Claudia am 10. November 2023 —

Das neue ChatGPT trauern lassen: der wärmste Oktober aller Zeiten

Ok, ok, es ist schon November, aber „Oktober“ passt einfach besser zu den aktuellen Meldungen, die vielleicht doch einige wahrgenommen haben! Auf meinem Balkon blühen auch am 10.November noch immer die Schneeflockenblumen und einige andere Gewächse, die früher um diese Zeit längst von der Kälte dahin gerafft worden wären. So ähnlich beginnt auch der aktuelle Vortrag von Dr.Mark Benecke: Time is up: Update für Winter 2023.

Ungeschönte Zahlen zum erschreckend schnell fortschreitenden Klimawandel, gemessene Temperaturen auf Land und im Meer, das Verschwinden der Arten – Daten und Fakten, keine Meinungen, wie Mark immer wieder betont!

Auf der Nordhalbkugel ist das 1,5 Grad-Ziel überschritten und jeder lügt, sagt Mark, der meint, man könne es global noch erreichen. Sogar der Anspruch, unter 2 Grad zu bleiben, wirkt angesichts der Entwicklungen nurmehr wie ein frommer Wunsch. Man will das auch gar nicht, denn trotz internationaler Abkommen werden die 422 Kohlenstoffbomben (Öl-, Gas- und Kohleprojekte, deren potenzielle Emissionsmenge eine Milliarde Tonnen CO₂ übersteigt) unverdrossen weiter finanziert, genehmigt und betrieben.

Ich habe mir Marks Rede ziemlich lange angehört und konnte die gewohnte emotionale Ignoranz nicht wirklich aufrechterhalten, die mich normalerweise davor schützt, das Deprimierende und Tragische der Geschehnisse zu spüren. Das Erstaunliche: Mark wirkt alles andere als deprimiert, ja sogar gut gelaunt, obwohl er durchaus seine Fassungslosigkeit angesichts der gezeigten Daten ausdrückt! Wie schafft er das nur?`

Zur Zeit konsumiere ich weniger Medien als sonst, deshalb wirken einzelne Beiträge intensiver. Nach langer Abstinenz sah ich mir als nächstes die letzte Folge von „Maybrit Illner“ an: Was bringt der Ampel-Asylplan?. Vor dem Hintergrund dessen, was Dr.Benecke berichtet, erschienen mir die Diskutanten wie Traumtänzer in Taka-Tuka-Land! Ganz egal, was wir machen, die Klimaflüchtlinge werden massenweise kommen, einfach weil große Teile der Erde unbewohnbar werden. Dagegen wird die jetzige Situation (in manchen Gemeinden „am Rande der Kapazitäten“) in der Rückschau geradezu paradiesisch erscheinen!

ChatGPT und die Traurigkeit

Das neue ChatGPT kann jetzt alles: Bilder kreieren, surfen, Dateien lesen und vieles mehr. Wem das nicht reicht, der kann eigene ChatGPTs für spezielle Aufgaben kreieren. Es gibt jetzt den Button „explore“, da fand ich eine Version, die sich „Colouring Book Hero“ nennt. Aha, eine Art Illustrator! Ich gab ihm die Aufgabe:

„Kreiere ein Buchcover für ein Buch über den Klimawandel mit dem Inhalt: Es ist zu spät, die für Menschen habitable Ökosphäre stirbt!“

Coloring Book Hero schreibt:

„Es scheint, dass Sie ein Buchcover zu einem ernsten und potenziell beunruhigenden Thema wünschen. Als Coloring Book Hero ist mein Hauptziel, fröhliche und kindgerechte Malbuchseiten zu erstellen, die für Kinder im Grundschulalter geeignet sind. Ich kann Ihnen jedoch eine kinderfreundliche, optimistische Malbuchseite erstellen, die sich auf Umweltschutz und Natur konzentriert. Wie wäre es mit einer Szene, die Kinder beim Pflanzen von Bäumen oder beim Sammeln von Müll in der Natur zeigt, um Bewusstsein für die Umwelt zu fördern?“

Nö, darauf hatte ich keine Lust! Also zurück zu ChatGPT-4, neue Version und noch einmal die Ansage:

„Kreiere ein Buchcover für ein Buch über den Klimawandel mit dem Inhalt: Es ist zu spät, die für Menschen habitable Ökosphäre stirbt!“

ChatGPT:

„Here is the book cover design for a book about climate change, titled ‚It’s Too Late: The Habitable Ecosphere is Dying for Humanity!‘. The design aims to convey the urgency and seriousness of the subject matter.“

Buchcover von ChatGPT zum Klimakatastrophe

Nun ja, mit dem Text im Bild muss ChatGPT noch üben! Und eigentlich wollte ich Antworten auf deutsch (das kann man übrigens einstellen). Auch hatte ich noch nicht genug, wollte noch ‚was richtig Trauriges, gerne in Reimen! Nächste Ansage:

„Schreibe ein Gedicht, das sich reimt. Es soll die Traurigkeit darüber ausdrücken, dass die Menschheit unfähig ist, die Vernichtung der Biosphäre zu stoppen“.

ChatGPT:

In stillen Nächten, unter Sternenlicht,
Erklingt ein Wehklag, leise, doch gewicht.
Die Erde weint, ihr Herz in Schmerz und Not,
Denn Menschenkraft versagt vor Tod und Rott.

Wo grüne Wälder einst in Pracht gestanden,
Liegt ödes Land, von Menschenhand verbrannt.
Die Ozeane, einst so blau und klar,
Verschmutzt, vergiftet, Leben einst so wahr.

Die Vögel singen nicht mehr, stumm ihr Lied,
Die Blumen welken, Schönheit, die entflieht.
Die Tiere fliehen, suchen Zuflucht, Raum,
Doch finden nur des Menschen grausen Traum.

In Städten hallt der Lärm, blind vor Begier,
Vergessen wir die Natur, suchen hier
Nach Glück, das flüchtig, wie der Wind verweht,
Nicht sehend, was um uns geschehen geht.

Doch in der Stille, wenn die Nacht anbricht,
Hört man die Erde weinen, leis‘ und schlicht.
Ein Ruf nach Rettung, kaum noch zu versteh’n,
Im Menschentreiben, wird er untergeh’n.

So weint die Welt, in ihrer Einsamkeit,
Der Mensch, verloren in der Zeit,
Unfähig, aufzuhör’n, zu sehen, zu versteh’n,
Dass wir in unserem Tun, untergeh’n.

Ok, das lass‘ ich einfach mal so stehen. Für ein Stück Software schon erstaunlich, oder?

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Diskussion

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17 Kommentare zu „Das neue ChatGPT trauern lassen: der wärmste Oktober aller Zeiten“.

  1. Ich lese gerade ein Buch von Frauke Fischer, „Wal macht Wetter“.
    War in ihrer Lesung in Buchhandlung Knodt in Würzburg, am Donnerstag wars.
    Da geht es natürlich auch um Verlust der Biodiversität und dem Klimawandel.
    Sie meinte, die Natur hätte in ihr innewohnende Resourcen. Die Frage ist eben, meine ich, ob die ziehen können.
    Diese Frau macht mit ihrer Kollegin auch einen Podcast „tierisch“.

    Was Chatgbt angeht, Dichten kann es noch nicht.
    Ich nutze aber das Tool nun gelegentlich, um schneller an Wissen zu kommen.
    Da ist es wirklich hilfreich.
    Begrenzt ist es mir zu helfen, eine bestimmte Schlupfwespe unter den 3600 Arten in Deutschland zu bestimmen. Gebe ihr alle Merkmale vor, aber es kommt nicht zu Potte.

  2. Gut, dass du so viele fotografierst! Angesichts der Lage, wie sie im Video faktenreich vorgestellt wird, ist zu erwarten, dass es sie alle bald nicht mehr geben wird.
    Und ja, ein Dichter ist der Bot nicht. Tipps zu menschlichen Poeten, die inhaltlich Ähnliches ge- und verdichtet haben: gerne!

  3. Herbsttag
    Das aber ist die schönste Zeit im Jahre,
    wenn sich der Sommer still zu Ende neigt.
    Tagsüber leuchtet noch der klare,
    mild blaue Himmel, während nachts der Nebel steigt.
    Im Garten blüh’n des Sommers letzte Rosen,
    ihr starker Duft berauscht, berückt,
    sie lassen sich vom gleichen Wind liebkosen,
    der doch schon morgen achtlos sie zerpflückt.
    Noch wärmt die Sonne, nah sind alle Weiten,
    Der Wald ist still, die Vögel zogen schon.
    Ganz aus der Ferne hört man Herdenglocken läuten.
    Doch auch davon verklingt der letzte Ton.
    So schön die Welt, wer denkt denn da ans Sterben,
    so schön dass du es kaum erfasst.
    Wie herrlich bunt sich nun die Wälder färben.
    Doch sieh, ein Blatt löst sich vom Ast.
    Nicht lange mehr und alle andern folgen.
    Der Himmel färbt sich düster. Grau.
    Doch heute segeln die bizarr geformten Wolken
    auf seinem sehnsuchtsvollen Blau.
    Mein armes Herz. Musst du nicht fast verzagen,
    weil hinter all der Schönheit kalt das Sterben steht.
    Du kannst getrost den Weg ins Dunkel wagen.
    Weil etwas neu beginnt, wenn es zu Ende geht.
    Das Gedicht schrieb ich im September 1959, es ist schon mehrmals überarbeitet.
    Denn mit fast 88 befinde ich mich ja schon im Spätherbst des Jahres.

  4. Zum Thema Verlust der Artenvielfalt empfehle ich Eileen Crist „Schöpfung ohne Krone“ (Abundant earth). Die Verfasserin zeichnet darin nicht nur das Ausmaß der Katastrophe auf sondern gibt auch (wenn in so einem globalen Maßstab überhaupt möglich) grobe Leitlinien vor, wie man einer drohenden (bzw. bereits realisierten) Katastrophe entgegen wirken könnte und wieder im Einklang mit der Natur (und nicht nur so als leeres Geschwätz) leben könnte.
    Im Klartext heißt das, dass wir weniger werden müssen und vor allem der restlichen Welt (die auch ein „Anrecht“ auf die Erde hat) Raum geben müssten.
    An anderer Stelle (evtl. auch in einem anderen Buch zum Artensterben) geht es auch darum, wie fatal es ist, dass wir nicht sehen können, welcher Artenschatz im Vergleich zu vor 100 oder sogar 200 Jahren verloren gegangen ist. Das ist damals kaum jemandem aufgefallen, weil man da noch andere Sorgen hatte/ bzw. die Natur nur im Sinne einer Notwendigkeit zur Zurückdrängung gesehen hat. Uns fällt (wenn überhaupt) halt nur auf, wenn Tiere weniger werden, kaum mehr Vögel singen, bestimmte Insekten fehlen etc., aber dass das schon eine Art Schrumpf-Rest ist, für viele unvorstellbar.
    Und dass dann in Sachen Lobby weiter auf Chemie gesetzt wird, die Leute mit Bio an der Nase herumgeführt werden tut sein übriges.

  5. @Claudia, so schnell geht es nicht mit dem Artensterben ! Aber die Möglichkeit der Natur zur Selbstregulation schwindet. Das war ja immer ihre Stärk auszugleichen. Sie musste mit Wandel zurechtkommen. Das geschah klaglos. jetzt allerdings verändern sich Dinge sehr rasch. A bisserl zu schnell.

  6. Vor dem Hintergrund dessen, was Dr.Benecke berichtet, erschienen mir die Diskutanten wie Traumtänzer in Taka-Tuka-Land! Ganz egal, was wir machen, die Klimaflüchtlinge werden massenweise kommen, einfach weil große Teile der Erde unbewohnbar werden. Dagegen wird die jetzige Situation (in manchen Gemeinden „am Rande der Kapazitäten“) in der Rückschau geradezu paradiesisch erscheinen!

    Solche „Visionen“ sind mir zu extrem. Wenn wir angesichts der Realitäten auf diesem Planeten (die Mordgier seiner viel zu großen Zahl von Bewohnern ausdrücklich eingeschlossen) alle so von diesen Voraussagen eingenommen werden, sind wir chancenlos. Ich glaube nicht daran, trotz aller Skepis. Es klingt nur Fatalisten akzeptabel, dass unsere Zukunft schon besiegelt wäre. Ich bewahre mir lieber den Glauben, dass diese bekloppte Menschheit noch die Kurve kriegt und die Menschen im Wesentlichen da bleiben, wo sie hin geboren wurden.

    Du schreibst zu wenig, Claudia. Schreiben ist Therapie. Mir hilfts.

  7. @alle: vielen Dank für Eure Kommentare! Ich gebe zu, dass war ein bisschen viel „Kellerrallay“ – umso schöner, dass Ihr trotzdem was geschrieben habt!
    @Nila, ein wunderschönes Gedicht, danke dafür!
    @Holger: „Im Klartext heißt das, dass wir weniger werden müssen und vor allem der restlichen Welt (die auch ein „Anrecht“ auf die Erde hat) Raum geben müssten.“ Gestern eine ARTE-Doku zu Pandemien / Zoonosen gesehen: Je mehr Wildnis wir vernichten, desto höher die Gefahr neuer Pandemien. Evtl. wird das ein Faktor im „weniger werden“.
    @Horst: Vermutlich hast du recht, ich komme mir allerdings häufig etwas „daneben“ vor, wenn ich angesichts der Weltlage (die Haupt-Krisen) über „irgendwas anderes“ blogge….

  8. @Horst und @Claudia:

    Ich bewahre mir lieber den Glauben, dass diese bekloppte Menschheit noch die Kurve kriegt

    Optimismus ist die einzige Option. Ich lese gerade das Buch von Frauke Fischer „Wal macht Wetter“, die naturbasierten Lösungen das Wort redet.
    Die Natur bietet von Haus aus eine Reihe von Lösungen. Nur technische Lösungen helfen nicht weiter. Sie erwähnt ein von Umweltkrisen geschütteltes Land, in dem lediglich 10 % der Massnahmen in naturbasierte Anstrengungen fliessen.

  9. Es gäbe wieder viel zu sagen.

    Das Video habe ich mir aus Zeitgründen noch nicht angeschaut, aber was bleibt uns übrig außer Zweckoptimismus? Ob man nun angesichts der Probleme eine Flunsch zieht oder nicht, ändert nichts an der Sache. In der üblichen Salamitaktik wird von Politik und Behörden dann das „zugegeben“, was in der Forschung längst bekannt ist, dass solche fiktiven Ziele wie die 1,5° oder jetzt 2°C maximaler Erwärmung der Durchschnittsmittel nicht zu schaffen sind – Maßnahmen bis zum Zwang dagegen null. Stattdessen polemisieren in erster Linie Mitglieder rechter und konservativer Parteien ihren Lobbyistenstuß in die Medien, dass es entweder gelogen, erfunden, übertrieben oder sonstwas ist und am Ende kommt dann das Geheule über Wirtschaft und Arbeitsplätze. Hauptsache dabei ist, die Unternehmen müssen sich im Gegensatz zu ihren Forderungen an den „Arbeitsmarkt“ nicht bewegen und der Profit läuft weiter ohne großen Aufwand. Lieber alles gegen die Wand gefahren und weiter glauben, dass für die Besitzenden das „Problem“ irgendwie technisch zu lösen ist.

    Auch Dein Verweis auf Zoonosen ist völlig richtig und das Minimieren großer und vor allem zusammenhängender Naturräume führt ganz zwangsläufig zur Kollision Tier – Mensch mit den entsprechenden Folgen. Vielen ist halt nur das Verquere nicht bewusst, dass nicht die Tiere in unsere Umwelt eindringen, sondern dass wir deren Räume besetzen mit Straßen und Häusern und diese sich dann zwangsweise versuchen anzupassen.

    Die „Natur“ wird sich irgendwie anpassen und viele Tiere und Pflanzen werden auch Nischen finden in Lebensräumen, die nicht mehr unsere sind. Auch da klingt ja schon wieder das Ich-bezogene des Menschen durch. Denn bei vielen Beiträgen wird in erster Linie auf das für uns Optimale fokussiert und das dabei auch die Flora und Fauna im jetzigen Zustand erhalten bleibt, wäre nur angenehmer Nebeneffekt. Das sich dabei trotzdem ständig etwas ändert und sei es nur über zufälliges oder absichtliches Verteilen von Tieren und Pflanzen rund um die Welt mit seinen Folgen, auch das ist Ergebnis unserer globalisierten Lebensweise.

    Als Motto liesse sich dann Theokrit hernehmen oder eine andere abgewandelte Form seines Spruchs:

    „Ein Mensch hofft, solange er lebt, erst die Toten hoffen nicht mehr.“

    Habe ich übrigens ohne angelerntes, neuronales Netzwerk gefunden und manchmal steht solches Zeug auch in Büchern, die Menschen geschrieben haben;-)

    Gruß
    Thomas

  10. Einer der größten Klimakiller (GPT) trauert um das Klima und alle stimmen erfreut mit ein?

  11. @Juri Nello

    Einer der größten Klimakiller (GPT) trauert um das Klima und alle stimmen erfreut mit ein?

    Wo siehst Du Zustimmung zum Bullshit-Thema ChatGPT/KI?

    Nur weil Claudia dazu etwas angeworfen hat, sind die Aussagen des Vortrages doch keine anderen bzw. wird das Thema doch nicht entwertet. Wenn es darum geht, dann dürfen wir auch keine Suchanfragen mehr stellen oder uns generell nicht mehr mit dem PC und im Internet befassen? Zumindest ist das für mich kein Grund, jemanden so schon nahezu unsachlich anzugehen.

    Es gibt nahezu nichts, was nicht irgendwie „Klima killt“, sondern jede Handlung ist irgendwo ein Eingriff in die Umwelt. Und genauso wie KI eine Nonsens-Phrase für ChatGPT und andere Formen dieser neuronalen Netzwerke sind, ist es der Begriff Nachhaltigkeit/nachhaltig. Das ist auch nur Blendgranate und Label.

    Dann schaffen wir Server-Strukturen generell ab, die Unis mögen doch bitte ihre Hochleistungsrechner abschalten und als Nächstes knipsen wir gleich die Datenbankfarmen der Geheimdienste und Cloud-Anbieter mit aus, in denen ja auch zum großen Teil nur auf Vorrat gehortet wird. Speziell Letztere werden auf ihren Teil der sogenannnten „KI“ nicht verzichten und wie die Anteile privater und unternehmerischer Anfragen so liegen, wird in den Studien nicht erfasst. Wie so oft möllert zwar jeder etwas dazu in die medien, bei den Quellen hapert es aber dann meist schon wieder – vielleicht haben die Medien dann auch eine KI (sic) mitgenutzt. Bei Scinexx ist wenigstens der DOI-Eintrag zur Studie enthalten und vieles ist derzeit Prognose:

    https://www.telepolis.de/features/Der-oekologische-Fussabdruck-von-KI-Systemen-Die-dunkle-Seite-des-Fortschritts-9200861.html

    https://www.fr.de/panorama/forscher-sehen-ki-als-enorme-stromfresser-zr-92595660.html

    https://www.scinexx.de/news/technik/wie-viel-strom-braucht-der-ki-boom/

    Mir bleibt als GPT-Abstinenzler immerhin die Hoffnung, dass sich der übliche Hype bei etwas Neuen im privaten Bereich irgendwann wieder legt.

    Gruß
    Thomas

  12. @Juri: Was willst du damit sagen? Sollen wir alle aufhören, digitale Systeme zu nutzen?
    @Thomas: danke für deine ausführliche Reaktion und die einschlägigen Links. Meine anfängliche Begeisterung hat sich lange schon gelegt, wichtiger noch: die berufliche Nutzung versuche ich gar nicht mehr, weil das beim „Content erstellen“ nur Mehrarbeit bedeutet: Alles nachrecherchieren, was ChatGPT mal eben so behauptet. Kennt man sich in einem Themenbereich gut aus, wird schnell klar, dass ChatGPT oft himmelsträubenden Unsinn verlautbart. Sehr punktuell nutze ich es noch: so fand ich z.B. keine Überschrift für den neuen Artikel. Die 10 Vorschläge von ChatGPT haben mir geholfen, obwohl ich keinen davon übernommen habe.

  13. Es wird ohne Askese nicht zu wuppen sein. Nicht mit den nötigen Clustern für ML, nicht mit den Farmen für BitCoin, etc.. Der Bringer ist noch SUV-Fahren mit ChatGPT und Bitcoin Farmen und für ein Raumfahrtunternehmen arbeiten. Kann man machen, nur heißt dann das Klimaziel + 10 Grad. Da aber das offensichtlich nur eine Show ist, läuft ohnehin alles mehr oder weniger so weiter. Also eher mehr. Die Kriege sind jetzt auch nicht gerade förderlich, aber wir fördern sie weiterhin.
    Man muss ja zeigen, dass man kriegstüchtig ist.

    Ob der teure LNG-Import langfristig eine gute Lösung sein wird? Sind ja nur 20 Jahre für einen Vertrag. Dann sind wir im Jahr 2043. 2030 bzwm 2035 sollte doch schon alles anders sein?

    Etwas Deindustrialisierung stünde wohl an.

    Was ist da eigentlich mit dem Profisport? Ich vermute, bis dahin entstehen noch 3 Ligen, die beflogen werden wollen.

    Werden die alten PV-Anlagen und Windkrafträder nach Abnutzung auch wieder kostengünstig nach Afrika verklappt, wie der restliche Sondermüll derzeit?

  14. @Juri Nello

    Das ist alles richtig, was Du sagst. Nur ist vieles davon etwas, was sich mit individuellem Verzicht nicht wird lösen lassen, sondern dazu müssen die Voraussetzungen geschaffen werden.

    Selber bin ich auch kein Freund davon, alles auf die Politik zu schieben. Um aber nicht nur auf SUV als krasseste Ausgeburt des Themas unsinniger Individualverkehr, sondern vom Auto generell etwas wegzukommen, muss ein funktionierender ÖPNV in der Fläche existieren, der nicht nur am Gewinn der Verkehrsunternehmen gemessen wird, sondern am gesamtgesellschaftlichen Nutzen. Das können Einzelne zwar bemängeln und dagegen/dafür protestieren, umsetzen muss es die Politik.

    Statt Deindustrialisieren wäre mir der Begriff Abkehr vom Wachstum um jeden Preis für Profit passender. Auch da stehen imho andere in der Pflicht bzw. ist das im Kapitalismus, in dem wir nun mal leben, nicht vorgesehen. Das hat schon der olle Marx so beschrieben genau wie den Umstand, dass bei entsprechender Profitaussicht Grenzen und Umwelt keine Rolle mehr spielen. Das dabei Rüstung als einer der profitabelsten Wirtschaftszweige quasi sakrosankt ist, ist völlig klar.

    Genau darauf basieren auch solche Entscheidungen für LNG, Wasserstoff usw. Auch da ist einzig sinnvoller Ansatz, die Verbräuche generell zu senken. Wird nicht mit russischen Rohstoffen Kasse gemacht, dann eben mit LNG und zwar solange, bis das Zeug tatsächlich verbraucht ist. Da muss sich niemand etwas vormachen. Solange diese Gesellschaftsordnung existiert, wird sich daran nichts ändern und wie ernst Beschlüsse der Klimakonferenzen mit Gesetzescharakter genommen werden, sieht man doch daran, wie sie umgesetzt werden bzw. daran, dass diese ganzen Gipfel mehr oder weniger Schaulaufen und Phrasendrescherei sind und im Zweifel eben einfach das Limit nach oben gesetzt wird, damit für die nächsten zwei Jahre die Linie wieder passt.

    Selbst beim Einzelnen ist Verzicht zugunsten der Umwelt schon schwierig, solange die Folgen nicht direkt und selber gespürt werden. Das war während der Pandemie so und das ist auch sonst so – siehe nur das Trara derzeit um Black Week/Black Friday. Wieviele kaufen auch da wieder nicht aus Bedarf heraus, sondern weil sie von Werbung verblödet meinen, ausgerechnet jetzt ein Schnäppchen machen zu können mit meist nicht einmal lebensnotwendigem Plunder?

    Was die Windkrafträder betrifft und PV, so werden die zumindest in D weitestgehend recycelt. falls Du dabei nämlich auf den fast Fake der verbuddelten Rotoren anspielst, der zeitweise im Umlauf war, so fand dieser in den USA statt.

    https://correctiv.org/faktencheck/2023/04/20/recycling-von-windraedern-sockel-bleiben-nicht-im-boden-und-rotorblaetter-duerfen-nicht-vergraben-werden/

    https://correctiv.org/faktencheck/2020/12/09/ja-diese-fotos-zeigen-rotorblaetter-von-windkraftanlagen-die-in-wyoming-lagern/

    https://www.duh.de/projekte/pv-recycling/

    https://www.energie-experten.org/erneuerbare-energien/photovoltaik/solarmodule/recycling

    Wenn das Zeug also irgendwo in der Pampa landet, dann wird dort wissentlich vorgegangen, um die Recyclingkosten zu sparen.

  15. Und schon sind wir wieder beim Thema:

    Plonk!

    ÖPNV ist wurscht – Hauptsache 15 Millionen neue E-Autos, damit die doitschen Autobauer weiter abfetten…

  16. @Thomas: bist du denn GEGEN die Förderung des Umstiegs auf E-Autos? Diese wurde ja sogar gekappt, was zu geringeren Zulassungszahlen führte. Der „Auto-Gipfel“ diskutiert nun, wie man wieder zu mehr E-Autos kommen kann, auch über den „Klima-Zuschlag“ bei der KFZ-Steuer für bestimmte Fahrzeuge. Das große Versäumnis der Autobauer, was die Produktion kleinerer, erschwinglicher E-Fahrzeuge betrifft, ist auch ein Problem, das sie vermutlich besprechen werden (zum Vergleich: “ Der in Shanghai vorgestellte BYD Seagull soll in China umgerechnet ab 10.500 Euro kosten“).
    Mit dem ÖPNV hat diese Veranstaltung doch erstmal gar nichts zu tun!
    Und nebenbei: Es sind nicht nur die bekannten Defizite des ÖPNV (zu wenig Strecken, Unpünktlichkeit etc.), die die Leute am Auto festhalten lassen! Wenn es also nicht ohne geht, dann sind E-Autos doch ein Fortschritt. Sag ich als eine, die lange schon kein Auto mehr hat, was allerdings in Berlin (ohne Kinder) gut machbar ist.

  17. @Claudia

    Das hat doch nichts damit zu tun, dass ich „gegen“ Elektromobilität bin. Das hat etwas damit zu tun, dass ein Verkehrsminister hier wie üblich die automobile Seite des Verkehrs bevorzugt. Wenn 15000 Autos mehr auf die Straße kommen sollen, sind die bisherigen doch nicht weg, sondern die sind eben mehr. Selbst wenn dafür ein paar alte Autos verschrottet werden, nimmt dadurch der Bestand weiter zu und das kann nicht die Lösung sein.

    Würde sich ein Herr Wissing mit demselben Elan für besagten ÖPNV starkmachen? Sicher nicht, denn da steht ja keine Lobby dahinter.

    Und wenn statt SUV mit Verbennungsmotor in erster Linie wieder solche Protzkarren mit E-Antrieb auf den Strassen landen, ist das für mich kein Fortschritt, sondern Festhalten am profitablesten Geschäft.

    Viele Grüße
    Thomas