Claudia am 08. Oktober 2019 — 0 Kommentare

Buch: Rettet den Boden, das hilft auch dem Klima!

Gestern sah ich ein Interview mit Florian Schwinn, dem Autor des Buches „Rettet den Boden“. Er macht klar, wie wichtig es ist, Humus aufzubauen und das Bodenleben zu erhalten: Nicht nur für die Erhaltung der Fruchtbarkeit und Ernährungssicherheit, sondern auch, um das Klima zu entlasten.

Humusbildung bedeutet Versenkung von CO² in die Erde, wo es lange Zeit bleibt. Aus Berechnungen, was das für das Klima bedeuten könnte, entstand die Initiative “4 promille”:

„Eine Studie des frz. Landwirtschaftsministeriums hat ermittelt, dass es ausreichen würde, wenn man 4 Promille (bemerke: Promille nicht Prozent !!) aller landwirtschaftlichen Böden pro Jahr mit Kohlenstoff anreichert, um 75% aller aktuell menschengemachten CO2 Emissionen zu puffern. Daraus wurde der Name “4 promille” (quatre promille) abgeleitet.
…..Die “4 promille” Initiative wurde von mehreren Staaten im Anschluss an die Pariser Klimakonferenz bereits ratifiziert und wird von vielen NGOs unterstützt. Es werden auch immer wieder neue Studien veröffentlicht welche die Ergebnisse der ersten Studie bestätigen. Dennoch ist sie so gut wie unbekannt und anscheinend verfehlen wir ja gerade unsere Klimaziele, obwohl wir doch hiermit eine so wirksame Maßnahme hätten.

Wieso ist diese Initiative seit 2015 bekannt, aber noch nicht umgesetzt? Es fehlt anscheinend nicht an Erkenntnissen, aber vielleicht an politischem Wille diese Initiative als nationales oder gar europäisches Projekt umzusetzen. Stattdessen wird wohl auf die Wirtschaft gewartet, die aber vermutlich in dauerhaft regenerierter Erde wenig Potential sieht (und vielleicht befürchtet weniger Dünger verkaufen zu können)“

Und hier das Buch zum Thema (Werbelink):

Buchcover: Rettet den Boden
Rettet den Boden!: Warum wir um das Leben unter unseren Füßen kämpfen müssen
Florian Schwinn
Gebundenes Buch – 4. Juni 2019

„Die Böden unter unseren Füßen sind unsere Lebensgrundlage. Wir leben auf und von ihnen. Ein Millimeter fruchtbarer Boden kann dreihundert Jahre zum Aufbau benötigen. Waren die Landwirte vor der Industrialisierung noch darauf angewiesen, Humus aufzubauen, um die Böden lebendig zu erhalten, nutzt die moderne Landwirtschaftsindustrie den Boden nur noch als bloßes Substrat, in das die Überproduktion von Exkrementen der industriellen Fleischfabrikation als Dünger eingebracht wird. “

***
Und hier noch ein Beitrag dazu aus der Wissenschaft:

Die 4-Promille-Initiative „Böden für Ernährungssicherung und Klima“ -Wissenschaftliche Bewertung und Diskussion möglicher Beiträge in Deutschland.
Don A, Flessa H, MarxK, Poeplau C,Tiemeyer B, Osterburg B (2018)
Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 37p, Thünen Working Paper 112, DOI:10.3220/WP1543840339000

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