Claudia am 16. Juli 2020 — 5 Kommentare

Kurztrip in den Harz – Angst in der Höhle

Schon beim ersten Spaziergang nach dem Beziehen der wundervollen Ferienwohnung in Wernigerode etwas Besonders:  Da stand ein Riesenrad, das mitten am Tag in Betrieb war – ohne laute Musik und Rummelgedöhns rundherum. Die sechs Euro taten mir nicht leid, ich konnte meine Höhentauglichkeit testen und einen schönen Ausblick genießen – sowohl über die mittelalterliche Altstadt

Riesenrad Wernigerode

…als auch über hässliche Neubaugebiete (nicht fotogen, nicht zeigenswert).

Da ich das Web nicht mit Bildern vollstellen will, die es überall zu sehen gibt, hier nur etwas, das mir aufgefallen ist: Eine wirklich außergewöhnlich bepflanzte Insel im Kreisverkehr:

Verkehrsinsel

Das ist zwar ein „Garten des Grauens“, von „naturnah“ weit entfernt, dafür aber designerisch top! Und wir sind ja hier im Harz, nicht in der Großstadt, wo jede Blüte zählt.  Lavendel ist immerhin auch dabei, für Insekten also doch nutzbar.

Abends ist das Riesenrad beleuchtet. An diesem Tag war es um 20 Uhr schon dicht. Überhaupt ist das das Auffälligste an der „Provinz“: Die Küchen in den Restaurants schließen schon um 20.30 Uhr! Dann ist auch in den Hauptstraßen der Altstadt mit den Läden und Cafés nichts mehr los. Jetzt weiß ich, was gemeint ist mit „dann werden die Bürgersteige hoch geklappt“.

Wernigerode Riesenrad

Das Wetter war durchwachsen: mal Sonne, mal bedeckt mit Nieselregen, mal kühl, aber nicht kalt, dann wieder recht warm. Jacke aus, Jacke an, es war so wechselhaft, wie ich es aus Berlin gar nicht kenne.

Höhlenangst

An einem woikigen Tag besuchten wir die „Hermannshöhle„. Die ist trotz Corona geöffnet, aber zur Zeit nur ohne Führung begehbar, worüber ich eher froh war. Also mit Maske rein in die Unterwelt!

HErmannshöhle

Ja, wundervolle Tropfsteine sieht man da, doch Fotografieren ist nur an zwei Stellen erlaubt. Die Höhle ist recht weitläufig, eine Führung dauert eine Stunde, mal durchlaufen ca. 30 Minuten. Es geht auf und wieder ab, auch durch recht enge Gänge. Zeitweise packte mich die Angst, zweifellos hab‘ ich einen Hang zur Klaustrophobie! Dazu die Maske, viele viele Treppen ging es aufwärts in den Berg hinein.

Hermannshöhle

Ich musste mich schwer zusammen reissen, die Maske lüften, Pause machen, auf den Atem konzentrieren, nicht rechts, nicht links, nicht an die Decke, sondern nur nach unten auf den Weg schauen. Bloß nicht die Enge wahrnehmen! Wer auf den Boden schaut, sieht nicht, dass oben kein Himmel ist.
Nach einer Weile ging es dann wieder, ich war plötzlich entspannt und konnte die Höhle genießen. Bis es wieder eine enge Strecke gab…

Die Vorstellung, rundum von Erde und Steinen umgeben zu sein, nicht einfach mal schnell ans Tageslicht unter den offenen Himmel zu können, macht mich fertig. Immerhin waren kaum Leute da, so dass ich auch an Stellen Fotos machen konnte, die nicht erlaubt waren.

HErmannshöhle

Das Fotoverbot soll wohl nicht nur den Postkartenverkauf fördern, sondern auch verhindern, dass die Leute sich in den Gängen stauen. Die Gefahr bestand gerade gar nicht, Corona sei Dank! Wenn da noch ein Pulk Touristen den Weg versperrt und mich in ihren Rythmus gezwungen hätte, wäre es mir RICHTIG schlecht gegangen.

In eine Höhle werde ich jedenfalls nicht mehr einsteigen!

***

Nebenbei: der Link zur FEWO ist nicht etwa „beauftragt“, sondern rein aus Freude über die tolle Wohnung gesetzt!

Diskussion

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5 Kommentare zu „Kurztrip in den Harz – Angst in der Höhle“.

  1. Hallo Claudia,

    schöner Bericht. Die Hermannshöhle kannte ich nicht, dafür aber die Baumannshöhle. Die ist auch sehenswert. Ich weiß das, weil ich vor 2 Jahren mit meiner Tochter Urlaub im Harz gemacht habe.

    Diesen Kreisverkehr kannte ich allerdings auch noch nicht. Entweder kamen wir damals nicht an der Ecke vorbei, oder den gab es damals noch nicht. Dafür aber kann ich ein Lied davon singen, dass es im Harz schnell mal wechselhaft werden kann.

    Grundsätzlich kann man sagen: Man muss sich auf den Harz einlassen, er zahlt es voll und ganz zurück.

    Grüße
    Henning

  2. Das erste Bild der Tropfsteinhöhle sieht ja richtig gigantisch aus!

  3. @Gerhard: sieht nur so aus, ist es aber nicht! Das Ganze ist nur ca. 1,70 hoch, wenn nicht weniger. Es gibt keine Möglichkeit, es zu „betreten“ bzw. etwas zum Vergleich reinzustellen.

  4. Da ist es richtig schön. Wenn das mal wieder zu machen ist, fahren meine Frau und ich auch mal dorthin. Schöne Fotos. Mir gefällt auch das Riesenrad super. Es wirkt leer. Aber wenn die aufmachen wird sicher mehr los sein?

  5. Liebe Claudia,
    im Salzbergwerk, in Eishöhlen und Tropfsteinhöhlen hatte ich nie Angst. Ich war aber nie in einer Höhle, wo man sich durch enge Spalten zwängen musste. Als vor Jahren im Untersberg in der Höhle großes Ding der Höhlenforscher verunglückte und die Welt den Atem anhielt, bis er endlich gerettet war, hatte ich Angstzustände und Engegefühle. Ich kenne Leute, die nach Erfahrungen in engen Höhlen geradezu fiebern.
    LG Nila

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