Sinn des Lebens zum Buchstabenglück“ hat für mich kein Ende, das von meinem Ende zu unterscheiden wäre.

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Claudia am 15. Februar 2009 — 7 Kommentare

Finanzkrise ungelöst: Das KOAN des Kapitalismus

Stell dir vor, du lebst nahe dem Polarkreis in einem gut beheizten Haus – draußen herrschen klirrende 30 Grad Minus. Auf einmal (die Ursachen lassen wir mal außen vor) lässt sich die Tür nicht mehr schließen und Kälte dringt ein: binnen kurzer Zeit wird das Leben im Haus unmöglich sein. Was machst du? Reparierst du die Tür, um sie wieder schließen zu können? Oder fängst du an, alle Möbel zu zerkleinern und zu verfeuern, damit es noch ein wenig länger erträglich warm bleibt?

Letzteres versuchen gerade all die Politiker, die große und kleine Konjunkturpakete schnüren, damit die Folgen der Finanzkrise ein wenig abgemildert werden. Sie verfeuern die Möbel, nicht nur die von heute, sondern auch die, die unsere Kinder sich in Zukunft hätten kaufen können. Derweil bleibt die Tür offen, durch die die tödliche Kälte dringt, doch immerhin kann das Volk sehen, dass die Politiker nicht untätig bleiben.

Man weiß nicht, wie das Schließen der Tür zu bewerkstelligen sei, sagen einige. Andere meinen, zu wissen, wie es gehen könnte, doch erscheint es unmöglich, sich auf eine beherzte Reparatur zu einigen. Es wird viel geredet, während es schon spürbar kälter wird, und man überlegt, was man noch alles verheizen könnte. Dabei gerät die offene Tür in den aufgeregten Reden über die Kälte und das Nachheizen zunehmend aus dem Blick.

„Der Markt hat versagt, also muss der Staat ran – und zwar zu 100 Prozent!“, sagt der Experte vor der schwarzen Tafel mit den Börsenkursen in herrischem Ton. Es geht um die „toxischen Papiere“, die als verbriefte Kredite angeblich tausende Milliarden wert waren, die jetzt aber keiner mehr haben will. Was niemand kauft, ist auf dem Markt nichts mehr wert und muss (bzw. müsste?) in den Bilanzen der Banken abgeschrieben werden. Was eben noch als Vermögen galt, schwindet dahin wie Eis in der Sonne und treibt die Banken in die Pleite, denn es zehrt ihr gesetzlich vorgeschriebenes Eigenkapital auf. Klar, dass sie keine Kredite mehr vergeben, bzw. an allen Ecken und Enden versuchen, ihr Risiko zu vermindern – zu Lasten der Unternehmen, die von ihren Krediten abhängen.

In einer Wirtschaft, in der es als normal und zweckmäßig gilt, sämtliche Investitionen (und oft auch Teile des laufenden Geschäfts) mit Krediten zu finanzieren, ist das das AUS: täglich hören wir von bekannten Firmen, die Insolvenz anmelden müssen und nur noch darauf hoffen, im Insolvenzverfahren die „gesunden Unternehmensteile“ zu retten. Sprich: ihnen sind die laufenden Kredite gekündigt worden oder sie bekommen nur noch Kredit, wenn sie deutlich mehr dafür zahlen. Auf einmal rechnen sich die Geschäfte nicht mehr, die bisher so selbstverständlich Schulden-finanziert werden konnten.

Die Banken selber befinden sich vermutlich länger schon im Stadium der Konkursverschleppung. Man schickt ihnen aber nicht etwa den Staatsanwalt, denn der Staat kann ja nicht wünschen, dass die Banken wirklich pleite gehen: dann nämlich bräche ein Chaos aus, das sich keiner vorstellen mag.

Der Staat soll also alle „toxischen Papiere“ übernehmen – selbstverständlich nicht zum aktuellen Null-Wert. Tausende Milliarden, garantiert durch den Steuerzahler: so sieht der einzige Weg aus, der aus Sicht der Banker und Experten den Crash des Finanzsystems vermeidet. Und während täglich Firmen in die Insolvenz rutschen und neue Entlassungen angekündigt werden, fordern die Banker vorläufig „geretteter“ Banken noch immer Boni in dreistelligen Millionenbeträgen ein und leisten sich neue, noch ein wenig teurere Dienstwagen. (Wo ist bloß mein Kotz-Eimer?)

Das ungelöste Finanzproblem erscheint mir zunehmend als ein KOAN des Kapitalismus, da es system-immanent unlösbar erscheint. „Ein Koan ist ein Zen-Rätsel, dessen Lösung zur unmittelbaren Erfahrung der Erleuchtung führt, weil die Grenzen des logischen Denkens durchbrochen werden müssen. Diese Zen-Technik ist bereits Jahrhunderte lang erprobt und bewährt, erfordert jedoch absolutes Loslassenkönnen von herkömmlichen Denkstrukturen, was meist nur unter großem psychischen Einsatz gelingt.“ (irene drela)

Es sieht nicht so aus, als könnte die uneinige Welt so ein Überschreiten herkömmlicher Denkstrukturen in Sachen Finanzsystem hinbekommen. Also werden wir erleben, wie der Karren immer weiter in den Dreck gefahren wird. Sollte ich mich irren, wär mir das eine Freude!

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Claudia am 13. Februar 2009 — 15 Kommentare

PC-Crash klaut mir die halbe Woche

Dass es hier in den letzten Tagen so ruhig war, verdankt sich einem PC-Crash, der mich am Dienstag früh kalt erwischt hat: Am Vorabend lief noch alles ganz normal, morgens dann war die Maus „eingefroren“, als ich starten wollte. Mir blieb nur, den Stecker zu ziehen – tja, und das war es dann erstmal! Beim erneuten Hochfahren konnten die Festplatten nicht gelesen werden, nichts ging mehr. Weiter → (PC-Crash klaut mir die halbe Woche)

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