Claudia am 03. Januar 2008 — 28 Kommentare

Die edle Wahrheit vom Leiden

War der Buddha ein Weichei?

Von allen spirituellen Lehren, mit denen ich mich je im Leben befasst habe, sind die Lehren des Buddha diejenigen, zu denen ich alle paar Jahre einen neuen Zugang finde. Auf einmal verstehe ich etwas, das ich früher gar nicht oder ganz anders verstanden hatte.

So geht’s mir gerade mit den „vier edlen Wahrheiten“, deren erste da heißt: „Alles Leben ist Leiden“. Mir erschien das früher als eine viel zu negative Beschreibung: zwar stimmt es, dass das Leiden unvermeidlich ist, dass es Altern, Krankheit und Tod gibt, dass Sorgen, Trauer, Unwohlsein und Schmerz nicht auszurotten sind, sondern sich immer wieder einfinden. Deren Gegenteil könnten wir ja gar nicht erleben, gäbe es diese Gegensätze nicht. Mir war „denklogisch“ schnell klar, dass es von daher gesehen ein sinnloses Unterfangen ist, stets nach den Freuden zu suchen und die Leiden vermeiden zu wollen, was ja unser gewöhnliches In-der-Welt-Sein ausmacht.

Ich las also mehr darüber und traf auf Erläuterungen, die die Vergänglichkeit und Nichtigkeit aller üblichen Freuden als Hauptaspekt des Leidens beschreiben: zwar gibt es Freude, Lust und Befriedigung, doch immer nur für kurze Zeit: nichts ist beständig, alles vergeht – und das ist Leiden!

Na und? Ist es das denn nicht wert? Muss es denn immer gleich die totale Erlösung sein? Reichen die sporadisch erlebbaren Freuden nicht für ein gutes Leben? In meinem jugendlich-trotzigen Überschwang erschien mir Buddha als verzärteltes Weichei, das die Freuden des Lebens verwarf, weil ihm der Preis dafür zu hoch war. Ja, ja, es gibt das Leiden, ja sicher, keine Lust hat Ewigkeit – muss mich das aber abhalten, an den schönen Dingen meine Freude zu haben? Der Rausch einer neuen Liebe, das Erfolgsgefühl, wenn ein Vorhaben, an dem man engagiert gearbeitet hat, dann auch klappt, die Vielfalt der sinnlichen Genüsse – ist das alles NICHTS, bloß weil es nicht beständig ist? Soll ich allein deshalb „die Welt verwerfen“ und womöglich nichts mehr tun außer sitzen und meditieren?? Bewahre! Buddhisten mochten ein Problem mit der Vergänglichkeit haben, meins war es nicht.

Das Leben, das ich führte, als ich noch so dachte, bot verglichen mit dem jetzigen recht viel Leiden. Ich war sehr ehrgeizig, hatte hohe Ansprüche an die Welt, meine Mitmenschen und mich selbst, was immer wieder zu heftigen Enttäuschungen führte und mich das Leben als Kampf wahrnehmen ließ. Buddhas Lehre erschien in diesem fortgesetzten Kämpfen als mutwillige Zersetzung der Wehrkraft – indiskutabel!

Mittlerweile sind 17 Jahre vergangen, seitdem ich aus diesem kämpferischen Leben ausgestiegen bin, bzw. heraus katapultiert wurde. Viele Formen des Leidens sind seit meiner „2.Geburt“ im Erreichen des persönlichen Tiefpunkts verschwunden, speziell all diejenigen, die aus allzu ehrgeizigen Anspruchshaltungen kommen, aus dem unbewussten Streben, jemand ganz Besonderes zu sein, und vor allem aus der nur mit größter Mühe und forcierter Blindheit aufrecht zu erhaltenden Illusion, selber rundum GUT und frei von dunklen Seiten zu sein. Der aufs äußerste gespannte Widerspruch zwischen Sein und Sollen entfiel ganz plötzlich zugunsten eines recht entspannten Daseins. Auf einmal musste ich die Welt nicht mehr zwingen, meinen Ansprüchen zu genügen, Hass, Verachtung und Selbstverachtung verschwanden aus meinem Leben. Es gab keinen Grund mehr zu kämpfen, und sämtliche Chancen, die ich seitdem ergriff, um zu leben und zu arbeiten, kamen geradezu anstrengungslos „wie von selbst“.

Natürlich gibt es immer noch Leiden, bzw. all das, was ich früher so erlebte, doch betrifft es mich nicht mehr so persönlich wie damals, was ihm 90% seines Stachels nimmt. Mein Leben, Lieben, Wohnen, Arbeiten ist genau so, wie es für mich passt. Selbst wenn ich mich anstrenge und den Geist auf die Suche nach „mehr“ schicke, findet er nichts, woran ich eine neue „große Sehnsucht“ knüpfen könnte – lange schon nicht.

Und genau da setzt ein neues Verstehen ein. Ich kann nicht mehr darüber hinweg sehen, dass es auch inmitten eines vergleichsweise friedlichen Lebens ohne ständig fordernde Konfliktfronten keine beständige Erfüllung gibt. Zum Beispiel die stillen Tage zwischen den Jahren: alles ist gut, ich „habe frei“, muss nichts Bestimmtes tun, nichts zieht, nichts bedrückt. Also verlasse ich meinen Platz vor dem Monitor, lege mich hin und beobachte das angenehme Strömen im Körper, der es genießt, nicht mehr sitzen zu müssen. Wohlig entspannt döse ich vor mich hin und ich fühle mich „angekommen“.

Vielleicht geht das so zehn Minuten oder eine halbe Stunde, wenn ich dann aber nicht einnicke, spüre ich auf einmal eine Unruhe. Eigentlich fehlt nichts, und doch ist es nicht mehr „genug“. Ich bemerke, wie die Gedanken wandern und Möglichkeiten vorstellen: Vielleicht ein Spaziergang? Was ist da eigentlich noch im Kühlschrank?? Oder wie wäre es mit einem heißen Bad? Ich entscheide mich für Letzteres, lasse die Wanne voll laufen, entkleide mich, freue mich auf die heftige physische Erfahrung und liege kurz darauf im heißen Wasser, umgeben von angenehm duftendem Schaum – welch ein Genuss! Wieder fühle ich mich „angekommen“. Fünf Minuten liege ich so, denke an nichts, vielleicht verlängere ich die Zeit, indem ich ein wenig lese, doch schon bald hat auch der Event „Badewanne“ seine Strahlkraft verloren. Das ist auch nicht die wahre „Heimat“, mein Herz schlägt ein wenig schneller und ich denke zurück an die Situation auf dem Bett, die mir nun vergleichsweise ruhiger erscheint – und so angenehm trocken!

So drifte ich von einer „wohligen Situation“ in die nächste und bemerke immer mehr, dass es das alles nicht bringt. Ja WAS würde es denn bringen? Die immer wieder neu erwachende Getriebenheit hat darauf keine Antwort, sondern nur Vorschläge für den nächsten Versuch, die Unruhe zu befrieden. Und ich weiß schon im voraus: auch DAS wird nicht nachhaltig sein! Dass ich bei all diesen Suchbewegungen ohne echte Notwendigkeit ständig Ressourcen verschleudere, Strom verbrauche, Essen vertilge, Geld vernichte, ist nur ein Nebenaspekt, der mir bisher gar nicht zu Bewusstsein kam. Würde das alles wirklich „helfen“, wäre es ok: ich habe nichts dagegen, wir was zu gönnen. Aber so?

Beobachtungen dieser Art tauchen immer öfter auf. Und plötzlich ist da die Sehnsucht nach dem Ausstieg aus diesem Kreislauf der Getriebenheit, ein Gefühl des Überdrusses, ohne dass ich wüsste, wohin es gehen könnte. In die Bewusstlosigkeit versinken erscheint auf einmal als einzige „Lösung“, um dem sehr subtil gewordenen Stress des Daseins zu entkommen. Schlaf, letztlich Nicht-Sein, Tod – kann man sich denn wirklich DANACH sehnen?

„Das ist, ihr Mönche, die edle Wahrheit von der Entstehung des Leidens: Es ist dieser Durst, der immer wieder von Dasein zu Dasein führende: Der Sinnlichkeitsdurst, der Durst nach Gestaltung, der Durst nach Vernichtung.“

In der oft erzählten Geschichte des Siddhartha Gautama, der später als Buddha lehrte, heißt es, dass er im Palast seines Vaters lebte, wo ihm alles, was zum Wohlleben gehörte, zur Verfügung stand und den er kaum jemals verließ. Als er dann eines Tages doch Ausflüge in die Umgebung unternahm, bekam er zum ersten Mal Alter, Krankheit und Tod zu Gesicht und beschloss, sein bequemes Leben aufzugeben und einen Weg aus dem Leiden zu suchen.

Es wird immer so erzählt, als wäre er hauptsächlich durch das plötzlich erblickte Leid der Menschen in Bewegung versetzt worden. Aber wäre er ohne das vorherige „Wohlleben“ im Stande gewesen, nach etwas anderem zu suchen als nach äußeren Weltverbesserungen? Ist es nicht viel mehr die auf sein Vergnügen ausgerichtete höfische „Spaßgesellschaft“ gewesen, die ihn bereits zuvor hat erleben lassen, dass es keine Ruhe und keine letzte Befriedigung in all diesem sinnlichen Vergnügen gibt? Mir scheint, es ist diese Erfahrung, diese Wurzel seines Strebens, die den Buddha für die heutigen Überflussgesellschaften so bedeutend macht.

Diskussion

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28 Kommentare zu „Die edle Wahrheit vom Leiden“.

  1. Leiden = Problem? Ein Problem ist eine Situation, um eine Loesung zu finden! In diesem Sinne positiv und so kann ich mir ebenfalls vorstellen, dass Leiden eine gute Ausgangsbasist ist, also der Motor ist zu Leistung, Verbesserung und Aenderung. Macht ja auch Sinn. „Leidest“ du unter grossem Durst, trinkst du ein Glas Wasser oder sonstwas.

  2. Danke! – Du bringst in Worte, was ich nur spüren konnte…

  3. Meinst du nicht, dass du da nur die Schwäche des B. beschreibst? Das seine Erlösung, den Durst runterzufahren, so wie du es ja für dich gemacht hast, eben eine Illusion ist, weil man das eben letztlich nicht kann – das ist es doch, was du beschreibst. Eben dass das Leben eben Leiden ist, dass da auch keine asketischen Strategien was dran ändern, dass das Leiden vermeiden eben das Leben vermeiden heißt.

    So wie das ja auch die Spaßgesellschaft will; sieh dir nur mal die albernen Quizshows im Fernsehen an, wie da der Lebensdurst runtergefahren ist, alles nur noch ein Plätschern, lauter nette Menschen, ja kein ernsthafter Disput, alles pures Amüsement, das Leiden gibt man an der Kasse ab, das ist gelebter B.! Aber vom Leiden hat Buddha da trotzdem keinen erlöst, denn das Plätschern kostet ja was… – womöglich das Leben.

  4. Mohnblume trifft genau das was ich die ganze Zeit gedacht habe! Aber da ich Wiederholungen vermeiden will, sag ich jetzt einfach Probleme sind nicht unbedingt was schlechte! Sie bringen dich weiter!

  5. @Mohnblume, @Babysitter,

    ich hab da nicht gleich dazu was gesagt, weil ich an Euren beiden Statements erkenne, das mein Gedankengang gar nicht rüber gekommen ist! Dabei hab ‚ ich mich im Artikel doch so ins Zeug gelegt, mich verständlich zu machen! Es geht nicht darum, PROBLEME zu vermeiden oder diese irgendwie mies zu machen: bin selbst lebenslang eine engagierte Problemlöserin gewesen und hab‘ mich nie beklagt, sondern die Herausforderung angenommen.

    Mein Artikel handelt von einer Sicht der Dinge, die sich erst einstellt, „wenn alles getan ist“. Solange man sich als von irgend welchen Problemen betroffen erlebt, hegt man die Vorstellung, nach deren Lösung sei „alles in Butter“. Meist ist das aber nur eine kurze Freude, denn es gibt ja vielerlei „Probleme“, bzw. man kann sie sich selbst aus einer schier endlosen Menge möglicher Geschehnisse in der Welt aussuchen. Jeder Wunsch nach Veränderung ist im Grunde ein „ungelöstes Problem“ und ich kann dran arbeiten, die Dinge so zu ändern, dass sie meinen Wünschen entsprechen.

    Und dann? IRGENDWANN fällt dann mal auf, dass es da kein Ende gibt, nicht mal dann, wenn sich kein Wunsch mehr konkretisiert, wenn also tatsächlich „alles in Butter“ ist im eigenen Leben: nichts, was man gerne anders hätte… und TROTZDEM scannt der Geist die Möglichkeiten, SUCHT nach dem nächsten Event, der aber auch wieder nur kurz befriedigt, dann geht das Scannen wieder los…

    DARÜBER wollte ich schreiben. Und DAZU passte endlich auch Buddhas „Wahrheit vom Leiden“: „Es ist dieser Durst, der immer wieder von Dasein zu Dasein führende: Der Sinnlichkeitsdurst, der Durst nach Gestaltung, der Durst nach Vernichtung“.

    „Von Dasein zu Dasein“ kann man einfach als „von Augenblick zu Augenblick“ verstehen (es bedeutet für diesen Gedankengang nichts, dass da auch mehrere Leben mitgemeint waren). Und der „Wunsch nach Vernichtung“ ist das auftretende Verlangen, aus diesem Zirkus irgendwie auszutreten, raus aus dem sinnlosen Kreisen in der Suche nach dem nächsten EREIGNIS, das Erregungszustände vermittelt, weil es offenbar keine wirkliche RUHE gibt. Eine andere Ruhe als bloß ein bisschen abliegen und dösen, wenn man endlich müde genug ist – eine WACHE RUHE.

  6. @Moritz,

    ich habe keinen „Durst runter gefahren“, sondern bin immer jedem Durst nachgegangen, den ich jemals spürte! Gerade dadurch ist jede Menge Durst vergangen, aber: das Begehren begehrt weiter, selbst OHNE konkretisierbaren Wunsch.

    Solange ich ständig etwas fürchte oder begehre, das ich benennen kann, etwas Konkretes, das ich jagen oder vor dem ich fliehen kann, bemerke ich gar nicht, dass ich als Ratte im Laufrad agiere, dass ich aus einer bestimmten Verfassung nicht aussteigen kann, dass das Begehren immer weiter geht…

    Asketische Strategien sind sinnlos. Das hat ja auch Siddharta erkannt, denn der ging erstmal in den Wald zu den Asketen und lernte, sich zu kasteien, bis er ein dreckiges, zerzaustes, hungerndes Gerippe geworden war. Ein Fehlweg, wie sich heraus stellte. Er schnallte das, verließ die Asketen, päppelte sich wieder auf, und setzte sich dann trotzig unter einen Baum mit dem festen Vorsatz: ich steh hier nicht mehr auf, bis ich die Lösung habe!

    Ich dagegen sitze vor dem PC und umkreise schreibend die Frage – bis ein Artikel „fertig“ ist. Dann freu ich mich ein bisschen drüber, aber sehr bald schon suche ich nach der nächsten befriedigenden Tätigkeit…

    *

    Was die Spassgesellschaft im TV angeht: Du brauchst nur ein bisschen weiter zappen, rein in die Gerichtsshows, oder hin zu den unsäglichen Konflikt-Inszenierungen vor laufender Kamera, in denen die heftigsten Emotionen hochgekocht werden: heulen, jammern, toben, beleidigen, Hass, Wut, Verzweiflung, Trauer – an LEIDEN fehlt es da gewiss nicht! (Hat aber für mich jetzt keinen Bezug zum Thema).

  7. Sicher ist deine Geschichte hinueber gekommen. Aber liebe Claudia, du kannst doch nicht erwarten, dass alle Empfaenger deiner Botschaft mit den gleichen Antennen wie der deinen sie aufnehmen. Ich hab da meine schon ein wenig zu meinen Gunsten zurechtgebogen. Und so lese ich die Dinge, wie sie auf mich zukommen. Leiden = Horror, vielleicht weil ich das selber durchgemacht habe. Diesen Zustand, des sich nicht Veraendernkoennens. Es gibt ja auch Leute, die sich ueber SM ins Leiden begeben und dort ausharren, bis sie erloest und dadurch gluecklich gemacht werden … oh nein, ich versuch mein Leben in die eigenen Haende zu nehmen. Mich von Menschen oder hoeheren Maechten zu befreien, was auch wieder nicht so ganz stimmt, denn Gott hat dir die Gnade und den Verstand gegeben, damit du diese Werkzeuge nutzt und sie zu deinen Gunsten einsetzt.

    Leiden hab ich aus meiner Gedankenwelt verbannt. Und ob mir der Buddha was schmackhaft machen will, oder die Katholiken einen leidenden Menschen an ein Kreuz genagelt zu ihrem Symbol machen wollen, ich nehme mir meine Freiheit, diese Situation aus meinem Leben zu verbannen. Klar, kann sein, dass du Pech hast. Angenagelt am Kreuz landest, oder sonst in eine auswegslose Situation geraetst. Pech gehabt! Bist eben in ein Problem gelandet und musst nun sehen, wie du da wieder rauskommst. Und in diesem Sinne ist ein Problem nichts Negatives, denn eine Herausforderung, die sogar noch Spass machen kann.

    Du auf deine Weise, Moritz seine .. und ich geniesse meine.

  8. Liebe Mohnblume,

    ich finde, du solltest bloggen!!! Würde gern aus deinem Leben und Denken mehr lesen!

    Und nein, ich erwarte natürlich nicht, dass alle meine Leser dasselbe empfinden!!! Aber wie soll ich wissen, dass mein Blickwinkel GESEHEN (wenn auch nicht geteilt) worden ist, wenn der Kommentar dazu gar nichts sagt???

    Aber jetzt haben wir uns verstanden, danke dafür!!!

  9. Ich schließe mich da voll und ganz an! Ein Blog von Dir, Mohnblume, wäre für mich auch interessant und auf jeden Fall lesenswert. Ich überlege auch, ob ich einen Blog beginnen sollte, allerdings habe ich oft Probleme, meine philosophischen Gedanken in Worte zu fassen…

  10. Seuftz! … und dann hab ich so einen Blog. Und weiss ploetzlich nicht, was ich da reinschreiben soll. Gehoere wohl eher zu den Reagierenden anstatt zu den Agierenden … Nein, ich lasse das. Schreibe lieber wieder da und dort mal was aus meinem Leben, das uebrigens gar nicht so interessant ist. Halte es mit der Mohnblume. Sie ist eine der wenigen, die sich nicht in eine Vase stellen lassen. Nimmt man ihr die Freiheit, geht sie ein … Bloggen verpflichtet. Dazu bin ich derzeit nicht bereit. Bitte nehmt mir das nicht uebel.

  11. Ich finde auch dass du einen Blog machen solltest Mohnblume!!!
    Was du sagst klingt irgendwie poetisch… ich denke du hast das Zeug zum Schreiben!

  12. Liebe Mohnblume, wenn du mal ein Thema hast, über das du schreiben willst, dann kannst du gerne einen Gastbeitrag schreiben – hier oder in einem meiner anderen Blogs, je nach Thema!

  13. liebe Claudia, interessant und gut geschrieben. ich verstehe dich und teile deine gedanken. es gilt für mich den „geist“ zu beruhigen und in bahnen zu lenken wo er frei von verlangen ist. das gelingt für mich in der meditation wo der geist auf ein einziges konzentriert ist.
    leider ebenfalls vergänglich. mit metta G.

  14. Danke Günter! Dein später Kommentar hat mich dazu gebracht, diesen Artikel wieder zu lesen, den ich vor guten 10 Monaten schrieb. Und ich merke: im Moment ist mir eher ferne, was mich damals umtrieb. Es haben sich wieder kleine Vorhaben angesammelt, auf deren Verwirklichung ich mich freue – also frustriert es nicht mehr, dass es im Leben kein wirkliches „Aussteigen“ gibt.

    Den Geist in der Meditation auf ein Einziges zu konzentrieren, ist mir ein paar mal (nachdem ich es lange schon nicht mehr zu erzwingen suchte) gelungen bzw. zugestoßen. Einmal war das so spektakulär beglückend (sat-chit-ananda), dass mir die Tränen kamen und ich es einfach nicht aushielt: der Verstand kommentierte es und damit war es wieder vorbei. Wie ein Gummiball bin „ich“ abgeprallt von etwas Paradisischem…

    Trotzdem war ich nie motiviert genug, wirklich danach zu streben, DAS jederzeit aufsuchen zu können.
    Vielleicht, weil mir eben immer wieder etwas einfällt, wo ich mich „nützlich“ machen und mit Freude zu Werke gehen kann.

  15. Das Gehirn ist ein Problemlösungsorgan.
    So wie der Magen gefüllt sein möchte, um zu verdauen,
    so wie die Lunge atmen möchte, so möchte das Gehirn Probleme lösen. Es scannt die Befindlichkeit und fragt: „Wo gibt´s was zu verbessern?“. Das Gehirn will beschäftigt sein.

    Menschliche Gehirne können in ihrem Drang nach Geschäftigkeit auch den ausgefallendsten Ideen folgen. Sie gestalten dadurch Realität, die außerordentlich vielfältig sein kann. Die Bandbreite menschlicher Ideen ist offenbar weit größer, als die anderer Spezies. Einigen Individuen ist es möglich, ihren Denkapparat wahrhaftig zum eigenen Vorteil zu nutzen, im Sinne eines befriedigenden Lebens in Gesundheit und Wohlbefinden, auch im Einklang mit ihrer Umgebung. Befriedigung, Gesundheit und Wohlbefinden können nicht konstant sein sondern sind bestenfalls harmonische Schwingungen zwischen Glück und Leiden, das als nutzbringend und leicht erträglich empfunden weden kann.

    WELCHES Denken zu einem harmonischen Groove führt, ist vermutlich ebenso individuell, wie es die persönliche Programmierung, die genetische Austattung und der momentane persönliche Standort sind. Buddhas Lehre ist perfekt für einen: für Buddha. Den anderen können seine Gedanken sehr oder auch überhaupt nicht hilfreich sein. Sie brauchen ihre eigenen Gedanken. :)

  16. @Uwe: dass sich die Gedanken einiger weniger menschlicher Gehirne über Jahrtausende erhalten, bzw. immer weiter getragen und neu interpretiert werden, zeigt immerhin auf, dass sie nicht alleine für den ursprügliche „Sender“ relavant sind.

    Die großartigsten Texte und Bücher sind diejenigen, die ich alle 10 Jahre wieder lesen kann und jedesmal finde ich eine „neue“ Wahrheit bzw. Einsicht.

  17. Hin und wieder komme ich auch zu dem Thema, und ich frage mich, ist nich evtl. immer das gleiche gemeint? Ich komme z.B. nicht mit der Interpreatition und dem Verständnis des Begriffes „Leid“ zurecht.
    Dafür habe ich zwei interne Erklärungen.
    1. Ich glaube, dass der Begriff „Leid“ vielleicht eine wörtlich richtige Übersetzung ist, aber das westliche Verständnis eine ganz andere Interpreation, und zwar eine wesentlich einfachere hat, als das östliche.

    2. Liest man „Das vermeiden von Leid“ oder „das Streben nach Glück“, so erkenne ich in unserer Lesart mittlerweile,
    das im Begriff „Glück“ ein wahnsinnig großes Interpretationspotential liegt, für das es keinen allgemein gültigen Nenner gibt und individuelle Wege zu gehen sind.

    Genauso glaube ich, das „Leid“ eine ebenso große Spannbreite beinhaltet, wir es aber in unserem westlichen Verständnis dagegen nur in einem inhaltichen Minimum kennen.

    Ich glaube auch, das beide sich in ihrem Wunsch sehr ähnlich sind, vielleicht im Frieden mit sich und der Welt, sie aber einen unterschiedlichen Weg wählen.

    „Das Streben nach Glück“ ist das westliche Motiv, aus dem wir heraus erzogen werden (die Kinder sollen es einmal besser haben) und in der Oberflächlichkeit zumeist den materiellen Teil überbetont, aber ausgehend vom Gedanken, das materieller Reichtum für ein sorgenfreies Leben steht.

    Im „vermeiden von Leid“ sehe ich aber auch einen Erdteil, der nicht nur materiell arm ist, sondern in dem die Lebensphilosophie auch nicht dazu auffordert, dies zu ändern. Ich halte es für sehr klug, sich in einem armen Land mit den Verhältnissen zu arrangieren und sich darin einzufinden. Das Streben nach Reichtum westlicher Art wäre darin das absolute Gift.

    Ich glaube nicht, das weder die eine noch die andere Form einen auf Anspruch auf alleinige Gültigkeit hat, sondern, das wir uns mit dem Modell unserer Prägung auseinandersetzen sollten, immer in dem Wissen, es gibt auch andere Wege, und die Wahrheit liegt vielleicht auch hier, irgendwo in der Mitte.

  18. Ein sehr lohnender Ansatz, Menachem, zu berücksichtigen, daß es sich bei den Begriffen „Glück“ und „Leid“ um rein subjektive Wertungen handelt. Eine unterschiedliche Auffassung von „Glück“ und „Leid“ besteht nicht nur zwischen Ost und West, nicht nur zwischen Christ, Hindu oder Moslem, sondern zwischen jedem unterscheidbaren Individuum mit eigenem Stoffwechsel.

    Allgemein lässt sich m.E. lediglich sagen, daß Leid alles ist, was ein lebendiges Wesen körperlich und seelisch belastet, alles was sein persönliches Wohlsein verhindert. Was dies im einzelnen ist, unterliegt erfahrungsgemäß individuell verschiedener Erfahrung und Bewertung. Der eine freut sich darüber, zu sterben (z.B. ein Märtyrer oder ein Buddhist in Erwartung des Nirwana …) und der andere fürchtet sich davor. Der eine steht gerne im Mittelpunkt, den anderen graust es dabei.

    Leid hat eine biologische Funktion. Deswegen gibt es kein Leben ohne Leid. Schmerz und Leid zeigen dem Individuum, wo ein ihm angemessener Weg NICHT ist. Ist der Kopf zu lange in der Sonne oder zu lange unter Wasser, spricht das dadurch entstehende Leid (Verbrennung bzw. Erstickung) eine deutliche Empfehlung aus, die Situation schleunigst zu ändern. ;) In diesem Sinne ist der Satz, „… dass es von daher gesehen ein sinnloses Unterfangen ist, stets nach den Freuden zu suchen und die Leiden vermeiden zu wollen …“,
    mit Sicherheit nicht zutreffend. Natürlich soll Freude gesucht und Leid vermieden werden. Niemand verharrt grundlos in einer Situation, die Leid verursacht. Wenn der Rücken schmerzt, ändere ich meine Position. Wenn die Herdplatte heiß ist, nehme ich die Hand dort weg.

    Mit einer gewissen Vernunftbegabung entstehen Freiheitsgrade, das Leid zu erklären, zu überschauen und vorherzusehen und damit, es bewußt zuzulassen, um eines bestimmten Zweckes Willen, wegen eines Glückes, das hinter dem Leid gesehen wird. Der Bär holt sich den Honig, auch wenn die Stiche der Bienen ihn schmerzen. Grundsätzlich ändert das aber nicht den Sinn des Leidens als negativer Wegweiser.

    Ergo: Glück und Leid sind notwendige Signale des Lebens an das Lebendige. Jedes Individuum kennt diese Kategorien, doch ihr Inhalt ist individuell verschieden. Glück, bzw. Freude wird gesucht und Leid nach Möglichkeit vermieden. Beides soll und kann nicht dauerhaft gelingen aber durchaus so, daß unter dem Strich der Eindruck entsteht, das Leben sei eher Freude als Leid :).

  19. Ihr beide haltet Euch in der Einzeldefinition von Glück versus Leid auf – in aller Bandbreite. Uwe sieht „Vermeiden von Leid“ als etwas vom Streben nach Glück Unterschiedenes an. Für mich ich das nur eine Variante von „Streben nach Glück“.

    Wie ich im Artikel ausführte, verstehe ich das buddhistische Streben mittlerweile anders: nicht Leid vermeiden und Glück suchen, sondern sich den Bedingungen der Entstehung von Glück und Leid entziehen – so seltsam uns diese Idee auch anmuten mag.

    Ich war mal bei einem Vortrag eines buddhistischen Mönchs und Lehrers. Wie immer bei solchen Vorträgen dürfen nach der Rede Fragen gestellt werden. Manche Zuhörer sind so „firm“ in tradierten buddistischen Gepflogenheiten, dass sie dann auch die in diesem Sinne üblichen rituellen Fragen bringen – so auch hier:

    „Was ist Buddhismus?“ fragte einer. Und der Mönch wendete sich vom Publikum ab und der Wand hinter sich zu, wo er still verharrte.

    Damit meint er, wie ich es verstehe: die Antwort Buddhas ist ein Abwenden von ALLEM, das uns Glück und Leid im Wechsel beschert.

    Uns erscheint das wie Selbstmord, um dem Sterben zu entgehen, doch hat die Antwort erstaunlicherweise eine Strahlkraft bin zum heutigen Tag. Wobei der Buddhismus es ja dabei nicht belässt: es wird auch ein unglaublich umfangreiches Konglomerat an „HowTo“ mitgeliefert, das die vergleichsweise bescheidenen und auf bloßes Fordern/Hoffen/Wünschen/Fürchten/Beten beschränkten Umsetzungsvorschläge im Christentum (wie es mir tradiert wurde) bei weitem übertrifft.

    Aber wie gesagt: Buddhismus-reif fühle ich mich nur selten… zu stark ist das immer neue Verführt-Werden durchs Streben nach Glück, sowie die grundsätzliche Ungläubigkeit, dass es Menschen (lebendige Prozesse mit Stoffwechsel) – außerhalb kleiner Zeiten in Meditation – gelingen könnte, in die „Statika“ einzugehen jenseits der Veränderlichkeit mit ihrem immerwährenden Auf und Ab.

  20. Mir geht es da ähnlich wie dir, Claudia, indem ich in größeren Zeitintervallen immer mal wieder zu einem Thema finde, es dann neu und anders sehe. Am liebsten sind mir dabei die Schlüsselerlebnisse, wenn ich irgendwo bin, es mich wie ein Blitz durchfährt und ich aufeinmal etwas verstehe, dessen Weg ich meinte, schon lange verlassen zu haben.

    Ich schätze den Buddhismus, als Ungläubiger auch alle Religionen, weil ich glaube, dass sie uns etwas zu geben
    haben. Und in diesem Erforschen frage ich danach, wo und warum verschließt sich mir etwas, oder warum erschließt es sich mir nicht. Ich erwarte heute keine Antwort darauf, aber das, was ich hier schreibe und von euch zurückbekomme liegt nun in mir, macht seine stille Arbeit und –
    vielleicht kommt es irgendwann mal als Blitz in mir zurück. Das fände ich toll.

    Das was Uwe über Leid schreibt, kommt in meinem derzeitigen Verständnisniveau an, Leid in Sinne von Belastungen, das mich im weiteren Nachdenken darüber weiterbringt.

    Auch das was du sehr schön mit deinem Badewannenbeispiel beschreibst, kann ich sehr gut nachempfinden, weil wir es wahrscheinlich alle kennen. Aber warum kennen wir das so? Ist es ein natürliches Element in uns, das immer weiter, oder ist es eine übernommene gesellschaftliche Erscheinung?

    Was liegt natürlich in uns? Das Leid anzunehmen, im akzeptieren des immer nach Neuem suchen, oder gerade dieses Leiden zu vermeiden.

    Das wohltuende bei diesem Thema ist, dass es mich nach keiner Antwort drängt. Ich empfinde es nahezu als angenehm, die Gedanken hier in deinem Beitrag zu sammeln, sie mir selbst zu übergeben und in Ruhe abwartend darauf zu vertrauen, das wenn es mir wichtig ist, wird es sich wieder melden, wenn nicht, es vielleicht ganz einfach loszulassen.

  21. @Menachem: ja, das empfinde ich auch so. Solche Themen kommen phasenweise auf – sei es (wie in meinen jüngeren Jahren) als angestrengte Suche, oder als plötzlich fallender Groschen, oder ganz beiläufig, indem ein alter Diary-Eintrag durch neue Kommentare in die Aktualität gehoben wird. Und inhaltlich wirkt es grade nicht nur im Verstand, obwohl man den Gegenstand „verständig“ umkreisen kann.

    Und diese Art „beschaulicher“ Austausch ist m.E. eine bezüglich spiritueller Themen selten gelingende Form – danke dafür!

  22. Der Artikel ist meiner Meinung nach ein Volltreffer.

    Übrigens, es gibt auch Belehrungen von Buddha über *drei* Arten von Leid:
    – Das Leid am Leiden: Wer sich mit dem Hammer auf den Daumen haut, leidet am Leiden. Das ist der Begriff von Leid, den wir im Alltag verwenden.
    – Das Leid der Vergänglichkeit: Darum scheint sich der Artikel zu drehen: Nichts bleibt: Besitz, Freunde, Freuden – alles ist vergänglich.
    – Das Leid der bedingten Welt, und der Artikel berührt auch diese Bedeutung intensiv. Wir können das „Leid der Vergänglichkeit“ nicht ohne das „kleine Nirwana“ (die Befreidung von der Ich-Illusion) überwinden.

    Die Schilderung des äußeren Erlebens ist aus der Sicht von (2) und (3) die gleiche: wir ziehen entspannt vom Bett in die Badewanne, von der Badewanne zum Kühlschrank usw. Die Frage ist: Wenn die Erkenntnis uns erwischt – was machen wir draus?

    Dann können wir uns sozusagen auf das Leid der Vergänglichkeit einstellen und feststellen, daß das eben so ist. Dann „[fällt] mir eben immer wieder etwas [ein], wo ich mich “nützlich” machen und mit Freude zu Werke gehen kann.“ (Kommentar für Günter). Gut, zurück in die Achterbahn.

    Alternativ dazu können wir sozusagen nach vorne streben und die Perspektive vom Leid der bedingten Welt einnehmen. Dann stellen wir fest, daß *wir* es sind, die bspw. der Badewanne die Bedeutung von Freude und Entspannung geben, und daß *unsere eigene* Aufmerksamkeit irgendwann weiterzieht. Es ist nicht die Welt da draußen, die sich weiterdreht. Es sind unsere eigenen Gewohnheiten, die unsere Wahrnehmung bestimmen, WIR geben den Dingen eine Bewertung, und *wir* verändern sie auch wieder. Solange wir erleben, ein „Ich“ zu *sein*, können wir damit auch nicht aufhören.

    Hier kommt – auch für mich – der Vertrauenssprung: Sobald wir erleben, ein „Ich“ zu „haben“ (also das kleine Nirwana, die Befreiung von der Ich-Illusion) kehrt endgültig Ruhe ein – Ruhe und Freude.
    Ruhe, weil Befreiung die Gewohnheit des ständigen Bedeutung-Gebens durchbricht.
    Und Freude, denn wenn der Geist versteht, daß es das „Ich“, dessen Existenz wir in jedem Augenblick zu beschützen versuchen, nicht gibt, dann können wir das ganze Theater „da draußen“ in Ruhe genießen – wir haben nichts zu verlieren, die ganze Welt liegt uns zu Füßen.

    Spannend war, die anderen Kommentare mit diesen Hintergedanken zu lesen. Manche wirken so, als ob sie sich noch mit dem „Leiden am Leiden“ auseinandersetzen und es umdeuten würden: Ohne Leiden würden wir doch keine Freude kennen (Warum eigentlich nicht?). Oder: Leiden ist doch der Antrieb unseres Lebens (gibt es denn keine anderen Kandidaten?). –> Das ist doch alles nicht so schlimm.

    Andere scheinen grundsätzlich die Story vom Leiden der Vergänglichkeit schon „geschluckt“ zu haben.

    In diesem Sinne wünsche ich allen zeitloses höchstes Glück!

  23. @Bananenblatt: danke für deinen substanziellen und informativen Kommentar!

    zu zwei Punkten (mir fehlt halt noch das entsprechend erleuchtete Verständnis – und das mein ich nicht zynisch!):

    „Dann stellen wir fest, daß *wir* es sind, die bspw. der Badewanne die Bedeutung von Freude und Entspannung geben, und daß *unsere eigene* Aufmerksamkeit irgendwann weiterzieht. Es ist nicht die Welt da draußen, die sich weiterdreht“

    Das ist so eine „Geist-only“-Sicht der Dinge, die ich nicht ganz teilen kann. Denn es ist nicht wegzudiskutieren, dass wir ein Stoffwechselwesen sind mit einem lebendigen Organismus – und dessen Zustände sind eben veränderlich und reissen meine Aufmerksamkeit (zum Glück für jegliche Unfallvermeidung!) in der Regel mit.

    Nach 20 Minuten Badewanne werden die Fingerkuppen krumplig und das Wohlbefinden verfliegt, der Körper will den Ausstieg aus der Wanne – da kann ich mit „anders gerichteter Aufmerksamkeit“ dagegen halten, aber nicht allzu lange und nur mit zunehmender Mühe. (wobei das Gegen-halten ja auch eine Ich-Aktivität wäre!)

    Hier dreht also doch „die Welt“ (=Körper) sich weiter, egal, wie mein Verständnis eines „Ichs“ sich gerade darstellt.

    „Ohne Leiden würden wir doch keine Freude kennen (Warum eigentlich nicht?)“

    Wegen des dualistischen Charakters aller Dinge bzw. Qualitäten: „nass“ hat als Begriff nur Sinn, wenn es auch „trocken“ gibt. Herrscht immer die gleiche Temperatur, gibt es kein heiß und kalt. Also kein Leiden an zu großer Hitze, aber eben auch nicht die Freude des Wechsels von „zu heiß“ nach „angenehm kühl“.

    Will man das wirklich?

  24. Kurz und bündig, bin sehr froh, dass dieser Artikel wieder in den Fokus befördert wurde. Ein sehr guter Artikel, was ihn verbunden mit vielen guten Kommentaren, in die Relax-Kategorie sehr lesenswert hebt.

  25. Liebe Claudie
    danke Dir das Du mir den Link zu Deiner Erfahrung mit Deinem Erwachen, aus dem immer wieder mehr und Extras wollen. Das finde ich sehr schön, vieles dieses Weges kenne ich auch und auch ich geniesse das Leben und ich denke das ist auch gut so. Es muss nicht immer gleich das Kloster sein. Wichtig ist doch, wie wir unseren Alltag leben, Achtsam und so gut wie es eben geht mit dem Hier und Jetzt.
    In diesem Sinne Liebe Grüsse zentao

  26. Death is the Road to Awe.

  27. […] Hier noch ein älterer “widerständiger” Artikel: Die edle Wahrheit vom Leiden – war der Buddha ein Weichei? […]

  28. Ein super Artikel, der genau ins Herz der Existenz (oder sollen wir sagen ins „Herz der Langeweile“) führt. Auf einer biologischen Ebene ist diese sich schnell einstellende Unzufriedenheit natürlich ein Antrieb, der uns vom Tod und Leid weg zu Erhalt und Freude führen soll. Aber es ist eben ein Immer-Getrieben-Sein, das auch Angst macht. Zu diesem ganzen Komplex Sein vs. Dasein, Langeweile, Sorgen und Besorgungen kann man Heidegger lesen oder am Besten Rüdiger Safranskis „Meister aus Meßkirch“. Dieses Buch hat mir die Augen geöffnet.

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