Claudia am 02. November 2020 — 1 Kommentar

Zwischenstandsmeldung

Eine richtige Überschrift ist mir nicht eingefallen. Seltsam, so ein Schreibbedürfnis, das sich grade nur schlecht auf ein Auftragstheme übertragen lässt. Pflanzen überwintern steht an, Recherche ist abgeschlossen – und jetzt prokrastiniere ich noch ein wenig und übe mich – nolens volens – im Kopfschütteln über den Zustand der Welt. Hätte mir jemand Ende der 80ger prophezeit, was noch so alles kommen wird, hätte ich ihm den Vogel gezeigt!

Seit Wochen verweigere ich das Lesen und Ansehen sämtlicher Artikel und Sendungen zur USA-Wahl. Ich kann da sowieso nichts dran ändern, aber es schmerzt, mitzuerleben, wie viele dieses gruslige Enfant Terrible, dessen Namen ich nicht nenne, wählen wollen oder – als Nichtamerikaner – jedenfalls gut finden. Übermorgen werde ich das Ergebnis zur Kenntnis nehmen und bin auf alles gefasst.  Ich steigere mich lieber nicht in Hoffnungen hinein, das ging schon einmal schief.

Sowieso verstehe ich diese amerikanische Mentalität nicht, die jede sozialstaatliche Intervention als „Sozialismus“ verunglimpft. Sie meinen ernsthaft, sie lebten im tollsten aller Länder – na klar, so mit minimalsten Arbeitnehmerrechten, wenig bis gar keinem Urlaub, ohne arbeitsfreie Weihnachtstage, aber mit dem teuersten „Gesundheitssystem“ der Welt, das gleichwohl Unzählige ohne ausreichende Krankenversorgung lässt, die zu wenig Geld haben. Ja, richtig GREAT hat sich das in der Pandemie entwickelt, da führen die USA mit Abstand in Sachen Infektionen und Todesraten!

Das Thema islamistischer Terror (und Erdogans Aufwiegelei) ist schon wieder raus aus den Medien – ist wohl wirklich zu unerquicklich.

Novemberwetter: grade hellt es etwas auf, in Berlin ist es 18 Grad warm, wow! Der arktische Ozean will partout nicht zurfrieren, obwohl das längst der Fall sein müsste. Bin in 20 Meter Tiefe ist das Wasser noch 5 Grad warm.

Tja, das Klima, die Krise hinter der Krise. Wäre ich gläubige Schwurblerin, könnte ich sagen: Klimawandel gibts nicht, genau so wenig wie eine Pandemie – ist alles nur inszeniert, um die „Schlafschafe“… ja was eigentlich? Nicht zu beunruhigen? Kann doch nicht sein… Ach ja, die neue Weltordnung, die verschworene Eliten durchdrücken wollen! Auch so ein Phantasma, an dessen Terminierung der hellseherisch begabte Vegankoch regelmäßig scheitert. Auf nichts mehr kann man sich verlassen, nicht mal auf den Weltuntergang.

Dabei bräuchte diese Welt durchaus eine neue Ordnung! Eine, die Kriege beendet, Ressourcen und Wohlstand gerecht verteilt, das Artensterben stoppt und den Klimawandel in erträglichen Maßen hält. Leider bringen wir das als Menschheit wohl nicht mehr zustande. Die viel gepriesene Rationalität, zu der unser Gehirn durchaus in der Lage ist, dient allermeist nur der Besitzstandswahrung, koste es was es wolle. Weil aber der Besitz sehr ungleich verteilt ist, hat so eine neue Weltordnung keine Chance.

So, jetzt bin ich also doch bei der Kellerralley gelandet – es reicht! Kümmere mich jetzt doch lieber darum, das schadensarme Überwintern von Topfpflanzen zu promoten.

Manchmal sind die Wege zur Motivationsfindung eben ein bisschen verschlungen.

Diskussion

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Ein Kommentar zu „Zwischenstandsmeldung“.

  1. Stimme den Gedanken zur neuen Weltordnung voll zu. Dass man Anfang November auf dem Tempelhofer Feld Kaffee trinken kann hätte ich vor ein paar Jahren nicht glauben können.

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