Thema: Leben & Arbeiten

Claudia am 06. September 2014 — 28 Kommentare

Oh bitte, erklärt mir doch mal die Schweiz!

Hallo Thinkabout, Zentao, Mylo, Rosalie – und gern alle anderen Schweizer Blogger: Erklärt mir doch mal, wie die Schweiz eigentlich funktioniert!

schweiz

Für mich ist das ein Rätsel! Hierzulande wird mit dem Hammer der Globalisierung argumentiert, um seit Jahren die Einkommen zu drücken, Sozialabbau zu betreiben und Arbeitnehmerrechte mit Füßen zu treten. Stellenabbau, Wegrationalisierung, Outsourcing, Verflachung einstiger Hierarchien in den Unternehmen, Anhebung des Rentenalters und ein schneller und tiefer Fall in ein Leben mit 391,- Euro (+Miete) als Existenzminimum für Arbeitslose ist die Realität, mit der wir hier lange schon leben. Das alte Modell mit einem erwerbstätigen „Familienernährer“ funktioniert nurmehr in den Reihen der sehr viel Besserverdienenden. Dass beide Eltern arbeiten gehen ist oft nicht mehr freie Wahl, sondern ein Muss.
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Claudia am 05. August 2014 — 24 Kommentare

Von der irrsinnigen Liebe zur totalen Arbeit

In einem Artikel über zuwenige weibliche Gründerinnen und StartUps auf t3n geht es am Ende um die Arbeitsbelastung, die eine Familiengründung kaum zulasse. Der Schlusssatz lautet:

Clue-Gründerin Tin kann als Gegenbeispiel herhalten. Sie ist derzeit schwanger und hat mit Kind gegründet – ihr Sohn war damals anderthalb. „Ich glaube, man kann Familie haben und ein Startup gründen“, sagt sie. „In gewisser Weise hilft es einem, nicht verrückt zu werden. Denn sonst würde ich einfach immer arbeiten.“

Nicht als „verrückt“, sondern als begrüßenswerten Lifestyle abseits vom „süßen Gift“ der Festanstellungen beschreibt der Journalist Richard Gutjahr in „Arbeit to go“ seinen Arbeitsalltag:
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Claudia am 06. April 2014 — 37 Kommentare

Die Natur und ich – kleine autobiografische Geschichten

Das Gebüsch (unter 5)

Auf dem Weg in den Kindergarten gab es ein Gebüsch, auf das ich mich jedes Mal freute, wenn ich an Mutters oder Großvaters Hand dorthin geführt wurde. Es war groß genug, mich darin zu „verstecken“ – ein wilder Verhau aus Hollunder, Brombeeren und anderen Gewächsen, die ich noch nicht mit Namen kannte. Gerne lief ich ein wenig voraus, um die kurzen Momente im Gebüsch zu genießen bis meine Begleitung aufgeholt hatte und mich wieder an die Hand nahm. Das Gebüsch war die erste „Natur“, die ich als Stadtkind zu Gesicht bekam. Eines Tages war es weg – und ich unendlich traurig.
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Claudia am 11. März 2014 — 28 Kommentare

Wohin verschwindet die Zärtlichkeit?

„Frauen sind wertvoll für die Welt, denn sie sind zärtlich, fürsorglich, geduldig und gefühlvoll. Danke dafür & schönen Frauentag!“

Für „Dodo“ ist so ein Satz Murks, genau wie „80% rosa/pastellfarbener Kitsch…und ähnlicher Kackscheiß“, der Frauen zum internationalen Frauentag zugemutet wird. Ihr Kommentar steht unter dem kritischen Blogpost „Flower Power“ im Mädchenblog, in dem es heißt: Weiter → (Wohin verschwindet die Zärtlichkeit?)

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Claudia am 17. Januar 2014 — 64 Kommentare

Jugend im Wartezimmer: Julia Engelmann gegen traurige Konjunktive

„Wenn wir dann alt sind und unsere Tage knapp – und das wird sowieso passieren – dann erst werden wir kapieren, wir hatten nie was zu verlieren“ – ein berührender Aufruf gegen den allzu vorsichtigen täglichen Trott. Julia Engelmann auf dem 5.Bielefelder Hörsaal Slam:


via Kraftfuttermischwerk

Mich macht das richtig traurig, denn Julias Rede lässt viele Rückschlüsse zu auf das Leben heutiger junger Menschen zwischen Smartphone und endlosen ToDo-Listen, zwischen Selbstveränderungsvorsätzen und regelmäßigem Scheitern. Weiter → (Jugend im Wartezimmer: Julia Engelmann gegen traurige Konjunktive)

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Claudia am 09. Dezember 2013 — 7 Kommentare

Jetzt brauch‘ ich mal Eure Hilfe…

…konkret suche ich liebe Menschen, die mein heute gestartetes Hilfsprojekt anschieben helfen! Und zwar mit einer höchst realen Geldspende, nicht nur mittels liken, sharen, weiter twittern. Es braucht nämlich einige Erstspender und mindestens 250 Euro Spendensumme, bevor es auf Betterplace.org überhaupt das Licht der Themenportale erblickt!

Zudem bespendet niemand gern ein Projekt, in dessen Status-Infos steht „0% finanziert“ – deshalb ja auch dieser erzwungene Vorlauf, bevor es dort per Suchmaschine gefunden werden kann.

Klar, dass ich erstmal an Euch denke, liebe Stammleser/innen, liebe Mitdiskutierende im Kommentarzeilen-Salon! Und im übrigen eine Überschrift ohne Schlüsselworte wähle, um genau diesen übersichtlichen kleinen Kreis anzusprechen.
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Claudia am 29. Mai 2013 — 9 Kommentare

Frau, zeig dich wie ein Mann, aber bleib ehrlich!

Warum bekommen Frauen in Business-Netzwerken dreimal weniger Job-Angebote als Männer? Dieser Frage widmet sich heute das Magazin deutsche-startups.de und hat auch gleich ein paar gute Ratschläge parat, nämlich Tipps, wie sich Frauen in sozialen Netzwerken noch besser präsentieren.

Was machen Frauen demnach falsch? Des öfteren zieren keine Fotos ihre Profile, was natürlich für den ersten Eindruck ganz schlecht ist – soweit gehe ich noch mit! Dann aber wird gerügt, dass Frauen mehr ihre sozialen Kompetenzen wie Kommunikationsstärke, Organisationstalent etc. auflisten – und nicht ihre technischen Fähigkeiten im Umgang mit „bestimmten Softwareprogrammen“. Das interessiere die Personaler nicht, denn die wollten harte Fakten. Pech für die Personaler und die Unternehmen, denke ich mir dazu, denn Programme kann man erlernen, Organisationstalent eher weniger.

Sammle Kontakte, vor allem VIELE!

Kritikwürdig findet Christina Cassala, die Autorin der „Tipps“ Peer Bieber, „Experte für innovative Recruiting-Möglichkeiten“, auch das Vernetzungsverhalten der Frauen: Sie wählen ihre Kontakte „mit Bedacht“ aus, was insgesamt weniger Kontakte auf weiblichen Profilen ergibt. Dadurch wirkten diese „ungepflegt“ und eine Kontaktaufnahme nicht „lohnenswert“.

Ganz schlimm auch: der Lebenslauf zeigt oft Lücken bei den Arbeitgebern, es fehlen konkrete Datums-Angaben. Tja, woran das wohl liegen mag? Arbeitslosigkeit, Familienphase – welche Frau hat schon einen durchgängig stromlinienförmigen und ununterbrochenen Berufsweg? Egal, im Profil muss ein „konsistenter Lebenslauf“ stehen, tunlichst auch mit Nennung der jeweiligen Arbeitgeber.

Interessen: Vergiss Yoga! Werde SERIÖS!!

Ganz krass wird es bei den Interessen, die man außerhalb der Arbeit noch so hat, bzw. haben darf. Hier lasse ich den Originaltext sprechen:

Die Darstellung der Interessen driftet meist in klischeehaft weibliche Freizeit-Interessen ab, wie Tanzen und Yoga. Damit zeichnen Frauen ein wenig professionelles Bild von sich selbst.

Aha! Auch Freizeitaktivitäten müssen also „professionell“ sein. Der zugehörige Tipp empfiehlt dann dem entsprechend:

Sie bewegen sich in einem Business-Netzwerk. Daher gilt auch bei der Wahl der Interessen ein gewisser Grad an Professionalität. An Rad fahren und Lesen ist nichts auszusetzen. Aber eine Kombination aus Yoga und Reiten wird schnell belächelt. Politik und Reisen machen an dieser Stelle einen seriöseren Eindruck.

Mal davon abgesehen, dass Lesen plus Politik gewiss eine schlechtere, weil weniger ausgleichende Work-Life-Balance ergibt als Yoga, Tanzen oder Reiten, wird hier ganz offen geraten, nicht die wahren Interessen anzugeben, sondern diese „passend zur Umgebung“ aus dem Fundus potenziell „seriöser“ Möglichkeiten zu wählen.

Klar, wer einen Arbeitsplatz sucht, muss bereit sein, sich zu verbiegen, zu verbergen, zu verstellen! Das finden heute auch Frauen zunehmend normal, bzw. wenn sie erfolgreich sein wollen, müssen sie entsprechend handeln – so der Tenor des Artikels.

Der Gipfel des Absurden erreicht dann allerdings Tipp 4:

Bleiben Sie bei allem, was Sie angeben ehrlich. Wenn Sie auf Ihrem Profil falsche Tatsachen vortäuschen, kommt dies spätestens beim Vorstellungsgespräch raus und bereitet Ihnen eine sehr unangenehme Situation. „

Ja was denn nun?

***

Update: Eine weitere, weit umfangreichere Resonanz:

Tipps, wie sich Berater nicht zum Affen machen von Kiki Thaerigen

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Claudia am 29. März 2013 — 3 Kommentare

Karfreitag als Feiertag – noch zeitgemäß?

In meinem Homebüro vergehen die Tage äußerlich recht gleichmäßig, Feiertag hin oder her. Dennoch ist da ein Unterschied: an gesetzlichen Feiertagen erwartet niemand von mir, auf E-Mails „zeitnah“ zu reagieren. Dadurch fühle ich mich ruhiger, auch das Hintergrundrauschen der Stadt ist abgeflaut, es fahren weniger Autos und Laster herum. Dass es zudem noch schneit, verstärkt den Eindruck der Stille.

Gestern hab‘ ich mir erst ergoogelt, ob Karfreitag ein bundesweiter Feiertag ist. So sicher war ich mir als religiös nicht Engagierte da nicht. Den Morgen verbrachte ich wie meistens mit dem Lesen diverser Nachrichtenübersichten: GoogleNews (Mainstream), Rivva (Blogosphäre), NetNewsGlobal (NonMainstream) und natürlich auch ein Blick auf meine aus Newsfeeds zusammen gestellte Blogroll. „Karfreitag“ fand in all diesen News praktisch nicht statt (Ausnahme: Thinkabout). Man musste schon mit Stichwort danach suchen. Was sich dann findet, sind vielfältige Klagen über die verordneten Beschränkungen, Proteste gegen das Tanzverbot, sowie ein Aktíonsbündnis, das unter dem Motto „Ich lass dich beten – lass du mich tanzen!“ bundesweite Veranstaltungen und Aktionen durchführen will, inkl. Kirchenaustritte zu Ostern.

Die Protestierenden halten die staatlich verordnete Einschränkung von Grundrechten zugunsten christlicher Feiertage für eine nicht mehr zeitgemäße Bevormundung. Anhänger/innen 80 verschiedener Religionen und Weltanschauungen seien mittlerweile in Deutschland heimisch, in vielen Gegenden Ostdeutschlands gäbe es nur ca. 30% Christen, während der große Rest konfessionslos sei. Und in den Großstädten (also da, wo man am Veranstaltungsverbot am meisten leidet) hingen weniger als die Hälfte noch einer christlichen Glaubensrichtung an. Dennoch werden ALLE mittels empfindlicher Geldstrafen dazu gezwungen, an Karfreitag drastische Einschränkungen ihrer Grundrechte hinzunehmen.

Ob diese Zahlen stimmen, mag ich jetzt nicht recherchieren, doch der allgemeine Trend geht unbestreitbar weg von den hierzulande „etablierten Religionen“. In Hamburg gibts mehr Muslime als Katholiken und viele junge (und auch ältere) Menschen mit spirituellen Interessen wenden sich anderen Lehren zu: Buddhismus, Sat-Sang/Advaita, Neo-Schamanismus, Tantra etc. usw.

Warum also nicht darüber nachdenken, Feiertage „für alle“ an die Stelle der spezifisch-christlichen zu setzen? Allerdings vermute ich, dass ein Konsens über einen „Tag der Stille“ nicht zu erreichen wäre. (Es wird immer Menschen geben, die erst tanzen wollen, wenn es mal einen Tag lang verboten ist). Also sind mir christliche Feiertage immer noch lieber als keine. Was tatsächlich droht ist ja kein christliches Mullah-Regime, sondern die totale Dominanz der „Märkte“: durchweg arbeiten, konsumieren, verbrauchen – und bloß keine Ruhezeiten, um über all das nachzudenken!

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