Claudia am 11. April 2020 — 17 Kommentare

Corona-Krise: die wirtschaftlichen Folgen

Dieses Thema ist einen eigenen Blogpost wert bzw. ist groß genug, um separat diskutiert zu werden.

Eine besonders schwarzmalerische Sicht der Dinge hat Ingo in die Kommentare geschrieben, der beklagt, dass diese Aspekte in der Debatte kaum eine Rolle spielen. Ich zitiere ein paar Beispiele:

  1. Kritische Stimmen aus dem Finanzbereich sind sich einig dass auf die gesamte Aktien/Immobilien und sonstige Investmentwelt eine bereits diagnostizierte und nicht mehr abwendbare Vernichtungswelle zurollt. Der Tsunami wird bis in 8-10 Wochen über alle hereinbrechen und das System, das wir bis heute in der Mehrheit sicherlich nicht begriffen haben, ruinieren.
  2. Die FED hat auf null gesetzt, aber es gibt keinen mehr der damit was anfangen kann. Kommende Aktiennachschussforderungen, Futures, Leerverkäufe – weiß der Geier, kenn mich da nicht aus – können nicht mehr ausgeglichen werden. Deshalb werden Aktien der Investmentgesellschaften zwangsenteignet und zum Ausgleich der fälligen Kurszusammenbruchsforderungen verwendet werden. Mit nicht ausreichender Wirkung.
  3. Bis dahin gibt es keine Märkte mehr, die irgendwas zur finanziellen Absicherung / kaufbare Güter mehr anbieten koennen [???]. Goldmärkte sind geschlossen, die paar übrigen Rolexen sind weg, der Mittelstand hat den Todesstoss erhalten.
  4. Der Kapitalmarkt wird mehr als 80% seines derzeitigen „Wertes“ ersatzlos verlieren, eine Reperatur wird mindestens 5-8 JAHRE dauern.

Ingo rechnet mit einem „Crash“, der ihn jedoch persönlich nicht weiter ängstigt:

„Mir persönlich ist das vollkommen wurscht. Ich weiss, was mir nach einem Crash geschieht. Ich kann nichts mehr verlieren, das ist meine Beruhigung.“

Ich vermute mal, Ingo hat die Finanz-Kassandras gelesen, die ich seit der Finanzkrise auch einige Zeit mitgelesen habe. Immer haben sie den großen Systemcrash prognostiziert, doch gekommen ist er nie. Und zwar, weil die Akteure in Politik und Wirtschaft an diversen Schräubchen gedreht haben, damit das nicht passiert.

Allerdings haben wir jetzt eine noch nie da gewesene Situation, die weltweit und nicht nur in einigen Ländern ihre desaströsen Wirkungen entfaltet. Wer weiß, vielleicht haben die Kassandras ja dieses Mal recht?

Fakt ist, dass die Geldschleusen überall geöffnet werden, jetzt zu Gunsten der Realwirtschaft. Wie immer sind sich die Analysierer uneinig: Wo die „Finanzmarktwelt“ in Sachen Inflation ein Katastrophenszenario zeichnet, klingt die Bewertung der Vorgänge in der ZEIT längst nicht so alarmistisch.

Was wir sicher wissen: Viele Unternehmen, kleine und große, sind in Gefahr und auf „Rettungsmaßnahmen“ angewiesen. Ich schätze mal, für alle und alle Verluste wird es nicht reichen, es wird durchaus Pleiten geben, steigende Arbeitslosigkeit, deutlich weniger Steuereinnahmen.

Ingo wundert sich, dass all diese Folgen der Regierung und den Bundesbürgern weitgehend egal zu sein scheinen:

„… und wir bleiben friedlich, setzen uns sogar im Park lächerliche Masken auf und bleiben friedlich. Lassen uns zu Ostern den Kirchgang verbieten, der Petersplatz bleibt leer, urbi et orbi at his best. Die bundesregierung hat diese Informationen, es interessiert sie aber nicht im geringsten, sie schürt weiter das Feuer unter den Hintern der VIRUS-Fürchtenden.
Das ist nicht kriminell, das entspricht keinerlei mess-und bewertbarer Bezeichnung.“

Dazu sage ich: Kann es nicht sein, dass viele deshalb auf die wirtschaftlichen Folgen pfeiffen, weil sie die Nase gestrichen voll von unserer Art Wirtschaft haben? Wachstumszwang, Rattenrennen, verdichtete Arbeit, ständige Konkurrenz, überflüssige Waren, die am Ende auch noch vernichtet werden, weil sie keiner kauft. Outsourcing von Arbeitsplätzen und Prekarisierung durch Globalisierung, Niedriglohnsektor, Banken retten müssen, Naturzerstörung, Ressourtcenverschwendung, Grenzen des Wachstums, Klimawandel…

Gleichzeitig wird spürbar deutlich, welche Berufe SEHR systemrelevant sind. Die meisten davon werden „in unserer Wirtschaft“ richtig schlecht bezahlt.

Ich behaupte nicht, dass es sinnvoll wäre, wegen alledem nur die Schultern zu zucken und dem Niedergang zynisch lächelnd zuzusehen, bis es einen selber trifft! Aber ich kann verstehen, dass „die Wirtschaft“ für viele nicht unbedingt ein Sympathieträger ist, so wichtig sie auch ist für unser aller Wohlstand.

Was meint Ihr?

Diskussion

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17 Kommentare zu „Corona-Krise: die wirtschaftlichen Folgen“.

  1. hallo ihrs:)
    nur der vollständigkeit halber:
    es ist mir ernst mit diesen überlegungen; obgleich alle meine
    äusserungen ausschliesslich meine meinung zu dem was ich mir
    beim ansehen von anderen meinungen zusammengereimt habe
    wiederspiegeln.
    ich habe keinerlei reale gerichtsfeste unterlagen hier vorliegen,
    es fehlt mir an juristischen grundkenntnissen, sogar die standardregeln
    eines normalen journalisten sind mir fremd. nur meine meinung
    bzw. das was dabei herauskommt wenn die profis der jeweiligen
    meinungsabteilungen die sau raus lassen und dem gläubigen volk
    (‚auch mir) versuchen auf die nase zu binden.
    war das 1859? irgendwas mit frankreich. das volk, die langhosenträger,
    konnten zum grossen teil nicht mal lesen und schreiben.
    ich habe auch keine kristallkugel hier rumlümmeln die ich gelegentlich bei meinen geistigen ausflügen ins unbekannte befragen könnte; nein alles nur meinung.

    dies hab ich (glaube es war eine tagesschauaufzeichnung)
    dort gepostet als zusammenfassung dessen was mir der blümchenkanal
    an verschwurbelungen angeboten hat:

    wie wärs mit :
    ab morgen wird zurückbeschissen?

    also gewaltloser widerstand.
    nicht nein, sondern garnix sagen.
    so tun als wäre man systemtreu?

    wenn dann das endspiel dieser agenda 2020 beginnt,
    unsere telefone als eletronische fussfesseln jeden unserer schritte
    der neuen Stasi in realtime übermittelt, das bargeld abgeschafft und die
    konten der unsicheren kandidaten gesperrt sind;
    die benötigten mittel für den Eurobond aufgebraucht sind, alles
    erledigt am boden in trümmern liegt und das system
    die neue ordnung der hoffnungslosen ausruft
    zum krieg gegen die probleme wegen corona:

    wenn sie also zum krieg aufrufen:

    ich werde einfach nicht hingehen.
    ich lass mich nicht vorsaetzlich impfen das ist vorsätzliche körperverletzung.
    ich hab dann vermutlich kein geld mehr aber das ist mir vollkommen wurscht
    euer geld interessiert mich nicht

    ich werde keinem staatlichen aufruf zur vergewaltigung
    aller zivilisatorischer errungenschaften folge leisten,
    wenns dann also soweit ist :

    ich werde diesen a………….n(`) nicht folge leisten.
    und erst dann, wenn die masken gefallen sind
    werde ich
    NEIN!
    sagen.

    (*) pünktchen aus respekt vor diesem forum nachträglich eingefügt

  2. Nun, auf die Gefahr hin, meine Kompetenzen weit zu überschreiten und unter dem Verdacht des „Dunning-Kruger-Effekts“ zu stehen, was wir alle (mich eingeschlossen!) in diesen Zeiten vermeiden sollten, will ich paar Gedanken dazu schreiben.

    Ich bin überzeugt davon, dass es „die Wirtschaft“ genauso wenig gibt wie „die Politik(er)“. Verallgemeinerungen dieser Art vereinfachen eine Komplexität des Geschehens, das niemanden weiterhilft.

    Wenn ich mich umblicke und meine Umwelt wahrnehme, dann sehe ich eine Unzahl von Dingen, die irgendwo (keinen blassen Schimmer wo genau) irgendwie (keinen blassen Schimmer wie genau) produziert wurden und eine Unzahl von Akteuren (Produzenten, Dienstleister), die hochgradig organisiert sind und das alles schaffen. Und im Hintergrund gibt es eine Finanz- und Kreditwelt (keinen blassen Schimmer wie die wirklich genau funktioniert), die diesen Produzenten und Dienstleistern bei ihren Geschäften unterstützt.

    Es ist für mich absolut erstaunlich, dass innerhalb weniger Jahrhunderte bzw. Jahrzehnte eine so komplexe Waren- und Dienstleistungsgesellschaft entstehen konnte. Das hat keiner geplant bzw. vorhergesehen, sondern ist aufgrund vieler technischer Erfindungen, vielfältigen Anstrengungen und (Selbst-)Organisationsfähigkeiten von einer Unzahl an Menschen Schritt-für-Schritt (mit zunehmender Dynamik) entstanden mit all den positiven und negativen Auswirkungen, die wir schon lange beobachten und nicht wirklich kontrollieren und steuern können, so wie sich das manche vielleicht wünschen würden.
    Da ist wohl einiges ohne Zweifel aus dem Ruder gelaufen. Es gibt aber leider keinen Steuermann, den man die Schuld geben und um Hilfe bitten könnte. Auch der sogenannte „unsichtbare Markt“ regelt zwar offensichtlich vieles, bringt einige Gewinner und viel zu viele Verlierer hervor, aber unterm Strich einen weltweiten Wohlstand (mir ist klar, das es leider auch eine Kehrseite dieses Wohlstandes gibt) zustande, den sich absolut niemand vor einigen Jahrhunderten wohl erträumen oder vorstellen konnte.

    Aus dieser Perspektive ist es m.E. unerheblich, ob „die Wirtschaft“ nun Sympathieträger ist oder nicht. Sie ist schlicht das Fundament, auf dem unser aller Leben, wie wir es kennen, mittlerweile aufgebaut ist. Und dieses Fundament wird plötzlich erschüttert und das ganze hochkomplexe „System“, das auf diesem Fundament errichtet wurde, bekommt eine erschreckende Schieflage und keiner hat eine Vorstellung davon, wie unser Leben aussehen würde, wenn dieses „System“ einstürzen sollte – was ich aber nicht glaube.

    Auch die vielzitierten „systemrelevanten“ Berufe (z.B. Gesundheit, Pflege, Kassenpersonal im Supermarkt, Müllabfuhr, Polizei, Infrastruktur und noch viele mehr) sind zwar gerade wichtiger als viele andere Berufe, aber was heißt das jetzt konkret? Es gibt ganze Branchen und Bereiche, die gerade stillliegen, wie z.B. Tourismus, Gastronomie, Kultur, Sport und noch viele andere. Die gehören zwar eher zu den „Luxusbedürfnissen“, die nicht unbedingt zum „nackten“ Überleben notwendig sind, aber sind in unserer Gesellschaft doch m.E. ein wichtiger Bestandteil (gewesen) – und es hängen eine Unzahl von Existenzen daran, die vor dem Nichts stehen (würden).

    Mein Fazit:
    Die wirtschaftlichen Folgen sind noch nicht absehbar, weil noch keiner weiß, wie lange ein (auch gelockerter) Lockdown notwendig ist, um Leben zu retten und das Gesundheitssystem nicht zu überfordern.
    Es bleibt hochspannend in jeder Hinsicht und einige Zeit, um über Vieles einmal gründlich nachzudenken und vielleicht in die eine oder andere Richtung innovativ zu werden.

  3. @Ingo: jetzt hatte ich grade ein paar deiner Meinungen zitiert, im Rahmen der Einladung, über wirtschaftliche Folgen zu diskutieren. Auch, um Mitschreibenden und Mitlesenden einen neuen Einstieg zu ermöglichen – aber was kommt als erstes?
    Wieder du, Ingo – nix dagegen, wenns zum Thema gewesen wäre, ganz im Gegenteil. Ich bin da für die verschiedensten Vertiefungen offen. Aber statt dessen erzählst du ellenlang von deinem Meinungsbildungsprozess (glaubst du, das ist bei Anderen so anders?) und zitierst dich dann noch selbst. Mit einer Tirade anderswo, in der du wieder gezeigt hast, was du von diesem Staat und „von alledem“ hältst.
    Das kannten wir auch schon, ich habe dir darauf mehrfach geantwortet, mal allgemein, mal punktuell (etwa, dass hierzulande grade viel Wert auf Freiwilligkeit und Konsens großer Mehrheiten wert gelegt wird). Meine Antworten ignorierst du jedes Mal, an deinen Meinungen/Haltungen ändert sich nichts – der nächste „Rant gegen alles“ folgt, in der Wortwahl evtl. divers, aber inhaltlich unverändert.
    Wie du zu diesem Meinungskonglomerat kommst, hast du uns bereits ausführlich erzählt – und ich denke, das hat Verständnis erzeugt.
    Es gibt nun mal Lebenserfahrungen, die prägen offenbar so, dass an bestimmten Stellen die Schallplatte „hängt“.
    Nix für ungut, du bist mir als Mitschreiber sehr willkommen – aber BITTE bezähme dich doch ein wenig und schreib ZUM THEMA! :-)

    @Günther: vieles sehe ich wie du – bin nur grade aus dem Garten gekommen und will jetzt kochen. Später / morgen dann gerne mehr.

  4. Dass die Lage ganz vielen Angst macht ist ja nun überhaupt nicht überraschend. Ich habe die Entwicklung auf den Finanzmärkten nie verstanden und mich bisher standhaft gewehrt, meine Kohle in Aktien anzulegen. Lieber habe ich akzeptiert, keine Zinsen mehr zu bekommen. Ich sehe, wie sich momentan der Dax entwickelt und frage mich, was ich davon halten soll.

    Auf welche Hoffnung setzen die Leute, die dieses Theater in Frankfurt veranstalten? Wohl doch auch ein bisschen darauf, dass der Staat es mit unserer Kohle schon irgendwie richten wird. Mir ist es von jeher ein Gräuel, wenn die Aktienmärkte sofort positiv reagieren, wenn große Entlassungswellen in Unternehmen angekündigt werden oder wenn diese Flitzpiepen von Maklern irgendwas daherreden wie „In diesem Kurs liegt viel Fantasie“. Mag ja sein. Aber die hab ich nicht. Ich bin eher der dröge vorsichtige Sparer. Wohl typisch deutsch.

    Das könnte vielleicht auch ein bisschen darauf zurückzuführen sein, dass man mit solchen Granaten wie diesem Dirk Müller oder Marc Friedrich konfrontiert ist. Steckt man zum Beispiel diese beiden in eine Diskussion mit einem ausgewiesenen Wirtschaftsfachmann (Prof. Hüther, Prof. Fratzscher, Prof. Sinn, Prof. Fuest und so weiter) sehen diese oft ziemlich alt aus. Mich macht das für eine kurze Zeit sowas von froh.

    Dabei kann man sich leicht vorstellen, dass dieses überspannte Finanzsystem irgendwann komplett zusammenbricht. Passiert ist das ja auch schon mehrmals. Die Auswirkungen wurden bisher immer irgendwie gestemmt. Leider oft zu Lasten von schwächeren Ländern. Ich denke an den ESM und die Verpflichtungen für die Länder, die sich unter diesen Schirm begeben mussten. Wobei wir bei der Corona-Epidemie wären. Italien und Spanien und natürlich Griechenland wurden einer brutalen Austeritätspolitik unterworfen. Das Gesundheitswesen hat gelitten wie nirgends anders. Die Folgen sind jetzt zu begutachten. Daran hat Deutschland nicht wenig Verantwortung. Insofern habe ich Verständnis dafür, dass die Corona-Bonds vielleicht auch ein bisschen so etwas wie Wiedergutmachung sein sollen. Nur, die deutsche Regierung spielt nicht mit.

    Ich halte es lieber mit Matthias Horx. Er schrieb vor einigen Wochen einen positiven, mutmachenden Artikel darüber, wie es auch kommen könnte. Und ich mache mir jetzt keinen Kopf darüber, welche schrecklichen Zukunftsszenarien alternativ vorstellbar oder denkbar wären. Das überlasse ich lieber anderen. Es gibt ja auch ohne die Apokalypse vor Augen zu haben, genug anderes zu kritisieren und zu loben.

  5. https://www.youtube.com/watch?v=OfkngEPVt4g&t=397s
    dirk mueller: die bundesregierung hat total versagt

    ist eine der quellen die mich zu dem zugegeben geharnischten
    kommentaren veranlasst haben.

    dieses video zeigt seine argumente die er gegen die derzeitige
    Bundesregierungsmannschaft aus sicht der finanz-wirtschaft
    aufbringt.

    auf wunsch suche ich auch gerne noch die anderen 3 oder 4 anderen
    aktuellen videos von „Mr.Dax“ um von dem grässlichen eindruck
    abzuwenden, ich haette mir das alles aus den fingern gesaugt.
    und nein:
    ich beabsichtige nicht hier den platzhirsch zu geben,
    den ersten rant hier oben drüber hab ich lediglich zur
    vollständigkeit halber zwecks meiner meinung <–ist kein
    totschlagargument, und daher! danke für diesen Thread

    ich bin nicht scharf drauf recht zu haben oder gar zu irgend
    einer art und weise von meinungsführer zu werden.
    mir persoenlich machen diese gedankenstränge auch sorgen
    und mich ärgert der derzeitige niedergang dieser gesellschaft
    die ansonsten doch erheblich 40 + jahre den frieden im eigenen land
    gefeiert hat. (vom kosovo abgesehen)

    ich kann mich auch gerne ganz raushalten ich lese gerne nur mit.

    (warum herr sinn zu den kleineren geistesgranaten gehört,
    verstehe ich nicht da viele seiner vorträge vor wirklich vernuenftigem publikum ausführlich, detailliert und vor allem fundiert verständlich
    -für mich- die jeweiligen vorlesungsthemen rübergebracht hat)

  6. @Günter: ja, es ist genau wie du sagst: ein komplexes Geschehen mit vielen Akteuren – und es gibt keinen einzelnen „Schuldigen“ oder „Hebel“, der die Defizite und Schäden dieses Wirtschaftssystems beseitigen könnte.

    Mit meiner Bemerkung, „die Wirtschaft“ sei aus vielen Gründen „kein Sympathieträger“ wollte ich nichts anderes behaupten, sondern lediglich den emotionalen Motiven nachspüren, die viele dazu bringt, die wirtschaftlichen Folgen zu ignorieren, bzw. ihren Stellenwert klein zu reden.

    „Es gibt aber leider keinen Steuermann, den man die Schuld geben und um Hilfe bitten könnte. „

    Das stellt jeder fest, der sich eingehend und ohne ideologische Scheuklappen informiert. Ja, die Politik kann regulieren, aber immer mit Folgen, die auch nicht allen gefallen – und vor allem regurlieren verschiedene Akteure unterschiedlich, weil die Staaten ebenfalls in Konkurrenz zueinander stehen.

    Kein Steuermann nirgends – aber Corona! Das Virus reduziert ganz plötzlich die wirtschaftlichen ‚Aktivitäten auf ein Minimum. In Indien können die Leute auch 200 kmh Entfernung plötzlich erstmalig (!) den Himalaya sehen, der normalerweise von der Luftverschmutzung verdeckt wird. Nicht wenige träumen von einer Erneuerung der Wirtschaft nach der Krise – eine Hoffnung, die sich vermutlich nicht bewahrheitet.

    In der Koalition deutet sich immerhin ein Streit an, wie man verfahren will: die einen wollen Klima-Ziele verschieben und alle „Belastungen“ von der Wirtschaft nehmen, die anderen wollen die Aufbauförderungen, die kommen werden, auf klimafreundliche Technologien und Produkte beschränken.

    Im kleinen könnte es sein, dass etliche Menschen in der Isolation entdeckt haben, was man noch alles tun kann außer „Shoppen“ (das geben ja manche als „Hobby“ an). Die Entdeckung des Selber-Kochens wird vielleicht den Absatz der Fertiggerichte senken. Die vielen Formen kreativen Zusammenwirkens, die jetzt erfunden und praktiziert werden – ein Teil davon wird sicher bleiben, Teil der Kultur werden. Und vielleicht denken auch einige mehr nach als sonst und entdecken, was sie wirklich brauchen – im Unterschied zu dem, was sie sich nur anschaffen, um es dann doch kaum zu benutzen.
    Alles Kleinkram, klar. Aber insgesamt doch sehr spannend!

  7. @Ingo: zu Dirk Müllers Video: du merkst offenbar gar nicht, was für einen Stuss dieser Dampfplauderer verzapft!

    1.) Dass nach Boomzeiten immer ein Niedergang folgt, auf prosperierende Märkte irgendwann eine Depression ist eine Binsenweisheit, dafür braucht es keinen Experten und das ist auch keine besonders „weise“ Voraussage, die der Müller sich da ans Revers heftet. Speziell in der Finanzwirtschaft hat man nach der FKrise ein wenig mehr reguliert – doch wie es immer wieder geschieht, diese Regulierungen auch nach und nach wieder entschärft (zuletzt Trump ganz drastisch). Und zwar weil in den entwickelnten Industriestaaten die Märkte tendenziell gesättigt sind, das Wachstum stockt… also werden Maßnahmen ergriffen, um auf Teufel komm raus (!) noch etwas Wachstum zu ermöglichen.
    Dass es „so schlimm wie 1929 wird“ bezweifle ich, wir hatten auch schon 6 Millionen Arbeitslose und haben es im Alltag kaum gemerkt.

    2) Erst kritisiert er die Regierungen, weil sie „Hilfen“ in Form von Krediten geben, die viele nicht zurück zahlen können. Um im nächsten Satz die dann doch als „momentan sinnvoll und richtig“ zu finden, weil ja geholfen werden muss, Ja was denn nun? Dass der Bund und die Länder jeweils extra Hilfen als Zuschüsse für „die Kleinen“ ausreichen, vergisst er dabei besser ganz, weil es grade nicht passt.

    wird fortgesetzt.

  8. Fortsetzung @Ingo:

    3) Dann versteigt er sich zur Behauptung, gerade könne kein Geld ausgegeben werden, weil die Läden zu sein. „Nur Amazon freut sich“. Was für ein Unsinn! Ich habe in den letzten Wochen mehrfach bei ganz normalen Versendern bestellt und die Ware auch bekommen: Flammenverteiler für den Gasherd, Klamotten, 1 Wasserkocher, 1 Espressokanne, 2 selbst genähte Schutzmasken… Wer nur ein bisschen herum surft, wird sehen, dass es sogar MEHR Online-Anbieter gibt, eben weil die Geschäfte geschlossen sind und viele den Online-Kanal für sich jetzt entdecken.

    Auch das allgemeine Amazon-Bashing ist verfehlt, sofern der Eindruck erweckt wird, bei Amazon gäbe es nur Amazon-Waren. Das ist nicht der Fall, der größere Umsatz wird mit den vielen kleinen Händlern gemacht, die über die Amazon-Infrastruktur verkaufen. Händler, die keinen Bock auf eigene Shops haben und gerne bereit sind, für die umfassenden Dienste von Amazon ihren Obulus abzudrücken.

    4) Die Klage über die „Frechheit“ großer Konzerne, die plötzlich keine Miete mehr zahlen – verdammt nochmal, das ist ermöglicht worden durch ein als Hilfe erlassenes Corona-Gesetz, dass es ALLEN erlaubt, Miete und andere Festkosten inkl, Kreditraten bis zum 30.6. nicht zu zahlen – und dann die so entstandenen Schulden bis September 2021 abzustottern. Dass man nur „von den Großen“ hört, dass sie diese Möglichkeit sogleich in Anspruch nehmen, liegt wohl am Pressegeschehen. Wenn Liese Müller mit ihrer Nähstube das so macht, ist es keine Meldung wert.

    5) Dann spricht er von der kommenden Inflation. Dazu habe ich gestern schon geschrieben, dass es dazu sehr verschiedene Meinungen gibt. So heißt es dazu etwa in der ZEIT:

    „in vielen Industrienationen versuchen die Regierungen, die krisenbedingten Einkommensausfälle in der Bevölkerung durch staatliche Transfers zu ersetzen. Und anders als in der Finanzkrise sind die Produktionskapazitäten nicht unterausgelastet, sondern stillgelegt. Es gibt also mehr Geld aber nicht unbedingt mehr Güter – und das kann durchaus inflationäre Spannungen hervorrufen.,…
    …. Wenn die Fabriken in zwei oder drei Wochen wieder geöffnet werden, dann ist Inflation kein Thema. Dann werden die Produktionsausfälle aufgearbeitet und alles geht zunächst einmal mehr oder weniger weiter wie zuvor. „

    Außerdem: in China läuft die Produktion langsam wieder an und mittlerweile kommen viele dieser Waren mit dem Zug! Wer grade versucht, eine Webcam zu bestellen, wird Lieferzeiten zwischen Anfang Mai bis Ende Juni bemerken – ich zweifle nicht daran, dass Waren, die tatsächlich gebraucht werden, ihren Weg zu uns finden werden, wenn auch verzögert.

    Zudem: was ist so schlimm an einer gewissen Teuerung, wenn zuviel Geld und zu wenig Ware da ist? Das ist gewöhnliches Marktgeschehen… was will er denn, der Dirk? Eine sozialistische Planwirtschaft? Die Regionalisierung aller Produktion, die dann erst recht immens teurer würde?

    6) Dann der Klopper mit dem Impfchip: Bill Gates finanziert nicht nur Impfstoff-Entwicklungen, sondern auch einen „Impf-Chip“ („Quantum-Dot-Tatoos“), dank dem man dann auslesen kann, ob und mit welchem Impfstoff jemande geimpft ist. Dirk Müller skandalisiert das zur „totalen Überwachung“, na klar! Wie kommt er nur darauf, dass das bei uns Pflicht werden könnte, ein Land, dass noch nicht mal eine Masern.Impflicht richtig durchsetzen konnte? In Anbetracht dessen, dass jede Menge Leute ihre Impfpässe verlieren, kann man durchaus Sinn in solchen Implantaten sehen, voraus gesetzt, die Nutzung ist freiwillig. Und ich bin überzeugt: hierzulande wird das freiwillig sein, lass uns das in 2 Jahren checken!

    Ich persönlich werde mich sofort impfen lassen, sobald es einen Impfstoff gegen Corona gibt. Denke sogar darüber nach, mich in Zukunft gegen die jährlichen Grippen impfen zu lassen – meine Schwester HATTE eine solche Grippe, was absolut kein Spaß war!

    So, mehr schaffe ich für den Moment nicht.
    Habt noch schöne Restostern!

  9. Ein allgemeiner Gedanke noch zum Schluss, bevor ich in den Garten starte:

    Warum vertiefen sich einige so gerne in die Außenseiter-Medien, die immer nur Haare in der Suppe, böse Akteure am Werk, schlimmste Gefahren und mieseste Entwicklungen sehen, beschwören, prophezeien?

    Warum nicht statt dessen mal positive Möglichkeiten erforschen? Die vielen tollen Aktivitäten zur gegenseitigen Unterstützung loben? Das neuartige Gefühl der Verbundenheit, das viele in der Krise empfinden? Die Chancen der Lernkurven, die jetzt auf vielen Gebieten in erstaunlicher Geschwindigkeit abgearbeitet werden? Die gesteigerte Kreativität, die sich auf 1001 Weise zeigt?

    Als „wirtschaftliche Folge“ könnten tatsächlich einige Pleite gehen, die das zigste MeToo-Produkt oder irgend einen anderen Scheiß, den die Welt nicht braucht, produzieren und mit viel Marketing-Gedöhns los werden wollten – na und?
    Verhungern muss hierzulande schon lange niemand mehr. Und ich wette drauf, dass wird trotz Corona auch so bleiben.

  10. aus der Geschichte wurde niemals gelernt, – „außer in den Fällen, in denen man durch die Beschneidung des Machtwahnsinns bei Bankern oder Adolf Hitler oder Stalin oder was immer eine bestimmte Zeit Ruhe hatte vor den Irrtümern, die immer aus Allmachtswahnsinn entstehen.“ Zu sagen, alles werde sich ändern, ist „Augenwischerei“ und reine Ideologie.

    Die Katastrophe ist nichts anderes als eine zeitweise Stillstellung der Allmachtsfantasien von Bankern, Diktatoren, Popen, Religionsstiftern und Begründern irgendwelcher Weltanschauungen: „Mehr kommt nicht heraus.“

    nach meiner Meinung sind alle, die als Lehre aus der Coronakrise den Optimismus der Zukunft ziehen, „Volksverdummer“. Missachtet werde nämlich auch weiterhin „der brave Mann, der auf dem Feld seinen Acker betrieben hat, das Vieh gezüchtet hat, dafür sorgt, dass der Betrieb weitergeht“. Der Sünder hingegen werde hofiert.

    das sagt einer der sich mit alter, uralter historie beschäftigt hat
    und eins und eins noch mit den vor urzeiten gültigen „grundrechenarten“
    einer naturwissenschaft zusammengezählt und als ergebnis =2
    herausgefunden hat.

    mir persönlich gefällt die verwendung der benutzen buchstaben, buchstabengruppen, silbenhäufigkeit, satzbildung; satz und satzaussage.
    aber es ist nur eine meinung. und das ist auch gut so.

    wo würde es hinführen so einfach berechen-undverlautzubarende
    meinungen als „wahr“ hinzunehmen und künftig zu beeachten, kuenftig
    als zueigengemachte überzeugung anzuwenden und ständig unbewusst zu überprüfen ob die tatsächlichen ergebnisse mit den implizierten prognosen
    übereinstimmen?

    nichts anderes als eine zeitweise Stillstellung der Allmachtsfantasien von Bankern, Diktatoren, Popen, Religionsstiftern und Begründern irgendwelcher Weltanschauungen

    dahinter verbirgt sich der ganze skandal, alle unfähigkeitsbeweise
    von politik, wirtschaft und gefolgschaft aller unkritischen geister auf diesem planeten.

    wir wollen nichts wissen.
    wir wollen unseren gewohnheiten nachgehen.
    „fff“ schrieb man damals in den BTX-foren der anbrechenden digitalen
    neuzeit in die wir unsere unarten 1:1 mitgenommen haben.
    internet is for porn. kurz gesagt.

    @Claudia
    Die vielen Formen kreativen Zusammenwirkens, die jetzt erfunden und praktiziert werden – ein Teil davon wird sicher bleiben, Teil der Kultur werden. Und vielleicht denken auch einige mehr nach als sonst und entdecken, was sie wirklich brauchen – im Unterschied zu dem, was sie sich nur anschaffen, um es dann doch kaum zu benutzen.
    Alles Kleinkram, klar. Aber insgesamt doch sehr spannend!

    gerade dieser kleinkram ist eventuell etwas mit dem Herr Brock nicht mehr rechnet, er rechnet in historischen Massstäben, versucht das grosse und ganze zu sehen, die entwicklung über die jahrtausende hinweg.

    „Traue keiner statistik die du nicht selbst geschrieben hast“
    „never change a running system“

    die digitale antwort aus 2020 als kommentar zu den grossereignissen
    rund um unsere enger gewordene aussenwelt.

  11. @claudia

    Warum nicht statt dessen mal positive Möglichkeiten erforschen? Die vielen tollen Aktivitäten zur gegenseitigen Unterstützung loben? Das neuartige Gefühl der Verbundenheit, das viele in der Krise empfinden? Die Chancen der Lernkurven, die jetzt auf vielen Gebieten in erstaunlicher Geschwindigkeit abgearbeitet werden? Die gesteigerte Kreativität, die sich auf 1001 Weise zeigt?

    sorry,
    da waren wir beide gleichzeitig auf der linie..ich wurde von deinem server
    ermahnt dass ich zu schnell schreibe und von dir gleichzeitig inhaltlich.

    das tut der entwiclung einer diskussionskultur nur gut.
    kurzzeitabhängig selbst formulieren, ohne bezug auf andere.

    deine tirade gegen mr.Dax ist ok.
    mr.Dax ist ok, ok für eine fernsehwelt, macht der nicht kostenlose werbung für die akatien „die börse vor acht“ im fernsehen und ist darum zu ansehen und berühmtheit gelangt? (ich weiss es nicht, habe keinen fernseher).
    ist fernsehen auch aussenseiter -medien?
    freut mich bei dir so eine rasche änderung der einschätzung des öffentlich rechtlichen wahrzunehmen..

    scherz beiseite:
    Mr Dax ist ein meinungsbilder, wird zitiert, hat eigene börsenkonzepte
    verkauft und verdient mit anlagenspekulationen und dem reden (werben)
    darüber seine hart erarbeiteten penunzepukkelchen.
    ich habe keine aktien, renditeanlagen, goldbarren oder sonstigen
    geldwerten krempel, noch nie besessen und auch nicht vor irgendwann mal anzuschaffen. ich wäre allein schon wegen meiner tatsächlichen kassen lage
    auch nicht im entferntesten dazu in der lage.

    ich bin kein experte in geldangelegenheiten im weitesten sinne.
    mr.dax soll unterschiedlichen, gewöhnlich gut unterrichteter
    quellen zufolge einer sein.

    hm. „gut unterrichteter Quellen?“
    geht schon wieder los.

    nein so wird kein schuh draus.
    ich habe einen stempel auf der stirn:
    Verschwörungstheoretiker!

    mit fettem ausrufezeichen.
    das ist der grund der mich so begehrt macht.:)

    trotzdem fröhliche ostern weiterhin
    inVwieVendettago

  12. einmal angefangen auf dem weg nach den kleinigkeiten
    zu suchen:
    eine weitere kleine perle der kommunikation

    aus: Die Ästhetik der 68er
    dlf 2018 (?)
    bason brock

    Welty: Glauben Sie, dass die 68er damit einverstanden gewesen wären?

    Brock: Ja, sie waren zu blöde, um unsere Argumente zu hören. Aber es ist ja gar nichts dagegen zu sagen, dass ökologisch goldene Essstäbchen das beste Mittel sind. Niemandem ist bisher eingefallen, die Abholzung der südamerikanischen Urwaldriesen zu verhindern. Nur der Verzicht auf die Abarbeitung in Holzessstäbchen würde das ändern. Nur was kostbar ist, wird nicht weggeworfen. Wenn wir aber weiter Plastik produzieren, weiter Abfall produzieren, also die Weltmeere und die Territorialbereiche vermüllen, dann leben wir bald nur noch auf der Müllhalde und sind selbst Müll.

    das war vor Jahren.
    nicht unter dem eindruck einer Historischen Krise sondern einfach so mal dahingedacht.
    ich weiss viel zuwenig von dem was andere die wirklich das zuende gedacht haben was ich nur am rand an“denke“. ich werde mehr lernen muessen,
    was meine restlebenszeit angeht. ich werde mich weniger ablenken lassen
    von dem ganzen „grosskram“ und mich den kleinkram dafür umso intensiver widmen können. hoffentlich wird die viruskrise tatsächlich bis herbst2020
    besser noch herbst2021 anhalten. das wuerde die muse bieten auf dem balkon einen gemuetlichen denkplatz einzurichten mit dem ganzen kleinkram
    der zu denkunterstützung notwendig sein könnte.

  13. Die o. a. wirtschaftlichen Standpunkte finde ich eher altbacken und setzen Handlungen des 19. Jahrhunderts und früher voraus.
    Der Börsenmarkt verdient auch in der Krise. Nur, dass eben nur die Größten gewinnen können. Erst mit der Spekulation auf Baisse, dann mit dem Erwerb der Konkurrenz, bzw. anderen vorteilsnahen Werten. Nur Stagnation wäre halt tödlich fürs Geschäft.

    „Der deutsche Leitindex DAX legte zum Beispiel in der vergangen Woche fast 11% zu, am letzten Handelstag vor Ostern gewann er erneut 2,2%. Seit den Abstürzen hat er damit 13 Prozent dazugewonnen.
    Seit den massiven Einbrüchen im März hat er sogar wieder fast 30% zugelegt.“

    In einer globalisierten Welt ist auch die Börse globalisiert. Was hier an der Börse nicht geht, geht anderswo und vice versa.
    Das ist etwas, was nur die größten Unternehmen ausnutzen können, da nur sie über die Ressourcen dafür verfügen.

    Da ist noch viel Spielraum für Koks, Schampus und horizontale Dienstleistungen.

    Erwischen tut es die Kleinanleger. Die sind quasi raus aus der Nummer und können sich über eine Klopapieralternative freuen.

    Diejenigen vom Mittelstand, die also schon mit den von der Regierung gehypten Vorsorgemodellen Lebensversicherung, Betriebsrente, Riester, Rürup und zuletzt noch Aktien (vgl. die Iden des Merz) krachen gegangen sind, dürfen sich jetzt ein weiteres mal freuen und vielleicht doch über Flaschensammeln nachdenken, falls die Nachzucht noch über die Runden kommen soll.

    Bei der Unterschicht kommt hinzu, dass künftig natürlich die Sozialleistungen zusammengestrichen werden, da hier am einfachsten der Rotstift angesetzt werden kann. Gleiches gilt für Kunst und Kultur. Man darf gespannt sein ob die KSK das bewältigen kann.

    Für die Oberschicht ergeben sich zwar auch Nachteile, die aber vergleichsweise harmlos sind.

    Was passiert staatlicherseits? Klar, Lufthansa, Autobauer, Banken und Zahnärzte werden gepampert. Wo kommt das Geld her? Genau: Von Dir. Da das aber nicht langt, wirst Du künftig höhere Steuern zahlen, die Krankenkasse wird auch nur noch mit Zuzahlung möglich (bloß, dass es halt kein Zehner mehr, wie früher ist) aktiv. Die Steuererklärung wird stark verkompliziert und die Hälfte der Absetzungswerte herausgenommen.

    Was machen die Konzerne? Sie werden alles, aber auch wirklich alles daran setzen, die Staaten zu fressen, um selber dann als solche agieren zu können. Mehr Kapital als alle Staaten zusammen haben sie bereits inoffiziell. Wie das dann aussieht, wurde schon mit https://www.imdb.com/title/tt4118466/
    beschrieben.

  14. @Horst

    „Auf welche Hoffnung setzen die Leute, die dieses Theater in Frankfurt veranstalten? Wohl doch auch ein bisschen darauf, dass der Staat es mit unserer Kohle schon irgendwie richten wird. „

    Nach dem krassen Absturz des Dax konnte jeder auch nur halbwegs Informierte damit rechnen, dass er sich wieder erholen wird. Hätte ich Geld, hätte ich mit einem Index-Zertifikat binnen weniger Tage ganz schön Kasse machen können!! (Index-Zertifikat: man kauft gebündelt gleich verteilt alle Aktien des DAX).

    Solche starken Abstürze passieren nur höchst selten – und gerade deshalb ist es umso sicherer, dass die „Erholung“ kommen wird, da viele so denken wie grade skizziert – und allein durch diese Käufe der Dax wieder steigt.

    @Juri: es waren nicht meine, sondern aus Kommentaren übernommene Spekulationen, wiederum angelesen in den üblichen Finanz-Crash-Postillen.
    Danke für deine Aktualisierungen, mir ist klar, dass es an den Börsen immer was zu gewinnen gibt!

    Allerdings kostet geliehenes Geld den deutschen Staat noch immer nix, im Gegenteil – siehe den Chart 10-Jahres-Bonds-Renditen.

    Es wird eine massive Verlagerung von Kapital in Staatsanleihen geben, dann werden dort die Renditen wieder steigen. Solange die allerdings bei Null liegen, sehe ich keine Gefahr darin, viele Schulden aufzunehmen. Das Kapital tut hier ganz im Gegenteil mal richtig Sinnvolles: die Staaten bei der Bewältigung der Krise unterstützen, Geld fließt so in die Realwirtschaft, nicht in bloßes Casino.

  15. @Claudia:

    Nach dem krassen Absturz des Dax konnte jeder auch nur halbwegs Informierte damit rechnen, dass er sich wieder erholen wird. Hätte ich Geld, hätte ich mit einem Index-Zertifikat binnen weniger Tage ganz schön Kasse machen können!! (Index-Zertifikat: man kauft gebündelt gleich verteilt alle Aktien des DAX).

    Die plötzliche Erholung hatte ich gemeint, nicht den Absturz. Da ich nicht zu den „halbwegs Informierten“ gehöre, darf ich mich darüber auch überrascht zeigen, fand ich.

  16. @Horst: sorry, ich meinte auch nicht den Absturz, sondern ebenfalls die Erholung. Der Dax erholt sich IMMER von außeergewöhnlich tiefen Abstürzen – nicht etwa schnell auf das vorherige Niveau, aber deutlich. Und eben weil das viele wissen, kaufen sie auch, was den Trend noch verstärkt.
    Die Börse verkauft Zukunftserwartungen, das muss mit der Realität nicht viel zu tun haben.

  17. „Allerdings kostet geliehenes Geld den deutschen Staat noch immer nix, im Gegenteil – siehe den Chart 10-Jahres-Bonds-Renditen.“
    Ist es jetzt gut oder schlecht, dass der Staat kein Zocker ist (seine Behörden ausgenommen)?

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