Thema: Weltgeschehen

Claudia am 13. Oktober 2009 — 8 Kommentare

Internet im Liegen – aber wie?

Noch immer hab‘ ich keinen Netbook. Eigentlich wollte ich schon vor einem halben Jahr zuschlagen, doch konnte ich mich nicht für ein Modell entscheiden. Erstmal warten, ob die handlichen Geräte nicht doch noch etwas leistungsfähiger werden, schließlich bin ich von meinem schnellen PC verwöhnt. Mit ihm kann ich immer schon „alles machen“, deshalb fürchte ich den Sturz in die Steinzeit, wenn ich mir so ein langsames Maschinchen zulege, mit dem man wieder warten, warten, warten muss, bis sich ein Bild aufgebaut oder ein PDF geöffnet hat. Weiter → (Internet im Liegen – aber wie?)

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Claudia am 12. Oktober 2009 — 4 Kommentare

Lieber Jamaika als Co-Ministerpräsident Lafontaine

Ja, das kann ich gut verstehen – und ich nehme mal an, es war der ausschlaggebende Faktor, der zur klaren Mehrheit von 78% für das schwarz-gelb-grüne Bündnis an der Saar geführt hat.

Aber auch inhaltlich scheint es durchaus Gründe zu geben, denn was die GRÜNEN jetzt schon ‚rausverhandelt haben, ist nicht von schlechten Eltern: Keine neuen Kohlekraftwerke, Abschaffung der Studiengebühren, „echte“ Gesamtschulen und Unterstützung des Atomausstiegs durch das Saarland. Dazu zwei Ministerämter, nämlich Bildung und Umwelt (samt Energie und Verkehr) – das ist schon eine ganze Menge, doch wäre all das evtl. auch mit rot&rot drin gewesen. Über die Details DIESER Verhandlungen erfahren wir wenig. Weiter → (Lieber Jamaika als Co-Ministerpräsident Lafontaine)

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Claudia am 28. September 2009 — 11 Kommentare

Zum Wahlergebnis: Klare Fronten – viel Bewegung

Immerhin sind das jetzt klare Verhältnisse: Schwarz-Gelb schaffte es auch OHNE die umstrittenen Überhangmandate, was zumindest eine Legitimationsdebatte vermeidet. Angela („die Zuversicht“) kennen wir schon gut, doch was die in den letzten Jahren auf „Wort halten“ so heftig eingeschworene Westerwelle-FDP in Sachen Bürgerrechte unternehmen wird, das muss sich erst zeigen. Noch in der Elephantenrunde verkündete Westerwelle, dass da einiges anders werden müsse – schau’n wir mal, was davon übrig bleibt, bzw. WER die Bürger sind, deren Recht da gestärkt werden sollen (Zahnärzte?). Weiter → (Zum Wahlergebnis: Klare Fronten – viel Bewegung)

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Claudia am 26. September 2009 — 10 Kommentare

Jetzt also die Wahl

So ein Mega-Thema, das über Wochen und Monate die Medien bestimmt, hat ja was: ob Katastrophe, Krise oder Bundestagswahl, die Verengung auf das EINE THEMA vermittelt das Gefühl, mit all den Anderen etwas gemeinsam zu haben – und sei es nur die Spannung, wer demnächst hierzulande den Schuldenberg in Sparmaßnahmen übersetzt. Dass es richtig aufregend wird, haben die Parteien ja nun im Vorfeld verhindert: kein Rot-Rot-Grün, kein Jamaika – also entweder schwarz-gelb oder weiter die große Koalition. Weiter → (Jetzt also die Wahl)

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Claudia am 21. September 2009 — 14 Kommentare

September 1994: Über den Computer

Dies ist ein „historischer Text“ aus dem September 1994. Er entstand in einer Welt, in der der „persönliche Computer“ (PC) gerade seinen Siegeszug angetreten hatte und dabei war, die Arbeitswelt zu revolutionieren – auch meine. Vom Internet war noch keine Rede, allenfalls hatte man mal davon gehört. Es gab Mailbox-Systeme und BTX, Spielereien für wenige, die aber noch keine Rolle spielten im Bewusstsein der Vielen.

Zur Veröffentlichung des Textes, den ich in der Tiefe meiner Festplatte fand, hat mich Susanne (SuMuze) inspiriert, die in einem Kommentar darüber reflektierte, wie Menschen unterschiedlicher digitaler Sozialisation mit Computerprogrammen umgehen. Der Text zeigt, wie ich die neue Gerätschaft erlebte und welche Visionen mir dazu einfielen (manche stimmig, manche voll daneben!).

***

Der Computer

Ich sitze hier und schreibe auf dem Computer – noch besitzen die Worte nur eingeschränkte Realität, eine kurze Stromschwankung jagt sie aus dem Arbeitsspeicher und nichts bleibt zurück. Der Befehl „Datei speichern“ fordert mich auf, diesem Text einen Namen zu geben – eine originär menschliche Handlung – und versenkt ihn in die vermeintliche Dauerhaftigkeit der Festplatte. Doch bald werde ich mich nicht mehr erinnern, was dieser Name bedeutet hat, und so fällt der Text vielleicht der nächsten Platzbeschaffungsaktion auf der Festplatte zum Opfer, keinerlei Spuren in der ‚Wirklichkeit‘ hinterlassend, wenn man einmal die Wirklichkeit einer codierten Existenz auf einem Datenträger als solche gelten läßt. Nur selten noch gelangt ein Text ‚zum Ausdruck‘ – warum Papier vergeuden, Bäume schlachten, Energie verbrauchen, Chlorbleiche oder Recycling-Aktivitäten in Gang setzen…? Sind das die Worte wert?

Der Computer ist die Abschaffung des Wegs zugunsten des Ziels – aber je weiter wir auf diesem Weg kommen, desto sinnloser wird das Erreichen von Zielen. Irgendwann einmal wird das, was ich mir denke, sofort auf dem Bildschirm erscheinen – daran wird geforscht. Immer offenkundiger wird dabei werden, daß ich meistens Schrott denke. Dieses Faktum interessiert diejenigen nicht, die sich mit immer schnelleren und perfekteren Umsetzungsmöglichkeiten meiner Gedanken in Texte, Bilder, Filme, 3-D-Welten, Cyber-Space-Simulationen oder einer Mischung aus alledem befassen. Und obwohl ich selbst es wohl weiß, ist mein letzter hartnäckiger Konsumwunsch immer wieder der neueste Computer. Meiner nämlich ist schon zwei Jahre alt, ein wahrhafter Methusalem, völlig hinterm Berg! Weiter → (September 1994: Über den Computer)

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Claudia am 19. September 2009 — 5 Kommentare

Ergebnisse der Blog-Umfrage

Erstmal herzlichen Dank allen 154 Leserinnen und Lesern, die an meiner Blog-Umfrage teilgenommen haben – und auch all denen, die mich ihre Meinung per Kommentar oder Mail wissen ließen! Ich weiß das sehr zu schätzen, ist es doch nicht selbstverständlich in einer Webwelt, die unzählige Quellen anbietet: eigentlich immer zu viel, als dass man sich noch Gedanken über ein MEHR machen möchte. Weiter → (Ergebnisse der Blog-Umfrage)

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Claudia am 15. September 2009 — 35 Kommentare

Gesucht: Das Thema für mein nächstes Blog – eine Umfrage

Das Digital Diary ist ja nun über 10 Jahre alt. In dieser Zeit hat sich das Web drastisch geändert und der Trend zum Themenblog ist ungebrochen. Themenblogs finden mehr Leser/innen und lassen sich leichter in den entsprechenden Zusammenhängen bekannt machen – wogegen so ein „Allround-Blog“ immer ein „Gemischtwarenladen“ ist, der deutlich weniger zum Wiederkommen reizt. Da erscheint heute ein Artikel zum Wahlkampf, wo es eben noch um Ritalin und kürzlich um Körper und Gefühle ging. Das Konzept „alles unter einem Dach“ ist ja nicht nur auf Blogs im Verschwinden begriffen und ich frage mich: wie weiter? Weiter → (Gesucht: Das Thema für mein nächstes Blog – eine Umfrage)

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Claudia am 14. September 2009 — 3 Kommentare

Lese-Tipp: Zeit-Diagnose von Richard David Precht

Angesichts des Artikels „Wir wählen uns alle nur selbst“ des Schriftstellers und Philosophen Richard David Precht („Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?) erstarre ich vor Bewunderung über die schmissige Schreibe und die Dichte der Gedanken – auch wenn ich nicht mit allem einverstanden bin, was er sagt. Mein alter Freund M. hat ihn mir gestern als Teil des guten alten Holz-Mediums DIE ZEIT ganz leibhaftig in die Hand gedrückt, und während er dann kochte, hab‘ ich ihn geradezu verschlungen.

„Warum wir den Wahlkampf und die Parteien haben, die wir verdienen“ ist der Text untertitelt, der einen großen Bogen schlägt von einer idyllischen Szene vor dem Berliner Reichstag, über die Plakate ohne Inhalt, die einem „Land ohne Eigenschaften“ entsprechen, hin zum „maulenden Wähler“, der sowieso nichts mehr glaubt: weder an den ökologischen Umbau der Industriegesellschaft bei den GRÜNEN, noch an die große Steuersenkung bei der FDP, die vier Millionen neuen Arbeitsplätze der SPD und schon gar nicht an die grundlegende Umverteilung bei der LINKEN. „Kein Ort nirgends für eine parteipolitisch gebundene Weltanschauung“, findet Precht – und dass der Wähler ja auch gar keine politische Linie wolle, sondern nur nach einer „verlässlichen Rating-Agentur für die Sicherheit von Lebensrisiken“ Ausschau halte. In meinen Worten: man will, dass alles so bleibt wie es ist (vor allem nicht drastisch schlechter wird!) – wozu also Visionen und „Linie“?

Kein WIR nirgends – negative Identität

„Wenn jeder anders als die anderen sein will, gibt es kein Wir mehr.“ Der Satz trifft ins Schwarze, denn ist es nicht tatsächlich so, dass IMMER und ÜBERALL gleich Widerspruch kommt, wenn man in irgend einem Kontext vom „wir“ spricht? Wir Gartenfreunde, wir Berliner, wir WordPress-User, wir Älteren – immer sagt gleich jemand, warum er diesem WIR nicht angehört, sondern ANDERS ist. Genau deshalb trauen sich Politiker auch nicht mehr, die Bürger dieses Landes irgendwie zu benennen, nicht mal „Bürger“ heißen sie, sondern nur noch „die Menschen“. Da kann einfach niemand widerprechen oder sich ausgegrenzt fühlen.

Bei Precht folgt dem verschwundenen WIR eine nicht weniger kantige, schwer verdauliche Erläuterung:

Das Label unserer Zeit ist die negative Identität, die inszenierte Nichtzugehörigkeit als Individualitätsnachweis. Wir sind keine Staatsbürger mehr, sondern Investmentbanker unserer selbst. Wer sich selbst treu sein will, verpflichtet sich lieber zu nichts mehr. Wenn es schiefgeht, zieht er sein Kapital an Aufmerksamkeit, Arbeitskraft und Vertrauen ab. Die paradoxe Gleichung unserer radikalisierten Individualität ist unverkennbar. Wenn Individualität bedeutet, sich selbst treu zu bleiben, und Identität, seinen Werten treu zu bleiben, so gilt: je mehr Individualität, umso weniger Identität.

Ein krasses Statement, das mich zum nachdenken anregt. Stimmt das so? Wer ist wohl in dieser Beschreibung das „selbst“, das SICH treu bleibt?

Was ich angerissen habe, ist lange nicht alles, doch zum Glück hat DIE ZEIT den Artikel online gestellt, so dass ihn wer mag in voller Gänze lesen kann. Auch das Kommentargespräch ist lesenswert!

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