Claudia am 08. Juli 2001 — 0 Kommentare

Ein Jahr gewonnen… ;-)

Die Hitze ist vorbei, die Tage der Trägheit finden so ihr natürliches Ende. Leider hab‘ ich das Gewitter, nach dem ich mich so gesehnt hatte, heute nacht gar nicht mehr mitbekommen. Jetzt ist es angenehm kühl, richtiges Arbeitswetter!

Arbeiten? Sonntags? Warum nicht, schließlich hat mich auch nichts abgehalten, am Freitag an den Werbelliner See zu fahren. Ein alter Freund hat dort einen Wohnwagen stehen, meine Güte, es ist 31 Jahre her, daß ich einen Campingplatz von innen gesehen habe! Damals – jeden Sommer zwischen 9 und 17 – war Camping-Urlaub DER große Familienevent, auf den das ganze Jahr hingespart und hingesehnt wurde, immer ging es auf denselben italienischen Campingplatz, der uns zur zweiten Heimat wurde. Ich sprach schon bald fliessend italienisch und meine Sozialisation bezüglich des anderen Geschlechts wurde wesentlich von den Jungs auf dem Platz beeinflußt. Die waren schwer romantisch, aber auch sexuell sehr direkt, dauernd mußte ich mich verteidigen, fast war es eine Art Krieg.

Mit 18 hatte sich „Camping“ dann erledigt, ich fand das Ganze schon lange schrecklich spiessig (=uncool), fuhr mit meinen Freunden selbstbestimmt nach Frankreich und Spanien und genoß die Freiheit ohne Family – doch immer auf der Suche nach diesem harzigen Piniengeruch, ohne den die richtige Urlaubsstimmung einfach nicht aufkommen wollte, genauso wenig wie beim Übernachten in Hotels. Solche Konditionierungen sitzen verdammt tief, noch jetzt genieße ich den Duft der Brandenburger Kiefern ganz besonders.

Wie wir so gemütlich beisammen saßen, erwähnte mein Gastgeber sein Alter: „Mit meinen 46 Jahren….“. Ich stutzte, denn mit diesem Mann war ich dereinst nach Berlin gezogen und ich wußte noch genau, daß wir doch mal gleichaltrig waren! Wieso hatte ich auf einmal ein Jahr mehr auf dem Buckel? Ich rechnete nach und – oh wunder! – stellte fest, daß ich wieder mal meiner Zeit ein Jahr voraus gewesen war. Wie bei D-Mark-Beträgen hab‘ ich mir nämlich angewöhnt, ab der Hälfte aufzurunden: Im Winter, mit 46,5 Jahren, antwortete ich auf die Frage nach dem Alter immer schon: 47. Durch meine Vergeßlichkeit war ich dann bald der festen Meinung, mein nächster Geburtstag sei der 48! Tja, so kann man sich irren und jetzt fühle ich mich, wie ein ganzes Jahr zurück versetzt. Schon komisch. :-)

Mir scheint, heut krieg ich die Kurve zu allgemein interessierenden Themen einfach nicht hin! Deshalb hier ein Lese-Tipp von weltwichtiger Bedeutung:

Berliner Zeitung:
Müssen wir uns Bill Gates als einen glücklichen Menschen vorstellen?
Über den reichsten Mann der Welt – von Mathias Greffrath

Sehr lesenswert. Von dem gebotenen Blick auf die Welt kann einem zwar richtig schlecht werden – aber langweilen wird Euch der Artikel sicher nicht! Was mich wirklich beängstigt – neben der Charakterstudie, die wieder mal zeigt, dass die Welt von den gestörtesten Typen beherrscht wird – ist die Aussicht, daß Gates tatsächlich die Macht über die Inhalte dergestalt übernehmen will, daß der gemeine Netz-User einfach keine Seiten mehr aufrufen kann, die nicht von Microsoft (oder anderen Privaten) „zertifiziert“ sind. Das wäre das Ende des privaten und auch allen nonkommerziellen Webworkings. Und weit und breit sehe ich keine Lobby, die unsere Politiker gegen solche Vorhaben einnehmen könnte…. oder was meint Ihr?

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