Claudia am 17. Januar 2024 — 3 Kommentare

Ein bisschen Linkliebe: Lesenswertes aus 7 Blogs

Bin gerade sehr beschäftigt und komme nicht zum bloggen. Aber für einige Blog- und Medientipps reicht es noch:

  1. Kampf gegen Rechts erfordert langfristiges Engagement und breite Basis – Stefan Pfeiffer würdigt die Demos gegen rechts, vermisst aber die Beteiligung breiterer Kreise – sehr zu Recht! Auch sein Beitrag „Kuchen weg geben und Freibier-für-alle-Mentalität“ legt den Finger in die Wunden unserer momentanen Lage, die nicht nur „der Politik“ zu verdanken ist.
  2. Rechte Shitshow: Fallt nicht darauf rein – Henning Uhle: „Ich wollte mich politisch nicht mehr äußern, aber es geht nicht anders. Es ist ja fast mit Schmerzen verbunden, zu beobachten, was da gerade abgeht.“
  3. Die Blasen werden kleiner und verschlossener – Thinkabout beleuchtet die Meinungsbildung, wie sie heute mehr und mehr stattfindet. Blasen, Algorithmen, wenig verlässliche Experten, wirtschaftliche Motive. Es sieht nicht gut aus!
  4. Moby Death – Eine interessante Kurz-Rezension des Romans „Moby Dick“. „Moby Dick“ ist dazu verdammt, immer aktuell zu wirken.“
  5. Die Lage, die Lage – Lila berichtet seit 2004 kontinuierlich aus Israel („Letters from Rungholt – schlaflos in Israel“). „….wie es hier im Norden weitergeht, ist unklar – d.h., es ist klar, dass eine große Auseinandersetzung kommen wird, aber wie bald das sein wird, wie es genau aussehen wird und wer daran teilnehmen wird, wissen wir nicht. „
  6. Weg da – Croco bloggt zum Plan der Rechten, alle Nicht-Bio-Deutschen zu deportieren: „Was treibt die Menschen zu Hass und Ausgrenzung? Es weiß doch jeder, wohin das führt. Wenn die anderen weg sind, wird das Leben nicht besser. Dann hasst sich der übrig gebliebene Rest.“
  7. Werden sie uns mit FlixBus deportieren? – Klingt lustig, ist es aber nicht. „Es ist egal, wo ich bin. Überall erzählen sich die Leute die gleichen Geschichten. Jeder fragt sich, kommt bald das Ende? Muss es erst einmal so richtig untergehen, damit es wieder normal werden kann? Muss man weg? Wann?“

Zum Schluss noch eine sehr sehenswerte Doku: Kampf um die Welt – der ganz große Blick auf unsere Lage in diesen Zeiten, wo auf einmal Geopolitik die Globalisierung gefährdet, von der unser Wohlstand in Deutschland ganz wesentlich abhängt.

Diskussion

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3 Kommentare zu „Ein bisschen Linkliebe: Lesenswertes aus 7 Blogs“.

  1. Ad 1) Da müsste man schon die Durchamerikanisierung der Lebensbereiche zurück rollen. Das Gegenteil passiert und die Folgen sind überall gleich. Besser man gewöhnt sich schon mal dran, denn sonst bleiben nur wenige Flecken zum Auswandern übrig.

    Da können so viele Aufstehen, wie sie wollen, die Meisten sind eh nur ein Müh weniger rechts als die AfD erscheint. Die linken Idealisten sind eine Marginalität von nicht mal 5 Prozent, wo Schwankungen dem Zeitgeist unterliegen.

    Die jetzige Demokratur allerdings als den heiligen Gral hochzujazzen finde ich befremdlich. Genau da muss man ansetzen und strukturell die Dinge ändern, danit eben nicht mehr so ein Murks rumkommt. Selbst Fabio di Masi und Marco Bühlow haben das im Podcast schon festgestellt.

    Genau das aber scheint nicht die pfeiffersche Intention zu sein.

  2. Hallo Juri, danke für deinen Kommentar! Ich hab mir mal das Video „Die Spur des Geldes“ von Fabio & Marco von ChatGPT zusammenfassen lassen:

    ChatGPT: Das Transkript des Videos beschäftigt sich mit der Rolle von Lobbyismus, Korruption und der Einflussnahme von Lobbygruppen auf die deutsche Politik. Es wird auf die Herausforderungen und Grenzen ehrlicher politischer Arbeit eingegangen, insbesondere auf die Schwierigkeiten bei der Durchsetzung von Reformen und der Vertretung von Bürgerinteressen. Diskutiert wird, wie Abgeordnete durch das politische System und den Einfluss von Lobbyisten beeinflusst werden, wobei idealistische Ziele oft durch die etablierten Strukturen untergraben werden. Es wird die Notwendigkeit einer Reform des politischen Systems betont, um mehr Transparenz und Unabhängigkeit von Lobbyinteressen zu gewährleisten und demokratische Werte zu stärken.

    User: Geben die Sprecher im Video irgend einen Hinweis darauf, wie das politische System geändert werden soll?

    ChatGPT: Im Video werden konkrete Vorschläge zur Änderung des politischen Systems nicht detailliert behandelt. Es wird eher auf die allgemeine Notwendigkeit hingewiesen, das System zu reformieren, um mehr Transparenz und Unabhängigkeit von Lobbyinteressen zu gewährleisten und demokratische Werte zu stärken. Die genauen Schritte oder Methoden für solche Reformen werden jedoch nicht spezifiziert.

    Sic! Wie so oft zeigt sich auch hier: Linke haben keine Vision einer konkreten Alternative. Ich leugne nicht, dass es Korruption gibt und dass Lobbyisten aufgrund ihrer bezahlten Hauptberuflichkeit bessere Voraussetzungen zur Vertretung ihrer Interessen haben als Bürgerinitiativen – aber ich bin schon lange nicht mehr der Meinung, dass „Lobby“ immer „böse“ ist! Es ist nämlich auch nicht zielführend, Politik an den Interessen der Betroffenen (und dazu gehören auch die Firmen, die sie umsetzen sollen) vorbei zu machen.

    Hast du das Video „Kampf und die Welt“ gesehen? Wer das verstanden hat, kann m.E. nicht mehr hergehen, und 5 Milliarden Förderung zur Ansiedlung einer TSMC-Chipfabrik (die Taiwan-Firma, von der wir Chip-technisch komplett abhängig sind) empört skandalisieren! Das nur mal als Beispiel.
    „Linke Idealistin“ war ich so bis Mitte 30, dann hat das stark nachgelassen, weil ich mich in dem Bereich, in dem ich 10 Jahre engagiert war (Sanierung, Mieten, Modernisierung, etc.) so tief eingearbeitet habe, dass ich verstand, dass linksidealistische Sprüche wie „die Häuser denen, die drin wohnen“ in unserer arbeitsteiligen Gesellschaft einfach Quatsch sind! (weil nämlich auch nur 5% Lust auf „Haus selbst verwalten und gestalten“ haben, wie sich auch in meiner damaligen Hausbesetzerszene gezeigt hat).

    Aber abgesehen von alledem: Ich finde es schon großartig, dass derzeit viele auf die Straße gehen und gegen AFD/rechts demonstrieren! Das „Geheimtreffen“ zur Vertreibung der „Nicht-Bio-Deutschen“ hat da wohl etwas ausgelöst, das eigentlich lange fällig war – schön, dass „sie“ jetzt sehen, dass sie eben nicht die Mehrheit sind!

  3. Werde ich mir heute Abend anschauen. Ist bei mir immer eine Frage des Datenvolumens.

    Zum Podcast: Ein paar Punkte haben sie eben doch herausgestellt, die man ändern könnte und auch sollte. Nämlich genau das, was den nötigen Reformen im Weg steht.

    Jetzt kann man natürlich spekulieren, warum da wohl keiner beigeht….

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