Claudia am 28. Juni 2000 — Kommentare deaktiviert für Mensch: ein Raubtier?

Mensch: ein Raubtier?

Connie schrieb zum gestrigen Diary-Eintrag, in dem ich die Abschaffung der gesellschaftlichen Formen und Rituale bedauerte:

„Tja, das ist ein Punkt, an dem ich herumzuknapsen habe und der mich sehr beschäftigt. Wir wollten die Höflichkeitsfloskeln und das Verlogene dabei abschaffen und nun stellen wir (oder zumindest ich) fest, daß dabei die Höflichkeit selbst, nämlich der Respekt vor dem Anderen, vor der Würde und der Einmaligkeit des Anderen, vor der Unverletzlichkeit des Anderen, wenn er vielleicht gerade einmal schwach ist, auf der Strecke geblieben ist. Aus dem Muff, der unter den Talaren steckte oder in der Gesellschaft herrschte, ist ein obszönes, aggressives Klima, angeheizt von RTL und Konsorten, geworden und deren Einfluß auf die Befindlichkeit der Menschen erscheint mir fast noch gefährlicher und heftiger als der Einfluß des guten alten Axel Springer damals… Ist dieser Raubtier-Charakter, der sich überall zeigt, das WAHRE, das ECHTE? Dann Gute Nacht!“

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Claudia am 28. Juni 2000 — Kommentare deaktiviert für Draussen sein

Draussen sein

Je länger ich in den Netzen lebe, desto mehr geraten Ausflüge ins „Real Life“, gelegentliche Bewegungen durch den physischen Raum zu Besuchszwecken, zu Expeditionen in eine seltsame Anderwelt. Dabei wächst einerseits meine Wertschätzung nicht-medial vermittelter menschlicher Kontakte: Sich ungeschützt und ohne Wahl jenseits jeder Notwendigkeit zu begegnen, ist alleine schon ein Ereignis, das zum feiern einlädt. Man liefert sich freiwillig einer Situation aus, die nicht jederzeit „gecancelt“ werden kann, wie all die Dinge, die ich täglich am Bildschirm herbei und wieder weg-klicke. Das allein ist schon eine Liebeserklärung an den Mitmenschen, allerdings eine, die nur von denjenigen verstanden wird, die ihre Tage lange schon aus freien Stücken im kühlen Schein der Monitore verbringen. Weiter → (Draussen sein)

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Claudia am 23. Juni 2000 — Kommentare deaktiviert für Weniger werden

Weniger werden

Seit Anfang Mai bin ich schwer geschrumpft: Sieben Kilo weniger trage ich mit mir herum. Das ist eine ganze Menge, man stelle sich das mal in Form von Briketts vor! Manchmal gehe ich herum, springe ein bißchen auf und nieder und wundere mich, wie LEICHT sich das auf einmal anfühlt. Weiter → (Weniger werden)

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Claudia am 22. Juni 2000 — Kommentare deaktiviert für Wollen & Können

Wollen & Können

„Reiss Dich zusammen!“, ermahnte mich meine Mutter vor vielen Jahren, wenn ich ihr wütend erzählte, warum der Deutschunterricht völlig öde, der Lehrer doof und die aufgegebene Hausarbeit wirklich DAS LETZTE sei. Ihre Worte waren in den Wind gesprochen, „zusammenreissen“ war definitiv nicht mein Ding, ich sah es einfach nicht ein, absurde Aufgaben erledigen zu sollen, weil sie der Lehrplan nun mal forderte. Statt dessen versammelte ich den Unmut der ganzen Klasse und gemeinsam brachten wir unsere Kritik zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort vor – ach ja, wir waren kein Spaß für die damaligen Lehrer, es war Anfang der 70ger und ihre „Macht“ seit ’68 deutlich geschrumpft. Weiter → (Wollen & Können)

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Claudia am 21. Juni 2000 — Kommentare deaktiviert für Menschen züchten – aber wohin?

Menschen züchten – aber wohin?

Als im letzten Jahr Peter Sloterdijk in seinen „Regeln für den Menschenpark“ vorschlug, zumindest einmal darüber nachzudenken, inwiefern die künftigen Errungenschaften der Gentechnologie zur Veränderung der Menschen genutzt oder nicht genutzt werden sollten, war die Freude groß. Endlich mal wieder ein richtiger, ein GEISTVOLLER Skandal! Die Sache wurde monatelang durch die verschiedenen Medien gezogen, der Schlagabtausch zwischen Sloterdijk und Habermas unterhielt die Leser aufs Beste. Seit Botho Strauss‘ „anschwellendem Bocksgesang“ hatte es so eine fetzige Kontroverse nicht mehr gegeben. Weiter → (Menschen züchten – aber wohin?)

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Claudia am 20. Juni 2000 — Kommentare deaktiviert für Das leere Land

Das leere Land

Jetzt ist tatsächlich das Paradies ausgebrochen. Das Schloß mit Wald, Wiese und Gärten, das Dorf, die ganze Umgebung, der nahe gelegene Dümmer See mit dem klarem badefreundlichen Wasser zeigen sich als perfekte Idylle. Wenn ich Mittags die fünf Minuten zum kleinen Sandstrand im Wald fahre, eine Runde schwimme und dann in der Sonne brate, mutet es mich noch immer seltsam an: als Ex-Städterin bin ich noch aus der Kinderzeit gewohnt, solche Freuden nur im URLAUB zu ewarten. Ein Urlaub, auf den hin man lange plant, wie es meine Eltern taten, die das ganze Jahr über für vier Wochen Italien sparten. Und wie es die Leute tun, die jetzt die paar verborgen gelegenen Campingplätze füllen. Weiter → (Das leere Land)

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Claudia am 18. Juni 2000 — Kommentare deaktiviert für Redesign & ein FORUM!

Redesign & ein FORUM!

Ihr seht es vor euch, das neue Design, an dem ich seit gestern mit großer Begeisterung arbeite. Endlich mein Lieblingsprojekt zeitgemäßer einkleiden können! Ich hab‘ schon geglaubt, es kommt nie mehr dazu.

Ein spannender Schritt ist für mich das Forum. Ich hatte noch nie ein Forum in einem Projekt, denn ich hänge normalerweise nie sehr lange an einer einzelnen Sache. Ein Kommunikationsfeld nur einzurichten, um es dann sich selbst zu überlassen, halte ich für einen Fehler. Mit dem Diary beschäftige ich mich nun schon eine kleine Ewigkeit fast täglich, da kann ich es ja mal versuchen. Natürlich werde ich nicht immer und auf alle Beiträge antworten können, aber täglich ‚reinsehen ist auf jeden Fall drin.

Wofür ist das Forum? Das kommt natürlich auf Euch an – ich stell mir zum Beispiel spontane Reaktionen auf Diary-Beiträge vor, nicht immer möchte man eine Mail schreiben. Auch Themenwünsche fände ich interessant – zur vollständig interaktiven Autorin werde ich wohl nicht, aber ich lass‘ mich gern inspirieren. Über Surftipps zu interessanten Seiten – auch zu Euren Homepages – freu ich mich auch! Wer weiß, was euch sonst noch einfällt….

Zum Schluß noch ein Danke für die neuen Leserbriefe! Lest, was Andreas zum Homepaging sagt, er spricht mir aus dem Herzen. Über den docsnuggle-webaward freu‘ ich mich, kommt er doch von Falko, der das Webben offensichtlich ernst nimmt, wie man auf seiner Homepage sehen kann. Und dann noch ein Lob von einem Genie… was will mensch mehr?

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