Claudia am 11. Januar 2026 — 0 Kommentare

Tipp: Googles KI-Modus für Inhalte hinter Zahlschranke

Zur heute entdeckten NZZ-Schlagzeile „EU-Urteil lässt Asylanträge steigen – aber nur in Deutschland“ wollte ich gerne wissen, woran das liegt. Aber wie so oft: Zahlschranke!
Weil ich mir die vielen Abos für all die Medien, die ich eher selten besuche, sowieso nicht leisten könnte, informiere ich mich übers Weltgeschehen anderweitig. In diesem Fall ergab die normale Suche aber erstmal kein Medium, das die Info „kostenlos“ zur Verfügung stellt.

Also gab ich die Stichworte „EU Urteil Asylfolgeanträge“ nochmal ins Suchfenster und wählte im Menü den „KI-Modus“. Daraufhin erhielt ich eine ausführliche Zusammenfassung über die Grundsatzentscheidung des EuGH mit allen Antworten zum Thema, die ich mir erhofft hatte: kurz, informativ, werbe- und Popup-frei.  Das Urteil gibt insbesondere syrischen Kriegsdienstverweigerern und Frauen aus Afghanistan gute Chancen, mit einem erneuten Asylantrag erfolgreich zu sein.

Am Ende des Kapitels zu den „Auswirkungen auf spezifische Gruppen“ findet sich als letzter Punkt der Satz, der der NZZ als Aufhänger gedient hatte:

„Folgeanträge in Deutschland: Anfang Januar 2026 erreichten die Zahlen der Asylfolgeanträge in Deutschland Rekordwerte, was maßgeblich auf die Umsetzung dieser EuGH-Rechtsprechung zurückgeführt wird.“

Es folgte das W3C-Zeichen für Verlinkungen , das zu einem Kasten mit einigen Quellen führt.

Interessant fand ich die Auswahl: Die NZZ war hier nicht dabei, sondern lediglich Medien OHNE Zahlschranke. In diesem Fall waren das Pro Asyl, die Flüchtlinksräte Badenwürttemberg und Niedersachsen, sowie als einziges Großmedium die FAZ mit ihrem Artikel „So viele Asyl-Folgeanträge wie nie zuvor“. Den konnte ich tatsächlich vollständig lesen, jedoch verschwand er beim zweiten Aufruf (um ihn hier zu verlinken) schon wieder hinter der Zahlschranke.

Schade, dass es nicht gelungen ist, ein gemeinsames System zur Bezahlung einzelner Artikel (Cents, nicht 1,50€ !) zu etablieren. Aber anscheinend steigt ja der Absatz der Digital-Abos, sodass die klassischen Medien, deren Druckauflage zügig schwindet, nicht untergehen werden.

Und sonst:

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